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Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-05-20 · 20 (20.5.1927) · page 2

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
20 (20.5.1927)
Date
1927-05-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Me Bibel zum deutschen Volksbuch gemocht, au» Lern Me Kinder einst deutsch lesen gelernt und die Eltern Kraft und Verinnerlichung --schilpst haben, «eilich sah er auch daS Alte Testament durch die Smfie des Neuen, «eil jd Leide L«. de« EhNften, Wette» Dort waren und Shrckn» der vrennnunkt der »anzen Bibel fein mußte. Ded-alL «nute de« «vvernen Judentum, att eß im IS. tzahrhundert daß E-etto vernetz und in dtz «eite vett der aügemeinen Kultur ttngrug, die Bibel vrtthsrnicht in jedem Ginne als Gerst von seinem Geiste erscheinen, sondern eS mußte ein eigene» ßeutsches Gewand für -en uralten jüdischen Schatz zum Gebrauch für den neuen jüdischen Menschen geschaffen werben. Zu dieser Heist««- die Vorsehung des Genius Moses Mendelssohns auS- «rrvätzlt. ». Mose» viendÄSfohn. Was ist das Wesen dieser Persönlichkeit, an dt« alangem unverdienten: Bergessensein wieder zu n die nahe Wiederkehr seine» 900. Geburtstages uns bald einladen wird- War hat chm im letzten Grunde die allfeitige Verehrung der Mitwelt und die weitreichenden Wirkungen in der Nachwelt eingetras gen? ES ist allgemein zugegeben, doch er nicht der «Hüpfer neuer ftmchtbarer Gedanken, auch nicht die stürmische, kampfjreudrae Reformatorengestalt gewesen ist, die mit grellem Schein oft kurze Zeit die Mttlebenden blendet und die Entwicklung gewaltsam einen Ruck Vorwärtsbringt. Man gelangt wohl nur in die WesenStrefe MofeS Mendelssohns, wenn man ihn alben Menschen der ftotm betrachtet, -er sittlich-schönen, innerlichen Form, die den Geyalt entscheidend veelnflußt. Er ist immer die wundersum anziehend«, keusche Natur gewesen, die die Reibung mit der Autzenwelt mied, der Mann der inneren Glut und deweichen Gemüts, daS den Kampf scheute, weil kämpfen die Harmonie stört und häßlich wirkt. Daher sein« Nei» aung und seine starke Begabung für die Aesthetik: er schreibt sein« Griefe über die Empfindungen", und dann Zusätze -u Liesen Briefen, -Le er „Rhapsodie" nennt, er behandelt ,,dte Hairptgrundsätze der schönen Künste und Wissenschaften" und „daß Er-avene und Naive in den schönen Wissenschaften" urch über den „Ursprung unserer Ideen vom Erhabenen und Schönen . Was Wunder, Latz er m den meisterlichen Beherrschern der deutschen Sprache „unserer Muttersprache". wie er nicht müde wird zu sagen, gehört! AuSgestattet mit dem feinsten Sprachgefühl wird er der vielbeneidete Schöpfer der deutschen wissenschaftlichen und philosophischen Prosa. Und da er zugleich ein vorzüglicher Kenner -es hebräischen Schrifttums ist. führt ihn fern ästhetisches Empfinden in die Tiefen des hebräischen Svrach^istes und macht ihn auch hier zu einem glänzenden Stilisten So ist er der geborene Bibel- Übersetzer, der sich mit iiberlegener Meisterschaft in di« alten Urkunden seines Stammes einfühlt und den Beruf in sich trägt, auf dem Wege über die Sprache der deutschen Judenheit Len Weg in das moderne Zeitbewußtsein zu ebnen. Niemand, wenn nicht Mendelssohn. kannte die Macht des reinen