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Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-08-26 · 34 (26.8.1927) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
34 (26.8.1927)
Date
1927-08-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
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7. Zahrgang Nummer 34 Beilage 26. August 1927 Rassen- und Religionshatz Von Prof. Tr. H. Kinkel. Aus dem Harz kommt die Nachricht von einem Ueberfall, den Nationalsozialisten auf jüdische Mitbürger vollführten; aus Köln und anderen Orten hören wir von Gräberschändungerl aus jüdischen Friedhöfen. Kurz--, der Rassenhaß sicht in Blüte, der Religionshaß (besser: Co »»festionshaß) feiert Feste. Demgegenüber wird es gerade für beit nicht-jüdischen Deutschen zur Pflicht, eindeutig Stellung zu nehmen, seinem Abscheu vor solchen Taten Worte zu verleihen und sie als das zu bezeichnen, was sie sind: eine Kultur-Schande. Aber mit dieser Ablehnung ist es nicht getan; man muß fragen: woher solche Erscheinungen kommen und wie^ihnen zu begegnen ist? Das Letztere scheint zwar lediglich Sache des Gerichts und der Polizei zu sein; es ist aber in Wahrheit in erster Linie Sache der Erziehung und der Bildung. Kant, Herder, Schiller und Goethe sahen das Ideal der Bildung in oer Erziehung zum reinen Menschentum; sie wußten und lehrten, daß es ein Allgemeinmenschliches gibt, das über allen Gegensätzen der Religion, der Rasst usw. steht und von dem aus der Einzelne seine Menschenwürde ableitet. Tie Idee der Menschheit in der eigenen wie in jeder fremden Person zu achten und anzueriennen, das gebietet uns, nach Kant, der kategorische Imperativ. Ter Staat aber muß das methodische Mittet zur Berwirllichung der Idee der Menschheit sein: in ihm und durch ihn soll die menschliche Gemeinschaft entspringen. Dann freilich darf der Staat nicht absoluter Staat, nicht Macht-Staat sein, der wie eine fremde und äußere Gewalt über all' seinen Bürgern schwebt, die hier »ur Objekt, nicht aber Subjekt der Gesetzgebung sind. Sendern vielmehr muß sich der Staat mehr und mel)r znm wahrhaft sozialen und demokratischen Staat entwickeln, indem jeder, weil er an der Gesetzgebung aktiven Anteil hat, sagen und fühlen kann: Dies ist mein Staat, ihm gehöre ich mit Leib und Seele, durch ihn werde ich zur sittlichen Persönlichkeit. Leider aber ging die historische Entwicklung im 19£en Jahrhundert, den Gedanken und Hoffnungen unserer Klassiker entgegen, zum Machtstaat. Dieser sollte (nach Treitschke) sein eigenes „Sitten"-Gesetz haben, über dem privaten Sittengesetz stehen und lediglich das Gebot beachten: behaupte dich selbst! Der krasse Macht-Egoismus sollte die Basis der Politik bilden. Mochte dann immerhin der brave Spießbürger in seinem privaten Leben sich an den kategorischen Imperativ Kants gebunden fühlen. Der Widerspruch, der hierin steckt, wurde nicht empfunden. Er rächte sich, indem, wie es notwendig sein mußte, der Egoismus des Staates sich seinen Bürgern rnittcilte: indem auch für das Leben der Bürger untereinander nach und nach der Hunger nach Macht und Besitz zur Triebfeder wurde. Zugleich trat eine Zerrissenheit des Kulturbewußtseins ein, indem jeder seine Meinungen, seine Ziele und Ideale absolut zu setzen lernte. Der Confesstons-, Rassen- und Klassen-Haß lebte wieder auf. Nicht mehr erkannte man das letzte sittliche Ziel in der