Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 8 (1928)
- Issue
- 19 (11.5.1928)
- Date
- 1928-05-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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- Moritz Veit 1× ep/1024216
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IMchMeraleZellmg Organ der Vereinigung für das liberale Judentum e. V. b«rch M« 'Mhrlich M. 2M 9.20. Vri »relcr Ssfccftrag L Inland 0J5 Mc Mlgl.»drr bet Derria; )nv-i ist der vezugaprrii i» MtIlitdüvettri.ü« *«« «»tsvntt l. Htbot!t«Kt Denn» Do yd». Di« „Aü-r?ch-!werale Zeitungerscheint jeden Areilag. RedaMsu und Geschäftsstelle: Berlin 4S. MU-eimstr. 147 oremm?: v«rgmann ALLS. 3559 Postscheckkonto: Berlin JI2D 7, 137059 (verrinigung für das Uberal« Judentum» Rachorv4 sämtlicher Lriglnac-deiträge nur mit voryeriger Genehmigung der Redaktion gestattet. Anzeigenpreis er Die 12 gespaltene Aonpacatllezril« 0.45 Goldmark, die Reklamezeile 3.00 Goldmark, bet Diederholungeu Rabatt. Anzeigenannahme: .Jüdisch-liberale Zeitung' Jnseratenabteilung: Berlin SW 43, Rüthelmsttaße 1-*«' (Bergmann: 3333-39), sowie jämtL Ännoncen-Expet iltv.. 7kr. 19 Berlin, 11. Mai 1928 8. Jahrgang iT»,rin Wische Varlamentarier ln Deutschland Wieder einmal stehen tvir vor Reichstagswahlen, im gröstten deutschen Bundesstaat, in Preußen, und in einigen anderen Staaten zugleich vor Landlagswahlen. 8 0 Jahre bestellen nunmehr beide potitische Körperschaften, die deutsche und die preußische; im Reiche vorübergehend im „tollen Jahr" als „Deutsche Nationalversammlung" bis zu ihrer gewaltsamen Auflösung bezeichnet — das „Rumpfparlament" mit ferner Lebensdauer von nur wenigen Wochen kommt kaum in Betracht — dann dauernd als Norddeutscher Reichstag 1867—70 und von 1871 bis heute als deutscher Reichstag; dabei sehen wir von dem Zwischenspiel der „Deutschen Nationalversammlung", die 19 t9 nach der Revolution irr Weimar tagte, ab. sicherlich ist es nun von Interesse, alle Inden, die in diesen Parlamenten ihre Wirksamkeit entfaltet haben, vor unserm geistigen Auge vorüberziehen zu lassen (die Bersast sungSkorperschaften, die kurze Zeit nach den Befreiungskriegen in den nächst Preußen größten Staaten des jetzigen deutschen Reiches: Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden, Hannover, zu allererst sogar in dem kleinen Sachsen-Weimar Karl Augusts, ins Leben traten, zählten keine Juden als Mitglieder, können für uns hier folglich außer acht bleiben). I. Liberale, fortschrittliche, demokratische Abgeordnete. Air der Wiege des deutschen Parlamentarismus stand ein Jude von so ausgesuchter Prägung, wie wir ihn seitdem nicht wieder iw unseren Reihen gesehen haben, Johann Jacoby aus Königsberg (Pr.). Ein Mann von beinahe spartanischer Leb"usha>tnna, ein Verächter des Geldes, wenn dessen Annahme seiner Ueberzeugung widerstrebte — in der Konflikts- »eit nahm er als einziger Abgeordneter der Fortschrittspartei 1-on der Regierung, mit der seine Partei im Kampfe lag, keine Diäten — ein aufopfernder Arzt, selbstloser Helfer der Armen, als Forscher auf physiologischem Gebiete nicht ohne Bedeutung. Er erregt vor allem Bewunderung durch die unentwegte Konseqenz, mit welcher er während seines langen Lebens an seinen freiheitlichen Anschauungen festhielt. Wenn von den Anfängen