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Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-10-28 · 43 (28.10.1927) · page 1

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
43 (28.10.1927)
Date
1927-10-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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IMchMerakZeilmg Organ der Vereinigung für das liberale Indentmn e. D. Bezugspreis durch die Geschäftsstelle '/«jährlich M. 2.50 Liuzettmmmer 0^0. Bei freier Zusendung i. Inland 0J25 Für die Mitglieder der Vereinigung ist der Bezugspreis im Mitgliedsbeitrage enthalten. Verautwortl. Redatteur: Bruno Doyda. Die „Jüdisch-liberal« Zeitung" erscheint sedea Freitag. Redaktion und Geschäftsstelle: vertia Sw 48, Mlhelmflr. 147 Fernruf: Bergmann 3358, 3359 Postscheckkonto: Berlin INS 7. 1370« (Vereinigung für das liberale Judentum) Nachdruck sämtlicher Original-Beiträge nur mit vorheriger Genehmigung der Redaktion gestattet. Anzeigenpreise: Die 12gesvaltene Ronparaillezeile 0.45 Goldmark, die Reklamezeile Z.00 Goldmark, bei Wiederholungen Rabatt. Anzeigena;unähme: »Jüdisch-liberale Zeitung- Inseratenabteilung: Berlin SW 48. wllhelmfiratze 147 (Bergmann: [3358-59), sowie sämtl. Annoucen-Lxpeditio«. Nr. 43 Berlin. 28. Oktober 1927 7. Jahrgang Die Frankfurter Tagung Tie Hauptversammlung der Vereinigung für das liberale Judentum ist vorbei. Hauptversammlungen sind oft nur durch Satzungen gebotene Zusammenkünfte. Hauptversammlungen sind oft nur Paradeversammlungen, preisend mit viel schönen Reden... Diese war mehr. Diese war — kein« Lösung, aber ein weithin sichtbarer Meilenstein auf dem Wege zur Lösung der drängenden Fragen des modernen Judentums. Klar wurden die Probleme herausgearbeitet. Das Thema „Individuum und Gemeinschaft" bildete den Rahmen und die Grundlage der Erörterungen. Tie vorzüglichen Referate von Rabbiner Tr. Dienemann-Offenbach, Erich Bayer-Breslau, Bianka Hamburger-Berlin, Justizrat Dr. Blau- . Frankfurt werden noch für lange Zeit Mittelpunkt von Erörterungen bilden. Aber es gab etwas auf dieser Tagung, das noch wertvoller war als die Referate. Es war das Bekenntnis zum Willen religiöser Erneuerung, das aus jeder Rede, aus jedem Teilnehmer sprach. Zwei Fragen kristallisierten sich aus den Erörterungen heraus: Die Frage nach der Gestaltungg des Gottesdienstes und die Frage nach der Organisationsform der jüdischen Gemeinden. Und in beiden Fragen zeigte sich, daß. die Wirren der Kriegs- und Nachkriegsjahre vorüber sich), daß ein neuer Aufbau des religiösen Judentums beginnt. Es waren Stimmen, die aus den Tiefen religiösen Empfindens kamen, die hier gebieterisch eine nene Gestaltung des jüdischen Gottesdienstes fordetten. Es waren Menschen, die wußten, wie sehr sich die seelische Struktur des jüdischen Deutschen in den letzten zehn Jahren geändert hat, Menschen, die aus heißer Liebe zum Judentum es schmerzlich empfinden, daß immer weitere Kreise der Judenheit durch den Gottesdienst der Gegenwart keine religiöse Weihe, keine seelische Erbauung empfangen. Es waren Menschen, die voller Bangen um die Zukunft des Judentums sehen, daß in den Schichten der jüdischen Intelligenz, in den Schichten des jüdischen Proletariats und in der jüdischen Jugend der Gottesdienst der Gegenwatt als nicht mehr dem Geist der Zeit entsprechend