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Jüdisch-liberale Zeitung · 1928-04-06 · 14 (6.4.1928) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
8 (1928)
Issue
14 (6.4.1928)
Date
1928-04-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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die „Laien", das Tunke! für die „Berufenen/', für sie, die jubeln mit unserm Lied: „Tein ist der Tag, aber dein auch die Nacht." Ja, so wandet sich unser Fest immer neu. Und wir feiern die Freiheit der Unfreiheit; die Freiheit vomGötzew dienst des Wissenwollens, des Triumphs der Klarheit und der Beweise. Wir feiern die Freiheit im Eingeständnis, daß wir die Kinder des Dunkels sind — gerade weil wir uirendlich viele wissen: daß wir mit jedem Tag abhängiger werden, mit dem wir uns unabhängiger machen, an jedem Tag eingeschränkter und kleiner, der uns scheinbar größer sieht und stärker. Wir leben, das ist die Erkenntnis der Zeit, in einer Welt der unbegrenzten Möglichkeiten, und jede Taseinsform ist relativ. Tie Religion fängt nicht mehr da an, wo die Wissenschaft > aufhört — diese alte Phrase kann endgültig begraben werden. Tie Wissenschaft hört in jedem Augenblick auf und fängt jeden Augenblick wieder an, sie lebt im Dunkel, wie alles, was ist, wandelt sich dauernd und löst sich ab. Ein Name verdrängt den anderen, Richtungen erschlagen sich, Schulen bekämpfen sich. Unendlich schier ist die Fülle der Namen, die uns die „Klarheit" zu bringen geglast. Das zu betonen, davor erschüttert zu stehen, in Demut und gar nicht in Stolz aus menschliches Können, das ist Religion. Tie „Stimme Gottes" immer neu zu vernehmen, in tausend Varianten, an jedem Tag, an dem er tatsächlich nach dem Worte der Weisen, seine Schöpfung „immer wieder -und wieder erneut". Viel tiefer als sie können wir das verstchn, tiefer als wir verstehn es die Enkel. Heute wie ehemals ist die Erde ein Chaos, denn heute wie einst leben wir alle „Inmitten der Nacht". Fünfundzwanzig Jahre Hilfsverein für die jüdischen Taubstummen Gedenkblatt zum 9. April 1928. Von Professor Dr. Eugen Wölbe. Unter dem Gesichtswinkel der Ewigkeit gesehen, ist ein Bierteljahrhundert im Leben eines Einzelnen feilte Zeitspanne, der eine große Bedeutung zukäme. Im Leben eines über ganz Deutschland verbreiteten Vereins bedeutet dieser Zeitabschnitt kaum mehr als einen Anfang, und so ist der Tag, an welchem sich die Begründung des „H i l f s v e r e in s für die jüdischen Taubstummen" zum 25. Male jährt, kein Anlaß zu eitler Selbstbespiegelung, sondern ein Mahnruf zu ernster Rückschau. Wenn er aber die Frage stellt, ob er die Aufgaben, die er übernahm, gelöst hat, darf er mit seinen Erfolgen durchaus zufrieden sein. Der Hilfsverein verdankt seine Entstehung der Anregung, mit welcher die Vorsitzenden der beiden „Vereine zur Förderung der Interessen der israelitischen Taubstummen" in Berlin und in Breslau an den Breslauer Rabbiner D r. Ferdinand Rosenthal herantraten. Dieser warmherzige Mann kannte das herbe Los der Taubstummen aus eigener Anschauung, zur Einleitung einer großzügigen Hilfsaktion aber erachtete er seinen Amtsgenossen Dr. Eschelbacher sowie seinen Schwiegersohn Theodor Löwenberg, beide in Berlin, für die geeigneten Persönlichkeiten. Beide Herren erließen im Herbst 1902 einen Aufruf, der einen so starken Widerhall in den Herzen der deutschen Juden fand, daß der „Hilfsverein für