Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 7 (1927)
- Issue
- 21 (27.5.1927)
- Date
- 1927-05-27
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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tmtttilungen der strdelt»s«met«tchaft füMtch ♦ liberaler ^ugeadveretn« Deutschland« < Jlf lUQnnuKEi* veuav» -ur 7vorsch.uv»ralea Zeitung VeeanttoottUchtt Schrtstlellerr Ernst tzelnrtch Seligsolln, Veritn-Hrnnewald, vouglasstmtze so Aufgaben -er jüdisch-liberalen Iugmdvereine. Bon Dr, Hugo tzoffmann, Frankfurt a. M. mr om geringes Kontingent An -er mangelnden Aktivität -er liberalen vereine? An -er G leichgiültitzkeik -er schäuungen cm ßitttjB deutung un- Notwendigkeit liberaler In in den nichtorthv-oxen tm- .nichtzlionisi Tatsache und nicht mehr bedeutet; und diejenigen Libe raten, Me ihre Jujgend in neutrale Vereine sendet, weil sich entweder kein IN am Platze befindet ober weil man die Gründung un- Stärkung liberaler Juaendveretne für inopportun Mt. Beiden RIchtunaen gegenüber haben wir die Pflicht, das Wesen und die erzieherischen Werte einer jüdisch-liberalen Jugendbewegung überzeugend darzulegen, um sie aus diese Weise für eine aktive Beteiligung zu gewinnen; sie stehen — bewußt oder unbewußt, handelnd ödet empfindend — ihrer religiösen UeberzeiMNg nach aus unserem Boden und bilden das große Reservoir, aus dem der Liberalismus, von ihnen allen in seiner wirklichen Bedeutung erfaßt, noch unendliche Kräfte zu schöpfen vermag. Der Orthodoxie und dem Zionismus gegenüber gilt es lediglich, die Einstellung unserer religiös-liberalen Auffassung klar aüzugrerrzen, ohne damit in irgendeine Bekämpfung dieser Richtungen verfallen zu wollen. Unsere Hauptaufgabe liegt also darin, der religiöSliberalcn Jugend, die entweder liberal ist, ohne es zu wissen, oder ihre liberale Gesinnung nur in neutralem Verein, und damit ohne die erforderliche, nur Im Kreise Gleichgesinnter mögliche Entschiedenheit bekundet, den tiefen Gehalt und die wahren Werte eiNeS überzeugend gelebten Liberalismus aufzuzetgen. Die Auffassung, daß der religiöse Liberalismus nur etwas Negatives, den Abfall darstelle von der jüdischen Lehre und ihren Bräuchen, ist in den letzten Jahren angesichts der ersolgreiäM positiven Betätigung liberaler Kreise mehr und mehr gewichen. Der Liberalismus bedeutet uns eine in sich gefestigte, von freiem Geist durchdrungene, mit hohen Idealen erfüllte Weltanschauung. Er ist uns Gesinnung und Tat, kein System noch Programm — Bewegung und Ziel, kein Zustand oder gar Stillstand. Wie erfüllen wir dies? Durch Vorbild und praktisches Beispiel. Unsere ganze Arbeit muß erkennen lassen, daß es keinerlei Gegensatz oder Bindung gegenüber den heutigen Lebensformen und -äutzerungen bedarf, wenn wir unserer religiösen Ueberzeugung auch leben wollen. Die Arbeitsgemeinschaften und Heimoben de müssen außer der grundlegenden jüdischen Geschichte Themen erörtern, die die Beziehungen des Judentums 51t den brennendsten Kragen der Gegenwart aufdecken. Gemeinsame Feiern unserer Hauptfeste (Leder, Pnrim, Laubhütte, Chanukah) sollen nicht nur der geschichtlichen Erinnerung dienen, sondern in ihrer Auslegung und Deutung gerade uns Liberalen ein stets