empfunden wird. Freunde des liberalen Judentums aus Breslau und Köln, aus Berlin und Frankfurt, Rabbiner und Laien, Alte und Junge, sie fanden srch in dem Antrag, daß die dringendste Aufgabe der Bereinigung für das liberale Judentum in den nächsten Jahren in der Erfüllung des Sehneus nach einem von liberalem Geist erfüllten, Herz und Gemüt des modernen Menschen erhebenden Gottesdienst ruht. Tie Erstarrung des heutigen Gottesdienstes muß überwunden werden. Es gcht nicht an, daß im Gottesdienst eine Fülle von Gebeten gesprochen wird, von denen Tr. Kaufmann-Köln mit vollem Recht sagte, „daß sie eigentlich von uns garnicht mehr gesprochen noch angchört werden dürften". Mit voller Klarheit führte Rabbiner Tr. Salomonski-Berlin in der Diskussion aus: „Das, was wir haben, war als Provisorium gedacht. Die Leute, die das eingerichtet haben, haben gesagt, übermorgen wird der Tempel wieder aufgebaut, dann kehren wir zurück zu dem, was gut ist. Wir haben das Provisorium verewig..." Ter Gottesdienst muß aus der Schablonisierung heraus. Nicht alle Wünsche aller Liberalen, die vorgetragen wurden, warm auf gleicher Linie. Aber die Vereinigung für das liberale Judentum wird sie alle erfüllen könnm und erfüllen müssen. Sie wird den Mütelgemeindm das liberale Einheitsgebetbuch, der Jugend ihren Gottesdienst, dm Geistigen Erfüllung ihrer religiösen Sehnsucht geben müssen. Sic kamt nicht allm das Gleiche, aber sie muß allen das Ihre geben. Wird bas im Rahmm der Einheitsgemeinde möglich sein? Es war wohl die erste Hauptversammlung der liberalen Vereinigung, auf der man diese Frage in voller Offeicheit zu erörtern wagte, aus der die Einheitsgemeindo Gegenstand ausgiebiger Diskussionm war. Unzweifelhaft war die Mchrzahl der Teilnehmer der Auffassung, daß die Durchführung des von uns auf religiösem Gebiet als notwendig Erkannten an erster Stelle zu stchen hat, und daß der Wunsch . nach Erhaltung der Einheitsgememde hier hinter zurücktrttm muß. Diese Hauptversammlung war ein weithin sichtbarer Meilenstein auf dem Wege zur Lösung der drängenden Probleme der modernen Judewums. Sie hat der Arbeü der liberalm Bereinigung für die nächsten Jahre die Richtung gewiesen: im Geiste des Verstehens die religiöse Sehnsucht des modernen Juden zu erfüllen. B.W. Erster Teg. Festgotlerdieeste. Der Vorstand der Synagogengemeinde Frankfurt hatte veranlaßt, daß die Sabbatgottcsdienste sowohl in der Hauptsynagoge als auch in der Synagoge Königsteincr Straße zu Festgottesdiensten umgestaltet waren. Beide Synagogen waren festlich geschmückt und wiesen einen besonders zahlreichen Besuch auf. In der Synagoge Königsteiner Straße hielt Rabbiner Dr. Caesar Seligmann die Festpredigt. Nach kurzer Begrüßung der im Gotteshause erschienenen auswärtigen Vertreter führte Rabbiner Dr. Seligmann an Hand einer midraschischen Erzählung ans, daß es nur in der kurzen Geburtsstunde des ersten Menschen eine Zeit der Gemeinschaftslosigkeit gab und daß schon mit der ersten Familie die Geburt des Problems „Individuum und Gemeinschaft" beginnt. Alle tragischen Konflikte entspringen im letzten Grunde diesem Problem. Ehe wir zu unserm „Ich" gelangen, werden nür von einer Gemeinschaft, in die wir hineingeboren werden, geformt und geglättet. Im Dämmer der Kindheit drängt sich eine ganze Ahnenreihe an uns heran, um uns