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Jüdisch-liberale Zeitung · 1928-06-01 · 22 (1.6.1928) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
8 (1928)
Issue
22 (1.6.1928)
Date
1928-06-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Engrosgeschaft ein. Die Hälfte der Lehrzeit wurde ihm auf Grund seiner guten Leistungen erlassen. Er ging dann auf Anraten seines Lehrherrn nach Paris, trat dort als Volontär bei einem Welthaus «in, und bereits im Alter von 23 Jahren wurde ihm die überaus verantwortungsvolle Stelle einer Filial-Leitung in Calais und die Ernennung zum Prokuristen bei der Firma R. D. Marburg u. Co. übertragen. Von Calais aus führten ibn Reifen nach sämtlichen Ländern Europas. Auf diesen Reisen verschaffte sich Gerson Simon eine seltene Kenntnis von Land und Leuten. So wurde er einer der besten Kenner der nordischen Staaten, Rußland, Türkei, Italien, Spanien. Ueberall verstand er es, mit den führenden Firmen die besten freundschaftlichen und kaufmännischen Beziehungen anzuknüpfen. Mit 29 Jahren wurde er als Mitinhaber in das Tüll- und Spitzen-Engroshaus Jacob u. Richter, Berlin, berufen, und in unermüdlicher Täletzten Jahren wurde sein Werk gekrönt durch die Fusion mit der Firma Handelshaus des Tüll- und Spitzengroßhandels zu entwickeln. In den letzten Jahren wurde sein erk gekrönt durch die Fusion mit der Firma Siegmund Strauß, Frankfurt a. M., und damit wurde eine der größten Akticugeselglschaften im Textilgroßhandel geschaffen. Das Vertrauen feiner Berufskollegen hat Kommerzienrat Gerson Simon zu ihrem Vertreter in einer großen Anzahl von Organisationen bestimmt. So ist er Vertreter des Berliner Großhandels in der Industrie- und Handelskammer zu Berlin, Mitglied des Vorstandes des Rcichsverbandes des Deutschen Groß- und Ueoerseehandels seit dessen Gründung, Vorsitzender des Groß-Berliner Arbeitgeberverbandes des Großhandels, Mitglied des Vorstandes des Vereins Berliner Handelsrichter, Mitglied des Vorstandes des Gläubiger- Schutzverbandes für Handel und Industrie, Mitglied des Vorstandes der Lagerei- und Berufsgcnossenschaft, Vorsitzender des Verbandes der Tüll- und Spitzengroßhändler und in dem Aufsichtsrat einer Anzahl führender Handels- und Industrie-Aktiengesellschaften. Auch die Regierung hat ihn seit Jahren mit der Durchführung wichtiger kaufmännischer Aufträge betraut. Schon während des Krieges war er im Aufträge des Auswärtigen Amtes und des preußischen Kriegsministeriums im besetzten Gebiet und neutralen Ausland tätig. In der Nachkriegszeit ist er hervorragend als Delegierter des deutschen Groß- und Uebcrseehandels an Handelsvertragsverhandlungen in Paris, Rom und Warschau beteiligt gewesen. So hat er vor allem auch an den Arbeiten der Exportkrcditversicherungsstelle unermüdlich im engsten Kreise mit großer Hingabe an diesen für den Exporthandel so wichtigen Aufgaben mitgearbeitet. Herr Kommerzienrat Gerson Simon ist einer der erfolgreichsten Vorkämpfer für den Gedanken einer intensiven Exportförderung und einer möglichst schnellen, Beseitigung der einer zollpolitischen Annäherung entgegensetzenden Hemmungen gewesen. Corbach. (Todesfall.) Im 81. Lebensjahre verstarb hier der im Ruhestand lebende Lehrer Adr. Heilbronn. In ihm ist ein gewissenhafter und mit Erfolg arbeitender Jugenderzieher, ein treuer religiöser Führer der ihm ehemals anvertrauten Gemeinden und