Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 8 (1928)
- Issue
- 34 (24.8.1928)
- Date
- 1928-08-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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doch ist der Gottesdienst durchaus westlich, modern und verbunden mit deutscher Predigt. Dasselbe gilt bezüglich der anderen Städte Polnisch-Oberschlesiens, wie z. B. Myslowitz. In Königshütte hatten die liberalen Juden vor einiger Zeit eine schwere Kraftprobe zu bestehen. Eingewanderte kongreßpolnische und galizische Juden hatten bei den letzten Wahlen in die Mische Gemeinde die Majorität erlangt, und sie setzten sich im Wege der Gewalt in den Besitz der zwei Synagogen, wobei sie die bodenständigen liberalen Glaubensgenossen sozusagen aufs Pflaster setzten, so daß sich letztere einen eigenen kleinen Bcetsaal mieten mußten. Letztens kam wohl ein Ausgleich zustande, doch bleibt das liberale westliche Judentum von der immer höher ansteigenden Flut, orthodoxer und nationaler Elemente aus dem benachbarten Kongreßpolen stark bedroht. Ein trauriges Los hat die Juden Posens und Westpreußens ereilt. Mit dem Umsturz im Jahre 1918 setzte für das Posener und westpreußische Judentum eine Epoche ständigen Niederganges ein. Das ganze Posener Land, früher die mächtigste Kraftquelle, aus der das geistige und religiöse Judentum Deutschlands schöpfte — Posen hat den deutschen Juden die hervorragendsten Persönlichkeiten auf dem Gebiete der Wissenschaft und Wirtschaft und die größten Geister geschenkt — stellt einen einzigen großen Trümmerhaufen dar, unter dem die einst so blühenden religiösen und geistigen Pflegestätten und Einrichtungen begraben liegen. Altehrwürdige Gemeinden — man denke nur an Posen-Stadt, Kempen, Hohensalza — sind so gut wie von Juden entvölkert, die Synagogen zum größten Teil geschlossen, die jüdischen Gemeinden teils aufgelöst, teils noch in Liquidation. Für dieses einst so judenreiche Gebiet fungiert jetzt ein einziger Rabbiner mit dem Sitz in Posen-Stadt, dem die traurige Rolle des Liquidators der jüdischen Gemeinwesen zufällt. An die Stelle der deutschen bodenständigen Juden, die fast ganz nach Deutschland abgewandert sind, rücken jetzt immer mehr Ostjuden aus Kongreßpolen und Galizien nach, die die religiösen Lebens- und Betätigungsformen ihrer östlichen Heimatländer dorthin verpflanzen. Die winzig« Schar zurückgebliebener bodenständiger Juden gehört durchwegs der liberalen Richtung an, doch kommt diese verschwindend kleine Minorität überhaupt nicht zur Geltung. In Kürze tverden diese Gebiete zur völligen Bedeutungslosigkeit für das geistige und religiöse Leben des Judentums in Polen herabgesunken sein. Der Schwerpunkt künftiger religiöser Strömungen und Entwicklungen bleibt in Kongreßpolen und in Galizien. Ueber „Liberales Judentum in Polen" berichtet Mgr. jur. Löon Bregman-Warfchau. Er schildert die historische Entwicklung des jüdischen Lebens in Polen im Zusammenhang mit der politischen Geschichte Polens und kommt zu folgenden Ergebnissen: Wir haben den Glauben, daß der jüdisch-liberalen Bewegung in Polen die besten Horoskope gestellt werden dürfen. Im heutigen Stande der Dinge in Polen, wo alte Beschränkungen, tvclchc die Reform unmöglich gemacht haben, rechtlich aufgehoben, aber durch die Orthodoxie faktisch ausrechterhalten werden. Im Kampfe der verschiedensten Aussichten, Ideen und Weltauft'assungen betrachten wir den jüdisch-liberalen Gedanken als eine glückliche Synthese, glauben wir, daß er in der Lage sein wird, die schwierigen Probleme zu lösen. — Die