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Jüdisch-liberale Zeitung · 1928-05-11 · 19 (11.5.1928) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
8 (1928)
Issue
19 (11.5.1928)
Date
1928-05-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Aus den Gemeinden * Aachen. (Belebung des Freitagabend-Gottesvienstes.) Im Verein mit Kultusausschuß und Vorstand hat der äußerst rührig« und verdienstvolle Rabbiner unserer Gemeinde, Dr. Davin Schönberger, in dem Bewußtsein, daß gerade das Verlorengehen des an sich so sinnvollen und schönen Freitagabend-Gottesdienstes! einen unersetzlichen religiösen Verlust bedeutet, einige Neuerungen sür die Ausgestaltung dieses Gottesdienstes veranlaßt. Der Freitagabend- Gottesdienst wird bis aus weiteres zu einem festen Zeitpunkt nach Geschäftsschluß beginnen. Durch Verhandlungen mit den jüdischen Geschäftsinhabern soll erreicht werden, daß ihren jüdischen Angestellten die rechtzeitige Teilnahme am Freitagabend-Gottesdienst ermöglicht wird. Die Feierlichkeit des Gottesdienstes soll durch Chorgesang gehoben werden. Kurze Ansprachen über die Sprüche der Väter werden im Gottesdienst gehalten werden; sie sollen kurz gefaßt sein, um eine Verlängerung des Gottesdienstes zu vermeiden. Berlin. (Gesamtvorstandssitzung der Zentralwohlsahrlsstelle der deutschen Juden.) Unter Vorsitz von Herrn Rabbiner Dr. Baeck fand am Sonntag, den 29. April, die diesjährige Gesamtvorstandssitzung der Z.W.St. im Rcpräscnrantensitzungssaal der Jüdischen Gemeinde zu Berlin statt. Zu der zahlreich besuchten Sitzung hatten fast alle delegationsberechtigten Organisationen, Gemeinde- und Wohlsahrtsverbände Vertreter entsandt. H. a. roareit vertreten die Landesverbände in Preußen, Bayern, Baden, Mecklenburg-Schwerin; die Provinzialverbände: Brandenburg, Nieder schlesien, Rheinprovinz, Sachsen-Anhalt; ferner der Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlin und der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Hamburg, sowie das Wohlfahrts- und Jugendamt der Berliner Jüdi scheu Gemeinde. Außerdem hatten folgende Organisationen Vertreter entsandt: der Deutscki-Jsraelitische Gemeinde-Bund, die Großloge für Deutschland U.O.B.B., die .Hauptstelle sür jüdische Wandersürsorge und Arbeitsnachweise, der Hilssverein der deutschen Juden, der Jüdische Frauenbund, der Reichsausschuß der Jüdischen Jugendvcrbände, die Sozialen Ausschüsse des Allgemeinen deutschen Rabbincrverbandcs und vcs Reich^verbandes der jüdischen Lehrervereine, der Verein der Leiter und Leiterinnen jüdischer Erziehungsanstalten Deutschlands uub die Zionistische Bereinigung für Deutschland. Nach einer Begrüßungsansprache des Vorsitzenden wurde vom Geschäftsführer Tr. Ollendorfs der Tätigkeitsbericht über die Arbeit der Zcnrralwohlsahrtsstelle erstattet, der, ebenso wie der vom Schatzmeister, Herrn Otto Eskeles, gegebene Finanzbericht, dem Gesamloorstande schriftlich Vortag. Dem geschästsführendcn Vorstand wurde Entlastung erleiil. Sodann iotgle ein Referat von Herrn Bankdireiivr Wilhelm Kleemann, Berlin, üocr: „Gesichtspunkte, tvclche für die Errichtung der seit einiger Zeit in Berlin bestehenden jüdischen Kredil- ^enossenschasl maßgebend gewesen sinn". Daran und an die Berichte schloß sieh eine eingehende Diskussion unter lebhafter Beteiligung besonders auch der auswärtigen Vertreter. Tie Aussprache ergab ein« große Reihe von Anregungen sür die künftige Ausgestaltung der verschiedenen Arbeitsgebiete, insbesondere des Kreditwesens, der Gesundheitsfürsorge (vor allem der Tuberkulosefürsorge u;to der Für-, wrge