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Jüdisch-liberale Zeitung · 1928-03-09 · 10 (9.3.1928) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
8 (1928)
Issue
10 (9.3.1928)
Date
1928-03-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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8. Jahrgang Nummer 10 Gründung einer Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände Deutschlands Vom Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden geht uns folgende amtliche Mitteilung zu: Am 4. MäH 1928 traten in Nürnberg auf Einladung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden und des Deutsch-Israelitischen Gemeinde-Bundes die Vertreter der größeren deutschen Landesverbände zu einer Beratung über die Schaffung einer Reichsorganisation der deutsjchen Juden zusammen. Für den Preußischen Landesverband waren Kammergerichtsrat Wolfs, Prof. Türk, Moritz A. Loeb, Dr. Klee, Geheimrat Goldfeld-Breslau, Justizrat Blau- Frankfurt a. M., Rabbiner Dr. Horovitz-Frankfurt a. M. und R.-A. Dr. Katzenstein-Bielefeld anwesend, für den bayerischen Landesverband Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, Justizrat Strauß und Syndikus Dr. Flaschner-München, Rabbiner Dr. Freudenthal und Rosenzweig-Nürnberg, Rabbiner Dr. Stein und Justizrat Hommel-Schweinfurth sowie Lehrer Dingfelder; für Baden Prof. Stein, die Rechtsanwälte Dr. Pfälzer, Dr. Kaufmann und Dr. Fritz Strauß und Hartog; für Württemberg Regierungsrat Dr. Nördlinger; für Hessen Kommerzienrat Mayer-Mainz; für Hamburg R.-A. Dr. David; für Anhalt Landgerichtsdirektor Alterthum; für Thüringen Justizrat Simon. Namens des bayerischen Landesverbandes und der Gemeinde Nürnberg wurden die Versammelten von Herrn Rosenzweig herzlich begrüßt. Auf seinen Vorschlag wurden zu Leitern der Versammlung Kammergerichtsrat Wolfs und Prof. Sobernheim bestimmt. Der erstere übernahm mit Worten des Dankes den Vorsitz. Er gab alsdann einen kurzen Abriß über die bisherigen Verhandlungen zur Schaffung der Reichs- »rganisation und sprach die Hoffnung aus, daß man diesmal, wenn es mit Rücksicht auf den großen Umfang des Materials für dieses Mal auch nicht gelingen sollte, die Beratungen zu Ende zu führen, man doch jedenfalls nicht uneinig auseinandergehen möge. Hierauf nahm als Berichterstatter Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer das Wort. Er gedachte zunächst des verstorbenen Justizrats Lilienthal und seiner eifrigen Mitarbeit bei der Schaffung, des Reichsverbandes. Er beantragte ferner, bis zum Inkrafttreten einer Verfassung eine Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände Deutschlands zu begründen, welche sofort praktisch arbeiten und die dringendsten gemeinsamen Aufgaben erledigen solle. Die Notwendigkeit einer solchen vorläufigen Arbeitsgemeinschaft wurde allseitig anerkannt, wobei besonders betont wurde, daß keine religiöse Richtung dabei geschädigt werden solle. Es wurde beschlossen, die Arbeitsgemeinschaft sogleich ( ohne viele Verfassungsbestimmungen zu begründen, damit sie nach Zustimmung der Verwaltungsorgane der beteiligten Landesverbände von Fall zu Fall sofort tätig werden könne. Den Beratungen über den Reichsverband lagen zwei Entwürfe zugrunde, durch welche der frühere, unter Zustimmung der Delegierten der Landesverbände im Oktober 1926 zustande gekommene, aber von dem Preußischen Landesverband nicht angenommene Entwurf unter Berücksichtigung der inzwischen von verschiedenen Seiten geäußerten Wünsche abgeändert und ergänzt wurde. Der eine Entwurf rührt von dem Präsidenten des Preußischen Landesverbandes, Kammergerichtsrat Wolfs, her, während der andere in gemeinsamer Beratung der süddeutschen Landesverbände festgestellt wurde. Die Entwürfe stimmen in wesentlichen