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Jüdisch-liberale Zeitung · 1928-04-13 · 15 (13.4.1928) · page 2

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
8 (1928)
Issue
15 (13.4.1928)
Date
1928-04-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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gehabt und das ganze Werk voraussichtlich zum Scheitern gebracht. Haben wir für das Gesetz das Frauenwahlrecht ohne Erfolg erstrebt, so werden wir in den Gemeinden weiter bemüht sein, soweit es noch nicht besteht, es durch Statutenänderung zu erreichen und zu verankern. Erreicht ist im übrigen Einhelligkeit über den der Regierung einzureichenden Entwurf auf Grund der im Vorjahr beschlossenen Fassung mit den in diesen Blättern bereits mitgetellten Aenderungen. Die Einigung ist erzielt worden auf Grund eines völligen Frontwechsels der Jüdischen Volkspartei. Deren Taktik war im Vorjahr beherrscht von völliger Negation. Unter dem frischen Eindruck der damaligen Verhandlungen habe ich sie in dieser Zeitung am 8. April 1927 folgendermaßen geschildert: „Einer unserer klarsehendsten Fraktionsfceunde, der sich von Verhandlungen mit der Volkspartei besonders viel versprochen hatte, hat nach Abschluß derselben hervorgehobcn, daß sie ganz zwecklos gewesen seien, weil die Volkspartei offensichtlich von vornherein entschlossen war, unter allen Umständen „nein" zu sagen. Sie hätte sicher jede ihr gemachte Konzession gern acceptiert, - und dann doch wieder einen Grund gefunden, in der Negation zu verharren." Dieses Verhalten-war diesmal ersetzt durch sachliche Mitarbeit an den interfraktionellen Besprechungen, die eine allen Richtungen genehme Fassung zu finden bezweckten und dieses Ziel in erheblichem Maße auch erreichten. Ueber die Gründe dieser Schwenkung der Volkspartei wurden mancherlei Mutmaßungen geäußert. Besonderes Gewicht legte man der Abwesenheit zweier maßgebender und besonders intransigenter Führer dieser Partei bei. Ich möchte eher annehmen, daß man doch nicht mit dem Odium in den Wahlkampf gehen wollte, sich bei der wichtigsten Aufgabe dieser Sitzungsperiode in unfruchtbarer Ablehnung erschöpft zu haben. Ein Beispiel für mehrere: Auf der vorigen Tagung hatte die Volkspartei der Ueberschrift des Entwurfes heftigste Fehde angesagt, sie wollte das Wort „Religionsgemeinschaft" daraus entfernt sehen. Dieses Verlangen ist von der nationaljüdischen Anstellung der Volkspartei aus durchaus verständlich. Bei allen anderen Parteien fand es begreiflicherweise Ablehnung. In diesem Jahre wurde es nicht einmal gestellt. Zu den drei Punkten, die jetzt Gegenstand des Kompromisses geworden sind, wäre sicherlich schon im vorigen Jahr eine gleichgerichtete Einigung erzielt worden, wenn bei der Volkspartei derselbe Verständigungswille vorhanden gewesen wäre wie in diesem Jahre. Als Gewinn mag sich die Volkspartei die Verankerung des passiven Gemeindewahlrechts der Ausländer buchen. Für uns stellt dieser Vergleichspunkt keinen Verlust dar. Gewiß gibt es in unserer Fraktion eine Minderheit, die aus achtungswerten und durchdachten prinzipiellen Erwägungen die Festlegung des Ausländerwahlrechts im Gesetz überhaupt nicht wünschte. Unser Fraktionskollege, Herr Sanitätsrat Peyser, wird es mir sicher danken, wenn ich ihn als den konsequentesten Vertreter dieser Auffassung hier nenne. Er hat sich daher auch bei der Schlußabstimmung der Stimme enthalten. Die Mehrheit der Fraktion stand aber schon im Vo^ahre auf dem Standpunkt, daß territorial bestimmte Religionsgemeinden