liberale Bewegung in Polen ist noch nicht konsolidiert, sie entwickelt sich jedoch unaufhaltsam: die, welche das Ghetto verlassen, um zu unserer Kultur überzutreten, unsere Intelligenz, welche eine Stärkung sucht und nunmehr eine Stütze in der reformierten mosaistischen Religion sieht, diejenigen, welche vom Nationalismus und dem nationalistischen Zionismus weg einen Weg zum Judentum in seiner historischen Mission suchen — sie alle sind Vorbsoten der liberalen Idee. Meine sehr geehrten Damen und Herren, im Sturmschritt holt heute Polen andere Länder ein, um das in einem Jahrhundert Versäumte raschest einzuholen; auch wir polnischen Juden müssen in kurzer Zeit das erzielen, was uns früher unmöglich war. Wenn wir auch noch viel Arbeit vor uns haben und vom Wcltverband für religiös-liberales Judentum Rat und Hilfe ansuchcn, glauben wir an einen Sieg unserer gemeinsamen Idee und hoffen, in zwei Jahren zu dem nächsten Kongreß eine formelle Delegation einsenden zu können. Der Bericht über die jüdisch-religiösen Zustände in Böhmen liegt schriftlich vor und wird von ^crni Goetz verlesen: Die Juden in Böhmen können infolge ihrer geringen Anzahl — nicht ganz 80 000 Seelen — keinen bemerkenswerten Einfluß aus die Entwicklung des Weltjudentums nehmen. Das Judentum in Böhmen selbst kann ein autochthones genannt werden, da der Zuzug von Juden aus anderen Ländern seit Hunderten von Jahren ein kaum nenneswerter ist und dieser sich sehr bald den Juden in Böhmen gänzlich anpaßt, besonders in religiöser Beziehung. Darum gibt es hierzulande keine religiösen Parteiungen, man läßt jeden einzelnen Juden, ohne daß er dadurch eine Opposition hervorruft, konservativ oder minder konservativ oder auch indifferent sein. Dazu kommt noch, daß nach dem staatlichen Gesetz zur Regelung der äußeren Rechtsverhältnisse der Juden in jedem Orte nur eine vom Staate anerkannte religiöse Kultusgemeinde bestehen darf, was zur Sicherung des religiösen Friedens innerhalb der Gemeinde viel beiträgt. Es tritt aber auch keine glühende Begeisterung für die Religion, die eine Entwicklung nach rechts oder links Hervorrufen könnte, zutage. Ferner wirkt eine Anzahl von Mischehen in jeder Gemeinde ungünstig auf die Wärme des religiösen Gefühls in den Familien ein. Selbst die Anhänger des Zionismus, die immerhin in größerer Anzahl vorhanden, werden nicht vom religiösen Impulse, sondern vom politischen geleitet. Die Stellung der Juden in gesellschaftlicher und staatlicher Beziehung ist gegenwärtig keine ungünstige, und ihre materiellen Verhältnisse sind nicht schlechte. Uns mangelt hier ein neuer religiöser Gedanke, der unsere Jugend zu gewinnen vermöchte, cm Liberalismus, der den Jndisscrentismus besiegt, der die Gemüter erwärmt und Begeisterung Hervorrust, so daß die Religion wieder das beste Stück der geistigen Heimat und des Gemütes der Juden wird, für das man zu jedem Opfer ärreit ist. Es ist doch unbestreitbar, daß Religion in Taten sich äußernde Opserfähigkeit in sich saßt und Opfer bringt man freiwillig für das, was man liebt. Wenn ich zitieren darf: „Du sollst lieben den Ewigen, deinen Gott mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Vermögen". Ich wünsche innigst und hoffe und erwarte es sehnsüchtig, daß die Tagung auch uns liberalen Juden in Böhmen den begeisternden, erwärmenden und hinreißenden Gedanken bringen möge, und ich wäre glücklich, wenn ich für einen solchen Gedanken mit allen meinen Kräften cintreten könnte. Dies ist mein Gruß an die Tagung des Weltverbandes des liberalen Judentums. Saaz, am 