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Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-08-26 · 34 (26.8.1927) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
34 (26.8.1927)
Date
1927-08-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Siedlungen besucht und habe mich dort mit Siedlern unterhalten, freilich unter sorgfältiger Vermeidung offizieller zio nistischer Führung. In einigen Fällen hat meine Frau die Unterhaltung geführt, namentlich wo wir aus weibliche Siedler trafen. Von Siedlungen, die ich besuchte, und in denen wir mit Siedlern längere oder kürzere Zeit sprachen, nenne ich an.6 dem Gedächtnis Dilb, Rischon-le-Zion, NahalaL, Balfouria, Merchawia, Äinercth und Daganiah. Die Eindrücke, die ich dadurch gewann, haben mich, wie ich es in mxiinem Bericht auch mehrfach ausgesprochen habe, zu der Ueberzeugung geführt, daß über die jüdischen Siedler in Palästir-a. ihren Fleiß und ihre Erfolge regelmäßig nur Vorteilhaftes zu sagen ist. Der Stoß des Angreifers ist also nur ein Scheinmanöver und trifft in die leere Luft. Denn daß von den Zionisten in ihren feit dem- Weltkrieg entstandenen Siedlungen mit den vielen Namen und den wenigen Einwohnern neben den über zehntausend schon vor dem Kriege in den Baron-Kolonien nnd den Jea-Siedlungcn angesiedelten jüdischen Bauern weitere ganze fünfzehntausend jüdische Seelen untergebracht find, daß ferner die wenigsten dieser neuen zionistischen Siedlungen die in sie hineingesteckleu Geldmassen verzinsen oder gar amortisieren können, kann man ja jeder?- zeit ans den amtlichen Veröffentlichungen der zionistischen Organisation ersehen. Die entscheidende Feststellung aber drängt sich jedem Gebildeten auf, der sich auch nur weihige Tage aufmerksam in Palästina umsieht: das ist die ebenso beklagenswerte wie unumstößliche Feststellung, daß infolge der Gebirgs- und Wüstennatur des Landes in Verbindung mit den politischen, wirtschaftlichen nnd sozialen Verhältnissen eine jüdische Massensiedlung, die Hunderttausende notleidender Ostjuden unterbringen könnte, einfach eine Unmöglichkeit ist, und daß gebildete deutschjüdische Jugend, die ans Idealismus heraus einer solchen Massensiedlung die Wege ebnen will und nach Palästina gcht, sich nutzlos einem Phantom opfert. Eine andere „Entwicklung des Landes" hätte ich nicht „feststellen" können und wenn ich soviel Monate ans meine Reise verwandt hätte, wie ich dazu Tage gebraucht habe. Aber Fana-tiker von der Art des Breslauer Zionistensührers kann man nicht belehren. Ihm aus seine persönlichen Angriffe zu erwidern, lehne ich ebenso ab, wie ich es mit den persönlichen Angriffen anderer zionistischer Kritiker getan habe. Ich habe an meinem Reisebericht nicht ein Wort zu ändern. Keine päpstliche Enzyklika gegen den Antisemitismus Bekanntlich hat der Münchener Kaplan Rödel vor kurzem berichtet, der Papst habe in einer Audienz der Gründer der italienischkatholischen Gesellschaft „Amici d'JsraeU (Freunde Israels) auf die Verwerflichkeit des Antisemitismus und seine Unvereinbarkeit mit dem Christentum hingewiesen, und eL werde in absehbarer Zeit eine offizielle Kundgebung des Papstes über die Judensrage erfolgen. Ter Präsident des österreichischen Antisemitcnbundes, der christlich-soziale Führer und Bundcsratsmitglied Jerzabek, vcrössentlicht in der antisemitischen Presse einen Artikel, in welchem er fordert, der Papst solle sich nicht in den Streit zwischen Judensrcunden und Judengegnern cinmischen, die ganze Welt schmachte unter dem Druck des jüdischen Freimaurertums. Wir Katholiken, schließt er, müßten uns ganz energisch gegen alle Versuche zur Wehr setzen, die aus eine Lösung der Judenfrage durch ein päpstliches Rundschreiben