alle Glaubensgenossen umfassen müßten und daß die Bildung nach Staatsangehörigkeit beschränkter Gemeinden nur auf dem Weg über die Sondergemeinde (Perfonalgemeinde) angängig sei. Wenn die Festlegung dieses Grundsatzes im Vorjahr auf das aktive Wahlrecht beschränkt wurde, so geschah das lediglich auf Grund eines im Rate seinerzeit geschlossenen Kompromisses, daß das Wahlrecht zum Vorstand überhaupt von der gesetzlichen Regelung ausschloß. Ich habe als Redner der Fraktionsmehrheit schon auf der vorigen Tagung ausführen können, daß ich an sich keine Bedenken sähe, das Prinzip auch auf das passive Wahlrecht auszudehnen und habe diesen Standpunkt in der „Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 8. 4. 1927 folgendermaßen präzisiert: „Praktisch besteht ein Ausschluß der Ausländer vom Gemeindevorstand in Preußen wohl nirgends, und es wird auch in liberalen Kreisen kaum jemand auf den Gedanken kommen, wenn das Wahlrecht der Ausländer zur Gemeindevertretung gesetzlich festgelegt ist, es für die Vorstandswahl auszuschließen: denn das hieße ja vraktisch geradezu die ostjüdischen Gemeindemitglieder der Leitung durch deutsche Zionisten zuzuführen." Diese Gesichtspunkte haben der großen Mehrheit der Fraktion die Zustimmung zu diesem Punkt des Kompromisses leicht gemacht. — Zur Frage der Organisation der Die Schiroh Ein Preislied vom Schilfmeer. (Zur Thora-Vorlesung am 7. Tag Peßach.) Uebertragung von Hanns John, Vorbeter der Liberalen Synagoge Berlin-Wilmersdorf. Ich singe dem Ewigen, der hoch erhaben, Der Roß und Reiter im Meere begraben. Mein Sieg und Sang ist Gott, Mein Heil, ich will ihm fingen, Und meines Vaters Gott Soll'n meine Lieder Hingen. Der Ewige ist ein Mann des Krieges, Sein Name ist: Adaunoj. Pharaos Wagen und Heer Schleuderte er ins Meer: — Aegyptens stolze Hut Erstarb in Schilfmeers Flut. Wogen hüllter: sie ein — Sie sanken hinunter wie Stein. Die kraftvoll prangende Gottesfaust Auf den Feind zerschmetternd herniedersaust. In Deiner Hoheit Fülle Zertrittst Du. die sich empören; Dein zornglühender Wille Wird sie wie Stoppeln verzehren. Dein Hauch kann Fluten hemmen, Türmt Wogen auf zu Dämmen, Und wenn der Feind schon siegbewußt Sich naht mit beutegieriger Lust, Hauchst Du das Meer herbei — Und jene versinken wie Blei. Wer, o Gott, ist mächtig Wie Du, Wer ist heilig, prächtig. Wie Du, Erhaben Klingender, Wunder Vollbringender, Der die Rechte erhebt. Daß die Erde erbebt? Du Huldvoller leitest Das Volk, das Du befreitest jüdischen Gemeinden in Landesverbänden enchält der neue § 21 nur eine andere Ausgestaltung des bereits im bisherigen § 24 enthaltenen Prinzips: Möglichste Förderung der Organisation der Gemeinden in Landesverbänden, deren segensreiche Tätigkeit insbesondere für die Kleingemeinden jeder, der am Preußischen Landesverband mitarbeitet, anerkennt, — aber Vermeidung jeden Gewissenszwanges gegen Gemeinden, deren Mehrheit dem verbandsmäßigen Zusammenschluß widerstrebt oder mit den jeweils bestehenden Landesverbänden nicht harmoniert. Es ist erfreulich, daß dieses demokratische und liberale Prinzip nunmehr auch von der Volkspartei anerkannt wurde. Wenn die neue Fassung mehr als die bisherige geeignet sein sollte, egoistischen Sonderbeftrebungen einzelner Gemeindevorstände entgegenzuwirken, so können wir das nur begrüßen- Nur schwerwiegende Bedenken rechtfertigen ein Fernbleiben von der Organisation. Die gleichen Grundsätze gelten aber auch für das Verhältnis der Glaubensgenossen zur Ortsgemeinde. Für Steuerdrückebergerei haben