Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 7 (1927)
- Issue
- 38 (24.9.1927)
- Date
- 1927-09-24
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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t So bringt die „Tsingtao Times" den Bericht über einen Vortrag, welchen der Vertreter der „New York Times" in Peking, Mr. Frederick Moore, in Tsingtau am 14. Juli gehalten hat. In diesem Vortrag führt ec aus, er sei durchaus nicht für die Militaristen, welche den Norden Chinas beherrschen, er halte ihre Herrschaft für China durchaus^schädlich. Unter ihnen werden aber wenigstens die christlichen Missionen nicht angetastet/" Dagegen bedeutet die antichristliche Politik des bolschewisierten Südens in China den Tod für die Tätigkeit der christlichen Missionen, Tie Missionare, welche mit der nationalistischen Bewegung sympathisieren und sie unterstützten, kennen offenbar den antichristlichen Charakter der gegenwärtigen russischen Regierung, die zum großen Teil jüdisch ist, nicht". Dieser Ausfall veranlaßt den Herausgeber des „North China Star", Dr. C. I. Fox, zu einer Erwiderung, in der es u. a. heißt: „Dies antisemitische Argument wäre wohl angebracht, bei einem Vertreter des „Dearbonn Independent" von Henry Ford (bekanntlich hat sich Ford in der letzten Zeit von den antisemitischen Tendenzen seines Blattes losgesagt. I. L.), aber er ist vollkommen unangebracht bei einem Spezialvertreter des „New York Times". Ich frage Mr. Frederick Moore in aller Aufrichtigkeit, ob die gegenwärtige russische Regierung mehr „zum größten Teil .jüdisch" ist, als die „New York Times", welche zu vertreten er in China die Ehre hat. Die Besitzer der „New York Times" sind Juden. Viele unter den unmittelbaren Vorgesetzten von Mr. Frederick Moore sind Juden. Ein sehr großer Prozentsatz der größten Anzeigen in den Spalten der „New York Times" werden von Juden geliefert. Ich würde ferner Mr. Frederick fragen, ob dieser „überwiegend jüdische Charakter" eines der größten Weltblätter diesem Blatt in irgend welcher Weise einen „antichristlichen Charakter" verleiht." Auf diese Frage ist Herr Moore eme Antwort schuldig geblieben und dürfte kaum imstande sein, eine solche zu geben. I- Lt- Iugendgottesdienst in der liberalen Synagoge Norden Ein Wort zur Gebetordnung von H. Falkenberg. Ist Jugendgottesdienst ein Ideal? Darauf gibt es nur eine Antwort: Nein! Ideal ist es, daß Vater und Mutter mit ihren Kindern gemeinsam ins Gotteshaus treten, daß aus der Seele der Eltern die Kawwono, die tiefe Andachtsstimmung, hinüberfließt in die Seelen der Kinder. Erschließt sich doch schon dadurch allein vieles Stimmungsgemäße unmittelbar dem Gefühl, auch dem kindlichen. Ein anderes freilich ist's um das Verständnis des Kindes! Ihm bleibt meist ein recht beträchtlicher Teil verschlossen. Nicht bloß, weil ein großes Maß hebräischer Kenntnisse vorausgesetzt wird, sondern auch, weil Inhalt und Sprache der Gebete für reife Menschen berechnet ist. Dadurch wird ihre Wirkung vermindert, oft sogar völlig aufgehoben. Denn Ausbau und Umfang, Inhalt und Sprache des Gottesdienstes ist nicht vom Kinde aus geschaffen