hinarbeiten. Der römische Korrespondent der „Neuen freien Presse" telegraphiert nun seinem Blatte, er sei' ermächtigt, das Gerücht über die bevorstehende päpstliche Enzyklika zu dementieren. Tie katholische Kirche, fügt er hinzu, hält an dem Grundsatz der Toleranz gegen Nichtchristen, also auch gegen das Judentum, fest; es brauchte also keiner besonderen Enzyklika gegen die Intoleranz. Ueberdies sei zu befürchten, daß eine projüdische Enzyklika die Beziehungen zwischen Christentum und Judentum verschärfen würde. (Jta.) & <£. und jüdische Schiedsgerichte. Der Freiburger K. C.-Tag, über den wir schon ausführlich berichteten, beschäftigte sich auch noch mit der in der jüdischen Oeffentlichkeit angeschnittenen Frage der Schaffung besonderer Schiedsun!d Ehrengerichte für Streitigkeiten unter jüdischen Studierenden und nahm hierzu einstimmig folgende Resolution an: 1. Die Schaffung interkorporativer Schiedsgerichte mit allen nichtvölkischen Verbänden entsprechend den Grundsätzen des Erlanger Vcrbändeabkommens ist anzustreben. 2. Der Beschluß des Heidelberger K. C.-Tagcs 1910 (Der K. C. bedauert jeden einzelnen Fall eines Ehrenhandels zwischen jüdischen Studenten) ist nicht dahin zu verstehen, daß die Satisfaktion gegenüber Juden eingeschränkt oder abgelehnt werden soll, wohl aber erfordert seine Durchführung eine Förderung der unter 1 genannten Bestrebungen. /TRAHL. 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Das Gartenbauamt gab eine große Wiese frei, und vom ersten Ferientag an konnte der Verein an allen Werktagen mit etlva 200 Kindern ins Stadion ziehen. Die Freude der Kinder über die schönen Anlagen und vor allem über die Möglichkeit, sich im Wasser tummeln zu können, mar groß. Auch die tzelscrschasl benutzte gern die Gelegenheit, in den wunderbar angelegten Bassins sich mit den Kindern zu vergnügen. Tie Kosten waren trotz größter Einschränkung sehr hoch und konnten itur dadurch gedeckt werden, daß die Zentralwohlsahrtsstclle der deutschen Juden, das städtische Wohlfahrtsamt und interessierte Kinderfreunde Mittel zur Verfügung stellten. Ter gesundheitliche Erfolg war laut ärztlichem Befund sehr gut, und auch der erziehliche Einfluß des Lebens in der Gemeinschaft unter Führung vorgcbildetcr Kräfte war deutlich erkennbar. Ter Verein hofft mit den Kindern, daß es ihm auch im kommenden Sommer möglich ist, diese segensreiche Einrichtung zu erhalten. Dresden. (Tie Zahl der Juden im Freistaat Sachsen.) Die vom statistischen Landcsamt des Freistaates Sachsen aus Grund der Botkszählung vom 16. Juni 1925 bearbeitete und soeben im Druck erscheinende KonscsiionS-Staristik ist sür die jüdische Bevölkerung von besonderem Interesse. Nach der letzten VotkSzähtung hatte Sachsen 4 992 320 Einwohner, darunter 23 252 Israeliten. Diese verteilen sich auf die acht Israelitischen Religionsgcmeinden Sachsens solgendermaßen: Tic KrciShauptmannschasl Dresden mit 1 393 026 Einwohnern zählte 1925 5491 Juden, 1910 bei 1350 287 Einwohnern 4255. Der Bezirk Leipzig, umfassend die Krcisbauptmannschaft Leipzig mit Ausnahme der Amtshauptmannschaft Rochlitz, wies bei 1200 657 (1910: 1 112 059) Bewohnern 13 030 (1910: 9728) Israeliten auf. Chemnitz mit den Amtshauptmanufchasten Chemnitz, Glauchau, Flöha, Rochlitz und Stollberg hat bei 906 138 (1910: 866 038) Einwohnern 3028 (1910: 1911 Israeliten. Der Bezirk Zwicka u, umfassend die AmlShauptmannschasteu Ztvickau, Schwarzenberg und Werdau, zählt 446 415 (1910: 434 035) Bewohner, darunter 466 (1910: 306) Juden. Plauen mit den Amtshauptmannschaftcn Plauen, Oclsnitz, Auerbach weift entsprechend dem Rückgang seiner Bcwohncrzahl, die 408 333 (1910: 423 606) betrug, statt der 953 im Jahre 1910 