wir niemals Sympathie gehabt. Wir haben freilich das hiergegen empfohlene Heilmittel der Weiterbefteuerung des Austretenden zu Gunsten eines — von chm selbst zu wählenden — Landesverbandes nur unter schweren Bedenken acceptiert. Denn wir fürchten, daß von den Personen, die aus Steuergründen ihre Gemeinde verlassen, viele auch den weiteren Schritt des Austritts aus der Gemeinde nicht zu dem von chnen gewünschten Ziele führt. Damit verliert aber das Judentum nicht nur diese Personen, sondern auch ihre gesamte Nachkommenschaft. Das Gewicht dieses Bedenkens wurde mir noch soeben von maßgebendster rabbinischer Seite bestätigt. Wir haben es trotzdem zurückgestellt, als wir die Bolkspartei zu der entscheidenden Konzession bereit fanden, chren Widerstand gegen die Personalgemeinde aufzugeben. IllMMNMlMMMNNNNMlMIWMIMNllMNNMNMNMNNMIlMIMNMMMMINMM lllUllllllllllUltlllllllUllllllUUUIIIIIlllllIlltlllllllllllillllllllUllllllllllIlllllllllllllllltllllllllllllllll Nach der angenommenen Fassung muß die Staatsregierung einer Vereinigung von Personen, die sich zur Bildung einer Personalgemeinde zusammenschließen, unter gewissen Voraussetzungen die Rechte einer Synagogengemeinde verleihen. Diese Voraussetzungen sind hinreichend, um Spielereien des Eigensinns und der Großmannssucht Einzelner oder kleiner Gruppen auszuschließen, hindern aber nicht die Erfüllung der Wünsche einer beachtlichen Minderheit. Auch ist durch Uebergangsbestimmungen dafür gesorgt, daß die Möglichkeiten der Bildung einer Personalgemeinde nicht durch die ganz andere Ziele verfolgenden Bestimmungen gegen Steuerflucht sabotiert werden; die Verpflichtung des Austretenden zur Steuerzahlung an einen Landesverband ruht, wenn der Austretende zugleich einer Vereinigung beilritt, die chre Zulassung als Personalgemeinde beantragt hat oder innerhalb eines Monats beantragt. Von der Bedeutung dieser Bestimmungen über die Personalgemeinden, deren Annahme durch alle Parteien wir Liberalen als wertvollstes Aktivum dieser Tagung buchen, sei ein kurzes Schlußwort gesagt. Fern liegt es den Liberalen aller Schattierungen, auf Sprengung der Einheit der Gemeinden hinzuarbeiten. Der Liberalismus hat in den jüdischen Gemeinden bisher stets mitgearbeitet, gleichgültig ob er in den Gemeindestuben die Mehrheit hat oder nicht. Während die Orthodoxie sich hier und da von der Bindung an die Ortsgemeinde gelöst hat, verlangt z. B. die Berliner Reformgemeinde von allen ihren Mitgliedern gleichzeitige Zugehörigkeit zur Berliner Jüdischen Gemeinde. Trotzdem sehen wir — für uns wie für andere -- in der Anerkennung der Personalgemeinde ein Ventil gegen Gewissensdruck. Das zu schaffende Judengesetz wird möglicherweise wieder 80 Jahre in Geltung sein. Wir scheu Bestre- I Und führst es voll Schonung! Zur heiligen Wohnung.! Es hören's die Völker und beben.! Philister bangen um ihr Leber:, j Die Stammfürsten Edoms erschrecken, j Es zagen Moabs Recken, j Ganz Kanaan zittert j Von Grauen durchschüttcrt.! Vor des Gottesarmes Macht z Versinken sie in Nacht. Bis das Gottesvolk sicher durch Tiefen und Wogen, Bis das Gottesvolk sicher vorübergezogen; Bis Du es in Deines Besitzes Berg, In Deiner göttlichen Hände Werk, In Deine heilige Wohnung sicher gcführet, Geleitet an Deiner Heiligkeit Bett. Ja, immer und ewig der Herr regieret! Adaunoj jimlauch l'aulom woed! j Jiddisches Theater in Berlin! Wer den Kulturkampf der Jiddischisten mit den Hebraisten kennt, wundert sich nicht, daß nunmehr nach der Ruhmesreise der hebräischen Habima-Truppe auch die