Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 8 (1928)
- Issue
- 1 (6.1.1928)
- Date
- 1928-01-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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j.yf qyij.) litnftn in lebhaftem Beifall tunbgttnn hatte, sprach als Ko r- »eßerent Prediger RLlf-Delmold: . Alles, was der Einheit des Judentums dient, weckt unser Ockchaftes Interesse. Die jüdische Öffentlichkeit möge daraus, daß der Verbandstag dieses Thema zur Erörterung gestellt Hat, ersehen, daß die Lehrerschaft die Zeichen der Zeü erkennt. Die frühere Jugendpflege wollte die Jugend zur Hal- Mng der Alten bringen. Darin lag eine Verkennung des »sychologischm und physiologischen Wesens der Jugend. Die Jugendbewegung stellt sich als eine Revolution dagegen dar. Die Jugend war vom Lchrer und Erzieher schr enttäuscht. Braucht uns Lehrer das zu wundern? Wie war es doch in «nsern Seminaren. Aus unserem eigenen Ergehen müssen «no können wir die Jugend verstehen. — Dazu kommen die Gekannten Ereignisse: Krieg, Revolution, Inflation. Wer ist Jugendlicher? Franz Oppenheimer sagt: Die Jugend ist keine Kalenderangelegenheil. Sie ist auch nicht ein für allemal an genau begrenzte Altersjahre gebunden. Tie Grenzen können weit vor- und zurückrücken. Wir Lehrer müssen uns aber mit dem nötigen Rüstzeug »ersehen, um der Jugend dienen zu können, in erster Reche mit der Kenntnis der Seele des reisenden Menschen. Um den Jugendlichen kämpfen von chm selbst unerkannte Regungen seines Innern, auf ihn stürmen ein die verwirrenden Erscheinungen des Lebens. Das Leben ist so kompliziert, die Menschen differenziert. Ter Jugendliche bedarf der liebreichen Leitung der Aelteren. Wäre dem nicht so, brauchte man Oberhaupt keine Erziehungswissenschaften. Die Psychologie der Reifezeit ist eine noch junge Wissenschaft. Dieses Neuland müssen wir trotzdem betreten. Wir können aus Büchern lernen und ans dem Umgang mit den Jugendlichen, auf wn Wanderungen mit ihnen. Besser jedoch als gelegentliche wäre gehäufte und regelmäßige Beobachtung. Drei Gebiete rücken dabei in unfern Gesichtskreis, das Gebiet a) des Sexuallebens, b) der Freundschaft und der Liebe, c) der Religion. a) Beaufsichtigung und Auftlärung des sexuellen Lebens ist notwendig. Die Statistik erweist, daß sehr früh sexueller Verkehr stattsind et, mit der Gefahr der Infektion. Das jüdische Familienleben ist keine genügende Schutzwehr mchr dagegen. Die Beaufsichtigung darf aber nicht zu straff erfolgen, weil sonst leicht das Gegenteil des Beabsichtigten erreicht wird. — b) In der Zeit der werdenden Geschlechtsreife stellt sich zumeist das Gefühl der Einsamkeit ein und entwickelt sich die Sehnsucht nach der Zweisamkeit. Vor dem „Du" muß sich aber erst das „Ich", muß sich der Mensch selber finden. Da zerbricht der unbedingte Autoritätsglaube gegenüber den Ellern und Lehrern. In dieser Periode muß man die Jugendlichen zum Eintritt in Jugendvereine veranlassen. Da erwächst auf natürliche Art die „Welt des Du". Der ringende Mensch will schwärmen; er muß ein Ideal haben, wie das Kind sein Spiel. So entsteht die Fveund-- jchaft, die Liebe. Es wird der Führer gewählt. Daß der Führer kein Verführer werde! Der junge jüdische Mensch ist sexuell vielleicht früher reif und sinnlich stärker veranlagt. Er ist dem Anreiz der Großstadt ausgesetzt und findet' schwer Anschluß an jüdische Kreise. Die Folge davon ist leider so häufig das „Verhältnis", das Verhältnis mit Nichtjüdinnen, das oft genug durch die Eheschließung legalisiett wrrd. Erschreckend ist die Statistik des Preußischen Landesverbandes über diese