Sprachgefühls. Unhöchst unrein und unästhetisch, ein seltsames und abstytzende- Gemisch war die Redeweise der deutschen Juden in den verdüsterten Judengassen geworben, die das Licht der Kultur und des echten schönen Geschmack» nicht aufnehmen und vertragen konnten. Bon innen heraus wollte er daS Judentum freimachen und die jüdische Masse bilden, um sie für die äußere, soziale und gesellschaftliche Freiheit reif werden zu lassen. Und mit weisem Vorbedacht wühlte der Mann der schönen inneren Form di« Sprache, die ja nicht blotz ein Instrument ist, um die Gedanken zu verbergen, sondern vielmehr, und gerade bei denen, die etwazu sagen haben, da» Gefäß der höchsten Offenbarungen demenschlichen Geistes. So übersetzte er denn die fünf Bücher Mösts und die Psalmen, auch daü Hohelied, und nur sein vorzeitiger Tod hinderte ihn. feinen Plan einer vollstän- Men Er Paritäten« »— un» damit Gerne >«vtschka»d ia Ligen deutschen BibelÜbertraguna zu verwirklichen. Ursprüutzljch zum häuslichen Gebrauch bei -er reliung feines Sohnes bestimmt, «uvde seine setzung zum Arraelvurckt Ht Arneue- Iftilim» fttt m Ju-ßN-tzit de« ganzen ' ife . . r vury«rüb«rsetzung üQtt Europa hinau-«irk«üd. Behutsam tt« Mt Grziahuny»arb«it m -er udenheit Lingeleitet^ ließ sich rn seiner StrenMäubigeit bei der Uebersetzung von der jüdischen Tradition «« suxJkr «wrarwe sich, in natürlicher Frische und gemritvoller Sprache, in feierlichem, dichtLAem Nachempsinden war Me UÄersetzung Malten, sv daß sie Mt unwiderstehlichem Zauibtt den ästhetischen Sinn der Fudercheit weckt« und ihr« erstarrte und versteinerte Rejigiosttät neu verteSendiate. von wundersamer Jllrnttckett und überragender EinfüKungSkraft ist Mendelssohn vsalmenüüersetzung, die ME einer zehnjährigen Tätigkeit, die ihm manche» Seiden versüßt" hat, — eS war die nervenzerreibende Zeit keine» Streites mit Vavater — und von der er im Vorwort charakteristisch sagt: „Ich habe die Psalmen nicht in ihrer Ordnung nacheinander übersetzt, sondern wichlte mir einen Psalm, der mir geftel, welcher zu -er Zeit, mit der Lage meines Gemütes übereinkam, welcher mich Salb durch seine Schönheit, bald durch seine Schwierigkeit reizte. Diesen trug ich i« Sinne bei fy mancherlei ungleichartig«« Beschäftigung«« mit mir herum, dt» ich glaubt« mit dem Geist« mein«» Dichtersv vertraut «u sein, gl» ich es meiner FühiMeit nach «erden konnte, und dann war da- Niederfchreiven «ine gering« Arbeit. Siedu ebenso, mein Leser, wie ich geschrieben Haide" So redet die Bescheidenheit und Anmut, die GemütStiefe, kurz: di« inner« Schönheit. ». Die rationalistische» UeAersetzrmgerr. Mose- Mendelssohn hätte die VrzdchungSaröcit am deutschen Judentum nicht vowdrlngen können, wenn er nicht di« begeisterte Unterstützung und achtunggebietende Förderung wertvoller Freunde nnd Jünger gesunden hätte. St« waren es. die feine Pentateuchüberfetzrw.i mit «inem hebräischen, lichtvoll-klaren Kommentar. geschöpft aus den anerkannten Erklärungen der jüdischen Ausleger des Mittelalters, begleiteten. Zu diesen Männern gehören vor allem Hartwig Wessely. Herz Homberg, David Frieöliinder, Joel Löwe, Salomon Dubnow, Ahron Molfsoyn und Isaak Euchel, d«r erste Mendelsjohn-Biograph und zugleich der erste Ueberjetzer unseres