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Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-07-08 · 27 (8.7.1927) · page 2

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
27 (8.7.1927)
Date
1927-07-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Die jüdische Not -er deutschen Iudenheit und die Notwendigkeit einer zeitgemäßen jüdischen Seelsorge. Bo» Rabbiner Dr. H. Auerbach. Göttingen. Die der seelisch leidenden ist bei unS deutschen Juden sehi: grub. Ja, wir stehen beinahe vor einem seelischen Zusaittineltbruch der deutschen Judcichoit. Bor kurzem ist ein wissenschaftliches Buch eines protestantischen Theo« Jfoactt Gerhard Füllkrug in Berlin-Dahlenr erschienen. Es ist der theologischen Fakultät der Berliner Universität als Dank für.verliehene Ghrendoktorwürde gewidmet und trägt den Titel: „Der Selbstmord in der Kriegs- und Nachkrtegs» ,U’i t."' Hier wird gezeigt. daß die höchste Selbstmordziffer da^ Jahr 1013 gehabt hat, in der Kriegs- und NachkriLgszeit ist sie beträchtlich gefallen. um im schlimmen Jnslationsiahr HL}3 ziemlich stark arizikfteigen. doch nicht mehr die Höbe non 1013 /,u erreichen. Eine Ansilahme bilden aber die Inden in Dcvtschland. Hören wir den Bersassex selbst: ..Ganz erschreckend ist hie sprunghafte Steigerung der'Selbstmordziffer bei den Juden. Auch in der Kriegszeit zeigt sich keine Verrnimderung, sondern eine Vermehrung. in der Nachkriegszeit eine solche von 25 Prozent. Die Juden haben in allen drei Zeitabschnitten relativ die höchsten Selbstmorde. Sie übertrcffen in den Jahren 1919 bis 1923 die Katholiken um 'das Vierfache, die Protestanten um drei Achtel . . . Wir sehen ganz deutlich, wie die Katholiken von den Protestanten und beide von den Juden Wertrosfen werden. Eigentümlich ist der Gipfel der Juden im Jahre 1914. Während in diesem Jahre bei den Protestanten und Katholiken die Sclbstmorözijfcr schon sinkt, steigt sie bei den deutschen Inden rapide. Ob dies mit dem Krieg und der allgemeinen Wehrpflicht sowie mit dem Stillstand des wirtschaftlichen und HandelLlebens zusammenhängt? Wenn Irreligiosität nach Masaryk. Winslom. Wagner. Mevsellt und anderen bie .'oanvlursactx: für die moderne Sevbstmovdneiaung ist. so könnte mau annehmen, dah cs auch bei den Inden der Fall ist. Es ist bekannt, daß schon während des Krieges und dann besonders in der Nachkriegszeit sehr viel Juden Uber die östlichen Grenzen in Deutschland und besonders in Berlin oingewandert sind. Diese sind zum großen Teil der Religion ihrer Väter und dem heimischen VolkStum entfremdet und aus ihm entwurzelt. Die meisten Selbstmorde zeigen sich ja auch von 1998 bis 1938 in Berlin. Brandenburg und Schlesien. Dazu kommt die Provinz Hessen-Nassau, die ja von ie her auf den Dörfern viele Inden zu Ginmohn ern hatte. ES ist wohl denkbar, daß die schweren wirtschaftlichen Erschütterungen, die unser Vaterland seit dem Jahre 1918 besonders erlebte, ihre starken Einflüsse und Wirkungen ausgeübt haben aus Menschen, die keinen religiösen mvd auch oft keinen sittlichen Halt mehr besaßen, Das internationale Judentum aber stellt zu dieser Mewfchenklasse .einen sehr großen Anteil. Es fehlt ihnen die fromme Ueverliefernng der Väter, aber a«ch die religiöse Gemetnschasr." Die Begründung fiir die große Zahl der Selbstmorde bei den Inden irr DeutsclLand ist irrig, zum Teil verletzend und gehässig. Wer sagt übrigens dem Gelebten.daß die meisten jüdischen Selbstmörder in Deutschland Ostjuden sind? Vermutlich ist dies nicht der Fall. Dann sollte «r bedenken, daß gerade Menschen mit grobem sittlichen Gehalt sehr empfindlich sind. Bei ihnen geht alles mehr in die Tiefe