Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 8 (1928)
- Issue
- 29 (20.7.1928)
- Date
- 1928-07-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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nicht einigen (der Führer fehlte) und geriet so in ein Chaos. (Man vergleiche dagegen die imponierende Geschlossenheit der gottesdienstlichen Form der Katholischen Kirche: wer eine solche betritt, weiß sofort, was vorgeht; ob Rom oder Berlin, Paris, Madrid oder Wien, Messe ist Messe, Klingelzeichen ist Klingelzeichen.) In ein solches Chaos soll die synagogale Musik nicht fallen, eine Reform müßte von einer Zentralstelle ausgehen, nne ste jede große Religionsgemeinschaft hat. Die Reform hätte sich in zwei Richtungen zu erstrecken. Die erste und vorläufig wichtigere Aufgabe wäre diejenigen Gesänge, die man ihres unzweifelhaft musikalischen Wertes und ihres in ihnen enthaltenen jüdischen Wesens wegen zu erhalten wünscht, möglichst in ihrer ursprünglichsten Fassung wiederherzustellen. Schriftliche Denkmale aus alter Zeit finden sich höchst selten, fast alles Notierte ist neueren Datums und muß kritisch betrachtet werden, auch die alte christliche Musik als Quelle altjüdischer ist sehr vorsichtig zu behandeln — es bleibt also nichts übrig, als die mündliche Ueberlieserung mit den bereits notierten, aber gereinigten Melodien in Ausgleich zu bringen. Das schlimmste ist hierbei,' wie die Melodien „bearbeitet" sind. Es ist ein offenes Geheimnis, aber niemand wagt es auszusprechen, daß besonders Lewandowski unzeitgemäß geworden ist. Eine Epigonennatur, die bescheiden im Schatten der deutschen Romantik steht, und die aus jüdischen Melodien Schmachtlyrik mit Goldschnitt gemacht hat, ohne von der Größe orientalischen Geistes auch nur einen Hauch verspüren zu lassen. Aber auch säst alle anderen sind so, nur ganz weniges erhebt sich über einen anständigen Durchschnitt. Was heute in den deutschen Synagogen gesungen wird, ist eine verwässerte deutsche Tonlyrik, die etwa auf der. musikalischen Höhe eines Curschmann, eines Reissiger, eines Franz Abt steht. Die fonst so kritischen Hörer der Synagoge, die einem solchen Liedprogramm in einem Konzert nicht fünf Minuten ihrer Zeit schenken würden, sind gegenüber ihrer Kultus-Musik von einer gefährlichen Toleranz. Darum müssen wir zurück zur Einfachheit und Größe, tim sie die wirklich älteren Melodien gehabt haben, man muß sie befreien von der Banalisierung durch ihre Verarbeiter. Freilich gebe man sich keinen überschwenglichen Hoffnungen hin, daß man nach einer Reinigung nun wirklich uralte echte jüdische Musik ui Händen haben wird. Das, was herauskommen wird, dürste europäische Melodik in altmodischer Form sein. Wer diese Melodik wrrd wenigstens rein sein und klar und einfach rm Ausdruck, und sie wird uns vielleicht zeigen wie die Vorfahren gesungen haben. Aus diesen großen, einfachen Lrnren wird dann die synagogale Musik neue Straft schöpfen, und man wird nunmehr an die zweite Aufgabe gehen können, neueszuschasfen. Das Neue, das geschaffen werden muß, zerfällt in zwei Teile. Der Kanon, der sich aus den alten Melodien herauskrystallisiert hat und der in einem den katholischen Missales ähnlichem Werk niederzulegen ist, kann nun in ganz vorsichtiger Weise rn neuzeitlichem Geiste musikalisch eingekleidet werden. Freilich darf der jüdische Charakter der Musir dabei nicht zerstört, sondern er muß rm Gegenteil gehoben, herausgearbeitet werden, der Charakter als M u s i l d e s Judentums, inder Synagogezu singen. Nachdem die Historiker, die aber auch gute Hebräer und gute. Musiker sein müssen (hoffentlich gibt