Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 8 (1928)
- Issue
- 4 (27.1.1928)
- Date
- 1928-01-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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f (’ sie sich — nicht zuletzt im Hinblick auf die kommenden Kultuswahlen — gerade anschickt, ihr durch den bisherigen Meinungskampf gelockertes Gefüge wieder zu festigen und zu straffen. Ein solcher Angriff auf die Kampfkraft der Organisation, eine derartige Schwächung ihres demokratischen, d. h. auf Mehrheitsbeschlüssen beruhenden Lharakters, das soll das geeignete Mittel dazu sein, demokratische Prinzipien zum Siege zu führen?" Im heurigen Jahre finden, wie oben erwähnt, die Wahlen in den Wiener Kullusvorstand statt. Sie werfen bereits ihre Schatten voraus, die angedeuteten Mißhelligkeiten sind der untrüglichste Beweis hierfür. Die künftige Gestaltung der altehrwürdigen Wiener Kultusgemeinde, der zweitgrößten Europas, wird von den Wahlen erbhängen. Oskar Hirsch selb, Wien. Muke für die Ausbildung der schulentlaffeuen jungen Mädchen Jetzt kurz vor Ostern taucht in vielen Familien wieder ^ie schwierige Frage auf: „Welche weitere Ausbildung sollen wir unseren Töchtern geben?" Manches junge Mädchen versucht auch selber, ein Bild von dieser oder jener Berufsausvlldung zu erhalten und kann doch zu keinem Entschluß kommen, da chm einfach noch das Urteil fehlt, welcher Bernfswea nun wirklich chren Neigungen und Fähigkeiten entspricht. Besitzen doch nur ganz wenige junge Mädchen so starke Talente, daß chnen die Ausbildung vorgeschrieben ist. Sehr zu empfehlen ist in den allermeisten Fällen der Besuch einer staatlich genehmigten wirtschaftlichen Frauenschule auf dem Lande. Wir besitzen in Deutschland zurzeit eine derartige jüdische Schule in Wolftatshausen, das in dem gesunden und schönen Isartal liegt. Der Jahreskursus, den die Schülerinnen in dem dort eingeführten „Frauenlehrjahr" besuchen, wird chnen bei fast jeder weiteren Berufsausbildung angerechnet. Der Lehrplan ist so vielseitig, daß die Schülerinnen während der dortigen Ausbildungszeit erproben können, ob sie sich zu einem praktischen oder wissenschaftlichen, zu einem sozialen oder pädagogischen, zu einem hauswirtschastlichen oder außenwirtschaftlich m Beruf eigen werden. Aber auch für diejenigen jungen Mädchen, die nicht die Absicht haben, sich irgendwie beruflich auszubilden, ist der Besuch des „Frauenlehrjahres" sehr wertvoll. Die Erinnerung an ein strammes Arbeitsjahr in einfacher, schöner ländlicher Umgebung unter gesundheitlich günstigen Bedingungen mag vielleicht manches Frauenleben reicher gestalten und ist unseren jüdischen Mädchen besonders zu wünschen. Ausbildungsfragen und andere Auskünfte werden jederzeit gern von der Schulleitung gegeben, von der auch Prospekte zu erhalten sind. Erwähnt sei auch noch, daß gute allgemeine Gesundheit und abgeschlossene Mittelschulbildung für das Wolftatshausener Frauenlehrjahr vorausgesetzt werden. Hanno Bodenheimer. Aus der Bewegung Hannover. (Gründung einer religiös-liberalen Vereinigung hannoverscher Juden.) Unter dem Vorsitz von Herrn Rudolf Herzberg fand am Mittwoch, den 18. Januar, in der Aula der Leibnizschule eine Versammlung statt, zu der diejenigen Gemcindemitglieder eingeladen waren, die während des Wahlkampfes ihr Einverständnis mit den Forderungen der liberalen Gruppe bekundet hatten. Vor etwa hundert Gcmeindemitgliedern und deren Angehörigen sprach Herr George Goetz (Berlin), Generalsekretär der Bereinigung für das liberale