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Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-07-01 · 26 (1.7.1927) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
26 (1.7.1927)
Date
1927-07-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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7. Jahrgang Rümmer 26 l. Beilage 1. IM 192? IMchlibemleZeikna mmammmmmmmmaammmmmmmBBBmmBSBSSBsasBBBBBaBBSBBaBBaBBamBBBBmaaBBam Aus den Gemeinden Berlin. (Silberhochzeit des Ehepaars Falfenberg.) Am 6. Juli feiern Hermann und Bertha Falkenberg die Silberne Hochzeit. Ed ist kaum möglich, die zahlreichen Verdienste beider Ehegatten in einer kurzen Notiz zu würdigen. Als Lehrer der Knabenschule der Jüdischen Gemeinde hat Hermann Falkenberg in jahrzehntelanger Arbeit verstanden, die seiner Erziehung anvertrauten Knaben mit tiefer Religiosität und heißer Liebe zum Judentum zu erfüllen. Er hat sich aber niemals damit begnügt. ausschließlich aus die Jugend zu wirken: alle Glaubensgenossen. mit denen er dienstlich und außerdienstlich in Berührung kommt, werden durch seine unermüdliche Hingabe zu tätiger Anteilnahme an südischer Arbeit fortgerisien. TieS zeigt sich in Logcnkreisen, in denen er eine führende Stellung eiunimnn, zeigt fick aber vor allen Dingen in der. Leistung. die er durch Gründung und Leitung des Liberalen Svnagogeirvercrns Norden vollbracht hat. Ein unerschrockener Borkänrpser des liberalen Judentums hat vr verstanden, im 'Norden Berlins religiöses Bedürfnis in den weitesten Kreisen zu wecken, und ist dann durch Schaffung eines neuzeitlichen Gottesdienstes in der liberalen Synagoge Norden, im Verein mit gleichgesinnten Männern und Frauen, diesem religiösen Bedürfnis gerecht geworden. — Mit Bertha Falkenberg ist die erste Frau in die Berliner Nepräsentantenversammlung cinge.zvgen. Aus ihrer vielseitigen Tätigkeit im Dienste des südischen Gemeinlcbens soll hier ltur ihrer Bedeutung als erste Vorsitzende üeS Jüdischen Frauenbundes, als Leiterin des Jüdischen Studentinnenheimes. sowie ihrer hingebungsvollen, ehrenamtlich ausgeübtcn Arbeit im Bureau der Zentralwohlfahrtsstelle gedacht werden. Diese charitative Arbeit liegt ihr besonders am Herzen. Weite Kreise unserer deutsche». Glaubensgenossen, insbesondere unter den liberaeln Juden, vereinigen sich zu innigem, dem Silberpaar dargebrachtem Glückwunsch. Unsere wackeren Mitkämpfer Hermann und Bertha Falkenberg sollen uns noch viele glückliche Jahre erhalten bleiben! Berlin» (Amtsniederlegung.) Die wir erfahren, bat Justizrat Felix Makower seine Aemter als Mitglied öcS Vorstandes der indischen Gemeinde und als Mitglied des Engeren RateS des Preußischen Landesverbandes niedergelcgt Der Rücktritt des verdienten Mannes, der als Schul- Sezernevt der Gemeinde und als hervorragender Jurist im Landesverbände eine große Wirksamkeit entfaltete, bat über Lie Kreise der liberalen Bereiniqung. der er angehört, hinaus. Bedauern hervorgerufen. Herr Makower gab fürfeinen Schritt Gründe familiärer Natur an. Alle Versuche, ihn in seinem Entschluß wankend zu machen, schlugen fehl. Die Familie Makower spielte von je eine führende Rolle in der Berliner Jüdischen Gemeinde. Justizrat Hermann Makower. der Baker Felix MakowerS, einst ein führender Berliner Jurist, war mehrere Jahre Vorsitzender der Re» präsentantenversamwlung der Jüdischen Gemeinde Berlin. Berttu. (Gefallenendenkmal auf dem Ehrenfriedhof in Weißensee.) Am Montag, den 27. Juni 1027, wurde auf dem Ehrenfelde des Friedhofs in Weißensee ein Denkmal für die im Weltkriege gefallenen Söhne der jüdischen Gemeinde Berlin feierlich enthüllt. Don den im Weltkriege gefallenen 12 000 deutschen Juden entfallen auf die Jüdische Gemeinde zu Berlin etwa 9300. An bevorzugter Stelle des Friedhofs in Weißensee ist das Ehrenseld angelegt, aus welchem 865 Frontkämpfer und ein bei den Unruhen in Oberschlesien gefallener Pfadfinder ihre letzte Ruhe gefunden haben. Dieses Ehrenseld ist mit einer zwei Meter hohen geschlossenen Mauer umgeben. Schlichte, gleichförmige Steine befinden sich an den Gräbern der Soldaten. Aus einer terrassenförmigen Erhöhung des Feldes hat das Ehrenmal für die Gefallenen seinen Platz gefunden Dem Denkmal ist die Form eines monumentalen Altars gegeben. Die Entwürfe zu dieser Anlage stammen von dom Gemeindebaumeister Regierungsbaumeister Alexander Beer. Es tränt an der Stirnseite die Aufschrift: „IHREN TM WELTKRIEGE GEFALLENEN SÖHNEN DIE JÜDISCHE GEMEINDE ZU BERLIN“. An den beiden Seitenfronten ist in hebräischer Sprache die Aufschrift enthalten: asah kamawetb ahawaha^ (Wie der Tod so stark ist die Liebe). Die EnthüllmigSjeier, die