Dinge. Tie Aufgabe der Lehrerschaft ist es, über diese Verhältnisse ttttb ihre Folgen aufzuklären. An die jüdischen Familien ergeht der Ruf, ihre Pforten den jüdischen jungen Leuten zu öffnen, und an die jüdischen Gemeindeverwaltungen, jüdische Heime zu errichten. c) Religiöse unb weltanschauliche Fragen bewegen den Heranwachsenden Menschen. Ter Religion muß ihr Recht werden Man kann in bezug auf die Stellung zur Religion' verschiedene Typen unterscheiden: 1. solche, die traditionell alles mitmachen, 2. solche, die keine ausgesprochene Religion haben, sondern das Entsprechende ästhetisch betrachten, 3. solche, denen Judentum gleich Kampfstellung gegen den Antisemitismus ist, 4. zionistisch eingestellte, aber vielfach «religiöse, 5. solche, denen Judentum gleich Sozialismus ist. Tiefe Typen finden wir in den neutralen Jugendbünden. Bon größter Bedeutung ist das Elternhaus und die in und an chm gewonnene Anschauung. Wenn im Elternhause die Religion eine starke Macht ist, dann .findet die Jugend jumeift zur Religion zurück. Wenn aber die Eltern in chrem Tun und Lassen sich im Gegensatz zu chren religiösen Lehren zeigen, dann ist die Wirkung auf die Kinder natürlich schlimm und verheerend. Eine furchtbare Sprache rttxt die Statistik über die Selbstmorde unter den Juden. Auch dagegen vermag die Jugendbewegung anzukampfen. Darum, jüdische Jugend und jüdische Lehrer, hinein in die Jugendbewegung! Als Mittel zur Erreichung des unaufdringlich zu verfolgenden Zweckes können dienen: Allgemeine Borträge, solche Mischen Jnhalls, Jugendgottesdienst, Sport im richtigen mittleren Maß, Wanderungen, Büchereien. Die Jugendvereine müssen materiell genügend fundiert fein durch die Leitung der Gemeinde, aber auch die Lehrer müssen materiell sicher stehen, nur sich mit voller Kraft dem Dienst an Her Jugend widmen zu können. Mit eindringlichen Worten aus Zuckermanns Schwanengesang Makkabis beendet der Redner seinen lebensprühenden Vortrag, welcher stärksten Beifall der ganzen Versammlung auslöst. Fortsetzung folgt. Aus den Gemeinden >. Berlin. (Eiserne Hochzeit.) Das in der Altersversorgungs- Anstalt der Jüdischen Gemeinde, Große Hamburger Straße 26, seit Jahren wohnhafte Ehepaar David Adler und Frau Johanna, geb. Holländer, begeht am 7. Januar das seltene Fest der eisernen Hochzeit. Der Ehemann ist 88 Jahre, die Ehefrau 86 Jahre alt. Berlin. (Chanukahfeier höherer Schulen.) Es ist ivohl das erste Mal, daß sich in Berlin die Schülerschaft einiger höherer Schulen (Känigstädtisches Gymnasium, 5. Oberrealschule und Königstädtisches Oberlyzeum) zusammengeschlossen hat, um im Rahmen der durch Eltern, Verwandte und Bekannte erweiterten jüdischen Jugend dieser Schulen ein größeres Chanukah-Fest zu feiern. Bor allem ist die Tatsache erfreulich, weil die Initiative von den Schülern ganz allein ausging, die allerdings ein verständiges Ohr fanden in ihrem Lehrer und so eine Autorität, die die organisatorischen Fäden in der Hand hiell und so die feierfreudige Jugend warm unterstützte, daß mit 44»<H h»«»44»44< Verfammlungstalender 4M Berlin-R-rde«. Liberale S-nagvge Nordes (im Amr-achfche» Waisenhaus, SÄta* Hasser «Nee 162): Freitag, de« 6. Januar, abends 7.15 Uhr,8ottes» dienst. Predigt Raddiner Dr. Salomoasli. Sonnadend» den 7. Januar, oormtttagr 10 Ahr, Gottesdienst. LerkW'Wttmersdorf'Schöueberg. Liberale Synagoge Wilmersdorf (in der Aula der Werner Sie« mens-Reaigymnafiums, tzohenstaufesstraßr 47-48, Ecke Münchener Straße): Freitag, de« 6. Januar, abends 7.15 Ahr, Gottesdienst. Predigt Rabbiner Dr. L-wenstamm-Spanda«. Breslau. IN „Abraham Geiger". Vorsitzender: Rabbiner Dr. Halpersoha, Breslau 13, Moritzstraße 50. ttnfere Vereinsabende finden allwöchentlich Montag, abends 8.15 Ahr, im Saale der Loge „«erhärt Hanplmann", Schweidnitzer Stadtgraben 01, statt. Arbeitsplan für de« Monat Januar 1S28. 