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Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-08-12 · 32 (12.8.1927) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
32 (12.8.1927)
Date
1927-08-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Einsamkeit des Grabes hinabsinkt oder durch die Flamme -um Häuslein Maub verzehrt wird? Bedeutet das Ende des Körpers auch das Ende der Seele, oder lebt die Seele noch weiter, hinein in die Unsterblichkeit? Die moderne Naturforschung lächelt über den Gedanken eines Fortlebens der Seele nach dem Tode und weist ihn fchrosi von sich. Die wissenschaftliche Forschung hat, wie sie sagt, die Abhängigkeit unseres Seelenlebens vom Körper und insbesondere vom Gehirn nachgewiesen. Daraus, so folgert sie, ergibt sich unweigerlich die Sterblichkeit her Seele, deren Leben mit demjenigen des Körpers unlösbar verknüpft erscheint. Aber Goethe, der nicht nur ein großer Dichter, sondern auch ein bedeuterrder Naturforscher war, war noch so „rückständig", um folgendes zu erklären: „Ich möchte keineswegs das Glück entbehren, an eine künftige Fortdauer zu glauben, ja, ich möchte sagen, daß alle diejenigen auch für dieses Leben tot sind, die kein qnderes hoffen." In seinem Vorwort zur Uebersetzung der Schrift „Unsterblichkeit" von William James, des berühmten amerikanischen Philosophen, lPhilo-Berlag, Berlin), sagte Professor E. von Aster in Gießen mit Recht: „Jene echt menschliche Sehnsucht nach ewiger Fortdauer, nach Unsterblichkeit, ist wohl ein letztes Motiv aller Religiosität". James selbst hat zur Begründung der Sehnsucht nach ewiger Fortdauer, zur Stütze für di^e vitale Hoffnung der Menschhüt, in geistreicher Weise auf jene Theorie der idealistischen Philosophie zurückgegriffen, welche die ganze Welt der natürlichen Erfahrung, wie sie uns gegeben ist, für eine bloße Z itmaske erklärt, hinter deren Schleier eine überirdische Lichtflut vorhanden ist. Nur zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Stellen würde der Schleier der Natur so dünn und zerrüßbar, daß von jener überirdischen Lichtflut gewisse Strahlen als endliche Bewußtseinsstrahlen in unsere begrenzte Welt hineiudringen und als ein Strom geistiger Energie unser Gchirn überfluten. Aber das Gehirn stellt dabei nur eine Schranke dar, die sich hebt oder senkt, je nach dem Zustande, in dem es selbst sich befindet, ob es z. B. in voller Tätigkeit ist oder im Schlafe seine Tätigkeit ausschaltet. Hört das Gehirn endlich ganz auf zu arbeiten, wenn also der Mensch stirbt, so ist der besondere Bewußtseinsstrom, den cs übermittelt, aus dieser unserer Welt verschwunden. Aber die Sphäre des Seins, aus der dieses Bewußtsein stammt, ist nach wie vor unversehrt. Und in jener realen Wett, mit der es ja auch in seinem diesseitigen Dasein rn unmittelbarer Beziehung stand, mag unser Bewußtsein in einer uns unbekannten Weise weiterexistieren. Zum Vergleiche dafür, wie James sich dies denkt, tonnte man wohl die Radio-Funkwellen des Weltäthers heranziehen. Sie erfüllen den Weltraum. Aber der Funtapparat ist gleichsam das Gehirn, das sie durchfluten, um sich uns als Musik oder Reden bemerkbar zu machen. Auch wenn der Apparat außer Funktion oder ganz zerstört ist, hören der Aether und diese elektrischen Wellen doch nicht auf im Weltraum zu existieren. Und ebensowenig wie man bis jetzt diesen Weltäther hat Nachweisen können, hat man die Erzeugung von Bewußtsein im Gehirn zu enträtseln vermocht. Denn bei der angenommenen Entstehung von Bewußtsein aus Gchirnvorgängen kommen ganz wesensverschiedeue Tatsächlichkeiten in Frage — hier Materie, hier Geist —, deren restlose Deutung und Erklärung bisher nicht gelungen ist. James nennt seine Theorie die Transmissionstheorie und will damit auch