die jüdischen Taubstummen in Deutschland" in der Generalversammlung vom 9. April 1903 für gegründet erklärt werden konnte. Den Vorsitz übernahm Theodor Löwenberg, der spätere Reichstagsabgeordnete Dr. Julius Moses wurde 2. Vorsitzender, William Neumann 1. Schriftführer. Obwohl die Arbeitslosigkeit unter den Taubstummen während des ersten Vereinsjahres nicht erheblich war, mußte er dennoch Beihilfen zur Miete, Mittel zur weiteren Ausbildung im Gewerbe sowie Darlehen gewähren. Armen taubstummen Familien spendete der Verein Kleidung, Feuerung sowie zu Peßach Mazzoth. Durchreisende mittellose Taubstumme erhielten kostenlos Nachtquartier und Verpflegung. Sein besonderes Augenmerk richtete der Verein aus die religiöse Betreuung der Taubstummen, und so füllte am UluiliiUiHiiiiiuiiitiiüUHimiiiiHiiitiimiummmiiiinimimiiinuiiinniiiniiiinuiiiiiiniiinn Sendet den fälligen Beitrag für das 2. Quartal 1928 in Höhe von Mk. 2,50 auf das Postscheckkonto der Bereinigung für das liberale Judentum Berlin Nr. 137069 ein. iiimiiilmimitmtiiiiiiiimmmiiiiiminiTriTTin'm'iiün'iiiriltFn'uiijimiii'iiiiiiiitiiliiiiimmiiiiii 22. September 1903 eine taubstumme jüdische Gemeinde zum ersten Male einen Berliner Betsaal bis auf den letzten Platz. Seit Eröffnung des Alterheims finden regelmäßig an den Feiertagen sowie alle vierzehn Tage am Freitagabend Gottesdienste in der herrlichen Anstaltssynagoge statt, an denen sich außer den Insassen auch andere Taubstumme Groß- Berlins beteiligen. Doch wir eilen den Ereignissen voraus. Der aus Gründung des Hilfsvereins abzielende Aufruf hatte die ungeahnte Folge, daß von allen Seiten Meldungen über jüdische Taubstumme einliefen, die in christlichen Heimen, Klöstern und anderen charitativen Anstalten konfessioneller Art untergebracht waren. Es galt nunmehr, für diese hilflosen, meistens bejahrten Leute ein Altersheim zu gründen. In der Vorftandssitzung vom 17. Mai 1905 wurde ein diesbezüglicher Beschluß gefaßt, der am 1. April 1907 in die Tat umgesetzt wurde. An diesem Tage bezog der Verein ein Stockwerk im Hause Schloßstraße *8 zu Pankow bei Berlin und nahm die ersten sechs Pfleglinge auf, deren Betreuung er dem Lehrer S i l b e r b e r g, später dein Lehrer Metz, übertrug. Bald aber erwiesen sich die Räume als zu klein, und so nahm der Vorstand am 1. April 1909 sechs weitere Zimmer hinzu und war somit in der Lage, U Verein für Feuerbestattung in Berlin von 1874, e. Y. Kostenlose Venerbestattnng Annahme W 35, Ltitzowstraße 44, Telephon: Ltitzow 960-61 und Charloltenburg, Kantstr. 154 a Ecke Fasanenstraße, Telephon: Steinplatz 1835 Malerarbeiten jeder Art Renovierung von Wohnungen, Geschäftslokalen, Fassaden etc. Robert Gutheim W50, Kulmbacherstr. 7, Fernspr.: Lützow 6260 Kostenanschläge gratis Soeben erschien: Heinrich Kurtzig. Dortluden Ernstes und Heiteres von ostischen Juden Pappband RM. 2.— Fenier empfehle: Hagadas, Sederdecken Gebetbücher, Talesim, Silbertressen, Ritualien, jüdische Literatur M Poppelauer Berlin C2, Neue Friedrichstrasse 59 Abitur, Obersekunda Voimittags-Abendschule Private Vorbereitungsanstalt. Direktor Danziger Berlin, Alte Jakobstraße 125 Zu Hermann Cohens 10. Todestag SOEBEN ERSCHIENEN Hermann Cohens Schriften zur Philosophie und Zeitgeschichte Herausgegebcn o A Görland u. E Casfirer Mit 2 Cohen-Bildnissen v. Karl Doerbecker 2 Bände, 1100 Seiten, in echt Buckramleinen M. 28.— in Halblcder M. 35.