Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 7 (1927)
- Issue
- 50 (16.12.1927)
- Date
- 1927-12-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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lange Zeit unter seiner Leitung. Neben seiner vielfachen geschäftlichen und im Dienst« der Oeffentlichkeit liegenden Inanspruchnahme, war der Verstorbene mit ganzem Herzen mit den Interessen des Judentum- und der jüdischen Wohltätigleit venvachsen. Er hat den Armenunterstützungsverein viele Jahre geleitet und auf eine vorbildliche Höhe gebracht. Für diese Tätigkeit war ihm keine Stunde des Tage- und de- Abends zu viel. Er. war ferner langjähriger Schatzmeister der Gesellschaft „Phönix" sowie des „Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen". Mit letzterem Verein hat der Genannte mit großer Umsicht und Sachkenntnis am Ankauf eines Platzes für ein jüdisches Krankenhaus mitgearbeitet und hat noch in seinen letzten Leben-tagen an der Förderung dieses Projekts mit dem größten Eifer und großer Hingabe mitgewirkt. Pageuburg (Ems). (Lehrerwechsel.) Zum Nachfolger des bivor kurzem als Religionslehrer und Kantor tätigen Lehrers Strauß, der nach seiner vor etwa 6 Jahren erfolgten Pensionierung die erwähnten Funktionen weiter übernahm, ist Lehrer Grünseld aus Stuttgart gewählt worden. - ★ Aus der Bewegung Ber!iu»Aarlshorst. (Liberaler Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin.) Dm Bezirksgruppe Karlshorst veranstaltete am 6. Dezember einen Vortragsabend, bei dem Herr Rechtsanwalt Dr. Max Mayer über das Thema „Das unbekannte Heiligtum" referierte. Der Redner ging von dem gleichnamigen Werke Aime Pallieres aus, das die seelische Entwicklung vom glaubenstreucn Katholik zum glaubenstreuen Juden schildert. Besonders unterstrich der Vortragende Pallieres Appell an die Juden, ihr Judentum kennen zu lernen und die jüdische Idee nicht aus den Augen zu verlieren. Die außerordentlich gut besuchte Versammlung folgte den interessanten Ausführungen des Redners mit gespannter Aufmerksamkeit und spendete dem Vortragenden reichen Beifall. In der Aussprache wurde außer dem Thema selbst auch die gottesdienstliche Frage in Karlshorst gestreift. Dortmund. (Bereinigung für das liberale Judentum.) Zu einer besonders eindrucksvollen und stark besuchten Versammlung unserer Ortsgruppe gestaltete sich der Abend des 29. No- »embers. — Wir hatten die Freude und die Ehre, im historisch sehenswürdigen Saal des Alten Rathauses am Vorabend seines 2b jährigen Dozentenjubilrums Prof. Dr. Jsmar Elbogen, Berlin, bei uns zu begrüßen. Namens des Vorstandes sprach in warmen, herzlichen Aorten in Vertretung des verhinderten 1. Vorsitzenden unserer Ortsgruppe Konrektor a. D. Em. Goldschmidt die besondere Freude derselben aus, Prof. Elbogen gerade an diesem Abend in unserer Mitte zu sehen. Bon dem zu Ehren des Tages festlich mit frischem Grün rtnb prachtvollen Rosen geschmückten Vortragspult aus nahm Pros. Elbogen das Wort zu seinem großangelegten Bortrag: Was ist uns liberales Judentum? Ausgehend von einer eingehenden Definition des Begriffs, von der Feststellung, daß liberales Judentum gleichberechtigt neben konservativem und nationaler Auffassung vom Judentum sich stellt und sich nur in der Auffassung vom Wesen des Judentums von jenen Richtungen unterscheidet, ging der Redner auf die Entwicklungsgeschichte des Judentums