Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 7 (1927)
- Issue
- 26 (1.7.1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Deizmaan in Berli«. 9« iA-erfüllten LehoervereinShauS sprach Mittwoch abend -er Präsident der z-iontstischen Weltorsanisatio«. Prof. Dr. Lhatm Wetz mann . in öffentlich zugänglicher Versammlung. Und mutz -er Berichterstatter über sonstige zionistische Veranstaltungen gewöhnlich die überhebliche Sewftberäucherung platonischer Zionsfreunde in die Schranke» -er Wirklichkeit weisen, so empfang er um so an. genehmer -ie Bescheidenheit und sachliche Nüchternheit in dem Palästina-Referate des Mannes, der wirklich mit dem Einsatz seiner Persönlichkeit, die eine menschlich bedeutende ist. für die Verwirklichung -er Idee sodient hat und noch dient. Dian empfängt von dem Wese» dieses Mannes den &inbmd. wenn er eine Sache nicht vorwärts zu bringen vermag, dann liegt bte Schuld nicht in ihm. sondern — in der Sache .... Wetzmann ist freilich optimistisch, aber seine Hoffn.urg-.n stehen in so grellem Gegensatz zu dem Phrasenschwall. der sonst von zirnistischen Enunziationen auSgeht, daß Ne auf ein Haar wie - Resignationen oussehen. In sachlicher Beziehung brachte seine Rede nichts neues, and Werzmanv selbst gab zu. daß diejenigen, die von ihm Sensationen erwartet hatten, enttäuscht sein müßten. Und doch liegt gerade in dieser Enttäuschung die Sensation: seine ganze Rede war ein« sensationelle Bestätigung aller Bedenke«, die seit jeher von den bösen «Assimi Luten" «egen dazionistische Palästina-Projekt gehegt werden. Die Ammigration nach dem Kriege war zu groß, die Fassungskraft de- Landes war zu klein, sie wird wachsen, wenn Hafenbau, Elektrifizierung, Ausbeutung der Mineralschätze und Anpassung der Industrie an die im Lande vorkommenden Rohprodukte geglückt ist. Die Hauptsache ist Geduld. Geduld. Geduld — auch dem Temperament der Mandatarmacht entspricht am besten langsame« Entwicklung . . . Wer für größere Raschheit sei. möge an Weizmann- Stelle treten! Herr Deizman» kann ruhig sein: Die Zionssehnsucht der Berliner Führer ist nicht so stürmisch. Sie können warten. Denn es nur auf das Tempo der Entwicklung ankommt, braucht Weiz-mann von den hiesigen Zionisten nichtzu befürchten — sie haben ihm enthusiastisch zugejubelt ... _ _ ie—r. Zur Hermann Hesse-Seier in Slultqarl. Anläßlich der Feier deS 40jährigen Jubiläums des Berlage- S. Fischer - Berlin im Herbst vorigen Jahres wurde an dieser Stelle auf die ganz eminent wichtige Kulturarbeit de- „fremdstämmtgen Ostjudeu" Samuel Fischer hingewiesen, der Anfang der achtziger Jahre nach Berlin kam, seinen inzwischen weltberühmt gewordenen Verlag gründete und den Druck und die Organisation des Vertriebeder bedeutendsten modernen Dichter übernahm. Männer wie Hauptmann. Hartleben. Ibsen. Dehmel. Nansen, um aus einer großen Zahl nur einig« Namen anzuführen, haben in ihren biographischen Aufzeichnungen erklärt, daß die Arbeit und der äußere Erfolg ihre- Lebens ohne die außerordentliche Tätigkeit Samuel Fischers nicht möglich gewesen wären! BLUMEN 'AU//TELLUNG /TBAHU 0- PALCKE 4 5ERLIN«W6ö JffiMAUERSTR. 