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Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-05-20 · 20 (20.5.1927) · page 6

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
20 (20.5.1927)
Date
1927-05-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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feilt atttfii zu eiltet pädagogischen Angelegenheit. Dann «erbe« sich auch Protestanten. Katholiken. Jude». Preuße» und Nichtpreutzen und wer sonst die Akademie al» Lehrender und Lernender mit bilden Hilst, hier wirklich wohl und zuhause fühlten. Einen besonderen Gruß »och rief der Minister den Studierenden der Akademie zu: die Frankfurter Pädagogische Akademie müsse der geistige Mittelpunkt für die gesamte Lehrerschaft der Provinz «erden. um den EinheitSschulgedanken im tiefsten Ginne lesten- -ig zu mache«. (Jta) Hierzu wird uns noch geschrieben: Den Eröffnungsfeierlichkeiten wohnte« bei. die Rabbiner Dr. Horovitz und Dr. Geliamann. Kultusminister Dr. Becker betonte in feiner feingeistiaen Gröffnung-re-e den, die religiöse» Gegensätze überbrückenden Charakter der simultanen Lehrerbilduuq. Die geistige Entwicklung Deutschlands fei in die -ritte Epoche de- Humanismus eingetreten, irrste Epoche: Antiker Humav'»muS zweite Epoche: klafstztstifcher Humanismus. dritte Epoche: Humanismus der modernen Simul. tanität). Besonders bemerkenswert ist, daß dem Lehrkörper dieser staatlichen simultanen Lehrerakaöemie Herr Rabbiner Dr. Horovitz als Dozent angehört. Lchächlverbot in Schweden? Die zweite schwedische Kammer hat sich »ach längerer Debatte mit großer Mehrheit für ein gesetzliches Verbot des Schächtenausgesprochen bet gleichzeitiger Ablehnung des vo» der Ersten Kammer bereitangenommenen Entwurfes, der der Regierung in der Schächtfrage freie Hand gewährt. ES ist sehr »u befürchten, daß bei den bevorstehenden Der. Handlungen zwischen den beiden Kammern die Schächtgegner überwiegen, so daß et» gesetzliches SÄächtverbot erfolgen würde. Für ein SchächtverVot tritt besonders die Sozialdemokratische Partei ein. und zwar unter dem Eindruck der Stellungnahme der SchlachthauSartzeiter. die mit einer Nieder« legung der Arbeit in denjenigen Betrieben drohen, in denen nach iüdifchem RituS gefchächtet wird. (Jta) vande» und der Jca ermöglicht. Die LtSherigeu Ergebnisse sind befriedigend, »um Teil sogar Über Erwarten gut. Go waren z. v. die SrnteergeSnisfe in den jüdischen Kolonien hei Odessa 1S2S um SO Prozent höher als in de« russische». Die hohe Dualität dejüdischen Weizenin der südlichen Ukraine ermöglichte den Mischen Kolonisten, den höchste« Preis zu erziele». Zu de« ntchtjüdischen Bauern besteht ei« freundschaftliches Verhältnis dade« Antisemitismus de» Boden immer mehr entzieht Wie der Vortragende immer wieder betonte, seien die stellenweise ausgetauchten Behauvtungen. als feien die Juden Set der Bodenverteilung besonders günstig berücksichtigt worden, nicht de» Tatsachen entsprechend. da die Juden bisher noch nicht so viel Land erhalten hätten. alS ihnen im Verhältnis zu ihrer BevölkerunaSzahl zustänbe. Rach dem Bortrage fand im Verwaltungsgebäude der Gynagogengemeinde Btlrerstratze eine Sitzung des Düsieldorfer Jnitiativ-KomiteeS der Gesellschaft „Ött*. Abteilung Deutschland, statt. baS aus folgenden Persönlichkeiten besteht: LouiS Cohen, Rabbiner Dr. Efchelbacher. Frau Berta Eschelbach». Josef Erle. Erich Felsenthal. M. Grünthal. Geh. Rat Grünebaum, Rabbiner Dr. Klein, Justizrat Dr. Levison, Ralph Lewin. Mine Meyer. Georg Nathan. O. Scheinemann. Or. medL et dWI. Studier. Emanuel Stern, Frau Lina Wolfs. DaS Komitee stellte sich zur Aufgabe, eine Aktton für den Ort-WiederaufÜaufond