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Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-06-10 · 23 (10.6.1927) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
23 (10.6.1927)
Date
1927-06-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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7. Jahrgang Nummer 23 Beilage 10. Juni 1827 IMchliberaleZeiLmL Der Slug übet den Srem. Zwei kühne Männer haben den Ozean überflogen, weilen feit einigen Tagen im Herzen Deutschlands, das sie nach 40stündigem ununterbrochenem Fluge von New?)ork erreicht haben. Was diese Tat bedeutet, das braucht an dieser Stelle wohl nicht erst dargclegt zu werden. Das ist ja in den letzten Stunden oft genug verkündet worden, verkündet in allen Nuancen menschlicher Ausörucksfähigkeit. von lohendem Enthusiasmus der von einem großen Erlebnis entflammten Menschenseelen bis zur sachlichen Würdigung des auch im erhebenden Momente noch kritisch prüfenden Verstandes der Techniker, von der schlichten Ehrfurcht des einfachen Mannes, die dem gelungenen Wagnis gilt, bis zur Bewunderung der kulturellen und politischen Lenker der Völker, die, weiterblickend. in den siegreichen Fliegern Pioniere einer neuen Feit, einer Zeit, die mit der technischen Näherbringung der Länder und Menschen eine Annäherung der Herzen bringen muß, begrüßen. Mit ganz besonderer Freude dürfen wir Juden in diesen allgemeinen Jubel einstinnnen. Nicht nur, weil die physische und psychische Besiegung all dessen, was sich trennend zwischen Mensch und Mensch, zwischen Völker und Länder schiebt, als ein Schritt vorwärts dem Friedensideal unserer Propheten entgegen gewürdigt werden muß, sondern auch, weil der Mann, der die technische Voraussetzung dieses Fluges schuf, unserer Gemeinschaft angehört. Charles A. Lev ine. der Eigentümer des Bellanca-Eindeckers „Columbia" und als einer der Direktoren der ..Columbia Aircraft Corporation I\Tew York“, Anreger des Fluges, den er als erster Transatlantikpassagier gleich selbst mitgemacht hat, ist in Brooklyn, wo er lebt, Mitglied einer Anzahl jüdischer Organisationen. Sein Hauptinteresse gehört aber seit seiner frühesten Jugend der Aviatik. Er erzählte hierüber vor seinem Abflug dem New Yorker Vertreter der Jüdischen Telegraphenageutur folgendes: Leviue, der dreißig Jahre alt. verheiratet ist und zwei Kinder hat, wurde in einer kleinen amerikanischen Stadt geboren, in der sein Vater, der vvr 36 Jahren aus Wilna einwanderte, Kaufmann war. Mit 13 Jahren verließ er heimlich das Elternhaus und trat in die berühmte Fliegerschule von Garden City ein. Sein Vater holte ihn zurück und verschaffte ihm eine Anstellung bei einer Metallhäudlerfirma. „Mein Vater" fuhr Levine fort, „betrachtete mein Interesse an der Aviatik als unvereinbar mit der Laufbahn eines soliden jüdischen Geschäftsmannes. Er hoffte, daß ich, sobald ich heiratete — und ich heiratete mit t9 Jahren — die „Narreteien" lassen werde. Ich widmete mich in der Tat mit ganzer Energie meinem Geschäfte, aber «Wi# Interesse an der Besiegung der Lust verminderte sich nicht. Schließlich widmete ich mich dem Aeroplanban und konnte oft meine Eltern, die in Pittsbnrg leben, mit Eigenem Flugzeuge besuchen. Stets aber", schloß Levine, „träumte ich davon, im eigenen Flugzeug den Atlantischen Ozean zu überqueren und von New York aus fliegend in Berlin zu landen." Nunmehr, da sich ihm dieser Lebenstraum erfüllt hat, gesellten auch wir uns zu den zahllosen