neuer Quell der imvcrsiegltchen Kraft unserer jüdischen Religion sein. Das gleiche gilt von dem Freitagabend, der für die Mehrzahl unter uns infolge der veränderten Zettverliitltnisse die eigentliche Sabbatfeier ersehen muß. Vor allem aber müssen wir den Freitagabend wieder in die liberalen Familien hineiutraaen. damit der unendliche Zauber dieser all wöchentlichen Feier, die wenigen Stunden vertrauten Zusammenseins der Eltern mit den Kindern, der Kinder mit den Eltern, fcritflö von aller beruflichen Arbeit, ein jeder nur dem Familienkreise sich widmend, das Ganze von liberal-religiösem Geist getrauen, uns dten ein immer neu fließender Vorn unversiegbarer Lebenskraft und Lebensfreude werde. Religiöse Feierstunden, die von der Jugend ge boten und den Wünschen der Jugend angepaßt, eine weihevolle Laieupredtgt mit Gebet, Chor und must kalischen Darbietungen umrahmen, oder künstlerische Abendfeiern, in denen eine indische Perfiönlichkeit durch ein Referat über sie, durch Borlesen und Rezitation aus ihren Werken, wiederum umrahmt von must kalischen Darbietungen, gefeiert wird, tragen ferner zur religiösen Vertiefung wesentlich bei. Leben wir in dieser Weise unser religiös-liberales Judentum, dann wird uns die Religion wieder zu einem wahrhaften Lobensgnt werden, zu einem steten und treuen Begleiter in allen Lebenslagen und-fingen. Dann wird auch die indifferente Jugend mehr und wehr — wie wir cs übrigens jetzt schon oft reststellen können den Weg zu unS finden, weil sie hier wieder Religion und Leben miteinander verbunden sieht und Ideale findet, die gerade ans dem Quell ihres Judentums stammen; des Judentums, das sie bisher nur als etwas Gegebenes hinnahm, ohne Kenntnis und Würdigung der tieferen Werte und feines wirklichen Gehalts. . Die gleiche Aufmerksamkeit müssen wir den Anhängern neutraler Jugenderziehung widmen. Don vornherein sei betont, daß den neutralen Jugendvereinen als solchen kein Wort der Bekämpfung gesagt sein soll; sie sind in kle i n e n Gemeinden je nach der Zusammensetzung der Gemeindeangehörigen direkt notwendig. „ . Die Frage, die hier zur Erörterung steht, ist: Soll sich unsere liberal denkende oder erzogene Jugend in neutralen oder liberalen Gemeinschaften betätigen? Und hierzu die Vorfrage: Soll die Jugend in einem von vornherein bestimmten Milieir und in der Das M-Programm Achtung! Achtung! Aautag der Jlis Berlin, Maadedurg und Potsdam avr 18. und IS. Fuui iti Branden-»rg jHavel). Ueberuachtung in Plane. Gportwettkümpfer HtaffeHanf, Schwimme», Mlker« ball. Rllhere Mitteilungen ergehen noch. , Mi Berlin. 1. Vorsitzenderr canb. ing. Hans Rvfentz Berlin,Steglitz. yriebkichSrnher Stkatze Gr» abende Berkowitz lvtze Rea.Sharlsttenduetzr findttr von 6%—8 Uhr statt. 8. Jani itz, Kurfürstenstr. 88: L eseabend. Allee 1 er Gtr. 18. r 1: 88. le der. Heim, RegtNe Juni bei Äeladevd. ntam. ^_ppe «esteN: Kityrör: HäNS RofeNdekAer. DievStSa. 81. Mai: ReneS Testament. Mittwoch, 8. Jnnir Walter Rathenau. Dienstag. 