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Jüdisch-liberale Zeitung · 1928-06-08 · 23 (8.6.1928) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
8 (1928)
Issue
23 (8.6.1928)
Date
1928-06-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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1 desverband, Auch mit den nichtjüdischen Berufsorganisationen gingen sie heute fast überall zusammen. ' . Herr Tapezierermeister LouiS Wolfs, Vorsitzender der Ortsgruppe Berlin, hielt die Festrede. Es gelte, durch zähe und schwere Kleinarbeit zu der jüdischen uüd nichtjüdischen Umwelt Brücken zu schlagen und so den Dreiklang: Handwerk, Deutschtum, Judentum herzustellen. Wir könnten nur freie und gleichberechtigte Menschen sein, wenn wir den Mut hätten, für unsere Freiheit zu kämpfen. Mit tiefer Wehmut müsse man der Verzweifelten des Mittelstandes gedenken, die sich, vom Wirtschaftskampf zerschlagen, aus dem Leben stehlen. Von der Verbrüderung des Jahres 1914 sei heute nur noch wenig zu spüren. Unsere Friedhöfe werden geschändet, unsere Gotteshäuser bechmutzt, unsere Lehre gelästert. Wirtschaftlicher Boykott habe vielfach dazu geführt, daß durch „trockene Pogrome" jüdische Kleingemeinden zusammengebrochen, Mittel- und Großgemeinden tm? mer mehr zu Festungen des jüdischen Handwerks geworden seien. Wir setzen uns zur Wehr, wenn das Gift der konfessionellen Verhetzung in die Berufsorganisationen hineingetragen wird. Falsche Berufswahl sei vielfach daran schuld, daß unsere Wohlfahrtsstellen heute von den sogenannten besseren Schichten' .benötigt würden. Großzügige Propaganda für das jüdische Handwerk sei geboten. Lehrlingsheime und Darlehnskassen zu schaffen, das sei Zedokoh in modernem Sinne. Nicht Almosen, sondern Arbeit wolle das jüdische Handwerk. Redner schloß seine packende Rede mit den Worten Löwcnbergs: „Besiegt und dennoch nicht geschlagen... Wir tragen unser schweres Schicksal, gewebt aus Leid und Zukunststraum." Namens des Magistrats begrüßte Herr Senator Klempnermeister Lutz die Erschienenen, der Tagung einen guten Verlauf wünschend. Herr Plate, Ehrenmeister des deutschen Handwerks, der für eine ganze Anzahl Spitzenvcrbände sprach, gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß er heute an dieser Stätte den Eindruck .geioonnen habe, daß „unser Stand war, ist und sein wird". Er betonte da» vortreffliche Einvernehmen zwischen christlichen und jüdischen Handwerkern der Stadt Hannover und wünschte, daß es so bleiben möge, „dem Stand zur Ehre und dem Deutschtum zum Ruhme". .Herr Landrabbiner Dr. Freund (auch im Namen des Rabbinerverbandes): Kapitalismus und Sozialismus, Eigenschaften, die man dem Judentum vorwerse, entpersönlichen den Menschen. Judentum wolle in Wahrheit die Persönlichkeit entfalten, die besonders im Beruf des Handwerkers ausgeprägt sei, „Sie sind auf dem rechten Weg! Vollenden Sie den Weg!" Sodann überbrachten Grüße und Wünsche für die Synagogengemeinde Hannover deren 1. Vorsteher, Herr Kommerzienrat Berliner, für die verschiedenen Wohlfahrtsorganisationen Herr Alfred F u e r st, für die Großloge Herr Sanitätsrat C a tz e n st e i n , für den Reichsbund jüdischer Frontsoldaten Herr Walter F u e r st, für die Vereinigung für das liberale Judentum und den C.