alS bei einsachen. wenig feinfühligen Menschen. Das Ehrgefühl ist bei j-eqen sehr ausgeprägt. Sie nehmen sich eine Kränkung. Entbehrung oder einen Ansehe nsverlusi mehr zu Herzen. Ist es nicht bedauerlich, daß -er Geistliche so nichtachtend von einer Gemeinschaft spricht, welche bie edelst»:« Weisen und Pfadfinder des Menschengeschlechtes in erstaunlicher Fülle zu allen Zeiten hervorgebracht hat? Ueber- Sies HÄben gerade deutsche Protestanten, die ungleich weniger als wir zu leiden hatten und haben, kaum Beranlaffunia, sich über unsere Unfrömmigkeit. Selbstsucht und Unsittlichkeit zu-entrüsten. Ist denn die Zahl der protestantischen Selbstmörder gar so viel kleiner als die der jüdischen? Freilich, die Tatsache der zahlreichen Selbstmorde unter uns deutschen Inden bloiLt für uns recht betrüblich. Wirtschaftliche Gründe allein dafür verantwortlich zu machen, geht gewiß nicht an. Denn in den Jahren 1918 und 1914 war die wirtschaftliche Lage der deutschen Judenheit sicherlich nicht besonders ungünstig. Daß die Zahl der jüdischen Selbstmörder verhältnismäßig groß sein muß, lehrt auch eine einfache Überlegung. ES ist statistisch bewiesen, daß die Verheirateten viel weniger der Selbstmordsucht unterliegen als die Ledigen. Nun ist darüber kein Wort zu verlieren. daß das Heiraten bei uns deutschen Juden beinahe gntzer Mode gekommen ist. Es ist also ganz sicher, daß die jüdische Seele in Deutschland sehr anfällig ist urch die deutschen Juden seelisch schr schwer leiden. Woher kommt dies? Es ist von Dr. Ludwig Stern im Archiv für Psychiatrie 1025, S. 514, aus Grund zahlreicher Fälle festgestellt worden, daß mit dem Fortfchreiten der Kultur sich die Störungen rein seelischer Natur vermehren. Seelisch« Erkronlungen. die auf körperlicher Grundlage beruhen, gehe« zurück. Der psychopathologische Index, der sich aus dem Bruch rein seelisch und seelisch-oraairisch ergibt, steigt. An den kultivierten Menschen werden eben di« stärksten Ausovderunften aestellt. Tatsächlich finden sich die meisten Geelenkranken unter den selbständigen Kaufteuten. die im rücksichtslosen Konkurrenzkampf stehen, vor allem bet Börsenleutem bie cinem steten Stimmungswechsel unterworfen sind. Stern sagt: „Wir sehen, daß gerade bei den Kreisen, bei denen eine stärkere seelische Inanspruchnahme durch ihren Berus und ihre soziale Stellung stattfindet. die Erkrankungen des Gemütslebens eine größere Häufigkeitsquote anfweisen." Diu Anwendung ans uns Juden ist ganz naheliege,«-. Wir sind mit der Kultur aufs innigste verwachsen, nehmen an ihr den lebhaftesten Anteil, und -atz die Zahl der selbständigen jüdischen Kausleute schr groß ist. bedarf keiner Erwähnung. Leben wir überhaupt in einem nervösen Zeitalter. was freilich nicht besagt, -atz wir schlechter, schwächer sind als unsere gemächlicher lebenden Vorfahren, sondern, daß wir eine Riesemrervenkrast aMriugeu müssen, die sie niemals vermocht hätten. — das nervöse Zeitalter ist gleichzeitig da» Zeitalter der größte» Nervenanspann-una und ber Arbeitshelden —. so ganz besonders der Großstädter. Er kommt bei dem Gekreische. Lärm. Getute und Geklingel nicht zu sich, zur Vmkehr. zur stillen Sammlung, zur innere», Ruhe. Go verkümmert sein Seelenleben. Je reicher eS ist. desto mehr leidet es. Tatsächlich findet sich die größte Zahl der Deelenkranken in den Großstädten. Berlin hat die verhältnismäßig größte Selbstmordziffer. Der überwiegend größte Teil der deutschen Juden wohnt aber in Berlin und anderen Großstädten. Das Land, auch die -Lern- und Mittelstadt ist von Juden ziemlich entvölkert. Beruf und Aufenthaltsort waren für die Gesunidheit des jüdischen Seelenlebens