es das?), ihr Werk getan, müssen nun die schöpferischen Musiker, die aber auch gute Hebräer und etwas historisch geschult sein müssen (hoffentlich gibt es das?), das neue Werk schaffen, indem sie oas Alte nachfchaffen. Das ist der schwerere Teil der zweiten großen Aufgabe. Der leichtere besteht darin, überhaupt neue Kompositionen für die Synagoge zu liefern, nicht im Stile Lewandowskis freilich, sondern in dem einer neuen Zeit, einer neuen Musik. Es gibt Gebete genug im Gottesdienst, die immer und immer wieder neu komponiert werden können. Es sollte der Ehrgeiz seder Synagoge sein, wenigstens im Jahre alle Monate einen neuen l'cho daudi zu bringen oder einen neuen tauw l'haudaus. Es müßte jedes Jahr mindestens eine neue Totenfeier gesungen und mindestens zwanzig neue ma tauwus uraufgeführt werden. Ja, wie hat es denn Bach gemacht? Er schrieb für fünf Jahre jeden Sonn- und Feiertag eine neue Kantate. Die protestantische Kirche ist daran sicher nicht zu Grunde gegangen, obwohl das damals die modern st e Musik war. Aber ich möchte unsere Synagogenbesucher einmal sehen, wenn an einem schönen Sabbat plötzlich ein tauw l'haudaus von Arnold Schönberg gesungen würde!! So etwas wäre leider, leider ganz unmöglich. Aber man sehe sich doch die katholische Kirche an. Warum blüht die katholische Kirchenmusik im Gegensatz zur protestantischen und jüdischen? Im anfangs zitierten „Melos"- Artikel heißt es: „Daß die katholische Kirchenmusik nicht stagniert, liegt daran, daß die katholische Kirche stets so klug ist, sich neuen künstlerischen Bestrebungen niemals zu verschließen. Sie versucht stets die hier wirklich uralte Tradition mit der Gegenwart zu verbinden. . . Daher kann man in katholischen Gegenden in den Kirchen modernste Musik hören, eine Messe von Joseph Meßner, Psalmen oder ein Magnifieat von Kaminski. . ." Warum nicht in der Synagoge? Wir haben junge jüdische Tonsetzer genug, (Schönberg gehört auch dazu), sie inürden sicher gern für die Synagoge arbeiten, aber sie begegneten doch nur Hohn und Spott. Hier muß man auf hie Jugend hoffen; denn wenn hier wirklich nicht sehr bald neues Blut und neue Kraft in die synagogale Musik strömen, wird sie als Kunsterscheinung zu Grunde gehen. Liberales Judentum in Siebenbürgen Tagung der neologen jüdischen Gemeinden. Auf Ein ladung der Landeskanzlei der neologen (liberalen) jüdischen Gemeinden Siebenbürgens wurde in diesen Tagen die Jahresversammlung der Vertreter dieser Gemeinden ckbgehalten. Im Verlauf der Aussprache wurde festgestellt, daß die Regierung bisher den durch die Pogrome in Großwardein, Klausenburg usw. zugrunde gerichteten jüdischen Kaufleuten keinerlei Schadenersatz aus dem bereits bewilligten Entschädigungsfonds geleistet hat. Die Konferenz besprach auch die Deklaration des Innenministers Duca an den Vizepräsidenten der Union rumänischer ^uden in Amerika, Leon Fischer, und drückte ihre Verwunderung darüber aus, daß Minister Duca nur von den Juden Geduld verlangt und nicht daran gedacht hat, gleichzeitig auch dre rumänischen Behörden daran zu ermahnen, daß sie gegenüber der jüdischen Bevölkerung Geduld üben und ihnen vertrauensvoll entgegentreten mögen. * | Versammlungskalender * Breslau. Ili „Abraham Geiger". Sonntag, den 22. Juli, Tagesavsflug Wartha—Spitzberg—Glatz. Abfahrt 6.08 Uhr vom Hauptbahnhvf, Bahnsteig 4. Treffpunkt 5.30 Uhr am Rordhotel. Sonntagsfahrkarte IV. Klasse bis Wartha Stadt <3,80 Mk.) bitten wir selbst zu löse«. Führung: Georg Jonas-Ohlau. Montag, 23. Juli, abends 8.15 Uhr, zwangloses Beisammensein im Kurgarten Kürassierstraße. » Gottesdienste Berltu-Norde«. Liberale Synagoge