Punkten überein. Im einzelnen sind freilich Abweichungen von einander vorhanden. Die Erörterungen betrafen insbesondere den § 1 der Entwürfe, welcher sich über die Aufgaben des Reichsverbandes verhält, und den § 9, in dem die Zusammensetzung des Rates geregelt wird. Hinsichtlich der Ausgaben machte insbesondere die Fassung der Bestimmung darüber zunächst Schwierigkeiten, inwieweit eine Vertretung der deutschen Juden gegenüber den Juden des Auslandes und eine Beteiligung an den religiösen und sozialen Aufgaben der Gesamtjudenheit platzgreifen solle. Schließlich wurde unter allseitiger Zustimmung beschlossen, die fragliche Bestimmung dahin zu fassen, daß zu den Aufgaben des Reichsverbandes die Vertretung der deutschen Juden gegenüber den Juden des Auslandes und deren Organisationen auf dem Gebiete religiöser und sozialer Arbeit gehöre. Auch wurde eine Entschließung angenommen, daß dabei die Beteiligung an religiösen und sozialen Aufgaben der Gesamtjudenheit sowie die Zusammenarbeit mit jüdischen Verbänden auch außerhalb Deutschlands auf diesem Gebiete einbegriffen sei. Es wurde weiter beschlossen, daß der Reichsverband die Arbeit der freien Vereinigungen, deren Tätigkeitsgebiet sich auf Gegenstände seiner Zuständigkeit erstreckt, fördern und in möglichst weitem Umfang mit ihnen Zusammenwirken solle. Bei der Zusammensetzung des Rates handelt es sich vor allem um die Frage, ob jeder einzelne Landesverband mindestens eine Stimme haben solle. Es wurde dagegen besonders angeführt, daß bei einer derartigen Vorschrift möglicherweise die Stimme eines ganz kleinen, nur wenige hundert Seelen umfassenden Landesverbandes in irgendeiner wichtigen Frage ausschlaggebend sein könnte. Demgegenüber wurde von anderer Seite betont, daß es sich um den freiwilligen Zusammenschluß von Landesverbänden handele und jedes Glied Anspruch auf Beachtung seines Standpunktes habe. Schließlich wurde beschlossen, daß diejenigen Landesverbände, die weniger als 3000 Seelen umfassen, gemeinschaftlich auf je 3000 Seelen einen, im ganzen mindestens aber 3 Vertreter wählen sollen. Gleichzeitig wurde eine Entschließung angenommen, nach der eine noch einzusetzende Kommission einen billigen Ausgleich in der Richtung finden solle, daß eine Beeinträchtigung der Vertretung religiöser Minderheiten im Rat vermieden werde. Meinungsverschiedenheit bestand auch über die Zahl der dem Preußischen Landesverband im Rate zu bewilligenden Stimmen. Man ging davon aus, daß eine Majorisierung des Rates durch einen einzelnen Landesverband vermieden werden Este. Andererseits wurde die für Preußen vorgeschlagene Höchstbegrenzung auf zwei Fünftel der Stimmen als unangebracht bezeichnet. Es wurde beschlossen, daß der Preußische Landesverband mit einem Sitze unter der Hälfte der gesamten Ratssitze im Rate vertreten sein soll. FMchOemleZeitmg Beilage S. Mär, 1928 '' ‘ Versammlung^ ''" j» j Aachen. Donnerstag, 15. März 1928, abends 20.30 Uhr, im Adamsaal, Vortrag: „Krisenvorgänge im deutsch-jüdischen Gemeindeleben", Referent: George Gvetz (Berlin), Generalsekretär der Bereinigung für da» liberale Judentum e. v. Berlin. Liberaler Verein für die Angelegenheiten der Jüdischen Gemeinde zn Berlin, Bezirksgruppe Haleufee-Gruuewald. Am Montag, den 12. März 1928, findet im Logenhaus Kleiststraße 10, Roter Saal, ein Ausspracheabend über Gemeindeangelegenheileu statt. Bielefeld. Montag, 12. März 1928, abends 20.30 Uhr» im Saal des Liadenhofs, Nebelswall, Vortrag: „Unser unbekanntes Gebetbuch" Referent: George Goetz (Berlin), Generalsekretär der Vereinigung für das liberale Judentum e. L. Breslau. Jüdisch-liberaler Jugendoerein „Abraham Geiger". Vorsitzender: Rabbiner Dr. Halpersohn, Breslau 13, Moritzstraße 50. Bereinslokal: Loge „Eerhart