nicht günstig. Dazu kam noch die geschichtliche Entwicklung des letzten Jahrhunderts, die ebenfalls dem jüdischen Seelenleben nicht förderlich war. Plötzlich strömten die Ghettvbewohner in die moderne Kulturwelt hinein. Die «inen gaben sich völlig an sie hin und verloren darob ihr« jüdische Seele, die anderen schlossen sich von der Neuzeit ab in dem Wahn, damit das Judentum zu erhalten. Da griff die jüdische Reform ein. Sie konnte wegen der Plötzlichkeit, mit der die Emanzipation erfolgte, nicht vorbereitet sein. Sie konnte ihre Gedanken nicht reifen lassen. Sie wußte schnell Rettungsarbeit leisten. Gewiß war diese nicht aanH kunstgerecht, fte hatte manchen Je hl er. Aber sie hat di« deutsche Judenheit in einem für sie lebensgefährlichen Augenblick gerettet. Daß sich die edelsten, freiesten und fortgeschrittensten Mischen Geister freudig glS Juden bekennen, treu und frei sein konnten, wie eS der unsterbliche Moritz Lazarus so schön aussvrach. ist das Verdienst der Reform. da» ihr kein Serechödenkenlüer wird abstretten können. Wir wollen miS aber nicht verhehlen, daß das damals schwer erschütterte seelische Gleichgewicht der deutschen Juden noch lange nicht wioderhevgestellt ist. Endlich ist zum BerstänöniS des jüdischen SealenleidS noch die Judenfvindschaft hevanzn-iehen. Der Jude ist. wie bereit» bemerkt, empfindlich. DaS ist ein Zeichen feiner hohen Kultur. Daß man ihn von mchtjüdvscher Geste beschimpfte. zmückstietz. ihm das Deutschtum, für bas er begeistert ist. absprach, ihn als eine» von Grund aus verwerflichen Menschen hinstellte. das hat ihn tief gekränkt und auf ihn vergiftend gewirkt. Braucht da erst üÄagt zu werde«, daß wir deutschen Juden -ringend der Seelsorge bedürfen? Selbstverständlich muß sie sich bie Lehren der heutigen Seelen- und Seelenhevlkunbe zunutze nrachen. ES muß aber di-e Feststellung gemacht werden, daß wir das Gebiet der Seelsorge arg vernachlässigt haben. Der jüdisch-religiöse Liberalismus behauptet zwar, daß er dem Einzelmenschrn mehr Beachtung schenke, doch hat auch er der SeeLsovge nur geringe Aufmerksamkeit zugewendet und kein Schrifttum über sie geschaffen. obwohl sie eine eura »pvcüaL» ist. Bedient sie sich ja der GlaubenLsüter. um die seelische» Leiden des Einzelnen zu heilen oder zu mildern, ihn aus sittlichen Gefahre» zu retten, seinen Seelenfrieden wieder herzustellen. ihm inneres Glück zu geben. Sie ist, wie hier nachdrucklichst hervoraehobe« wirb, «ine durch und durch jtidische Dache. Der Prophet Ezechiel (K. S.s hat sie entdeckt. Er ist der erste gewesen, der auf ihre Notwendigkeit gekommen ist. Das Wohl des Einzelnen hat ihm nicht weniger am Herzen gvlegen alS das der Gemeinde, des Hauses Israel. Noch heute wird die Seelsorge unter den Juden des Ostens in vielfach bewiuvderrnigSwüridtger Weise betrieben. (Chassidismus. Mußar.) Unsre christlichen Mivbürger haben sie zu einer Wissenschaft erhoben, die sich auS der geduldigen, besonnenen, vergleichenden Beobachtung jeelenleddnrder und seelenkranker Menschen, aus reichsten Erfahrungen in Fürsorgeanstalten, Heilstätten. Nervenheilanstalten. Krankenhäusern. Irrenhäuser« entwickelt hat. Kein Zweifel, daß eine awf der Höhe der Zeit stehende Seelsorge der deutschen Judenheit größten Degen bringen wird. Für die Seelsorge sind mir Juden besonders veranlagt. Gab es doch von ie her unter uns grüßte Sealeukenner und' Seelenärzte. Wen» sich die Judercheit ans» eifrigste mit der Seelsorge beschäftigt, wird sie noch manches Münder «tf diesem ihr liegendem Gebiete vollbringe«. Erziehung durch Geschichte. Bon Heinrich Kuhn, Charlottenburg. Die Uninteressiertheit ein«» «rhebltchen