gewählten Juden nur noch 836 auf. Rückgänge sind auch im Bezirk Zittau, der die Amtshauptmannfchafteu Zittau und Löbau umfaßt, zu verzeichnen. Bei einer Bcwohncrzahl von 236 713 (1910: 230 879) find dort nicht mehr als 189 (1910: 227) Israeliten ansässig. In Annaberg, umfassend die AmtShauplmannschastcn Annaberg und Maricnberg, ist deren Zahl bei bei 176 596 (1910: 177 069) Bewohnern von 130 aus 85 gesunken. Ter Bezirk Bautzen, umfassend die Amrshauptmannschaften Bautzen und Kamcnz, weift bei 224 142 (1910: 212 670) Einwohnern 127 Israeliten auf, das ist ein Mehr von 50 gegenüber 1910. Insgesamt hat sich die Zahl der Juden in Sachsen, dessen Bevölkerung seit 1910 um 185 659 Köpfe gestiegen ist, innerhalb 15 Jahren um 5665 Seelen vermehrt, d. i. 32,2"v. Tie sich somit ergebende Vermehrung der Israeliten in Sachsen über die normale Bevölkcrungszunahmc hinaus ist auf die Zuwanderung zurückzuführen. Ter Anteil der jüdischen Bevölkcrungszunahme an der sächsischen Gesamtbevölkerung, die sich nur um 3,86 "c> vermehrt hat, gemessen, beträgt jedenfalls rund 25 "o. Bon je 1000 Einwohnern des Freistaates Sachsen sind demnach nach dem Ergebnis von 1925 4,6 (1910: 3,7) Personen jüdischen Glaubens. Eschtvege. (Neuer K r e i s v o r st e h e r.) Als Nachfolger des kürzlich verstorbenen Kreisvorstehers Saroni Katzenstein ivurdc Fabrikant Moritz Werner von den Gemcindeältcstcn des Bezirks zum Kreisvorsteher gewählt. Königsberg. (Vom Verband der Vereine für jüdische Geschichte und Literat ur in O st Preußen.) Am Sonntag, den 14. August, versammelten sich im Sitzungssaal der Königsberger Synagogcngemcinde die Vertreter der elf ostpreußischcn Literaturpereine zu ihrer Hauptversammlung. Der Verbandsvorsitzende, Rabbiner Dr. Neufeld-Elbing, erstattete den Tätigkeitsbericht, aus dem hervorging, daß zu den. bestehenden acht Vereinen im Berichtsjahr drei weitere Vereine (Rastenbnrg, Deutsch Eylau und Lyck) hinzugekommen seien, und daß in diesen Vereinen im ganzen 52 Vorträge im letzten Winter gehalten wurden. Die Arbeit des Verbandes war nur durch die finanzielle Unterstützung des ostpreußischen Synagogcnverbandds möglich gewesen, sie dürste sich im kommenden Jahr ausgestalten lassen, weil zu dieser noch eine Subvention des preußischen Landesverbandes hinzukommt. Außerdem hat der Literaturvcrband in den kleinen und kleinsten Gemeinden Kulturarbeit geleistet, und zwar vornehmlich durch die Hilfe der Rabbiner und Lehrer. Gcmeindcrabbiner Dr. Lewin-Königsberg stattete dem Vorsitzenden den Dank der Versammlung für seine mühevolle Arbeit ab und beantragie Entlastung, die einstimmig erteilt wurde. In der darauffolgenden Beratung über die kommende Arbeit wurde beschlossen, neben der Berufung namhafter Redner aus dem Reiche die Veranstaltung zusammenhängender Bortragskurse zu versuchen und mit deren Abhaltung in Ostpreußen wohnende Redner zu betrauen. Es wurde auch der Wunsch nach einer stärkeren geistigen Jnteressierung der Gemeindemitglieder ausgesprochen, die Verbreitung von jüdischen Büchern und vor allem die ständige Lektüre jüdischer Zeitungen in jedem .Hause als wünschenswert bezeichnet. Sodann wurden die bisherigen Bvr- - standsmitglieder Rabbiner Dr. Rcuseld-Elbing znm Vorsitzenden, Rabbiner Professor Dr. Perles-Körngsberg zum Stellvertreter per Akkia mation wiedcrgcwählt. München. (M u st e r f atz n n g e n für die Bayerischen Gemeinden.) In der Sitzung deS Rates und des Verfassung:' ausschusses deS Verbandes israelitischer Kultnsgemeinden Bayerns am! 26. Mai 1927 in München wurde, wie bekanntgegeben, unter der Mitarbeit von Vrrtreiern der Parteien eine Einigung über die wesentlichen Punkte der Mustersatzungen sür die Gemeinden erzielt, so