14. Juni: Walter Rathenau. DieNStaA. >1. Jnni:, Xenes Testament, Dt« die Kai, aas den Gruppenabenden. irappen Sübwesten. Norden, Osten, HermSdorf und ndgkitppe des Jli'Potsoam erfahre« ihr Programm Jti Breslau („Abraham Geiger"). Mittwoch, den 1. Juni, pon8X Uhr abends arij es Beisammensein im Ftiedeberg-Garten. »aiser-WUhelttt» nfte finden von setzt ab \ abends statt, it de« Zobten". SKSft Ut "tthjc«« M« regelmäßig alte 14 Tage he» 8. Jnni: Wanoernn MÄg Freund Ähfahrt: Gäste herzlich willkommen. onntag, vorm. Hanpt Jlt Frankfurt a. Main. I.Borsttzender; Dr. Hugo Hoffman«» Riedrnan 87. Heimaoend« sinden litagig im Sitzungszimmer dor Sona, gone. Königsteitter Streme, die AröcitsgemcittfÄasten »tägig in den «achsezeichneten Nohnuttgen statt. Beginn Uhr. Hermabenoe: Dienstag, den 7. Juni: Sendetvera«- statt««« anlWch SchewuoS. Dienstag, den 21. Juni und 8. Juli: Aktuelte Tagesiragen. ArVettSaemetnsMafteni 1. „Hebräisch" (Herr E. Gut): Hörsaal der Hauptfynagüae. 2. ^Judemum und Ehrtstentum" Wrau Dr. tzdtNKerj: Vychenheiwer A«lage 48. 8, „Aus jüdischer Geschichte^ (Herr Ravviner Dr. Gsttschalk): Niedenau 37II. 4. .LlrbeitSgemeiNschast für freie Referate". Näheres sei Herrn »lex Jaeossvhn. Gittelsbach Allee v. zu erfrage«. — Die Daten »er ArbeitStzemeiNschastSaSsNSe «erde» besonders bekannt gegeben. Die neuoJugenvgruppe hat ihre BekaNftültNygett jeden Samstag» Nachmittag ns« 8—7 Uhr. die, i« Prinalt wohnnngen stattfinden. Sonntag gemeinsame Wanderungen oder RadauSslttge. — Nähere Auskunftr Grete Adler, Bettiuastr. 62) Ist Melamet. Betgerftr. 188; Moritz Freimann. RrineSstr, 18; Walter Scheibt. Bvckenheimrr Anlage 88) Rose Hoffmann, Ricdcnan 871. Jli Magdeburg („Heimat"). 1. Vorsitzender: Hans Frankensteiu. Hasselbachstratze 8. _ Die Beranstaltunae« finden tm Sommer im Freien statt. Sportliche UebuNgSzeiten werben «och festgesetzt. Die Jngendgruppe steht unter -er Leitung von Erwin i^attmaun. Unsere Areitagabendseiern finden bis auf weiteres ein« halbe Stunde oor dem Gottesdienst statt. diesem Milieu entsprechenden Welt- und Reliaionsavschauung erzogen werden, oder in rein neutralem Sinne ohne feste Stellungnahme zu einer bestimmten Richtung? Die Befürworter neutraler Vereine sehen den Vorzug neutraler Erziehung darin, daß der Jugend die Entsckeiouna nicht ^Vorweggenommen" wird, daß sie sich Sie Entscheidung selbst auS eigener Kenntnis der verschiedenen Richtungen allmählich mlden ober gar erkiimpfen soll. Go ideal diese Auffassung gedacht ist so wenig stimmt sie — näher betrachtet — mit den ~' Ält überein. Der jur t n Forderungen der Wirklichkeit MenM, der in die In keine eigene, jedensallS keine ls er sticht, eintritt, hat gesesdtate Weltanfchau' und was ihn, die Gemeinschaft ung. DaS, was er sticht, eben soll, ist die Erziehung zu einem selbstöswußten Nenschen und in sich geschlossenen Charakter. Eine solche Erziehung ist aber nur möglich im Rahmen einer einheitlich gesehenen Weltanschaünna, nicht im Widerstreit oder Wechselspiel der verschiedenen Ri tuwaen untereinander. Der jungen Pflanze gleich reist der Mensch nur bann zur vollen Blüte, wei ensch nur bann zur vollen Blüte, wenn die En Wicklung auf fruchtbarem Etaenboden, d. h. im Kreise Gleichaesinnter vorwärts schreitet. Nur ln solchem KreiS kann die Jugend mit der ihr eigenen Begerft-Lrungsfähigkeit dem Ideal ihrer religiösen Einstellung nachstreben; jede Hemmung, jode