ihrer religiösen Einrichtungen zu Grabe getragen worden. Auch als eifriger Förderer seiner Berufsorganisationen hat sich der Verblichene dauernde Verdienste erworben. Der Verein israelitischer Lehrer Mitteldeutschlands zählte ihn zu seinen Begründern und tatkräftigsten Mitgliedern und widmet ihm unter Anerkennung der dem Verein geleisteten Dienste einen ehrenden Nachruf. Am Grabe entrollte Lehrer Meyer ein lebenswahres Charakterbild des Entschlafenen, der ein treues Glied seines Standes und ein unermüdlicher Erzieher der jüdischen Jugend war. Düsseldorf. (Jahresversammlung des Vereins jüd. Lehrer des Rheinlands und Westfalens.) Am 29. und 30. Mai fand hier die Jahresversammlung des Vereins jüd. Lehrer Rheinlands und Westfalens statt. Als Vertreter der Synagogengemeinde Düsseldorf begrüßte der 1. Vorsitzende der Synagogengemeinde Düsseldorf, .Herr Felsenthal, die Versammlung, tvährend der Präsident der Düsseldorsloge, Lank^erichtsrat Dr. Franken, die Grüße der Loge entbot. Der Vorsitzende, Rektor Abraham, erstattete nach Eröffnungs- und Begrüßungsworten den Jahresbericht. Aus demselben ist hervorzuheben, daß der Gedanke der Pflegschaftsbezirke in Rheinland und Westfalen in den Reihen der Lehrerschaft Wurzel gefaßt hat, daß in ihm die Lehrerschaft das vorzüglichste Mittel sieht, alle an der Erziehung des jüdischen Kindes beteiligten Faktoren in gemeinsamer Arbeit zu gemeinsamem Ziele zu vereinigen, daß es darum um so bedauerlicher erscheint, daß trotz der seitens des Rabbinerverbandes veröffentlichten, zustimmenden Resolution die Zusammenarbeit durch die Weigerung von Rabbinern verhindert wird. In einer Resolution gab die Versammlung ihrem Unwillen den berechtigten Ausdruck. Nach Erstattung des Kassenberichts hielt Frl. Cilly Marx, Köln, einen außerordentlich tief angelegten Vortrag über „Das Erziehungsproblem im Lichte moderner psychologischer Forschung". Murzelnd in den Gedankengängen der Psychoanalyse Freuds, vor allem aber in denen der Jndividualpsychologie Adlers, wies sie neue Wege der Wissenschaft in der Einstellung zum Kind, wie der moderne Lehrer der seelische Erzieher sein muß, der Bekämpfer des Minderwertigkeitsgefühls, der seine Arbeit auf das Ziel einstellt: Vertrauen zu wecken und Vertrauen zu schassen. Am Abend fand eine öffentliche Kundgebung des Vereins im Börsensaal des Wilhelm Marx-Hauses statt. Di« Spitzen der Gemeinde, Vertreter des Rabbinats, der Vereine und zahlreiche Gcmcindemitglieder waren der Einladung des Vereins gefolgt. Wiederum crössnete Rektor Abraham. Er wies daraus hin, daß diese öffentliche Kundgebung ein Novum im Rahmen des Vereinslebens darstelle. Größere Begrüßungsansprachen des 1. Vorsitzenden der Synagogengemeinde Düsseldorf, des Herrn Felsenthal und des Rabbinats, Rabbiner Dr. Klein, betonten die Verbundenheit, die alle am Erziehungswerk Beteiligten erfüllen müsse, wenn das Samenkorn in den Herzen der Jugend sich zur reifen Frucht entfalten solle. Heymann, Rheydt, hielt sodann einen großangelegten Vortrag über „Die Jüdische Gemeinde und die jüdische Schule." Er deckte alle die Probleme auf, in die das jüdische Kind, in christlicher Umgebung aufwachsend, vielfach ahnungslos allem Jüdischen gegenübcrstehend, gestellt wird. Er zeichnete die seelischen Nöte des jüdischen Kindes in der ihm feindlich gegenüber eingestellten Umwelt. Demgegenüber, wie hier die jüdische Schule