Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 7 (1927)
- Issue
- 36 (9.9.1927)
- Date
- 1927-09-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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wenn man bei der Siebung und Sichtung der Anwärter nicht mit aller Strenge Vorgehen und nicht nur die Gesündesten und Geeignetsten aussuchen würde. Nur dann könnten jüdische Farmen geschaffen werden, die den übrigen gleichgestellt sind, vielleicht sogar als Musterfarmen gelten können. Es gibt keinen sicheren Tod für das Siedlungswerk, als daß die ersten Versuche wegen der Untauglichkeit der Anwärter mißlingen. In diesem Zusammenhänge würde es sich vielleicht empfehlen, wenigstens in der ersten Zeit Anwärter aus kleinen Orten uub ländlichen Gegenden auszusuchen, die vor den Großstädtern wenigstens den Vorzug haben, einen Pflug, Erntewagen und sonstige landwirtschaftliche Gegenstände nicht nur aus den Bildern, sondern aus eigener Anschauung zu kennen. „Deutsches Schwein" — keine Beleidigung für einen Juden Das sozialdemokratische Hauptorgan „Vorwärts" polemisiert gegen den Berliner Amtsgerichtspräsidenten Lieber, der in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" im Interesse der Zukunst der Rechtspflege eine bessere Besoldung der Richterschaft fordert. „Vorwärts" tritt ebenfalls für bessere Besoldungsverhältnisse der Richterschaft ein. schreibt aber: „Auf der anderen Seite aber muß gerade Herrn Lieber gesagt werden, daß sehr vieles, was die Unzustiedenheit mit der heutigen Justiz erregt, aus der schlechten materiellen Lage der Richterschaft nicht erklärt werden kann. Herr Lieber möge sich an einige Vorkommnisse aus seinem eigenen Amtsgerichtsbezirk erinnern, die bei früheren Justizdebatten im Preußischen Landtag ausgiebig erörtert wurden. Da hatte z. B. ein polnischer Mieter seinen Hauswirt als „deutsches Schwein" tituliert. In dem folgenden Streitverfahren entschied jedoch ein Berliner Amtsrichter, daß dies nicht als Beleidigung gelten könne, da der Hauswirt zwar deutscher Staatsangehöriger, aber — Jlü>e sei, der infolge seiner jüdischen Abkunft nicht zum deutschen Volke gehöre und sich daher durch die Bezeichnung „deutsches Schwein" nicht verletzt fühlen könnte! Eine Beschwerde an Herrn Lieber war erfolglos." (Jta.) Aus der Tätigkeit des «Ort" In der Kommission für Werbe- und Propaganda-Tättgkeit unter den Ostjuden, der Gesellschaft „Ort", Abt. Deutschland, sprach das Mitglied des Präsidiums der russischen! „Ort"-Gesettschaft, Herr Rechtsanwalt Tr. S. Schapiro aus i Odessa über die „Probleme des jüdischen Wirtschaftslebens t in Rußland". Der Vortragende schilderte die von der „Ort"- Gesellschaft in Rußland ans den verschiedenen Gebieten des jüdischen WiÄeraufbaues geleistete Arbeit und forderte die m Deutschland leberwen russischen Juden auf, den Sanierungsprozeß der jüdischen Bevölkerung Rußlands mit den chnen zu Gebote sichenden Mitteln zu unterstützen. Während der kommenden Wintermonate ist ein weiterer Ausbau der Propaganda-Aktion innerhalb der russisch-indischen Kolonie zu erwarten. * Am 30. August 1927 fand im Saale der allen Handelsbörse in Leipzig, unter Vorsitz von Rabbiner Dir. Feliz Goldmann, ein Vortrag von Dr. Michael Traub, Berlin über „Neue Formen landwirtschaftlicher Aufbauarbeit durch „Ort" statt. ' Der Rümer schilderte die „Ort"-Gesellschaft als das Instrument, welches jüdische Bolksmassen zur Ueberwindung wirtschaftlich