Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 8 (1928)
- Issue
- 30 (27.7.1928)
- Date
- 1928-07-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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s. Zahrgang Nummer 30 IMchGemleZüliW » Beilage 27. Juli 1928 Boöentefotm Referat, gehalten auf der Hauptversammlung des Rabbinerverbandes von Rabbiner Dr. Georg Salzberger, Frankfurt a. M. (Schluß.) III. Die Anwendung der Theorie. Ist diese Gesetzgebung im Lande Israels jemals verwirklicht, ist die gewiß bewundernswerte Theorie auch praktisch erprobt worden? Hinsichtlich des Sabbats kann kein Zweifel bestehen. Die Einlösung eines veräußerten ländlichen Besitzes bezeugt das Buch Ruth, und der Bericht von dem Rückkauf eines seinem Vetter gehörenden Feldes durch Jeremia beweist, daß sich für diese Rechtshandlung bestimmte Formen herausgebildet hatten. Aus Hillels Prosbul allein wäre auf die Jnnehaltung des Schuldenerlaßjahres noch kurz vor Auflösung des jüdischen Staates mit Sicherheit zu schließen, aber auch Josephus, Philo und Tacitus berichten von der tatsächlichen Beobachtung der Sch'mitta. Schwieriger ist die Frage zu beantworten, ob das Jobel-Gesetz je ausgeführt worden ist? Die Bibelkritik verneint es mit der Begründung, das Jobel bedeute eine derartig revolutionäre soziale und wirtschaftliche Umwälzung, daß, wenn sie sich tatsächlich vollzogen hätte, dies nicht ohne schwere Klassenkämpfe möglich gewesen wäre. Von solchen Klassenkämpfcn erfahren wir aber aus der Bibel nichts, also sei auch das Jobel niemals innegehalten worden. Der Schluß scheint uns reichlich gewagt. Es ließe sich auch der umgekehrte ziehen: weil das Jobel alle 50 Jahre einen gründlichen Ausgleich zwischen Reichen und Armen, Herrschenden und Dienenden brachte, gab es in Israel keine Klassenkämpfe. Diese Tatsache bleibt jedenfalls bestehen und sie ist merkwürdig genug. „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen", so beginnt das Kommunistische Manifest von Marx und Engels. Nur das jüdische Volk macht eine Ausnahme. „Palästina allein", ich zitiere den bekannten katholischen Theologen und Sozialpolitiker Hitze, „kannte keine herrschenden Stände, das hebräische Volk repräsentierte das Prinzip der Gleichheit am frühesten und vollkommensten". Doch gebietet uns die Wahrheit zu bekennen, daß die Realität der Verhältnisse, unter denen unser Volk in seinem Lande wohnte, keineswegs immer dem Ideal entsprach. Anfänglich ein Volk von Ackerbauern und Viehzüchtern, hat es später dem Kna'ani den Handel abgelernt und wurde, nach Hoseas Wort, selbst zum Kna'ani, zum Krämer. Trotz aller Bemühungen des Gesetzes blieb der Staat kein reiner in sich geschlossener Agrarstaat, worin jeder Bürger unter seinem Weinstock und seinem Feigenbaum sitzen durfte. Amos redet gegen den Luxus der Reichen, die in ihren elfenbeinernen Palästen beim üppigen Mahle schwelgen, während der Arme um ein Paar Schuhe sich ihnen verkaufen muß. Jesaia ruft sein Wehe über die, „die Haus an Haus und Feld an Feld reihen, bis kein Raum mehr ist und sie allein im Land wohnen", und wie ein Echo klingt das Wehe seines Zeitgenossen Micha gegen die, „die Felder begehren und sie rauben, Häuser und sie davontragen, die die Person und ihr Haus vergewaltigen, den Mann samt seinem Erbe". Noch Nehemia muß sich zum Anwalt der Verarmten machen, die, um ihr Leben zu fristen, ihre Felder und Häuser, ihre Söhne und Töchter den Reichen verpfändet haben. Aber was ist damit bewiesen, als daß die besten Einrichtungen den