jene dunklen und ungewöhnlichen Phänomene erklären, die feit jeher als wunderbar die Menschheit beschäftigt haben, wie.' :: *; 44»»444444++*4+*44 44+44»444»44 4444 44 4»+44-4»44444; : Versammlungskalender Li Waisen 7.15 13. A, Berlin-Norden. berate Synagoge Norden, Schönhanser Allee 162 (Auerbachsche« Haus), Gottesdienst am Freitag, den 12. August, abends llhr. Predigt: Rabbiner Dr. Salomouski. Sonnabend, den lgust, früh 10 Uhr. Breslau. Jüdisch-liberaler Jugendverein „Abraham Geiger*'. Im Monat August finden allwöchentlich Znfammenlünfte im Friebeberg-Eartev, Kaiser Wilhelmstrabe 121, jeden Mittwoch abends von 8U Uhr an statt. Gäste sind herzlich willkommen. das Ahnen, Vorhersagen, Gebetserhöhungen, plötzliche Heilungen, Erscheinungen Sterbender, Visionen, Telepathie, Hellsehen u. dgl. mehr. Man braucht dann nur anzunehmen, daß unser Einzelbewußtsein von einem kosmischen Bewnßtfein wie von einem Meer umfaßt ist, von dem aus gelegentliche Einbrüche in unsere Seele erfolgen können. Dies steht im Vergleich zu dem psychophysischen Sinken der Bewußtseinsschwelle von Gustav Theodor Fechner, der auch ein „Büchlein vom Leben nach dem Tode"" geschrieben hat. Danach produziert die Materie (also insbesondere das Gehirn) nicht das Bewußtsein, sondern begrenzt es. Die materielle Organisation des menschlichen Gehirns baut nicht das Bewußtsein durch die Aneinanderfügung von Atomen aus, sondern beschränkt sein „in die Erscheinung treten" auf die von ihr erlaubte Sphäre ein. Dadurch kann man auch Tatsachen verstehen, die der Materialismus als „übernatürlich" abzulehnen pflegt. Diese Auffassung erinnert auch an den Pantheismus Spinozas und an die Monadologie von L e i b n i z. Den Gedanken an ein individuelles Fort leben aber findet James ungeheuerlich und lehnt chn ab. Er steht hier aus dem Standpunkte der neueren Naturforschung. Prof. Tr. Max H a r t m a n n , Mitglied des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für Biologie in Berlin-Dahlem, sagt: „Eine individuelle Unsterblichkeit kommt in der Natur nicht vor. Bei Individuen gibt es nur Altern und Tod."" Diese krasse Verneinung einer Unsterblichkeit des Einzelnen steht im Gegensätze zu den Anschauungen aller Religionen. Die Unsterblichkeit der Seele ist die Grundlage aller Frömmigkeit und Gottgläubigkeit. Diese betrachtet das Problem mehr gefühlsmäßig, ans dem innersten Empfinden und Ahnen der Seele selbst heraus. Sie hält es mit Friedrich Badenstedt, der sagt: „Es hat der bloße Verstand noch nie einen großen Gedanken geboren."" Und es ist klar, dos; alle Religionsgesetze, alle Kulte, alle die Lehren von der Belohnung im Jenseits und der ewigen Verdammnis, die Hunderte von Einrichtungen im modernen Kulturleben (wir erwähnen nur den Eid) auf diese Lehre, wie auf einen Brennpunkt, hinausgehen. Unsere Zeit mit ihren irdischen Nöten und der scheinbaren , Ungerechtigkeit im Weltenlauf und den menschlichen Geschehnissen hat dem Unsterblichkeitscedanken n ue Nahrung gegeben. Der Prediger Moritz Scherbe! (mein Vater) sagt in seinem Buche „Der Unsterblichkeitsglaube"" (Verlag I. Kauffmann, Frankfurt a. M.): „Wir kommen wett ab von der Anerkennung einer gerechten Weltordnung, wenn lotr den Glauben an die Unsterblichkeit verwerfen. Nichts würde uns dann Aufklärung geben über die Erscheinung, daß der Mensch mit seinem körperlichen Besitztum so^ wohl und vollkommen ausgebildet in der Welt dasteht, wahrend er in seinem geistigen und morcknschen Teil, selbst in der bestmöglichen Ausbildung, sich unvollendet sieht. Cs ist nicht! möglich, daß der Mensch bei all der hohen und edlen Veranlagung, die er in sich birgt, nur als Kreatur, d. ff. für das Irdische bestimmtes Geschöpf, gelten soll, daß er ein ganzes Leben lang um geistige Erwerbnisse sich bemüh.