einzuleiten und die Gründung einer Ziveigorganssatton des „Ort" i* Düsseldorf vorzuVereite«. Gozialrvirtschaftlicher Umbau des osieuropäischen Judentums. Vortrag von Dr. A-Gingalowski- Berlin in Düsseldorf. Bor kurzem fand hier ein Vortrag deS Mitgliedes der Zentralverwaltung de» Verbandes „Ort", verrn Dr. Singalowsky-Berlin. statt über den Umbau des jüdischen Wirtschaftslebens im östlichen Europa. Nach einem BegrüßungSwort des Vorsttzenden der Versammlung. Herrn Geheimrat Grünebaum. der auf die Bedeutung der Gesellschaft »Ort" zur Förderung deS Handwerk» und der Landwirtschaft unter den Juden yinwieS. hielt Dr. Singalowskn ein instruktive» Referat über Entstehung, Entwicklung und gegenwärtige Tätigkeit deS „Ort". Besondere Aufmerksamkeit widmete der Redner, der vor kurzem von einer Rußlandreise zurückgekehrt ist. der neuen jüdischen Kolonisation in Sowiet-Rußland. Der Vortragende wies zunächst auf den in allen Ländern Osteuropavor sich gehenden Prozeß der sozial-wirtschaftlichen Umschich. tung der jüdischen Bevölkerung hin. Diesen Prozeß zu erleichtern und in richtige Bahnen zu lenken, machte sich die .1880 in Rußland begründete Gesellschaft „Ort" zu ihrer Aufgabe Rach dem Weltkriege, al» da» russische Judentum unter den neuen StaatSqebilden zersplittert wurde, dehnte „Ort" seine Arbeit über die verschiedenen neugebildeten unneugeordneten Staaten aus. Seit 1921 stellt der „Ort" einen Verband dar. -er 66 Ort-Organiiationen in allen Ländern Ost- und Westeuropas sowie Amerikas umfaßt. Die Tätigkeit des „Ort" fällt in drei Gebiete auseinander: 1. Wiederaufbau deö jüdischen Handwerks auf dem Wege kreditweiser Versorgung der Handwerker mit Werkzeugen (in den letzten Jahren wurden 6000 Jüdische Werkstätten, die eine Erwerbsquelle für 80000 -erfonen bilden, mit Produktionsmitteln versorgt). 2. Berufliche Ausbildung der Jugend in Fachschulen und Lehrwerkstätten (zur Zeit unterhält „Ort" 77 Handwerksschulen und sonstige Fachanstalten mit 60 Lehrwerkstätten, in denen 6800 Jugendliche und Erwachsene sachlichen Unterricht erhalten). S. Die Förderung der Landwir tschaft durch Kredite und Fachberatung. In den östlichen Gebieten Polens und in Rumänien wurde die Landwirtschaft zu einer ErwerbSauelle kür viele tausend jüdische Familien. In Rußland, wo die Rot am größten ist. hat der Uebergang der Jude» zur Landwirtschaft einen Massencharakter angenommen. Dr. Singalowsky führte hierzu auS: Im vorigen Jahrhundert habe sich daS jüdische Lebe« in den Ostländern vornehmlich in der Kleinstadt avgewickelt, biS mit dem Einzuge der kapitalistischen Wirtschaftsform eine Krise eintrat. Dadurch sei eine sozial-ökonomische Umschichtung erforderlich geworden, der jedoch die Abgeschlossenheit de- Judentums in Rußland in einem AnsiedlungSrayo» und die für sie geltenden Rechtseinschränkungen im Wege standen. Das Massenstreben zur neuen produktiven LebenSgestaltung hatte eine große Auswanderung zur Folge. Die Ergebnisse der Nachkriegszeit haben darin eine Wandlung geschaffen insofern. al» an Stelle der Emigration die Binnenwanderung treten mußte. Heute wandern die Juden nach Südrutzland und die nördliche Krim, wo ihnen die Möglichkeit landwirtschaftlicher Betätigung geboten wird. DeS weitere« gab der Vortragende einen aufschlußreichen Ueberblick zur Statistik der 3000 000 in Sowjet-Rußland lebenden Juden Bon ihnen sind 50 Prozent in produktiven ArbeitSberufen tätig, leiden aber teilweise unter -er großen Arbeitslosigkeit — 10 Prozent sind größere Kaufleute, die dem „Nep"-Regime standhalten können. Weitere 10 Prozent bilden die HandelStreiSenden. die restlichen 80 Prozent sind auf Unterstützung angewiesen und