überlebter Formen geschaffen haben und betonte die Bedeutung des vom ^F)rt" geförderten Wiederaufbaues des ostjüdischen Wirtschaftslebens für das deutsche Judentum. — Mit besonderem Interesse wurde die Taffache vernommyrdaß die „Ort"-Gesellschaft auch in Deutschland im Sinne chres Programms tätig ist und den Produkttvierungsprozeß der jüdischen Bevölkerung durch Unterhaltung der Schneiderlehrwerkstätte, Errichtung von Chauffeurkursen und produktive Hilfeleistung fördert. Anschließend an den Vortrag fand eine Beratung statt, bei der der Beschluß gefaßt wurde, 'im Lause der kommenden Monate eine intensive Mitgliederwerbimgsaktion in Leipzig durchzusühren. * Sämtliche Schüler des unter der Leitung der technischen Kommission der ,^Ort"-Gesellschaft, Abt. Deutschland befindlichen Chauffeurttuffus haben ihre Prüfung bestanden und Führerschein erhalten. Da ein großer Teil der Absolventen dieses Kursus bereits entsprechende Stellungen gefunden hat, sind von der „Ort"-Gesellschaft zwei weitere Kurse zur Ausbildung jüdischer Chauffeure in Berlin errichtet worden. Unterd en aufgenommenen 25 Kandidaten zählte man: 17 Preußen, 3 Russen, 2 Staatenlose, 1 Rumänen, 1 Polen und 1 Palästinenser. — Ein beträchtlicher Teil der Schüler gehörte noch vor kurzem dem Handelsstande an, scch sich aber infolge anhaltender Arbeitslosigkeit nunmehr gezwungen, einen produktiven Beruf zu ergreifen. Louis Marshall über Henry Fords Bekehrung Die Jüdische Telegraphen-Agentur verbreitet ein Schreiben, welches Louis Marshatl, der Präsident des American Jewish Committee, an die C.V.-Zeitung gerichtet hat, und das sich mit der Aufnahme befaßt, die Henry Ford's Absage an die Antisemiten in Amerika gefunden hat. Wir behalten uns vor, auf diese Angelegenheit zurückzukommen und beschränken uns für heute darauf, unfern Lesern den Wortlaut des Briefes von Louis Marshall mitzuteilen: „Nichtjuden aller Lager und jeder religiösen Einstellung, besonders Geistliche jeden Glaubens, haben diesen Vorfall als Schritt zur Gesundung betrachtet, als geeignet, eine neue Zeit der Freundschaft und des guten Wittens einzuleiten und das Ende von ungesunden. Vorurteilen und Unduldsamkeit darzustellen. Glückwünsche kamen hierzu aus dem ganzen Lande. Die Haltung der amerikanischen Presse ist während dieser unschönen Zeit höchst anständig gewesen. Sie weigerte sich standhaft, die schamlosen Angriffe auf die Juden weiterzuverbreüen. Niemand ließ sich dazu verführen, diesen ungeheuren Verleumdungen den geringsten Glauben zu schenken, und nun, da ihre HaltlosiAeit dargetan ist und Ford um Verzeihung gebeten hat, hat ,sie einstimmig die Juden als vollwertige Mitbürger anerkannt und die Darstellung Ford's als einen Beweis für die Schlechtigkeit und dre höchste Sinnlosigkeit des Antisemitismus bezeichnet." (Jta.) Versammlungskalender Berlin-Norden. Liberal« Synagoge Norden, Schönhauser «Uee 162 («aerbachsches Waisenhaus), Gottesdienst am Freitag, den S. September, abends 7.15 Uhr. Predigt: Rabbiner Dr. Salvmouski. Sonnabend, de« 10. September, früh 10 Uhr. Die Liberale Synagoge Norden richtet dieses Jahr zum ersten Male einen Jugend-Gottesdienst (für Kinder über 10 Jahren und Jugendliche) ein, der nicht bloß an den Tagen, sondern auch an den Vorabenden stattsindet. Karten werden unentgeltlich abgegeben Schönhauser Allee 162 (Büro). — Ebendaselbst sind auch noch einige wenige Karten für den großen Gottesdienst zu