9. Januar: Lottrag des Herrn Dr. Ernst Frankel: Jüdisches bei Walther Rathenaa. 16. Januar: Generaloersammlung. 23. Ja- «oar: Vortrag des Herr« Rabbiner Dr. Salomonfli-Verlin: Der neue liberale Gottesdienst in verli«. 30. Januar: Herr Religion-, lehrer Davidsohn: „Aus jüdischer Geschichte" — Di« Juden in England. Rege Leteiligung erbeten und Einführung von Gästen erwünscht. Liegttitz. Liberaler Verein der Synagogen-Gemeinbe. Unser diesjähriger Jli-Ball findet am Sonnabend, den 14. Januar, i« großen Saal der „Hotel Rautenkranz" statt, und zwar in Form eines Kostümfestes unter der Devise: „Im Circusfoyer". Begeisterung und Eifer die Vorbereitung in Angriff genommen werden konnte. Die Erwartung wurde nicht getäuscht. Denn sowohl was geboten wurde, als auch der ganze Ton, der über dem Festsaal lagerte, war ein recht erfreulicher. Obwohl ein geschmückter Tannenbaum den Raum zierte, der wahrscheinlich auch einer größeren Weihnachtsfeier dienen sollte; obwohl keine leuchtende Menorah zu sehen war, herrschte doch eine freudige Stimmung, und die Alten wie die Jungen schienen höchst befriedigt; umsomehr, als die sinnesfreudige Jugend es auf sich genommen hatte, die Kosten aus eigenen Mitteln aufzubringen und darum den Gästen freien Eintritt gewährte. Auf dem Programm stand, neben anderem, ein Theaterstück: llriel Acosta von Gutzkow. Die jugendlichen Schauspieler, von der Tertia bis zur Prima, gaben sich redliche Mühe, die um so mehr anerkannt werden muß, als di« Zeit der Borbereitung denkbar kurz war und fünf Akte hindurch nicht die geringste Stockung eintrat. vrannfchweig. (Sitzung der Gemeindeverordneten.) In der letzthin stattgefundenen Sitzung wurden einige Steuerangelegenheiten erledigt. Bei der Beratung des Haushaltsplanes, der den Anwesenden im Entwurf vorlaq, betonte Herr Dr. Regensburger, die Finanzlage der Gemeinde sei insbesondere durch die erheblichen Bauarbeiten, deren zweite Rate für 1928 zu etattsieren ist, sehr angespannt. Es sei deshalb äußerste Sparsamkeit geboten. Rach erfolgter Aussprache erfolgte einstimmige Genehmigung des Haushaltsplanes. Der Betrag, über welchen der Borstand zur Bestreitung außerordentlicher Ausgaben im Einzel falle ohne Zustimmung der Gemeindeverordneten verfügen darf, wurde für das Jahr 1928 wiederum auf 150 Mark festgesetzt. Es wurde beschlossen, die Dachreparatur der Kapelle des neuen Friedhofs sofort vorzunehmen. Die Wände sollen neuen Anstrich erhalten. Eine Anzahl Unterstützungsgesuche wurden erledigt, dem jüdischen Frauenverein für Wohltätigkeitszwecke 20V Mark bewilligt. Die Neueinrichtung der Freitaqabendgottesdienste mit Predigt und Chorgesang wurde allseits begrüßt. Es soll darauf Bedacht genommen werden, daß der Gottesdienst möglichst kurz gestaltet wird. Das l'cho dodi, das beim ersten Gottesdienst fortgelassen war, wird in Zukunft wieder gesungen werden. Ein Gesuch um Veranstaltung eines Synagogenkonzerts wurde abgelehnt. Breslav. (Gründung eines jüdischen Museums.) Die Breslauer Synagogengemeindc plant die Errichtung eines jüdischen Museums in der schlesischen Hauptstadt. Dieser Plan ist, vom jüdischkulturellen Standpunkt gesehen, um so bedeutungsvoller, als im gesamten deutschen Osten ein solches Museum nicht vochanden ist. Zur Durchführung der vorbereitenden Arbeiten wurde ein Ausschuß eingesetzt, dem bekannte Persönlichkeiten der