Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 8 (1928)
- Issue
- 12 (23.3.1928)
- Date
- 1928-03-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2613366-2613947-2613959--2645-2620140- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
So sind Freunden gewidmet: Die Rede „Am Grabe von Willibald Löwenthal"; der Aufsatz „Benas Levh 70 Jahre" (J.-l. Ztg. 8. 9. 23); der Artikel „Erinnerung!" S. 18 ff. der „Festschrift zum 70. Geburtstage von Moritz, Schaefers" (Phil o-B erlag, Berlin, 1927); schließlich sein Nachruf: „Leo Lilienthal — in memoriam" — (J.-l. Ztg. 24. 9. 27).! Wie eben noch sein langjähriger Freund Lilientbal, so ist mancher aus dem Kreise Bernhard Breslauers bereits vor chm dahingegangen, den Ueberlebenden seien diese Blätter der Erinnerung dargebracht. Walter Breslauer. * Sprechsaal * Für diese Rubrik übernimmt die Schristleitung lediglich die preßgesetzliche Verantwortung. Findlinge und Stiefkinder! Die Behandlung der jüdischen Religionsvereine Berlins. Von Martin Bandmann, Friedenau. Die Wörter Findling und Stiefkind haben einen ominösen Klang. Es riecht förmlich nach Armeleutestuben und man denkt an Zurückgesetztsein und Nichtachtung. — Das 19. Jahrhundert hat diesem Uebel soweit zu steuern versucht, daß den durch Schicksal hart Betroffenen wenigstens die Möglichkeit zur Existenz geschaffen wurde. Staat und Gemeinde vertreten Elternstelle. — Die ausführenden Organe sind nicht immer von der Elternliebe beseelt, welche gerade den sozial Schwachen gegenüber angebracht wäre. Das 20. Jahrhundert setzte diese Kulturarbeit in gleichem Maße und mit gleicher Methode fort. Solche Findlinge sind auch die zahlreichen privaten jüdischen Relrgionsvereine, welche aus der Not heraus geboren und entstanden sind. — Die Konzentration der Synagogen im Zentrum Berlins war der seinerzeitigen Entwicklung der Stadt angepaßt. Mit ihrer Vergrößerung und Ausdehnung sowie dem zahlreichen Abgang der Bevölkerung nach der Peripherie und den Vororten hätte eine vorausschauende Gemeindepolitik dem religiösen Bedürfnis der nach dort verzogenen Mitglieder dadurch Rechnung tragen müssen, daß sie auch in diesen Gegenden Gotteshäuser errichtete. Jedes Mitglied der Gemeinde hat das Recht zu fordern, daß es in erreichbarer Nähe in einem Gotteshause seine Andacht verrichten kann. Da die große Gemeinde diesem Bedürfnis nicht Rechnung trug, entstanden die kleinen Privatgemeinden. Sie werden seitens der Großgemeinde subventioniert, wenn auch nur in beschränktestem Maße. Ich will gerne zugeben, daß in der Inflation die Gemeinde ihren Etat schwer balancieren konnte. Weshalb führt man aber jetzt, nach der Inflation, wieder nur Projekte aus, die viele Millionen in Anspruch nehmen (Prinzregenten- und Agrikolastraße), wofür gut zwölf kleinere Bethäuser ge- \ baut werden könnten? So müssen Vereine wie z. B. der Religionsverein von Friedmau, Steglitz und südwestliche Vororte in gemietetm, unwürdigen Räumen ihre Andacht halten, wiewohl zirka 5000 jüdische Seelen in diesem Kreise wohnen. Da die Möglichkeit, sein Gebet an würdiger Stätte zu verrichten, nicht, gegebm ist, entsteht häufig eine Entfremdung der Religion gegenüber, welche sich besonders in der Nachkommenschaft oft unheilvoll auswirkt. Darauf dürfte es auch mit zurückzuführen sein, daß unter den aus dem Judentum Ausgetretenen Berlins der Prozentsatz der in den westlichen Vororten wohnenden Juden ein außerordentlich hoher ist. Will die Gemeinde diesem Uebel steuern, so sorge sie dafür, daß schnellstens Bethäuser gebaut werden. Als Stiefkinder sind die Rabbiner, Lehrer und Kantorm der Privatgemeinden anzusehen. Während die entsprechenden Beamten der großen Gemeinde fest angestellt und pensiynsberechtigt sind, leben die der Privatgemeinden in ständiger Sorge. Die Privatgemeinden können ihnen keine lebenslängliche Anstellung geben, da ihre eigene Existenz von zweifelhafter Dauer ist; andererseits ist es nicht ersichtlich, weshalb Beamte derart wichtiger Funktionen nicht den anderen Beamten gleichgestellt werden. — Die Gehälter finb so niedrig (Kantoren beginnen mit ca. Mk. 160,— und steigen bis Mk. 250,—), daß Rücklagen für das Alter unmöglich gemacht werden können, andererseits besteht die Gefahr, daß die Privatgemeinden nicht in der Lage sind, den alten und im Amte verbrauchten Be- , amten Pensionen zahlen zu können, und daß durch Auf- Neti- Größer und besser r Noch geräumigere