segensreich wirkend im jüdischen Kinde die Triebkräfte seines Wesens, Deutschtum und Judentum wie reines Menschentum frei zur Entfaltung bringt. In seinem Schlußwort gab der Vorsitzende dem Gedanken Ausdruck, daß der Lehrerverein der jüdischen Lehrer Rheinlands und Westfalens nicht eingreifen wolle in die Politik der Gemeinde, daß aber das Samenkorn, das am heutigen Abend in die Herzen der Gemeinde gepflanzt wurde, zur vollen Entfaltung zum Segen der jüdischen Gemeinschaft erblühen möge. (lieber den zweiten Tag der Beratung berichten wir in nächster Nummer. Die Red.) Essen. (Tagung des Provinzial Vereins isr. Gehörloser.) Am Sonntag, den 13. Mai, fand in den Räumen der Glückaus-Loge zu Essen eine Tagung des Provinzialvereins israelitischer Gehörloser von Westfalen und Rheinland statt. Namens der Glückauf-Loge begrüßte Herr Sanitätsrat Dr. Cohn, Essen, die Erschienenen, stellte ihnen die Räume der Loge für ihre Tagungen zur Verfügung und wünschte ihren Besprechungen einen recht guten Erfolg. Hierauf ergriff der Vorsitzende des Provinzialvereins, Herr Eugen Traub, Gelscnkirchen das Wort. Er dankte namens der Gehörlosen dem Vertreter der Loge aufs herzlichste für das Entgegenkommen der Loge, die nicht allein ihre Räume zur Verfügung gestellt, sondern'.in liebenswürdiger Weise auch die Bewirtung übernommen hatte. Er begrüßte die Erschienenen und begrüßte insbesondere Herrn Lehrer und Prediger Siegmund Nußbaum, Dortmund, den er der Versammlung als Freund der Gehörlosen vorstetltc, der es in selbstloser Weise übernommen habe, für die gottesdienstlichen Bedürfnisse der Gehörlosen zu sorgen. Unter der allgemeinen Spannung der Erschienenen ergriff dann Herr Nußbaum das Wort zu einem Gottesdienste, wie er innerhalb des Verbandes zum ersten Male nun stattsinden sollte. Er faßte es als seine Aufgabe aus, den Gehörlosen das Bewußtsein zu vermitteln: „Auch ich gehöre zu denen, die man Juden nennt, auch ich fühle die großen Gedanken des Judentums, auch ich bin ergriffen von der Größe und der Kraft der jüdischen Religion. Und nun sprach er in erhebenden Worten im Hinblick aus das kommende Schowuawfest von der Offenbarung am Sinai, die erst den Menschen Moral und Sittlichkeit gebracht habe, wie die zehn Ge-- bote die Erzieher der Menschheit wurden, wie aus den großen Grundgedanken des Zehnworts - Gottesfurcht und Nächstenliebe — das gewaltige Gebäude der Religion erwuchs. Mit Gebet und Segen schloß der Gottesdienst, dem alle Erschienenen sichtlich bewegt gefolgt lvaren. In den Gescllschaftsräumen der Loge fand an den Gottesdienst anschließend die Tagung statt. Zunächst dankte der Vorsitzende Herrn Nußbaum unter der lebhaften Zustimmung der Versammlung für die Weihestunde, die sie soeben verleben durften. Anregungen wurden gegeben, die Gottesdienste auszubauen; es gilt, ein Gebetbuch zu schaffen, das dem Verständnis der Gehörlosen angepaßt ist. Brennend aber war die Frage, wie man den zumeist in stark bedrängter finanzieller Lage befindlichen Gehörlosen Helsen kann, wie man es ihnen insbesondere ermöglichen kann, den Versammlungen beizuwohnen, die sie wenigstens für Stunden ihrer Isoliertheit entreißen sollen, sie mit gleichgesinnten und gleichgestimmten Menschen zusammensühren sollen, um ihre Kraft für den schweren Daseinskampf zu stählen. Die Versammlung hofft, daß die jüdische Oesfentlichkeit, aufmerksam gemacht auf die