-V. Herr Rudolf .Herzberg, für die Zionistische Bereinigung für Deutschland Herr Dr. Robert K a tz, für den Lehrerverband .Herr Lehrer Louis Le - visohn, für die Zionloge Herr Regierungsbaurat Rosenfeld, für den Frauenbund usw. Frau Hebe Jacobson, für die 2imonsche Stiftung Herr Manfred Berliner. Besondere Aufmerksamkeit erregten die Worte des Sejmabgeordneten .Herrn R a s n e r aus Warschau. 40 Prozent der polnischen Juden seien im Handwerk beschäftigt, eine große Menge sei in der Landwirtschaft tätig. Trotz Boykott bilden in allen Städten die Juden 55 Prozent der Handwerker. Sie entsenden ihre Vertreter in die Stadtverordnetenschast und den Sejm. In 518 Gruppen sind 150 000 organisierte jüdische Handwerker gesammelt. Er, Redner, habe während seines Aufenthaltes in Deutschland 1904—1906 viel gelernt, und trotzdem man in Polen dank des zaristischen Regimes mit 70 Prozent Analphabeten zu rechnen habe, sei es ihm geglückt, deutsche Handwerkertüchtigkeit, deutsche Organisation auch hinsichtlich Bank- und Kreditwesens seinen Brüdern in Polen zu bringen. So ★ Versammlungskalender * Breslau. Jli „Abraham Seiger". Vorsitzender: Rabbiner Dr. Halper« sohu, Breslau 13, Moritzstratze 50. Montag, den 11. Juni, abends 8.15 Uhr, zwangloses Beisammensein im S ü d p a r k - Restaurant. Zahlreiches Erscheinen und Einführung von Gästen erbeten. Gotterdleuste * Berlin-Norden. Liberale Synagoge Norden jim Auerbachschen Waisenhaus, Schön- Hauser Allee 162 aj: Freitag, den 8. Juni, abends 7.15 Uhr, Gottesdienst. Predigt: Rabbiner Dr. Salomonfli, Sonnabend, den 9. Juni, vormittags 10 Ahr, Gottesdienst. Freitag, den 15. Juni, abends 7.15 Uhr, Predigt, Rabbiner Dr. Salomonfli. Derlin-Wilmersdorf-SchSneberg. Liberale Synagoge Wilmersdorf (in der Aula der Cäcilienfchule, Nikolsburger Platz): Jeden Freitagabend liberaler Gottesdienst mit Chor und Predigt. Beginn 19.15 Uhr pünktlich. Freilag, den 8. Juni Predigt. Prediger Eillis. verbinde er mit dem Dank an seine deutschen Lehrer den seines Landes, und damit bringe er seinen aufrichtigen Glückwunsch. Herr Dr. Rose wünschte für den K.C. ein gutes Zusammenarbeiten der Kops- und Handarbeiter. Herr Henry S e l i g m a n n wünschte für die Turner, daß wie die Menorah erst am 8. Tag im Hellen Licht erstrahle, so auch dieser 8. Berbandstag das jüdische Handwerk in seinem vollen Glanz erstrahlen lasse. Zum Schluß sang Frau Johanna L e v y, wiederum von Herrn Mandelbrod begleitet, „Auf starkem Fittich" aus der Schöpfung von Haydn. So schloß die harmonisch verlaufene Feier, die viele schöne Beweise von Sympathie und Solidarität gebracht hatte. Eine machtvolle imponierende Kundgebung, ein prachtvoller Auftakt zu den ernsten Arbeitssitzungen. Ideal, möge die Wirklichkeit dir immer äh^icher werden! Siegfried B a ch a r a ch. Aufruf des Hilfsverems für die bulgarischen Juden Tie Nachrichten, die dem Hilssverein der Deutschen Juden aus dem Erdbebengebiet in Bulgarien zugegangen sind, und dringende Gesuche um Hilfe haben den Hilssverein veranlaßt, eine Hilfsaktion zugunsten der jüdischen Wiederaufbauarbeit in Bulgarien einzuleiten und einen Aufruf an die deutschen Juden zu erlassen, das