« soll, um sie schließlich in einem tierischen Tode untergehen und von einem Rasenhügel bedeckt zu wissen."" Und hier ist der Punkt, wo wir glauben, daß die Zukunft noch ungeahnte Erkenntnisse bringen wird. Wer hätte noch in der Mitte des vorigen Jahrhunderts all die Wunbet der Neuzeit, die uns ein Edison, Lilienthal, Zeppelin, Marcani, Röntgen u. a. gebracht haben, für möglich gehalten! Vielleicht werden uns also auch auf dem Gebiete des Seelenlebens und der Unsterblichkeitslehre noch Erfahrungen und Errungenschaften beschieden sein, die jetzt unwahrscheinlich, ja unmöglich erscheinen, und die doch den Menschen der Zukunft hofsimngssreudig das Wort des Horaz wiederholen lassen: „Non omnismorios"". „Nicht ganz werde ich. sterben!" — Lebensstagen des Preußischen Landesverbandes Bon B r u n o W o y d a. II. BerfafsurigsSnderungen.*) Die Verfassung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden ist vor der eigentlichen Gründung des Verbandes von den Gemeinden bestimmt worden. Das macht es verständlich, daß sich alsbald nach der Konstituierung der Organe des Landesverbandes die Notwendigkeit einer Ueber- Prüfung der Verfassung herausstellte. Schon bei der ersten Verbandstagung wurde deshalb ein Versassungsausschuß gebildet, der allerdings m. W. später nicht in Funktion trat. Bei der zweiten Verbandstagung führte dann Dr. Freund im Tätigkeitsbericht des Rates aus: „Jedes neue Instrument muß Zeit haben, um sich einzuspielen, und es liegt in der Natur der Dinge, daß in einer Organisation, die in erheblichem Maße sich gebildet hat nach dem Vorbild parlamentarischer Einrichtungen, die aber nicht in Permanenz arbeitet, sondern die nur verhältnismäßig selten ihre Organe znsammentreten lassen kann, die zudem durch den Umstand behindert werden, daß die Mitglieder aus allen Teilen des Landes stammen, und daß es sich um Persönlichkeiten handelt, die durch die Bindungen des Berufes und vieler Ehrenämter nur in beschränktem Maße über Zeit verfügen, — ich sage, es liegt in der Natur der Dinge, daß unter allen diesen Umständen Arbeitstempo nud Arbeitsleistung wesentlichen Beschränkungen unterliegen müssen. Zudem mußten verschiedene Einrichtungen, die theoretisch geschaffen waren, sich erst in der Praxis bewähren, und wir haben im Laufe dieser Zeit Erfahrungen mancherlei Art gesammelt, die sich vielleicht erst in der Zukunft auswirken werden."" Und etwas später führte er aus: „Es wird zu prüfen sein, ob nicht eine Umgestaltung der Verfassung im Sinne der Vermeidung *) Vgl. Nr. 26 der J.-l. Ztg. vom 1. VII. 27. Trost spendet oder ein einziges Mal sich nach Gott sehnt — sich die ganze Seligkeit jener Welt verdienen kann. Ihr wißt ja, wie es gesagt wurde: Schöner ist ein einziger Augenblick in der Seligkeit jener Welt, als ein ganzes Dasein im Diesseits; doch schöner ist ein einziges, der göttlichen Lehre und den guten Taten geweihtes Stündchen im Diesseits, als die ganze selige Ewigkeit im Jenseits."' In dieser kleinen, den schlichtesten Volkskreisen entstammenden Erzählung spiegelt sich vorzüglich die Anschauung und das gefühlsmäßige Verhältnis des Inden zu der Frage nach Unsterblichkeit, Seele, Jenseits, Lohn und Strafe. Der Glaube an die Fortdauer der Seele nach dem leiblichen Tode ist dem unverwüstlichen, unausrottbaren Lebenswillen und der Lebenslust entsprungen. Natürlich muß dieses andere Leben ein veredelteres, höheres sein als das diesseitige. Aber für den Inden macht den wertvollsten Inhalt des Lebens I die Aktivität aus die intellektuelle wie die reale Tat: das Erkennen und Formen der We.t, oder wie die Mischnrh es nennt: Thora und Aboda, Lernen und Arbeiten. Nun ist aber für ihn das Leben im Jenseits nur ein rezeptives, kein aktives. Von einen; Formen