haben. Sonntag, den 18. September, vormittags 10 Uhr, findet in unserer Synagoge Schönhauser Alle« 162 wieder ein Selichaus- Gottesdienst statt. Mitglieder, Freunde und Interessenten sind herzlichst eingeladen. Itt Frankfurt a. M. Moutag, de« 12. September, Dr. «vttfchalk. Rossertstraße 7: Jüdische Geschichte (Fortsetzung) virrzehutägig. Henry Ford zieht sein Buch nicht zurück? Die antisemitische deutsche Presse bringt die folgende, offenbar von Theodor Fritsch, dem deutschen Verleger Fordes, inspirierte Notiz: Die Presse meldet, daß Ford Auftrag gegeben habe, sein Buch aus dem Buchhandel zurückzuzichen. Wie nunmehr auf Grund eines Briefes des amerikanischen Verlegers des Werkes „Der internattonale Jude" an den Hammer-Verlag feststeht, trifft dies wenigstens für die deutsche und spanische Ausgabe nicht zu. Die Verbreitung des Buches „Der internationale Jude" kann demnach auch in Zukunft ftattfinden. (Jta.) Gründung eines Weltverbaudes revisionistischer Frauen Im Zusammenhang mit der Vorkonferenz der Weltunion der Zionisten - Revisionisten fand in Basel die Gründung eines Weltverbandes revisionistischer Frauen statt. Die Aufgabe dieses Verbandes ist es, die revisionistische Weltanschauung in allen, den sozialen und kulturellen Aufbau Palästinas betreffenden Fragen durchzusetzen und auf diesem Wege die Mitarbeit der jüdischen Frauen in der Diaspora zu erhöhen und den Wohlstand des Jifchuw zu fördern. Es wurde beschlossen, sich dem Weltverband zionistischer Frauen (Wizo) anzuschließen. Es wurde ein geschäftsführendes Committee eingesetzt. (Jta.- (Ueber den Verlauf und die Ergebnisse des Z i o il i sr e n k o n g r e s s e cwerden w i r nach seiner Beendigung zusammenhängend berichten. Die Red.) Li« Anschlag! auf die Klagemauer in Jerusalem l Gegenüber der jüdischen Klagenuruer wurde ein einem Araber | gehörendes Haus durch eine Explosion zerstört. Man fand dort unter den Ruinen noch eine Menge nicht explodierten Dynamits. Daraus wird geschlossen, daß ein Anschlag gegen die Klagemauer geplant war. ver nur durch allzu frühe Explosion des Sprengstoffes vereitelt I worden war. Drei verdächtige Araber wurden verhaftet. (Jta.) j Preisausschreiben für synagogale Musik : Tie Gesellschaft zur Förderung synagogalec Musik veröffentticht eininternacionalesPreisausschreiben für eine religiöse Komposition. Der ausgesetzte Preis beträgt! 500 Dollar. Der Komposition soll der Hebräische Text „Adon Olam" (Ter Herr aller Wettenzugrunde liegen (ein liturgffches Gedicht, das im jüdischen Gebetbuch steht) und muß für Tenor oder Bariton und gemischten Chor geschrieben sein (mit Orgel- oder Orchester begleitung oder a capella). Sie sott sieben Minuten nicht überschreiten. Nähere Einzelheiten über j die Bedingungen des Preisausschreibens sind zu erfahren durch Kantor Reuben R. Rinder c/o Temple Emanu-El, Arguello Boulevard and Lake Street, San Francisco, California, U. S.A. — Die Manuskripte müssen bis zum 1. Dezember 1927! eingereicht sein. kleine Zeitglofsen Der Rädelsführer „Nun hat die Wiener Julirevolte eine österreichische Wendung genommen: Man hat den Rädelsführer erkannt — es ist der kleine I u d e n. b u b..." So sprach der Verteidiger Dr. Rosensew auf den 15jährigen Moses Mörsel himveisend, der sich als erster Angeklagter wegen Teilnahme an den bekannten Tumulten zu verantworten hatte. Es ist natürlich kein Zufall, daß unter den paar Opfern, die von den erzürnten Hütern