daß cs zweckmäßig erschien, an Stelle der Tagung deren Ständigen Ausschuß mit der Fertigstellung der Satzungen zu betrauen. In geineinschastticher Sitzung des Rates nnd des Ständigen Ausschusses wurden die Satzungen nunmehr zuui Abschluß gebracht. Tie Annahme crsolglc durch einstimmigen Beschluß der beiden Körperschastsorgane. Tie redaktionelle Fassung wurde dem Präsidium dcs Rates übertragen. Die „Bayerische Israelitisch: Gemcindezeirung" bemerkt hierzu: „Es ist damit ein Werk zu Ende geführt, dessen Zustandekommen seit mehr als 100 Jahren vergeblich angestrebt' wurde. Die Gliederung der Gemeinden, ihre 'Aufgaben, die Beziehungen zwischen Rabbiner und Gemeinden, Materien, die unter der Herrschaft des Staatskirchenrechts durch die bekannte Ministerialentschließung vom Jahre 1863 geregelt, von den religiösen Richtungen, den Rabbinern und bcu Gemeinden aber gleichwohl heiß umstritten waren, das Wahlversahrcn, Franenivahlrecht und Ausländerwahlrecht, die Teilnahme der Beamten an den Sitzungen der gemeindlichen Vertretungskörpcr wurden nunmehr durch die freie Entschließung aller Beteiligten, Die weise Beschränkung auf das Notwendige und die Achtung vor der religiösen Ueberzengunz des andern unrcr Fcsthaltung der Interessen der Gciamlhcil zu einem glücklichen Ende geführt." Bad Orb. (7 0. Geburtstag.) Ter Vorsteher der hiesigen Gemeinde, Mar Lichienstädter, beging unter mancherlei Ehrungen seinen 70. Geburtstag. Als Mitglied des Stadtverordnetcnkollegiums und Schiedsmann hat Herr Lichrenstädtcr, der auch längere Zeit dem Aussichtsrat der Bad Orb-Gesellschaft angchortc, den Interessen der gesamten Bevölkerung des Ortes gedient und in seinen verschiedenen Ehrenämtern die Anerkennung seiner Mitarbeiter gefunden. Stuttgart. Vom Verein Israelitischer Lehrer.) Vor kurzem tagte in den Räumen der israelitischen Gemeinde Stuttgart die Mitgliederversammlung des Vereins Israelitischer Lehrer in Württemberg. Der Vorsitzende des Vereins, Oberlehrer Rothschild-Eßlingen, begrüßte den Vertreter des Israelitischen Obcrrats, Flegenheimer- .Hcitbconn, den Vertreter des Israelitischen Vorsteheramtes Stuttgart, Felix Wolf, den Vertreter der U.O.B.B.-Loge Stuttgart, Sanitälsrat Tr. Ries. Er betonte, daß die jüdischen Lehrer bereit sind, zu der .Hebung des jüdischen Lebens in den Gemeinden bcizutragen und weist daraus hin, daß der Ausschuß seit dem letzten Berichtsjahr sich besonders mit der Frage der Stolgcbühren und der Vorrückung der Lehrer nach Gruppe IX zu beschäftigen halte. Tic Ausbildung der Religionslehrcr sollte auch in Württemberg an der Hochschule erfolgen, wenn auch bis jetzt die Württembergische Regierung diesen Forderungen der Rcichsversassung noch nicht nachgegeben hat. Tic Wanderbibliothek, die der Oberrat geschaffen hat, wird dankbar begrüßt. TaS Referat über das Besoldungsproblcm hielt Oberlehrer Spatz- Rcxingcn, über „Neuregelung der Tienftvorschristen sür den Rclsgionslehrer" referierte Adetshcimer-Slultgart, der beantragte, daß die Bayerische Verfassung als Vorlage dienen sollte. In der Schlußsitzung rescrierte Oberlehrer Rothschild-Eßlingen über „Ter Hebräische Unterricht und Neuerscheinungen auf diesem Gebiete". (Jta.) Wiesbaden. lTiamantcne Hocyzeit.) Tie gewiß nur wenigen Sterblichen bcfchiedene Freude, das Fest der diamantenen Hochzeit zu begehen, wurde dem hier wohnenden ehemaligen Kultusbeamten Moses Wolfs und seiner Ehefrau zuteil. Außer einem Glückwunschschreiben des Reichspräsidenten wurden vom Oberkantor Nußbaum und einer Abordnung des Vorstandes Gratulationen des Vereins israelitischer Lehrer im ehemaligen .Herzogtum Nassau und der Wiesbadener Israelitischen Kultusgemcinde überreicht. Bezirksrabbiner