Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 8 (1928)
- Issue
- 12 (23.3.1928)
- Date
- 1928-03-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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f. Jahrgang ttummer 12 Beilage 23. Mär; 1926 ^AftnpnyilTtfTnii» hh Enthüllung einer Büste Paul Rathaus in der Jüdischen Gemeinde Am 15. März, dem ersten Jahrzeit-Tage Dr. Paul Nathans, wurde in der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin eine Bronce-Büste des hervorragenden jüdischen Führers, ein Werk des süddeutschen Bildhauers Arnold Zadikow, feierlich enthüllt. Das Kunstwerk wurde von einem süddeutschen Mäzen, der ungenannt bleiben will, der Jüdischen Gemeinde Berlin gewidmet, die Gemeinde überließ es jenen drei Organisationen, denen Paul Nathan am nächsten stand: dem Hüfsverein der Deutschen Juden, dem Central- Berein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, der Gesellschaft zur Förderung von Handwerk und Landwirtschaft unter den Juden „Ort", die Feier zu gestalten. Vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde erschienen )ie Herren Kammergerichtsrat Wolfs und Dr. Sandler, von der Kunstkommission der Gemeinde Direktor Simon und Frau Dr. Rahel Wischnitzer-Bernstein, vom Hilfsverein der Deutschen Juden die Herren Generalkonsul Eugen Landau, Prof. Schäfer, Herr und Frau Dr. Bernhard Kahn, Direktor Joachimssohn und der Generalsekretär des Hilfsvereins Dr. Wischnitzer, vom Centralverein Frau Henriette May, Rabbiner Dr. Hildesheimer, Dr. Bruno Weil und Landgerichtsrat Stern, von der Gesellschaft „Ort" Direktor Graetz, Dr. Singalowsky u. a. m., vom Verband der russischen Juden Herr Staatsrat Teitel, außerdem eine Reihe von Verehrern und Freunden Dr. Paul Nathans, wie Dr. Ernst Feder u. a. m. Im Namen des Hilfsvereins würdigte Herr Prof. Schäfer die große Persönlichkeit und das Wirken Dr. Paul Nathans, der mit der Geschichte des Hilfsvereins der deutschen Juden eng verknüpft ist. Noch unmittelbar vor seinem Lebensende nahm er eine neue großzügige Arbeit des Hilfsvereins auf sich. Im Namen des Central-Vereins huldigte Dr. Bruno Weil dem Andenken des Juden, Deutschen, Europäers und Menschen Nathan. Im Namen des Verbandes „Ort" führte Herr Dr. Singalowsky ungefähr aus: Paul Nathan war nicht nur der Mann mit dem nüchternen Blick für die Not der Gegenwart, sondern er hielt auch Umschau in die Zukunft. In seiner Sorge um das osteuropäische Judentum begnügte er sich nicht mit sozialer Flickarbeit und Palliativen; er richtete sein Augenmerk auf das zentrale Problem. Ueberzeugt, daß die Lösung der Frage der osteuropäischen Juden im Osten zu geschehen habe, wandte er sein ganzes Interesse dem Problem der Aenderung in der Struktur des jüdischen Wirtschaftslebens zu. Er erkannte die wunderbare Vitalität der russischen Juden an und schätzte ihre schöpferische Kraft hoch ein. Als „Ort" nach der Zersplitterung des russischen Judentums Anfang 1921 in Berlin die erste Konferenz einberief, aus der der interterritoriale „Ort"-Verband begründet wurde, war Dr. Paul Nathan der erste deutsche Jude, der sich an der Vorbereitung dieser bedeutsamen Tagung wie an den Beratungen beteiligte. Von jener Zeit an hörte er nicht auf, der Sache von „Ort" zu dienen. Noch vor Jahren entwarf er den Plan einer großen jüdischen Kolonisation im Fernen Osten. Wenn jetzt, ein Jahr nach feinem Ableben, in der gesamten jüdischen Oeffentlichkeit das offiziell verkündete Projekt einer großen geschlossenen jüdischen Siedlung im Fernen Osten dieskutiert wird, so muß die bei jedem das Andenken an Paul Nathan wachrufen. Der „Ort"-Verband wird sein Gedächtnis Hochhalten. Namens des Vorstandes der Gemeinde führte Herr Dr. Sandler aus, Dr. Paul Nathan habe als Mitglied der Bibliothekskommission wertvolle Anregungen für die Kunstsammlung gegeben. Der Vorstand hat beschlossen, die Büste in der Kunstsammlung aufzustellen, um in den jugendlichen Besuchern das Bild Dr. Nathans erstehen zu lassen. (Jta.) Hallensportfest der Mischen Jugend Berlins Zum ersten Male trat das Jugendamt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin am Sonntag, den 18. März, mit einer sportlichen Veranstaltung vor die Oeffentlichkeit. Alle jüdischen Jugendvereine haben sich zur Verfügung gestellt, um ihre sportliche Leistungsfähigkeit zu zeigen. Das Fest fing um 5y* Uhr nachmittags an und dauerte bis spät in den Abend hinein. Es war für die veranstaltende Behörde wie für die teilnehmenden Jugendvereine ein voller Erfolg. Viele Tausende interessierter Zuschauer säumten das große Oval des Berliner Sportpalastes, wo fast sechs Stunden lang recht guter Sport in