Gebetbuches. Der Meister selbst hatte die vorzügliche Erklänma deS zweiten Buches MofeS Veigesteuert und darin «ine von feinstem ästhetischen Empfinden zeugende Abhandlung über Geist und Form der hebräischen Poesie zum tieferen Verständnis des StegeSliedeS am Schilfmeer (Kapitel 15) etnoeftreut. Einen ganz besonderen Hinweis verdient Mendelssohns Einleitung zu diesem Uebersetzun^S- und ErklärungSwerk, ln der er auf Grund der Tradition, aber geläutert durch steine philosophische Grundan-schäuumg einen Einvlick in hie wesentlichen Fragen gibt, die mit Inhalt, Ursprung und Sprache der 5 Bücher MofeS zusammenhänaen. Go war der Boden vorbereitet für die ferner« Durchdringung der Bibel in wissenschaftlichem Geiste, der der Geist des IS. Jahrhunderts nt. Der kritische Gedanke und daS historische Prinzip beherrschen da» Kulturleben der Zeit. GS ist die Periode des S^ttonallSmuß, der auch sie Bwelwiffenschaft und Uebersetzung. oft unbewußt, beeinflußt. Großartige erklärende und übertragende Werke entstehe» auf christlichem und jüdischem Boden: Y u n s e n und d e W e t t e in der ersten Hälfte des Jahrhunderts, die mannigfachen Neversetzungen verschiedener Theologen in Verbindung mit ausführlichen Kommentaren auf hisiorisch-kritischer Grundlage tu der zweiten Halste. Die ZusammenMung fanden Best gans-n gslrhrten Arbeiten in dem großen Biöelvmt von Kautzsch Hie Heilig« SWift öeä Eilten UisteMtzent»^ da» auLdie MokMye» und Pstndo- «ptgrap-«» -nchält. Klare Verständlichkeit in Inhalt rwo gtzrw ist das Ziel dieser Uebersetzung. Darum scheut ft« sich nicht, die üLorauS pchlrEn Aonderunn zu psrweHn. die di« wissenschaftliche Bihelforung m bm Ä-rliefartsn. sogenannten masorettschen exte durch Sprachvergleichung und Benutzung der alten griechischen, lateinischen und syrischen Uebersetzungen rwraenommen hat. Dies« Uebertragung Hat «in« «eit», «Wrephtenbe Verbreitung gefunden, nachdem sie unter Weglassung des gelehrten Apparats, aber mit Beibehaltung der TiLtveränderungen m bibel" für die BÄürfntsst des hie GSauung sncheMy BihellestrS nmgearveitet worben ist. Hervorragend sinnvoll vn» flüssig vermittelt diese Uobersttzung «in m dgS heutige SprachbewuhMn unvergleichlich gutes Verständnis der heiligen Urkunden, wenn auch nicht geleugnet werben kan», daß orthodox gerichtete, protefhantische Kreist gerade an jenen Textänderungen Anstoß nehmen müssen und konservativ jWifche Menschen noch überdies an der durchgängigen Wiedergabe ö«S vierbuchstabigen GotteSnamens durch ,^ahwe". ZMreich sind di« deutschen BibelWersttzungen, die im iS. Jahrhundert in Auswirkung der Vceudelssoynschen Bestrebungen und zur Erweckung des religiösen Sinnes von jüdischen Gelehrten der deutschen Judervhett geschenkt worden find. Am stärksten verbreitet sind di«tvelbertragungenvon LudwigPhilippson und Leopold Zunz Mchbem jener ein großartiges Bwelwerr mit ausführlichen Erklärungen geschaffen hatte, wurde später unter Auarundelegung seiner uebersetzung von chm im Verein mit zwei anderen Gelehrten eine revidierte UÜberarbeitung für die große jüdische Oesfentlichkeit geschaffen, urvd diese Ausgabe erfreute sich im jüdischen Puibliknm allgemeiner Beliebtheit. Der ausgesprochene Zweck dieser Uehersttzung war es, die deutschen