sür Nerven- und Geisteskranke) sowie der Gefährdetensürsorge (Frage der Bewahrungshcime). Schließlich wurde eine von .Herrn Dr. Tietz (Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände) vorgclegte Enlichließnng zur tatkräftigen Förderung der jüdischen Gemeiudeuitd Jugendheime einstimmig angenommen. Im Einvernehmen mit dem Rabbinat der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Stuttgart wird erklärt, daß, solange die religionsgesctzlich' Zulässigkeit dieser Schlachtungcir nicht einwandfrei ansge- 'procheii ist, der Genuß des Fleisches von derartig geschlachteten Tieren religionsgesetzlich nicht erlaubt ist." Berlin. (Einweihung des T. G. V. Klub.) Die feierliche Einweihung des 2-lG.B. Klub fand am Sonntag, den 29. April 1928, Johannisstraße 21, statt. Trotz sommerlicher Hitze wohnten 300 Damen und Herren dem Einweihungsakt bei. Frau Johanna Meyer rezitierte Psalm 42 und 43 und im Anschluß daran die Schlußansprache aus Tollcrs „Wandlung". Die Vorlesung machte gewaltigen Eindruck aus die Zuhörer. Hansi B o r ch a r d t trug meisterhaft einen Prolog vor, in dem die Ziele der ,S.G.V. klargeleg? waren. Die Festrede hielt Herr Bankier Otto C a r s ch , stellvertretender Vorsitzender der S.G.V. Konzertsänger Dr. Fritz Salomo n s k i sang mit künstlerischem Empfinden „In diesen heiligen -Hallen". Nach ihm sprach der eben sechzigjährigc Professor Dr. M. Z o n d e k über das Thema „S.G.V. - -- eine soziale Tat". Begrüßungsreden hielten die Herren: Justizrat Dr. Brodnitz und Dr. Bruno G l a s e r s e l d für den Central-Vercin, Frau Ernestine E s ch e l b a ch c r für die jüdischen Frauen, Gustav Z a m o r y für das Wohlfahrtsamt, Richard M c i d u e r für die U.O.B.B.-Logen, Herr Freudenberger für die Herder-Loge, Frau Margarete Fried iür die Frauengruppen des Central-Bereins. Der Vorsitzende und Begründer der S.G.V., Redakteur Artur Schweriner, schloß die Veranstaltung mit dem Wunsche, daß edle Menschlichkeit und soziale ^Keselligkeit allzeit in diesen Räumen ivohnen mögen. Berlin. tF e st r ag im II. Waisenhaus der Jüdischen G e m c i n d c in P a n k o w.) Das Waisenhaus Pankow halte zu einem Fest der Zöglinge auch die Freunde und Gönner seines Heims eingeladen. Den Kindern wurden einige frohe, für sie selten schön« Stunden geboten. Sie wurden nicht nur festlich bewirtet, sondern durften auch zahlreiche künstlerische Darbietungen genießen. Herr Dr/ Ernst sprach Märcheir, Balladen und Kindergedichte, Fräulein Luckwald sang reizende Kinderliedchen. Auch die Kinder selbst betätigten sich und zeigten, »vas sie zu leisten gelernt hatten. Die große Besucherzahl bewies das Interesse, daß dieser Institution in weiten Kreisen cntgegengebracht wird. Es steht zu hoffen, daß das Fest dazu beigetragen hat, den Wunsch von Herrn Generaldirektor Racher, Kurator des Waisenhauses, dem Heim neue Freunde zu gewinnen, zu erfüllen. Berlin. (Bon der Bereinigung der Kantoren Groß- Berlins und Umgegend.) Die Bereinigung der Kantoren von Groß-Berlin und Umgegend, die zurzeit 52 Mitglieder zählt, hat auch im verflossenen Geschäftsjahre deren ideelle, wie materielle Interessen wahrgenommen. Fachreferate, Besprechungen und Neuerscheinungen synagogal-musikalischem Gebiete gaben inannigfachc Gelegenheit zu angeregter Aussprache und gegenseitiger Belehrung. All dies mit dem Ziele, an der Schaffung und Erhaltung eines nicht nur beruflich, sondern zugleich kulturell hochstehenden Kantorenstandes mitzuarbeiten. Leider wird diese Arbeit, an der die Gemeinden in erster Reil)« ein Interesse haben sollten, dadurch