Rücksichtnahme auf AnderSbenkenbe bedeutet — wenigstens für die Jugend! — ein Mschwächen der eigenen Unffvssung, ein Schwanken der eigenen Sicherheit. Und nicht nur das, sie wird irre im Vielerlei der Auffassungen und lernt keinewahrhaft kennen. Diejenigen, die eine feste Einstellung gewonnen, verdanken sie in erster Linie eigenem Schaffen im Rahmen ihres engen Frermdenkreises Gleichgesinnter, nicht der eigentlich neutralen Arbeit, die ihnen, wenn auch unbewußt, doch erst an zweite Stelle trat. ES ist kein Zufall, daß neben den neutralen Jngenövereinen stets noch Organisationen der orthodoxen und ziowisttschen Jugend bestanden und bestehen. Sie finden — mit Recht — nicht die wirkliche Erfüllung ihres Ideals auf solch neutralem Boden; es fehlt die Mglichkeit der letzten Ausschöpfung deS eigenen Ideals, wie es das Vorrecht jeder Jugend ist; die vielfache Rücksichtnahme hemmt den Weg, die Religion üen, »it erleben, statt sie nur als etwas wes, ekwas rein Gegebenes hinzunehmen. Nd ist köitt weiterer Zufall, -atz inaner Mehroer lieuttätett Vereine me Liberalen bei weitem iegen. Ihr Liberalismus war und ist —« «u«. meist — nur ein schwacher Abglanz des wirklich libeülen Judentums, der Vergeistigung des Judentums n liberalem Sinne. Sie emMnden lediglich die itSkehr von orthodoxer ^rnd den Gegensatz zur zionistjstyen Auffassüng. suchten aber doch aus den ver- ..Jüdiedenswu Gründen die Verbinduna mit dem Jüoija und fanden diesen Weg geeMet in den ivo- , Heyden neutralen Jngendveretnen. Es war also — und dies Ott es. Men zu bedennen, der WangeL an wirklicher Begeisterung und innerer Wärme für <j foeül,rme sie de^orthodotzey^rttd zion e igeneJ^.,»...... Ae gefehlt hat S lNd «chr- MN itlogu oder auf t stuven und in sondern IttdeS rngel war nne Aktivität der liberalen Whter, t sich nicht auf eine noch so begWndets es Liberalismus in Schriften und Artikeln! rle Verwaltungsarbeit in den Gemeinden nken.durste, beides an sich notwendige rem Maste anMerkennende Arbeiten, — mmer wieder den Weg zur Jugend finx M den Liberalismus als ein ebenso Ideal, wie dm Orthodoxen und Zivtttften die ihrigen, zu zeigen, imstande fein mußte. Hier liegt unsere Arbeit in unserer Stellung m den neutralen Vereinen. Keinerlei Gegensatz. Im Gegen-, teil, enge Fühlungnahme zwischen uns und ihnen am gleichen Platze. HeraWichung der liberalen MitAieder zu unseren Beranstaltungen, um ihnen die Fülle von Werten eines wirklich geleibten Liberalismus zw zeigen, und auf der anderen Seite Uebernahme von Nestraten und Mortxägen über den Liberalismus, um in dett Zentralen Vereinen und daMber hinaus die Kentttms von dem Ewigjkeitsgeha.lt unserer positiven religiös-liberalen Weltanschauung zu verbreiten. Mer Nicht nur auf die Städte und Plätze, in denen liberale Jnaendvereine bestehen, dlirfen wir uns veschrättkeu. Auch mit den neutralen Vereinen an anderen Orten müsien wir Beziehungen ankuüpfen Und unterhalten, um tett uns in ihrer Auffassung Nahestehenden 'den Mg einer von echt religiösliberalem Geiste getragenen Lebensführung und -aust fafsuug zu weisen. Ich habe mit Absicht in Len vorstehenden AnsWHruügen diejenigen ÄuMben erörtert, die Wer unsere eigeutlich interne Arbeit