materielle und geistige Not der meisten aller Gehörlosen, sich nicht verschließt und durch Unterstützung das Wirken des Verbandes der Gehörlosen fördert. Hachenburg. (Chewra-Jubiloum.) Am Schowuaussest beging die hiesige Männer-Chewra ihr fünfundzwanzigjähriges Bestehen. Seit einem Jahre wird sie von .Herrn Louis Bernstein geleitet, während in den 24 übrigen Jahren seit ihrer Gründung Herr B. Seewald sich um die Förderung der Vereinsinteressen verdient machte und dadurch den Dank aller Mitglieder erwarb, dem gerade am Jubiläumstage in beredter Form Ausdruck gegeben wurde. Da alle jungen Leute der Gemeinde der Chewra angehöre,r, ist auch für die Zukunft eine günstige Weiterentwicklung des Vereins zu erwarten. Kassel. (70. Geburtstag.) Am ersten Tage des Wochensestes beging der Leiter des hiesigen Altersheims, Lehrer Josef Bachrach, seinen 70. Geburtstag in erfreulicher körperlicher und geistiger Frische. Bis vor wenigen Jahren war B. in Abterode am Meißner als Lehrer und Kantor tätig, und in dieser Stellung wie in seinem gegenwärtigen verantwortungsvollen Amte hat er sich durch freundliches, friedfertiges Wesen, lautere Gesinnung und Zuvorkommenheit die Achtung und Wertschätzung aller, die mit ihm in Verbindung traten, erworben. Dem Jubilar wurden Aufmerksamkeiten in reichem Maße zuteil. Königsberg. (60. Geburtstag Handelsrichter Zolki.) Seinen 60. Geburtstag beging der in weitesten Kreisen der ostdeutschen Wirt-, schuft bekannte Handelsrichter Bruno Zolki, der zu den angesehensten Mitgliedern der Königsberger Jüdischen Gemeinde zählt. Zolki ist Mitinhaber der Firma Alexander 6- Echternach, eines der größten Kaufhäuser des deutschen Ostens, das unter seiner Leitung zu hoher Blüte gelangte. Ursprünglich trat er in die Firma als Prokurist ein und wurde im Jahre 1914 deren Teilhaber. Zolki ist Mitglied der Industrie- und Handelskammer, Vorstandsmitglied der Königsbcrger Ortsgruppen des Reichsverbandes des Groß- und Uebcrseehandels und des Reichsverbandes des Textilein^elhandels. Außerdem gehört er dem Aufsichtsrat der Deutschen Ostmesse an. Wiederholt sind ihm öffentliche Ehrenämter in der Gemeinde angeboten worden, jedoch hat er diese stets wegen beruflicher Belastung abgelchnt. Königsberg. (Sitzung der Gcmeindekörperschaften.) Am 23. Mai hielten der Vorstand und die Repräsentantenversammlung eine gemeinsame Geheimsitzung ab. In dieser wurde für den ausscheidenden Rabbiner Dr. Jacobovits, der nach Berlin geht, Rabbiner Peritz als Geistlicher für die Konservative Gemeinde Adaß Jisroel gewählt, und zivar zunächst aus die Dauer von drei Jahren. Dem Komitee für ostjüdische Flüchtlinge in Berlin, das besonders in Not geratene Intellektuelle unterstützt, ivurde aus Gemeindemitteln 200 M. bewilligt. Außerdem wurde über einige Wohnungsfragen von Beamten verhandelt. Reichettbach I. C. (Synagogen-Jubiläum.) Die hiesige Gemeinde konnte das 75jährige Bestehen ihrer Synagoge festlich begehen und damit gleichzeitig die Einweihung einer Gedenktafel für die fünf im Weltkriege gefallenen Mitglieder der Gemeinde verbinden. Die Begrüßungsansprache an die Festteilnehmer hielt Vorsteher R. Marx, während Rabbiner Dr. Merzbach aus Darmstadt in der Fcstpredigt aus den bedeutsamen Charakter der Feier hinwies. Auch der Bürgermeister des Ortes, ein Vertreter der Lehrerschaft und ein Vorstandsmitglied richteten an die Festteilnehmer