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Jüdisch-liberale Zeitung · 1928-03-16 · 11 (16.3.1928) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
8 (1928)
Issue
11 (16.3.1928)
Date
1928-03-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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8. Jahrgang Nummer 11 Vellage 16. Mär; 1928 Neue Ariedhofsschändungen Auf dem Friedhof der israelitischen Ku(tusgemeinde in Gleicherwiesen (Landkreis Hndburghausen) sind nachts zwölf Grabdenkmäler umgestürzt worden. Gemeindevorstand und Kultusgemeinde haben für die Ergreifung der unbekannten Täter eine Belohnung von 200 Mark ausgeseht. Der Landkreis Hildburghausen ist schon seit Jahren bekannt als ein Hauptsitz rechtsradikaler Elemente, die mit ihren Gesinnungsgenossen im benachbarten Koburg in engere Verbindung stehen. Auf dem jüdischen Friedhof in Velbert haben unbekannte Täter in der Nacht zum Sonntag eine Anzahl Grabsteine umgeworfen, nachdem sie die Eingangstür zum Friedhof gewaltsam erbrochen hatten. # Milde Strafen für Friedhofsschänder. Vor dem Schöffengericht in Landau hatten sich — wie von dort telegraphiert wird — der 19jährige Schneidergeselle Willr Dörr und der 17jährige Landwirtssohn Emil Huck, beide aus Essingen in der Pfalz, wegen Schändungen und Zerstörungen auf dem israelitischen Friedhof in Essingen zu verantworten. Sie hatten 36 Grabsteine umgestürzt und zum Teil zerschlagen, eine Reihe anderer Grabmäler schwer beschädigt. Tie beiden halbwüchsigen Burschen gaben weinend die Tat zu, bestritten aber, auf Anstiften eines Tritten gehandelt zu haben. Ter Staatsanwalt, der die Tat als einen beispiellosen Roheitsakt bezeichucte, hielt es nicht für erwiesen, daß, es sich um eine antisemitische Demonstration gehandelt habe. Tas Gericht verurteilte Dörr als den Anstifter zu zehn und Huck zu sechs Wochen Gefängnis. „Vossische Zeitung" bemerkt zu den Darlegungen des Staatsanwalts: Wenn auch bei den beiden Burschen antisemitische Motive nicht bewußt bei der Schändung des Friedhofs mitwirkten, so sind sie eben Opfen jener schamlosen antisemitischen Hetze geworden, die durch die Nationalsozialisten \n die Landbevölkerung der Pfalz hineingetragen wird. Die Kunstsammlung der Berliner jüdischen Gemeinde Von Dr. Karl Schwarz, Kustos der Kunstsammlung. Der nachfolgende Aufsatz gibt einen Ueberblick über den Inhalt der Kunstsammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde, deren Besichtigung wir insbesondere unseren Berliner Lesern angelegentlich empfehlen. Die Red. Als im Jahre 1712 der Grundstein für die erste Synagoge in Berlin gelegt wurde, konnte die Gemeinde dieses Ereignis als ein besonderes Freudenfest feiern. Nach langen Kämpfen war es endlich gelungen, das Verbot des öffentlichen Gottesdienstes aufzuheben und den vor kurzem erst zur Regierung gelangten König Friedrich Wilhelm I. für die Juden geneigter zu stimmen. Die feierliche Einweihung des stattlichen Gotteshauses in der Heydereuter Straße fand 1714 im Beisein des Königs statt, der als äußeres Zeichen seiner Huld der Gemeinde einen Thoravorhang stiftete, ein Kunstwerk, das in dankbarer Erinnerung an jene Tage als ein besonderer Schatz bewahrt wird. Seit kurzem ist er in der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde neben anderen alten Thoravorhängen ausgehängt und begrüßt den Eintretenden in dem kleinen tempelartig ausgeschmückten Vorraum. Daneben fallen besonders die mit naiven Bilddarstellungen gezierten Thorawimpel auf, die neben den kunstvollen Stickereien der Vorhänge und Mäntelchen eine primitive Volkskunst darstellen. Eine Vitrine enthält