14. August 1928. Rabbiner Professor Dr. Timon Stern, Präsident des Rabbinerverbaudcs in Böhmen. Ueber das sehr rege jüdisch-liberale Leben in Australien liegt ebenfalls ein schriftlicher Bericht vor, den L i l y H. M o n t a g u verliest. Als letzter Berichterstatter spricht Rabbiner Harry I. Stern- Montreal über „Liberales Judentum in Lauaba": Eine Scheingrenze trennt Canada von den Vereinigten Staaten. Vieles, was man kanadisch nennt, ist in Wirklichkeit amerikanisch. Dies ist besonders wahr in bezug aus das canadische Reform- Judentum. Die drei Resorm - Congregations in Lanada sind Teile der Hebrew-Congregation in Amerika; unsere Rabbiner haben an der Hebrew-Union-Collcge studiert, und was in Wirklichkeit amerikanische Reform ist, ist auch canadische Reform. Aber in einer Beziehung unterscheiden wir uns von den Bereinigten Staaten. Unsere Umgebung ist extrem konservativ. In der Vergangenheit hatten wir sehr in unserer Existenz zu kämpfen, aber heute sind wir gut cingeführt. Eine Reform hat eingesetzt und hat ganz besonders die Jugend ergriffen. Unsere Rabbiner sind zudem auch junge begeisterte Männer, und aus diesem Grunde hoffen wir bald auf eine Entwicklung des liberalen Judentums. Im Anschluß hieran möchte ich Ihnen noch berichten, daß ich Sowjet-Rußland besucht habe, und mein Herz bricht mir, wenn ich der Zerstörung und Verwirrung gedenke, die ich dort bei den Juden gesehen habe. Die Synagogen sind in Trümmerhaufen verwandelt (converted into cluts), die jüdischen Akademien liegen zerstört, die hebräischen Bücher gestohlen. — Das alles hat mich lies erschüttert. Aber heute, da wir hier stehen und sehen Hunderte versammelt zum Zwecke einer feierlichen Erneuerung unseres Bekenntnisses zum Judentum, möchte ich ausrufen: „Ich bin erfreut, daß Israel lebt". Nach den Referenten der Länder nimmt Rabbiner Dr. Dienemann, Ofsenbach, das Wort zu einer kurzen Zusammenfassung der gehörten Berichte. Was uns liberale Juden in Deutschland bewegt, das hätten wir nun, so meint er, überall in der Welt wirksam gesehen. Ueberall aber zeige sich auch der Liberalismus nicht als ein fertig Gegebenes, sondern als Ausgabe, als Suchen und Ringen um die Seele des Menschen. Dies stärkt uns in unserem eigenen Ringen. Wir fühlen, daß wir nicht allein stehen in der Welt. Aber mehr als nur dies! Ein Doppeltes klingt uns aus allen Berichten entgegen. Zwei Gefahren drohen dem liberalen Juden: die Gefahr, daß er die Gemeinschaft vor dem Individuum vergißt, und zugleich die Gefahr, daß er das Judentum seines Landes mit dem Judentum als solchem verwechselt. Diesen beiden Gefahren aber ist nun begegnet. Indem wir das Ringen der anderen sehen, gewinnen wir den Anschluß an die Gemeinschaft. Und indem wir mit dem Judentum fremder Länder in Berührung kommen, wird es unmöglich, bei aller Verwurzelung im Hcimatlande, über dem eigenen zu vergessen, daß auch das Judentum in den vielfach fremdartigen Formen anderer Länder Judentum, Teil des mannigfaltigen Gesamtjudcntums ist. Nationalsozialistische Anfrage im Landtag Eine nationalsozialistische Landtags-Anfrage beschäftigt sich mit der Entfernung des hakenkreuzähnlichen Musters in der Pflasterung vor dem Landtagsgebäude. Es wird gefragt, auf wessen Anweisung diese sich gegen ein uraltes germcvnisches Zeichen wendende Maßnahme zurückzusühren sei, ob sich die „Säuberungsaktion" nur auf germanische Zeichen erstrecke oder ob das Staatsministerium bereit sei, nunmehr von allen öffentlichen Gebäuden Preußens auch die Davidssterne zu entfernen. Eine zweite Anfrage der