Teile» der Jude» an den dringendku Fragen des jüdischen Lebens, ihre Abkehr vom Lehan^ der Gemeinde überhaupt ist. das dürfte wohl schon hnweichend erkannt fein, eine Folge der Unkenntnis in jüdischen Diugxu. Nicht nur auf religiösem Gebiet herrscht dieser Mangel an Sachkenntnis. — diskutierte doch erst lürzltch ein jüdischer Turnverein allen Ernstes die Frage, ob er nicht durch Mehrheitsbeschluß die Sabbatgesetze für sportliche Veranstaltungen außer Kraft setzen könne — auch für das Verständnis geschichtlicher Entwickelungen. bedeutsamer historischer Vorgänge im profanen jüdischen Leben fehlen den Meisten unter un» die einfachsten Grundlage». Ganz abgesehen davon. Latz unter diesem Mißstand die Kontinuität jedes Geschehens leidet, trägt er erheblich zur eigenen Unsicherheit in der persönlichen Haltung, zu einem Mangel an Selbstbewutztsein bei. Einem Volk, das nicht seinen Werdegang von der frühesten Zeit biS zur Gegenwart nacherlebend durchwandert, fehlt iede Möglichkeit und Fähigkeit, seine Gegenwart innerhalb des Gesamtablaufs geschichtlichen Werdens richtig zu bestimme». Während überall der Wert «der historischen Erziehung erkannt und durch geeignete Maßnahmen verwirklicht wird, haben wir Juden dieses Problem noch nicht genügend gelöst. Dabei hanLelt es sich hier um mehr als eine technische Angelegenheit des Unterrichts,- denn Geschichte ist kein Unterrichtssondern «in Bildungsfach. Wen» man sich einmal darüber klar geworden ist. Latz Unterricht ein Vermitteln von Fertigkeiten ist. die der Schüler für die Formen des Lebenskampfes braucht, während Erziehung td. i. Bildung) die GeisteSwerte vermittelt, die zur inhaltlichen Gestaltung de» Leben» notwendig sind, wird man die Bedeutung der Geschichte für die Erziehung richtig würdigen. Geschichte ist kein Aufzähleu von Ereignissen, sondern will Einfühlung in das Leben früherer Menschen. Da jede Generation von den vorangegangenen abhängig ist und die Wirkungen längst überholter Ereigmffe noch den Werdegang ber Gegenwart mitbeftimmen uvd bi» in bas Leben jede» einzelnen Gliedes einer Gemeinschaft hineingreifen. so bedeutet das Nichtwiffen von diesen Kräften, dem ^objektive« Geist -er Geschichte" ein Nichtbegreifenkönnen der viele« Verknüpfungen im Geschehen von Heute mit dem Geschehen von einst. Daher stehen viele Menschen so oft ratloL vor Tatsachen, die sich al» Wirkungen früherer Entwicklungsreihen in der Gegenwart offenbaren. Gerade uns Juden hat doch die Geschichte deutlich genug gezeigt, wie weit «in einziges historisches Ereignis über die Jahrhunderte hinaus unmittelbar jeden einzelnen bewirkt: die Zerstörung des zweiten Tempels. Was hier in der Erziehung der letzten Generationen versäumt wurde, muß nachgeholt werden, wenn Judenheit in ihrem spezifische» Bestände nicht zur völligen Beüeutuugslostgkeit und Judentum mit seinen geistigen Eigenwerten nicht zur Wertlosigkeit heravsinken soll. Wie der religiöse Gehalt verflacht, wenn er nicht Inhalt der Erziehung und damit des Lebens wird, so wird auch anderes Kulturgut wertlos und unwirksam, wenn sein Nacherleben und Wettergestalte» nicht durch Ueberlieferung gesichert wird. Den» das Erfassen einehistorischen Tatbestandes löst — ebenso wie das Schauen eines Kunstwerkes und das Hören von Musik — ein seelisches Nachgestalten und Nacherleben aus. Der Betrachter reibt sich — mehr oder minder bewußt — prüfend und wertend, bejahend und verneinend, aber stets erlebend in den historischen Zusammenhang ein. lEr »verehrt oder liebt^ einen Helden, „haßt" einen Tyrannen, »verachtet einen Verräter ufw.) Ganze Zeit- und Kulturepocheu werden zum Inhalt von Menschenleben, sowohl der einzelnen wie der Gruppen: Sammlungen. Biblotheken. Liebhabereien, künstlerische» Schaffen, wiffenschattliches Forschen. Lebensstile und Handlungen in besondere» Lebenslagen sind oft genug dem geschulten Blick als Folge bestimmter historischer Erlebniskontakte erkenntlich. Sollten wir da nicht unseren Generationen die LebenSguellen unserer unvergleichlichen Geschichte erschließen? 