Gemeinschaft der Menschheit. Im Nationalstaat sah man nicht mehr den besonderen Weg, der» ein Volk zu gemeinsamen sittlichen Zielen zu gehen sich bemüht: sondern der Nationalismus und Chauvinismus wollte das gemeinsame Ideal nicht mehr gelten lassen; er wollte die Eigenart des eigenen Volkes als das einzig berechtigte Sein proklamieren und lehrte die Völker, sich gegenseitig zu verachten, statt sich zu lieben. Und wie cs im Verhältnis der Völker und Staaten untereinander der Fall war, so natürlich dann bald auch innerhalb der Grenzen des Staates. Wenn unsere Klassiker uns belehrten, daß wir in den verschiedenen Eonfessionen nur verschiedene Wege zu dem Einen Gott sehen dürften: wenn sie daher verlangten, daß wir den religiösen Glauben unserer Mitbürger achten und nicht anders, als unseren eigenen, werten sollten: so schuf der Macht-Staat auch hier einen traurigen Gesinnungswechsel. Die Rasse sollte überall entscheiden, nicht die menschliche Gemeinschaft; daher wurde auch die Confessio»» in den Rassenkampf verstrickt, der nichtchristliche Glaube verachtet und verfolgt. Schiller dichtete noch: Welche Religion ick» bekenne? Keine von allen, dre du mir nennst. Und warum keine? Aus Religion. Er wollte nichts anderes damit sagen als: in jeder Religion ist Sehnsucht zu Gott: darum verachtet keine, setzt keine einzelne als die absolute. Laßt die Seele jedes Menschen den Weg -zu Gott gehen, der ihr angemessen ist. Nur, wenn wir wieder so denken und fühlen lernen, können wir aus eine Genesung im öffentlichen Leben unserer Nation hoffen. Bei der Erziehung muß man anfangen. Erziehung muß auf Menschenliebe 'beruhen und zur Menschenliebe hinführen. Die Kinder schon müssen lernen, zu frag.-n, nicht: ist dieser Mensch, mit dem ich zusammenkomme, ein Jude oder ein Christ?, sondern: ist es ein guter Mensch? Hier droht nun durch den Entwurf zum Schulgesetz eine große Gefahr, indem er die Konfessionalisierunz der Schüler austrebt. Wie kann man sich wundern, wenn die innere Einigkeit und Liebe der Bürger zu einander verloren geht, wenn schon bei der Jugend das Trennende betont wird und die Unterschiede über die Gemeinschaft gestellt werden? Nur, wenn schon in die Kinderherzen gegenseitige Achtung und Liebe gepflanzt wird; wenn der Gedanke der lÄemeinschast ihnen zur zweiten Natur wird, werden auch die Erwachsenen sich verstehen und helfen. Es ist allo keineswegs damit getan, daß die Urheber der antisemitischen Schandtaten zur gerichtlichen Rechenschaft und Bestrafung gezogen werden. Die Erziehung zur Gemeinschaft mu5 das Beste tun. Wir müssen den Geist der Humanität wieder erwecken in unserem Volke. „Immer 'trebe zum Ganzen, und kannst du selber kein Ganzes werden, als dienendes Glied schließ an ein Ganzes dich an/' (Schiller.) Der Regierungspräsident von Köln gegen die Grabschänder Der Regierungspräsident von Köln hat auf die Beschwerde der jüdischen Gern, nde wegen der Friedbofsschändurrgen an diese ein Schreiben gerü Net, in welchem er der Synagogengemeinde „Adaß Jeschurun" sein tiefstes Bedauern „anläßlich der empörenden, jedem menschlichen Empfinven hohnsprcchenven Schändung, die von unvetannten Tatern auf dem Friedhof der Gemeinde begangen worden ist", übermittelt und die Hoffnung ausdrnckt, daß die Täter ausfindig gemacht und einer strengen Bestrafung zugeführt werden. (Jta.) Endlich . . . Die Zeitschrift „Christliche Welt" (No. 