des Verfassungslebens in Deutschland die Rede ist, wird stets in erster Reihe sein Name genannt werden, da er es erst durch seine berühmte, 1841 erschienene Schrift „Bier Fragen" in Fluß gebracht hat. Auch ist sein Name unauflöslich mit der politischen Geschichte Preußens durch die Unerschrockenheit verknüpft, mit der er Friedrich Wilhelm IV. persönlich die Worte entgegengeschleudert hat: „Das ist ebcu das Unglück der Könige, daß sie die Wahrheit nicht hören sollen." Als Jude kümmerte er sich schon in jungen Kahren und auch später, soweit seine parlamentarische Wirksamkeit als Land- und Reichstagsabgeor.dneter ihm Zeit ließ, in seiner Geburtsftadt als Repräsentant angelegentlich um Zeitgemäße Erneuerung des Gottesdienstes und sonstige Ge meindeangelegenheiten. Bereits als junger Student trat er dem Judenhaß in einer geharnischten Schrift entgegen. „Ex »ngue leonem!" Nächst Jaeoby ist aus dem Revolntionsjahr 1818 besonders der redegewaltige Hamburger Oberlandesgerichtsrat Gabriel Rieß er, der unvergessene Vorkämpfer für die Emanzipation seiner Glaubensgenossen, Vize-Präsident der 48 er Nationalversammlung, zu nennen. Leider hat die Parze seinen Lebenssaden zu früh abgeschnitten, so daß er die Erfüllung mancher von ihm so sehnsüchtig erstrebten Reformen, für die er mannhaft gestritten hat, nicht mehr erlebte. Näheres über den kernigen Mann zu bringen, der in der dankbaren Erinnerung der Nachwelt sortlebt, hieße Eulen nach Athen tragen. Nach der Reaktionsperiode, die dem Frühlingsreif von 1848 folgte, setzte die „Neue Aera" im Jahre 1858 mit dem Regierungsantritt des Prinzregenten, späteren Königs und Kaisers Wilhelms I., ein. In diesem Zeitraum ist es von jüdischen Abgeordneten lediglich Dr. Moritz Veit, der erhöhte Beachtung erheischt. Ist doch sein Name unverdientermaßen ziemlich stark in Vergessenheit geraten. Der gelehrte Berliner Buchhändler, der feinsinnige Schriftsteller, Dichter und Aesthethiker hat sich als alt-liberaler Abgeordneter nicht nur in der zweiten preußischen Kammer, als stellvertretender Stadtverordneten-Vorsteher um seine Heimatstadt Berlin, sondern nicht minder um die jüdische Gemeinde, deren Leiter er zeitweise war, verdient gemacht. Der Name des treuen Freundes von Michael Sachs, des glänzenden Verwaltungstalentes, des Philanthropen, der gar manche Tränen von armen Witwen und Waisen getrocknet hat, ist mit goldenen Lettern im Buche der Erinnerung unserer Reichshauptstädtischen Glaubensgenossen eingezeichnet. In der schon erwähnten Konfliktsperiode (1861 bis 1866) wählte die Berliner Bürgerschaft drei fortschrittliche jüdische Abgeordnete, nämlich außer Johann Jacoby seinen Königsberger Freund und Spezial-Kollegen Dr. Raphael Ko sch aus Lissa und den Berliner Fabrikbesitzer Leonor Reichenheim aus der bekannten Patrizierfamilie; auch dessen Bruder Theodor war vorübergehend Abgeordneter. In der L i b e r a 1 e it A e r a von. 1867 - 78 sind es be sonders die beiden leuchtenden Sterne L a s k e r und B a m - b erg er, die hier vom allgemeinen und speziell jüdischen Standpunkt aus eingehendere Würdigung finden sollen. Eduard Laster, geb. in Jarotfchin (Posen) im Jahre 1829, gest. am 5. Januar 1884 ans einer Reise in New-Pork. Er studierte in Breslau Jura und war hernach zu einer Zeit, wo er