beeinträchtigt, daß ein erheblicher Teil der Mitglieder, die Kantoren der Privatgemeinden, trotz allen Mühens der Bereinigung, noch immer unter gänzlich unzeitgemäßen Besoldungsverhältnissen wirtschaftlich schwer zu ringen hat. Dem gegenwärtigen Vorstande gehören an die Herren Auerbach, Casper, Äuttmann, Kalischer, Kürschner, Kroll, I. Schreiber. Eine Vereinsdarlehnskasse ist im Entstehen. Berlin. (Generalversammlung.) Der Lehrerhort ehemaliger Zöglinge der jüdischen Lehrerbildungsanstalt zu Berlin hielt im März seine Generalversammlung ab, die erste nach dem Kriege. Dem Tätigkeitsbericht entnehmen wir folgendes: Krieg und Inflation machten die Arbeit des Vereins unmöglich und ließen auch das Bcreinsvcrmögen aus ein Nichts zusammcnschrumpfen. Dank günstiger Aufnahme, die eine vor ca. 144 Jahren an die Kollegen gerichtete Bitte fand, den Verein wieder ins Leben treten zu lassen, konnte derselbe seine Tätigkeit ivieder ausnehmen, nachdem ein Kollege, der einst in bitterer Not vom Verein unterstützt worden war, demselben in dankbarer Erinnerung 100 Mart, unser Ehrenvorsitzender, Herr Direktor Dr. Holzman, die gleiche Summe gespendet und etwas später die ebenfalls der Inflation anhcimge-« sallcnc Doris und Michael .Holzman-Stislung mit 1000 Mark neu begründet hatte. Unser Vereinsvermögen beläuft sich augenblicklich aus ca. 1800 Mark, das zum Teil in 7 und 8 o/0 mündelsicheren Papieren angelegt ist. Es war uns eine Genugtuung, eingehende Darlehns- und Nuterstützungsgesuche voll befriedigen zu können. Wir betrachten es als Ehrenpflicht eines jeden aus unserer Anstau hervorgcgangenen Kollegen, den Verein, der einen Mindestbeitrag von 5 Mark jährlich erhebt, zu fördern, um auf diese Art auch das ideelle Band mit seiner einstigen alina mater zu knüpfen. Dem Vorstand gehören außer unserem Ehrenvorsitzenden, Herrn Direktor Tr. .Holzmann, an als l. Vorsitzer Herr Studiendirektor Dr. .Hartmann, als Schriftführer Konrektor Arndt, als Rendant Silberberg, als Beisitzer Greczinski und Becker. Die Kollegen bitten wir, ihren Beitrag unserem Rendanten Silberberg, Zehlendorf, Lessingstraße 23, oder durch Zählkarte an die Berliner Stadtbank, Girokasse 91, Berlin-Zehlendorf, Postscheckkonto Berlin 86030, für S. Silberbcrg einsenden zu wollen. Berlin. (Jüdischer C h o r.) Mehr als je zuvor lvird im Judentum dev Gcgeiuvart die Erkenntnis lebendig, daß auch der Musik am Erstarken des jüdischen Gedankens eine wichtige Rolle zusällt. Mehr als je gilt cs sür das Judentum im internationalen Leben sich zusammenzuschließen aus einer möglichst breiten, gemeinsamen Basis. Und wo könnte diese gemeinsame Basis sonst liegen, wenn nicht in der jüdischen Ueberlieferung, dem religiösen Gedanken und dem, was im jüdischen Sinne mit dem religiösen am engsten zusammenhängt: dem religiösen Gesang, der Musik überhaupt im »veiteren Sinne. So wie die hebräische Sprache in unseren Tagen zu einem neuen Leben erwacht ist, soll auch der mit der heiligen Sprache der Väter so nnzertcennljch verwachsenen Musik die Möglichkeit einer neuen Blüte geschaffen werden. Diesem Ziel entgegen strebt die Gründung eines jüdischen Chors I in Berlin. Das Arbeitsgebiet dieses Chors wird naturgemäß in > Werken liegen, welche durch ihre Schöpfer oder durch den behandelten Gegenstand unmittelbare Beziehungen zum Judentum haben. So würden z. B. Oratorien mit alttestamentarischem Text ebenso angemessen sein, wie Synagogalmusik der verschiedensten Arten, wie auch schließlich einschlägige neue Werke zeitgenössischer Komponisten. Gerade junge jüdische Künstler finden