der Ordnung im Staate aus der ungeheuren Menge, die am 15. Juli diese Ordnung tobend gestört hatte, hemusgelangt wurden, just ein Judenjunge signriert, noch dazu ein in Polen geborener. Der antisemitische Unkenruf: „Der Jud' ist schuld!", der sich, wie immer, auch nach den trauttgen Ereignissen dieses Wiener Sommers erhob, bümrste einer Illustration. Trotzdem ist sehr zu bezweifeln, ob die Antisemiten ihre Freude an, dem statuierten Exempel haben werden. Hat doch der Richter, der den jugendlichen Delinquenten zu einem Monat strengen Arrests — bedingt mrt zweijähttger Bewährungsfrist — verdonnert hat, ausdrücklich hervorgchoben, daß der Junge aus menschlichen und löblichen Motiven gehandät hat. Seine Freveltat — das Urteil qualifizierte sie <us „Erpressung" — befianb nämlich darin, daß er, zusammen mft anderen Altersgenossen, ein Auto anhielt, um es für den Transport Verwundeter zu requirieren. Während anderen solche „Requisitionen" ohne weiteres gelangen, hatte der Judenjjunge das Unglück, an einen bekannten Parteigänger der Chlristlichsvzialen zu gelangen. Statt zu einer Samaritertat kam es daher zu einem Konflikt zwffchen jüdischer und chrrstlichsozialer Ethik. Der Ludenjunge aus Polen meinte, daß angesichts auf der Straße liegender Verwundeter ein des Weges stimmendes Auto unbedingt zum Abtransport der UnglücLichen zur Verfügung stehen müsse. Der Verfechter der christlichsozialen Moral aber.sagte schlicht: „Dazu ist mein Auto nicht gebaut worden." Ms Schiärsrichter in diesem Wettstreit zweier Weltanschauungen wurde schließlich ein Polizist angevusen, urch das Resultat von dessen Amtshandlung war die eingangs geschilderte Gerichtsverhandlung. Sie bildete die Eröffnung einer ganzen Rnhe ähnlicher Verfahren gegen Julirevolutionäre. Während aber bei dm folgerten, um im Jargon der Antisemitenpresst zu sprechen, nur irregeführte Opfer jüdffcher Verführung aus der Anklagebank saßen, hat in dem oben geschilderten Falle ein glücklicher Zugriff der legalen Nemesis den bösen, Geist selbst in einer seiner gefährlichsten Inkarnationen erwischt Dm Judenjungen aus Polen... Dr. Hugo Spiegler. nochmals: Ueber Entstehung und Aenderung jüdischer Namen Zu dem in unserer Rr. 35 vom 2. September d. Js. unter obiger Ueberschrift veröffentlichten Auffatz von Max Goldschmidt- Berlin wird uns von Herrn Leo Kamnitzer-Crfurt folgendes geschrieben: Mit großem Interesse habe ich den Artikel „Ueber Entstehung und Aenderung jüdischer Namen" in der letzten Nummer Ihres Blattes gelesen. Der Artikel schließt mit der Bekanntgabe eines alten Inserates aus dem Harzdepartementsblatt vom 29. März 1809 eines gewissen Callmann Jacob, der die Aenderung seines Namens in EÄlmann Jacob Linderer veröffentlicht. Es wird die Allgemeinheit interessieren, daß dieser Zahnarzt Linderer der Vater des Dichters Robert Michael Linderer ist, der durch sein Lied: „Stolz weht die Flagge Schwarz-weiß-rot...." in der Oeffentlichkeit bekannt geworden ist. Der Zahnarzt Linderer muß seine Praxis von Hildesheim nach Erfurt verlegt haben. Im Geburtsregister der Erfurter jüdischen Gemeinde, das sich im hiesigen Stadtarchiv befindet, fand ich folgende Notiz: „Linderer, Callmann Jacob und Rosalie geborene Rochlttz, Zahnarzt. Am 25. November 1824 abends 71/2 Uhr 10 Minuten, ein Sohn geboren, der den Namen Robert Michael erhielt." Aus der Geschichte des jüdischen Elementarschulwesens im Pofeuer Lande Von A. Strukat. In