12) schreibt: „Unheimlich hänfen sich die Nachrichten von Verwüstungen jüdischer Friedhöfe... Es find doch überall Christen, getaufte und konfirmierte, die so etwas tun, mögen sie nun zum Glauben stehen wie sie wollen. Und insbesondere die deutschkirchlichen Kreise hätten alle Ursache, dagegen aufzutreten. Vielleicht tun sie es. Woran uns liegt, wenn »vir hier davon reden: die offizielle Kirch-e in Presbyterien, Synoden und sonsttgen Organen soll gegen solchen lästerlichen Unfug laut und vernehmlich ihre Stimme erheben." l|tltlllllllllll!lllll!l!llllllllllllllllll!llt!llllllll|]llllllllHlllllllllllllllllllttllllllllllllll||l||||lillllllll Annahme von Bestellungen auf die Jüdisch-liberale Zeitung bei allen Postämtern Deutschlands liiuiiiiiimiKiiiiiiiiiiimtiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiffiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiitiiimmiiiiiiiiriiiiijjm :: * Sprechsaal :: * :: »♦♦♦♦»♦♦♦ »♦♦»»»♦♦♦♦♦»•»4 »♦♦♦»♦»♦»»»»♦ »♦♦♦♦■♦»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦* Für diese Rubrik übernimmt die Schriftleitung lediglich die preßgesetzliche Verantwortung. Verschenkte Juden In dem nach mehr als einer Hinsicht lesenswerten Aufsätze „Fort mit den Judenschutzrenten" (No. 33 der Jüd.-Iib. Ztg.,' wird historisch belegt, daß der Jude in früheren Jahrhunderte»' weniger als Mensch angesehen wurde als vielmehr als eine Sache, mit der man Handel treiben und aus der man möglichst großen Nutzen ziehen könne und dürfe. Zwar: die Sklaverei in Amerika uitd die Leibeigenschaft in Rußland bewiesen, daß es bis in die neueste Zeit nicht für gottlos oder sträflich gehalten wurde, auch christliche Menschenbrüder als Ware zu behandeln; doch gegenüber dem Juden herrschte eine besondere Niedertracht, denn man billigte ihm nicht den Wert und die Fürsorge zu, wie gekauften Sklaven, gab ihm auch nicht die Menschenrechte, die ihm zustanden. Hier aalt eine Rechtlosigkeit, die ohne Beispiel in der Menschheits- und selbst in der Wirtschaftsgeschichte ist. Und nur unter Hintansetzung jeder Menschlichkeit konnte die -Tat geschehen, die sich Herzog Georg von Braunschweig zuschulden kommen ließ. In einer lesenswerten Sannnlung von seltsamen Ereignisse»» und Dokumeriten, die Eberhard Büchner kürzlich unter dem Titel: „Anno Dazumal" hat erscheinen lassen (Deutsche Brrch Gemeinschaft, Berlin!, findet sich ein Erlaß abgedruckt, der ein brennendes Beispiel dafür ist, auf welche Weise „Judenschutzrentcn" überhaupt entstehen konnten. Dre'jer Erlaß hat folgenden Wortlaut: „Nachdeinb Unß allesembtliche Juden in Unser Stadt Munden in viele Wege präjudicirlicher» und schädtlichen gewesen, Also daß Wer selbe ferner zu gedulden und dadurch der Endts Unsere periclitircn zu machen (Gefahren auszusetzenl, Unß nicht rathsam noch tunlich (erscheint), als haben Wir gedacht sembtliche Juden Unfern» Obersten und lieben getrewen Wilhelmen vo»» Lüdinghausen, genandt Wolfs, und Hicronimusse von Blettenbergl Majore pv., sich darum zu vergleichen, solcher Gestalt gejchenket, daß sie alle ihre Güter, wo dieselbe anzutressen undt bei Geistlichen oder Weltlichen Standes stehen und verletz »»et sey»», confisciren, zu sich nehmen, für das Jhnge behalten, und sie alsdann darausff ziehen lassen mögen, woselbsten sie vermeinen, für sich unbt die Ihrige»» Gleit u»»d Sicherheit zu haben. Wornach sie sich allerseits