ein. — Ersten Einfluß zur Näherbringung des Juden zur Umwelt übte Mos. Mendelsohn, aber dieser war kein Reformator; er lehrte als spez. jüdisch, das am Sinai geoffenbart« Gesetz als für alle Zeiten verbindlich. — Das war gefährlich, denn seine Zeitgenossen wollten heraus aus der Enge des äußerlichen, die Gesinnung entbehrenden Gesetzes. — Es ist die 8<*t des Verfalls des alten Judentums, ein Blatt nach dem andern fällt, äußere Uebung, dumpfes Leben, ohne innere Kraft. — Bon allen Seiten erfolgt der Angriff, Kants Lehre brach mit der dogmatischen Anschauung seiner Zeit. Die französische Revolution brachte auch bei den Juden bas Streben nach Freiheit, nach dem Recht, „dem christlichen Recht" und damit die Einsührung christlicher Sitten und Gewohnheiten. Man griff zur Reform, rein äußerlich mit Mitteln äußerlicher Schönheit: Musik, Chorgesang, deutsche Predigt. Cs war nach Heines Worten eine „Hühncraugenopcration". Erste großzügige Reform mit neuen Ideen, neuer Auffassung zur Erhaltung des Judentums und Umwandlung des jüdischen Menschen brachte Abraham Geiger. — Er verwies auf den Höhepunkt des Judentums in den Propheten: Verinnerlichung des Menschen, Gesittung und Sittlichkeit. — Es gilt dem höchsten Ideal zuzustreben: dem Messianismus, der Menschheitsreligion. — Aber ims hohe Programm blieb unerfülltes Ideal. — Es ist di« Zeit der Aufwühlung, der Nivellierung um jeden Preis. — Man streifte alles Jüdische ab, verfiel in kleinliche Reformen des Gottesdienstes, des Gebetbuches usw. Man war nicht liberal, sondern radikal, am extremsten in Deutschland in der Resormgemeinde und dem Soester Resormvcrein. Es folgt die Zeit des Materialismus und einer fast völligen Versumpfung des jüdischen Lebens. — Erst um die Jahrhundertwende mit der Uebcrwindunz des Materialismus erfolgte Rückbesinnung auf Tradition, auf die Werte zur Hebung und Heiligung unseres Lebens. — Aeußerlich in der Gründung der Bereinigung für bas liberale Judentum und im vorigen Jahr durch die Weltkonferenz des liberalen Judentums in London, wie im Streben daS liberale Judentum in Gemeinde und Familie zur Macht zu bringen. — Und nun entwickelte Prof. Elbogen vom hohen Standpunkt des geschichtlich und philosophisch denkenden Gelehrten die Neueinstellung der Zeit, die Abwendung vom Materialismus und dem Hinwendcn zum Irrationalen, zur Selbstbestimmung, zur Verinnerlichung des Lebens und Verschärfung des Gewissens, die Bindung des Einzelnen an die Gesamtheit wie die Erkenntnis des liberalen Judentums vom hohen Wert der Ueberlieferung und der Form, nicht gebunden an die Starre des Gesetzes, sondern im Bewußtsein des Wertes der Form als Ausdrucks mittel einer inneren religiös-sittlichen Gesinnung. Letztes und höchstes Ziel: der Mensch muß sich als sittliches Glied der Gesamtheit fühlen. Zum Schluß präzisierte der Redner nach drei Richtungen die Ausgaben des liberalen Judentums: 1. Stellung zu den Problemen des Glaubens. 2. Stellung zur praktischen Anwendung der Zeremonie. 