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Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-06-03 · 22 (3.6.1927) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
22 (3.6.1927)
Date
1927-06-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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7. Jahrgang Nummer 22 Beilage 3. Juni 1927 Aus den Gemeinden Berlin. (Die Moritz-Schäfer-Geburtstag» fei e r.) Am 21. Mal beging, wie schon mitgeteilt, der Oberstudienrat t. R. Professor Dr. Moritz Schäfer den 70. Geburtstag. Er wurde vom Borstand der Jüdischen Gemeinde Berlin und der Israelitischen Gemeinde Leipzig offiziell begrüßt. Der Präsident des Hilfsvereins der Deutschen Juden, Dr. James Simon, überreichte ihm eine künstlerisch ausgefüyrte Adresse. — Rabbiner Dr. Baeck begrüßte ihn namens des Schulvorstandes der Gemeinde. Rechtsanwalt Dr. Galliner sprach im Namen der Neformgemeinöe. Namens des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes teilte ihm Herr Professor Dr. M. Sobernheim die Ernennung zum Ehrenmitglied mit. Es sprachen ferner Justizrat Seligsohn namens des Hilfsvereins für jüdische Studierende, der dem Jubilar ebenfalls die Ernennung fttnt Ehrenmitglied des Hilfsvereins kundgab, Staatsrat Dr. Teitel namens des Verbandes der russischen Juden, Oberstudiendirektor Dr. Schmidt namens des Dorotheenstädtischen Realgymnasiums, Prof. D. Levinstein namens der Gesellschaft für Wissenschaft und Erziehung u. a. nt. An der Spitze einer Schar von Freunden und Schülern überreichte Direktor Dr. M. Holzmann dem Jubilar die im Phllo-Berlag erschienene wissenschaftliche Festschrift. Breslau. iTagung des Bezirksverbandes B r e s l o u - L i e g n i tz). Der Verband der Snnagogengemeinden der Regierungsbezirke Breslau und Liegnitz, der seinen Namen in Anpassung an die bestehenden Verhältnisse in „Provinzialverband Niederschlesien" umgeänöert hat, hielt seine Hauptversammlung seinen Satzungen gemäß am 26. Mai im kleinen Saale der Lessingloge ab. Die Vertreter der Anschlußgemeinden hatten sich zahlreich dazu eingefunben: ein Teil der Ausschußmitglieder war fern geblieben, weil am gleichen Tage in Berlin mehrere Ausschüsse des Landesverbandes tagten, an denen teilzunehmen sie vorgezogen hatten. Der Verbandsvorsitzende, Justizrat Hirschberg-Breslau, bedauerte nach einleitenden Begrüßungsworten. daß der Landesverband auf dieser Tagung nicht vertreten sei. Sein Versprechen, die Ausgaben für den Religionsunterricht zu ersetzen, habe der Landesverband für das abgelaufene Rechnungsjahr bisher nicht erfüllt. Da auch eine Anzahl Verbanösgemeinden mit ihren Beiträgen im Rückstände sei, so könnte der Ausschuß leicht in die Lage kommen, seine Aufgaben nicht erfüllen zu können. Der Vorsitzende verwies ferner auf den gedruckt vorliegenden Vermaltungsbericht für 1626/27. Aus diesem geht hervor, daß es möglich gewesen ist, das Religionsunterrichtswesen im Bezirk soweit durchznfüHren, daß jedes schulpflichtige Kind des Unterrichts teilhaftig werden konnte. Auch in den kleinstell Gemeinden jüdisches Leben zu erwecken und zu erhalten dltrch Abhaltung von Gottesdiensten und Vorträgen und durch Aufrechterhaltung der Schechita, sei im großen und ganzen gelungen. Die größeren Gemeinden müssen sich dauernd der Pflichten gegen ihre schwächeren Nachbargemeinden bewußt bleiben. Dagegen sei die Gründung von Zweckverbänden bisher nur in wenigen Bezirken eingetreten, für die weiter zu werben der Verband für seine Aufgabe hielte. Dem Verwaltungs- Lericht ist ein solcher des Verbandslehrers R. Czollack über seine Tätigkeit