5ür und wider! Von Doris W i ttne r. lSchluß.) „Und Dostgiewsti. der grobe Sittenleihrer. Herzt soiue eigene ScheinentEung bis zu (&en höchsten Sreidegraden empor, indem er hetzerisch sortstchrt: Ueberhaupt zeigten sie überall Widerwillen und Ekel vor dem russischen, dom ^eingeborenen" Volke. Dasselbe geschieht auch in den Soldatendaserneu und überall in ganz Rußland. Man erkundige sich doch, ob der Jude in der Kaierne als „Jude" seines Glaubens, seiner Sitten wogen beleidigt wird? Ich kann versichern, in den Kasernen ivic überhaupt int Leben sieht und begreift der einfache Nüsse nur zu gut. daß der Jude mit ihm nicht esien will, daß er ihn verabscheut und ihn meideh so viel er nur lann. (Das geben ja die Juden sogar selbst zu). Nun, uitö? — Anstatt sich durch solches Benehmen gekränkt zu fühlen, sagt der einfache Russe ruhig und vernünftig: „Das tut er. weil er soSch einen Glauben hat" — d. h. etwa höher, rveil er bösa ist. Und nachdem er diesen tteferen Grund eingesehen, entschuldigt er ihn von ganzem Herzen. Nun habe ich mich aber zuweilen gefragt, was wohl geschähe. wenn in Rußland drei Millionen Russen und umgekehrt achtzig Millionen Juden wären. waS würden dann die Letzteren aus den Russen machen, wie würden sie dann diese behandeln? Würden sie ihnen auch nur annähernd die gleichen Rechte geben? Würden sie sie nicht einfach zu Sklaven machen? Oder, noch schlimmer: würden sie ihnen dann nicht daS Fell mitsamt der Hautackstehen? Würden sic sie nicht vollständig auSrotten, nicht ebenso vernichten, wie sie es früher in ihrer allten Geschichte mit anderen Bblkevschaften getan? Nein, ich versichere Sie. im russische» Volk ist kein vorurteil-voller Hatz aus den Juden. ES ist aber vielleicht eine Antipathie aoaen ihn vorhanden, besonders in gewisien Gegenden, und dort ist sie vielleicht sogar sehr stark. Ohne sie scheint cö nun einmal nicht zu gehen, -och beruht diese W» neigung durchaus nicht ans irgendeinem Raffen- oder Religionshatz. sondern auf gewisseir Tatsachen, an denen aber, nicht das russische Voll schuld ist. sondern der Jude selbst. . .. An anderer Stelle heißt cS: Allem Anschein nach eilt starker Einwand,- aiber geht ans ihnr nicht hervor, daß die Juden cs gerade dort gut habe», wo das Ball noch unwissend ist oder unfrei oder wirvschaftlich wenig entwickelt, — daß eS für sie also gerade dort »ortetthaft ist, zu leben? Anstatt mm durch ihren Einfluß das Niveau Ser Bildung zu heben, das Wiffen zu verbreiten, die wirtschaftlichen Fähigkeiten in der eingeborenen Bevölkerung zu entwickeln, wie es die anderen Fremdvölker tun, habe» die Juden überall, wo sie sich niederlassen. das Doll noch mehr erniedrigt »wd verdorben, überall dort ist die Menschheit noch tiefer gebeugt und ist das Niveau dar Bildung noch tiefer gesunken, .hat sich noch schrecklicher aussichtslos«, »«menschliche Armut verbreitet, und mit ihr die Verzweiflung. Man frage doch in unseren Grensaebieten di« eingeborene Bevölkerung. waS bie Juden treibt und was sie fo viel« Jahrhunderte hindurch getrieben bat? Man wird nur eine einzige Antwort erhalten: «Die Unbarmherzigkeit!" ... Die ganze Tätigkeit der Inden in unsere» Grenzgebieten hat bloß darin bestanden, daß sie die eingeborene Bevölkerung in eine rettungslose