3. Jnterpräzisierung der Stellung in der zur Gemeinschaft. — Reicher Beifall »vard dem Redner zuteil. — Mit dem Wunsche, daß cs dem Jubilar vergönnt sein möge, in Frische und Gesundheit weiter zu wirken, schloß der^ Vorsitzende den Abend. Hönigsbrrg. (Bereinigung für das liberale Judentum.) Am 11. ds. Mts. sprach in einer gut besuchten Versammlung unter dem Vorsitz des Herrn I. Fabian Herr Bruno Woyda- Berlin über „Verlauf und Lehren des letzten Zionistenkongresses". Die Balfour-Deklaration vom Jahre 1919 hätte in der Zionistenwelt helle Begeisterung ausgelöst, doch seien die Blütenträume nicht zur Reise gekommen, vielmehr sei daS cingctrofsen, was die Nichlzionisten vorausgesagt hätten, daß England lediglich eigene Politik treibe und der Zionismus ihm nur Mittel zum Zweck sei. Die Erkenntnis, daß es den Zionisten heute schlecht gehe und in Palästina eine furchtbare Krisis bestände, sei aus dem XV. Zionistenkongreß in Basel klar zum Ausdruck gekommen. Drei Fragen ständen im Vordergrund: die politische Lage, die Finanzlage und die Beteiligung der Nichtzionisten. Während Weizmann noch im Jahre 1919 von der Möglichkeit einer jährlichen Einwanderung von 60 000 Menschen gesprochen hätte, wären cs durchschnittlich im Jahre nur 10 000 gewesen, eine Rückwanderung hätte Platz gegriffen und nun gäbe man zu, daß jetzt ein erheblicher Emigrantenzuzug heller Wahnsinn wäre. Mit wachsendem Nachdruck machten die palästinensischen Araber ihre Forderungen geltend. Heute betrage die jüdische Bevölkerung 17 i/y v. H., wie solle da angesichts der Einwanderungshemmungen einerseits und des arabischen Menschcnzuivachses andererseits je an eine Mehrheit der jüdischen Bevölkerung zu denken sein? So sei also der Gedanke der Verwirklichung des Nationaljudentums selbst in einem binationalen Staat, der doch schon ein Zurückstecken des ursprünglichen nationalstaatlichen Gedankens bedeute, eine Utopie. Ueber den absurden Vorschlag, den außerhalb Palästinas wohnenden 18 Millionen Juden Stimmrecht zu geben, brauche überhaupt nicht gesprochen zu werden. Der Sinn des sogenannten Churchill'schen Weißbuchs sei: Nicht Palästina als jüdische Heimstätte, sondern eine jüdische Heimstätte in Palästina. Der Redner verliest die umfangreiche Resolution, die ein Mißtrauensvotum gegen die englische Mandatarmacht bedeutet und gegen den.Wunsch Weizmanns angenommen worden ist. Zur Finanzlage übergehend, weist Referent darauf hin, daß der Etat etwa so groß sei wie der Haushalt der Jüdischen Gemeinde Berlins, also für einen aufzubauenden Staat sehr klein sei. Das erhebliche Defizit mache den Führern große Sorge, und mit Recht habe Sokolow gesagt: „die Kunst, ohne Geld ein Land aufzubauen, ist noch nicht erfunden worden". Bleibe die Hoffnung auf Beteiligung der Nichtzionisten. Da müsse die Frage gestellt werden, ob das Geld hcrgegeben werden solle für charitative und wirtschaftliche oder politische Zwecke. Weizmann habe besonders betont, daß ökonomische und politische Dinge in Palästina eng zusammenhingcn. „Wir wollen uns — so etwa schließt der Redner — nicht beirren lassen von dem trotz der Mißerfolg« zur Schau getragenen Optimismus. Unser Vaterland ist Deutschland. Das Rad der Geschichte ist nicht zurückzuschrauben. Man „schafft" kein Kulturzentrum. Die jüdische Religion ist für das Judentum die Macht der Zukunft. Schluß mit den Experimenten in nationalen und religiösen Fragen. Auch, wenn Ihr wollt, ist es ein Marchen." Es folgte eine längere Aussprache. Die zionistischen Redner versuchten sachlich kaum die Ausführungen des Referenten zu entkräften. Die einzige grundsätzliche Frage, wie cs komme, daß gerade die Jüdischen Liberalen ein solches Thema wählten und dauernd den Zionismus bekämpften, konnte unschwer von einem liberalen Redner beantwortet