beschäftigungslos. Die jüdische Kolonisation sei auch insofern symptomatisch, als die wirtschaftliche Vntwicklung Rußlands sich viel eher in der Richtung der Wiederherstellung der Agrarwirtschaft alS in der der industriellen Wiederaufbaues entwickelt. Die jüdische Siedlung werde in Zukunft noch weiter auSaebaut werde». ES bestehe jedenfalls der Plan, in den nächsten Jahren 82 000 jüdische Familien anzussedeln. Die jüdische Landwirtschaft in Rußland sei an sich keine Reuerscheillung, da die GiedlungSbcwegung bereits zu Zeiten der zaristischen Regieirrug eingesetzt habe Rach anfänglicher Förderung hätten jedoch neue RechtSbefchränkungen der Bewegung Einhalt geboten. Immerhin gingen im Laufe de» 19. Jahrhundert» etwa 200000 Juden zur landwirtschaftlichen Beschäftigung über. Einen planmäßigen Charakter erhielt die jüdische GiedlungSarveit erst Anfang 1626. al» die Förderung dieser Bewegung als allgemeine staatliche Aufgabe erkannt wurde und durch bas vobenreglement Veränderungen hereingetragen wurden, nach denen die Juden bei der Bodenverteilung den nichtjüdische» Bauern gleich, gestellt wurden. Im Verlaufe von 2H Jahren entstanden 170 neue Siedlungen. In diesem Zeitabschnitt wurden über 200 000 Hektar Boden für die Ansiedlung von 12000 Familie« bereitgestellt und 6740 Familien in der Süd-Ukraine. 1878 Familien in der nördlichen Krim. 1877 Familien in Weißrußland und 100 Familien im nördlichen Kaukasus angesiedelt. Die GiedkungSarbeit wurde durch Hilfe, die hier die Sowjet-Regierung leistete, vor alle« aber auch durch die UnterstützungSaktio» des amerikansschenJoirit, dcS OrtSver- Aus den Gemeinden Berlin. <70. GeburtSta a.) Am 21. Mai wird Herr Oberstudienrat Professor Dr. Moritz Schäfer 70 Jahre alt. Der hervorragende Pädagoge und geschätzte Gelehrte ist im jüdischen soziale» und wissenschaftlichen Leben Deutschlands führend tätig. Er ist Mitglied de- Vorständede» HilsSverein» -er Deutsche» Juden und de» Deutsch- Israelitischen GemeindebundeS. Professor Schäfer hat der liberalen Bewegung wie auch der Redaktion dieser Zeitung jederzeit gern mit Rat und Tat zur Seite gestanden. AlS Repräsentant der Berliner Jüdischen Reformgemeinde hat er in dieser stetfür die Förderung fü-isch-reliaiösen Leben» zu wirken gesucht Auch in der Berliner Jüdischen Gemeinde hat er seine reichen Erfahrungen in den Dienst der Allgemeinheit gestellt, so vor allem im Schulvorstand, dessen älteste» Mitglied er ist. Zu de» zahlreichen Gratulanten gesellen sich die Glück« wünsch" der jübssch-liberalen Kreise Berlin», di« den Wunsch hege';t dem treuen und trotz der 70 Jahre noch jugendliche 'istreiter noch recht lange gemeinsame Arbeit leisten zu Sür.rn. Berlin. (Ueverfall aus den voxkluv „Maecabi".) Während der Voxklub „Maccabi" am 12. Mai in der Turnhalle einer Gemeindeschule in der JoachimSthaler Straße trainierte, überfielen die vorbviziehenden Hakenkreuzler unweit der Schule den Schriftführer einer Boxzeitschritt. Dr. Woitlid und warfen ihn — fünfzig gegen einen — zu Boden. Mit Schlagringe» und Fußtritten bearbeitet, konnte sich der Angegriffen« in die Gemeindeschule retten. Hier traf er den Trainer des Maccabi. Michelfon, der die Klubmitglieder, ungefähr 23 Mann, alarmierte. Michelfon schlug zwei der auf ihn eindriugenöen Hakenkreuzler zu Boden. Seine Schüler, die den Kampf aufnehmen wollten wurden von dem herveigerufenen Uebersallkommando daran gehindert, das die Straße mit dem Gummiknüppel säuberte. Dresden. (GemeinderatSfitzung.) I» der ersten im Mai abgehaltenen GemeinderatSsttzung. die Vorsteher Giedfrieb Pionkowfki leitete, nahm das Kollegium davon Kenntnis, daß da» Sächsische Ministerium für Volksbildung die für 1S2v