Erfolg nicht verbürgen, solange sie nicht mit dem rechten Geist durchdrungen sind? Dieser. Geist, von den Propheten Israels getragen und erhalten, war bestimmt, allmählich auch in die Massen einzudringen und sie von innen heraus umzuformen. Der jüdische Staat ist zu früh verfallen, als daß er dazu noch die Möglichkeit hätte bieten können. Er hat noch kurz vor seinem Ende eine Art Kommunismus — Gütergemeinschaft und Zölibat der Essäer — gesehen, aber es war ein fremdes Reis am jüdischen Stamm und hat nur als judenchristliche Gemeinschaft der Ebioniten Blüte getrieben. Erst jetzt, nach fast zwei Jahrtausenden, kommen Gedanken der sozialen und zumal der Agrargesetzgebung unserer Bibel wieder zu Ehren und zur Anwendung. Die Edelsten unserer Zeit suchen nach einem gerechten Ausgleich des Besitzes. Sie erklären das Recht auf Grund und Boden, auf Nahrung und Wohnung als ein allgemeines, von jedem Staat für seine Bürger zu sicherndes, und den Anspruch auf Besitz nur soweit begründet, als Arbeit darauf verwandt ist. Nur die Wege, die sie empfehlen oder gehen, sind verschieden: Enteignung des Grundbesitzes und Aufhebung des Privatbesitzes als revolutionäre Lösung hier, Ueberführung des Großgrundbesitzes in bäuerliche Güter, innere Kolonisation, Siedlungsgenossenschast unter Beibehaltung des Privatbesitzes dort als friedliche Lösung. Der Krieg, dessen tiefste Ursache eben in der Herrschaft einer kleinen aber mächtigen Herrenschicht von Land- und Geldadel lag, hat die längst vorhandene Bewegung wesentlich beschleunigt. Zurück ur Scholle! ist der Ruf aller europäischen Völker, die einehen gelernt haben, wie gefährlich es für eine Nation ist, in den wichtigsten Nahrungsmitteln auf Einfuhr angewiesen zu sein. Zurück zur Scholle, damit das Volk körperlich und seelisch wieder gesunde, damit die Städte und Großstädte sich entlasten, der Arbeitslosigkeit gesteuert und dem Elend und der Schmach des wachsenden Proletariats ein Ende gemacht werde. Durch Mittel- und Westeuropa (mit Ausnahme von Ungarn und Norddeutschland) geht ein Zug zur Zurückdrängung und Zertrümmerung des feudalen Großgrundbesitzes, zur Errichtung und Befestigung eines kleinen Privatbesitzes am Boden. England, unter Führung von Lloyd George, und Rumänien haben die Bodenreform in großzügiger Weise in Angriff genommen. Das gewaltigste Beispiel aber bietet Rußland. Hat es in der ersten Periode seiner wirtschaftspolitischen Umwälzung den sogenannten Kriegskommunismus betrieben, der eine Verstaatlichung des gesamten Bodens und Abschaffung des Privateigentums erstrebte, so ist es nach dem Scheitern dieser Versuche in der zweiten Periode (seit 1921) zu einer Art Staatskapitalismus geschritten, der weitgehende praktische Konzessionen an die Privatwirtschaft des Einzelbauern macht: er darf den Boden verpachten, fremde Arbeitskräfte benützen usw. Erreicht ist jedenfalls: anstelle des privaten Großgrundeigentums das bescheidene, ein gewisses Maß nicht überschreitende bäuerliche Eigentum. Bei theoretischer Festhaltung des kommunistischen Prinzips läuft so die Agrarrevolution des größten europäischen Landes praktisch auf Gedanken der modernen Bodenreform hinaus. Selbst in Deutschland, das trotz der neuen Reichsverfassung das Problem des Großgrundbesitzes noch sehr behutsam anfaßt, hat das Gesetz mit Erbpacht und Erbbaurecht einen gewissen Schutz gegen die Grundstücks¬ und Bauspekulation geschaffen. Es läßt sich unschwer Voraussagen, daß die Bodenreformbewegung immer weitere Kreise ziehen wird, bis dem sozialen