z»» achten. Signatum in Unserer Stadt Hameln a»n?ll Jannar Anno 1635. Georg m. p." Braucht »nan zu diese»»» Erlaß ein Komwentar zu schreibe»»? Spricht er nicht für sich Bände? Also: man nehme den Juden alles weg, was sie besitzen, konfisziere ihre Schuldforderungei» und lasse sie nachher ziehen „wo sie vermeinen, für sich und die Ihrige», Gleit und Sicherheit zu haben". Be» Georg hatten sie das »licht. Dort durfte»» sie nur in der Not die Helfer sein. Als es ans Rückzahlen der Schulden ging, da wurden die Juden dem Herrn Herzog lästig und er verschenkte sie an zwei Offiziere mit dem Rrcht, auch alte ausstehenden Forderungen der Juden an sich zu nehmen. War Georg so nobel? Das ist sehr zu bezweifeln. Der Oberst von Lndinghaussen genannt Wolfs nomen est omrn - u»»d der Major von Plettenbergk waren wohl nur Georgs Strohmänner. Sie hatten die Juden zu bestehlen und des Hobes zu berauben, was selbst zu tun vielleicht Georg ein Rest von heuchlerischer Scham abhiett. Georg war in jeder Beziehung ein vornehmer Chara'ter. Während des dreißigjährigen Krieges kämpfte er abwechselnd für de»» Kaiser und die Katholischen, dann wieder verband er sich mit Gustav Adolf und stellte seinen tavferen Degen den Protestanten zur Verfügung. Als der Prager Friede zustande kam, trat ihm zwar Georg von Br-unschwejg bei, brach ihn aber bald und kämpfte dann mal wieder für die Kaiserlichen und mal für die Schweden -- das heißt, er stellte seine Söldner »na! dem, mal dem zur Verfügung — »»atürlich niemals umsonst. So sah der Mann aus, dem Juden „gefährlich" erschiene»», daß er sich genötigt sah, sie samt ihrem Hab und Gut zu verschenken. ' Der Fall hat sich niemals bei Sklaven oder Leibeigenen ereignet. Daß man freie Menschen und deren Vernrögen verschenkt, drese Leistung blieb dem Herzog Georg von Braun« schweig-Lüneburg Vorbehalte»». Und aus seinem Erlasse kann verstanden werden, daß die Juden zahlen, zahlen und immer wieder zahlen mußten, um für sich und die Ihrigen „Gleit und Sicherheit" zu haben. Sogenannte „Rechtsansprüche" aus solchen — es sei offen gesagt, unter ständiger Bedrohung entstandener — Judenabgaben noch heute zu verfechten, sollten sich alle diejenigen eigentlich schämen, die darauf noch pochen. Aufgabe der Gesetzgebung aber ist es, der Forderung: „Fori mit den Judenschutz-Renten!" auf das schleunigste nachzukommeu. Dr. B. Sch - f. Der Wettstreit der Buchstaben Von Julius Csermelv. (Einzig autorisierte Uebersetzung aus dem Ungarischen von Maurus M e z e i, Wien.) Etwas, das aus den Büchern Genesis und Exodus ausgeblieben, ist. Das Heer der Engel, Gabriel, Michael und die Anderen, waren aus Gottes Willen entstanden, um bis in unendliche Zeiten seine treuen Diener zu sein, und dann erschuf Gott für sich noch zweiundzwanzig Engel, zweiundzwanzig einfach gekleidete, ganz gleichförmige Engel. Gleichförmig waren sowohl ihre Kleider, wie auch die schweren Goldharnische,, die Gott jedem einzelnen von ihnen auf die Brust hängte, nur die Zeichen, die Gott in jeden Harnisch eingravierte und mit Saphiren und Onyxsteinen auslegte, diese zweiundzwauzig Zeichen waren bei jedem Engel verschieden. Dann sprach der Herr zu ihnen: „Wartet.“ Die anderen Engel aber fragten: „Warum sind diese zweiundzwanzig mit Goldharnischen und Edelsteinen geschmückt, während unsere Kleider einfach und anspruchslos sind? Sind dir jene mehr als wir?