ö Prozent betragende Gemeindesteuerabschlußzahlung bewilligt hat. Einstimmig wird die Zuwahl des Nankprokuristeu MarE st reicher in Len FriedhofSausschuß gutgeheitzen. Vorsteher Rechtsanwalt Paul Galinger teilt mit, daß anläßlich der am 22. Mai in Dresden stattfindenben Tagung der deutschen jüdischen Landesverbände die Vertreter der Verbände an diesem Tage Gäste de» Sächsischen Israelitische« GemeinbeverbandeS und der Dresdener Israelitischen Gemeinde seien. DaS Kollegium stimmte der Bewilligung der dadurch entstehenden Kosten, die zu« Teil vom sächsischen Israelitischen GemeinöeverVand getragen «erden, zu. Eine am 28. April eingegangene mit 18b Unterschriften versehene Kollekttveingabe ersucht den Vorstand. Maßnahmen zu treffen, die in Dresden die Einrichtung eine» unter Leitung der Gemeinde stehenden Gottesdienstes nach altem Ritus ermöglichen. Zugleich wirb daS Schreiben verlesen, da» hierzu die Herren Dr. M. Schornstein und OSear Felder an den Vorstand gerichtet haben. Zwecks Deiterbcarbeitung der Angelegenheit beschließt da» Kollegium, die Sache dem Synagogenausschuß zu überweisen. Den für den SchulauSschuß vom Vorsteher Pionkowfki gegebenen Bericht ergänzt Rabbiner Dr. Wolf durch die Mitteilung, daß mit Beginn des neuen Schuljahre» das Gymnasium zum heiligen Kreuz. Dresdens älteste höhere Lehranstalt, in die Reihe derjenigen BUdungSinstttute getreten fei. an denen der israelitische Religionsunterricht unmittelbar im Rahmen deS Gesamtstundenplaneerteilt werden kann. ElberftÜ. (60. GeburtSt«ij Am IS. Mai beging der Freund unserer Bewegung Ooerkantor Hermann Zivi, seinen 60. Geburtstag. Von feiner Gemeinde, in der er feit fast »0 Jahren amtiert, und auS den Kressen de» Allgemeinen deutschen Kantorenverbande», zu -esse« Mitbegründern und Vorstandsmitgliedern der Jubilar gehört, sind ihm aus diesem Anlaß herzliche Glückwünsche zugeaangen. Die Bereinigung für -aliberale Judentum uno die Redaktion der „Jüdisch-liberalen Zeitung^ haben de« trauen Freunde und aufrichtigem Förderer gleichfalls herzlichste Glückwünsche übersandt. Harleshausen. (Synagogen-Gchlietzung.) Die seit erst etwa 80 Jahren bestvtzende hiesige Synagoge ist auf Anordnung de» KreiSbaumeifterS und der OrtSpolizeibehörde wegen Vaufälligkeit geschlossen worden. Der Gottesdienst soll künftig in einem Dchuksaal abgehalten «erden. Heilbronn. (Synagogenj« biläum.) Am 21. Mai dieses Jahre» feiert die Israelische Gemeinde HeikVronn da» VOtLhrige Bestehen ihrer Synagoge durch einen FestaottrSdienst Eingewecht wurde die von Baurat Wolf in Stuttgart erbaute Synagoge, die zu den schönsten Bauwerken HeiwronnS gehört, «n 2. Juni 1877. I» einer außerordentlich interessanten Festschritt, die vo» R.-A. Dr. OStnt Mauer verfaßt worden ist. wird unter Anführung der wesentlichen Urkunde« ein anschauliche» Bild der wechselvollen „Geschichte der Juden in Helkbronn" gezeichnet. Die Schrift, die da» Leben der Juden in HeMronn von ihrer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1288 bi» auf die Gegenwart schildert, verdient auch in weiteren Kreisen und über den Tag hinan» beachtet zu werden. Königsberg. (Konstituierung der neuen Repr äs e n tauten Versammlung.) Die auf die Dauer vo» drei und seid» Führen neu gewählten Repräsentanten wurde» durch den Vorsitzenden deS Vorstandes. Justizrat Holz, ft» 10. Mai in ihr Mut eingefüchrt. Justizrat Hotz» begrüßte die Neusewahlte« und die Wiedergewäblten und gab dem Wunsche Ausdruck, daß sie gemeinsam mit dem Vorstand eine gedeihliche Arbeit für daS Wohl und Wehe der Gemeinde leisten möchten. Sodann begrüßte die Versammelten der Alterspräsident der Repräsentanten. Justizrat Dr. Lichten st ein. nachdem