Empfinden unserer Zeit Genüge getan ist. Sie ist von Anbeginn an nicht so sehr eine politische und wirtschaftliche, als eine soziale und ethische, ja eine religiöse Bewegung und ist als solche bei der Umwälzung in Rußland besonders eindrucksvoll in die Erscheinung getreten. Es gilt, ihr den großen Zug wiederzugä>en. Auch die Religionen haben längst zur Bodenreform Stellung genommen. Der Katholizismus, zunächst jedem Sozialismus gegenüber ablehnend, bekennt sich durch Kardinal-Erzbischof o. Bettinger, durch Mar Scheler u. a. zur Bodenreform, von protestantischer Seite sind Friedrich Naumann und Pfarrer Bodelschwingh, letzterer auch praktisch, für sie eingetrelen.*) Nur die geistlichen Führer des Judentums haben lange geschwiegen. And dabei geht es um unsere Sache. Nicht nur in dem Sinne, daß jetzt die Zeit gekommen ist, wo die Welt die Weisheit biblischer Gesetze wieder einmal erkennt und auf sie zurückgreift, sondern auch weil wir als Juden ein vitales Interesse am Boden haben. Einst ein Volk von Bauern und Hirten, dessen Könige und Propheten hinter dem Pfluge einhergingen oder die Herden weideten, dessen Schriftgelehrte und Gesetzeslehrer sich vom Handwerk ernährten, ein Volk, das, selbst über die Erde zerstreut, noch lange den Acker bestellte, sind wir bis vor 100 Jahren nahezu anderthalb Jahrtausende lang fast überall auf Erden von Recht und Möglichkeit der Landarbeit und Handarbeit ausgeschlossen gewesen. Viel mehr noch als den Angehörigen jeder anderen Gemeinschaft ist uns die Abdrängung von der Scholle, die Massenflucht nach der Stadt und Großstadt zu einem Verhängnis geworden. Wollen wir dem Vorwurf unserer Gegner, der Jude scheue die körperliche Arbeit und schaffe nicht produktiv, wirksam entgegentreten, wollen wir den Strom der jüdischen Konkurrenz im Erwerbsleben, der immer noch anschwillt und die antisemitische Abwehr naturgemäß immer verstärkt, ableiten, wollen wir, daß unsere Jugend sich körperlich und geistig regeneriere, daß unser immer wandernder Stamm endlich seßhaft werde und zu seelischer Schlichtheit und Sicherheit, zu moralischer Reinheit und Festigkeit, zu religiöser Ursprünglichkeit und schöpferischer Kraft zurückkehre, so müssen wir jede Möglichkeit ergreifen und fördern, Juden > Weitere Delegierte. Die Namen der Delegierten aus Deutschland, England, Frantreich und Amerita wurden bereits veröffentlicht. Seitdem sind eine Reihe weiterer Anmeldungen erfolgt. Aus Schweden wird Herr Aomiralitätsrat Dr. Henrik Wolfs, Stockholm, erwartet, der auch an der Londoner Tagung 1926 teilnahm. Mit den voraussichtlichen Delegierten aus Belgien wird zur Zeit noch torrespondiert. Mehrere Vertreter werden aus Polen hier fern, und zwar Herr Leon B r e g m a n aus Warschau, Herr Ing. A. K l e b a n o w aus Wilna und ferner §eri Dr. Fritz Seifter, der ehrenamtliche Sekretär der „Union demokratischer Juden Polnisch-Schlesiens", aus Bielitz (Bielsko). Aus R u m ä n i e n ist Rabbiner Kecfkemetr aus Groß? wardein angemeldet, und ferner aus der Tschechoslowakei .Herr Rabbiner Dr. Stern aus Saaz; voraussichtlich wird auch Herr Rabbiner Professor Dr. Ziegler, Karlsbad, zur Tagung kommen. Mit Vertretern einer Reihe von anderen Ländern sind die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen. * Die „Vereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands" hat zum weiteren Delegierten (die übrigen Namen wurden bereits früher hier bekanntgegeben) Herrn Rabbiner Dr. Arnold Lazarus, Frankfurt a. M., gewählt. * Reichsverband, Preußischer