Juden von fremden Quellen, besonders dem Lutherwerk unabhängig zu machen und „in leicht faßlicher Form bei sachlicher Treue, in Wortwahl und Konstruktion dem deutschen Spmchgeiste gemäß" ein Verständnis des Grundbuches de» jüdischen Geistes zu vermitteln. In der Form wollte sie „den edlen volkstümlichen Ton und das ästhetische Gefühl berücksichtigen". Dem damaligen Geschmack entsprechend ist sie im ganzen ihrer Aufgabe gerecht geworden, ebenso wie die unter der Redaktion von Zunz veranstaltete Uedertvagung von Arnheim. Fürst und Michael Sachs, die ihr Ziel darin sahen, „bei strenger Anschließung an Massora und Aeeentsystem den ermittelten richtigen Sinn treu, klar und angemessen wivderzugeben". Ungefähr gleichzeitig mit diesen Uebersetzungen erschienen solche von Gotthold Salomon und Salomon Herxhetmer, deren Verbreitung aber nur gering war, und am Anfang unseres Jahrhunderts hat Simon Bernfeld, der bedeutende Kenner des gesamten jüdischen Schrifttums und fein« hebräische Stilist, aufs rceue und mit schönem Erfolg« versucht, uns in den Geist der Bibel durch eine Uebersetzung einzusühren. Groß sind die BeÄienste aller dieser Männer um die Erhaltung des religiösen Urgutes der Kulturmenschheit. Mer allzu schwierig ist di« Aufgabe, dem modernen Denken und Empfinden in kongenialer Art da» Altertum zu verlebendigen und zu neuer Aneignung zu bringen. Die rationale Richtung deS Geistes, dt« öaS vergangene Jahrhundert kennzerchnet und in wissenschaftlicher Exaktheit und formaler Korrektheit ihren Niederschlag fand, ist in Literatur und Philosophie, und nicht zum wenigsten in der Kunst einer Sehnsucht gewichen, das Leben, die Seele des Lebens in allen Erscheinungen zu gewinnen. Je seelenloser das Dasei» des heutigen Menschen unter der Wucht Der jüdische Witz. „Bemnndert viel und viel gescholten^ wi« Helena ist -er südische Witz. Beide Parteien haben ÜiL zu einem gewissen Grads Recht — wie weit, das festzustellen, ist einer Untersnchuna wohl wert. Zunächst muß das Feld einer solchen Untersuchung avesteckt werden. Der aus dem Gemüt quellende Humor, er daS tüdischs Leben nicht weniger vergoldet als da« allaemeine Weltgetrieve, Sedarf keines Verteidigers, denn i H n Iiveift niemand an. Di« Abwehr richtet sich nur gegen ene-n Witz, der sein Objekt nicht poetisch verklärt, owdern literarisch h i n r i ch t e t. gegen ieweS Lachen. daS nicht fröhliche Zustimmung bedeutet, sondern eine Grimasse deS Hasses und der Verachtung ist: Lkurz gesagt gegen die jüdische Satire. Eine Satire verdeutlicht als schlecht oder häßlich erkannte Eigenheiten eines Einzelwesens oder einer typischen Gemeinschaft iuS GrvteSle, sv das; die ausS Korn genormnene Eiaenbeit karikaturcnhaft die anderen Wesenszüge der mit ihr Behafteten überragt und ihre AS-. uormität auch dem stumpferen Blicke entlarvt. Eine gute Karrikgtur wirkt nun immer lachhaft und es ist daher die Frage, ob ihr Autor eS bloß auf diese ästhetische Wirkung abgesehen hat. ob eS ihm also nur darum zu tun ist, mit jemandem seinen Spott zu treiben, oder ob er in weiterer Folge sittliche Ziele verfolgt: durch die Erkennbarnrachung einer Abnormität ihre Ungleichung' an die ideale Norm anzubahneu. also Uebelstände zu beseitigen und Personen oder typische