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Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-07-08 · 27 (8.7.1927) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
27 (8.7.1927)
Date
1927-07-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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7. Jahrgang Nummer L7 Die Berliner Repräsentantenwahlen bestätigt. Der Polizeipräsident von Berlin hat dem Vorstand -er Jüdischen Gemeinde mitgeteilt, daß er „nach erneuter Nachprüfung deS Ergebnisses der am 16. Mai vorigen Jahres stattgefundenen Wahl zur Repräientantenversammlung durch di« vereinigten Wahlausschüsse nunmehr gegen das Wahl- Verfahren Anstände nicht -u erheben hat." Nach vielem Bescheid steht der Konstituierung der neuen Repräsentantenversammlung nichts mehr im Wege. Wie verlautet, werden jedoch Konstituierung und Borstandswahl jetzt in den Ferienmonaten, da viel« Repräsentanten nicht in Berlin «eilen, nicht vorgenommen werden. Man wird sich bemühen, eine formale Sitzung der neuen Repräseutamtenversammlung. eine sogenannte Berpsttchtungsversammlung. stattfinden zu lassen, wenn die notwendige Te-lnehmerzahl vyn mindestens 11 Repräsentanten zustandegebracht werden wird. Die neue Repräsentautenversamwlnug wird solgend« Zusammensetzung aüftveisen: 10 Liberale. 7 Bolksparteiler. 2 Mittelparteiler. 1 Konservativer, 1 PoaLe Zionist. Ms Liberale gehören der Repräsentantenversammlung an: Rechtsanwalt Heinrich Stern. Frau Bertha Fälkenberg. Pros. Moritz Türk. Moritz Rosenthal. Wilhelm Marcus. Rechtsanwalt Dr. I. L. Seligsohn. Euril Pineus. Studiendirektor Dr. Josef Gutmaun, Dr. S. London und der an Stelle des verstorbenen Justizrats Hugo Sonnenseld in der Liste aufrückenche Stadtrat Herzberg. ' ' * ' * * Bei der am 16. Mai 1926 voll.Aogen.en Wahl zur Berliner Rcpräscntantenvcvsammluna sind so grobe UmvgelvEßigkeiten vorgekominen, dass das Ergebnis nicht als der Willensausdrmck der Wahlberechtigten anerkannt iverdcn konnte.. Schon nur der Ordnungs- Mäßigkeit künftiger Wahlhandhabung und der Wahrhaftigkeit des jüdischen Lebens willen ist die Wahl von liberaler Seite angesochten worden, weil Stillschweigen die Billigung jener Unregelnräßigkeiten bedeutet hätte. Die Berechtigung des liberalen Wahlprotestes wurde, rvie erinnerlich in einer im Februar ergangenen Anweisung des PoliKerpräsidenten an den Genreindevorstand anerkannt. Der Polizeipräsident erklärte, daß verschiedene Verstöße gegen die Wahlvorschristen des Statuts vorgekommen sirvd, und diese Verstöße wurden von ihm als erheblich bezeichnet. Insbesondere wurde den: Wahlkonnnrssar eine starke Verletzung des Statuts nachgcrviesen. Zunr Schluß feiner scharfen Kritik betonte der Polizeipräsident, daß „eine mit so zahlreichen Unregelmäßigkeiten behaftete Wahl der gewählten Vertretung der Gemeinde nicht das rrötige Vertrauen gewinnen kann und nicht der Wiirdc einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft entspricht. Nack der erneuten Erniittlung des WahleraeHnMs durch die vereinigten Wahlausschüsse, die der Berliner Polizeipräsident angeordnel hatte, war von Mitgliedern: des Verbandes national-deutscher Inden erneut Einspruch erhoben worden. In dem Einbruch wurde darauf hingewiesen, daß sich die Unmöglichkeit einer nachträglicher: germuen Feststellung des Wahlergebnisses herausgeftellt hat. Der Polizeipräsident hat nuy aber auf sein Einspruchsrecht gegen die Wahl verzichtet. Daß tatsächlich grobe Verstöße bei den