“ „Ihr werdet schon erfahren, weshalb?“ antwortete ihnen Gott, und als hätte er ihnen wegen ihrer Frage gezürnt. Und Jahrhunderte, Jahrtausende vergingen, aber die zweiundzwanzig Engel hatte Gott noch nicht ein einziges Mal zu sich gerufen. Sie warteten untätig hinter dem himmlischen Thron,, lauernd auf den ersten Befehl des Herrn, aber diesef Befehl ließ noch immer auf sich warten. Da verloren sie die Geduld und traten vor den Herrn und beschwerten sich: „Erschaffer des Himmels und der Erde“, klagten sie, „lasse doch schon auch uns deiner Gnade teilhaftig werden. Die größte Gnade von dir ist, wenn du einen zu deinen Diensten befiehlst... uns hast du noch nicht ein einziges Mal zu dir befohlen’ Sind wir vielleicht unwürdig, dir zu dienen? Siehe, zu Abraham hast du bereits mehrere deiner Engel geschickt, auch zu Loth hast du welche geschickt, und zu Jakob, aber immer hast du nur Andere deiner Befehle gewürdigt, nicht uns. Und warum ist es, daß du uns nicht einmal noch einen Namen verliehen hast? Bedauerst du vielleicht, o Gott, daß du uns erschaffen hast und willst uns nun wieder in das Nichts zurückversenken?“ Und Gott sprach zu ihnen: „Wartet Lch habe euch zu einer großen und heiligen Sache ins Leben gerufen: zu der größten, wichtigsten und heiligsten Sache, doch ist dafür noch nicht die Zeit gekommen, — wartet also.“ Und die Engel warteten, im Innern den Herrn lobpreisend, daß er zu der heiligsten und erhabensten Sache gerade sie, die zweiundzwanzig, ins Leben gerufen hat. Welches große, wichtige Amt dürfte das aber sein? Und wieder vergingen einige Jahrhunderte, das Volk Israel war bereits aus dem Lande seiner Knechtschaft > ausgezogen und es hatte schon seinen ewigen, einzigen Gott erkannt. Und weil sich die Seele Israels vom Erdboden bereits in reinere Höhen zu erheben vermochte und sie schon abgehärtet und gestählt war, um der Hort der Gebote und Verkünder der Lehre vom einzigen Gott sein zu können: sah der Herr die Zeit für gekommen, dem Volke Israel seinen am eifersüchtigsten gehüteten Schatz zu übergeben, das unsterbliche Werk seiner Geistes weit: die Thora. Und er ließ sich hinab auf den Gipfel des Berges Sinai, befahl die zweiundzwanzig Engel mit den goldenen Harnischen zu sich und sprach zu ihnen aus den Wolken und aus dem Feuer: „Ihr seid alle gleich und ihr alle habet vor mir den gleichen Wert, nur das Zeichen auf euren Harnischen ist nicht das gleiche. Denn dieses Zeichen ist euer unvergänglicher Name. Du bist das Aleph, du das Beth, du das Gimmel, du das Dalied, das Heh... du bist der Buchstabe Resch, du der Schijen, du der Taph. Ihr seid die Buchstaben der hebräischen Sprache und mit euch werde ich den Text der heiligen Thora schreiben. Mit welchem von euch soll ich aber beginnen, saget mir? Ihr seid alle gleich, ihr alle habet vor mir den gleichen Wert, mit welchem von euch soll ich also die Thora beginnen? Und die Engel warfen sich zu Boden und schwiegen. Mit welchem soll der Herr die Thora beginnen?! Mit einem Attribut läßt sich die Erhabenheit des Amtes, das ihrer erwartet, gar nicht bezeichnen; sie werden die gestaltenden Buchstaben des Textes der heiligen Thora sein... mit welchem von ihnen soll aber der Herr beginnen, was sollen sie antworten? „Es ist ja wahr“, setzte der Allmächtige fort. „Die Vergangenheit kennet ihr schon, die Zukunft ist euch

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