noch bekanntgegeben war. baß gegen die auf drei Jahre erfolgte Wahl ein Wahlprotest beim NegierungSpräsidenten eingegange» ist. Unter Zugrundelegung de» neue» Wahlrechts erfolgte die Wahl deS BureauS. Es wurden gewählt: zum Vorsitzenden der Repräfentantenversammlung UniversitätSprofessor Dr. Rudolf Cohn (Zionist), zum stellvertretenden Vorsitzenden Justizrat Dr. Sichtenstein (liberal), zum Schriftführer Kauf, mann Max Feinstein (Mittelpartei des Gemeindevereins), zum stellvertretenden Schriftführer Kaufmann Emil Rosenthal (liberal). Sodann erfolgte die Wahl de- DorstandeS der Gynagogengemeinde, die die Wiederwahl der bisherigen Vorsteher ergab. Vorsitzender deS Vorstandes ist Justizrat Holz, erster stellvertretender Vorsitzender Geheimer Mebiztnalrat Professor Dr. yalkenheim und zweiter stellvertretender Vorsitzender GanitätSrat Dr. Stein. Danach wurde eine aus sieben Mitgliedern bestehende DiVliothekSkommifsion gewählt. Für die Orgel bewilligte die Repräsentantenversammlung ein elektrisches Gebläse. Dem Verein zur Abwehr deS Antisemitismus wurde ei» Beitrag von 100 M. gewährt. Eine Summe von 200 M. wurde für Erinnerungsbücher für Abiturienten auSgeworfen. Ferner solle» allen Schulentlassenen religiöse ErtnnernngS- »«bestellt werden. Magdeburg. (50. Geburtstag von Rabbiner D r. W i l d e ) Am 9. Mai beging der Freund unserer Bewegung und unserer Zeitung. Rabbiner Dr. Wilde, seinen 80jährigen Geburtstag. Ihm auS diesem Anlaß die herzlichsten Glückwünsche barzubringen, ist nicht nur seiner Gemeinde ein Bedürfnis, sondern darüber hinanS den weiten liberalen Kressen dm ganzen Reich, die ihn alS Erwecker und Förderer religiöse» Leben». alS warmherzigen Menschen und treuen Berater schätze» gelernt haben. Z« ihnen gehört auch die Redaktion der Jüdisch-liberalen Zeitung, der Dr. Wilde gern jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stand. Mag eS uuS vergönnt sein, ihn noch recht oft zu unfern Leser» sprechen lassen zu können, mögen ihm an der Seite feiner liebe» Gattin noch recht viele Jahrzehnte frohen Schattens vergönnt fein. Mannheim. (Todesfall.) LandgerichtSpräsident a. D. Dr. Stein ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Er war der erste jüdische LandgerichtSdirektvr in Deutschland. Marburg. (Reform de» kurhessischen Juden, gesetzts.) Die Beratungen über da» kurhessische Judengesetz beschäftigen alle iu Frage kommenden Faktoren seit langer Zeit und haben gerade in den letzten Wochen bestimmtere Formen angenommen. Auch die Borsteherämter der Israeliten von Kassel, Marburg. Hanau und Fulda sahen sich genötigt, zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen, was in einer gemeinsamen Zusammenkunft ihrer Vertreter hier geschah. DaS Ergebnis der Beratungen läßt sich dahin präzisieren, daß man die Erhaltung der kurhessischen Judengesetze, die sich bewährt haben, wünscht, und ihre Anpassung an moderne Anschauungen für zweckmäßig hält. Dazu sollen in kleinen Gemeinden aus allgemeinen direkte« Wahlen der Vorstand, in größeren Gemeinden die Repräsentanten hervorgehen. Letztere hätten den Vorstand zu wählen. Die KreiSvorsteher, dere« Funktionen übrigens nach der allgemeinen Reform des Judengesetzes anderweitig geregelt würden, sollen von den Gemeindevorstehern der Kreise gewählt werden, während erstere mit den Gemeindevorstehern deS Bezirks das Vorsteheramt. dem auch noch die Rabbiner deS Bezirks und ein von der Lehrerschaft entsandter Vertreter anzugehören hätten, wählen müßten. Aus die weitere Entwicklung und praktische Durchführung dieser schon lange geforderten Reformen wird man gespannt sein dürfen. Marburg (Jüdische Wohlfahrtspflege.) Hier fand eine