Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 7 (1927)
- Issue
- 16 (22.4.1927)
- Date
- 1927-04-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Mail übertreibt rricht, wen» mau öle derzeitige Lage dort als geradezu trostlos und hemitleidenswert bezeichnet. Nicht das Politische will ich dabei in diesem Augenblick würdigen,' nicht an die Gegensätze zwischen Arbeiter und Arbeitgeber denken, sondern nur an das rein Menschliche rühren. Die Empfindung, die man überall dort hat, ist die: Während bei uns gerade der jüdische Mensch schon vor -er Emanzipation und seit dieser besonders es als seine höchste Aufgabe betrachtet, selbst emporzusteiaen und seine Kinder sozial, gesellschaftlich, wirtschaftlich hochzubringen und ihnen den Weg zu allen Stellen im Staat, im Gemeinwesen und im Wirtschaftsleben zu eröffnen, trifft man in Palästina auf Schritt und Tritt aus Menschen, die deklassiert sind, die die Stufen nicht hinauf, sondern hinabgestiegen sind. Der Chauffeur, mit dem wir sprechen, ist einst Ingenieur der AEG gewesen. Jetzt ist er hierher festgebannt, eine Familie von sechs Kindern, das Notwendigste zum Wiederaufstieg, -er Anzug, die kleinen Dinge fehlen ihm. Wir sehen einen russischen Rechtsanwalt, der Orangen verkauft und diese Tätigkeit, wie er sagt, recht angenehm empfindet. Das kann ja individuell durchaus wahr fein, kann aber doch, generell gesehen, zweifellos nicht als Fortschritt betrachtet werden. Ein Chemiestudent bedient als Kellner. Wir sehen Loözer Textilfabrikanten, die einen kleinen Laden aufgemacht haben, in dem sie Keks und Liköre verkaufen. Fortgesetzt Bilder dieser Art. Das erschütterndste Bild war aber, wie in Tel Aviv.auf den Straßen der Stadt junge Mädchen saßen und Steine klopften. Es waren offensichtlich junge Mädchen aus sozial einst besser gestellten Kreisen, denen die breitkrempigen Strohhüte Schutz vor der Sonne, aber nicht einmal den notdürftigsten Angenschutz vor den Splittern gewährten. Wenn man über solche Dinge mit Zionisten spricht, dann sagen sie einem, daß diese jungen Mädchen noch froh sind, wenn sie statt der Arbeitslosenunterstützung hier wenigstens arbeiten können. Und dann weiter: Wären Sie vor zwei Jahren gekommen, als der große Taumel hier warda tanzte alles, sang alles, war alles froh. Jetzt — und das ist der Refrain, der immer wiederkehrt — fehlt das Geld. Es ist in der Tat so, daß es P a! ä - stina an Geld fehlt. Es fehlt ihm an Geld in einem Ausmaß, das sich kaum schildern läßt. Daß Geld das Wunderding ist, das Wasser aus der Erde zaubert, wissen wir. Aber das Geld, das erforderlich ist, um in Palästina wirklich ein bleibendes und großes Werk zu schaffen, übertrifft um ein Vielfaches das, was an anderen Stellen notwendig wäre, um dort das gleiche Ziel zu erreichen. Von dieser Stimmung der Krise ist dort alles erfaßt, und frohe Menschen, fröhliche Gesichter sind selten geworden. Aber immerhin: diese Stimmung der Krise kann ja fitr uns nicht maßgebend sein, um trotzdem das Bleibende auszusondern und das Vergehende und das Werdende zu unterscheiden. Die englische Kolonie. Aber ein Anderes noch ist es, was sich mir sinnfällig geboten hat. Wir haben sehr oft davon gesprochen, daß Palästina im Grunde eine e n g l i s ch e Kolonie sei. Aber wir haben das vielleicht in den Diskussionen mit zionistischen Rednern mit einem ganz kleinen Unterklang von Agitation getan, und nicht gesehen und nicht gewußt, wie wir es jetzt sahen und wissen, daß Palästina selb st verständlich nichts anderes ist als eine englische Kolonie, und daß der Wunsch der Juden, die sich dort befinden, der ist, und kein anderer sein kann, es möge möglichst lange eine englische Kolonie bleiben: denn der Abzug der Engländer aus Palästina würde die größte Gefahr für die Juden dort bedeuten. So kann der Wunsch der Juden in Palästina gar nicht auf Aenderung der Staatsform im Sinne der Schaffung eines jüdischen Staates, der den Angriffen der islamitischen Welt von allen Seiten preisgegebcn wäre, . gehen. Wenn jetzt als Muster die Schweiz hingestellt wird, so soll damit gesagt sein, das; Araber und Juden und Christen — wie in der Schweiz Italiener, Franzosen und Deutsche — in einem gemeinschaftlichen bundesstaatlichen Gebilde zusammen leben sollen. Aber der Unterschied ist doch der, daß in den schweizerischen Kantonen die Nationen sich zn friedlichem Zusammenleben seit fast sieben Jahrhnnderten freiwillig zueinander gefunden haben, daß aber in einem palästinensischen