und Bilden der Welt, von einem „Mitarbeiten am Wecke der Schöpfung Gottes"" kann dort garnicht die Rede sein. Aboda gibt es im Himmell überhaupt nicht. Der Psalmist drückt das in ftiuem Stil sehr schön aus, „nicht die Verstorbenen preisen Gott, nicht die, die ins Grab gestiegen sind." Ja, sein Wunsch ist: „nicht | sterben will ich, sondern leben, und die Taten, Gottes betrachtend preisen."" Die höhere Erkenntnis, welche der Seele des Menschen aufgeht, nachdem sie vom irdischen Kerker befreit ist, besieht in einem wonnevollen Schauen der Herrlichkeit Gottes, der ihr alle verborgenen Geheimnisse des Weltalls und der Thora offenbart, alle Rätsel löst, die ihr hienieden, solange sie in der niederen Materie schmachtete, unerklärlich waren. Es ist also ein passives Genießen, ohne Mühe und Kummer. . Aber nach jüdischer Empfindung ist gerade das Ringen mit dem Unbekannten, das angestrengte Sichabmühen um die Thora, der Kampf um die Erkenntnis des Wahren, das den höchsten Wert besitzt; das. Regen und Entfalten der Kraft ist des Menschen höchste Seligkeit. Darum weint der alte Rabbi auf dem Totenbett und empfindet es schmerzlich, daß er von dieser schönen Welt Gottes scheiden muß. Bezeichnend ist das schöne, unter den Inden so populäre Wort der Mischnch, welches dem Sterbenden in den Mund gelegt wird, und das so klar die Empfindung zum Ausdruck bringt, daß dieses irdische Jammertal mit seinen Kümmernissen, Wirrnissen und Kämpfen der eigentliche Schauplatz der menschlichen Tätigkeit ist, wo er seine Kräfte entfalten und zur Vollreife bringen kann, wahrend das Jenseits die Stätte ungetrübter, ewiger Herrlichkeit in der Nähe Gottes ist. — * Eine andere jüdische Bolkssage malt recht anschaulich das Bild, welÄes die jüdische Volksphantasie sich von den Wonnen des Jenseits macht: Es fuhr einmal ein armer Mann durch einen tiefen Wald. Er hatte einen alten, zerbrochenen Wagen und ein mageres, kleines Pferdchen, und wie er sich so dahinschleppte, kam der Freitag und es wurde Abend. Da mußte er Rast machen und den Sabbat feiern. Er gab seinem Pferdchen Futter, betete und holte aus dem Sack ein trockenes Stück Schwarzbrot hervor und hielt damit das erste Sabbatmahl. Das gleiche tat er am Sabbatmorgen zum zweiten, und am Abeiü) des Sabbattages zum dritten Sabbatmahl. Und wie er so einmal bei seinem Pferdchen im wilden Walde dastand, gedachte er der alten Zeiten, als er reich war und den Sabbat ans ganz andere Weise feierte, als hier auf dem Wagen mit einer Krume Schwarzbrot. Dä saß er in seinem schönen Dause mit Frau und Kindern in einem hellerleuchteten Zimmer und hatte zahlreiche Gäste bei Tasche und sie sangen die schönen Sabbatlieder, wie Gott es gebietet, und man trug die besten Speisen und trank Wein und war fröhlich von .Herzen. Und wie er so nachdachte, würde ihm immer trauriger zu Mute, und er fing an zu weinen: „Nun habe ich mich mein ganzes Leben redlich gemüht und gerackert, und am Ende ist es so weit mit mir gekommen. Warum straft mich Gott so hart? Freilich, meines Anteils an der zukünftigen Welt bin ich sicher, und nachdem ich meine Sünden abgebüßt habe, werden mir alle H rrlich eiten des Paradieses zuteil werden. Aber, wenn Gott mir für einen Teil jener Herrlichkeiten, die mich im Himmel erwarten, ein klein wenig irdisches Glück geben wollte, damit ich es nicht nötig hätte, mich so bitter zu plagen, wäre das nur gerecht von ihm."' Mittlerweile wurde es Nacht. In den alten guten Zeiten pflegte er zu dies r Stunde am Ausgang des Sabbats das Geleitemahl, das Festmahl des Königs David abzubalten. Was war das für eine Freude und Lustigkeit in; Hause! Man sang die Lieder vom Propheten Eliah und sagte Thora^) und erzählte schöiw Geschichten, bis der Morgen graute. Und jetzt, saß er