herzliche Begrüßungsworte. aus denen zugleich dex Dank an die Spender, die für die Renovierung des Gotteshauses Mittel zur Verfügung stellten, zum Ausdruck kommen sollte. Das Kreisamt in Bensheim und das evangelische Pfarramt hatten schriftlich die Glückwünsche übermittelt. Einem 83jährigen Mitglied der Gemeinde, Fräulein Karoline Oppenheimer, war die seltene Freude zuteil, an dieser Feier teilzunehmen, nachdem sic auch vor 75 Jahren die Einweihungsfeier miterlebt hatte. Aus der Bewegung Wahlschlacht in Duisburg Bedauerlicher Verlaus einer Wahlversammlung. Im Hinblick aus die am 3. Juni stattsindenden Repräsentantcnwahlcn trat am 30. Mai der ueugcgründete „Jüdisch-liberale Gr meindeverein" zum ersten Mai mit einer größeren Versammlung arr die Oesfentlichkeit, wobei es zu bedauerlichen Zwischenfällen kam. Nachdem zunächst der Generalsekretär der Vereinigung für das liberale Judentum, .Herr George G o e tz, Berlin, einen einleitenden Vortrag über '„Das Lebensrecht des liberalen Judentums" gehalten hatte, sprach als zweiter Redner R.-A. Dr. Richard R o s e n t h a l, Duisburg, über die lokalen Angelegenheiten der Duisburger Synagogengemeinde. Er setzte sich insbesondere mit einer von Antiliberalen, einem sogenannten Einheitsblock verbreiteten, höchst demagogischen Flugblatt auseinander, ging aber leider in seiner außerordentlich agressiven und teilweise unsachlichen Kritik soweit, daß sich der von etwa 200 Personen besuchten Versammlung eine ungeheure Erregung bemächtigte. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Sali Kaussmann, sah sich veranlaßt, von den Ausführungen Dr. Rosenthüls mit deutlichen Worten abzurücken. Als nun der erste Diskussionsredner, der hiesige Zionistensührcr, Rechtsanwalt Simon, auf Dr. Rosenthals Rede erwiderte und dessen Wirken in der hiesigen Gemeinde einer harten Kritik unterzog, ließ sich Dr. Rosenthal bc dauerlicherwcise zu einem tätlichen Angriff aus Rechtsanwalt Simon hinreißeu, so daß diesem seine Parteifreunde beisprangen und die Versammlung mit einem allgemeinen wüsten Tumult endete. In dem Getümmel konnie Dr. Kaussmann sich noch einmal verständlich machen: er mißbilligte das Verhalten Dr. Rosenthals, der der Sache des Liberalismus einen schlechten Dienst erwiesen und darüber hinaus auch das Ansehen des Judentums geschädigt habe. Tie Empörung über das Verhalten Tr. Rosenthals ist allgemein und wird auch von seinen bisherigen Parteifreunden geteilt. Wenn auch die Atmosphäre in Duisburg durch gewisse Vorkommnisse der letzten Zeit von Beginn des Wahlkampfes an recht gespannt ivar, so daß auch die Versammlung von vornherein allseitige Erregtheit zeigte, so kann doch nicht verkannt tverden, daß Dr. Rosenthe.ls Rede bereits nach Form und Inhalt eine gewaltsame Entspannung unvermeidlich machte, zu welcher cr dann nachher selber das Signal gab. Auch auf der anderen Seite ist schwer gesündigt worden. So hat z. B. auch das vom antiliberalen Einheitblock herausgegebene Flugblatt größte Erbitterung hervorgerufen und ist in der Tat in der Entstellung der Tatsachen sowie in der Verdächtigung der Liberalen Partei außerordentlich provokatorisch. Man kann nur aus allgemeine Besinnung nach den Wahlen hoffen. (Wir werden auf die Duisburger Vorgänge in einer der nächsten Nummern unseres Blattes ausführlich zurückkommen. Die Schristlrg.. Dortmund. Zum zweiten Male hatte unsere Ortsgruppe