in das Netz alter Meinungen, Gesetze und Gebräuche einzusangen. „Eure Väter haben es auf sich genommen", weh dir, daß du ein Enkel bist! Die historische Gemeinschaft beschwert das lebende Geschlecht mit toten Lasten. Mit allen Mitteln der Verführung wird, was in lebendigen Herzen seine Geltung verloren hat, ausrecht erhalten. Die Gottheit ist aus ihren toten Symbolen entflohen. Ohne Zweifel liegt in diesem Ausbäumen der Persönlichkeit gegen die Gemeinschaft eine tiefe Berechtigung. Aber geht in der Tat jede Ablehnung der Gemeinschaftsreligion aus der Sehnsucht nach persönlicher Frömmigkeit hervor? Und nicht viel öfter aus einer dürchäus UNrcligiösen Einstellung? Mer selbst die nach persönlicher Frömmigkeit dürsten, trifft das Wort Jeremia's: „Sprich zum Holz, du bist mein Vater, und zum Stein, du hast mich geboren!" Urweltlich leer und arm gleich dem ersten Menschen wären wir ohne Gemeinschaft. Zwischen „unserm Gott und dem Gott unserer Väter" schwingt das Pendel aller religiösen Entwicklung. Wie Familie, Staat und Gesellschaft, so gibt auch die Gcmcinschaftsreligion ihre Kinder nicht frei. Nicht mit erzwungenen Bindungen, sondern durch die Kraft ihrer Wahrheit, Schönheit und Beseligung muß sie die Herzen gewinnen. Glücklicher Zustand, wo der Einzelne frei als organisches Glied der Gemeinschaft sich verbindet! Im Anschluß an die Fcstgottesdienste fand mittags eine Führung der Teilnehmer der Hauptversammlung durch das im Gemeindehaus besindliche jüdische Museum statt. In der Hauptsynagoge hielt die Fcstpredigt Rabbiner Dr. Salzberger. Er führte etwa aus: Gott setzte den Menschen in den Gatten Eden, damit der Mensch „ihn bebaue und behüte". Im Schaffen und Erhalten bewährt der Mensch den göttlichen Geist, der die Welt erschuf und immer neu erschafft, und nicht nur erschafft, sondern auch erhält. Die Erhaltung der jüdischen Religion vollzieht sich durch Mafsora (Ueberlieferung) und Kabbala (Empfangen) von Mose her durch alle Generationen. Aber es ist keine bloße Erhaltung des Bestehenden. Der Strom des Paradieses teilt sich in seinem Lauf in vier Hauptströme und sie alle fließen immer breiter und tiefer, bis der Urstrom durch Zäune und Dämme derart eingeengt wird, daß — etwa 3 Jahrhunderte lang — alle Bewegung zum Stillstand zu kommen droht. Die neue Zeit zwang uns, der Entwicklung wieder ihre Freiheit zu geben. Die Freiheitlichen, die das taten, erwählten damit das schwerere Teil: treu und frei zu sein, zu bewahren und neu zu schaffen. Ihr Weg führt vom Baum der Erkenntnis Mann und Weib hinaus auf die harte Erde, die sie zu einem Paradies für die Menschheit umschaffen sollen. Im Schaffen, nicht nur im Abschaffen, im Bauen, nicht nur im Abbauen liegt ihre verantwottungsvolle Aufgabe. Beides tut not: schaffen und erhalten. Der „Bauer" Kain braucht den „Hüter" der Herde nicht zu beneiden und umgekehrt. Beider Opfer aus reinem Herzen gebracht, ist Gott wohlgefällig; beide bedürfen einander, beide sind Brüder, verpflichtet, den Bruder zu hüten und zugleich Dienende zu sein. Weil jene mehr die Bewahrenden sind, dürfen wir mehr die Schaffenden sein. Bon dieser Synagoge ging der Geist fteien religiösen Schaffens aus; hier haben Leopold Stein und Abraham Geiger gewirkt. Möge die Tagung der Vereinigung für das liberale Judentum von dem Geist der Treue, der