weitere Textilien: gestickte Tallessim, Tallin- und Tefillinbeutel, einen besonders prunkhaften Arbakanfot und andere charakteristische Stücke jüdischer Stickkunst. Was die Sammlung an sonstigen Kultusgeräten besitzt, bietet einen interessanten kulturgeschichtlichen Ücberblick über den weiteren Komplex dieses wichtigen Kulturgutes. Mit wieviel Liebe und Hingebung sind diese oft in bescheidenem Material hergestellten Geräte gefertigt! Uns stand niemals der Reichtum der Kirche zur Verfügung, auch bedeutende Künstler konnten sich unter den drückenden Bestimmungen früherer Jahrhunderte nicht entwickeln. Das Kunstgewerbe ist, künstlerisch gemessen, eine Art Volkskunst, von kleinen Handwerkern ausgesührt. Aber wenn man die Reihen der Chanukahlcuchter, der verschiedenen Teller (Pessach-, Purim- und Habdalah-Teller) oder der zierlichen Bsomimbüchsen durchgeht, findet man eine erstaunliche Fülle von Ausdrucksmöglichkeiten, eigenartige Formen und symbolische Gestaltungen. Bis zu den Mesusoth und Beschneidungsgeräten erstreckt sich der künstlerische Schmuck, der bei allen, dem Kultus geweihten Gegenständen, den fein ornamentierten Schofarhörnern und den künstlerisch sehr hoch stehenden Megillahgehäusen, den Wunsch einer .Hervorhebung aus der profanen Umwelt erkennen läßt. Die Münzen aus der Zeit des jüdischen Reiches und die des triuumphierenden Roms bilden eine geschlossene Sammlung, der sich wertvolle Medaillen und Plaketten aus späteren Jahrhunderten bis auf die Jetztzeit anschließen. Die Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde verdankt ihren Ursprung dem Vermächtnis des berühmten Sammlers Albert Wolfs in Dresden. Ihm war es in jahrzehntelanger Forscherarbeit gelungen, eine einzigartige graphische Sammlung historischer Dokumente zusammenzubringen, die in Kupferstichen, Radierungen, Holzschnitten, Lithographien und Zeichnungen, Bildnissen bedeutender Juden aller Zeiten, Wiedergaben historischer Ereignisse, Kostümbildern und Karikaturen einen Bilderatlas zur jüdischen Geschichte darstellt. Die einige Tausend Blatt umfassende überaus wertvolle Kol- Annahme von Bestellungen auf die Jüdisch-liberale Zeilung bei allen Postämtern Deutschlands lektion kann uns jeweils in Ausschnitten gezeigt werden. Einige besonders schöne Stücke zieren den letzten Raum der Ausstellung, wo wir neben den Charakterköpfen alter Rabbiner die Hauptpersönlichkeiten aus der Zeit der Emanzipation sehen. Ein kurzes Wort noch über die Sammlung von Werken moderner jüdischer Künstler. Sie ist die jüngste, noch im Aufbau befindliche Abteilung des Museums und umfaßt erst einen kleinen Ausschnitt. Eingangs grüßt uns die wundervolle Mendelssohn-Büste von Tassaert, die bedeutendste Wiedergabe des Mannes, dem die deutschen und vornehmlich Berliner Juden den Anbruch einer neuen Zeit und das Licht der Aufklärung und Gleichberechtigung verdanken. Die Marmorbüste kann als ein Symbol verklärter Geistigkeit gelten und ist einer der größten Schätze der Kunstsammlung. Daneben iü eine Zeichnung Chodowieckis, die die Züge des großen Philosophen in strengem Profil zeigt, bemerkenswert. Hirszenbergs Monumentalgemälde „Golus" leitet sodann zu den jüngeren Künstlern über, von denen bereits manches beachtenswertes Stück vorhanden ist. Es ist interessant, die psychologische Einstellung des modernen Juden zu den Problemen unseres Glaubens zu verfolgen, und es wird die Aufgabe der Sammlung sein, in immer weiterem Ausbau der alten und neuen Dokumente einen kultur- und kunstgeschichtlichen Ueberblick durch die Jahrhunderte jüdischen Geisteslebens zu geben. Es ist freudig zu begrüßen, daß