Norden (im Auerbachscheu Waisenhaus, Schön« Hauser Allee 162 a): Wegen baulicher Berönderungen bleibt die Synagoge ab 3. Juli f u. Der Gottesdienst beginnt wieder am Freitag, den 10. August 1928. Berlin-Wilmersdors-Schöueberg. Liberale Synagoge Wilmersdorf (in der Aula der Läcilienschule, Rttolsburger Platz): Ab. 3. Juli bleibt die Synagoge geschlossen. Der Gottesdienst beginnt wieder am Freitag, den 10. August 1928. Der Gottesdienst an den hohen Feiertagen findet im Beb «-Palast« Atrium, Kaiserallee Ecke Berliner Straße, statt. Plätze zu Mk. 3,—, 5,—, 8,—, 10,—, 12,— und 15,— bei Dr. Leo Caro, Motzstraße 39; Theaterkasse K.D.W. und Hermann Tietz, Leipziger Straße. Vom Hessischen Landesverband Israelitischer Gemeinden Am 1. Juli ds. Js. fand die diesjährige Landestagung des Hessischen Landesverbandes israelitischer Gemeinden in Mainz statt. Es waren mehr als 100 Abgeordnete anwesend und durch diese fast sämtliche Verbandsgemeinden und Stimmbezirke vertreten. Aus dem Geschäftsbericht, den Kommerzienrat A. Mayer erstattete, geht hervor, daß sich die Zahl der Verbandsgemeinden von 85 auf 121 erhöht hat. Durch den Beitritt 12 weiterer Gemeinden mit 577 Mitgliedern zählt der Verband neuerdings 132 Gemeinden (die Gemeinde Kirchbrombach hat sich aufgelöst) mit mehr als 15 000 Mitgliedern. Nicht angeschlossen sind noch 9 Gemeinden in Rhein-Hessen (219 Personen), 2 im Rabbinat Offenbach (252 Personen) und 18 in Oberhessen (566 Personen), 46 Gemeinden im Rabbinat Darmstadt II (2495 Personen). Von Beiträgen in Höhe von 22 781 Mark wurden 19 625 Mark für Besoldungen usw. verausgabt. Der Verband beschäftigt etwa 42 Lehrer. Ueber eine vom hessischen Staat erbetene Subvention in Höhe von 16 000 Mark liegt noch keine Entscheidung vor. Einen breiten Raum nahmen in den Verhandlungen zwei Fragen ein, und zwar 1.) die in Aussicht genommene Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesverband gesetzestreuer Synagogengemeinden und 2.) die Frage des Reichsverbandes. Herr Justizrat Dr. GoldschmM-Offenbach hatte die Verhandlungen mit dem Hessischen Landesverband gesetzestreuer Synagogengemeinden geführt. Ein Ergebnis ist nicht zustande gekommen. Herr Dr. Goldschmidt beantragte bei dem Gemeindetag, daß der Oberrat ermächtigt werden solle, die Verhandlungen fortzuführen. In unserem kleinen Hessen, so schloß der Redner, Dr. Goldschmidt, müsse es einen einheitlichen Verband geben; er fürchte keine Opposition und sei zu jeder Konzession bereit. — Herr Rabbiner Dr. Levi-Mainz sprach sich ebenfalls für Zusammenarbeit mit dem gesetzestreuen Verband aus: er teilte mit, daß er und seine beiden Kollegen in der Verhandlungskommission die Schaffung einer Kassenteilung für orthodoxe und liberale Zwecke in Vorschlag gebracht und dabei bemerkt haben, daß, wie seither schon, von liberaler Seite aufgebrachte Mittel auch für orthodoxe Zwecke Verwendung zu finden hätten. Zur einstimmigen Annahme gelangte folgende von Herrn Rabbiner Dr. Levi beantragte Resolution: „Der vom Hessischen Landesverband gesetzestreuer Synagogengemeinden in Darmstadt unterbreitete Entwurf erscheint dem Landesverband der Israelitischen Religionsgemeinden Hessens als Grundlage für eine Zusammenarbeit ungeeignet. Der Landesverband der israelitischen Religionsgemeinden Hessens ist aber im Interesse des hessischen Gesamtjudentums und in der Erwartung des notwendigen einheitlichen Zusammenschlusses zur Weiterverhandlung bereit." Ueber den Reichsverband äußerten sich sowohl der Verbandsvorsitzende, Herr Kommerzienrat B. A. Mayer, als auch andere Redner recht skeptisch. Man glaubt nicht an das Zustandekommen, da