—, Nummerierte Luxus-Ausgabe in Ganzleder auf Bütten, 50 Exemplare, M. 70.— Hermann Cohens Jüdische Schriften geben von Bruno Strauß Mit einem Cohen-Bildnis von Max Lieber mann 3 Bände, 1260 Seiten, in Halbleinen M. 20.— Hermann Cohen- Bildnis nach einer Radierung von Max Liebermann M. 1.- Zu beziehen durch alle Buchhandlungen oder durch den Madenüe^^erlag^Verlm Lützowstraße 16 iliülllllillllllllllllllüllliiillilil fertige Anzüge von Mk. 45.— an m. Stoff Mk. 90 — tadelloser Sitz MßassiirM (Oranienburgerstr. Tor) Die jüdische Gemeinde einer Großstadt d. Rheinprovir.z sucht zum baldigen oder späteren Eintritt einen Gemeinde- Sekretär der buchtechnisch gebildet, mit dem Sleuerwesen durchaus vertraut ist und bereits in solcher Stellung tätig war oder ist. Alter nicht über 40 Jahre. Offerten unter A ICO besorgt die Expedition. Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Deutschland in bnc neue Werk B. Rofeiithal Hsimalgefchichle der badischen Juden 2eit ihrem ersten Austrcicn bis zur Gcqcnwnrt noch flcbntcücu ». miflcbviirfttn Quellen bearbeit«. Unnana .'>4n Leuen mit Bildbeilagen, eil!er faksimilier!en Urkunde und einer Geschichlskarlc tmit Baden. §!anrlei»enbiind 1>> Mark, Konkordia A.-G. für Druck und Verlag. Bühl/Baden Die Erste Weltkonferenz liberaler Juden (Reden, Diskussion, Beschlüsse) Gründungsversammlung der World Union for Progressive Judaism London, 10.—12. Juli 1926 Preis: Im Buchhandel Mk. 1.80 für Mitglieder der Vereinigung, die bei uns direkt bestellen Mk. 1.- Vereinigung für das liberale Judenium f. u. Berlin SW 48. WilhelmstraBe 147 Insassen zu beherbergen. Aber auch diese Mietsräume warennur ein Provisorium: die Errichtung eines eigenen Gebäudes wurde eine unabweisbare Notwendigkeit. Ein solches wurde im Jahre 1912 in Niederschönhausen, Kaiserin Augustastr. 37, aufgesührt und im September 1912 bezogen. Damals beherbergte das Heim 18 Insassen, heut sind es deren 40; 2 davon wohnen im Altersheim seit dessen Begründung. Diese Taubstummen - soweit sie arbeitsfähig sind — gehen im Heim keineswegs müßig. In der Vorkriegszeit war im Heim eine Buchbinderei und - William Neumanns Lieblingsprojekt - eine Kartonfabrik im Betrieb; im Kriege selbst wurden hier Satteltaschen für die Heeresverwaltung angefertigt. Bis zum heutigen Tage werden Schneider und Schuhmacher in der Arbeitsstätte öeschäftigt. Angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Krise, die sich in weitgehender Arbeitslosigkeit äuswirkt, beabsichtig! der Hilfsverein für die erwerbsfähigen jüdischen Taubstummen eine größere Arbeitsstätte zu gründen und hier verschiedene Beschäftigungszweige in eigener Regie zu betreiben. Ter Verein beabsichtigt ferner, das Heim auch solchen Taub stummen zu öffnen, die noch nicht die in den Statuten feftgelegte Altersgrenze von fünfzig erreicht haben, aber Heimat und arbeitslos und daher — wenn ihre Glaubensgenossen sich chrer nicht annehmen — den schwersten Gefahren preisgegeben sind. Zu diesem Zweck soll das Heim durch einen Anbau vergrößert werden, um fortan mindestens fünfzig Taubstumme aufnehmen zu können. Beim Rückblick auf das erste Vierteljahrhundert seines Bestehens gedenkt der Hilssverein voll Dankbarkeit seiner vielen Mitarbeiter und Freunde, der Ortsgruppen und Vertrauensmänner, seiner Einzelmitglieder und Spender. Wenn je das jüdische Herz seine Probe bestand, so war es in dem Eifer, mit dem es