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Jüdisch-liberale Zeitung · 1928-08-17 · 33 (17.8.1928) · page 8

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
8 (1928)
Issue
33 (17.8.1928)
Date
1928-08-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
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f tou La bi C den Heiligen Stätten das Kind von Jerusalem in religiöser Gleichgültigkeit aufwuchs.“ ,,Da Zionä jetzt immer zu Hause war — sie hatte die deutsche Schule mit 12 Jahren absolviert — befaßte sich der Vater jetzt viel mit ihrer Erziehung. Durcheinander lasen sie Goethe, Shakespeare, Puschkin, Dante und da er nicht allzu systematisch vorging und auch nicht immer an ihr zartes Alter dachte, führte er sie sogar in die Geheimnisse des Talmud und in die getragene Rede des Koran ein.“ Die Verfasserin will nicht Palästina, das Palästina vor etwa 40 Jahren, sondern ihre eigene Kindheit schildern. Das erhöht aber nur den Reiz des Buches, das mit viel Phantasie, aber auch großem Feingefühl geschrieben ist. Es gehört zu den wenigen, nicht für Kinder geschriebenen Büchern, das ich heranwachsenden Mädchen ohne Bedenken in die Hand geben würde. D r. Georg Wilde.. Ditlev Nielsen: Der geschichtliche Jesus. Nach dem Dänischen übertragen von Hildebrecht Hommel. 1928. Meyer und Jessen, München. 238 8. und 28 Bildtafeln, Brosch. 5,50 M., Ganzl. 7,50 M. Das Buch ist in den skandinavischen Ländern seit langem bekannt und verbreitet, dem deutschen Leserkreis es zugänglich zu machen, war eine lohnende Aufgabe. In ihm sind zwei Kreise zu unterscheiden, die verschieden zu bewerten sind. Voll geglückt und allen Lobes würdig ist der Kreis der Darstellung des geschichtlichen Jesus. In einem noch umfassenderen Maße als andere Gleichgerichtete hat der Verfasser sich zur Aufgabe gestellt, nur den geschichtlichen Jesus darzustellen. Da aus seiner Kindheit nichts bekannt und verbürgt ist, verzichtet der Verfasser auf jeden Versuch, psychologisierend zu schildern, wie Jesus geworden sein mag, nur der geschichtlich verbürgte, reife Jesus wird in seinem Wollen und Wirken geschildert. Eine solche Darstellung muß natürlich dem überlieferten Kirchenbild Jesu widerstreben. Ausführlich wird nachgewiesen, wie all die Züge, die das Dogma dem geschichtlichen Jesus hinzugebildet hat, die Dreieinigkeit, die Jungfrauengeburt, der Wille zu sühnender Stellvertretung für die Sünde der Menschen, aus Annahme von Bestellungen auf die Jüdisch-liberale Zeitung bei allen Postämtern Deutschlands muniiiiuitiuiuiutmiituuiiuttiiwuuumiiiEiiiiuiuiuiiiiiiiuiiiiuiuiuiiiiiiiiiiiuiiuuuiiimi dein Mythologien-Schatz des antiken Heidentums eindrang, in dem diese Vorstellungen von jeher lebten und webten. Deutlich und scharf wird die Unvereinbarkeit des Heidenchristentums mit dem Urbild Jesu und seinem geschichtlichen Wandel dargetan. Eine solche Darstellung fügt neue Bausteine zu dem Gebäude, in dem ein Jesus wohnt, der ganz und gar nur jüdischer Reformer und Prophet ist. Vielleicht ist dabei sogar ein wenig zuviel getan, denn es wird immer klarer, daß auch in des jüdischen Jesu Predigt, auch in des ganz im Judentum Wurzelnden irgend etwas gewesen sein muß, in dem der Keim eines Hinausschreitens aus dem Judentum lag. Wertvoll die Entschiedenheit, mit der der Verfasser die Schuld an Jesu Hinrichtung auf die Römer einzig lädt und angesichts der gewollt Pilatus reinigenden Darstellung im Evangelium der Hinweis auf die vielen Justizmorde, deren Pilatus sich schuldig machte. Zweite! sind auszusprechen gegenüber dem Versuch Nielsens, Jesus als Sozialreformer, Erneuerer der Gesellschaft zu erfassen; das gerade ist ja das Charakteristische an Jesu Auftreten und Lehre, daß er ganz und gar cschatologisch eingestellt war, diesen Aeon als vor dem Ende stehend ansah und mit dem bereits vor der Tür stehenden Himmelreich eine neue Ordnung als beginnend ansah, so daß er gar keinen Versuch machte, irgend eine Ordnung dieser Welt in die Wege zu leiten. So voll man diesem Kreis der Darstellung auch bei abweichender Meinung in Einzelfragen Zustimmung entgegenbringt, so ablehnend muß man dem Kreis gegenüberstehen, der jüdische Dinge behandelt und wertet. Nielsen geht von der These aus, daß alle semitischen Religionen eine Einheit darstellen, wobei er im Uebrigen volles Lob für die religiöse Energie und die Gesamthaltung der Semiten hat. Eingespannt in das alte Wellhausensche Entwicklungsschema hat er darum keinen Blick