Judentum, über: „Das Lebensrecht des liberalen Judentums". In etwa ernstündiger packender Rede toies der Redner nach, daß es gerade in den entscheidendsten Augenblicken, als das Judentum seine gewaltigsten Erschütterungen zu überstehen hatte (nämlich nach der Zerstörung des Tempels und nach dem Fallen der Ghettomauern), die Reform gewesen ist, die das Judentum erhalten hat. Wären in diesen entscheidenden geschichtlichen Momenten die Lebensformen nicht nach den Bedürfnissen der Zeit geändert worden, so wäre wahrscheinlich vom Judentum nichts übrig geblieben. Darum habe es der liberale Jude nicht nötig, sich als Jude zweiter Klasse zu fühlen, er müsse vielmehr lernen, ein freudiges „Ja" zu sagen zur Geschichte dieser Wandlung. Aber er solle sich stets bewußt bleiben, daß er Angehöriger einer Religionsgemeinschaft ist. Niemals diene das liberale Judentum der „Abschaffung der Religion". Zum Abschüssen brauche man keine Organisation. Der Liberalismus wolle Neues schaffen, um das Alte zu erhalten. Er wolle nicht das Vaterhaus verlassen, sondern es neu bauen, damit es allen Stürzen zu trotzen vermag. — In der Aussprache wurde die Notwendigkeit eines liberalen Vereins betont und darauf die Gründung beschlossen. Der provisorische Vorstand besteht aus den Herren Rudolf Herzberg (1. Vorsitzender), Richard Dammann, Moritz Goldschmidt, Dr. Gustav Gumpel, Alfred Rose und den' Damen Frau Hanna Cohn-Dorn und Frau Hete Jacobson. — Bereits in den nächsten Wochen soll eine össendliche Versammlung stattfinden, in der der bekannte Breslauer Rabbiner Dr. Vogelstein sprechen wird. Vereinsnachrichlen Für die Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Juden E. B., Frankfurt am Main, musizieren am 6. Februar, abends 8 Uhr, im kleinen Saal des Saalbaus die Herren: Wolf Redner, Prof. Dr. Jgcrsheimer, Dr. Otto Eisner, Dr. Richard Rosenberg mit einem Kammerorchester unter Leitung von Herrn Dr. N. Ehrenreich. Es kommen zur Aufführung Werke von Mozart, Haydn, Mahler und eine Uraufführung von Richard Rosenberg. Karten zum Preise von 8, 6, 4 und 2 Mk. erhältlich Ml: Kaufhaus Hermann Wronker, Firnberg, Schillerstraße, und Musikzentrale, Rathenauplatz. Freie Jüdische Volkshochschule. Frau Alice Jacob-Loewens o n veranstaltet im Rahmen der Freien Jüdischen Volkshochschule 2 Musikabende, Montag, den 30. Januar, und Montag, den 13. Februar, 6—9 Uhr, Kaiser Friedrich-Schule, Charlottenburg, Knesebedstraße 24. Mitwirkende: Frau Rahel Kaufmann (Sopran) und Herr Leo Riasanzew, Mitglied der Habima, (Bariton). Die Frauengruppen des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdifcheu Glaubens veranstalten an jedem letzten Donnerstag im Monat Aussprachenachmittage bezm. -ad«ndt in allen Groß-Berliner Bezirken. Die Teilnahme ist «entgeltlich. Anmeldungen nimmt entgegen Margarete Fried, S.W. «1. Tempelhoser User 61. Reichsduud jüdischer Frvutsoldaten E. B., Ortsgruppe Berlin, Bezirk Nord. Am Mittwoch, den 8. Februar 1928, abends 8 Uhr, findet in den Musiker-Sälen, Kaiser Wilhelm-Straße 31, ein Vortragsabend mit Damen und Gästen statt. Vortrag des Landtagsabgeordneten Herrmann -Breslau über: „Die Flacht vor der Verantwortung." Der Reichsbond jüdischer Frontsokdateu, Bezirk Süd, veranstaltet am Mittwoch, den 1. Februar, 20.30 Uhr, im Deutschen Hof, Luckauer Straße 15, einen Lichtbilder-Bortrag. Herr Dr. Alfred Wiener, Syndikus des Eentral-Bereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, spricht über „Volksleben im Lande der Bibel". Die Mitglieder des Liberalen Vereins sind herzlichst eingeladen. Sozial-gesellige Lereiuiguug der deutsch-jüdischen Verufstätigeu (S.G.L.j. Sonntag, den 29. Januar 1928, abends 1% Uhr pünktlich, Versammlung in den Bereinsräumen der A.E.G., Charitestr. 