Hauptmann", Schweidnitzer Stadtgraben 91. Montag, den 12. und 19. März, abends 8.15 Uhr, Bortrag des Herrn I. Wolfsohn: „Symbolismus und Symbole im Allgemeinen und im Religiösen mit besonderer Berücksichtigung des Judentums." Sonnabend, den 17. März, abends 8 Uhr, im großen Saale der Lefsingloge, Agnesstraße, Purim-Feier (Kostümfest). Eintrittskarten im Vorverkauf bei: Hermann Roth, Buchhandlung, Gartenstraße, zu Mk. 1,70 incl. Steuer, an der Abendkasse zu Mk. 2,50 incl. Steuer. Wir erwarten bei allen Veranstaltungen rege Beteiligung unserer Mitglieder und bitten um Einführung von Gasten. Eelsenkirchen. Dienstag, 13. Marz 1928, abends 20.30 Uhr, im Hotel Monopol, Vortrag: „Krisenvorgänge im deutschjüdischen Gemeindeleben", Referent: George Goetz (Berlin), Generalsekretär der Vereinigung für das liberale Judentum e. v. i Rheydt. Sonnabend, 17. März 1928, Vortrag: „Das Lebensrecht des liberalen Judentums", Referent: George Goetz (Berlin), Generalsekretär der Bereinigung für das liberale Judentum e. V. Versammlungslokal . und Stünde wird durch besondere Einladungen bekanntgegeben. \ * | Gottesdienste j» j Berlin-Norden. Liberale Synagoge Norden (im Auerbachschen Waisenhaus, Schönhauser Allee 162): Freitag, den 9. März, abends 7.15 Uhr, Gottesdienst. Predigt Rabbiner Dr. Salomonsli. Sonnabend, den 10. März, vormittags 10 Uhr, Gottesdienst. Freitag, den 16. März, Predigt Rabbiner Dr. Salomonski. Verlin-Wilmersdorf-Schöneberg.. Liberale Synagoge Wilmersdorf (in der Aula der Eäcilienschule, Rikvlsburger Platz): Liberaler Eoltesdienst mit Chor und Predigt. Beginn 7.15 Uhr pünktlich. Am Freitag, den 9. März, Predigt: Rabbiner Dr. GaNiner. Am Freitag, den 16. März, Predigt: Prediger Gillis. Als so weit verhandelt war, mußte die weitere Besprechung wegen vorgerückter Zeit abgebrochen werden. Dr. Neumeyer berichtete nur noch über die für die Zusammensetzung der religiösen Ausschüsse gemachten Vorschläge. Ter von den süddeutschen Verbänden hergestellte Entwurf unterscheidet sich in diesem Punkte von demjenigen des Kammergerichtsrats Wolfs dadurch, daß der letztere bei rein religiös-liberalen oder rein konservativen Angelegenheiten lediglich eine Einwirkung des der entsprechenden Richtung angehörigen Ausschusses vorsieht. Eine Erörterung über diese Fragen fand nutzt mehr statt. Es wurde vielmehr beschlossen, demnächst eine zweite Zusammenkunft der Verbände abzuhalten. In dieser wird außer der soeben erwähnten Frage der religiösen Ausschüsse auch die Zusammensetzung der Reichstagung sowie die endgültige Festsetzung des Namens des Verbandes behandett werden. Daß außer dem Rat auch eine parlamentarische Vertretung der deutschen Juden in Form einer Reichstagung geschaffen werden soll, darüber herrschte allgemeines Einverständnis. Slattstik der Zuden in Württemberg Unter der Ueberschrift „Ernste Zahlen" veröffentlicht die „Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" einen Rückblick auf die Statistik der Juden in Württemberg in den letzten 30 Jahren. Ihr ist zu entnehmen: In Württemberg sind von 1898 bis 1926 4522 eheliche jüdische Kinder geboren worden, also im Durchschnitt alljährlich 156, zu denen noch 73 außereheliche Geburten, also 2,5 in jedem Jahre kamen. In dreißig Jahren wurden hier 2461 rein jüdische und 247 Mischehen geschlossen, das sind 82 jüdische Eheschließungen und 8,2 Mischehen (also genau 10 %) im Jahresdurchschnitt. 4616 Sterbefälle ergeben eine Durchschnittszahl von 164 im Jahre. 