Mitgliederversammlung des Landesverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege in Hessen-Nassau und Hessen statt, die von den Landgemeinden des Bezirks gut besucht war. Dr. Ollendors-Berlin. der Geschäftsführer, der ZentralwohlfayrtSstelle der deusschen Juden, verbreitete sich zunächst über die Hauptgebiete der jüdischen Wohlfahrtspflege, die Wichtigkeit der Aufgaben und den Gesst der Erfüllung. Herr Benjamin-Frankfurt a. M. behandelte die Frage der jüdischen Wanderfürsorge, die wiederholt als das Schmerzenkind der jüdischen Wohlfahrtspflege bezeichnet wurde. Irr Interesse wirksamer Hilfe und der Beseitigung bestehende, Auswüchse wurde die Notwendigkeit einheitlicher Organisatton gefordert. Die Geldbeschaffung der Wanderfürforg« bildete eine weitere wichtige Frage der Auseinandersetzung an der sich u. a. auch Bankier Plaut, der Vorsitzende de, Zentralwohlfahrtsstelle der Israelitischen Gemeinde in Kassel, beteiligte. Aus dem Verlauf der Verhandlungen wurde die Wichtigkeit der Aufklärung in den Landgemeinden über die Bedeutung des Landesverbandes besonders erficht, lich und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß durch die Weckung größeren Verständnisses in allen dafür in Betracht kommenden Kressen eine befriedigende Lösung der Probleme erzielt werden könne. Neuwied. (Amtseinführung.) Für den mit Jahresdeginn in den Ruhestand getretenen Lehrer und Prediger Julius Raufenberg der 38 Jahre segensreich hier wirkte, ist Lehrer Berth. Sender auS Neunkirchen (Saar) zum Amtsnachfolger gewählt und feierlich in fein Amt eingeführt worden. Fabrikant Jakob Loeb begrüßte den neuen Prediger im Namen des GemeindevorstandeS und widmete ihm freundliche Worte für seine Tätigkeit. Lehrer Sender hielt dann seine Antrittspredigt, die von den zahlreichen Zu- Hörern, die das Gotteshaus fiillten, mit Andacht entgegengenommen wurde. Oldenburg. (Jubiläum.) Auf eine 40jährige Tätigkeit im Lehramt, die mit dem 25jährigen OrtSjubiläum zufammenfiel, blickte der hiesige Lichrer Meuberg zurück. Die Gemeinde bereitete ihrem geachteten Beamten eine würdige Jubiläumsfeier durch einen FestgodteSdienst, der von Chorgesang und musikalsschen Darvietunge« umrahmt war. Lehrer Bernheim. Varel, hatte die kantoralen Funktionen übernommen und Lrndrabbiner Dr. de Haas hielt die Festrede, in der die Verdienste deS JubssarS um di« religiöse Erziehung mit Worten deS Dankes und der Anerkennung hervorqehoben wurden. Vertreter der Lehrervereinigung OstfrieSlanö. Oldenburg-Bremeu und der Oldenburger Lehrerschaft hielten Ansprachen und Lehrer Meyverg dankte mit bewegten Worten, die gleichzeitig einen Rückblick auf sein erziehersscheS Wirken enthielten. RegenSVnrg. (Rabbinerwahl). Wie wir hören, hat die Gemeinde RegenSburg den Rabbiner Harry Levy. der zurzeit akademischer ReligionSlehrer und Prediger bei der jüdische» Gemeinde Berlin ist, zum DistriktSrabbiner gewählt. ,, v _ RegenSburg. (FriedhosSschLndnng.) Wie auS RegenSVuva gemeldet wirb, wurde» dort in der Nacht vom 7. zmn 8. Mai auf dem israelitischen Friedhof vier Grabsteine umgeworfen. Der Friedhofs Wärter nahm die Beschädigungen wahr und gab einige Schreckschüsse ab. Die Täter flüchteten über die KirchhofSmauer. Die Kriminalpolizei hat Fingerabdrücke genommen und man hofft, die Täter, die, wie sicher anzunehmen ist. au» gewisse« politbschen Kreisen stammen, feststellen zu können. Zoppot. (Gynagogeneinbrnch.) Am Sonntag, den 8. Mai, brachen Diebe, wahrscheinlich mit Nachschlüsseln, in die Zoppoter Synagoge ein und stahlen eine Aktentascheeine Dpendenbüchse und zwei Gobetbücher. Do» de» Verbrechern fehlt jede Svur.

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