Freiheit und des Friedens getragen sein! Hauptversammlung. Nach einem durch den „Freisinnigen Verein für jüdisches Gemeindeleben" veranstalteten Begrüßungstee, bei dem Rechtsanwalt Dr. Hugo Hoffmann die Teilnehmer willkommen hieß, sowie nach anschließender kurzer Borstandssitzung eröffnete der Vorsitzende, Rechtsanwalt Stern (Berlin), die Hauptversammlung kurz nach 61/2 Uhr. Er stellte mit Genugtuung fest, daß sich eine über Erwarten große Anzahl von Delegierten aus allen Teilen des Reiches zusammengefunden hatte. Die eigentliche geistige Arbeit, die das Programm unserer Bereinigung bildet, sei während der vergangenen Jahre vielfach durch Maßarbeiten und Wahlkämpfe in den Gemeinden absorbiett gewesen. Nunmehr scheine eine gewisse Befriedung unseres Gemeindelebens sich vorzubereiten, so daß wir in der vor uns liegenden Zeit an die Verbreitung und Vertiefung der Idee des liberalen Judentums gehen können. In dieser Hinsicht versprechen wir uns besonders viel von dem im vorigen Sommer in London gegründeten Meltverband des religiös-liberalen Judentums und von der im August 1928 in Berlin stattfindenden Tagung dieses Weltverbandes. Cs ist ein hoffnungsreiches Zeichen, daß wir uns zu gemeinsamer Arbeit mit Freunden aus der ganzen Welt zusammensinden, welche die gleiche Idee, zum Teil wohl in ganz andern Formen, aber doch mit der gleichen Inbrunst wie wir im Herzen tragen und in die Tat umsetzen. Hierauf erstattete den Geschäftsbericht der Generalsekretär der Vereinigung, George Goetz (Berlin): Tie letzte Hauptversammlung, die 19Ö4 in Berlin stattfand, wurde durch die sogenannte Preußentagung eingeleitet, jene machtvolle Kundgebung, welche der Gründung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden voranging. Das war ein gutes Vorzeichen, denn während der seither vergangenen Zeit ist der Preußische Landesverband und sind weitere Landesverbände in andern deutschen Bundesstaaten gegründet worden. Besonders innige Beziehungen verknüpfen uns mit dem Preußischen Landesverband, dessen erster Präsident, der verstorbene Justizrat Hugo Sonnenfeld, aus unserer Vereinigung hervorgegangen war und dessen jetziger Verbandstagspräsident unser Vorsitzender, Rechtsanwalt Heinrich Stern, ist. Mannigfache Ausgaben im Sinne jüdisch-liberaler Ideen konnten hier verwirklicht oder doch der Verwirklichung nahegeführt werden. Als dringendste Ausgabe steht im Vordergrund des Interesses die Schaffung eines Reichsverbandes der deutschen Juden, damit diese endlich eine offizielle politisch-rechtsgültige Vertretung gegenüber dem Deutschen Reich und seinen Behörden erlangen. Manche Schwierigkeiten stehen der Schaffung des Reichsverbandes noch entgegen, aber wir nähern uns dem Zeitpunkt seiner Gründung, und die Liberalen werden nicht aufhören, daran zu arbeiten, daß dieser Rcichsverband in einer Form und mit einer Verfassung geschaffen werde, die den berechtigten Interessen aller religiös gerichteten, sich zur deuy'chen Volksgemeinschaft bekennenden Juden geschaffen werde. — An dem jetzt vorliegenden Entwurf für ein neues Judengesetz haben die Liberalen in entscheidender Weise mitgearbeitet. Nicht alle liberalen Forderungen seien restlos erfüllt worden, aber doch könne man von wesentlichem Fortschritt sprechen, da insbesondere Üer Heranziehung von Frauen zur Gemeindearbeit, dieser