und nimmt auf die kindliche Psyche, und gar auf die der gegenwärtigen Jugend, keine Rücksicht. Kommt noch hinzu, daß die Raumverhältnisse der Synagoge an den hohen Feiertagen ein Beisammensein mit den Kindern nur selten gestatten, meist jedoch unmöglich machen, so wird man zwar die erste Frage: Ist Jugendgottesdienst das Ideal? noch immer nicht mit „j a", die andere Frage: Ist Jugendgottesdienst eine Notwendigkeit? nicht mehr mit „nein" beantworten können. Die Notwendigkeit ergibt sich vor allem auch aus dem Erziehungszweck, den wir dem Gottesdienst, zumal dem Jugendgottesdienste z u w e i s e n. Gottesdienst ist der Feierklang, der in der kindlichen Seele tönt und Festesstimmung erzeugt, der aber auch hinaus - führt in den Alltag und zum Motor wird für religiössittliches Handeln. — Gottesdienst — besonders der Jugend — darf nicht zur Schablone werden. Einladung zur ordentlichen Hauptversammlung am 22. und 23. Oktober 1927 in Frankfurt a. M. Sonnabend,2 2. Oktober 1927: Vormittags 9 Uhr: Festgottesdienste in der Hauptsymgoge und in der Synaaoge Königsteiner Straße. Nachmittags: Gesamtvorstandssitzung; anschließend Hauptversammlung (geschäftliche Sitzung der Delegierten). Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht, erstattet durch den Generalsekretär der Vereinigung, Herrn George Goetz (Berlin). 2. Kassenbericht; Entlastung des Vorstandes. 3. Neuwahl des Gesamtvorstandes. 4. Satzungsänderungen. 5. Verschiedenes. Abends: Begrützungsabend (gemeinsamer Imbiß), veranstaltet vom Freisinnigen Verein für jüdisches Gemeindeleben Frankfurt a. Main. Sonntag, den23. Oktober 1927: 2. Tag der Hauptversammlung. Individuum und Gemeinschaft. Vormittags 101/2 Uhr: Referate. Generalreferat: „Gemeinschaft und Individuum in ihren gegenseitigen Rechten und P flichten." Rabbiner Dr. D i e n e m a n n (Offenbach a. M.). Einzelreferate: „Der Kultus, die Gemeinschaft und der Einzelne." Erich Bayer (Breslau). „Das jüdische Heim — unser zweites G 0 t t e s h a u s." Frau Bianca Hamburger (Berlin). „Die Gemeinde und der Einzelne." Dr. Julius Blau (Frankfurt a. Main). Anschließend: Gemeinschaftliches Mittagessen. Nachmittags: Aussprache über die Referate des Vormittags. Abends 8 Uhr: Große öffentliche Kundgebung des Freisinnigen Vereins für jüdisches Gemeindeleben, Frankfurt a. Main. Sämtliche Veranstaltungen finden in der „Frankfurtloge", Eschersheimerlandstraße 27, statt. Soweit in dieser Bekanntmachung der genaue Zeitpunkt der Sitzungen noch nicht angegeben ist, wird dies in weiteren Veröffentlichungen nachgeholt werden. Teilnahmeberechtigt an der Hauptversammlung sind sämtliche Mitglieder der Vereinigung für das liberale Judentum. Auswärtige Mitglieder können sich durch Abgeordnete vertreten lassen, die so viel Stimmen abgeben dürfen als der Zahl der von ihnen vertretenen Mitglieder entspricht. Die Anmeldungen zur Teilnahme an der Tagung und dem gemeinschaftlichen Mittagessen müssen bis zum 15. Oktober an die Geschäftsstelle der Vereinigung, Berlin SW. 48, Wilhelmstraße 147, erfolgen. Vereinigung für das liberale Judentum e. V. Der Borstand. I. A.: Heinrich Stern, Vorsitzender. Darum