den Bestrebungen dieses glänzend geleiteten und daher segensreich wirkenden Vereins entgegenschlug. Dieser charitative Verein dürfte — abgesehen von den Frauenvereinen — der einzige über ganz Deutschland verbreitete Verein sein, den eine Dame leitet: Frau Johanna Löwenberg, die nach dem Tode ihres Mannes den Vorsitz übernahm. Tatkräftig und zugleich warmherzig hat sie den Verein bis jetzt geleitet möge es dem Verein unter ihrer Leitung vergönnt sein, die erhabenen Aufgaben, die er sich gestellt hat, zum Wohle seiner Schützlinge restlos zu erfüllen. * I Aus der Bewegung >4444 »44444» »4 »444» i 4»4»»»44 4444 4444 Berlin. (Liberaler Verein für die Angelegenheiten der I ü d i s ch e n Gemeinde zu Berlin E. P.) SiSü bitten unsere Mitglieder, um das Inkasso-Geschäft möglichst zu ver einfachen, die am 1. April fälligen Mitgtiedsbciträge auf unser P o st s ch c ck k o n t o Berlin 1 4 8 05 einzuzahlen. sctirittenreitic B. tferetnigunB lllc das litieraie Judentum LI. Die Grundsätze des jiid.-reiioiOsen Liberalismus uon Rahhiner Dr. S. LewKowitz, Benin Preis 0.50 Hark Grundlagen u. Ziele d. religids-liber. Judentums uon Dr. Joseph Norden-Elberfeld Preis 0.75 Hark Bestellungen beim Verlag der „Jüdisch-liberale Zeitung1' Berlin SW 48, Wilhelmstraße 147 Israelitischer Gottesdienst in Arantfurt/Al. Liberaler Ritus: Hauptsynagoge. Dienstag, d. 10. 1., abds. 7. Millivoch, d. 1t. 4., 7. Tag, morg. 9, Predigt Rabb. Tr. Salzbergcr, nachm. 4, abds. 7. Tonnerstag, d. 12. 4., 8. Tag, morg. 9, nachm. 4. Peßach- Ausgang abds. 8. Freitag, d. 13. 4., abds. 7. Sonnabend, d. 14. 4., morg. 9, Predigt Rabb. Tr. Gottschalk, nachm. 1, Sabba:-Ausgang abds. 8.05. Wochengottesdienst: morg. 7.30, nachm. 4. Synagoge an der Königsteiner Straße. Dienstag, d. 10. 4., abds. 7, Predigt Rabb. Tr. Lazarus. Mittwoch, d. 11. 4., 7. Tag, morg. 9, Predigt Rabb. Tr. Gottschalk, abds. 7. Tonnerslag, d. 12. 4., 8. Tag, morg. 9, abds. 7. Freitag, d. 13. 4., abds. 7, Predigt Rabb. Tr. Lazarus. Sonnabend, d. 1-1. 4., morg. 9. Wochengottesdienst: morg. 7.30, abds. 7. Konservativer Ritus: Synagoge am Biirncplatz Tiensiag, d. 10. 4., Vorabend, 7.05. Mittwoch, d. 11. 4., 7. Tag, Frühgottesdienst 6.20, morg. 8 Predigt, nachm. 4.30, abds. 8. Donnerstag, d. 12. 4., 8. Tag, Frühgottesdienst 6.20, morg. 8, nachm. 4.30 Halachischer Vortrag, Festes-Ausgang 8.05. Wochengottesdienst: morg. 6.15. Freitag, d. 13. 4., Vorabend, 6.50. Sonnabend, d. 14. 4., Frühgottcsdienft 6.30, morg. 8, ttachm. 4.30 Vortrag des tzerrn Rabb. Tr. Hossmann für junge Leute: „Die Grundlchren des Judentums im Anschluß an Maimonides". Sabbat- Ausgang 8.05. Wochengottesdienst: morg. 6.15, nachm. 6.45. Synagoge Bockenhcim. Dienstag, v. 10. 4., abds. 6.55. Mittwoch, d. 11. 4., 7. Tag, morg. 8.45 Predigt, abds. 8.05. Donner.-tag, d. 12. 4., 8. Tag, morg. 8.45. Festes-Ausgang 8.05. Freitag, d. 13. 4., abds. 6.55. Sonnabend, d. 14. 4., morg. 8.45, nachm. 4; Ausgang 8.05. Wochengottesdienst: morg. 6.45. Israel. Krankenhaus Gagernstr. 36. Dienstag, d. 10. 4., abds. 7.05. Mittwoch, b. 11. 4., 7. Tag, morg. 8.15, nadpn. 4, abds. 8. Donnerstag, d. 12. 4., 8. Tag, morg. 8.15, nachm. 4. Verlag: Bereinigung für da? liberale Judentum e. V.. Berlin SW. 48. — Verantwortlicher Redakteur: Dipl.-Jng. Bruno W oyda, Berlin NW. 23. — Druck: Hermann Wegner ft Co.. «erlin-Mariendorf.

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