die größte Gemeinde Deutschlands nunmehr mit besonderem Bedacht daran geht, den wertvollen Grundstock, den der Stifter der Sammlung Der Glaube Als wir noch Gottes Kinder waren, ging es uns besser, Denn der Ewige lebte mit uns; was konnte ein Mensch uns tun? Geborgen atmeten wir, was uns auch ankam, Denn in ewiger Hand fühlten wir Tod und Leben. Stürzten auch Balken, Blitz und fremde Gewalten, Lächelten wir, denn wir standen in Gott — Sind wir lebend in ihm; im Tod wieviel mehr noch... Nichts geschah im Geschehen, wir lebten ja ewig. So erhebe Dich, Göttlicher Geist, von verlassener Stätte; Wieder fei unser Mund voller Gesang wie das Meer, Dich, nur Dich zu singen durch Anschauung Deiner, durch Tat. Bis Deinen Hauch wir wieder zwischen uns spüren. Ella van Cleer. gelegt hat, zu einem würdigen Museum auszugestalten. Das bisher Vorhandene zeigt den Weg zu weiterer Sammeltätigkeit. Mögen sich recht viele Freunde finden, die das wichtige Kulturwerk fördern helfen. Denn nur durch die Mitwirkung aller, denen unser Judentum kein antiquierter Begriff, sondern eine zukunftsvolle Macht geistiger und religiöser Größe bedeutet, kann das Museum jüdischer Kunst zum lebendigen Zeugnis unseres Könnens und unserer oft verkannten künstlerischen Potenz erwachsen. Ein Schulstreil in der Wiener Lultusgemeinde Tie vor kurzem stattgehabte Budgetdebatte in der Wiener Knltusgemeinde zeitigte beim Kapitel Unterricht einen lebhaften Meinungsstreit. Gemeinsam ist in dieser Frage allen Parteien die Forderung nach einer Ausgestaltung des jüdischen Unterrichts, dessen Mangelhaftigkeit an den österreichischen Schulen schon wegen der Kürze der den Lehrern zur Verfügung stehenden Zeit allgemein lebhaft kritisiert wird. Eine Aenderung dieses Schulsystems an den österreichischen Simultanschulen ist aber für die nächste Zeit kaum zu erwarten, und deshalb ist es Aufgabe der verantwortlichen Faktoren, sich mit dieser Frage, die zugleich eine Lebens-, frage des Wiener Judentums ist, intensiv zu befassen. Zwei grundsätzliche Auffassungen jtehen sich nun hier diametral gegenüber. Tie liberal-orthodoxe Mehrheit steht auf dem Standpunkt, daß es notwendig sein wird, um einer guten jüdischen Erziehung der Jugend Rechnung zu tragen, ihr neben dem öffentlichen Schulunterricht jüdisch-religiöse Schulen zu bieten, in denen sie die Möglichkeit haben, in echt jüdischem Geiste erzogen un!> herangebildet zu werden. Aus diesem Grunde hat es die Unterrichtsverivaltung der Wiener Kultusgcmeinde immer für ihre ganz besondere Aufgabe angesehen/ die Bibel- und Sprachschulen zu fördern, wobei sie den Standpunkt einnahm, daß der U n - t e r r i ch t i n d e r h e b r ä i s ch e n S p r a ch e n i ch t Selbstzweck, sondern immer nur die Bedeutung haben muß und haben soll, hierdurch die Erlernung der heiligen Bücher in der Ursprache zu ermöglichen. Nur als Hilfsmittel zur Erlernung der heiligen Lehre können diese Schulen in Betracht kommen, und nur als solche haben sie Bedeutung. Die Förderung der Bibelschulen hat den Zweck, allen jenen Schülern, welche bereit und willens sind, über den Religionsunterricht der Schule hinaus jüdische Kenntnisse zu erwerben, insbesondere die Bibel zu erlernen, hierzu die Möglichkeit zu geben. Bibelschulen sind nunmehr fast in allen Wiener Bezirken eingerichtet. Ihre Entwicklung war namentlich in den letzten Jahren eine überaus günstige, was sowohl aus der Zahl der Schüler als auch aus der Anzahl der Unterrichtsstunden und insbesondere aus der Zahl der Schulen selbst hervorgeht. Derzeit bestehen in Wien 33 Bibel- und Sprachschulen. Es mag ohne weiteres zugegeben werden, daß