Breslauer jüdischen Gesellschaft angehören. Darmstadl. (Abschied Dr. Italieners.) Am letzten Sabbat verabschiedete sich Rabbiner Dr. Italiener, der nach zwanzig»- jähriger Tätigkeit in der Israelitischen Religionsgemeinde nach Hamburg übersiedelt, von seinen hiesigen Freunden. Die Synagoge war dicht besetzt, und in bewegten und herzlichen Worten legte der Prediger seiner Abschiedsansprachc das Bibelwort des Juda an Joses zu Grunde: „Seine (des Vaters) Seele ist mit der des Sohnes innig verbunden." Dr. Italiener erinnerte an die schwere Aufgabe, die er vor zwanzig Jahren übernahm, betonte die verantwortungsvolle Arbeit, die er in der Friedens- und Kriegszeit dank des verständnisvollen Entgegenkommens und der ciftiaen Mitarbeit der Gemeindeangehörigen glücklich lösen konnte und schloß mit einem Segens- und Abschiedswort für alle Glieder der Gemeinde. Wenige Tage vorher hatte sich Dr. Italiener bei einer nachträglichen Thanukahseier, die im Konkordiasaal stattfand, von der israelitischen Jugend verabschiedet. Hier dankte er zunächst seinen Mitarbeitern, den Lehrern an der Religionsschule, für die langiähriqe Unterstützung bei der Erziehung, um dann nach einem Hinweis auf die religiöse Erneuerung in der Gegenwart den anwesenden Eltern die Notwendigkeit der religiösen Erziehung besonders eindringlich ans Herz zu legen. Frankfntt a. R. (Finanzen der.Gemeind e<) Die Gemeinde hat die zur Kündigung ihrer Iv proz. Goldanleihe von RM 750 000 zu 108 Prozent erforderlich werdenden Mittel hälftig vckn der Deutschen Effecten- und Wech'es-Bank, der Fübrerin des alten Konsortiums, und der Disconto-Gesellschaft Filiale Frankfurt a. M. aus längere Frist in Borschußsorm zur Verfügung gestellt. Selbstverständlich werden die Bedingungen damr erheblich günstiger sein als die der Anleihe, sonst würde man diese nicht kündigen. Harburg. (Bereinsjubiläum.) Bor kurzem feierte der Jüdische Juqendbund Wilhelmsbura-Harburq das Fest seines 15iährigen Bestehens. In einem o^niellen Festakt schilderte der erste Vorsitzende, Herr Rechtsanwalt Rosenschein, die Geschichte des Vereins. Herr Ludwig Fließ, der erste Vorsitzende der Synagogengemeinde, überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde, Frau Blättner gratulierte namens des Israelitisch-Humanitären Frauenvereins und Herr Hirschseld namens des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Den Festvortrag: „100 Jahre jüdische Jugend" hielt Herr Dr. Blöde-Hamburg. Ein Kinderfest im Rahmen einer Chanukahfeier, sowie ein Gesellschaftsabend beschloß die Feier, welche die gesamte Gemeinde vereinte. Bad Homburg. (S y n a g o ge n b r a n d.) Bor einigen Tagen bemerkte der Kastellan der Hamburger Synagoge, wie aus dem Dachstuhl des Gotteshauses dichter Qualm ausstieg. Die herheigerukene Feuerwehr entdeckte erst nach langem Suchen den Brandherd im Gebälk bes Daches und konnte ihn nach kurzer Zeit löschen. Eine Brandwache mußte das Gebäude noch einige Zeit bewmhen, da man einen Wiederausbruch des Feuers befürchtete. Man nimmt an, daß der Brand seinen Ausgang von einem defekten Schornstein aus genommen und bereits einige Tage geschwelt hat. Der in der Nacht herrschende Sturm hatte die Glut zu Heller Flamme entfacht. Der Schaden wird als mäßig bezeichnet und ist durch Versicherung gedeckt. Kassel. (P e^r s ö n l i ch e s.) Für den im Mai v. Js. beim Strcchenvahnüdsäll tödttch verunglückten Geheimrat Rinteln ist FabW!