gegenwärtig um so größere Hemmungen auf ihrem Wege, je mehr sie betont jüdisch sich auszudrücken bestreben. Für solche Werke von Bedeutung eine Heimstätte zu schassen, müßte auch eines der vornehmsten Ziele, vielleicht sogar das Hauptziel der neuen Gründung werden. Stimmbegabte Damen und Herren, welche den ausgesprochenen Leitsätzen sympathisch gegenübevstehen und in einem solchen Chor Mitwirken möchten, werden freundlichst ersucht, ihre Adressen bekanntzugeben an: Herrn Dirigent Leo Kopf, Berlin W. 15, Ludwig-, Kirchplatz 11, Oliva 5190. Breslau. (V e r ba n d s t a g.) Ter Verband der Synagogengemeinden der Provinz Niederschlesien wird hier am 17. Mai seine Hauptversammlung abhalten. In einem Verwaltungsbericht für 1927/28 cU SCHOKOLADE intarn wird die segensreiche Tätigkeit des Verbandes eingehend geschildert. Seine dringendste Ausgabe erblickte er im Berichtsjahr in der Bil°» düng von Lehrerbezirken. Nachdem dafür gesorgt war, daß in den Grenzen des Provinziatverbandes jedes jüdische schulpflichtige Kind die Gelegenheit zum jüdischen Religionsunterricht hatte, konnte die Frage der religiösen Versorgung der Erwachsenen in Angriff genommen werden. Wenn der Vervandsiehrer Czollack, der dem Vermal« lungsbericht einen besonderen Bericht über seine Tätigkeit während des Schuljahres 1927,28 beifügt, auch schon seit mehreren Jahren seine Amtstätigkeit auf die Veranstaltung von Gottesdienst mit Predigt sowie auf Vorträge über jüdische Gegenstände gerichtet hat, so Ware» das doch nur Notbehelfe. Soll jüdisches Leben in Wahrheit erweckt» erhallen und gestärkt werden, so muß ein möglichst breites und tiefeck Gemeindeledeu da geschaffen werden, ivo wegen der Kleinheit der Gemeinden ein solches verloren gegangen oder doch cingeschlasen ist. Hierzu muß der auch vom Preußischen Landesverbände jüdischer Ge» meinden befürwortete Gedanke der Bildung von Lehrerbezirken verwirklicht werden, wenn tatsächlich etwas erreicht werden soll. In dem Bericht wird Beschlverde darüber geführt, daß der Preußische Landesverband durch „bürokratisch-kleinliche Anstände" sich hierbei ebenso wie bei der Bildung eines Bezirks-Rabbinats für Niederschlesien wiederholt eher hemmend denn als förderlich erwiesen hat. Elberfeld. (Pensionierung.) Oberkantor Hermann Zivi von der hiesigen Synagogen-lAemeindc wirb nach einer arbeitsvollen und segensreichen 40 jährigen Amtstätigkeit am 1. August ds. Js. i« den wohlverdienten Ruhestand treten. Ucber 30 Jahre seiner Tätigkeit entfallen aus Elberfeld. Seine umfassende Bedeutung sür dad Kantorat wie als Musiker im allgemeinen ist in den im Laufe der Jahre erschienenen Nachschlagewerken niedergelegt; seine Bedeutung sür die Gemeinde soll in einem Abschieds-Festgottesdicnst, der zu seinen Ehren veranstaltet wird, durch Wort und Gesang zum Ausdruck kommen. Sein Nachfolger im Lehramt wird ein zweiter Rabbiner sein; das Kantorat wird zunächst der bisherige Kantor und Lehrer Gustav S u ß m a n n allein übernehmen. Herr Zivi wird, wie man hört, hier wohnen bleiben, um seine weitverzweigten beruflichen Interessen mit seiner ganzen wertvollen Kraft auch weiterhin wahrzunehmen. Irikotssen JfcSmwolle, < Vorderschluß, Größe 3.JL1V/ 2.45 Beinkleid echt Mako, in 4 Größen . . Hemd o oc echt Mako, in 3 Größen. Garnitur jacfce u- Beinkleid A uine Baumwolle, farnig .... ^X.OvJ Garnitur jac'Ke u> Beinkleid echt Mako, m. Laufmasche, farbig 4 tOv Waschleder-Imit.™*-, oc nehmer Aufnaht, gelbe Farben Leinen-Imit. sulcQual„ __ elegante Straßen Farben . . 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