im Preußischen Landesverband eine große Opposition sich gegen die nach unendlichem Bemühen fertiggestellten Statuten bemerkbar gemacht hat. Es wird folgende Resolution einmütig angenommen: „Der Oberrat wird ermächtigt, den Beitritt des Landesverbandes zum Rcichsverband zu erklären, falls derselbe sämtliche größeren Landesverbände umfaßt." (Der Widerstand, den ein großer Teil der liberalen Kreise dem Statut des Reichsverbandes entgegensetzen, hat seinen Grund in der Tatsache, daß vielfach die Einheitsverbände — und nach den Statutenentwürfen leider auch der zukünstigü Reichsverband — die liberale und orthodoxe Richtung nicht gleichberechtigt nebeneinander gelten lassen, sondern aus geschichtlich und psychologisch erklärlichen, aber durchaus ungerechtfertigten Motiven im Liberalismus immer noch ein Judentum zweiter Klasse erblicken. Einen typischen Beweis für diese Auffassung, die wir nicht scharf genug bekämpfen können, gibt gerade der im Hessischen Landesverband erstattete Geschäftsbericht des Vorstandsvorsitzenden Kommerzienrat Mayer, in dem es heißt: „Da unser Antipode ein gesetzestreuer Verband ist, erscheint es hier notwendig, immer wieder festzustellen, daß in unserem Verband nichts geschieht, was gegen das Religionsgesetz verstößt, daß orthodoxe uiü> konservative Interessen nicht verletzt, sondern gefördert werden. Unser Verband ist ein neutraler Verband, ein „Einheitsverband". Er ist nicht reformierend, nicht liberal. Liberal ist unser Verband nur insofern, als er die Souveränität der Gemeindeverwaltung nicht verletzt, und in das Selbstbestimmungsrecht der Gemeinden nicht eingreift. Unser Verband ist nichts anderes als ein loser Zweckverband, ein Dachverband, der in ihm organisierten, selbständigen Gemeinden. Die Selbständigkeit und Unabhängigkeit der örtlichen Gemeinden» der einzig überkommenen, historischen Organisationsform, soll und darf nicht verletzt werden. Alle Handlungen des Verbands als solche müssen in vollem Einklang mit dem Religionsgesetz und der Tradition stehen und nichts geschieht und darf geschehen, was gegen diese verstößt. Es besteht SXOILWERO^ iDoh h'chinecke nd L nahrhaft. also für die Orthodoxie kein Hindernis zum Anschluß an den allgemeinen Landesverband, ebensowenig wie dies in Bayern der Fall war." achtens dem Sinn von Einheitsverbänden nicht. Für das liberale Judentum hat das orthodoxe sogenannte Religionsgesetz keine Gültigkeit, nein, es widerspricht zum Teil unfern Begriffen von Religion und für die Bedürfnisse der Orthodoxie sorgen, sondern er muß auch den Liberalen durch Schaffung liberal geführter Anstalten die Möglichkeit geben, nach ihrer religiösen Ueberzeugung zu leben. Dies umsomehr, wenn, wie aus dem Bericht des Herrn Rabbiner Dr. Levi hervorgeht, die konservativen Anstalten aus Mitteln von liberaler Seite bestritten werden müssen. Nur wirkliche Gleichberechtigung beider religiösen Richtungen schafft Einheitsverbände und schafft den Reichsverband. Anmerkung der Schriftleitung.) Von der Jca Internationale Zusammenarbeit der jüdische» Fürsorge-Organisationen. Im Zusammenhang mit dem in diesen Tagen in Paris stattgefundenen Internationalen Kongreß für soziale Fürsorge haben etwa 45 dem Kongreß beiwohnende Delegierte jüdischer Wohlfahrtsorganisationen und eine Anzahl anderer jüdischer Sozialfürsorger im Hause der Jewish Colonisation Association (Jca) eine Versammlung abgehalten, die der schon oft erörterten Idee einer internationalen Zusammenarbeit der jüdischen Fürsorge-Organisationen der verschiedenen Länder dienen sollte. Die Initiative zu dieser letzten Zusammenkunft ging u. a. von der