>> Mulchs Löwenthal aus Eschwege zum Mitglied deS hiefigM i Porsteheramss der Israeliten ernannt worden. Der vor einige« > Sonaten nach Wiesbaden verzogene Kaufmann Leopold Engelbett G ) jt«n Sonnabend dort seinen schweren Herzleiden erlegen. Die Kunde ' von seinetzr Ableben hat hier lebhafteste Teilnahme geweckt. Als Gemeiüdeälbester hqt der verstorbene viele Jahre segensreich gewtrEu und aüch in' anderen Ehrenämtern, besonders als Vorsitzender der y Israelitischen Brüderschaft, der Allgemeinheit in vorbildlicher Weise. gediente Einem Wunsche des Verstorbenen entsprechend, fand die Bei» ... fttzimg des Entschlafenen aus dem hiesigen Friedhof statt. Die starke < Beteiligung aus allen Bevölkerungskreisen zeigte die große Werh»^ schätzung, dertn sich' der Entschlafene dank seiner Liebenswürdiakeft und Freundlichkeit gegen jedermann bei allen Gemeindeinitgliedern und auch in weiten Kreisen der Kasseler Bürgerschaft erfreute. Main). (Tagung des Berwaltungsrates der He-, b r ä i f ch e n Universität.) Die fünft« Sitzung des Berwsl- ' tungsrates deS Judaistischen Instituts der Universität Jerusalem ' fand am 27. und 28. Dezember in Mainz statt. Nach begrüßeiü>e» Ansprachen der Herren Kommerzienrat Kronenburger und Rabbiner Dr. Levi im Namen der Jüdischen Gemeinde Mainz gedachte der . Vorsitzende der im vergangenen Jahr Hingeschiedenen Mitglieder de»' Berwaltungsrates, Achad Haam und Prof. H. P. Chajes. Der Berivaltunasrat trat alsdann in eine längere Debatte über die Frage t des Verhältnisses von Lehre und Forschung am Institut ein. E« wurde beschlossen, unter Beibehaltung des spezifischen Forschungscharakters des Instituts, der durch interne Arbeitsteilungen gesichett werden soll,, in den wichtigeren Fächern, die bereits gm Forschung-- ,. institut vertreten sind, die Abhaltung von Universitätskursen („under- „ graduate courses") in einer besonderen, vom Forschungsinstitut getrennten Abteilung zu autorisieren. Zweck dieser Kurse ist, eine« weiteren Kreise von Studenten die Möglichkeit zu geben, sich wissenschastliche Kenntnisse in dem am Forschungsinstitut gelehrten Fächer» zu erwerben und Studierende zum Eintritt in das Forschungsinstitut £ vorzubereiten. Zwecks weiteren Ausbaus des Forschungsinstituts «wurde beschlossen, Neuernennungen für die folgenden Fächer. vorzunehmen: Geschichte der Juden Westeuropas im Mittelalter, Sozial- und Wirt-, schaftsgeschichte der Juden in Europa, Halacha, Bibelexegese, Geschichte der Juden im griechisch-römischen Zeitalter. Jüdische Philosophie ' des Mittelalters. Hinsichtlich der angeregten Errichtung eines Lehrstuhls für die jiddische Sprache und Literatur drückte der BerwaltungSrat seine! Auffassung dahin aus, daß die wissenschaftliche Erforschung aller- Sprachen und Dialekte, die von Juden gesprochen und geschrieben werden, für ein umfassendes Studium des Judentums tznd des jüdischen Volkes wesentlich ist. Der BerwaltungSrat begrüßte daher 5 den Vorschlag der Schaffung eines Katheders für Jiddisch, sprach siih aber für ein vorsichtiges, die friedliche Entwicklung des Instituts'' nicht beeinträchtigendes Vorgehen bei der Verwirklichung dieses Plane» - aus. Die nächste Sitzung des Berwaltungsrates soll Ende August : in Karlsbad stattfinden. f Stuttgart. (7 0. Geburtstag.) Die Feier des 70. Gebnrts»1 tages des Präsidenten der Israelitischen Landesversammlung, Julius < Rothschild, wurde durch eine feierliche Einsegnung des Jubilars i» Gotteshaus« eingeleitet. Abordnungen des Oberrates, der LandeSversammlung, des Gemeindevorsteheramtes und der Stuttgart-Loge über-; mittelten ihm die Glückwünsche ihrer Organisationen. Aus der Bewegung ★ Berlin. (Liberaler Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin E. B.) Wir bitte» unsere Mitglieder, um das Inkasso-Geschäft