muß nicht bloß dem Prediger viel größere Freiheit in der Wahl und Sprachgestaltung der Gebete eingeräumt werden, es hat auch die jugendliche Gemeinde in viel größerem Umfange aktiv teilzunehmen, an Gesang und Gebet, an Psalmenvortrag und Thora- und Haftara-Vorlesung. Darum darf der Jugendgottesdienst nicht sein ein nur verkürzter Extrakt des allgemeinen Gottesdienstes. Aufbau und Umfang, Inhalt und Sprache müssen sich der jugendlichen Psyche anpassen. Und doch darf wiederum nicht etwa bloß ein besonderer „Kindergottesdienst" konstruiert werden. Stücke des allgemeinen Gottesdienstes/ die schon durch ihren musikalischen Gehalt als Leitmotiv des Festgedankens wirksam sind, dürfen nicht fehlen, und das Gebetbuch des allgemeinen Gottesdienstes bleibt Mittelpunkt auch des Jugendgottesdienstes und wird religiöser Führer der Feierstimmung auch des Kindes. Ausdruck all dieser Erwägungen, Ergebnis der Ausgleichung vielfach sich widerstreitender Tendenzen, ist die neue Gebetordnung für unfern Jugendgottesdienst. Aeußere Notwendigkeiten, aber auch der Wunsch, die Bahn der historischen Entwicklung nicht zu verlassen, zwangen dazu, das vorhandene Gebetbuch der Berliner Neuen Synagoge zu ihrer Grundlage zu machen. Wie weit ihre Wirkungsmöglichkeit reicht, muß unser Jugendgottesdienst an den hohen Feiertagen erweisen. * Liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162. Gebetordnung für den Iugendgottesdienst an den hohen Feiertagen. (Gebetbuch der Neuen Synagoge, II. Teil.) Rausch haschonv. Vorabend: Seite Wie schön sind deine Zelt .... 3 Aus Psalm 47 (deutsch) Bor'chu . Ahawas aulom (deutsch) . . Schma, 1. Abschnitt . . . Schluß des 3. Abschnitts . 14 . 15 . 15 17 18—19 . 19 . 20 Mi chomaucho Haschkiwenu Tik'u . . . — Predigt — ' Kiddusch .. 30 Schlußgebet: Elauhaj n'zaur (deutsch) 27 Schlußgesang: adaun aulom ... 31 Vormittag: Wie schön sind deine Zelte .... 33 1. Tag: Ps. 21 (deutsch) 2. Tag: Aus Ps. 27 (deutsch) Hammelech — tiskaddosch ... 70 Bor'chu .71 Ahawo rabbo (deutsch) .... 74 Schma, 1. Abschnitt .75 Schluß des 3. Abschnitts ... 77 Mi chomaucho — goal jisroel ... 70 Owinu malkenu 1. Tag 1. Hälfte (1-14) . . 97-98 2. Tag 2. Hälfte (15—28) . . 98-99 Vorspruch des Predigers. Kaddisch der Leidtragenden. Ausheben: Waj'hi binssaua .101 Adaunoj, adaunoj (Gemeinde) . 101 Deutsches Gebet .102 Schma — elauhenu .... 103 Vorlesung: 1. Tag: 1. Bch. 3. Bch. M. 22 1-14 . M. 23 23-25 . 2. Tag: 5. Bch. M. 30 1-16. 5. Bch. M. 30 19-20 . Haftara: 1. Tag: 1. Bch. Samuel K. 2,1—8 2. Tag: Jeremia K.31 (gekürzt) Predigtlied . — Predigt — Schofarblasen . Aschre hoom. Einheben . Tefilla — mechajje hammeßim U'n'ssanne taukef . Deutsches Gebet. U'sseschuwo . Keduscha .145 1. Tag: Uw'chen ten (deutsch) . 2. Tag: W'jeessoju (deutsch) . . Olenu . Schlußgebet: 1-Tag: 105 112 113 113 123 . . 119 . . 119 121—122 124—125 . . 143 . . 144 -147 150 151 154—155 > ■/! 'I; m'lauch alkol hoaulom (deutsch) 156-157 sr mit Wildleder Prima Chromlack- Herren-Schnürschuhe elegante Form, feinste Kinder« Lack Spangenschuhe mit seitlidi. 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