werden: den Liberalen ist Leitstern der Glaube, Len Zionisten die völkische Idee. Daß in der Propagierung des völkischen Gedankens aber von den liberalen Juden ein Unglück für das Judentum gesehen wird, sei doch nichts Neues. Wie recht die Liberalen mit dieser Einschätzung des Zionismus haben, beleuchtet der Referent in seinem Schlußwort an einem krassen Beispiel: Auf einer Borstandssitzung der Weltkonferenz Liberaler Juden in London, zu der auch Zionisten gehörten, habe man erwogen, eine Synagoge in Jerusalem zu erbauen. Ein amerikanischer Rabbiner, an dessen Objektivität doch gewiß nicht gezweiselt werden könne, wäre mit den vorzubereitenden Schritten beauftragt worden. Sein vernichtender Bescheid hätte gelautet: „Ich habe wohl Erez gefunden, aber nicht Israel." O. E. Stellt». Zu einem außergewöhnlichen Ereignis gestaltete sich der am Donnerstag, 8. dS. Mts., veranstaltete öffentliche Vortragsabend der hiesigen Ortsgruppe der Vereinigung für das liberale Judentum. Der Leiter der Versammlung, Herr Dr. Martin Meyee, wies in einleitenden Worten darauf hin, daß die Gemeinde Stettin seit jeher eine besonders aktive Rolle im Liberalen Judentum gespielt hat. Auch heut« beweist das die außerordentlich statttiche Besucherzahl, die sich hier «ingefunden hat, obwohl zur gleichen Stunde noch ein anderweitiger jüdischer Bortrag hier in Stettin stattfindet. — Hierauf nahm das Wort der Generalsekretär der Liberalen Bereinigung, Herr George Goetz (Berlin), zu seinem Vortrag: „Ideeng em cinschast oder S t a mm e s ge me in s ch a f t? Abgrenzung des liberalen Judentums gegen Nationaljudentum und Zionismus." Au knüpfend an die „Richtlinien", welche die ewigen Wahrheiten und sittlichen Grundgebote des Judentums von dessen wandelbaren Erscheinungsformen unterscheiden, zeigte er zunächst in einem historische« Uebcrblick aus, daß der Patriotismus der Propheten in keinem Widerspruch stehd zum Universalismus ihrer Lehre. Es ist mit den Propheten nicht anders als mit der ganzen Bidet: als Chronik einec- Bolkes geschrieben, ist sie das Buch ihrer Väter geworden. Die Judenheit hat sich von einer nationalen Gemeinschaft im Altertum und von einer immer noch quasi-nationalen Gemeinschaft im Mittel alter zu einer Jdecngemeinschaft entwickelt. Ter Begriff der Jocengemeinschaft bedeutet an und für sich schon die Negation der Stammes gemeinschaft. Leben und Verwirklichung der Idee dürsen weder aus einen Stamm noch auf ein Territorium beschränkt sein. Andererseits hat jede Idee ihr geschichtliches Schicksal, und so steht jeder, der sich zur Jdecngemeinschaft des Judentums bekennt, in der geschieht liehen Kontinuität mit der jüdischen Vergangenheit. Das will besagen: die Jbeengemcinschaft schließt alle diejenigen Werte ein,, die der Einzelne aus der Stammesgemeinschaft empfangen könnte. Wenn wir den jüdischen Stamm oder gar ein jüdisches Land, Palästina, zur _ Grundlage des Judentums machen, so nützt alle religiöse und ethische Ueberbrämung nichts. In Deutschland war es kein Geringerer als Fichte, der Ethik und Zivilisation als Monopol für das deutsche Volk in Anspruch nahm, lange Zeit betrachteten sich die Franzosen als das Kulturvolk schlechthin, und gar nichts anderes wäre es mit uns Juden, wenn wir uns als das Religronsvolk schlechthin bc zeichneten. Jedes Volkstum aber kann nicht nur, sondern muß entarten, weil ein Volk dem Werden und