Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 8 (1928)
- Issue
- 30 (27.7.1928)
- Date
- 1928-07-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Theodor Hertz!« sucht in seinem Buche „Das soziale Problem" die letzte Quelle aller sozialen Unterdrückung in den Religionen, auch in der unsrigen. Mag sein, daß das Christentum und zumal der Protestantismus, durch seine Abkehr von der wirklichen Welt, durch seine Betonung der Eigengesetzlichkeit der politischen und wirtschaftlichen Belange dem Einreißen unerträglicher sozialer Zustände Vorschub geleistet hat. Aus der Weltkirchenkonferenz in Stockholm vor drei Jahren wurde diese Schuld der Kirche mit rühmenswerter Offenheit bekannt und ein praktisches Christentum gefordert, das um die Schäden der Gesellschaft Verständnis- und liebevoll sich bekümmert und sie zu heilen trachtet. Die jüdische Religion können wir wahrhaftig nicht für die Klassenkämpfe der Vergangenheit und Gegenwart verantwortlich machen. Sie hat der Welt vor Jahrtausenden schon den anfangs verspotteten Sabbat geschenkt, nach Georges Wort bis jetzt „das Einzige, was zwischen unserer arbeitenden Klasse und unaufhörlicher schwerer Arbeit steht". Wer wollte behaupten, es sei zu kühn, mit Ad. Jacobus („Der Gottesstaat") zu erwarten, daß die Welt auch noch ein Sabbatjahr und ein Jobel oder ein ihm Aehnliches einzuführen sich gedrungen fühlt? Wir haben die furchtbare Wahrheit der prophetischen Drohung erlebt: „Weil ihr nicht Freiheit für einander ansgerufen habt, so rufe ich, spricht Gott, Freiheit aus für Schwert und Pest und Hunger." Wir würden auch nach einem etwaigen neuen Krieg erleben, was die Thora als Fluch für schwere Schuld androht: „Daß das Land von selbst die Sabbate feiern wird, die wir ihm vorenthalten." Aus der großen Not heraus, in die Europa durch die seelenlosen Machtgebilde des massenhaften Grundbesitzes und der riesenhaften kapitalistischen Unternehmungen geraten ist, tönt der Schrei nach Rettung. Die europäische Welt steht vor folgenschweren Entscheidungen: soll der Kommunismus siegen und für Freiheit Zwang und für Gleichheit Gleichmacherei scheu, oder ein Solidarismus, der die fruchtbare Spannung zwischen dem Ich und dem Wir nicht aufhebt und doch Individuum und Gemeinschaft beide frei und leicht und freudig bindet? Die Entscheidung wird wahrlich nicht auf dem Gebiet des Bodenrechtes fallen, das ja nur ein kleines Teilgebiet des großen Komplexes sozialpolitischer und sozialwirtschaftlicher Probleme ist. Die Frage wird letzten Endes überhaupt nicht durch irgendwelche Regelung entschieden werden. Wer äußere Zustände ändern will, muß beim inneren Menschen anfangen. Kein Staatsgesetz aber vermag die soziale Gesinnung zu ändern. Es ist unsere Ueberzeugung, daß nicht der vergottete Staat und nicht die vergötterte Nation, sondern nur die Religion die Geister und Herzen umzubilden die Kraft hat, eine Religion, die wie die unsrige dann doch nicht bei der Gesinnung stehen bleibt, sondern am Ende fordert, daß sie im Tun sich bekunde und bewähre, eine Religion, welche die äußere und die innere, die göttliche und die menschliche Welt nicht auseinanderreißt, sondern der Menschheit die erhabene Aufgabe zuweist: „die Ordnung der Welt aufzurichten durch das Reich des Allmächtigen." MIche Saufe Justizrat Max Wrouker Das Berliner Barreau hat sich stets, — schon seit den längst ins Pantheon des Nachruhmes entwichenen Fritz Friedmann, Saul, August Munckel, Max Silberstein und Eugen Fuchs — durch ebenso hervorragende wie zahlreiche Vertreter gerade jüdischen Ursprunges ausgezeichnet. Es mag sein, daß die Jahrtausende alte Schulung und Verstandesschärfung durch das herkömmliche Studium des Talmuds eine Neigung zu