Tr. Lazarus überbrachtc die Glückwünsche des Polizeipräsidenten und eine Ehrengabe der Staatsbehörden: auch ehrte er das Jubelpaar durch eine ergreifende Ansprache. Ter Magistrat der Stadt Wiesbaden hatte ebenfalls ein Glückwunschschreiben übersandt. Bad Wildungen. (Goldene Hochzeit.) Unter Teilnahme der ganzen Gemeinde und vieler Gäste beging das L- Jungheimsche Ehepaar das Fest der goldenen Hochzeit in der festlich geschmückten Synagoge. Tie beiden Jübilare haben den religiösen Vorgängen innerhalb der Gemeinde stets das größte Interesse entgegengebracht. Die sechsundsiebzigjährige Braut im goldenen Ehrcnkranze war langjährige verdiente und hilfsbereite Leiterin des israelitischen Frauenvereins, den sic mitbegründen half. Nach Gebet und Chorgesang hielt Lehrer Hecht eine eindrucksvolle Ansprache und feierte den seltenen Tag als einen Zeitpunkt der Freude, der Ehre und des Dankes. Tie Gemeinde hatte die Eheleute zu Ehrenmitgliedern ernannt und ihnen durch ein Vorstandsmitglied eine Ehrenurkunde überreichen lassen. Auch die Waldcck'sche Landesregierung hatte ihre Glückwünsche aussprechen lassen, wie überhaupt viele zur Kur weilende Fremde an dem seltenen Familienfeste den herzlichsten Anteil nahmen. Werbt neue Mitglieder! Kalendarium für die Zeit v.20.8. b. 27.8.1927 August 1927 1 Ab 5687 Sonnabend 27 29. Neurnondweihc Sonntag 28 Wochenabsckmitt: R'eih Hasiarah: Jcsain 54,11—17; 55,1—5 Sabbat-Ausgang: 7.53 Uhr SO. 1. Tag Rosch Chodesch Montag 29 A»I 5587 1. 2. Tag Rosch Chodesch Dienstag 30 2. Mittwoch 31 3. September 1927 Donner:-tag l a. Freitag 2 5. Sonnabend 3 6. Wochenavschniu: Tchausüm Hastarah: Jciaia 51.12 23; 52,1 12 Sabber-Ausgang: 7.37 Uhr I Malerarbeiten jeder Art 8 § führt aus s s Robert Gutheim « 8 Berlin W 50, Culmbacher Straße 7 | K Lützow 6260 § 8 — Kostenanschläge gratis — 8 ■ -- =~.. =■ Nachruf1 Am 18. August ist unser hochverehrter Mitgründer Herr Dipi.-ing M8X EtKIIII06P durch einen plötzlichen Tod aus unseren Reihen geschieden. Der Heimgang dieses außergewöhnlichen Mannes, der durch die Folgen einer Kriegsverletzung allzufrüh von uns gerissen worden ist, wird eine unersetzliche Lücke in unserer Vereinigung hinterlassen. Sein Geist wird mit uns fortleben — sein Andenken bei uns nie verlöschen. Liberal-Jüdische ueroiniguns Merlsrube/Beden Albert Gärtner, Vorsitzender. Das Bad für Dich! heißt Ffuflöadeansfall Wannsee 5525 Warnsee 5525 Famiiienbacl Strand Restaurant Schwimmunterricht Herrlich am mm gelegen Verbindung per Autobus ab Bahnhol Wannsee bis Wilhelmplatz K. BaPSHB Predigtamt zu den diesjährigen Herbstfeiertagen gesucht. Erstklassige Zeugnisse vorhanden. Nähe Berlins erwünscht, aber nicht Bedingung. Angebote unter Kn. 89 an die Expedition dieses Blattes. m——:-— ——-—" Us SeörillenreiliB d. Vereialpiig I. d."V. Barmizwoh-Uniemclii und Kantoren-Ausbildung nach altem und neuem Ritus erteilt preiswert (Unbemittelten gratis) Oberkantor 8. Neustadt, Wilhelmstr. 146. inserieren bringt Gewinn Verein für Feuerbestattung in Berlin von 1874, e. V. Kostenlose Feuerbestattung Annahme W 35, Lützowrstraße 44, Telephon: Lützow 960-61 und Charlottenburg, Kantstr. 154 a Ecke Fasanenstraße, Telephon: Steinplalz 1835 Hell Hl*. 3 in zweiter Auflage die seit Jahren vergriffene Broschüre Grundlagen und Ziele des religiös-liberalen Judentums von dp. Joseph HordoiHEiDorfeid prois 0.75 Mk. Bestellungen beim Verlag der „Jüdisch-liberale Zeitung“ Berlin SW 48, Wilhelmstraße 147 Verlag: Vereinigung für das liberale Judentum e. B-, Berlin SW. 48. — Verantwortlicher Redakteur: Dipl.-Jng. Bruno Wohda, Berlin NW- 23. — Druck: Hermann Wegner & Co., Bcrlin-Mariendsrf. A^5A 732

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