Vergehen unterworfen ist. Würde wirklich der jüdische Staat heute geschaffen, so würde er tviedrr vergehen wie derjenige früherer Zeiten. Unvergänglich und artch keiner Entartung unterworfen ist ausschließlich das Gedankliche, und so ist es auch der Gedanke des Judentums, um den als das Bleibende die Juden aller Völker und Rassen sich scharen müssen. Hier in Europa, dem wir angehörcn, wollen wir das Judentum verwirklichen. Europa bedarf der Fruchtbarmachung altjüdischer Ideen; die Emanzipation der Judenheit ist somit keineswegs n>tt ein Vor gang, ber den einzelnen Juden zugute kommt, sondern sie hat zur Folge die Emanzipation des Judentums, welche unserer gesamten Menschheit zugut« kommt. Der Weg des Judentums in der Geschichte ist der der Emanzipation, hier im Westen, aber auch in Europa und sogar auch in Palästina. In diesem Sinne ist auch in der Reso» lution des Vorstandes der Liberalen Vereinigung vom 8. Mai ds. Jsausgesprochen worden, daß Grundlage und Wesen des Judentums die Religion ist. — Die Zuhörerschaft folgte in großer Spannung dem temperamentvollen, von tiefreligiösem Geist erfüllten einstündigen Referat. — In der Diskussion sprach Herr Rechtsanwalt Dr. Brock über die politischen Gefahren des Zionismus. Der Zionismus gefährde aber auch das Judentum, denn ivenn man dieses auf Gedeih und Verderb mit dem Palästina-Experiment verbindet, so wäre mit dem Scheitern des Zionismus auch das Judentum verloren. Ein liberal-zionistischer Rabbiner, dem er diese Ansicht einmal vorgetrrgeu, habe ihm die befremdliche Anttoort erteilt, ein Arzt müsse ein für notwendig erkanntes Rcttungsmittel auch daun anwenden, wenn eS lebensgefährlich sei! — Im Schlußwort kam Herr Goetz auf den zweiten Teil der Balfour-Deklaration zu sprechen, in der es heißt, die staatsbürgerliche Gleichberechtigung der Juden in der Diaspora dürfe durch die Errichtung der nationalen Heimstätte in Palästina nicht beeinträchtigt werden. Der Redner wies darauf hin, daß im vorigen Jahr bei der Gründung des Pro-Palästina-Komitees Reden und Briefe höchster deutscher und preußischer Beamten gezeigt hätten, wie sehr sich auch die vom Antisemitismus völlig freien Kreis« der Oeffentlichkeit daran gewöhnt haben, in den Juden ein nach Palästina gehöriges Volk zu sehen. Der zweite Teil der Balfour-Deklaration sei mithin ein völlig wertloses Papier, und so sei es mit allen zionistischen und prozionistischen Erklärungen. Ein Zionist mag hundert Mal beteuern, er wolle die deutschen Juden aus ihrer vaterländischen Kulturverbundenheit nicht entwurzeln: die Wirkung des Zionismus kann und wird niemals eine andere sein, als eben gerade solche Entwurzelung. — Redner forderte die Stettiner Gemeindemitglieder auf, auf den Bahnen ihres langjährigen liberalen Führers Heinemann Bogelstein unbeirrt fortzuschreiten. — Die Versammlung sprach den Wunsch aus, Herrn Goetz recht bald wieder in ihrer Mitte zu sehen. Werbt neue Mitglieder! Am 7. Dezember entschlief nach kurzer Krankheit im 83. Lebensjahr unser hochverehrter Vorsitzender Herr mornz Liebenleid in Bochum. Als einer der Mitbegründer unseres Provinzialverbandes hat er seit dem Jahre 1891 seine grosse Arbeitskraft und seine reichen Kenntnisse und Erfahrung en dieser Gemeinschaft gewidmet und seit dem Jahre 1912 mit vorbildlichem Pflichteifer ‘das Amt des ersten Vorsitzenden des Verwaltungsausschusses bekleidet. In unermüdlicher Arbeit hat er sich um das jüdische Leben in unserer Provinz Verdienste erworben, die seinem Namen ein ehrendes Andenken für alle Zeiten sichern. Seine Mitarbeiter werden den treuen Freund und klugen Berater schmerzlich st vermissen. Bielefeld, den 8. Dezember 1927. Der varwaitwsuossohuB der wrtnndes der synaBOHeageneiiiden Westfalens Dr. Katzenstein Stsafflch geneliniiate**"**"» Wiraiiiiciie Frauenschule LMdl bildet junge Mfidchen aus WolfTatihansen . Isartal. 