Gratulanten und haben ihm folgendes Schreiben gesandt: Sehr geehrter Herr Levine! Wir beglückwünschen Sie und Ihren genialen Piloten, Herrn Clarence Chambertin, im Namen unserer Leser zu Ihrem großen Erfolg. Mit allen Deutschen bewundern auch wir den Mut und den Unternehmungsgeist, der Sic beide beseelt. Als eine der führenden deutsch-indischen Zeitungen sind wir besonders stolz darauf, daß ein Glaubensgenosse von uns so erfolgreich gewesen ist, daß er diesen historischen Lnftslug über den Atlantic organisiert hat. Ihr Erfolg wird zweifellos die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Dentschland stärken. Da ist es unseres Erachtens nach von der allergrößten Bedeutung, den Mann auf der Straße mit der Tatsache vertraut z« machen, daß ein jüdischer Sportsmann der Organisator dieser sensationellen und einzigartigen Leistung ist. Mit' allen guten Wünschen für Sie selbst und Ihren vortrefflichen Piloten empfehlen wir uns Ihnen in vorzüglicher Hochachtung Die Schristleitnng der Jüdisch-liberalen Zeitung. Darauf erhielten wir folgendes Antwortschreiben, das < wir hier in deutscher Übersetzung, aber mit den Originalunterschriften miedergebcn: Amerikanische Botschaft. Berlin, den S. Juni 1827. An die Schriftleitung der „Jüdisch-liberalen Zeitung" Berlin. Sehr geehrter Herr! Ihre freundliche« Glückwünsche haben nns sehr erfreut und danken wir Ihnen dafür; wir sind glücklich, daß unsere Lnftreise so herzliche Gefühle hervorgernfen hat. Ich hoffe, daß durch unsere erfolgreiche Fahrt die guten Beziehungen zwischen den beiden großen Nationen, den Bereinigten Staaten und Ihrem großen Lande, befestigt werden, zur Wohlfahrt der Menschheit. Wenn jemand noch Pfingstsonntag früh den guten Kottbusern prophezeit hätte, daß sie in der allernächsten Zeit einen jüdischen Ehrenbürger besitzen würden, wären sie vermutlich mehr als ungläubig gewesen. Aber den Glücklichen gibt's der Herr bekanntlich im Schlafe und so ging das amerikanische Flugzeug zu nachtschlafender Stunde just in Kottbus nieder.. Die wackeren Bürger zeigten sich dieser Gunst des Schicksals durchaus würdig. Sie ttberhällften die beiden unerwarteten Gäste mit Wittkommenbezeugungen aller Art und erhoben sie schließlich, nach dem Vorbilde, das Paris mit Lindbergh gegeben, zu Ehrenbürgern ihrer tausendjährigen Stadt und benannten zwei Straßen nach ihnen. Ob auch Berlin diesem Beispiele folgen wird, erscheint zur Stunde noch ungewiß. Ueber das Ehrenbürgerrecht wird angeblich im Magistrat noch beraten. Für das Problem der Straßenbezeichnnng aber hat ein diplomatischer Kopf die Lösung gefunden, nur eine Straße umzutaufen und auch diese nicht nach den Fliegern, sondern nach dem Flugzeug „Columbia". Warum das? Wozu solch Aufgebot von Diplomatie? Hat Berlin etwa Mangel an neu zu benennenden Straßen? Man hat erst jüngst das Gegenteil gehört: Die Einverleibung der Vororte läßt die Umtaufe von etwa 400 Straßen geboten erscheinen. Diese plötzliche Oekonomie in dem Augenblick, da es eine menschliche Großtat zu ehren gilt, muß also andere Ursachen haben. Man geht wohl nicht fehl, wenn man sie in der Indiskretion eines Linksblattes und deren Folgen in einem Teil der Rechtspresse sucht. Der Berichterstatter des „Montag-Morgen" hat nämlich aus Kottbus telegraphiert: „Lev ine ist auf den e r st e n Blick als Jude erkennbar". Dazu bemerkt das „Deutsche T a g e b l a t t": „Hier hat man wohl die Quelle der „großen Begeisterung" zu suchen. Herr