Nationalsozialisten bezieht sich aus einen Pressebericht, wonach die Mehrheit der Schüler des Werner-Siemens-Real-Gymnasiums in Berlin-Schöneberg Unzufriedenheit darüber geäußert haben, daß der Festredner der Berfassungsseier in der Schule sich mit dem Geburt^- tag Jahns und nicht mit der Verfassung befaßt habe. Es wird gefragt, „ob das Staatsministerium bereit sei, die nichtjüdischen Minderheiten des Werner-Siemens-Real-Gymnasiums gegen den Terror der jüdischen Schüler zu schützen". Das Verhältnis von Juden und Arabern in Palästina Die arabische Presse wendet sich scharf gegen Mnsa Kazim Pascha, den Präsidenten der arabischen Exekutive in Palästina, wegen seines der Jüdischen Telegraphen-Agentnr gegebenen Interviews, in welchem er erklärt hat, die Araber Palästinas würden niemals etwas unternehmen, was die britische Regierung in ihren internationalen Verträgen und Verpflichtungen, das Palästina-Mandat inbegriffen, stören könnte. Die arabischen Zeitungen wollen in dieser Aeußerung des Präsidenten der arabischen l^ekutive eine Anerkennung der Balfour-Teklaration und des britischen Mandates sehen und fordern Mnsa Kazim Pascha auf, seine im Interview gegebenen Erklärungen öffentlich zu widerrufen. Einen anderen Standpunkt nehmen „Falastin" und einige andere arabische Zeitungen ein, die sich damit einverstanden erklären^ daß die Araber durch Mnsa Kazim Pascha den Juden ein Angebot friedlicher Zusammenarbeit machen, da ja die britische Regierung nicht ewig im Lande bleiben und ein dauerndes Verhältnis geschaffen werden müsse. Die hebräische Presse Palästinas sieht in den Erklärungen Muss Kazim Paschas eine Bestätigung ihrer Befürchtungen,, daß ein Parlament in Palästina auf der Basis der jetzigen Bevölkerungs-Proportion eine Gefahr für die Entwicklung, des jüdischen Nationalheims bedeuten würde. (Jta.) Geheimrat Timendorfer 75 Jahre Geheimer Justizrat Berthold Timendorfer, langjähriger und verdienstvoller Präsident und seit dem Jahre 1924 Ehren- Großpräsident der Großloge für Deutschland des Unabhängigen Ordens Bnei Brith (U.O.B.B.), feiert am 1. September d. I. seinen 75. Geburtstag. Um den Ehrungen aus dem Wege zu gehen, wird er — wie wir erfahren — diesen Tag außerhalb Berlins verleben. Timendorfer stammt aus Oberschlesien. In Benthen verlebte er seine Gymnasialzeit und genoß den Unterricht in Religion und jüdischer Geschichte bei dem rühmlichst bekannten Rabbiner Dr. Ferdinand Rosenthal, später Breslau. Diesem Lehrer verdankt Timendorser nicht nur seine heiße Liebe zum Judentum, sondern auch die Liebe zum Wohltun und die Liebe zum Frieden. Nach seinem Abiturientenexamen studierte Timendorser Rechtswissenschaft in Berlin, bestand in den Jahren 1877 sein Referendar- und 1882 sein Aff'essorenexamen. Seil der Zeit als vielbeschäftigter und angesehener Anwalt in Berlin tätig, wurde er im Jahre 1888 Notar und 1910 zum Geheimen Justizrat ernannt. Sein vornehmes Wesen, seine hervorragende Begabung als Organisator und Redner, fein starkes Interesse für jüdische Angelegenheiten lenkten die jüdische Oeffentlichkeit auf ihn. Viele Organisationen und Institutionen warben um seine Mitarbeit. Er gehörte einer Reche von Jahren dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin an, sowie dem Vorstände des Hilssvereins der Deutschen Juden als stellvertretender Vorsitzender. Ferner war er kurze Zeit Vorsitzender der deutschen Konferenzgemeinschaft der Alliance Jsraelite Universelle und Ausschußmitglied zahlreicher humanitärer Vereine. Mehrere seiner Ehrenämter legte er dann nieder, um seine