Hilsswerk für die bulgarischen Juden zu stützen. Ter Hilssverein, der bis zum Kriege in Bulgarien ein Netz von Schulen unterhalten hat, die nun zum Teil durch das Erdbeben zerstört worden sind. fühlt in sich die Verpflichtung, an dem jüdischen Rettunaswerk teilznnchmen. Der Ausruf lautet: „Die bulgarischen Juden sind durch das Erdbeben vom 14. und 18. April schwer heimgesucht worden. In Philippopel, Tschtrpan, Bazardjik, im ganzen Marizagebiet, hausen die Opfer der Katastrophe im Freien. Ein Drittel der jüdischen Bevölkerung Bulgariens ist obdachlos und erwerbslos geworden. Die Regierung und die jüdischen Gemeinden Bulgariens bieten alles auf, um dem fruchtbaren Elend abzuhelfen. Me hereingebrochene Not übersteigt aber die Kraft des Landes. Neben der unmittelbaren Notstandsattion für die obdachlosen Familien, die Hungernden und Frierenden, die Tausende herumirrrendec Kinder, oie in Baracken zusammengepferchten Verwundeten und die an epidemisch ausgebrochenem Scharlach und Typhus Darniederliegenden, besteht eine nicht weniger dringende Aufgabe, die vernichteten Existenzen wiederauszurichten. Es tut noH die Wohnstätten, die Krankenhäuser, die Schulen und die Synagogen wieder aufzubauen und vor allem, Erwerbsmöglichkeiten zu schassen. Die bulgarischen Juden haben sich in ihrer großen Sorge an den Hilssverein der Deutschen Juden gewandt. Sie haben die Hilfe ausländischer jüdischer Gemeinden bisher nie beansprucht. In ihrer Notlage glauben sie jetzt die Sympathien und die Hilfbereitsschast der deutschen Juden anrusen zu dürfen. Wie groß auch die Not unter uns deutschen Juden ist — wir müssen uns in diesem Augenblick angesichts des elementaren Naturereignisses, das die bulgarischen Juden so schwer getrosten hat, unserer Pflicht gegen sie bewußt sein. Wir dürfen uns ihrem Ruf nicht verschließen. Wir wenden uns an die deutsche Juüenheit mit der Bitte, die Rettungsaktion für die bulgarischen Juden nach Kräften zu stützen. Wir fordern hierdurch auf zu spenden. Helfet rasch! Tie Not ist dringend! Hilfsverein der Deutschen Juden. Vorsitzender: Tr. James Simon, stellvertretende Vorsitzende: Eugen Landau, Max M. Marburg, Willy Treyfus." Der Rat des Landesverbandes der preuß. Synagogengemeinden in Köln Am Sonntag und Montag beriet die Arbeitsgemeinschaft der Landesverbände die Verfassung für den zu gründenden Reichsverband. Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer war Referent. In sehr schwierigen Debatten wurde um jede einzelne Bestimmung heiß gerungen, aber durch den guten Willen aller Beteiligten konnte ein vollständiger Entwurf den Einzel-Landesverbänden zur endgültigen Beschlußfassung vorgelegt werden. Die Landesverbände sind keine gleichartigen Gebilde. Während die meisten ihre Abgeordneten durch Urwahlen bestimmen, ist das irr Sachsen und Hessen nicht der Fall. Die Verfassung des Reichsverbandes sieht aber in den Landesverbänden Urwahlen vor. Sachsen und Hessen sprachen ichtet Ber- Lan- Anni Woyda geb. Loewenstein Bruno Woyda Diplom-Ingenieur zeigen hocherfreut dieglückliche Geburt ihres zweiten Sohnes HANS GERHARD an Berlin, 5. Juni 1928_Kiopstockstr. 