Wahlen vor- Lachen, beweist wohl am besten die Tatsache, daß die Bestätigung der Wahlen annähernd vierzehn Mmmte auf sich warten ließ. Die Verantwortung Kr diese Verzögerung, das muß gegenüber den Ablenkungsmanövern iunner wieder betont werden, trifft diejenigen Personen, welche die vielfachen Unregelmäßigkeiten verschuldet haben, vor allem den der Jüdischen Volkspartei angehörenden Wahlkouvmisfar, sowie dieu aaa Beilage 8. Juli 1927 2. Liste der Stifter und lebenslänglichen Mitglieder der Vereinigung für das liberale Judentum e. v. Nachdem die Hauptversammlung der Bereinigung für das liberale Judentum im Jahre 1924 beschlossen hatte, daß Einzelmilglieder durch die Leistung-eines ein maliger: Beitrages von mindestens 300 Goldmark die lebenslängliche Mitgliedschaft durch die Leistung eines einmaliger: Beitrages von mindestens 500 Goldmark die Eigenschaft eines Stifters erwerben können, haben sich ei ne Anzahl,von Herren als Stifter oder lebenslängliche Mitglieder eintragen lassen, deren Namen bereits früher an dieser Stelle veröffentlicht worden sind. Mir fahren heute mit dieser Veröffentlichung fort. Es haben sich als Stifter eingetragen: Wilhelm Äleemauu, Hans Lachmarm-Mosie, Berlin Berlin) Die hoben erworben: Enge» L. Garbaty, Berlin Claude G. Montesiore, London lebenslängliche Mitgliedschaft Dr. Moritz Garbtth. Berlin Georg Mecklenburg, Chemnitz Bernhard Meyer,; Dortnmnd Dr. Jo^Werchoi«, Die Liste wird demnächst fortgesetzt. Wir geben der Hoffnung Ausdruck, daß sich recht meke VditzKckder der Bereinigung als Stifter oder lebenslängliche Mitglieder werden eintragen lasten und, uns dadurch^ m die Lage versetzen, den an m:s herantretenden großen Ausgaben im Dienste der Mdftcheu iGestmEhtztt. gerecht zu werden. y Bereinigung für das liberale JtzcheuMmiM.«. > jenigen Parteien, welche um jeden Preis zu eigenem Vorteil das aus nirgesetzliche Weise zustande gekommene Wahlergebnis zu decken suchten. Hofsenttich wirdiese Verzögernng für die Ankunft aber allen Parteien eine Lehre fein, Wahlkämpfe mit 9l instand und Ehrlichkeit zu führen, so daß nicht wieder ein Ähnlich beschämendes Urteildes Polizeipräsidenten herausgefordert wird. Beim Zusammentritt der Repräsentantenversammbnng aber wird manchen: das Dichterwort durch den Kopf gehen: „Dem: Patroklus liegt begraben, und Dhersites kommt zurück!" . . . Aus den Gemeinden Bamberg. (70. Geburtstag.) Bor kurzem feierte der seit einem Jahr im Ruhestand lebende Stadt- und Distriktsrabbin-er von Bamberg. Dr. Adolf Eckstein, seine-n 70. Geburtstag. 38 Jahre übte er in Bamberg und Distrikt seine seolsorgevische Tätigkeit auS. Er ist der tzchori-ker der bayerischen und besonders der nordbayerischen Judenheit. Er schrieb u. a. „Der Kamps der Juden um ihre Emanzipation vn Bayern" und geschichtliche Monographien über die Juden in dem ehemaligen Fürstbistum Bamberg und Markgrafentum Bayreuth. Berlin. (Trauer feier für Julius Elias.) Dr. Julius Elias, der Freund von Ibsen, Ser bedeutsamste Förderer Brahm's und anderer Größen aus dem Gebiete der dramatischen Literatur, der intime Freund Max Liebermanns und warmherzige Förderer der Jünger der neueren Kunstepoche auf dem Gebiete der Malerei, ist unerwartet im 66. Lebensjahre gestorben. Eine unübersehbare Menge von Leidtragenden hatte sich am Dienstag, den 6. Juli, nachmittags, im Krematorium Wilmersdorf eingefunden, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Maler, Verleger, Theaterdirektoren, Schriftsteller