7Q FERNRUF: ZENTRUM 3C23 u. £024 BLUMENSPENDEN - TRAUERSPENDEN - TAFEL* SCHMUCK. INNENDEKORATION IN KUNSTL ERISCHER AUSFÜHRUNG. tZ ERSTE PREISE. A» täfsß mirt» ft< eines fctttftKfttt! ftes ftefaiftfte ft* Lnrt-tag eines bet deutscheste«, echtesten unschlichtesten Dichterunsere- Vaterlandes gefeiert, de- Snrcker* und Erzähler- Hermann Hesse. Sein Werk kennem heißt: eö lieben! Zu diesem Tage erschien von dem katholischen Schriftsteller und begeisterten Apologeten de- Kat-oltzi-mn- Hugv Ball eine Viogravbie Hesse-. — Auf P. 10Ü btese- Bucheheißt es: «Fischer laß baS spärliche «Lawlch«r"-Büchlein und lud be» Dichter tu herzlichster Weise ein. de« Verlag etwaige künftige Dichtungen zur Prüfung vorzulegen. «ES war die erste literarisch« Anerkennung und Ermunterung in meinem Lebens schreibt Hesse. «Ich hatte damals den Lamenziud begonnen und Fischer- Einladung spornte mich sehr an. Ich schrieb ihn fertig, er wurde sofort angenommen. Ich war arriviert/ «Nun. nicht nur arriviert. Hefte stand jetzt dort, wo er hingebörte: aus bem Forum, weithin vernehmbar. Und diese Verbindung war noch in anderem Sinne für ihn bedeutsam. Auch während der schlimmsten Jahre verstand es Fischer, eine Art von Gesellschaft und geistiger Elite ausrechtzuerhalten: einen Zirkel der dem Werke, noch eh egeschrieben ist, eine Realität und gesellige Signatur verleiht. Dieser feste Wille des Verlegers, diesestarke Bewußtsein einer Führung und Würde war eS vielleicht gerade, wafür Hefte zur Bedtnguna eines stetigen Sicherfchltebens wurde. Es ist sehr möglich, daß nur dieser Verlag dem Dichter jenes Gefühl von Sinn in seinem Tun und jenen Zustrom von Erwartung bieten konnte, ohne dte Hesse- Werk. wie wir es heute kennen, vielleicht nicht vorhanden wäre/ L. D. Tage für jüdische Musik. Mit gewissenhafter Ausdauer und sorgsamer Geduld vorbereitet, brachten «die Tage für jüdische Musik" vom 28.—28. Juni, der Leitung der Frankfurter Ausstellung «Musik im Leben der Völker" «inen außergewöhnlichen Erfolg. Das Programm, das den mustkalffchen Schöpfergeist des Judentums zeigte, vermochte Abend für Abend di« größten Säle der Halbmillionenstadt Frankfurt a. M. mit Menschen voll zu vreften Die überfüllten Räume, die von allen Kreisen der Frankfurter Bevölkerung besucht waren, -rügten von der Anziehungskraft der Veranstaltungen. Im Rückblick muffen allerdings einzelne Tatsachen im Rahmen dieser kurzen Berichterstattung kritisch behandelt werden. So empfand es z. B. die weitaus gröbere Zahl der Besucher offensichtlich als einen überlebten Anspruch, hei einer musikalischen Festveranstaltung in einem öffentlichen Konzertsaal. zu dem Anhänger aller Konfessionen Zutritt hatten, „mit Rücksicht aus den Charakter des Konzertes die Kopfbedeckung auffetzen" zu sollen. Diesen ganz erheblichen Stimmungswiderstand der Besucher vermochten denn auch, wie man sich leicht überzeugen konnte, die Veranstalter der Konzerte nicht zu überwinden. Im übrigen mag auch dahingestellt bleiben, ob man stets mit fachkundiger Hand die einzelnen Künstler ausgewählt hatte. Wenn z. B. auch Herr Oberkantor Alter auS Hannover mit seiner außergewöhnlich schönen Stimme die ostjüdischcn Volkslieder vortrug, so hätte man doch, wie nun einmal die Verhältnisse lagen, den gegebenen Interpreten der jüdischen Volkslieder, der u. E. nach Herr Oberkantor Gollanin aus Berlin ist. gewinnen müffen. Bedauerlich bleibt auch im Interesse des Judentums, daß man an den Berliner «Verein zur Pflege hebräischer Musik" so spät herangetreten ist. daß er der Einladung» bei den jüdischen Musiktagen mitzuwirken. nicht Nachkommen konnte, was um so mehr zu beklagen ist. -a