3. Vortrag Arthur Schweriner: „Was können wir dazu beitragen, die soziale Gesinnung im Berliner Judentum zu fördern?" Anschließend geselliges Beisammensein. Gäste willkommen. Die »,Or1"-Gefellschaft zur Förderung des Handwerks und der Landwirtschaft unter den Juden, Albt. Deutschland E. B., veranstaltet am Sonnabend, den 4. Februar 1928, im Hotel „Der Katser - h o s", ihren diesjährigen Repräsentations-Ball. Der Reinertrag des Festes soll dazu dienen, der Organisation, die sich seit Jahrzehnten den Aufbau und die Produktivierung des jüdischen Wirtschaftslebens zur Ausgabe stellte, neue Mittel zuzuführen. Es ist daher zu erwarten, daß ebenso wie in den vergangenen Jahren auch diesmal alle Freunde und Förderer der „O r t"-Gesellschaft, denen die Uebcrführung jüdischer unproduktiver Elemente zum Handwerk und zur Landwirtschaft am Herzen liegt, durch ihr Erscheinen ihre Anhänglichkeit am jüdischen Ausbauwerke dokumentieren werden. Siehe Inserat in der heutigen Ausgabe. Kalendarium f. die Zell v. 29.1. b. 4. 2.28 Jaguar 192L Schema! 5688 Sonnabend 28. Sonntag 29. Montag 30. Dienstag 31. Februar 1926 Mittwoch 1. Donnerstag 2. Freitag 3. Sonnabend 4. 6. Wochen«bschnitt: Bau Haftarah: Jeremia 46,13—46,28 Sabbat-Ausgang: 5.29 Uhr 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. Sabbat Schira Wochenabschnitt: Beschallach Haftarah: Richter 4,4—4,24; 5,1—5,31 Sabbat-Ausgang: 5.41 Uhr $ ■ GLEISER das Haus der Möbel Ist gleich leistungsfähig in kleineren, mittleren und Luxus-Ausstattungen. Im grossen Gleiserhause in Berlin am Alexanderplatz sind ständig über 500 formschöne Zimmereinrichtungen zu sehr niedrigen Preisen ausgestellt: Reichgeschnitzte eichene sowie polierte Zimmer in Birke, Nussbaum, Mahagoni werden hier in neuzeitlicher, gediegenster Ausführung gezeigt. Auch die schönen historischen Formen der Renaissance, Barock, Louis XVI,, Adam, Chippendale usw. sind in ausdrucksvollen Modellen vertreten. Bigene Grosswerkstätten. Eigenes Architekturbüro. Verlangen Sie unseren grossen Prachtkatalog kostenlos. Frachtfreie Lieferung. Berlin C51 Alemnderplatz Alexanderstr. 41,42,43 für WeUwcische! Wasehen Sie Jhre farbigen Wollsaehen in einfachem kalter Sauge, tfersil sichert sorgsamste Säuberung. Israelitischer Gottesdienst in Arankfirrt/M. Liberaler Ritus: Hauptsynagoge. Freitag, d. 27. 1., abds. 5, Lehrvortrag Rabb. Dr. Gottschalk. Sonnabend, d. 28. 1., morg. 9, nachm. 4, Sabbat-Ausg. 6.05. Wochengottesdienst: morg. 7.30, nachm. 4. Synagoge an der Königsteiner Straße. Freitag, d. 27. 1., abds. 6.30, Predigt Rabb. Dr. Lazarus. Sonnabend, d. 28. 1., morg. 9.30, Sabbat-Ausg. 6.05. Wochengottesdienst: morg. 7.30, abds. 7. Konservativer Ritus: Synagoge am Börueplatz Freitag, d. 27. 1., abds. 4.50. Sonnabend, d. 28. 1., Frühgottesdienst 7, morg. 8.15, nachm. 4, Sabbat-Ausg. 6.05. Wochengottesdienst: morg. 6.55, nachm. 4.45. Synagoge Bockenheim. Freitag, d. 27. 1., abds. 4.50. Sonnabend, d. 28. 1., morg, 8.45, nachm. 4, Sabbat-Ausg. 6.10. Wochengottesdienst: morg. 7.15. JsraeL Krankeuhavs Gagernstr. 36. Freitag, d. 27. 1., abds. 4.50. Sonnabend, d. 28. 1. morg, 8.15, nachm. 4. verein für Feuerbestattung in Berlin von 1874, e. V. Kostenlose Feuerbestattung Annahme W 35, Lfltzowstraße 44, Telephon. 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