im abgelaufenen Schuljahr beigefügt. Zum Schluß seiner Ausführungen forderte der Verbanösvorfitzende dringend auf, zahlreich in den Tierschutzvereinen Mitzuarbeiten und dort für Aufklärung über die Schechita zu sorgen. Nach einer ausgedehnten Altssprache über die Punkte, die im Verwaltungsbericht Erwägung gefunden hatten, wurde dieser genehmigt, und dem Kassenführer die Entlastung ausgesprochen. Die bisherigen 17 Mitglieder des Berbandsausschnsses wurden einstimmig wieöergewählt, kleine Satzungsänderungen mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit beschlossen. Der Austausch von Erfahrungen erstreckte sich hauptsächlich auf Steuerangelegenheiten und Belebung der Chewrah-Tätigkeit. Direktor Glaser vom Wohlfahrtsamt Breslau bittet, sich zu bemühen, unbemittelte Erholungsbedürftige aus Großstädten in kleinen Gemeinden unterzubringen. Danzig. lD e u t s ch - j ü d i s ch e Kundgebung.) Zu einer überaus eindrucksvollen Kundgebung gestaltete sich die Tagung, die der Danziger Centralverein zusammen mit den Landesverbänden Ostpreußen, Pommern und Overschlesien des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens am Mittwoch, den 23. Mai 1927. abhielt. Nach Begrüßungsworten des Rechtsanwalts Dr. Brobnitz- Danzig, der die erfreuliche Tatsache feststellte, daß die reichsbentfchen Vertreter nach Danzig gekommen seien, um in dieser Stadt die kulturelle Verbundenheit der jüdischen Deutschen im Reiche mit den deutschen Juden in Danzig zu bezeugen, sprach Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil-Berlin über den „Kampf für Glaube und Heimat". Die Grüße des Hauptvorstandes des Central-Vereins und seiner ostmärkischen Landesverbände überbrachten Rabbiner Dr. Braunschwerger-Oppeln, Rechtsanwalt Dr. Marcnse-Stcttin, Rechtsanwalt Dr. Grumach-Königsberg und die Syndici des Centralvereinö. Dr. Wiener-Berlin, Sabatzki-Königsbcrg. Gottschalk-Stettin. Danzig. sEr nennung zum Ehrenmitglied der S y n a g o g e n g e m e i n ö e.) Der verdienstvolle Vorsitzende der Repräsentantenversammlrlng, Amtsgerichtsrat i. R., Geheimer Justizrat Flater. wurde anläßlich seines Fortznges von Danzig nach Zoppot von den Danziger Gerne indekörperschaften znm Ehrenmitglied der Synagogengemeinde ernannt. Flater ist ein alter Freund des jüdischen Liberalismus. Er gehörte fast ein Vierteljahrhundert der Repräsentanz an, die er seit langen Jahren leitete. Auch dem Verband westprenßischer Synagogengemcinöen stand er Jahre hindurch vor. Seit der Begründung der Danziger Ortsgruppe des Centralvereins gehört er deren Vorstand an. Die Gemeindekörperschaften gaben dem Scheidenden ein Festbankett, bei dem der Vorsitzende des Vorstandes, Justizrat Fabian, der Vorsitzende des Reprüsentantenkollegiums, Rechtsanwalt Dr. Brodnitz, und der stellvertretende Rcpräsentantenvorsteher Di-, med. Landau die Verdienste Flaterö würdigten. Dieser dankte tiefbewegt in längerer Rede. Seitens der Zoppoter Gemeindekörperschaften wurde Geheimrat Flater durch ein Begrüßungsschreiben geehrt. Danzig. lDas Rabbinat noch unbesetzt.) Die von der Jüdischen Telegrapben-Agentur verbreitete und auch von uns übernommene Nachricht, daß Herr Rabbiner Dr. Kronbeim aus Bielefeld in Danzig als Rabbiner angestellt ist. ist falsch. Wir bemerken, daß die Stelle noch unbesetzt ist. Emden. lNeuwahlen zum Gemeindevorstand.) Die hiesige Gemeinde, die durch das in kurzen Zwilchenräumen erfolgte Wleben zweier Vorsteher verwaist war. sah sich zu Neuwahlen genötigt, die kürzlich unter recht starker Beteiligung aller Wahlberechtigten stattfanden. Als Mitglieder des neuen Vorstandes