hinausgehen. Daß wir im engeren, Kreis unserer Mitglieder ein möglichst vielgestaltiges Programm a Wellen fArbeiisgemeinschasten Über jüdische uA>d allgemeine Themen, Heimabende mit stets aktuellen Referaten j# sölaender Mskussion, religiöse Feiern, WjM-WM jüdischen und allgemeinen SehensivLirbigkeiten, Ausflüge, Dreffahrten, sowie im Sommer und Winter je etnegrötzere Festlichkeitj, dürste selbstverständlich sein. Ms Motto über unsere gesamte Arbeit möchte ich hte Aufgabe setzen, die wir uns bet Gründung de.S Frankfurter Jlt gestellt: „Die Anforderungen der Gegenwart mit Leu Werten der Vergangenheit um die unWliche Verwurzelung in deutscher Kultur mit dem stolzen Bekenntnis zur Religion der Väter harmonisch zu vereiniserr." * , vor dem Ende der Jugendbewegung? Bon Hans Löwenverg, Berlin. Eine Deftnation dessen zu geben, was man mit „Jugendbewegung bezeichnet, ist sehr schwer. Ich unterscheide eine Jugendbewegung im engeren «Sinne iMandevvoael) und eine im weiteren Sinne, zu der ich uns beisvlelsweise zähle. Die letzte Richtung ist jugendbewegt in der Weise, in der jede Jugend, die nicht gerade aus Philistern und blasierten Modepuppen besteht, bewegt ist. Die erste Richtung ist eS, weil sie eS sein will; sie ist es deshalb, im Gegensatz zu anderen, bewußt. Rein äußerlich sind die beiden nicht mehr voneinander zu scheiden, denn die Zeit, wo zum zünftigen JugendVewegten der Schillerkragen und eine gewisse gewollte Unordnung gehörte — etwa nach dem Muster des Diogenes, durch dessen Löcher in den Kleidern seine Eitelkeit schien —. ist vorbei. Das ist ein Synwtom, wenn auch äußerlich und scheinbar unbedeutend, so doch kennzeichnend für die Wendung, die sich hierin autzeruch dokumentiert. Bon der zünstigen Jugendbewegung, der Jugend» Bewegung im engeren Sinne, soll hier die Rebe sein. Sr Wesen zu charakterisieren ist deshalb schwer, weil kein Charakteristikum besitzt. Oder sollen wir wirk- ) ihre unbedingte Ehrlichkeit — die in ihren Aeußerungen recht oft eitel und selbstgefällig und deshalb schon wieder unehrlich ist — als ihr wesentliches bezeichnen? — Das ist nicht möglich, denn es hieße soviel wie: bis zum Aufkommen der Juaendveweaung hat es, bis auf wenige Ausnahmen, keine rücksichtslos ehrlichen Menschen gegeben. Erst die Jugendbewegung bat sie wieder erweckt. GMichvett ist eine Selbstverstänolichkeit fiir jeden Menschen; die aber, die es nicht sind, sind eS auch durch die Jugendbewegung nicht geworden. Und dann wäre diefe Definition eine große Ungerechtigkeit gegen die, die durch ihre Stellung im Leben gezwungen sind, fiir andere unehrlich zu fein (Beispiel: der Lehrling, der seinen Chef verleugnen muß). Es sind nicht alle jungen Menschen stark genug, dieses Negativum in ihrer öffentlichen Tätigbeit durch ein Positivum in ihrem privaten Leiben auGugleichen. Für die aber, die stark genug sind, ergibt sich die Aufgabe, sie zu stützen, ihnen den Konflikt lösen zu helfen. Das Hat die Jugendbewegung nicht getan; sie hat den Konflikt konftattert und hat dem einzelnen anheim« gegeben, ihn zu lösen; und zwar in ihrem Sinne, d. h. nach dem Grundsatz: „Alles oder nichts." — Daß in manchen Fragen seit einiger Zeit eine größere Offen»