jiddische Granowsky- Bühne eine Tournee durch Europa und Amerika antritt. Sie spielt zurzeit im Berliner Theater des Westens und wird vor dem Verlassen Deutschlands auch noch in anderen Städten (z. B. Breslau, Leipzig, Frankfurt a. M.) Gastspiele absolvieren, leider vermutlich überall unter dem irreführenden Namen „Das Moskauer Jüdische Akademische Theater". Bei der Premiere gab es eine von dem Regisseur Granowsky bearbeitete musikalische Komödie nach Scholom-Aleichem „200000". Dabei handelt es sich um die Wandlung eines armen Schneiders, der das große Los gewinnt und dann das Geld an Gauner wieder verliert, verwoben mit einer kitschigen Liebesgeschichte. Als der Erfolg des jiddischen New Kork vor kurzem bei Reinhardt in den Berliner Kammerfpielen gezeigt wurde, schrieb ich hier, daß uns die Problematik dieser Ghettojuden nicht tangiert. Uns ist die Möglichkeit einer Synthese von modernem Leben und jüdischer Religiosität Gewißheit. Und wenn nun hier wieder in dem Stück von Scholom-Aleichem bungen am Werke, die Religionsgemeinden ihres Charakters zu entkleiden, sie zu „Volksgemeinden" umzugestalten. Kein Mensch weiß, was aus solchen Tendenzen rm Laufe der Jahrzehnte für Folgen sich ergeben werden. Wir wollen uns aber für alle denkbaren Fälle, auch wenn uns einmal schwerwiegendste Gewissensbedenken das Verbleiben in einer solchen „Gemeinde" unmöglich machen sollten, das Recht sichern, auch dem Staate gegenüber Juden zu heißen. Für die Strömungen des jüdischen Lebens hat der volksparteiliche Rabbiner Dr. Emil Levy in seiner — leider recht parteipolitisch gefärbten — Einführungsrede zum diesjährigen Verbandstag das Wort von der „Eicheit in der Mannigfaltigkeit" verwendet. Wir wollen die Einheit der Gemeinde erhalten; wenn das aber einmal ohne Gewissenszwang nicht mehr möglich sein sollte, wollen wir durch eine etwa notwendig werdende Mannigfaltigkeit des gemeindlichen Zusammenschlusses erhalten die Einhert des Judentums. In diesem Geiste sehen wir durch die Verständigung vom 26. März die Postulate des Äberalismus anerkannt. Wir hoffen, für das jüdische Gemeindeleben der Zukunft die nötigen formalen Voraussetzungen geschaffen zu haben, und wir buchen erfreut den wichtigen Posten des Judengesetzes unter dem „Erreichten" unserer Verbandstagung. Abschaffung der Arbeitslosenunterstützung in Palästina Die Zionistische Exekutive Palästinas veröffentlicht eine Erklärung, wonach am 23. April die Arbeitslosenunterstützung in der Form von Bargeld-Auszahlungen an Arbeitslose vollkommen aufhört, und daß an ihre Stelle ein System der produktiven Arbeitslosenfürsorge tritt. Dies wurde dadurch ermöglicht, daß die Regierung ihren Plan der Aufführung öffentlicher. Arbeiten zwecks Beschäftigung von Arbeitslosen erweitert hat und daß die von Nathan Straus und Felix M. Marburg der Zionistischen Exekutive zur Verfügung gestellten Summen, vereint mit den Summen, die im normalen zionistischen Budget für Zwecke der konstruktiven Arbeits losenfürsorge eingestellt sind, es ermöglichen, alle noch in Palästina vorhandenen Arbeitslosen bei konstruktiven Arbeiten zu beschäftigen. Orgellausch in der Berliner Gemeinde? Wie wir bei Redaktionsschluß hören, ist in der letzten Vorstandssitzung der Berliner Gemeinde der von uns längst tot geglaubte Plan, die Orgel in der Synagoge Levetzowstraße zu entfernen, von dem zionistischen Finanzdezernenten Ka reski erneut zur Diskussion gestellt worden. Das ist um so verwunderlicher, als ja bekanntlich vor Jahren, als ein ähnlicher Plan einmal ganz schüchtern