von den 12000 Knaben und Mädchen, welche die Wiener Volks-, Bürger- und Hauptschulen besuchen, nur ein verhältnismäßig geringer Teil, etwa 2090, die Bibelschulen besuchen. Allein es darf hierbei nicht übersehen werden, daß schließlich nur jene Kinder in die Bibelstunde gehen, deren Eltern es wünschen, weil ein Zwang in dieser Hinsicht selbstverständlich nicht ausgeübt werden kann. Schon aus dem Targelegten erhellt klar und deutlich, daß das Augenmerk der Unterrichtsverwaltung der Wiener Kultusgemeinde auf die religiöse Erziehung der Jugend gerichtet ist und gerichtet sein muß, und daß jede Politik ferngehalten werden muß. Die Jüdischnationalen aber versuchten aus der Angelegenheit, wie so oft, wieder ein Politikum zu machen. Nach ihrer Aw> sicht sollen die zu schaffenden jüdischen Schulen jüdische nationale Erziehungsan st alten werden. Ja es gab sogar eine Zeit lang Führer unter ihnrn, die den radiikalen Standpunkt vertraten, daß jedes jüdische Kind in die jüdische Schule gehöre. Dieses Verlangen muß den schärf st en Wioerspruch Hervorrufen; die Einführung der konfessionellen Zwangsschule muß entschieden st abgelehnt werden. Tie Zustimmung zu dieser Forderung wäre identisch mit dem Verzichte der Kultusgemeinde auf den religiösen Unterricht der geiamten an den öffentlichen Schulen lernenden jüdischen Jugend. Tie Forderung hat, abgesehen von der finanziellen Unmöglichkeit, sie zu erfüllen, eine Herab drückung des Bildungsniveaus der Jugend im Gefolge. Sie ist gleichbedeutend mit der Ausweisung der jüdischen Jugend aus den öffentlichen Schulen, insbesondere auch aus den Mittelschulen, mi'thin mit der Einführung des N u m e r u s clansus. Tre Bestrebungen in Deutschland, eine unter staatlicher Leitung stehende konfessionelle Schule einzufähren, haben den Widerstand hervorragender Gelehrter und Schriftsteller Deutschlands hervorgerufen. Tie Einführung der konfessionellen Schule würde schließlich eine Vertiefung '.der religiösen Kluft, eine Gefährdung des Budungszuftandes der Gesamtbevölkerung herbeiführen, wobei die Herabsetzung des Bildungsniveaus eines Volkes naturnotwendig stets eine Intensivierung der Judenfeindschaft zur Folge hat. Deshalb ist an der Forderung festzuhalten, daß v-on Staatswegen die S i m u l t a n s ch u l e aufrecht bleibe, daß sie sich zum Wöhle aller weiterentwickle, und daß an ihr und in ihr alle Schüler ohne Unterschied der Konfession unterrichtet werden müssen. Angesichts des Widerspruches der Wiener jüdischen Oesfentlichkeit sind denn auch die Zionisten von diesem radikalen Standpunkte abgekommen und forderten die Einführung der Schulen nur für jene Kinder, deren Eltern sie jüdisch erziehen lassen wollen. Mit dieser Ansicht könnte sich auch die nichtnationale Wiener Judenschaft b.freunden, es entstchl aber die Frage, was unter einer „jüd ischenErziehungder Jugend" zu verstehen ist. Soll sie jüdisch-nationalen Zwecken dienen, oder soll sie jüdisch-religiös sein? Wenn die von dem zionistischen Generalred'ner angeregte Enquete objektiver Fachleute und nicht zuletzt der Eltern selbst stattfinden würde, so glauben wir in der Ansicht nicht fehl zu gehen, daß eine große Majorität sich für die jüdisch-religiöse Erziehung entscheiden würde. Nur eine Erziehung in diesem Sinne wäre im Interesse der Wiener Judenschaft die einzig mögliche und einzig richtige. Jede andere, besonders die jüdisch-nationale, müßte restlos Schiffbruch erleiden, und letztere hat dies auch schon getan. Am letzten zionistischen Parteitag Oesterreichs haben beinahe alle Aiedner einmütig bekannt, daß. unseren Jüdisch-nationalen die Jugend, die