allen Disziplinen geboten wurde, ein. Man bemerkte den Polizeivizepräsioenten Tr. Weiß, die Oberturnräte Preuß und Zobel, Frau Stadträtin Dr. Wehl, fast alle Mitglieder des Vorstandes und der Repräsentantenversammlung der jüdischen Gemeinde und des Berliner Rabbinats, die alle in der Ehrenloge Platz nahmen. Nach einleitenden Vorkämpfen fand ein Aufmarsch der 17 beteiligten Verbände statt, von denen besonders Bar Kochba und der jüdische Boxklub Maccabi angenehm ausfielen. Nach einer Reihe von gymnastischen Uebungen, die von der Frauen- und Mädchenabteilung des Bar Kochba vorgeführt wurden, kam zunächst die 10 mal 50 Meter-Pendelstaffel -für Jugendliche zum Austrag, die von dem Bar Kochba I, vom Start aus überlegen führend, in 1:14,1 gewonnen wurde. Auch die 10 mal 50 Meter-Pendelstaffel für Männer wurde eine Beute von Bar Kochba in der Zeit von 1:12,6. Die nächste Nummer des Programms, der 1500-Meter-Vorgabelauf, bildete einen Höhepunkt des ganzen Abends. Der finnische Meisterläufer E. Katz startete vom Mal aus, hatte bei 600 Meter bereits seinen Klubkameraden Krauß überholt, gab dann zeitweilig die Führung an Bergmann I ab, trat bei 1000 Meter scharf an, um mit 5 Metern gegen A. Sänger als Dritter das Ziel zu passieren. Zeit des Siegers: 4:14. Von: 50-Meter-Lauf für Männer ist zu melden, daß Simon nach gut gelungenem Start in 6,9 Sekunden das Zielband zerreißen konnte. Sodann folgten exakte Uebungen an 21 Geräten, ausgeführt vom Bar Kochba, dem Jüdischen Turnverein 1905, dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten und dem jüdischen Turnverein Berlin östliche Vororte. Auch diese turnerischen Darbietungen hinterließen den besten Eindruck. Unterdessen war in der Mitte der Halle ein Ring aufaeschlagen worden, den nunmehr, stürmisch begrüßt, die Jiu-Jrtsu-Leute des R.J.F. betraten. Sie zeigten einen Ausschnitt aus einer Trainingswoche, und dann führten Frl. Annimira Blumen? feld und Herr Emst Joachimsthal (deutschen Federgewichtsmeister 1927) in einem humoristischen Sketsch vor, wie die Frau sich eines Rowdys in vorkommenden Fallen erwehren kann. Jetzt zogen die Boxer des J.B.C. Maccabi in den Ring. Nach Freiübungen, Seilspringen interessierten besonders die Schaukämpfe: GuttRann gegen Battist und Buchbaum gegen Hütter; auch sie durften sich für ihre ausgezeichneten Leistungen bedanken. Im Handball-Endspiel konnte der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, dank der guten Arbeit seines Torwarts Pfeffer, gegen den Bar Kochba einen Sieg von 3:1 heraus" holen. Das dann folgende Hallentennis litt unter schlechter Beleuchtung. Ten Schluß des Abends bildeten die beiden spannenden 10 mal 1/2-Rundenstaffeln für Frauen und Mädchen sowie für Männer und Jugend. In der ersten siebte Bar Kochba I nach wechselvoller Führung in 2:11. Tre letzte Staffel bildete sportlich einen Höhepunkt des ganzen Abends. Hier wurde wieder einmal bewiesen, daß Bar Kochba mit seinen Staffelmannschaften, besonders seiner Kampsmannschaft, an führmder Stelle in Deutschland steht. Kurz I ist ,b& erste Mann und erreicht gleich die Führung, iHieltermann vergrößert den Vorsprung, Treumann liegt schon mit 30 Metern in Front, Simmenauer gibt mit 50 Metern Vorsprung den Stab an Lewin ab. Dieser dehnt seinen Gewinn auf 80 Meter aus, nach Jnklowitz liegt der frühere S.C.C.er Gerber mit 95 Metern vorn, Eger läßt das übrige Feld gar 125 Meter zurück, und Simon schafft einen Rundengewinn von 160 Metern. Brausender Beifall belohnte den ehrlich errungenen Erfolg. Das Fest verlies für Zuschauer wie Teilnehmer überaus anregend. Allgemein wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß das jüdische Hallensportfest zu einer ständigen Einrichtung des Berliner jüdischen Lebens werde, werde. Ter Liberale Verein für die Angelegenheiten .der Jüdischen Gemeinde in Berlin hatte einen Preis gestiftet, der der siegreichen Hockeymannschaft überreicht wurde. Annahme von Bestellungen auf die Jüdisch-liberale Zeitung bei allen Postämtern Deutschlands ■ \W betragt die Produk tionssteigenmg unserer Luxusschuh ~ Fabrik Wir haben es stets vorgezogen, viele Schuhe mit geringem Ge winn, statt wenig Schuhe mit grossem Gewinn zu verkaufen. «Qualitäten zu rjRjoiMjpir -Preisen sind bahnbrechend! Für Damen: FürKinder: Beige-ros6 Spangenschuhew.Abb.gB 0*50 enizüdc.Modell, L XV.-Absatz Lack-Stegm KQ Braun und beige Spangen- SChuhe wie Abb.. zum TeU farbig. Aufsatz, Gr. 23-26 3,90,20-22 V.V.y/.-./// 7/ V, „ /// z Lido-Sandalen flexible genäht ln Rot, Beige u. Blau. Gr. 27 >28 6,50 23-26 5,90.20-22 Spangenschuhe Louis XV.-Absatz. 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