zu ihren 14tägigcn Veranstaltungen gerufen. Frau Vorreuter gab einen Ueberblick über die politischen und religiösen Verhältnisse unserer Tage, zog Vergleiche zu früheren Zeitabschnitten der Geschichte und schloß mü hoffnungsreichem Ausblick auf die Zukunft. — Eine anregende Diskussion schloß sich dem vorzüglichen Referat an. —- Zu bedauern war der geringe Besuch seitens der Mitglieder. FT Rätselecke U L R T fl C L A 1 k RI E B R B fl T T L H 0 N E Ui L 1 A Z Ui S E H ü R 1 C R R l T E S fl fl H fl B L Vorstehende 6 Quadrate enthalten 6 Wörter, die mittelst Rössel sprung zu suchen sind. Ihre Anfangsbuchstaben nennen ein Reich, ihre Endbuchstaben ein darauf bezügliches Schriftwerk. Israelitischer Gottesdienst in Frankfurt/M. Liberaler Ritus: Hanptsynagogr. Freitag, den 1. Juni, abends 6.15 Uhr, Jugendgottesdienst, Rabb. Dr. Seligmann. Samstag, den 2. Juni, morgens 9 Uhr, nachmittags 4 Uhr, Ausgang 9.25 Uhr. Wochengottesdienst morgens 7.30 Uhr, nachmittags 4 Uhr. Synagoge an der Königsteiner Straße. Freitag, den 1. Juni, abends 7.45 Uhr, Samstag, den 2. Juni, Frühg. 6.30 Uhr, morgens 8 Uhr, nachmittags 4.30 Uhr. Bortrag des Herrn Rabb. Dr. Hoffmann für junge Leute: „Die Grundlehren des Judentums im Anschluß an Maimonides". Ausg. 9.25 Uhr. Wochengottesdienst morgens 6.15 Uhr, nachmittags 7.15 Uhr. Konservativer RituS: Synagoge am Börueplatz Freitag, den 1. Juni, abends 7 Uhr Predigt, Rabb. Dr. Lazarus. Samstag, den 2. Juni, Wochengottesdienst, morgens 7.30 Uhr, abends 7 Uhr. Synagoge Bockenheim. Freitag, den 1. Juni, abends 7.30 Uhr, Samstag, den 2. Juni, morgens 8.45 Uhr, nachmittags 4 Uhr, Ausg. 9.25 Uhr, Wochengottesdienst morgens 6.30 Uhr. Israel. Krankenhaus Gagernstr. 36. Freitag, den 1. Juni, abends 7.45 Uhr, SamStag, den 2. Juni, morgens 8 Uhr, nachmittags 4 Uhr. Nerven-ulnnere kranke Kurhaus Bad Nassau LtftendeAtrzte^JJnKJTeischmanr^^rJFnPotns^^ Verein für Feuerbestattung in Berlin von 1874, e. V. Kostenlose Feuerbestattung Annahme W 35, LOtzowstrafie 44, Telephon: LQtzow 960-61 und Charlotteobuig, Kantntr. 154 » Bcke Fasanenstraße, Telephon: Steinplatz 1835 mm THEE Die Gemeinschaft Hefte für die religiöse Erstarkung des Judentums Herausgegeben von der liberalen Synagoge Norden in Berlin Heft 12 enthalt u.a.: Rabbiner Dr. Salomouski-Berlin: Jugend und Tradition. Rabbiner Dr. Wiener-Berlin: Die zehn Gebote. Rabbiner Dr. Gottschalk-Frankfurt a. M.: Religion und Kultur. Berichte über die liberalen Synagogen Norden und Wilmersdorf. Erh&ltlich kostenlos durch: HBrrnann Falken 22 ffialerarbeiten jeder tri Renovierung i__ _ aescmNMokeien. Fasenden etc. Ronen Gutheim ui5o.Kulmbacner»ir.7 FsmuncMr: imzow 6260 Kostenanschläge gratis Bad TOIZ nerera DP. LBIM Bad Salzhrnnn Inserieren bringt Gewinn! Literale Miller Frankfurter Organ für jüdisch-liberale Interessen Aus dem Inhalt der letsten Nummer: Heimat Von Rabbiner Dr. Gottschalk. Die jüd. Frau innerhalb u. außerhalb ihrer Gemeinschaft. Von Stephanie Forchheimer. Jung-jüdische Gegenw. Von Alex Jakobiobn Herausgeber: „JH“, Frankfurt am Main. Zu beziehen kostenlos durch die Schriftleitung, Frankfurt a. AL, Niedenau 37 II lerlag: Bereinigung für das liberale Judentum e. B., Berlin SW. 48. — Verantwortlicher Redakteur: Dipl.-Jng. Bruno Woyda, Berlin NW. 23. — Druck: Hermann Wegner & Co., Bcrlin-Mariendors. m

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