Landesverband und Berliner Gemeinde. Die „World Union for Progressive Judaism (Weltverband für religiös-liberales Judentum)" hat durch ihre deutsche Landesorganifation, die „Vereinigung für das liberale Judentum e. V.", emer großen Anzahl deutscher füdischer Organisationen Einladungen zur Teilnahme übermitteln lassen; die meisten Organisationen haben ihre offiziellen Vertreter bereits namhaft gemacht. Unsere Gemeinde-Organisationen werden wie folgt vertreten sein: Reichsverband (Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände Deutschlands) und Preußischer Landesverband jüdischerGemeinden durch Herrn Kammergerichtsrat'Leo Wolfs; Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin durch die Herren Kommerzienrat Gerson Simon, Kammergerichtsrat Leo Wolfs und Direktor Kleemann. Als Vertreter der Berliner Repräsentanten -Versammlung werden Herr Geh. San. Rat Dr. Julius Stern und Frau Tr Ernestine Eschelbacher erscheinen. Der Weltverband Gast der Berliner Jüdischen Gemeinde. Ter Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin hat dem Weltverband sür religiös-liberales Judentum eine Einladung zugehen lassen. Der Vorstand teilt mit, daß er beim Erdreich wieder wurzelfest zu machen. Nicht als ob es notwendig oder auch nur wünschenswert wäre, aus dem Gros der jüdischen Städter mit einem Male Bauern zu machen. Wir sollten aus den Fehlern der früheren jüdischen Bodenkulturvereine lernen und nicht die Untauglichsten aufs Land schicken, sondern die Geeignetsten, die nicht Wenigen vor allem, die als Landwirte und Gärtner bereits ausgebildet sind. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten hat sich hier ein Verdienst erworben, indem er, von einem der Kundigsten, Franz Oppenheimer, beraten, mit der Ansiedlung von Juden als Landwirte und Gärtner in Deutschland vorangegangen ist. Die deutsche Judenheit besinnt sich spät auf diese dringende Aufgabe. Vor Jahrzehnten schon begann die Kolonisation Palästinas mit jüdischen Emigranten und nahm dank der Hochherzigkeit und dem Weitblick der Philanthropen Hirsch und Rothschild einen großen Aufschwung. Seit mehr als einem Menschenalter hat die zionistische Organisation in Erez Israel mit beispielloser Hingabe und unter Nutzung aller Errungenschaften der Technik aus einer Wüste fruchtbares Saatland, aus giftigen Sümpfen blühende Kolonien gemacht. Vor 80 Jahren schon wurde in Rußland, wenn auch nicht unter diesem Namen, der „Ort" zur Förderung des Handwerks und der Landwirtschaft unter den Juden begründet und hat in Polen und Rumänien, ganz besonders aber in der Ukraine und der Krim, hier begünstigt durch den Sowjet, unterstützt von der Jca und dem Agro-Joint, ein Aufbauwerk innerer Kolonisation geleistet, das zur Zeit etwa 40000 Familien ein neues, naturnahes, gesundes und freies Leben schenkt. Die Zahl der jüdischen Bauern in Europa, Asien und Amerika wird von einem Kenner auf mehr als 400 000 geschätzt, das ist ein verheißungsvoller Anfang eines neuen Abschnitts jüdischer Geschichte, sei es im Land der Väter, sei es in der Diaspora. Es ist nicht unsere Aufgabe zu untersuchen, welches die technisch und ökonomisch beste Form der Siedlung sei, ob Einzelsiedlung oder Siedlungsgenossenschaft, ob landwirtschaftlicher Groß- oder Kleinbetrieb oder beide nebeneinander. Unter allen Versuchen, die in Deutschland mit Siedlungsgenossenschaften gemacht wurden, ist der Oppenheimersche in Bärenklau bei Berlin der einzige, der bisher geglückt ist. Wir deutschen Rabbiner sollten darüber wachen und dafür wirken, daß