gingen die Herren Bernhard Polack. Lmris Wölfs und Max v. b. Walde aus den ftnrnnT, Frankfurt. (Jahresversammlu ng des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus.) Der „Verein zur Abwehr des Antisemitismus" hielt hier am 80. Mai seine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht entnehmen wir, daß das vergangene Jahr dem Verein eine Reihe neuer Ortsgruppen gebracht hat, wie z. B. Breslau, Erfurt, Hannover, Stettin, Stuttgart. An dem heutigen Tage konnte auch in Frankfurt a. M. eine neue Ortsgruppe gegründet werden, die ein Stützpunkt der sttüwestöeutschen Organisation zu werden verspricht. In den Vorstand der Frankfurter Ortsgruppe wurden gewählt: die Herren Dr. Baerwald, Reichstagsabgeordneter Desiauer, Bürgermeister Graef, Pfarrer Grimm, Staötpfarrer Herr, Prof. Bluntschli, Justizrat Gehrke, A. Rothschild, Stadtverordneter Kercher, Dr. Mayer- Leonhardt, Redakteur E. Klein, Prof. E. v. Dühring, Dr. Osk. Hahn. Von Mitglieder des Vorstandes starben im vergangenen Jahre die Herren Reichskanzler a. D. F. Fehrenbach und Dr. Paul Nathan. In den Vorstand neu gewählt wurden die Herren: A. Arnhold, Dresden, Vizeadmiral Dr. Galster, Wiesbaden, Rechtsanwalt Gentil, Mannheim, Prof. Goetz, Leipzig, Vizepräsident v. Harnack, Köln. Rechtsanwalt Henry, Bonn, Rechtsanwalt Kellner, Erfurt, H. Krone lWindhorstführer). Rerchsmimster a. D. Külz, Dresden, Studienrat M. Müller-Claudius, Berlin, Schriftsteller H. Reysing. Mm, Kaplan Rödel. Pasing, Prof. Salomon, Berlin, Prof. G. Schümer, Magdeburg, Prof. Trumpler Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. <Dte Etatbe ratun g.) Nach der Rede von Dr. Geiger, über die wir schon in der vorigen Nummer unserer Zeitung berichtet haben, spricht ihm Dr. Katzenstein lkons.) im Namen der konservativen Fraktion für all die Arbeit, der sich der Vorredner in allen Ausschüssen so oft unterzogen habe, seinen Dank aus. Der Redner begrüßt die Einstellung von 150 000 Mark in den Etat für den Bau einer orthodoxen Synagoge. Bemängelnswert sei der Religionsunterricht an den höheren Schulen. Nur wenn die Kinder positives jüdisches Wissen hätten, könnten sie den Kampf im Leben erfolgreich führen. Wolfs ljüd. Volkspartei) spricht anfangs zum Etat in Allgemeinbetrachtuügeu, die die Weltanschauung des Zionisten auseinandersetzen. Man habe die Pflicht, wie der liberale Redner richtig betont habe, bas Pyilantropin auf seiner jetzigen hohen Stufe zu erhalten. In sozialer Hinsicht muffe die Gemeinde noch mehr tun. — Damit ist die General^ öebatte geschlossen. In der anschließenden Spezialdebalte weist Frau Bloch-Neustadt llib.) darauf hin, daß die Einnahmen auö der Synagoge Königstciner Str. herabgesetzt werden müßten, da schon im vorigen Jahre die Voranschlagsziffer nichr erreicht worden sei. Die Besucher seien eben nicht mehr in der Lage, diese teuren Synagogenplätze zu bzahlen. Dr. Simon ljüd. Volksp.) bittet, es bei der Festsetzung der Finanzkommission zu lasten. Stiefel llib.) bringt den Antrag ein, den Synagogeikvvrständen einen Dispositionsfond zur Verfügung zu stellen, um notwendige kleinere Ausgaben ohne weiteres zahlen zu können. Heß llib.), Landsberg llib.), Katzenstein lkvns.) unterstützen diesen Antrag, wie auch den Antrag Bloch-Neustadt. Trotzdem wird der letztere mit 14:12 Stimmen abgelehnt, während der Antrag Stiefel mit der Majorität der Stimmen angenommen wird. Derl Gegenstand eingehender Erörterung bildet dann der Zuschußposten des Philantropins. Willy Wolfs vom Gcmeindevvrstand glaubt, daß die Finanzkommission zu weitgehend in der Bewillgnng der Znschußgelder