Levine laus dem bekannten sehr „berühmt" gewordenen Geschlecht der Levin, das ja über allerhöchste Beziehungen in Dentschland verfügt) „managte" die Sache. Wie man sieht, mit dem gewünschten Erfolg, daß einer der „Auserwählten" als der große Pionier der Welt von der instinktlosen Masse gefeiert wird. An die Frau dieses Levine-Levin telegraphiert der Herr Botschafter v. Maltzan in Washington: „Ich bitte Sie, meine aufrichtigsten Glückwünsche entgegenzunehmen für die sichere Ankunft Ihres Gatten nach seiner Teilnahme an dem bewunderungswürdigen Fluge von New York nach Berlin, einem Unternehmen. daö er organisiert hat. Herr Levine hat Anspruch auf größte Anerkennung und verdient die größte Dankbarkeit Deutschlands, das stolz darauf ist, das Ziel des Columbia-Fluges zu sein, und das den beiden Helden deS Tages den wärmsten Empfang bereiten wird." Herr v. Maltzan hat von jeher bewiesen, daß er einen ganz besonderen Begriff von der „Dankbarkeit" des deutschen Volkes hat. Wir verzeichnen noch, daß die Stadtverwaltung Kottbus Herrn Levine und den Piloten Chamberlin zu Ehrenbürgern ernannte, und daß auch von Kottbus ans begeisterte Verbrüöerungstelegramme in alle Welt gesandt wurden. Wie werden sich die Auguren freuen! — Für Dienstag abend war die Ankunft des reparierten Flugzeuges in Berlin vorgesehen. Der Kurfürstendamm wird geschlossen antreten." Daß sich die völkische Presse über die „I n st i n k t l o s i g - k e i t" der Massen so sehr ärgert, ist begreiflich. Hat doch diese Presse nur das eine Ziel: auf die Instinkte der Massen zu wirken. Und sie hat das gerade mit solchen Argumenten getan, die durch Herrn Levine sinnfällig widerlegt worden sind. Das deutsche Volk hat sich durch eigenen Augenschein davon überzeugt, wie unwahr die Darstellung ist, daß der Jude nur für materialistisch-geschäftliche Zwecke zu haben ist. Die oben wiedergegebene Biographie Levines straft diese Behauptung Lüge. Er hat aber auch den Vorwurf acl adsurcium geführt, daß der Jude, wenn es gefährlich wird, sich drückt, und die Mühe der Arbeit anderen überläßt. Levine hat nicht nur das Geld geopfert, um ein Kulturideal der Menschheit zu fördern — was auch schon eine große Tat gewesen wäre — sondern er hat die Gefahr mit dem Piloten Chamberlin geteilt. Und auch die Mühe. Denn es ist nicht wahr, daß er nur als „Passagier" mitflvg. Er ist ausgebildeter Pilot und hat als solcher Chamberlin werktätig unterstützt. Auf jeden Fall war er mit von der gefährlichen Partie. Darüber helfen auch die Bertuschungskünste der „Deutschen Z e i t u n g" nicht hinweg. Für sie existiert der Jude Levine überhaupt nicht! Nur der „Blondkopf" Chamberlin wird genannt und gefeiert. Der Fahrtgenosse wird der Leserschaft dieses edlen Organs glatt unterschlagen! Der Schwindel wird so konsequent und systematisch betrieben, daß von der Ansprache des amerikanischen Botschafters der Schlußsatz, der beide Flieger ermähnt, fortgestrichen wurde. Die „Berliner V o l k s z e i t u n g" veröffentlicht folgendes gut erdachtes „Gespräch in der antisemitischen Redaktion": Chefredakteur Dickmüllcr: Wie behandeln wir bloß den Fall Levine? Der Kerl ist Jude und fliegt 7006 Kilometer über den Ozean, 44 Stunden ohne Essen und Trinken! Da können wir nicht unsere Theorie verfechten, daß die Juden körperlich nichts leisten! Lokalredakteur Piepmeier: Wir sagen einfach in bewährter Manier: Na ja, da sehen wir's, der Jude muß eben überall dabei sein! D i ck m ü