298 Austritten, durchschnittlich 10 im Jahre, stehen 53 Eintritte ins Judentum, also 1,8 im Jahre, gegenüber. — Der höchsten Geburtenzahl in diesem Zeiträume von 198 im Jahre 1898 steht die niedrigste Geburtenzahl von 78 Geburten in den Jahren 1917 und 1918 gegenüber. Die Eheschließungen fielen von 191 im Jahre 1920 auf 12 im Jahre 1926. Der niedrigsten Sterbezahl von 133 im Jahre 1906 steht die Höchstzahl von 236 Todesfällen im Jahre 1918 gegenüber. Die Zahl der Austritte aus dem Judentum war im Jahre 1919 mit 33 am höchsten, im Jabre 1898 trat nur ein Jude in Württemberg aus dem Judentum aus. Uebergetreten zum Judentum sind 1920 7 Personen, während in 11 Jahren der Berichtszeit kein Uebertritt zum Judentum stattfand. — Die Zeitung kommt zu dem Schlüsse, daß, so ernst die niedrige Geburtenzahl erscheint, ihre Bedeutung doch dadurch gemildert wird, daß auch die Sterbeziffer im Sinken begriffen ist. Die Zahlen der Stattstik der Juden in Württemberg seien wohl ernste Mahnungen, aber keine Schreckgespenster. (Jta.) Skaalszuschuß für die bayerischen israelitischen Gemeinden Tie Vollversammlung des bayerischen Landtags hat in diesen Tagen die Beratung des Kultusetats abgeschlossen. Bei der Abstimmung über das Kapitel „Kirchliche äroecft" wurde auch ein Zuschuß an den Verband der Bayerischen Israelitischen Gemeinden in Höhe von 60000 Mark genehmigt. Viel belacht wurde im Haufe oie Tatsache, daß der bekanntet lAntisemit Streicher .für diese Position stimmte, nachdem er am Abend vorher eine zweistündige Brandrede geaen die Juden gehalten hat. (Jta.) « Aus den Gemeinden * Berlin. (Generalversammlung des Hilfsvereins der deutschen Juden.) Am Sonntag, den 4. März, fand im Brüdervereinshaus zu Berlin die Generalversammlung des Hilfsvereins der deutschen Juden statt. Zu Beginn derselben widmete der Vorsitzende, Herr Dr. James Simon, den verstorbenen Mitgliedern einen tiefempfundenen Nachruf und würdigte im Besonderen die Verdienste von Stadtrat Gimliewicz, Leo Michel, Dr. Paul Nathan, Alexander Bendix-Düren, Bernhard Galatzer-Bremen, Kommerzienrat George Marx-Königsberg, Justizrat Bernhard Breslauer-Berlin und Direktor Dr. Georg Minden-Berlin. Herr Dr. James Simon gab dann einen kurzen Ueberblick über die Tätigkeit des Hilfsvereins, der schwere Jahre hinter sich habe, aber dennoch seine segenspendende Tätigkeit niemals unterbrachen habe und nun die Arbeit mit der früheren Intensität fortsetzen wolle. Dre Mitgliedercadres sind wieder ausgesüllt. Notwendig sei die Wiederaufbringung eines größeren Fonds als Reserve für den Fall unvorhergesehener Katastrophen. Im Rahmen des Hilfswerks für das Gesamtjudentum müsse das deutsche Judentum vollgültig repräsentiert Ten Tätigkeitsbericht erstattete der Generalsekretär Herr Dr. Mark Wischnitzer. Er ließ ein eindrucksvolles Bild von der gegenwärtigen Tätigkeit des Hilfsvereins erstehen und skizzierte das Programm der künftigen Tätigkeit insbesondere auf dem Gebiete des jüdischen Aufbaus in Rußland. An das Referat schloß sich eine fesselnde Aussprache. Zum ersten Vorsitzenden wurde Herr Dr. James Simon, zum zweiten Vorsitzenden Herr Generalkonsul Eugen Landau wiedergewählt. Zu stellvertretenden Vorsitzenden neugewählt wurden anstelle der verstorbenen Vizepräsidenten Oscar Cassel und Dr. Paul Nathan Herr Max M. Marburg, Hamburg, und Herr Willi Dreyfus, Berlin, so daß das Präsidium des Hilfsvereins nun wieder vollständig ist. Dem Geschäftssührenden Ausschuß gehören an: Berthold Israel, Prof. Dr. Eugen Mittwoch, Landgerichtsrat Dr. I. Stern, Sigmund Hirsch, Ernst Wallach und Dr. Moritz Bileski in Berlin; Rechtsanwalt Paul Salinger, Dresden. In das Zentral-Komitee wurden gewählt: Emil Blumenau, Köln; Geheimrat Dr. Auerbach, Köln; Rech.sanwalt Jonas, Köln; E. Felsenthal, Düsseldorf; Max Goetz, Nürnberg. Berlin. (Amtsjubiläum.) Am 1. März feierte Herr Hugo Kaatz sein 25 jähriges Amtsjubiläum als Beamter der Jüdischen Gemeine. Herr Kaatz war zunächst in der Hauptverwaltung der Berliner Jüdischen Gemeinde beschäftigt, übernahm dann die