schon als der anerkannte Führer der damals bedeutendsten Partei Deutschlands, der national-liberalen, galt, noch immer unbesoldeter Assessor. Im Jahre 1870 wurde er von der Regierung vor die Wahl gestellt, in Berlin Stadtrichter oder Anwalt (für diesen Berns bestand damals noch der numerns clausus) zu werden. Er entschied sich für die Anwaltschaft, übte diesen Berus jedoch selten und fast nur in politischen Prozessen aus. Während der letzten 10 Jahre seines Lebens war Lasker Syndikus des Berliner Pfandvriesamtes. In seiner parlamentarischen Wirksamkeit, die sich seit 1879 ans den Reichstag beschränkte und deren .Höhepunkt die am 6. Februar 1878 im preußischen Abgeordnetenhaus gehaltene Rede über den Gründungsschwindel war, kam es zu einem gewissen Abstieg durch den Wirtschafts¬ und später allgemein politischen Gegensatz zwischen chm und Bismarck. Unvergängliches hat Lasker durch seine Mitwirkung, ja Initiative bei der Schaffung von Gesetzen, insbesondere bei der Strafrechtsreform (1876) und bei der neuen Gerichtsverfassung des Deutschen Reiches (1879) geleistet. Wegen dieser Verdienste machte ihn die Universität Freiburg zum Ehrendoktor. Bei seinem jähen Tode sprachen die Internationale Friedensloge und das amerikanische Repräsentantenhaus zu Washington dem Reichstag ihr Beileid zu dem Verlust eines so hervorragenden Mitgliedes aus. Als Jude hat Lasker, der in seiner Jugend Talmud gelernt hat, bei der Beratung des Gesetzes über den Austritt aus der Gemeinde (Mai 1876) ein schönes Glaubensbekenntnis abgelegt, in welchem er seine unauflösliche Verbundenheit mit der Religion seiner Väter betonte. Dr. Ludwig Bamberger, Nationalökonom und Politiker, geb. 1823 in Mainz, gest. 1899 in Berlin. Bambergers Lebenslauf war nicht so ungestört wie der seines politischen Freundes Lasker, da die Beteiligung an der Volksbewegung des Jahres 1848, zunächst in der engeren Heimat Hessen, dann im Badisch-Pfälzischen Ausstand (Erlebnisse aus der Pfälzischen Erhebung) einen gewaltigen Einschnitt in die Gestaltung seiner Lebensverhältnisse machte. Der danralige Dr. juris und Gerichtsreserendar wurde wegen seiner revolutionären Betätigung zum Tode verurteilt, allerdings in eontumaciam, da er sich durch rechtzeitige Flucht gerettet hatte. Als politischer Flüchtling lebte er zunächst in der Schweiz: später als Bankier in Rotterdam, London, Brüssel und seit 1853 in Paris. Neben geschäftlichem war ihm in der französischen Hauptstadt, wo sein Gesichtskreis sich bedeutend erweiterte, auch großer gesellschaftlicher Erfolg beschieden; er und seine Gattin waren der Mittelpunkt eines von vielen hervorragenden Persönlichkeiten besuchten Salons. Die Amnestie des Jahres 1868 ermöglichte ihm die ersehnte Heimkehr nach Deutschland; im gleichen Jahre wurde er Mitglied des deutschen Zollparlaments. Als Autorität in allen Bankfragen berief ihn Bismarck zur Lösung der Entschädigungsfrage während des deutsch-französischen Krieges in das Hauptquartier nach Versailles. Jetzt begann seine politische Bedeutung. Von 1867—93, bis zu seinem freiwilligen Mandatsverzicht, gehörte er zunächst als Vertreter seiner Heimatstadt, dann des Nachbarwahlkreises Alzay-Bingen dem Reichstag an. Der einstige demokratische Revolutionär war inzwischen auch internationalliberal