Karosserie, länger, größere Kraft, Vierradbremse — das sind nur einige wenige der vielen neuen Verbesserungen dieses noch größeren und besseren Chevrolet 1928 Länger, schöner, eleganter, stärker, bequemer und dazu noch preiswerter von M 3725 an Der Chevrolet 1927 war der meist* gekaufte Wagen der Welt. Der höchste Automobilwert. So groß war die Nachfrage nach Chevrolets, daß im vorigen Jahre eine Million davon gebaut werden mußten. Aber der neue Chevrolet 1928 ist noch verbessert! Beachten Sie diese bemerkenswerten Verbesserungen: Größer und daher geräumiger. Der ganze Wagen, Radstand und Karosserie — alles das ist länger. Das Innere der Coach- Karosserie ist allein um 10cm länger. Ergebnis: reichlicherer Raum für fünf erwachsene Insassen, größere Bequemlichkeit, wunderbare Anpassung an die Straße, außerordentliche Schönheit. Vierradbremse. Starke, feste, haltbare, zuverlässige Vierradbremse. Dieser neue Chevrolet hält noch leichter, sanfter, sicherer und schneller. GrößereKraft. Viel e Verfeinerungen des starken „Ventil-im- Kopf“*Motors. Neue Aluminium« Kolben gewährleisten kraftvolle* Touring, 5 Sitzer.M 3725 Coach, 5 Sitzer. ...... 4250 Sedan, 5 Sitzer. 4625 ImperiabLandau Sedan. . 4920 Sport*Coupe, 4 Sitze . . . 4650 */r-t-Lieferwagen - Chassis 2 895 VU*t* Lastwagen «Chassis 3795 Preise ab Berlin, fünffache Bereifung bei Personen• wagen. Ferner fahrbereite SchnelULiefer- und Last* wagen auf Chevrolet.Chassis. Auskunft und Beratung durch unsere Händler. ren und doch ruhigeren Gang. Der Chevrolet, von jeher berühmt für seine schnelle Anfahrt und Beschleunigung, für seine Bergsteige* fähigkeit, ist jetzt noch stärker und leistungsfähiger. Dann hat er noch eine große Anzahl anderer Verbesserungen: Lenkrad in Kugellagern, stoßdämpfende Federn, schmälerer, tieferer Kühler, thermostatische Wasserkontrolle, größere Reifen, neue Farben. Der neue Chevrolet 1928 ist das Ergebnis einer Konstruktions* und Materialprüfung über 4500000 Kilometer. Er hat ein Jahr Garantie. Kommen Sie, sehen Sie selbst. Eine Probefahrt mit dem nächsten Chevrolet*Händler wird die vorstehenden Angaben bestätigen. Hagadah mit deutscher Übersetzung. Geb. v. 60 Pfg. an Gestickte Mazzetaschen, Sedergestelle in verschiedenen Ausführungen, Tallessim, Machsorim, Tefillin. Mesussoth etc. Preisliste gratis Hebräische Buchhandlung C. Boas, Nachf. □ eriin C 3, Neue Friedrichslrasse 69 Soeben erschien: Heinrich Kurtzig, Dorfluden Ernstes und Heiteres von ostischen Juden Pappband RM. 2.— Ferner empfehle: Hagadas, Sederdecken Gebetoücher, Talesim, Silbertressen, Ritualien, jüdische Literatur M Poppelauer Berlin C 2, Neue Friedrichstrasse 59 Maierarbeiten jeder Art Renovierung von Wohnungen, Geschäftslokalen, Fassaden etc. Robert Gutheim W50, Kulmbach&rstr. 7, Fernspr.: Lützow 6260 Kostenanschläge gratis Liberaler Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin e.V. Sederabende Am ersten und zweiten Sederabend, Mittwoch, den 4. und Donnerstag, den 5. Apri', abds. 81/, Ohr Sederfeier in Schneiders Hotel, Klosterstrasse 79, Ecke Königstrasse, Leitung: Kantor John — Gedeck (ein Ei Bouillon mit Mazzothklößchen, Gemüse, Braten und Kompott) Mk. 4,50 Meldungen möglichst rechtzeitig erbeten an Schneiders Hotel, (Telef.: E. 2. Kupfergraben 3851) Israelitischer Gottesdienst in Irankfurt/ril. Liberaler Ritus: Hauptsynagoge. Freitag, b. 23. 3., abds. 6.30. Sonnabend, d. 24. 3., morg. 9, nachm. 4, Sabbat-Ausg. 7.30. Wochengottesdienst: morg. 7.30, nachm. 4. Synagoge an der Königsteiner Straße. Freitag, b. 23. 3., abds. 6.30, Predigt Rabb. Dr. Lazarus. Sonnabend, d. 24. 3., morg. 9.30. Wochengottesdienst: morg. 7.30, abds. 7. Konservativer Ritus: Synagoge am Börneplatz Freitag, d. 23. 3., abds. 6.15. Sonnabend, d. 24. 3., Frühgottesdienst 6.45, morg. 8.15, nachm. 4, Vortrag des Herrn Rabb. Dr. Hoffmann, für junge Leute, „Die Grundlehren des Judentums im Anschluß an Maimonides"; nachm. 6.30, Vortrag des Herrn S. Una, „Die Gesetzvorschristen für Pessach"; Sabbat- Ausgang 7.30. Wochengottesdienst: morg. 6.30, nachm. 6.15. Synagoge Bockenheim. Freitag, d. 23. 3., abds. 6.15. Sonnabend, d. 24. 3., morg. 8.45, nachm. 4, Sabbat-Ausg. 7.30. Wochengottesdienst: morg. 6.45. Israel. Krankenhaus Gagernstr. 36. Freitag, d. 23. 3., abds. 6.16. Sonnabend, d. 24. 3., morg. 6.15, nachm. 4. CHEVROLET 1928 GENERAL MOTORS G. M.B. H., BERLIN . BORSIGWALDE Autorisierter General Motors.Händler £fit Chevrolet