51 j Jugl & Wartenberg / Juweliere Feine Juwelen, Gold- und Silberwaren Eigene Werkstatt für Neuanfertigungen, Umarbeitungen, Reparaturen, sowie das Aufziehen von Perlenkolliers NW 7, Neue Wilhelmstraße 4 (zwisch. U. d Linden u Dorotheenstr.) Telephon Zentrum 2375 Hilf svorbeter Wir suchen für die hohen Feiertage einen der befähigt ist, mit Chor und Orgel vorzubeten. Meldungen mit Gehallsansprüchen und Zeugnisabschriften über seitherige Tätigkeit an das Israelitische Gemeindevorsteheramt Stuttgart Malerarbeiten jeder #rl Renovierung von Wohnungen, Geschäftsiokalen, Fassaden etc. Rodert Gutheim W50,Kulmbacherstr.7 Fernsprecher: LDtzow 6260 Kostenanschläge gratis praKt. uiie bisher Bad Salzhrunn Arendlee Frau Dr. Metzenberg Düsseldorfer Strasse 22 Oliva 3536 Verein für Feuerbestattung in Berlin von 1874, e. V. verm. kostenlose Feuerbestattung: Annahme W 35, Lfltzowstraße 44, Telephon: Lützow 960-61 und Charlottenburg, Kantstr. 154 a Ecke Fasanenstraße, Telephon: Steinplatz 1835 Israelitischer Gottesdienst in Frankfurt/M. Liberaler Ritus: Hauptsynagoge. Freitag, den 8. Juni, abends 7 Uhr. Samstag, den 9. Freitag, den 8. Juni, abends 7 Uhr. Samstag, den 9. Juni, morgens 9 Uhr, nachm. 4 Uhr, Ausgang 9.35 Uhr. Wochengottesdiest morgens 7.30 Uhr, nachm. 4 Uhr. Synagoge an der Königstciner Straße. Freitag, den 9. Juni, abends 7 Uhr, Predigt, Rabbiner Dr. Salzberger. Samstag, den 9. Juni, morgens 9 Uhr. Wochengottesdienst morgens 7.30 Uhr, abends 7 Uhr. Konservativer Ritus: Synagoge am Börneplatz Freitag, den 8. Juni, abends 7.45 Uhr, Samstag, 9. Juni, Frühg. 6.30 Uhr, morgens 8 Uhr, nachmittags 4.30 Uhr. Vortrag des Herrn Rabb. Dr. Hoffmann für junge Leute „Die Grundlehren des Judentums im Anschluß an Maimonides". Ausg. 9.35 Uhr. Wochengottesdienst morgens 6.15 Uhr, nachmittags 7.15 Uhr. Synagoge Bockenheim. Freitag, den 8. Juni, abends 7.30 Uhr, Samstag, den 9. Juni, morgens 8.45 Uhr, Bortrag des Herrn Rabbiner Dr. Horovitz, nachmittags 4 Uhr, Ausg. 9.35 Uhr. Wochengottesdienst morgens 6.30 Uhr. 010 eememsciiaif Hefte für die religiöse Erstarkung des Judentums Herausgegeben von der liberalen Synagoge Norden in Berlin Hell 12 enthalt u.a.: Rabbiner Dr. Salomonski-Berlin: Jugend und Tradition. Rabbiner Dr. Wiener-Berlin: Die zehn Gebote. Rabbiner Dr. Gottschalk-Frankfnrt a. M.: Religion und Kultur. Berichte über die liberalen Synagogen Norden und Wilmersdorf. * Erhältlich kostenlos durch: Israel. Krankenhaus Gagernstr. 36. Freitag, den 8. Juni, abends 7.45 Uhr, Samstag, den 9. Juni, morgens 8 Uhr, nachmittags 4 Uhr. Hermann Faikenlierg Benin, umutnsu rr Jeder Chevrolet hat ein Jahr Garantie — Bequeme Zahlungsbedingungen T V Auch für Sie Kraft, Stärke, Schnelligkeit wesentliche Vorzüge teurer, großer Wagen zu. niedrigen Anschaffungs* und Betriebskosten ip\er große, starke Chevrolet bietet Und endlich das wundervolle räum« kJ Ihnen gesteigerte, Kraft, noch liehe Behagen. Längere, elegantere größeres räumliches Behagen, noch Karosserie von Fisher. Besondere stoß# größere Sicherheit. dämpfende Federung. Gesteigerte Kraft des berühmten Fahren Sie ihn selbst, diesen neuen starken Motors, der zu dem Weltruhm Chevrolet; erfahren Sie selbst, was er des Chevrolet beigetragen hat. 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