Dialektik und Rabulistik in dem jungen Juden gezüchtet haben, die ihn, wenn er nicht gewillt war, Rabbiner zu werden, seinen Geist zu einer zersetzenden, hrarspalterischen Analytik befähigten, die ihn wiederum zum Advokaten vorauszubestimmen schienen. Wohlverstanden: nicht zu jenem Begriff des Advokatentums, dem häufig ein etwas übler Beigeschmack von Deuteln, Wortverdrehen und mithin Rechtsbiegen eignete, sondern vielmehr der nur von seiner Sache besessene und ausschließlich, dieser Sache dienende Typ djes Rechtsvertreters, dem hinwieder das Ethos und Pathos eines in Stttlichkeitsdogmen erwachsenen Stammes zugute kam. Und es ist sogar ebenso verwunderlich wie bedauerlich, daß in Konversationslexika, Nachschlagebüchern ähnlicher Art, ja sogar in den größtenteils gesellschaftlichen Zwecken dienenden Werken wie: „Wer ist's" nur selten, man könnte beinahe sagen, fast niemals der Name eines derartigen Rechtsvertreters von internationalem Rang und Ruf zu finden ist. Ueber der Allgemeinheit eines Standes, deren wir uns mit Fug rühmen und freuen mögen, dürfen aber auch individuelle Erscheinungen nicht übersehen werden, umsomehr gerade sie einen tiefgehenden Einfluß auf ihre Zeit ausgeübt haben und ebenso wohl als lautlose Helfer und Retter der Mühseligen und Beladenen wirtten, als sie, von der ganzen Würde ihres hohen Amtes umflossen, im Rahmen juristischer „causes celebres" an die Öffentlichkeit traten. Es ist vielleicht eben jetzt der gegebene Augenblick, dieses Berufes und dieser Berufung in Ehren zu gedenken und Unterlassungssünden wieder gutzumachen, als gerade in diesen Tagen der Senior der Berliner Strafverteidiger, Max Wronker, in ungebrochener geistiger und körperlicher Frische, sein 75. Lebensjahr vollendete. Max Wronker ist am 22. Juli 1853 in Stettin geboren worden. Sein Vater, seines Zeichens Kaufmann, siedelte nebst seiner Familie vor Ausbruch des Dänischen Krieges 1864 nach Berlin über, wo der damals zehnjährige Max das Werdersche Gymnasium bezog, dessen Direktor s. Zt. der berühmte Professor Bonnell war. Unter Wronkers Mitschülern befand sich ein Sohn von Bleichröder und unmittelbar vor ihm in Prima die Söhne des Generalintendanten der Königlichen Schauspiele, von Hülsen, sowie die Söhne Bismarcks. Da Wronker mit den Söhnen Bleichröders auf freundschaftlich vertrautem Fuße stand, konnte es nicht wundernehmen, daß anläßlich der Abschlußprüfung der Bankier Bleichröder neunzehn Abiturienten zu einem Abendessen einlud. Wronker hielt die Abiturientenrede. Und vielleicht war das Fatum gewillt, dem unerfahrenen Lebensschüler an diesem Abend einen günstigen Griff in die große Lotterie der Schicksalslose zu gönnen. Denn plötzlich wandte sich der alte Bleichröder, der ein guter Menschenkenner war, mit der abrupten Frage an ihn: „Wollen Sie nicht in mein Geschäft einrreten? Sie können vielleicht Ihr Glück machen!" Er hätte es sicherlich gemacht. Aber das Studium der Jurisprudenz dünkte ihn verführerischer als die Bankierskarriöre, und so schlug er das lockende Angebot, trotze der kärglichen Verhältnisse rm eigenen Hause, dankbaren Zinnes ab. Er studrerte nunmehr in Berlin „mit heißem Bemühen" die Rechte. In dieser Frühzeit aber hielt er schon vielfach in Berliner Vereinen Vorträge und wurde auch in den Jahren 1871 bis 1874 mehrfach nach Stettin von dem Vorstande des angesehenen Brüdervereins berufen. Dort hielt er öffentliche Diskurse über die Religionen der Natur- und Kulturvölker, über die Entwicklung des Papsttums im Mittelalter, über Frauenemanzipation und andere aktuelle Fragen mehr. Im Januar 1875 machte er sein Referendarexamen und war bei den Kreisgerichten in Eberswalde und Angermünde je vier, bezw. sechs Monate und