eine Bewegung, die aus biblischem Geist gezeugt ist, von diesem Geiste sich nicht entferne, sondern sich nur noch mehr mit ihm durchdringe. Wir sollten nicht müde werden zu verkünden, daß die großen sozialen Gedanken der Rückkehr zum Boden und der Bodenbesitzreform schon von Alt-Israel gedacht und mindestens teilweise in die Wirklichkeit überführt worden sind. Wir sollten die Fragen der Anwendung der alten Gesetze auf die Verhältnisse unserer Tage, die keine patriarchalischen mehr sind, in Staaten, die keine oder nur zum Teil Agrarstaaten sind, unter Anleitung bedeutender Sozialpolitiker, Dolkswirtschaftler und Agronomen in engerem Kreise prüfen und in Thesen festlegen. Wir solltest, wo in größerer Anzahl jüdische Kolonien entstehen, Sorge tragen, daß sie im Geiste der sozialen Gerechtigkeit und der religiösen Forderungen aufgebaut werden, deren ewige Kündertn unsere Bibel ist. schloffen hat, am Sonnabend, den 18. August, nach dem Festgottesdienst in der Synagoge Oranienburgerstraße, sür die Delegierten einen Empfang mit einem Frühstück zu veranstalten. Der Empfang soll mittags um 12.30 Uhr im Hotel „Der K a i s e r h o f" stattfinden. Auch Potsdam. Ferner hat der Vorftand der Synagogen-Gemeinde Potsdam an die Sekretärin des Weltverbandes, The Hon. Lily H. Montagu, ein überaus herzliches Schreiben gerichtet, in dem er die Teilnehmer der Tagung bittet, in Potsdam Gäste der Synagogen-Gemeinde zu fein. Da sür Dienstag, den 21. August, dem Tag nach Kongreß-Schluß, ohnehin em Ausflug nach Potsdam vorgefehen war, kommt diese Einladung'den Plänen der Kongreß-Tagung in liebenswürdigster Weise entgegen. Beide Einladungen sind vom Weltverband für religiösliberales Judentum mit Dank angenommen worden. Delegierten-Empfang bei Frau Sachs. Am Sonnabend, 18. August, nachmittags 4 Uhr, findet ein Tee (At-Home-Tea) der Delegierten und ihrer Angehörigen statt. Frau Rosa Sachs, die altbewährte treue Freundin nuferer Bewegung hat hierfür ihr schönes Heim in der Brückenallee am Stadtbahnhos Bellevue, das rn langen Jahren schon vielen Sitzungen der Vereinigung für das liberale Judentum als Heimstätte gedient hat, in liebenswürdigster Weife zur Verfügung gestellt und wird die Gastgeberin der Delegierten fein. Nächste Tagung des Weltverbandes für religiös-liberales Judentum in Chikago (1930). Bereits während der Londoner Konferenz 1926 wurde gesagt, die nachfolgende, das ist also die diesjährige Konferenz (1928), solle in Deutschland und die darauf folgende (1930) solle in Amerika stattfinden. Die Zentralkonferenz der amerikanischen Rabbiner (Reform-Rabbiner), die in diesen Tagen in Chikago getagt hat, hat nunmehr eine Resolution angenommen, in welcher der Weltverband für liberales Judentum eingeladen wird, seine nächste interterritoriale Tagung in Chikago abzuhalten. Die Einladung ist der Weltverbandssekretärin Miß Montagu in London bereits zugegangen; es ist zu erwarten, daß sie während der Berliner Tagung zur Verlesung gelangen und angenommen werden wird. * Auf mehrere Anfragen teilen wir mit, daß unsere Bekanntgabe in der vorigen Nummer der „Jüdisch-liberalen Zeitung", in welcher um namentliche Anmeldung gebeten wurde, wett auch die Einlaßkarten auf Inhaber- Namen ausgestellt werden, auch für Berliner Mitglieder gilt. Bereinigung für das liberale Judentum e. B., Berlin SW 48, Wilhelmstraße 147. *) Eben erst hat Harnack in einem offenen Brief an Damaschke sie für die dringendste praktische Aufgabe der Kirchen erklärt. Neues von der liberalen Wellverbauds-Taguna