Gemeinschaften von Etgenhett-en zu befreien, die sich st ö r e n d zwischen sie und die übrige Gesellschaft stelle«. Dielesittliche Motiv wird man wohl in erster Linie jener Satire zubilligen dürfen, bei der Subjekt und Objekt identisch sind: der Selbst Persiflage Dem» deren Voraussetzung ist ja die Selbsterkenntnis. Und ist Erkenntnis eines UeLelS die Vorstufe feiner Ueber* Windung, so hält Selbsterkenntnis schon viel weiter: sie ist Verei-tS die Folge der Ueberwindung. Indem sich jemand Wer fei» eigene» Fck luftig macht, projiziert er da» komisch Wirkende dieses Ich» nach außen. ES Ist seinem Wesen nicht mehr immanent, er wird eS. sobald er nur will, ganz abstreife». Die jüdische Delbstperstslage war und ist vielleicht »och heute -er notwendige Häusirngsprozetz des Ghettmnemschen, seine innere Emanzipation von einer unwürdig»» Berqanaenbeit. ES ist aber ei« Irrtum, wen» der Antisemitismus glaubt, aus brr jüdische» Selbst per ssilaae Kapital für sich schlagen zu können. Nur betrog««« Betrüger können, auf ein« von Juden geschaffene JuldenSarrivatur hp-oesiend. «uSrufen: ^Veht Ser. fo ist der Jude!" Nichtig-kS psychologisches Erfassen deS künstlerischen SchöpfungSvorgangeS müßte vielmehr zu der bewundernden Erkenntnis kommen: „Geht Ser. so überwindet der Jude daS. nmS unserer Derblewdung bisher iWische Nasteneigenheit schient^ Ein Beisviet für diesen interessanten LäuterungSprozetz: Der geistige Vater jener jüdischen Kabarettkunst. die vielfach als eine VeMndigung gegen die jüdische Würde empfunden wird, der Diener GroteSkkomiker Heinrich Eisenbach, bereicherte ein«S Tage? fein Programm um eine besondere Attraktion Er kündigte einen Ringkampf mit dem damaligen Träger des schweratyletischen WeltmetstertitelS an. Er verstan« sein Geschäft: schon die bloße Ansage eines KräftemesienS zwischen so ungleichen Partnern lockte ungeheure Scharen von Neugierigen in die Arena. Sie kamen auf ihre Rechnung: Noch in der Erinnerung an diesen ^Kampf" lachten ornstbafte Männer Fahrzelmte später Helle Tränen. . . Visenbach ist längst tot und sein Ensemble in alle Winde verstreut. Waö aber in Wien weiterlebt und von dort aus Schule in der ganzen iridischen Welt gemacht hat. ist der jüdische Ringkämpfer. -er jüdische SportSmaun und zwar nicht mehr -lS Karrikatur. sondern als stolzeste ErfüHuwa des noch «ww> Eifenbach unglaublich kühnen Traum» von einen; MuSkrltudentnm. Aus derftlhen Stadt, in der vor noch nicht ganz einem Menschenalter ein jüdischer Ringkämpfer nur als SensationSnummer eines öerbkomischen VavttLs berrkbar war. zivhrn beute iung« Juden im Trtumvb über den Ozean, um iSre Kräfte siegreich mit den angelsächstfchen Erben eiwrr uralten Vporttraüition zu messe«. Schnt man da nicht einen inneren Zusammenhang? Wird es nicht klar, daß di« Namen Eifenbach und „Ha ko ah" nur zwei Etappen eines Entwicklungsganges vebeuten: von der Erkenntnis der jüdifchen Kvrpertrrforität zu deren Uevormtnüung? Daß die Diener ^Hadoah^ unter zionistischer Leitung schon wieder in «in neues Stadium der Entartung getreten ist, da» des GeschästSkportS. sei hier nur nebenbei erwähnt. Dieser Aussatz dient nur dem HimveiS darauf, daß die jüdische Satire kein Feind der jüdische» Würde ist, sondern im Gegenteil