bei fortgesetzt strömendem Regen vor sich ging, machte ans die zu viel:» Hunderten erschienenen Ehrengäste und Frontsoldaten einen sehr tiefen Eindruck. Unter den Teilnehmern an der Enthüllungsftier bemerkte man als Vertreter des Reichswehrministeriums Fregattenkapitän Matthias, der Heeresleitung Generalmajor Severin und drei Offiziere, der Marineleitung Korvettenkapitän Schulze, des Wehrkreiskommandos zwei Offiziere, des Gruppenkommandoö drei Offiziere, der Kommandantur Berlin Generalmajor Severin, Major von KrenSri, des Evangelischen Felöprobstes, Wchrkrüspsarrer Liz. Jrmer. Der Preußische Innenminister war durch den Polizeipräsidenten Zörgiebol, das Polizei Präsidium durch den Vizepräsidenten Weiß vertreten. Für den Minister für Wissenschaft und Kultus erschien Geh. Oberregierungsrat Paul, vom Reichstagspräsidium Geheimrat Dr. Riesser, vom Lanötagspräsiöinm Dr. Wiemer. von der Stadt Berlin Stadtrat Rcimann, Staötrat Busch, die Ehrenbürger: Kommerzienrat Bamberg. Stadtältester Stadtrat a. D. Rosenow, vom Deutsch-Evangelischen Kirchenausschnß Konsistorialrat Gusiavus, Pfarrer Berg-Weißensee. Pfarrer Rcichharöt-Weißcnsce. Polizei-Oberst Heimannsberg, Polizei-Oberst Golze und flink, Offiziere. für den Bolksbund für Kriegsgräbersursorge Bundesvorstand Generalkonsul George, Frau v Kunowski. Vertreten waren auch der KyffhäuserbunL. der Preußische LaudeSkriegerverband unfeine Berliner Unterverbände, der Milttärverein Deutsches Vaterland, der Krtegerverein Deutscher Soldaten, der Kriegerverein Weißensee, der Verein Kampf- und Waffengeführten Weißensee, der Reichsbund jüdischer Frontsoldat«»: Reichsleitung Ortsgruppe Berlin 800 Mann, die studentischen Verbindungen: Sprevia (im K. C.), Vineta (im K. (£.), Dahlemia. Akadem. Verein für jüdische Geschichte und Literatur, Bund jüdischer Akademiker. Nuderverein jüdischer Studenten, Reichsbanner (Gau Berlin). Erschienen waren der Vorstand und die Repräsentanten der Jüdischen Gemeinde. deren ehemalige Mitglieder, höhere Beamte. Mitglieder der Verwaltungökomm'lssioucn, Vertreter des Deutsch-Israelitischen Gemeirvdebundes, fast sämtliche Rabbiner der Gemeinde und der Religionsvereine, Vertreter der Grobloge, des Jüdischen Frauenbundes, der Reformgemeinde, der Vereinigung für das liberale Judentum, der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, des Verband:- der subventionierten Vereine. deS Vereins der Beamten und Angestellten der Jüdischen Gemeinde, des Hasdwerkervereins, der Chewrah Kadischah Groß-Berlin u. a. m. Die Ehrengäste nahmen vor Lern Denkmal Aufstellung, während das gesamte Ehrenseld von den Mitgliedern des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten. Ortsgruppe Berlin, die in militärischer Ordnung urit Fahnen erschienen waren, sowie den Chargierten der jüdischen Verbindungen flankiert war. Zahlreich fanden sich auch Angehörige der ans dem Ehre«» selbe beigesetzten Soldaten ein. Das MusikkorpS - der Militärkommgndantur Berlin unter Musikleiter AhlerS» spielte den Trauermarsch ans Samson von G. F. Haendel» woraufhin die vereinigten Synagogenchöre unter Leitung von Alexander Weinbaum das „Schoch'nc bothe CHower" von S. Sulzer ergneifenb zum Bortrag brachten. Der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Berlin und ehemalige Feldprediger Dr. Baeck hielt di-e erste Ansprache, nach welcher die Hülle vom Denkmal fiel. Der Chor trug Mendelssohns „Wie selig ruh'n die Helden^ vor. worauf der Vorsitzende -es Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Berlin, Herr Kammer« gerichtsrat Wolfs das Ehrenmal in die Obhut der Jüdische« Gemeinde Berlinnahm. Der Vorsitzende des Reichsbun-eS Jüdischer Frontsoldaten (Ortsgruppe Berlin) Dr. London sagte: „Wir waren vereinigt in gleicher Pflicht und Trene zum Vaterlande. Im Kriege waren wir mit allen deutsche« Soldaten in Kameradschaft verbunden. Warum pflanzt sich die Kameradschaft im Felde nicht auch in die deutsche Heim« fort? Aber wir hoffen, Laß die Zukunft den jüdischen SÄ» daten Gerechtigkeit wird widerfahren lassen. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten hat mit Zustimmungder Jüdischen Gemeinde einen Schild an dem Denkmal an-ge» bracht. Wir weihen jetzt diesen Schild ein. Es M ei» Zeichen dafür, daß unsere toten Kameraden eine Stätte hAe» in unserem Herzen. Das Militürmusikkorps und die Vereinigten Synagogenchöre brachten das Lied „Ich Haft' etntzi m § s H ERMÄHN Leipziger Str. * Alexanderplatz * Frankfurter Allee Belle-Alliance-Str. * Brunnenstr. Kottbuser Damm* Wilmersdorf er Str. - Grosse FrankfurterStr. » Chausseestr. i r %

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