der ersten Teilung Polens im Jahre 1772 kam der Netzebezrri unter preußische Herrschaft. Von dieser Zeit ab bis zum Jahre 1793, der zweiten Teilung des Polenceiches, hot sich der Staat wenig um das jüdische Erziehungstoesen gekümmert, ja er hat eher Schwierigkeiten gemacht wie durch jene Bestimmung, daß jüdische Lehrer der kleinen Gemeinden unverheiratet sein müßten und nicht länger als drei Jahre an einem Orte ansässig sein durften. Natürlich arbeitete dieser Erlaß darauf hin, die Seßhaftwerdung der Juden zu verhindern. Die Regierungsbeamten der neuerworbenen Landesteile wollten aber die Juden nicht nur dulden, sondernsie zu guten Staatsbürgern erziehen. Leider verwarf das Ministerium diese Gutachten, wenngleich es die edlen Beweggründe auch nicht verkannte. Als nach der zweiten und dritten (1795) Teilung Polens die Zahl der jüdischen Einwohner im preußischen Maat bedeutend gewachsen war, wurden ruf Veranlassung des Mnisters für Südpreußen, von Bost, in den einzelnen Kreism durch die Landräte Erkundigungen über das Schulwesen der Juden eingezogen. Man erhielt traurige Ergebnisse; Schulen schlten entweder ganz oder entsprachen in keiner Weise den Anforderungen der Zeit. Der Unterricht beschränkte sich in den metflett Fällen aus das Hebräische und die Anfangsgründe des Rechnens. Tie Landräte kamen nun in ihren Gutachten darin überein, daß map. den Juden einen geordneten Elementarunterricht verschaffen müßte. Dabei wäre in erster Linie die Kenntnis der Landessprache zu vermitteln, in zweiter, den Gesichtskreis überhaupt zu erweitern. Als praktische Folg« der Verhandlungen kam am 17. Apttl 1797 der Erlaß des General-Juden-Reglements, in welchem der preußische Staat zum ersten Male seine Verpflichtungen anerkannte, die Juden zu nützlichen Staatsbürgern zu erziehen. Da aber die erforderlichen Geldmittel nicht ausgebracht werden konnten, geriet die Ausführung ins Stocken. Eines war aber für die Indem erreicht: sie erhielten die Erlaubnis, ihre Kinder in die christlichen Schulen zu schicken, wovon die Wohlhabenden Gebrauch machten. In der Zeit von 1806 bis 1815 fiel die Provinz Posen j au Polen zurück, und als sie dann wieder preußisch wurde, wandte man sich auch dem jüdischen Schulwesen zu. Die Bestimmungen des Allgemeinen Landrschts wurden auch auf jüdische Schulen angewandt. Hierbei stieß, der Staat aber auf Schwierigkeiten bei der orthodoxen Richtung im Judentum, deren Anhänger unter allerlei Einwänden den Schulzwang zu umgehen versuchten. Auf Veranlassung des Oberpräsidenten Flottwell wurde am 1. Juni 1833 die „Verordnung wegen des Judenwesens im Großherzogtum Posen" erlassen, in welcher das jüdische Schulwesen einer schärferen Aufsicht unterworfen und nur denjenigen Mitgliedern der jüdischen Gemeinschaft übertragen wurde, welche man dafür fähig hickt. Diese Maßregel hatte einen guten Erfolg, denn in den drttßiger und vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden zahlreiche jüdische Schulen, selbst in Leinen Gemeinden^ und die geistige Bildung gewann unter den Juden immer mehr Freunde. Mit der völligen Gleichstellung der Juden und Christen im Jahre 184« hörte der Unterschied zwischen jüdischen und christlichen Schulen vottständig auf. BERLIN Wee LL MAUERSTR.7Q FERNRUF: ZENTRUM 3023 u. 5024 /TBAHL Cr FALCKC BLUMEN''AU//TELLUNQ BLUMENSPENDEN - TRAUERSPENDEN - TAFEL- SCHMUCK — INNENDEKORATION IN KÜNSTLE¬ RISCHER AUSFÜHRUNG - 12. erste Preise