Zentralwohlfahrtsstelle der jüdischem Gemeinden Deutschlands aus, deren Leiter, Herr Obermagistratsrat z. D. Ollendorff, der Beratung beiwohnte. Aus Deutschland nahmen an den Beratungen ferner teil: Herr Rabbiner Emil Levi-Berlin für den Sozial-Ausschuß des Allgemeinen Deutschen Rabbinerverbandes, Herr Dr. Lubinski für den Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände Deutschlands u. a. m. Der Generalsekretär der Jca, Herr Edouard Oungre, leitete die Verhandlungen, denen führende Männer und Frauen aus Frankreich, Deutschland, den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Polen, Lettland und anderen Ländern beiwohnten. Die Versammlung erörterte mehrere jüdische Wohlfahrtsfragen, die in Verbindung mit dem allgemeinen Programm oes Internationalen Kongresses für soziale Fürsorge im Zusammenhang stehen und schritt dann zur Beratung des Hauptprogrammpunktes: Schaffung eines engeren Kontaktes zwischen den Führern der jüdischen sozialen Fürsorge in den verschiedenen Ländern. Auf Anregung von S. Cohen, dem Vertreter der Londoner Jewish Association for the Protection os Girls and Women, wurde eine aus Männern um» Frauen die in den verschiedensten Zweigen jüdischer sozialer Betätigung wirken, bestehende Kommission eingesetzt, der die Aufgabe übertragen wurde, den Plan einer Zusammenarbeit, der jüdischen Fürsorge-Institutionen und -Persönlichkeiten auf internationalem Boden auszuarbeiten. * Der Verwaltungsrat der Jewish Colonisation Association (Jca) hielt am 30. Juni in Paris eine Sitzung ab, in deren Verlauf Maßnahmen zur Konsolidierung der Lage in mehreren Zentren Argentiniens, Brasiliens, Kanadas und Palästinas beschlossen wurden. Das Budget für die Fachschulen in Polen wurde genehmigt, weitere Vorschüsse zwecks Verbesserung her jüdischen Landwirtschaft in Polen wurden bewilligt. Schließlich stellte der Rat ansehnliche Kredite zugunsten des landwirtschaftlichen Werkes und der Darlehnskassen in Rußland dem General-Direktorium zur Verfügung. Vom Ort-Verband Vom 8. bis 10. Juli tagte in Berlin der Zentralrat des Verbandes zur Förderung von Handwerk und Landwirtschaft unter den Juden „Ort". Es wurden bedeutsame Berichte erstattet und wichtige Beschlüsse gefaßt. Anwesend waren u. a. Dr. I. Blum-Paris, Kurt Blumenfeld-Berlin, Dr. L. Bramson-Berlin, Justizrat Dr. I. Brodnitz-Berlin, Dr. M. Gran-Moskau, S. Gorin-Kowno, Dr. Max Diamant-Czernowitz, A. Dobkin-Warschau, Dr. M. Eiger-Lodz, Prof. S. FranksuN-Berlin, M. Feiiueb-Berlin, Dr. L. Halanai-Kischinew, I. Jaszunski-Wilna, B. Kahn-Wilna, Senator M. Kerner-Warschau, Dr. I. Kruk-Warschau, B. Locker- Berlin, S. Levitas-Riga, D. Mowschowitsch-London, Ch. Ro senbeß-Warschau, Dr. M. Silberfarb-Warschau, Dr. A. Singalowski-Berlin, Dr. M. Soloweitschik-Berlin, I. Panken-New Aork, Agronom Zegelnizki-Moskau. Herr Josef Jaszunski, Mitglied des Präsidiums von Ort, eröffnete die Session mit einer Ansprache, in der er das zu erledigende Programm fixierte und der in den letzten zwei Jahren verstorbenen Mitglieder des Zentralrates, W. Tiomkin-Paris, Ing. M. Gottlieb-Kischinew und A. Zweifus-Warschau in warmen Worten gedachte. Der Vorsitzende der Zentralverwaltung Dr. L. Bramson gedachte auch noch der verstorbenen Funktionäre von Ort, insbesondere des Herrn L. Etkin, und widmete einen besonderen Nachruf dem verstorbenen großen Freunde der Aufbauarbeit von Ort Dr. Paul Nathan. Es wurden Begrüßungsdepeschen von zahlreichen Organisationen und Persönlichkeiten -erlesen, woraufhin beschlossen wurde, dem in einer speziellen Ort-Mission in Amerika weilenden Dr. D. Lvovitch ein Begrüßungstelegramm zu Znden. A4B