geht. Wenn die "ahlcnstcigcrnng im Kapitel UnterrichtSwesen so weiter gehe, dann werde bald die Existenz der Schule gefährdet sein. Dr. Galliner llib.) betont,' daß der Etat des Philantropins schon mit äußerster Sparsamkeit aufgebaut sei. Die Gemeinde habe die Pflicht, sich für jüdische Geistigkeit enzusetzen. Auch Dr. Geiger llib.) stellt fest, daß man tatsächlich nur das Notwendigste, was eben eine höhere Schule benötige, bewilligt habe. Das Schulwerk dürfe unter keinen Umständen leiden. Wolfs ljüd. Volksp.) rblickt im Gegensatz zu dem Vorredner im Zusammenlegen der Schulklassen kern wesentliches Unglück. Dr. Merzbach llib.) steht auf dem Standpunkt, daß mit dem Zusammenlegen von Klassen nichts getan sei. Die erhöhten Ausgaben der Schule seien durch das Hinzukommen zweier Neuklassen durchaus erklärbar. Dr. Katzenstein lkons.) verlangt eine Trennung des BolkSschulenetats gegenüber dem der höheren Schule. Der Vorschlag der Finanzkommtffion wie der Antrag Katzenstein werden dann schließlich angenommen. Schließlich wurde noch beschlossen, daß die Gemeinde in der Religionsschule Sitz und Stimme für sich verlangen solle und der Zuschuß von 23 000 Mark herfür genehmigt. In einer weiteren Sitzung am nächsten Tag wurde zunächst der Rückgang der Schächtgebühren eingehend erörtert. Heß llib.) meint, der Rückgang sei durch die zu hohen Schächtgebühren der Gemeinde zu erklären. Nach längeren Ausführungen von Dr. Mainzer llib.). Dr. Mayer lVorstand) und Dr. Katzenstein lkons.) wird der Antrag der Finanzkommission, wonach unter Inanspruchnahme der Ritualkommission eine schärfere Kontrolle über die eingehenden Schächtgebühren herbeigeführt werden soll, angenommen. Bei dem Kapitel Krankenhaus stellt die Gemeindevertretung fest, daß das Krankenhaus wirtschaftlich gut gearbeitet habe. Der Antrag der Finanzkommission, der eine größere Einnahme von der Röntgenabteilung verlangt, wird angenommen. Die Kapitel Friedhofsamt und Grnndstückverwaltung werden entsprechend den Anträgen der Finanzkommission angenommen. Bei dem Kapitel Subventionen entspinnen sich längere Diskussionen. Zu der Höhe der Subventionen will die Finazkommission im Gegensatz zu dem Vorstand der Gemeinde, der 100 000 Mark für Wohlfahrtspflege in den Etat eingesetzt hat. 150 000 Mark bewilligen. Dr. Simon ljüd. Volksp.) befürwortet eine weitere Erhöhung auf 200 000 Mark. Ihm schließt sich an Landsberg llib.). Dr. Geiger llib.) bittet dringend, nachdem man vor kurzer Zeit den Steuersatz in so außerordentlicher Weise heruntergesetzt habe, durch eine derartige Ausgabenerhöhung die zukünftige Finanzgestaltung der Gemeinde nicht geradezu unmöglich zu machen. Eine derartige starke Steigerung dieses Etatspostens müsse bald eine Erhöhung des Steuersatzes nach sich ziehen. Dr. Mayer lVorstand) meist darauf hin. daß die Gemeinde keine geheimen Schätze besitze aus denen solche Ausgaben bezahlt werden könnten. Wenn man so nnrtschafte, treibe man einer Katastrophe zu. Während im Reich eine fünfvis sechsfache Erhöhung der Wohlfahrtsausgaven eingesetzt sei, betrage er im Etat der Frankfurter Jüdischen Gemeinde das zwanzigfache. Auch Dr. Mainzer llib.) warnt dringend Sakkoaiizffigeein.'.'wci. reihig, hell u.dunkel ge- JHQQ must. Cheviots, 55,-, 50.- SakkOOnZUgCein-azwelr Gabardineu. kammgarnart. Stoffe, neueste karierte und ge- 7AQO streifte Dessins, 85,-, 75.« ■ V SakkoanzlUfe.i..,,..i,, Kammg. u. Cheviot, hervorr, Qoalit, mod.Farben.votiügl.ver- AAAO arbeitet, 110.-, 100.-, 95- 9V EKunen-GaDaraine* montel S;Ä 2400 flott. 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