für die Sonderstellung des Judentums innerhalb der semitischen Welt, daß sie ein grundsätzlich Anderes und Neues ist. Daher ist seine Darstellung der Pharisäer im ausgetretensten Geleis, während doch inzwischen Herford, Kittel und andere längst eine neue Wertung des zeitgenössischen Judentums geschaffen haben, er sieht nicht das Schöpferische und Seelentiefe in dem Bilde der jüdischen Frömmigkeit, wenn Jesus Gott Vater nennt ist das für ihn ein absolut Neues, Anderes als alles jüdische Sich- Gott-Nahen, sein Beten, sein Gottvertrauen ist ein Neues, Nochnichtdagew^senes, Einziges, obgleich doch alles, was so als neu bezeichnet wird, auf Schritt und Tritt jüdisch belegbar ist. So waltet auch bei ihm im Unbewußten die Absicht vor, trotz aller Beschränkung auf das geschichtlich Nachweisbare irgendwie Jesus als einzigartig zu empfinden, weil eben sonst die Abgrenzung gegenüber dem Judentum nicht vollziehbar ist. An Einzelheiten merkt man, daß seine Kenntnis der jüdischen Dinge ausgesprochen lückenhaft ist. Trotzdem, und obgleich gerade in einer volkstümlichen Darstellung solche das Judentum falsch wertende Bemerkungen gefährlich werden können, darf man nicht anstehen, das Buch als eine hochwertige und dankenswerte Leistung zu begrüßen, weil jeder Nachweis dankenswert und willkommen ist, der die Vorstellung von Jesus des Heidnisch- Mythologischen entkleidet, denn letztlich bedeutet das auch wenn ungewollt einen Schritt weiter auf dem Wege der Rückkehr der Welt zu der einfachen und ungebrochenen Linie der prophetischen Verkündigung von Gott, Rechtfertigung des Judentums in Vergangenheit und Gegenwart. Rabbiner Dr. Max D i e n e m a n n. MWMC—BB—1^—MBB——BBSBMB»——E——agCgg—C—B' Liberale Synagoge Wilmersdorf Gottesdienst an den hohen Feiertagen (abends und vormittags) Beba-Palast „Atrium“ Kaiserallee Plätze zu 3, 5, 8, 12 und 15 M. erhälüich an den Theaterkassen Hermann Tietz, Leipziger Strasse und Kaufhaus des Westens, Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Burgstrasse 26, sow. jed. Freitag vor Beginn der Abendgottesdienste in der Cecilienschule. In unseren Gottesdiensten besteht keine Trennung derGeschlechter. Familienist daher Gelegenheit zur gemeinsamen Teilnahme an der Andacht gegeben. Bekanntmachung Die jüdische Gemeinde Berlin hat den Friedenstempel Berlin-Halensee, Markgraf Albrecht-Str. 11—12 gepachtet, die Vermietung der Plätze erfolgt durch dss Plätzevermietungsbüro. Oranienburgerstrasse 29 täglich (ausser Sonnabends) von 9—1 Uhr, an Sonntagen von 9-12 Uhr Die Preise der Plätze betragen 6—60 Mark Erneuerung vorjähriger Karten bis z. 20, August einschliesslich. In dieser Zeit werden die vom „Verein Friedenstempel“ für das kommende Synagogenjahr bereits erneuerten Synagogenkarten geg. gültige Karlen umgetauscht. Differenzen gegenüber dem an den Verein gezahlten Mietspreis sind bei dem Umtausch durch Nachzahlung oder Rückerstattung auszugleichen. Neuzuteilung an vorgemerkte Gemeindemitgliedererfolgt nach dem 20. August auf Grund besonderer Nachricht. Freihändige Vermietung etwaiger Restbestände vom 3. Sept. ab. Alles Nähere enth. die für die anderen Gemeinde- Synagogen erlassenen Bekanntmachungen. Berlin, im August 1928 Vorstand der jüdischen Gemeinde. Verein für Feuerbestattung in Berlin von 1874, e. V. verm. kostenlose Feuerbestattung Annahme W 35, Lfitzowstraße 44, Telephon: Lfltzow 960-61 und Charlottenburg, Kantstr. 154 a Ecke Pasanenstraße, Telephon: Steinplatz 1835 DiaierarheiteR leder Art Renovierung von Wohnungen, Geschattsiokaien, Fassaden etc. Kostenanschläge gratis Robert Gutheim W50.Kulmöacherstr.7 Fernsprecher: Llltzoui 6260 0 Mnn’s $ Unter Aufsicht des Rabbinats der hiesigen jüdischen Gemeinde und des Hamburger Vereins Berlin W 62, Kleist-Str. 14 Fernsprecher: Nollendorf 5109 u. Barbarossa 5109 2 Minuten vom Wittenbergplatz Wir liefern sämtl. Speisen u. Getränke f. d- „Jüdisch-liberale Weltverbandstagung“ \Ä m 3 DORF ER, MÜNCHEN HAMBURG STUTTGART KARLSRUHE CHAU BRUNN Eh ymj&M&zymim** $ * WEIMAR PL A U EN NC fr ATZ KOTTB DÄMM FRANKFURTE f P' -5! MUW f§t$8.pSf MWM Mi WSM h&M Ua*# Ü L JL MW WM wm f\W> DW Wn WARM f AA! m ■ C Li>! f G AU " ' N »■■■ * ALEXANDER- PLATZ l Air > (SSUrnVH i r J , < < l i | zW,4-11 * \ Ln iiiminmm ^, . Xfay/AV SA.V y.<v i.V.A / L M M I! WL i \ 1 ümf hm k fr,''!T R r p £< i » 4 , . $¥ -i ' •' * LEIPZIGER: - STRASSE EMS* i t ff * i ' f * * « tu h * r< i *

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