ja Berlin überhaupt nicht bei den jüdischen Darbietungen vertreten war. Aber wie dem auch sei, zweifellos haben diese Tage überall einen tvesen Eindruck erzielt! Deutsche aller Konfessionen folgten mit Jntereffe den Vorträgen und Darbietungen, die mit ihrer inneren Vcschwingtheit und warmen Freudigkeit die Erwartungen, die man aus sie gefett ttt, wS tcfSUot. OB» tmä t»tt* «Wb« «f «I» «■ ItcsItSel 9nfciefl< «n der Ö4$UÜe uat Sutiptikna ket »«- schließe» ließen. Der erst« Abend brachte ein Konzert beS Münchener jüdische» Gesangvereinunter Leitung seines Dirigenten Ziegler. Venn auch bas reichhaltige Programm die schönste« Gesänge unserer altehrwüvdigen Religion umfaßte, so muß -och grundsätzlich betont werden, -aß diese in erster Linie für den synagogalen Gottesdienst bestimmt sind und baß ihre Transportierung in de» Konzertsaal nur schwer gelingt. Wenn auch unsere heiligsten Melodien ertönten, wie z. B. das ergreifende «Mob odom«, bleibt ihnen doch die Wirkung versagt, noch dazu in einem Raum, der akustisch so schlecht ist wie der Saalbau. Bei der Wiedergabe dieser Rümmer machte sich duch di« Sopra nstimine recht störend bemerkbar, wogegen sich die Leistungen des Chores auf durchweg achtbarer Höhe befanden. Sehr zu loben waren z. T. di« Biolinfoli deS Herrn Elmau, vor allem der herrliche Nigun aus Ernst Vlochs „Baal-Schem" Besonders fein war dann auch das zu Gehör gebrachte, bekannte «Ha- Gadjo" aus der Peßachliturqie. wobei besonders das Humoristische. das in diesem Diode liegt, einen gewaltigen Eindruck machte. Einer Erwäihnung bedarf bann auch die vorzüglich.; Begleitung des Herrn Salomon. der nicht zuletzt durch sein anschmiegsames Spiel den vollen Publikumserfolg der Leistungen deS Herrn Elmau sicherte. * * Am zwetten Abend zeigte sich in drei Abteilungen und 19 Werken die musikalische Entwicklung deS jüdischen Gottesdienstes. Der Chor der konservativen Gemeinde, synagoge, in dem Sopran- und Altstimmen von Knaben gesungen werben, hinterlieb unter der sicheren Leitung seine- Dirigenten Dr. Ehrenreich den nachhaltigsten Eindruck. Die eigentümliche Harmonie und Leidenschaft des jüdische» GebeteS erkannte man tn seltener Anschaulichkeit. Im zweiten Teil des Abends sangen dann die vereinigten Chöre der liberalen Gemeindesynagogen, die unter her Leitung der Herren A. Golde und Dr. R. Frank mit seltener künstlerischer Kraft unendliche Fülle der Klangwirkung verbanden. Das enthusiasmierte Publikum feiert« die Sänger stürmisch und verlangte immer wieder nach d-pr Komponisten E. K i'r s ch n e r (München) und den Kantoren Naimov-Fleischmann, Groß, Scheuermann. Saretzky. die in unermüdlicher Hingabe im Ensemble wie im einzelnen prächtig mitgewirkt hatten. An der Orgel spielten vorzüglich dik Herren S. Würzfi it r rt » r it«N fll (R rfi T ti rh i Der dritte Abend wäre wohl zweckmäßig nicht unter dem Thema «Das jüdische Volkslied" veranstaltet worden. Die Bezeichnung «Das ostjüdische Volkslied" hätte sicher zahlreiche Mißverständnisse von vornherein ausgeschlossen. Die vorgetragenen Lieder hatten etwas Monotones an sich, was sich vielleicht durch die vielen Verfolgungen, denen die Ostjuden auSgesetzt waren, erklären läßt. Eine starke Einsilbigkeit und Unmelodik ist in diesen Gesängen zu spüren, denen vielleicht die weibliche Interpretin am ehesten durch ihre wenig rnvldulationssäHige Stimme gerecht wurde. Bei Herrn