Whängtgkeit von sich gebracht haben, und zwar unter einer wirklich bewunderungswürdigen Ausnutzung der DerhLltuiffe. Oh i« solchen Angelegenheiten haben sie es immer verstaube», die Möglichkeit zu finden, um über Rechte zu verfüge«. Sie haben eS immer verstauben, gut Freun-d mit de»«» zu fein, von denen daS Volk abhäugt: m diojer Beziehung wenigstens sollten sie doch über ihre geringe» Rechte im Verhältnis zum russischen Volke nicht klagen. Sie habe» ihrer bei «ns schon übergenug —. dieser Rechte über da» russische Volk! WaS tn de» Jahrze^tte« und Jahrhunderte« au» de« russische» Volke dort geworden ist, «o die Juden sich niedevaelaffen haben — davon zeagt die G«. schichte unserer rusMche» Grenzgebiele. Bitte fetzt iravlv« ein anderes Volk unter Le« Fremdvöttern Rußlands g» nennen, das sich in dieser Ve-i«hwvg mit de« Juden messe« könnte! Man wird keine» finde«. I» dieser Beziehung behaupten die Inden chre gange VrdginatitSt im Vergleich zu den anderen FremdvSAern R»Aands. mtt» die EEärung dieser Tatsache ist natürlich in diesem ihre« statu» tu statu zu suchen, dessen Wese» gerade diese Unbarmherzigkeit allem gegenüber. waS nicht Jude ist. gerade Liefe Verachtung jedes Volles und jede» menschlichen Wesens, da» nicht Jude ist. auSmacht. Und wa» ist Senn das für ein« Rechtfertigung, Sah im Westen Europas die Böilker sich nicht haben besiegen lasten, und -aß somit das russische Volk selbst -ie Schuld daran trägt, wenn der Juöe eL knechtet? ... Sv Lars man wohl annehmen. eS sei nicht ohne Einfluß geblieben, daß an den Börse» dort allenthalben Jude» Herrscheu, daß nicht umsonst sie die Kapitalien lenken, nicht umsonst sie die Kreditgeber, und nicht umsonst, ich Mederhole e», sie die Beherrscher -er ganzen internationalen Politik sind! Und -a» Ergebnis: ihr Reich nähert sich, ihr volle- 8**4! Jtf beginnt der Triumph -er Idee«, vor de««« die Gefühle der Menschenliebe, der WahrhettSdurst. die christlichen und die nationalen Gefühle, nnd sogar der Raffen stoils der europäischen Böller sich beugen. Der Materialismus triumphiert, di« blinde, gefräßig« Begierde «ach persönlicher materieller Versorgung, -ie Gier nach persönlichem Zusammenscharren de» Geldes, und — der Zweck heiligt dar Mittel —: all daS Mrd als höchste- Ziel anerkannt, als das Vernünftige, als Freiheit, an Stelle der christlichen Idee: -er Rettung einzig durch ernst« sittliche und brüderliche Bereinigung der Menschen. . . . Sagt daS nicht gerade, -aß sogar in der »rorit der Jude«, daß sogar in ihrer auSbe«. tenden Tätigkeit frk'bst etwas Unrechtes, Unmoralisches, etwas Unnatürliches ist, da» feine Strafe bereits in sich trägt? Der Jude verdient öurch Bermittlergefchäfte, er ~~ Sandelt mit fremder Arbeit. Ein Kapital ist angesannneli« »rvett; der Jude schlägt sein Kapital aus fremder Arbeit! Doch all daS ävdert bis jetzt noch nicht» an dem Gesagte«: dafür erobern die reiche« Juden immer «ehr -ie Herrschaft über die Menschheit und streben immer eifriger danach, der Welt ihr jüdische- Antlitz aufz«. drücken u«d ihr jüdische- Wese« zu »erleihe«. Spricht man Wer dies« Menschaft der Juden, so sage« sie immer, auch unter ihnM gäbe es gute Menschen. Herrgott! Havdelt esich denn hier etwa darum? Ich Freche doch in diesem Fall nicht von guten oder schlechte» Menschen. Ich spreche doch nur im allgemeinen vom Judentum und von der jüdischen Idee, di« die ganze Wett evgreift. an Stell« des »mißlungene:^ Christenlwms." Sei» unbefangener Scher dieser ultrareaktionären. von geradezu kindischer Mentalität zeugende» Aeuhenmgen würde je auf den Gedanken kommen, ihr Autor W

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