ihr Wegbereiter. Das gilt aber nur für die echte Satire, der nach «tt größere« Rechte nachaerühmt »erden kan«, was Aristoteles der Tragödie zuschretdt: ^kat-arsis/ reinigende Wirkung. Doch das befreiende Lachen, das die Luft ein«» Kulturrayons. von sittlichen und ästhetischen MtaSmen reinigt, hat einen »iderlichen DoppelgLnaer: dagrinsende Behagen an den verpestenden Miasmen seMt. Der Spaßmacher, der diesem traurigen Behagen btent, vertagt keine KrankhMß. keime, sondern ~ jagt ihnen nach. Dieser Kkvwn ist kein Pionier -er .Sittlichkeit, sonder« «fet Nntzwietzer -er Unsittlichkett. Leider findet er heute ein besonders dankbares Gebiet, sein Unwesen zu treiben, im Film. Der arische Verfasser -es Films „Der Jüngling aus -er Konfektion" Herr B. E. Lüthge. hat sich geradezu darüber beschwert, daß es meist gerade Juden sind, die den „etwas starken" jüdischen Witz bevorzugen, und daß er eS war. der derartige Dinge mildern mußt«, die auf Wunsch von Juden in den Zwischentiteln gemacht worden find. Ueber 'die Gefährlichkeit solcher „Witzbolde" ist kein Wort zu verliere». Weniger deuMch. aber darum nicht minder groß ist der Schade, den «in ästhetisches Ho ch stab l er tum angerichtet. baö bloß formellen Erfolgen nachjagt, ohne ein«« tieferen Kern ins Auge zu fassen. Es hat seinem Lehrmeister Eisenbach abgeguckt, wie er sich räuspert uwd wie er smrckt. Well daS vollendete Mediunr des Eisenback- Mtzes der Jargon war. hatten sie den Gebrauch des JargonS an sich für vollendeten Mtz. Diese Sorte literarischer SnovS. die ziemlich weit und ziemlich — hoch hinauf verbreitet ist. arbeitet nach der Schablone: „Immer, wo Begriffe fehlen, dort stellt ein — Jargonwort zur rechten Zeit sich ein". Ich habe einmal einen als sehr bedeutend anerkannten Wiener Dbeaterkritiker über die Jeßnersche Jnsz-enierung „Richard Hl." reden gehört. Mitten in dem gepflegten Lite ratendeutsch kam arrf einmal die Antithese „Shakespeare und — Ehuzpe" vor. Warum „Chuzpe"? Das Wort „Anmaßung" Hütte sprachlich dieselbe Wirkung geübt. Sprachlich ««hl, aber nicht psychologssch. Denn die an solche» Orte nicht erwartete EisenbachreminiSzenz brachte momentan eine behagliche Entspannung de» Ernstes, mit dem sich der Zuhörer einem so hochliterarvschen The-ma gegenüber einstellt Ein Schmunzeln ging durch den Gaal und der Redner verzoichnete einen HeiterkeitSersolg — ohne besonderen Aufwand an Geist. In Httac Leichtigkeit de» SrfvLgeS liegt die Hauptgefahr des Jargon-Mißbrauchs. Ein Audttorium. da» sich dar«« gewöhnt, ans den bloßen Klang jüdsschen TvnsM» mit Heiterkeit zu reagtere». mutz naturgemäß alle- Jüdische als etwas an sich Lächerliches empfinden. Ei« solcher Kunstgenuß" et* zieht also dachristliche PMikum zum Antisemitismus und bewirkt im jüdischen eine Renaiffanee -er Ghetto» psychose. statt deren Ueberwindung. Dicker merkwürdige» Kunst Übung kan» gar nicht rasch und enevgisch genug an den Leid gerückt werben. Sie hat mtt waÄrer Kunst nicht» zu tun. Wer der W ü r d «l v s t g - kett Vorschub leistet, schließt sich selbst aus der Gemeinschaft der Erlesenen ans. denen Schiller zuries: „Der Menschheit Würde ist in Eure Han» avgeben. bewahret siel" Dr. Hugo Gv-ieglor.

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