Stellung eines Kastellans in der Synagoge Schulstraße und ist nun in gleicher Eigenschaft in der Fasanenstraße seit Gründung dieser Synagoge tätig. Herr Kaatz, der ein langjähriges, bewährtes Mitglied des Liberalen Vereins ist, erfreut sich allgemeiner Beliebtheit, wie dies die vielen Ehrungen beweisen, die ihm anläßlich seines Jubiläums sowohl von der Gemeinde, als auch von anderen Seiten dargebracht wurden. Wir sprechen auch an dieser Stelle Herrn Kaatz unsere herzlichsten Glückwünsche aus und hoffen, daß es ihm noch recht lange vergönnt sein möge, in bewährter Frische seines verantwortungsvollen Amtes zu walten. Berlin. (6 0. Geburtstag.) Herr Wohlfahrtskommissions¬ und Bezirksvorsteher Arnold Wasser, Charlyttenburg, Windjcheidstr. 16, wird am 15. März 60 Jahre alt. Herr W. ist auch im Dienste des Wohlfahrtsamts der Jüdischen Gemeinde ckls stell». Vorsitzender der Bezirkskommission Charlottenburg I tätig, auch ist er Vorstandsmitglied der Jüdischen Religionsgemeinde Charlottenburg E. B. und erfreut sich in weitesten Kreisen großer Beliebtheit. Berlin. (8 0. Geburtstag.) Herr Rentier Leopold Bieber, Halensec, Katharinenstraße 21, feiert am 16. März seinen 80. Geburtstag. Eschwege. (Persönliches.) Für den als Vorsteher ausgeschiedenen Herrn David Weinstein wurde Herr Gutsbesitzer Louis Weinstein zum Gemeindeältesten ernannt und bestätigt. Frankfurt a. M. (Warum nur ein jüdischer Redner sprach.) In gewissen Teilen der Frankfurter Bevölkerung erregte cs Aufsehen, daß für die Friedhofsfeier des Volkstrauertags keine Ansprache eines evangelischen oder katholischen Geistlichen vorgesehen war, sondern daß nur die israelitische Konfession einen Vertreter, Rabbiner Dr. Salzberger, stellte. Wie die „Gemeinde", ein evangelisches Wochenblatt, mitteilt, ist bei der Festlegung dieses Pro-- grammes alles ordentlich zugegangen: „Es hat sich als untunlich erwiesen, daß, wie in den letzten Jahren, drei religiöse Redner sprechen. Das wäre nach der Rede des Bürgermeisters zuviel ge- , worden. Infolgedessen wurde nur ein religiöser Redner bestellt. Da aber voriges Jahr der Vertreter der Synagoge als letzter Redner zu Worte gekommen war, mußte er dieses Jahr vorrücken. Und da die beiden anderen religiösen Redner wegfallen, mußte er der einzige Redner werden." (Die „Gemeinde" 3. 3. 28.) Hamborn. (Jubiläum.) Die hier bestehenden und zu gemeinnütziger Arbeit bestimmten Institutionen, der Israelitische Frauenverein und die Männer-Chcwra, konnten letzten Sabbat auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Gleichzeitig beging die Vorsteherin des Frauenvereins, Frau Johanna Marburger, ihr 25 jähriges Jubiläum und wurde aus diesem Anlaß unter Anerkennung ihrer aufopfernden Tätigkeit im Dienste der Nächstenliebe durch Glückwünsche und Aufmerksamkeiten geehrt. Hannover. (Gedenkfeier am Bolkstrauertag.) Am Volkstranertag fand in der Synagoge eine Gedenk- und Seelenfeier statt. Herr Landrabbiner Dr. Freund hielt die, Predigt, die von Gesängen des Synagogenchors und des Herrn Oberkantor Alter umrahmt war. Neben den zahlreich erschienenen Gemeindemitgliedern sah man Bertreter des Jnfanterieführers und des Standortkommandanten. Neben der im vorigen Jahre geweihten Gedenktafel halten Bertreter und Fahnenabordnungen folgender Verbände Aufstellung genommen: Deutscher Kriegerbund, Kysshäuserbund, Hannoverscher Landeskriegerverband, Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Verbindung Suevia im K. C. — Im Anschluß an die Feier in der Synagoge ließ der R. j. F. durch seinen Kameraden Dr. Schorsch unter zahlreicher Beteiligung der Gemeindemitglieder an der Ehrentafel auf dem Friedhof in der Strangriede einen Kranz niederlegen. Auch zum

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