sie auf alle mögliche Weise, und nicht zuletzt durch ihr Schulwerk an sich zu fesseln versuchten, verloren gegangen ist. Aus dieser Tatsache kann nur eine Schlußfolgerung gezogen werden: Nicht jüdisch-nationale, sondern einzig und allein nur wahrhaft jüdisch-religiöse Erziehung tut unserer Jugend not! Oskar H i r s ch f e l d, Wien. Aus den Gemeinden Berlin. (Todesfall.) Im Alter von 79 Jahren verstarb in Berlin Herr Direktor Moritz Dorn, der feit dem Jahre 1889 Vorsitzender des Vereins „Esra" war, dessen Ziel die Unterstützung ackerbautreibender Juden in Palästina und Syrien ist. Der Verstorbene war auch Vorsitzender des Vereins zum Studium des Talmud. Das Central Komitee des Vereins „Esra", in welchem Persönlichkeiten wie Tr. Meier .Hildesheimer, Berthold Israel, Pros. Dr. Mittwoch, Prof. Dr. M. Sobernheim, Prof. Tr. O. Marburg und I. Tuross sitzen, ividmet dem Verstorbenen einen warmen Nachruf. Emde». (Todesfall.) Nach einjähriger Zurückgezogenheit von seinen Aemtern ist .Kantor Hes, der 35 Jahre im Dienste der hiesigen Gemeinde stand, verstorben und unter großen Ehren zu Grabe getragen worden. In den Abschicdsworten an der Bahre des Verstorbenen kam die allgemeine Trauer um aen Heimgang oes geachteten Mannes, der in der Edrenreihe des Friedhofs seine letzte Ruhestätte fand, zum Ausdruck. Frankfurt a. M. o u s o l i d i e r u n g s a n l c i he der Israelitischen Gemeinde.) Im Dezember hatte die Israelitische Gemeinde zu Frankfurt a. M. ihre Dispositionen getroffen, um die zum 1. April 1928 gekündigte alte lOproz. Goldanlcihe von :i4 Mill. zu 108 Prozent zurückzuzahlen. Sie hatte sich von ziver Frankfurter Konsortien je Doll. 10.) 000 zahlbar 1. April aus ein Jahr zu relativ günstigen Sätzen (unter 7 Prozent) anstelleu lassen. Tie inzwischen eiugetretenc K.ärung der Verhältnisse am Geld- und Kapitalmärkte haben jetzt Grund gegeben, dieses Kreditabkommen als ein interimistisches zu behandeln. Jedenfalls tritt an die Stelle der von der Disconto-Geseilschaft und von der Essectcnbank als der Führerin der alten Gruppe entgegengenommencn einjährigen Kredite jetzt btc Ausnahme einer neuen festen Anleihe in Höhe von RM. 1 Mill. aus Feingoldbasis bei der Disconto-Gcscllschaft Frankfurt a. M. allein. Wir erfahren dazu weiter, das; die Anleihe 7 prozentrg ist, auf 20 Jahre läuft, in deu ersten fünf Jahren unkündbar. Der Auszahlungskurs ist 90 Prozent, die Auflegung erfolgt u. W. zu 921/2. Der Auszahlungskurs iit Verbindung mit dem Zinsfuß läßt auch diesen Abschluß als relativ günstig erscheinen, um so mehr, als die immerhin nur kurzfristigen Dollarkrcdite eine hypothekarische Sicherung auf den bedeutenden Grundbesitz der Gemeinde erhalten sollten, lvährend die jetzige Anleihe augenscheinlich eine Blankoanleihe ist wie bei Körperschaften üblich. Gießen. (I u b i 1 ä u m.) Am letzten Sabbat konnte Herr Bernhard Klein sein 40 jähriges Dienstjubiläum als Lehrer, Kantor und Kultusbeamter der Israelitischen Religionsgesellschaft begehen. Die Gemeinde nahm gern Anlaß, ihreni bewährten Beamten mancherlei Ehrungen als Ausdruck des Dankes zugehen zu lassen. Hamburg. (R c p r ä s e n t a n t e n s i tz u n g.) Im Mittelpunkt der letzten Sitzung des Rcpräsentantenkollegiums stand ein Antrag des Vorstandes betr. die Einführung des Religionsunterrichts an den staatlichen höheren Schulen. Dieses Projekt beschäftigt die Gemeindebehörde seit etwa 4 Jahren. Es war von liberaler Seite an den iiiuiimiimiHiitiiiiiiiiiiimiuiiiiiiiiiiiuiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuuiutiiiuiiiitiiuiiiiiii

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