bei dem Stadtgericht in Berlin die gesamte übrige Zeit tätig. Als in der Familie die Sprache auf die Wahl eines geeigneten Anwalts zur Ausbildung des jungen Referendars kam, riet der Vater zu August Munckel, dem dazumal berühmtesten Strafverteidiger Berlins. Der junge Wronker hingegen hatte erst einige Hemmungen der Schüchternheit zu überwinden, ehe er, der äußerlich zierliche und grazile Junge, es wagte, dem großen Manne mtt seinem persönlichen Ansuchen zu nahen. Munckel aber, der ebenso wie Bleichröder, in den Menschen zu lesen verstand, akzeptierte den kleinen Wronker, obwohl er schon acht Referendare beschäftigte, und zahlte ihm sogar hundert Mark Honorar. Da er bei Munckel in der Rechtsan wall st ation ausgebildet wurde und mithin automatisch in die Verteidigerlaufbahn hineingelangte, führte er alsbald für Munckel zahlreiche Verteidigungen. Kein Wunder, daß sein Name in „tout Berlin" schleunigst guten Klang gewann. Gleichzeitig wurde er Generalsubstitut bei dem dazumal angesehensten Verteidiger, Justizrat Deycks, bei dem er über ein Jahr arbeitete, ferner vertrat er den Rechtsanwalt D r. Q u e n st e d t, der sich besonders in Handelssachen hervortat, und war auch häufig vertretungsweise für den gleichfalls zu den Koryphäen gehörenden Rechtsanwalt Holthoff tätig. Diese vier damals größten Verteidiger waren genötigt, auch des öfteren Verteidigungen an Gerichten außerhalb Berlins anzunehmen, und so geschah es, daß der Referendar Wronker als ihr Vertreter schon nahezu als „Commis Voyageur en defense" fast jede Woche mehrere Tage außerhalb Berlins als Verteidiger fungierte. Dadurch wurde er sehr bekannt, zumal die Presse für den jungen, aufstrebenden Juristen ein besonderes Interesse bezeigte. Er führte schon dazumal als Vertreter der genannten großen Anwälte zahlreiche Verteidigungen vor den Berliner Gerichten, insbesondere auch vor dem Schwurgericht, das zu jener Zeit noch in der Klosterstraße tagte. Im Jahre 1881 machte er sein Assessorexamen und bekam bald infolge seiner populär gewordenen Tätigkeit als Referendar eine umfangreiche Strafpraxis. Seit jenem glückhaften Beginn hat er bis heute noch bei den größten Prozessen der letzten fünfzig Jahre als Verteidiger mitgewirkt. Unter der Fülle der prominenten forensischen Angelegenheiten seien nur flüchtig genannt: zahlreiche Prozesse wegen Mordes in den achtziger Jahren, der große Prozeß gegen die Direktoren des damals gegründeten Zentral-Hotels, der sog. „Z entralstraßenprozeß", der Aüfang der achtziger Jahre schon über zwei Monate dauerte; dann in den neunziger Jahren in den Prozessen ge-gen den millionenschweren Bankier Sternberg, als dessen Rechtsbeistand vorerst we^en Handelssachen, dann aber auch in dem berüchtigten Sittlrchkeitsprozeß. demzufolge Sternberg sich an minderjährigen Mädchen vergangen haben sollte, ferner beginnend mit dem neuen Jahrhundert, 1901 in dem sogenannten Preußenbankprozeß, 1903 in dem Pommernbankprozeß, in dem er den Direktor der Pommerschen Hypothekenbank, Schulz, den Bankier der Kaiserin, vertrat. Diese Verhandlung dauerte dazumal, 1903, zwei Monate, wurde dann vertagt, im Jahre 1904 fortgesetzt und währte noch fernere drei Monate. Das Jahr 1903 brachte selbst dem Virtuosen der Arbeit und des Organisationsgenies schier übermäßige Aufgaben. Denn während der Pommernbankprozeß im Jahre 1903 zu kulminieren schien, fand auch das berühmte Verfahren gegen die Gräfin Kwilecka wegen Kindesuntcrschiebung statt, in dem Wronker den Grafen und die Gräfin Kwilecki verteidigte. Die Erinnerung an diesen Prozeß ist noch dem heutigen Jubilar eine der liebenswürdigsten Reminiszenzen, da das gräfliche Paar, dank der echten Ritterlichkeit polnischer Grand)eigneurs, ihm