Kraft ganz dem Orden Bnei Brith, widmen zu können. Im Orden Bnei Brith, dem Timendorser seit 1883 angehört, bekleidete er verschiedene Aemter und wurde im Februar 1898 zum Präsidenten des gesamten Distriktes einstimmig gewählt. Unter der Leitung dieser Führerpersönlichkeit nahm der Orden einen glänzenden Anfftieg. Die Zahl der Logen und Mitglieder wuchs von Jahr zu Jahr, ihre Leistungen auf sozialem und kulturellem Gebiete nahmen stetig zu. Durch den Einfluß der Logen wurden die Gemeinden und andere Vereine von der allen Wohltätigkeitsübung zur prophylaktischen Wohlfahrtspflege geführt. Bei allen großen Hilfsaktionen für die Opfer der Verfolgung in den Ländern der Judcnnot hat der U.O.BB. an maßgebender Stelle mitgewirkt. Die Wohlfahrtseinrichtungen, die die Logen teils auA eigener Kraft, teils mit anderen Vereinen und Institutionen geschaffen haben, umfassen alle GÄiete werktätiger Fürsorge und betreuen die Notleidenden von der Wiege bis zum Grabe. Noch mehr aber als in all diesen Leistungen, die der Großpräsident Timendorser mit seinem Geiste, seiner Einsicht und Erfahrung geformt und gefördert hat, beruht fein großes Verdienst in seiner Friedensliebe, die er von seinem großen Lehrer Rosenthal geerbt hat. Wegen seiner bekannten Versöhnlichkeit wurde Timendorser bei innerjüdischen Parteikämpfen oft als Vermittler angerufen, und der Macht seiner Persönlichkeit gelang es, den Streit zu schlichten, indem er das Gemeinsame hervorhob, das alle Richtungen im Judentum zu wahren und zu erhalten haben. Das hat ihn natürlich niemals gehindert, sein persönliches Verhältnis zum religiös-liberalen Judentum zu betonen. Seit der Gründung der Bereinigung für das liberale Judentum gehört er der Berliner Ortsgruppe, dem Liberalen Verein für die Angelegenheiten der Jüdischen Gemeinde zu Berlin als Mitglied an und hat sich gern dessen Bestrebungen mit Rat und Tat wiederholt zur Verfügung gestellt. Die mannigfachen Ehrungen, die unserem Jubilar bei seinem 25 jährigen Amtsjubiläum im Jahre 1923 und bei seinem 70. Geburtstage zuteil geworden sind, legten Zeugnis ab von der großen Beliebtheit und Wertschätzung, die er in der deutschen Judenheit und auch über die Grenzen Deutschlands hinaus genießt. Im November 1924 legte er sein Amt als Großpräsident nieder; im Hinblick auf seine großen, unvergänglichen Verdienste um den Orden wurde er von der dankbaren Bruder schast zum Ehrengroßpräsidenten ernannt. Trotz seines hohen Alters ist sein Interesse ungemindert rege für die Arbeiten im Orden, sowie auch für die neu aufgetauchten Fragen im Judentum. liberale Synagoge Wilmersdorf Gottesdienst an den hohen Feiertagen (abends und vormittags) Beba-Palast „Atrium“ Kaiserallee Plätze zu 3, 5, 8, 12 und 15 M. erhältlich an den Theaterkassen Hermann Tietz, Leipziger Strasse und Kaufhaus des Westens, Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Burgstrasse 26, sow. jed. Freitag vor Beginn der Abendgottesdienste in der Cecilienschule. In unseren Gottesdiensten besteht keine Trennung der Geschlechter. Familien ist daher Gelegenheit zur gemeinsamen Teilnahme an der Andacht gegeben. Verein für Feuerbestattung in Berlin von 1874, e. 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Wochengottesdienst: morg. 6.30.; Israel. Krankenhaus Gagervstr. 36. Freitag, d. 24. 8., abds. 7. Sonnabend, d. 25. 8., morg. 8, nachm. 4. Verlag: Bereinigung für das liberale Judentum e. Iß., Berlin SW. 48. — Verantwortlicher Redakteur: Dipl.-Jng. Bruno Woyda, Berlin NW. 23. — Druck: Hermann Wegner & Co., Berlin-Mariendorf. 4875 52