580 m fi. M. (Gründung des Jüd. Frauenbundes Ortsgruppe München.) und schafft die Grundlage zu lllchllgunHausf rauen zum WlrlschaPtsbwruff, zum Sezialbaruf und .zum Lehrberuf. Die Schule wird streng rituell geführt Prospekte und Auskünfte durch die Leitung der Schule: Hannah Bodenheimer, Woifralshausen; Frau Recha Stark, München, Rauchstr. 12/1. Anmeldungen für d«s kommende Schuljahr schon jetzt erbeten, GLEBSER das Haus der Möbel ist gleich leistungsfähig in kleineren, mittleren und Luxus-Ausstattungen. Im grossen Glnserhause in Berlin am Alexanderplatz sind ständig über 500 formschöne Zimmereinrichtungen zu sehr niedrigen Freisen ausgestellt: Reichgeschnitzte eichene sowie polierte Zimmer in Birke, Nussbaum, Mahagoni werden hier in neuzeitlicher, gelegenster Ausführung gezeigt. Auch die schönen hi-torischen Formen der Renaissance, Barock, Louis XVI „ Adam, Chippendale usw. sind in ausdrucksvollen Modellen vertreten. Eigene Qrosswerkstätten. Eigenes Architekturbüro. 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Dr. Hoffmann: „Die Grundlehrcn des Judentums" im Anschluß an Maimonides. Sabbat-Ausg. 5.15. Wochengottesdienst: morg. 7.10, nachm. 4. Synagoge Bockenheim. Freitag, d. 16. 12., abds. 4, Vortrag Herrn Rabb. Dr. Horovitz. Sonnabend, d. 17. 12., morg. 8.45, nachm. 4, Sabbat-Ausg. 5.15. Wochengottesdienst: morg. 7.15, nachm. 4. Israel. Krankenhaus Gagernstr. 36. Freitag, d. 16. 12., abds. 4. Sonnabend, b. 17. 12., morg. 8,15, nachm. 4. Verein für Feuerbestattung in Berlin von 1874, e. V. Kostenlose Feuerbestattung Annahme W 35, Lützowstrafie 44, Telephon: Lützow 960-61 und Charlottenburg, Kantstr. 154 a Bcke Pasanenstraße, Telephon: Steint latz 1835 Der „Schslom-Aleichem-Clab** veranstaltet am 17. Dezember d. J., abends 'i'/2 Unr, in den Räumen des Logenliauses, Kleiststraße 10, einen Chanukah- Konzert-Ball zu dem folgende Künstler ihre Mitwirlung zugesagt haben, n. Rowina (Artistin der „Habima“ A. Baratz (Artist der „Habima) J. Qolant (Bariton der Staatsoper) H. Großbart (Schauspieler soeben von seiner Afrikareise zurück) 1 Orthenberg (Geiger) A. Smimowa (Ballet'Snzerin) Am Klavier: Herr E Hain 2 Kapellen (1 jüdische) Kabarett und Tanz bis 5 Uhr morgens. Einlaßkarten sind noch im Fchalom- Aleichem-Club, Kleststr. 9, zu haben. Telephon: Nollendorf 4192 Abitur, Obersek»n<dla Vormittags-Abendschule Private Vorbcreitungsanstalt Direktor Danziger Berlin-Alle Jakobstraße 125 Die Erste Monira liberaler Juden Reden, Diskussion, Beschlüsse Gründungsversammlung der World Union for Progressive Judaism London, 10.-12. Juli 192b Preis im Buchhandel 1.80M. Für Mitglieder der Vereinigung, die direkt bei uns bestellen 1 M. Judentum Berlin sW 46 Wilhelmstr. 147 Vertag: Vereinigung fftc das liberale Judentum e. B., Berlin SW. 4L. — Verantwortlicher Schottest: Dipt.-Jng. Bruno Woyda, Berlin NW. 23. — Druck: Hermann Wegner ft So., verlm-Rarieudors.