stets aufrichtige Freundschaft und Dankbarkeit bezeugte. Den Zenith seines Ruhmes erreichte Wronker als Hauptvertreter des Fürsten Eulen bürg in seinen langjährigen Prozessen. Auch der Fürst nebst seiner ganzen Familie entwickelten sich im Laufe der Jahre Wronker gegenüber zu aufrichtigen Freunden, die nichts von Standes- oder Stammesunterschieden wußten. Allerdings werden solche Umstände nur zu begreiflich, wenn man weiß, daß Wronker beispielsweise im Falle der Gräfin Kwilecka, nach fünfwöchentlicher ununterbrochener Hauptverhandlung, noch ein sechsstündiges brillantes Plädoyer hielt, woraufhin die Menge dem Verteidiger von Moabit bis in Kranzlers Konditorei mit Beifall verfolgte. Andere forensische Affären, wie der große Prozeß gegen den Hypothekenkaufmann Schi ff mann, in dem Wronker die Frau eines Berliner Staatsanwaltes verteidigte, in den letzten Jahren der große Trianon- Prozeß — es handelte sich damals um ein Filmunternehmen — und schließlich der sehr umfangreiche Landespfandbriefamts-Prozeß, in dem er den Präsidenten des Landespfandbriefamtes verteidigte, würden vielleicht genügt haben um die Laufbahn eines Kollegen von geringerer Arbeitskraft und Vitalität ruhmreich genug zu gestalten. Man bedenke, daß die eben genannten Prozesse, der des Landespfandbriefamtes zwei Monate, der Schiffmann-Prozeß gar viereinhalb Monate in Anspruch nahm und daß Wronker bei ihrer Uebernahme und Durchführung nicht eben einer der Jüngsten mehr war. Vor zehn Jahren, unmittelbar nach dem Staatsumsturz, wandte sich der P r i n z Joachim A l b r e ch t, wegen des bekannten Vorfalles im Hotel Adlon, den der Prinz gegen einen angeblich von Franzosen besetzten Tisch inszeniert hatte, ebenfalls an den Beistand des vielgesuchten Berliner Strafverteidigers und Fürstenanwaltes Max Wronker. Wie es überhaupt kennzeichnend für die Dynasten vor und nack der Revolution ist, daß sie als juristische Vertreter immer Männer jenes Stammes bevorzugen, die sie teils öffentlich, teils insgeheim eben um dieser Abstimmung willen in Bausch und Bogen verurteilen. Dem Rechtsvertreter Wronker freilich galt es gleich, ob König oder Kärrner als Klient vor ihm stand. Er hat den einen wie den andern nach bestem!Wissen und Gewissen beraten. Hat auch nur Sachen angenommen, die ihm mit seiner Ueberzeugungstreue vereinbar schienen. Er war weder durch Geld noch durch „Beziehungen" zu bestechen. Diese gerichtsnotorische Tatsache brachte es auch mit sich, daß zwischen den Richtern und ihm als Verteidiger stets ein loyales Vertrauensverhältnis herrschte. Nur einmal ist Wronker ausfällig geworden, und zwar gegenüber dem nachmals als geisteskrank erkannten Brausewetter. Mit vornehmer Offenheit bekennt Wronker auch, daß er aus einem früheren Anhänger der Todesstrafe, dank einigen anfechtbaren Todesurteilen, heute zu ihrem ebenso energischen Gegner geworden ist. Noch heute ist Wronker in geistiger Frische wie am ersten Tage seiner Verteidigerlaufbahn tätig, und er begann sein neues Leben, dah vierte Viertel, gleich am Tage nach seinem Jubiläum mit einer Verteidigung vor dem Schöffengericht Berlin. Er hat es stets für seine Aufgabe gehalten, in den Verhandlungen die Achtuny vor dem Gericht aufrecht zu erhalten, ohne auch nur um ern Gran die Rechte seines Klienten verkürzen zu lassen. Vielleicht hat er sich dadurch die besondere Ehrerbietung von Richtern und Staatsanwaltschaft erworben, die ihm in ungewöhnlichem Maße zuteil wird. Voll lebhaften Interesses erinnert er selbst sich aber auch seiner eigenen Schüler, darunter beispielsweise des früheren Regierungspräsidenten von Merseburg, von G e r s d o r f f, Senatspräsident Lorenz am Reichsgericht, sowie der hervorragenden