da im finsteren Walde und hungerte, denn das Schwarzbrot war schon zu Ende. Und wie er sich an das alles erinnerte, erhob er die Augen und bemerkte von der Ferne ein Lichtlein. Dem Lrchtl.in ging er nach und gelangte in ein kleines Häuschen, wo er eine alte Frau traf. Die alte Frau bot dem Ausgehungerten eine Portion Fische an, die vom Sabbatmahl übrig geblieben war. Natürlich wollte er zuerst die Semiroth^) für den Sabbatausgang singen. Er fing an, in der Stube auf- und abzugehen und zu singen, und wurde nicht so bald fertig. Ta kam auf ihn ein Mann zu und sprach: „Komm mit mir, ich lade dich zum Geleitemahl.""^) Er faßte ihn bei der Hand und führte ihn durch eine unterirdische Höhle einen weiten, weiten Weg, bis sie in einen Raum gelangten, der „Thora sagen" heißt, bei Tische eine gelehrte Diskussion über ein biblisches oder talmudisches Thema führen. *) Gesänge. s) Das Abschiedsmahl zu Ehren der scheidenden. Königin Sabbath (melawweh malkah). voll war von Licht, daß es aussah wie bei Hellem Tage. Darinnen saßen viele Menschen, junge und alte. Es waren lauter schöne Menschen, und sie sahen sehr edcl aus. Alle hatten weiße Gewänder au, und als die beiden hreinkämenx gab man ihnen auch weiße Gewänder zum Anziehen. DannV setzten sie sich an den Tisch, einer stimmte einen GesaNg an, und alle sangen mit, und das war der schönste Gesang, den er je gehört. Dann sagte ein Alter Thora, und er deutete ihnen vieles UnerAärliche und Verborgene, daß unser Mann erstaunt und entzückt war. Dann erhob ein schöner Alter mit leuchtenden Augen wie zwei Sonnen, und einem langen weißen Bart eine Fiedel und fing an zu spielen, dos war so wunderbar schön, daß einem dabei die Seele ansgehen konnte. Und dabei tanzten die anderen alle, und tanzten gar lange, aber man sah es ihnen an, daß keine Müdigkeit über sie kam, so lange sie auch tanzen mochten. Unter armer Mann konnte sich nicht sattsehen und satthören an all dem Schönen, welches hier war. Er vergaß ganz, woher er kam und was mit ihm geschehen war und meinte, hier würde er ewig bleiben in den weißen Gewändern und würde den Gesang hören und das Spiel der Fiedel und dje wunderbaren Offenbarungen der Geheimnisse d r Thora. Da kam auf ihn der Mann zu, der ihn hierhergebracht hatte, faßte ihn bei der Hand und geleitete ihn hinaus durch unterirdische Gänge, weit, weit weg, bis sie in einen Raum gelangten, der augefüllt war mit Gold und Ede steinen, daß es in den Augen nur so flimmerte. Da sprach der Führer zu unserem Manne: „Wisse, ich bin Eliah, der Prophet. Ich habe deine Klage gehört, und deine Bitte, daß Gott dir den Lohn, der dich im Jenseits erwartet, auf Erden in irdischen Gütern bezahle. Ich habe dich nun ins Parad;es gebracht und du hast da eine ganze Nacht verweilt. Tu hast den Geschmack des Paradieses bei Lebzeiten gekostet. Da waren die Heiligen und Reinen, die hier in Ewigkeit ein seliges Leben führen. Das war König David, der die Fiedel spielte, denn es war ja das Festmahl des Königs David. Wenn deine Zeit auf Erden abgelaufen ist, wirs; auch du unter ihnen weilen. Aber so lange du lebst, mußt du Armut tragen. Denn es wurde im Himmel beschlossen, daß Du entweder diese oder jene Welt erbst. Doch wenn du auf jene Welt verzichtest, kannst du dir hier so viel Gold und Edelsteine nehmen, als es dir beliebt. Nun wähle." Der arme Mann sann eine Weile nach. Aber bald wandte er sich ab, denn er fürchtete, daß der Jezer ha RaH ihn bereden könnte, auf das selige Leben im Jenseits in Gemeinschaft der Heiligen und Reinen zu verzichten. Als der Margen graute, stand er wieder im dichten Walde, neben seinem Wagen und seinem mageren Pferdchen, .(Schluß folgt.). Böser Trieb;'Habsucht. / >? .

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