erwogen wurde, sich bei den Besuchern der Synagoge Levetzowstraße ein derartiger Sturm erhob, daß das Projekt erst gar keine konkrete Gestalt annahm, sondern lautlos in der Versenkung verschwand.. Da nunmehr aber von konservativer Seite für das Hansavierrel eine Synagoge verlangt wird, die vom Gemeindevorstand den konservativen Kreisen wiederholt zugesagt wurde, und an scheinend dem Finanzdezernenten jetzt vor seinen eigenen Pro jekten etwas unheimlich wird, so will er eine Verständigung aller Beteiligten dadurch herbeisühren, daß die Orgel aus der Synagoge Levetzowstraße entfernt, im übrigen aber der liberale Ritus beibehalten wird. Als Trostpille soll den Liberalen noch der Einbau einer Orgel in die Synagoge im Südosten Berlins am Kottbuser Ufer zugestanden werden, da diese Synagoge, wie bekannt, bei der bisherigen konservativen Führung sich nur geringen Zuspruchs erfreute. Wir brauchen wohl nicht zu betonen, daß von liberaler Seite diesem Plan mit aller Entschiedenheit widersprochen werden wird. Für uns ist eine Synagogenorgel kein Objekt für Tauschgeschäfte. Wenn sich in der Synagoge Kottbuser Ufer der Einbau einer Orgel, für den wir immer eingetreten find, nunmehr auch nach Ansicht der Zionisten als zweckmäßig erweist, so mögen sie diese berechtigte Forderung endlich erfüllen. Von der Entfernung der Orgel aus der Synagoge Levetzowstraße kann aber in diesem Zusammenhang gar keine Rede sein.' gezeigt wird, die armen Juden hui, die reichen Juden pfui, so'wissen wir, daß diese primitive Ghettoauffassung mit der fortschreitenden Emanzipation, die auch das Ostjudentum jetzt durchlebt, verschwinden wird. Ueber die Granowsky-Bühne auf Grund einer Vorstellung ein Urteil abgeben zu wollen, dünkt uns verfrüht. Habima scheint ernster, gestraffter, künstlerischer zu sein. Hier bei Granowsky wird "Kunst zu bizarren Kunststücken. Alles in allem: ein unerfreulicher Abend. Nicht nur, weil für uns das Jiddisch keine Sprache der Kunst ist, sondern auch, weil uns der Inhalt des Stückes und die Darstellung nicht selten anwidert. In einer Pause hörte ich von einem der zum Glück nicht eben zahlreichen nichtjüdischen Theaterbesucher einen Ausdruck der Bewunderung darüber, wie diese jüdische Truppe die jüdischen Schwächen darzustellen vermag. Nur gut, daß diese Schwächen nur in der Phantasie der Ghettojuden und der Nichtjuden bestehen. Der Beifall entsprach dem Temperament der Ostjuden, die hier Heimatklänge wiederhörten. Walter Loewenstein. Eoudenhove-Kalergi's »Held oder Heiliger" in seiner Einstellung zum Judentum Es muß einseitig scheinen und willkürlich gefärbt, wenn man ein Werk von den Ausmaßen dieses neuen Buches, das uns der geniale Schöpfer des Paneuropa-Gedankens beschert hat, vom Brennpunkt eines Einzelgedankens aus betrachten will. Und doch erscheint es geradezu unmöglich, ein Buch wie d^ses, das Ausblicke in alle Zweige, in alle Liefen des modernen Denkens gewährt, nach allen Seiten hin würdigend zu beleuchten, und so soll unserem deutsch-jüdischen, unserem europäisch-jüdischen Interesse entsprechend das herausgezogen werden, was für uns von Wichtigkeit und gleichzeitig SMungnahme eines Nichtjuden zu den innerjüdischeu Problemen, die uns augenblicklich wieder mit besonderer Jntesität beschäftigen, ist. . Fast ist es beschämend, daß es von unserer Sette einer besonderen Anerkennung bedarf, wmn ein Christ sich s» Annahme von Bestellungen auf die Jüdisch-liberale Zeitung bei allen Postämtern Deutschlands

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