Juristen Geheimrat von Herzdorff, Herrn von Straupel, Landgerichtsrat Appel u. a. m. Mannigfache deutsche Dichter, die zu seinen Schülern gehörten, haben ihm in ihren Werken bleibende Monumente gesetzt. So z. B. Paul Lindau, Hans Land und Walter Bloem. Als ein Unikum dürfte zu bezeichnen sein, daß eine sechsunddreißigjährige Sozietät — die längste, die in Berlin besteht — ihn seinem treuen Mitarbeiter Justizrat Ludwig Chodziesner verbindet, der ebenfalls einstmals Wronkers eigener Referendargewesenist. Die Liebe zu Recht und Gerechtigkeit scheint in der Familie Wronker organisch zu sein. Sein eigener Sohn arbeitet schon längst als Rechtsanwalt am Kammergericht, und auch sein Schwiegersohn, Dr. Georg Hirschfeld, ziert das Barreau. Er ist Spezialist und als solcher wohlbestallter Syndikus des Droschken- und Autoverbandes. Wir beglückwünschen diesen Jubilar, dessen Integrität von keiner Seite jemals angezweiselt worden ist, und freuen uns, daß er uns als Mitglied der Jüdisch-liberalen Vereinigung besonders nahesteht. Wir wünschen ihm noch viele Jahre rührigen Schaffens und können sonst nur das Wort Goethes auf ihn anwenden: ,.Uebrigens ist von einem so großen Talent, das in einer so bedeutenden Zeit und Umgebung lebte, kaum zu sagen, von wem es gelernt. Es sieht sich um und eignet sich an, wo es sür seine Intentionen Nahrung findet." Die allgemeine Anerkennung ist zum Ausdruck gekommen durch die vielen Glückwünsche, die Wronker zu seinem 70. Geburtstag, zu seinem 50jährigen Dienstjubiläum und jetzt zu seinem 75. Geburtstage aus Kollegenkreisen, vom Vorstand bcS awj5» w,-sw? den Staatsanwälten Berlins, von der Generalstaatsanwaltschaft des Kammergerichts und Landgerichts, von dem Kammergerichtspräsidenten und von dem Herrn Justizminister zuteil geworden sind. Doris Wittner. Die Samson-Schule in Wolfenbüttel gefährdet Die erste Klasse der Samson-Schute (staatliche Realschule) in Wolfenbüttel bittet um die Veröffentlichung einer Erklärung, in der sie mitteilt, daß die 1786 von dem Bankiers Philipp Samson in Wolfenbüttel gegründete Schule infolge des durch die Inflation verursachten Verlustes ihres ehemals reichen Vermögens am 1. Oktober 1928 einzugehen drohe. Damit würde'der Heranwachsenden jüdischen Jugend eine Erziehungsstätte verloren gehen, die sich an vielen Generationen bewährt und gegenwärtig schon begonnen^ habe, die Grundsätze einer stärkeren Selbstverwaltung der Schüler im Sinne eines Erziehungsheimes zu verwirklichen. Die Lehrerschaft der Schule hat sich bereit erklärt, die Schule trotz der schwierigen äußeren Lage unter persönlichen Opfern weiterzuführen. Die Schule kann aber nur aufrecht erhalten werden, wenn eine finanzielle Beihilfe erfolgt. Deshalb richtet die Schülerschaft die bringeube Bitte an alle Kreise, denen an der Erhaltung des Instituts gelegen ist, die Schule zu unterstützen. Vereinsnachrichten Verein jüdischer Handwerks- und Handlungsgehilfen Groß-Berlin. Das 3. Stiftungsfest verbunden mit Sommernachtsball findet am Sonnabend, den 11. August 1929, in den Gesamträumen der Alhambra-Festsäle, Wallnertheaterstraße 15, stall. Eintrittskarten zum Preiw von 1,— Mk. incL Steuer sind im Büro des Liberalen Bereui',- für die Angelegenheiten der Jüdischen Gemeinde zu Berlin L. V., Wilhclmstraße 147, von 9—4 Uhr zu haben. Kalendarium f. die Zeit v. 28. 7. b. 4. 8. 28 Juli 1928 Ab 5683 Sonnabend 28 11 Sabbat Nachmu Wochenabschnitt: Woesschannan Haftarah: Jesaia 40, 1—26 Sabbat-Ausgang: 8.59 Uhr Sonntag 29 12 Montag 30 13 Dienstag August 1928 31 14 Mittwoch 1 15 Donnerstag 2 16 Freitag 3 17 Wochenabschnitt: Ekew Haftarah: Jesaia 49, 14—26; . 50, 1-11; 51, 1-3 Sabbat-Ausgang: 8.45 Uhr Sonnabend 4 18 Werbt neue Mitglieder!