l l e r: Das wird aber diesmal nicht ziehen. Die Deute werden erwidern: Wenn der Jude so leistungsfähig ist. hat er schließlich ein Recht mitznmachen. Piep mei e r: Können wir nicht sagen: es ist weiter kein Kunststück, da mit in der Kabine zu sitzen und sich von dem Germanen, dein Mann mit dem blonden Haar und den blauen Angen. durch die Luft kutschieren zu lassen; der Jude will, ohne selbst etwas zu tun, das Fett vom Weltruhm mit abschöpfen. Echt jüdisch! Dickmüller: Ja, aber man kann nicht bestreiten, daß der Kerl auch etwas von der Sache versteht, und daß er dem andern gute Dienste geleistet hat. Piepmeier janfatmend): Halt, ich hab's! Es handelt sich um einen großen Schwindel, einen kolossalen jüdischen Betrug: Die jüdische Weltzentrale hat den gutmütigen blonden Germanen mit ungeheuren Geldmitteln bestochen, einen Mann, der gar nicht Jude ist, aber so aussieht, als ob er es f-eut könnte, mitzunehmen und als Juden Levine auszugeben, um dadurch den Ruhm deö Judentums zu ver» breiten und die Lüge in die Welt zu setzen, die Juden hätten zuerst den Weltrekord New York—Berlin geflogen. Ein teuflischer Plan, um die antisemitische Beweisführung von der Minderwertigkeit der Juden zu widerlegen! Levine heißt also gar nicht Levine und ist kein Jude — er heißt einfach: — nun, sagen wir, John Smith! D i ck m »i l l e r: Großartig! Gemacht! Und John Smith ist natürlich auch von den Inden bezahlt! Sagen wir mit 200 000 Dollars. Eine gemeine Bande, diese Juden! Dieses Gespräch gibt den genauen Ansdruck der ^besonderen Art von Dankbarkeit" wieder, die in den völkischen Kreisen zuhause ist. Dr. Hugo Spiegler. Die Entzifferung der Einaisteine. Vor anderthalb Jahren machte nach einem Vortrag, deck Prof. Hubert Grimme von der Universität Münster im Hause des Berliner Rechtsanwalts Dr. Bruno Weil gehalten hatte, die Nachricht durch die Presse der ganzen Welt die Runde, daß am Sinai wichtige Inschriften gefunden worden seien, deren Entzifferung nach mühseliger Arbeit gelungen sei. Nachdem zunächst Professor Gardiner-London und Pro. fessor Sethe-Berlin festgcstellt hatten, daß diese Funde die älteste Buchstabenschrift der Welt enthielten und daß diese Schrift semitischen Charakters sei, ging Professor Grimme in der Deutung dieser epochemachenden Denkmäler noch weiter und vermutete, daß sie im Zusammenhang mit dem Aufenthalt Moses und des Volkes Israel arn der Halbinsel Sinai ständen. Der Streit um die Richtigkeit der Grimmeschcn Deutungen erfüllte die Welt der Gelehrten und Laien. w Und diese, die gesamte gebildete Welt anverordentlich interessierende Frage zu lösen, beschloß ein zu diesem Hweck gebildetes Komitee, das unter der Leitung Dr. Bruno Weil» stand und dem vom AuSrvärtigen Amt Herrn Legativnsrar Professor Dr. M. Sobernheim, der Leiter des Aegyptischen Museums. Prof. Dr. Schaefer. der Palästinafvrscher Geh. Rat Prof. Sellin u. a. angehörten, eine Expedition nnözurüsten, die die Steine vom Sinai nach einem Orte bringen sollte, an dem ihre Deutung auf Grund der Steine selbst — man war bisher nur auf Photographien beschränkt — vorgenommen iverden konnte. Es stellte sich aber die Beschaffung der hierzu notwendigen Geldmittel infolge der allgemeinen Verarmung gerade der für wissenschaftliche Dinge in Deutschland interessierten Kreise als schwierig heraus, trotzdem konnte die Finanzierung, an der sich u. a. i>cr Verlag Ullstein in hervorragender Weise beteiligt hatte, soeben als geglückt