Oberkantor Alter aus Hannover, den die Natur mit einem herrlichen Organ begnadet bat. hätte man einen weniger theatralischen Bortrag gewünscht. Dieser Abend dürfte wenig ge-cignet gewesen sein, andersgläubigen Mitbürgern einen Begriff von den erhabene» Ideen unserer altehrwürdigen Gemeinschaft zu geben. K. B. Aus der Bewegung Berlin. Der Liberale Verein für die Angelegenheiten her jüdischen Gemeinde zu Berlin E. B. bittet seine Mitglieder. vor Antritt der Sommerreise den Beitrag für das dritte Quartal 1927 aus bas Postscheck-Konto des Liberalen Vereins. Berlin NW 7. Nr. 14805 zu überweisen. IMerslülzt das" ' ' Per Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens, e.Y., Berlin hat in seiner Organisation alle Berufe vereinigt und ist jederzeit in der Lage» leistungsfähige HandwerKsmelster nadizuweiscn. Geschäftsstelle: Louis YVolff — Berlin NO 18 — Gr. Frankfurter Straße 80/81. Amt Königstadt 2490 Amt Königstadt 2490 Cr&pe Florida weich flleieeadee Gewebe für Kleider und Wische. in vielen Farben, doppellbreii »4* Crepe Georgette Kleiderwere. ln vielen Farben, ca. 100 cm br. 50 Mir. 2 wuer&nle * otlapzig«spsip.65 Abitur. Obersekunda Vereia fürFeaerbestotfoBd is Berlin ros 1874 e.V isstaaioie Fnntmtattui Annahme W 35. L-fltzowtlr. 44. Tele t«n LAtxow 8S0-S1 und Charlotteu bar« Kantetr. 154 a. Helte Katancn 'träte tclefon Stelno'atr 1S.V Vormittags Abendschule Private Vot- OereitunKaanstalt. Direktor Dantiger Berlin Alte J&kobstraße 124 ♦ BAD TÖLZ Karant Sr. LEVI ♦ In unserer Gemeinde ist das Amt des Rabbiners zum 1. Januar 1928 neu zu besetzen. Wir suchen ciue religiöse Persönlichkeit liberaler Gesinnung, die befähigt ist, als Rabbiner, Lehrer und Seelsorger die Gemeinde zu führen. Unserer Gemeinde angeschlossen ist eine größere Anzahl Landgemeinden. Die Besoldung erfolgt unter Anrechnung der bisherigen Dienstzeit nach den S&tzen der staatlichen Besoldung** ordnung, desgleichen die Pensions* und Reliktenversorgung. Nebeneinnahmen mit dem Religionsunterricht an höheren Schulen und aus Gasualien Bewerbungen mit dem Nachweis über eine erfolgreiche Absolvierung der rabbinischcn und akademischen Studien und die bisherige Tätigkeit sind geil, bis zum 20. Juli d. J. an den Unterzeichneten zu richten. Darmstadt, den 2). Juni 1927. Der Yorsiand der israelitischen Beligionsgemeinde Daimstadt L. Hachenburger, 1. Vorsitzender. Für unser Gemeindeblatt suchen wir eine Persönlichkeit, welche die Leitung und Verwaltung des Inseratenteils übernehmen und als Hilfsredakteur in der Redaktion tätig sein soll. Geeignete Bewerber werden gebeten, Ihre Meldung mit Lebenslauf bis zum 15. Juli bei dem unter* zeichneten Vorstand, Berlin N24, Oranien* burger Straße 29, einzureichen. Vorstand der jüdischen Gemeinde. ist die Quelle des Moldes!! oocxxxxx Malerarbeiten jeder Zrt führt auo Robert Gutheim OttU» VS-, (ulmbacher Straße? Lützow 6260 —- Kostenanschläge gratis. - Louis Wolf i Tapezierer und Dekorateur 1018.8r. Fruktnrter Str. 80-81 Kpl 8480 Werkstatt für Innendekoration und alle Arten Polstenndbel Reichhaltiges Lager solider Schlaf-, Herrenu. Speisezimmer, Kttchen sowieEinzelmdbd Kulante Zahlungsbedingungen. Stzloet Bmitttfluafl fib b«S literal« Sutentan Berg» 68 48 - Verantwort!Uter «edawue: »U?I.*0na Benne vohda Verll« R8 28. 2>uuf: OkteMtt b Kämt». ecdlaCSSS. »Uteri«. VL A7.D 551922738964^^48231^23^8246896985^921296 4972