von Rang und Namen waren vertreten. In ihrer Mitte der greise Max Liebermann, Orlik, Suderrmmn, Barnorosky und Sattenburg, sowie der preußische Innenminister Grzefürstv. Mt ergreifendem Gesang leitete Oberkantor Davidsohn die Feder ein. Dann sprach Dr. Franz Ullstein Worte des Dankes für seinen Verlag: Ein feinsinniger Mensch, ein nimmerrastender Geist, der nun zur ewigen Ruhe otngegangen ist. Worte des Dankes auch hörte man von OSear Bie, dem bekannten Kunstschriststeller, von Professor Leopold Jeßner, von Alfred Flechtheim, von Karl Zuckmayer und Franz Leppmaun. Alle rühmten den treuen Freund, de» güttgen Menschen, dem tiefste Dankbarkeit von uuzähkigen Jünger« der Kirnst gewahrt bleiben wird. Nach Verrichtung der religiösen Zeremonie» durch Overkantor Davidsohn und mit einem Schlußgesaug sank der Sarg in die Tiefe. Das Judentum, zumal das deutsche Judentum, wird gleichfalls diesen hochverdienten Mann tu bestem Angedenken behalten. Berlin. (Von der Hochschule für -4e Wißseer« schuft des Judentums.) Die Hochschule für Wissenschaft des Judentums hielt am 38. Juni 1887 «tat Generalversammlung ab. Der in derselben erstattete Bei' richt liegt gedruckt vor. Wir entnehmen daraus, -aß Herr Poli zeivizepMident Dr. Bernhard Weiß in das Kuratorium eingetreten ist. Ans dem Lehrkörper ist Herr Dr. Epstein ausgeschiEÜ, um einen Ruf am die Universität Jerusalem anzunehmen. An seine Stelle ist Herr Dr. Albeck getreten, der bisher als wissenschastlicher Beamter -er Akademie für die Wissenschaft -es Judentums tätig war. Der frühere Dozent Herr Dr. Schreiner ist gestorben. Die Borlosungen u:rd Hebungen über soziale Wohlfahrtspflege «durch Herrn Obermagistratsrat Ollendorss sind zur ständigen Einrichtung geworden. Der Besuch -er Hochschule ist metter im Wachsen, im Winter-Semester 1026/37 waren 85 Hospitanten und 46 Hörer immatrikuliert. Sehr ausführlich ve- 'hawdolt der Bericht die Finanzlage. Die ordentliche« Ausgaben betrugen 99 800 M. und blieben trotz eines Zuschusses des Preußischen Landesverbandes von 36 000 M. und der Berliner jüdischen Gemeinde von 2800 M. hinter den Einnahmen zurück, so daß die Jahresrcchnung mit einem Defizit von 8600 M. abschlieht. Leider ist die Zahl der jährlich beitragenden Mitglieder in den letzten Jahren stark zurückgegangeu. Ein erfreuliches Bild zeigt die Vermögensverwaltung. Die erfolgte Auswertung hat bewirkt, Einer neuen Inflation entgegen? Vier Milliarden Mark Defizit wird die deutsche Handels-Bilanz 1927 voraussichtlich aufweisen. Davon werden allein etwa 300 Millionen Goldmark auf die Einfuhr ausländischer Wagen zurückzuführen sein. Das sind Zahlen, die sich hinsichtlich der Automobil-Einfuhr durch keine Erklärung rechtfertigen lassen. Die deutschen Wagen können es im Preis und in der Güte heute mit jedem ausländischen Erzeugnis aufnehmen. Z. B. Opel ist in der Lage, neben seiner heutigen Tageserzeugung von 220 Wagen die gesamte Einfuhr zu decken und unersetzbare Werte dem Kreislauf der deutschen Wirtschaft zu erhalten. Wer an einen neuen Inflation und ihren verheerenden Folgen nicht mitschuldig werden will, wird sich beim Kauf eines Wagens von sachlichen Erwägungen leiten lassen und dem deutschen Fabrikat den Vorzug geben. OPEL OPEL OPEL OPEL 4/16 PS Der Kleina 10/40 PS Der Mittelstarke 12/50 PS Sechszylinder 15/60 PS Sechszylinder von 2960 RM an von 5000 RM an von 7750 RM an von 8250 RM an Prelaa ab Werk I

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