gewesen; aber Bismarcks seit 1879 reaktionäre Wirtschaftspolitik trieb Bamberger alsdann wieder in die Reihen der fortschrittlichen bürgerlichen Linken. Einer der geistreichsten Redner des Parlaments, in der Beherrschung der komplizierten Währungsfrage, aber auch in Zoll- und Kolonialsragen unbestrittene Autorität, bekämpfte er des Reichskanzlers Kolonialpolitik heftig, aber mit weitausschauender Begründung, wie überhaupt seine nicht selten ironisch-sarkastisch gefärbten Reden stets von großer Sachkenntnis zeugten. In dem Kampf gegen die Bismarcksche Militär- und Beamtenpolitik blieb Bamberger auf der Strecke. Seine lesenswerten, von hoher Warte aus anregend und fesselnd geschriebenen „Erinnerungen" hat nach seinem Tode Paul Nathan in 2 Bänden herausgegeben. Mommsen nannte ihn in seiner Gedenkrede den „Deutschesten aller Deutschen". Die gemeinsame Grabplatte für ihn und seinen 15 Jahre vorher dahingeschiedenen Freund Lasker trägt die Inschrift: „Im Tode vereint, die im Leben verband Gemeinsames Streben für Freiheit und Recht." Ludwig Löwe, im Jahre 1837 in Heiligenstadt (Eichsfeld), wo sein Vater jüdischer Lehrer war, geboren, ein Selfmademan im edelsten Sinne des Wortes, wurde Begründer der noch heut« bestehenden Weltfirma Ludwig Löwe. In seiner Jugendzeit neigte er zu den politischen Anschauungen der Sozialdemokratie, an deren Wiege er gestanden hat; er war Privalsekretär Ferdinand Lais-ules. Später bekannte Ludwig Löwe sich zur Fortschrittspartei, deren Führer er in Berlin wurde. Als Stadtverordneter begründete er die „Bergpartei", den äußersten linken Flügel des Kommunal- Fortschritts. Jir sozictt politischer Beziehung vertrat er in seiner Fraktion, nicht ohne Eugen Richters Widerspruch zu finden, in Sachen des Arbeiterschutzes die radikalsten Ansichten; mit aller Entschiedeicheit trat er sowohl in Land- und Reichstag wie in der Stadtverordnetenversammlung dafür ein. Besonders ergriff er in Berliner Fragen und zum Problem der Arbeitersürsorge (Krankenkassen, Verbot der Nacht- und Sonittagsarbeit, Frauen- und Kinderarbeit) das Wort. Auch in der Bekämpfung des Antisemitismus stellte er, der in den letzten Lebensjahren Repräsentant war, unerschrocken sciiten Mann, wie er ja überhaupt in seinem ganzen Wesen sich stets als Feuergeist zeigte, der sich früh aufzehren mußte. Ludwig Löwe war als Volksredner sehr beliebt. Er sprach mit glühendem Temperament und mit stürmischer, geradezu übersprudelnder Beredsamkeit. Wohltätig bis an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit, hinterließ er, obwohl an der Spitze eines RiesennnternehmenS stehend, ein nur bescheidenes Vermögen. Namentlich im „Hilfsverein für jüdische Studierende" betätigte er sich mit aufopfernder Fürsorge. Am Grabe sprachen die ihm befreundeten Abgeordneten Virchow, Träger, .Hermes, -Leine letzten Worte — er starb 1887 — waren: Gott segne alle guten Menschen! Sein Parteifreund, der Arzt Dr. Wolf'Straßmann, auS Rawitsch stammend, von 1876—84 Berliner Stadtverordneten Vorsteher und LandtagSabgeordneter, >var ihm bereits zwei Jahre vorher im Tode vorangegangen. Im Reichstage spielte gleichzeitig auch Leopold Son - itemcum, der Begründer und Besitzer der noch heute blühenden „Frankfurter Zeitung", kenntnisreich auf den verschiedensten Gebieten