angesehen werden, als die Nachricht eintras, daß die unter der Leitnnq der Professoren Lake und Blake stehende Harvard-Michigan-Sinai-Expedition die Ueber. führnng der Steinschrisifragmente vom Smac in das Museum von Kairo vollzogen hat. Wie die „Jta" mügeteilt hat, ist es dieser Expedition gelungen, zwei neue Inschriften zu entdecken, die die Deutung des vorhandenen Material» naturgemäß erleichtern werden. So hat auch auf diesem Ge. biete Amerika infolge seiner überreichen Mittel einen Vor. sprung erzielen können. Damit ist die denttchc Expedition hinfällig geworden. ... Das Ullstein-Vlatt „B. Z. am Minag" jchre-.bt nun. es sei die Ehrenpflicht der deutschen Oeffenllichkeit. dafür zu sorgen, daß diejenigen deutschen Gelehrten, die die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf die Funde von Sinai gelenkt haben, vor allem aber Prof. Dr. Hubert Grimme in Munster wenigstens die Möglichkeit erhalten, bei der Deutung und Entzifferung der geheimnisvollen Steine an erster Stelle mit tätig zu sein. . , .... Wie wir hören, beschäftigt sich das Komitee letzt mit der Frage, ob und wie Prof. Grimme die Möglichkeit zur Bearbeitung der Steine im Museum von Kairo eröffnet werden kann. tJta). Entdeckung eines iniereffannte Ehazarendokuments. Die Universität in Cambridge hat von dem jüdischest Historiker Srhechtcr eine durch Zufall in Kairo aufgefundene jüdisch-chazarische Handschrift aus dem 12. Jahrhundert erworben, die sich ans den Fürsten Olek, auch Olaf genannt lgestorben im Jahre 012). den eigentlichen Gründer des russischen Reiches, bezieht. Die Untersuchung des Dokuments durch den russischen Gelehrten Kokowzew bestätcgt die Annahme, daß die Handschrift im 12. Jahrhundert von entern: jüdischen Chazaren geschrieben sein muß. Bekanntlich bildeten die mongolischen Chazaren vom 7.—10. Jahrhundert an der unteren Wolga und am Don ein eigenes Reich. Sie wurden im Jahre 995 durch den Fürsten Swiatoslaw entscheidend geschlagen, bildeten aber mn Kaspischen See bis zum Jahre 1140 noch einen eigenen Staat. Weil ein ^cil der Chazareli zum Judentum übergetreten ist, wird von: mancher Seite die These verfochten, daß die russischen Juden von den Chazaren abstammen. iJ. o*» Tripolitanische Juden in Berlin. Wie wird das Hakenkrenzlertum diese Tage überleben? Während es um Hitler unheimlich still geworden ist. drängen sich die Berliner und zahlen Entree, um „zugereiste" Inden zu begucken! Da ist einmal der Riefentrubcl nm die beiden Ozean- Flieger. von denen der eine, gleichzeitig Anreger und Mäzen des kühnen Unternehmens, Jude ist. Bon ihm und seiner Leistung ist an anderer Stelle dieses Blattes ausführlich die Rede. Sodann etablierten sich im Rahmen einer tripolitannchen Völkerschau nebst 40 reitenden und schießenden Arabern 24 nordafrikanische Juden im Zoo und zwar als Repräsentanten des tripolitanischen Handwerks. Es sind Schuster, Schneider. Weber. Lederslricker und drei Vertreter der von den nordafrikanischcn Juden zur Blüte gebrachten Kunst der Elfenbeinarbeit. Man kann die Leute bei der Arbeit beobachten und zwei kvuleurbandgeschmückte blondgelockte Jünglinge neben mir sind bemüht, dieses Schauspiel mit ihrem aus anderen Quellen gewonnenen Weltbild, in dem den Juden die Rolle der parasitären Nutznießer fremder Arbeit zufällt.in Einklang zu bringen. Die Guten ahnen nicht, j>atz das. was hier in Form einer Tripolisschau in die Erscheinung

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