unveräußerlichen liberalen Forderung, durch den Entwurf keine Schwierigkeiten entgegengesetzt werden. Im Bezug auf die Subventionierung und Heranbildung von Lehrern und Rabbinern wurde Wertvolles erreicht, und die Vorarbeiten für die Schaffung eines liberalen Einheitsgebetbuches werden durch den liberalen Kultusausschuß des Landesverbands ihrem Ende entgegengesührt. Auf liberale Anträge sei es auch zurückzuführen, daß der Ständige Ausschuß des Verbandstags kürzlich Schritte unternommen hat, die auf die Beseitigung der schmachvollen Judenschutzrenten hinzielcn und die ferner die Gleichberechtigung des jüdischen Religionsunterrichts im künftigen Reichsschulgesetz sicherstellen sollen. — Bon den praktischen Erfolgen der Liberalen interessieren insbesondere diese letzten beiden, weil es sich hier nicht um innerjüdische Angelegenheiten, sondern um allgemeine deutsche Kulturprobleme handelt, welche zugleich die vitalsten kulturellen Interessen der Juden betressen. — Die begrüßenswerte Tendenz, jüdisch-religiöse Ideen im allgemeinen Leben wirksam zu machen, ist auch auf einem andern Tätigkeitsgebiet der Liberalen Vereinigung zu bemerken. Der Vorsitzende hat einleitend von der Gründung des Jüdisch-liberalen Weltverbands gesprochen und dabei die Londoner Tagung von 1926 und die bevorstehende Berliner Tagung von 1928 erwähnt. Die Programme beider Tagungen zeigen einen bemerkenswerten Unterschied aus. In London wurde über theoretische, religionsphilosophische Fragen gesprochen. Die Wichtigkeit solcher Auseinandersetzungen soll nicht verkannt werden. Aber es bedeutet doch einen Fortschritt, daß das Programm für die Tagung von 1928, soweit es bis jetzt vorliegt, die Behandlung praktischer Fragen kultur- und sozial-politischer Art in den Vordergrund rückt. Man sieht hier: der Liberalismus, früher eine innerjüdische Bewegung in Revolution gegen die Alleinherrschaft der Orthodoxie, hat sich seine Gleichberechtigung er st ritten. Die Abwehrarbeit nach innen scheint, wenigstens was die Orthodoxie anbetrisst, mehr oder minder beendet, und der Liberalismus beginnt, sich nach außen zu wenden, ist eine ins Allgemeine hinaus wirksame religiöse Bewegung geworden. Dies liegt völlig im Sinn der geschichtlichen Mission des Judentums: Aus dem Winkel der Weltgeschichte wird das Judentum herausgeführt, um wirksam zu werden unter den Völkern der Erde. Im heutigen Tätigkeitsbericht wird von der Orthodoxie kaum die Rede sein, denn, wenn uns auch im praktischen Gemeindeleben die Orthodoxie noch manche Schwierigkeiten bereitet, so bedeutet sie doch für die Gesamtheit der liberalen Juden theoretisch kein Problem mehr. Für die Mehrheit der deutschen Juden ist die Orthodoxie innerlich für alle Zeit überwunden. Anders das Nationaljudentum, mit dem wir uns während der vergangenen drei Jahre oft anseinanderzusetzen hatten. Theoretisch ist auch diese Auseinandersetzung endgültig erfolgt. Die Bereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands hat zwar im März dieses Jahres eine Resolution gefaßt, welche die Stellungnahme gegenüber dem Nationaljudentum jedem einzelnen (Rabbiner) überläßt. Diese Resolution erklärt sich daraus, daß die liberalen Rabbiner gegenüber ihren orthodoxen Kollegen einen schweren Stand haben

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