möglichst zu vereinfache», , die am 1. Januar fälligen Mitgliedsbttträge auf unser Postscheck- Konto Berlin 14805 einzuzahlen. Liegnitz. (Liberaler Verein der Synagogen-Gemeinde.) Am Montag, den 19. Dezember, veranstalteten wir i» den Räumen der Silesia-Loge unsere Chanukah-Feier und könne» einen höchst erfolgreichen Abend buchen! Mindestens 100 Persone»' zählten wir gegen 9 Uhr und es war recht viel Jugend dabei! Unser 1 1. Vorsitzender, Rechtsanwalt Dr. Scheyer, eröffnete den Abend mit ' einer Ansprache, in welcher er das Chanukah-Fest würdigte und be- . sonders hervorhob, wie es jetzt einmütig und voll Freude im Juden- ) tum gefeiert würde! Außerdem begrüßte Dr. Scheyer besonders die jüngste Jugendgruppe, welche zum ersten Male einem Vereinsabenh beiwohnte, und erklärte ihnen den Sinn des Licht-Festes! Hieraus erfolgte in feierlicher Weise das Anzünden der Lichte (Herr Cantor ' Sommerfeld) und danach gemeinsamer Gesang des „Moaus zur", wobei auch der Synagogenchor mitwirkte. Lllli Liebrecht begleitete auf de«' Harmonium. Herr Cantor Sommerfeld erfreute uns später noch mtt dem Vortrag zweier Lieder, welche lebhaften Beifall fanden. Nach) der ftöhlichen Teetafel trat wieder Stille ein, als ein Mitglied bpc Jugendgruppe, Herr Lehmann, um Gehör bat. Er spielte uns die) Ouvertüre zu „Dichter und Bauer" von Suppe mit schönem vollen ‘ Ton aus der Violine und Irene Fließ begleitete recht gewandt und paßte sich gut an. Zum Schluß des schönen Abends folgte noch eine kleine Tanz-Aufführung der jüngsten Jugendgruppe, die reiche» : Beifall erntete. — Tee und div. Gebäck waren wieder vom Verein gespendet worden und fanden guten Absatz. _ - 1 , 1 Jubiläumsausgabe von Moses Mendelssohns gesammelten Schriften Anläßlich der 200. Wiederkehr des Geburtstages Moses - Mendelssohns sollen, wie bekannt, die gesammelten Schritte« des Philosophen als Jubiläumsausgabe erscheinen. geber sind im Aufträge der Akademie für die Wissen^chtH des Judentums und der Gesellschaft zur Förderung der Wrffe»-' schabt des Judentums Professor Jsmar Elbogen, Professor Julius Guttmann und Professor Eugen Mütwochin Gemeinschaft mit Dr. F. Bamberger, Tr. Ch. Borodiansky, Dr. I. Rawidowiffch, Tr. Bruno Strauß und Dr. Leo Strauß Die Vomrbeüen sind nunmchr soweit gefördert, daß zu Beginn des neuen Jahres drei Bande druckfertig vorliegen. Die Ausgabe wird im Akademie-Verlag erscheinen und etwa 15 Bäride umfassen. Sie zerfällt in: PhUosophische Schriften, Judaica, Hebraica, Literarhistorisches und Briefe. Eine Mendelssohn-Biographie und -Bibliographie, eine reichhaltige DammlNng Reproduktionen von Porträts und Büsten, sowie Faksimiles von Handschriften des Philosophen wechem als Ergänzungsbände den Schriften angefügt werden. Int Hinblick auf die volkstümliche Persönlichkeit Mendelssohns hat es sich diese erste große kritische Ausgabe zum Ziel lgkscht, unbeschadet ihrer gründlichen wissenschaftlichm Anlage, auch dem größerm Publikum zugänglich zu sein. Der Akademie-Verlag (Berlin W, Lützowstraße 16) wird die Subskription demnächst eröffnen. Vereinsnachrichten verein ehemaliger Schülettnnrn der Mädchenschule der Jüdische» Gemeinde zu Bertt« E. B., gcgr. 1905. Geschäftsstelle: Moab. 6152. Dienstag, 10. Januar 1928, Rosenstraße 2-4, Sitzung, 20.30 Uhr. Tagesordnung: 1. Vorbereitung für die Generalversammlung mit Neuwahlen des Gesamtvorstandes für den 2. Februar 1928. 2. Anmeldung für die Tennissaison. 3. Verschiedenes. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. Jeden Donnerstag gemütliches Beisammensein int Restaurant Metrvpole, Rosenthaler Straße 14. 1 / j- .Mksi L.1