und ein geschickter Redner, als Führer der allerdings kleinen „süddeutschen Volkspartei" eine nicht unbedeutende Rolle. Nicht jeder, mag er Gelehrter oder sonst eine prägnante Persönlichkeit fein, eignet sich zum Parlamentarier von Format. So enttäuschte der hervorragende Publizist, Staatsrechtler und Nationalökonom Heinrich B. Oppenheim, der Vater des Ausdruckes „Kathedersozialisten", die in ihn als Reichstagsabgeordneten gesetzten Erwartungen. Der Präsident des ehemaligen Reichshandelsgerichts zu Leipzig, dessen Reichstagsvertreter er während einer Legislaturperiode war, der spätere ordentliche Honorarprofessor an der Berliner Universität, seinerzeit unbedingt die erste Autorität auf dem Gebiete des Handelsrechts, Lew in Goldschmidt, trat als Reichstagsabgeordneter ebensowenig hervor wie der damals als Spezialist für Nervenleiden sehr bekannte Forscher Prof. Dr. Emanuel Mendel-Pankow, 1874 81 als Fortschrittler Vertreter des Wahlkreises Niederbarnim. Sogar Rechtsanwälte, die ja als Berussredner soviel sprechen, schweigen sich vielfach im Parlament aus, beispielsweise Justiz rat Marburg, der lange Jahre Altona im Land- und Reichstag vertrat. Nur bei einer Gelegenheit hielt er eine vielbeachtete Rede, nämlich bei der oben erwähnten AustriltSgesetz-Debatte, wo er das Judentum nicht nur als seinen angestammten Glauben, sondern wegen seiner vorbildlichen sozialen Gesetzgebung und seiner Wohltätigkeitsinstitutionen als Jdcalreligion hinstellte. Auch der Begründer der zum Teil nach ihm benannten Hirsch-Duncker'schen Gewerkvereine, Tr. Max Hirsch — nicht zu verwechseln mit Stadtrat Joseph Hirsch, dem Reichstagsvertreter Danzigs J874—77 — erwies sich mehr als hervorragender Agitator und Organisator, denn als blendender Redner im Land- und Reichstag, denen er mehrfach angehörte. In Hamburg trat der eigenartige Fall ein, daß fach wiederholt zwei jüdische Kandidaten, Ree und Wolfsohn, in einem und demselben Wahlkreis als Bewerber um das Mandat gegenüberstanden. 1871 und 1881 trug Ree, bei den Zwischenwahlen Wolfsohn die Palme des Sieges davon. Dr. Anton Ree, Schuldirektor der von ihm begründeten und noch heute nach ihm benannten Ree'schen Realschule, und Justizrat Emil W o l f s o h n sprachen beide nur selten, aber sehr gediegen, jedoch ohne rhetorischen Aufputz. Darin, indes auch in der Beherrschung der Materie Meister war Wolfsohns Berufskollege Justizrat Frankenburger-Nürnberg, dessen Namen verschiedene Gesetzentwürfe im deutschen Reichs- und bayerischen Landtag tragen. Den Reichstag zierte er vier Jahre, den bayrischen Landtag 20 Jahre bis zu seinem Ableben. In den letzten Reichstag wurde kurz vor seiner Auslösung noch der bekannte Berliner Theateranwalt, Autorität auf dem Gebiete des Verlagsrechtes und Urheberschutzes, Dr. Richard Frankfurter, Sohn der verstorbenen Schriftstellerin Ullrich Frank (Pseudonym für Ulla Frankfurter), Urenkel von Rabbi Akiba Eger, infolge des Ablebens des bisherigen Mandats-Inhabers und Vorgängers auf der Reichsliste, hineingewählt. Hoffentlich erblüht diesem Demokraten bei den Neuwahlen das Glück einer längeren Mandatstätigkeit. Im preußischen Landtag kämpften mehrere Jahrzehnte lang als unverkennbare Norddeutsche mit spezifisch Berliner Prägung der noch unvergessene Geh. Justizrat Oskar