Bundesstaat der mohammedanische Teil der Bevölkerung, wenn die Weltkonstcllation ihm einmal die Möglichkeit dazu böte, bereit sein würde, über den jüdischen herzufallen. Ns sind ja nicht die palästinensischen Mohammedaner allein: drei Millionen in Syrien, fünfzehn in der Türkei, drei im Irak, vier in Arabien, zwölf in Aegypten, fast vierzig Millionen Muselmanen halten die 150 000 Juden in Palästina umklammert, und mehr als zweihundert weitere Millionen Mohammedaner fühlen sich im Glauben und der Aufgabe Her Bekämpfung der Ungläubigen ihnen verbunden. Die Mohammedaner und Araber in Palästina haben zwar große Teile des Landes zu hohen Preisen an die Juden verkauft, aber doch nur, weil Land noch iw Ueberfluß vorhanden war. Denn nicht einmal die geringe Fläche des bebaubaren Landes ist bisher auch nur erschöpft worden. In dieser englischen Kolonie nun nehmen die deutschen Inden, die dort hinkommen, naturgemäß eine besondere Stellung ein. Es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß non den Reichsdeutschen, die dort bin gekommen sind, sehr viele sich nicht entschließen können, die palästinensische Staatsangehörigkeit anZUnehmen, offenbar, weil sie sich den Rückweg nach Deutschland nicht verbauen wollen, weil ihnen die Zugehörigkeit znm deutschen Vaterlande doch nicht etn bloßes Wort und ein bloßer Begriff, sondern eine tiefere Empfinbungsangelegenheit ist, und weil, meine Damen und Herren, der Erwerb der palästinensischen Staatsangehörigkeit oder das Ueber- und Untergehen in Palästina überhaupt nicht allein gleichbedeutend ist mit dem „vom Deutschen zum Palästinenser werden", sondern weil das heißt, vom Europäer und vom Mitteleuropäer zum Ori entalen zu werden. Palästina als Teil des Orients. Damit komme ich zu der letzten Gedankenreihe, die rch Ihnen entwickeln nrüchte. Das Sinnfälligste, der stärkste Eindruck, der uns geblieben ist, ist der: Palästina ist doch beileibe nicht Europa. Palästtna hat von Europa an einzelnen Orten eine Art Firnis bekommen, aber es ist viel mehr Orient, als es heute selbst noch Aegypten ist. Palästina ist ein kleines Ländchen, mitten hineingestellt in die arabische und mohammedanische Welt, unterworfen den Gesetzen der Welt, die es umgibt. Ich will hier nicht die Geschichte des Islam wiedergeben, bin auch nicht berufen dazu, den tiefgehenden Unterschied zwischen Orientalen und Europäern hier in Eile zu zeichnen: aber das darf ich doch sagen. daß es eine uns fre mde Welt ist, daß es eine Welt ist, die sich nicht allein nach der Farbigkeit der Gewandung von der unseren durchaus unterscheidet, sondern bei der hauptsächlich infolge der Lehren des Islams auch die Köpfe durchaus anders eingestellt und konstruiert sind, so daß in ihnen Wer Handel und Wandel, Recht und Billigkeit, Tun und Lassen, über Beten und Wohltun. Gastrvcht und Nächstenliebe, kurz über alle rnöglicheu Dinge Auffassungen herrschen, die grundlegend verschieden sind von denen, die bei uns herrschen und als Norm gelten. Für einen einzelnen Menschen mag dieses Hinüberwachsen aus dem Europäischen ins Orientalische vielleicht die Erfüllung besonderer Sehnsucht bedeuten, vielleicht nicht die Preisgabe besonders werter Kulturgüter in sich schließen: für uns aber, die wir in der mitteleuropäischen Welt lebend unwachsend und schaffend stehen, bedeutet diese Hingabe an den Orient, dieses Hinüberwechseln vom Europäer zum Orientalen' die Preisgabe alles dessen, was die Juden sich seit ihrer Emanzipation in Deutschland in langer und quäl voller Arber t erkämpft haben, alles dessen, worum wir täglich als Deutsche und Inden auch heute noch erneut ringen und kämpfen. Wer das für gering schätzt, dem mag es gleichgültig fein, ob er Europäer ist oder Orientale wird. Wer das aber für etwas unendlich Wertvolles bält, wessen inneres Sein mit europäischer Kultur und Zivilisation unlösbar verbunden ist, der muß mit mir sagen: Es ist ein Verbrechen, auch nur einen einzigen Menschen unter solchen Be di nanu gell aus dieser deutschen Welt in die orientalische hinüber zn verpflanzen. Marl kann nur das tiefste Mitleid mit den Eltern empfinden, die es ihren Kindern ernlöglichen oder erlauben, den mitteleuropäischen und deutschen Boden mit den unsicheren, problematischen, alleil Stürmen preisgegebenen Verhältnissen Palästinas zn vertauschen. Glaube und Heimat. Auf dem Heimweg sind wir durch Grieche n l a n d gefahren. Es ist nicht nur die Akropolis mit Parthenon und Erechteion, nicht nur die großen Eindrücke der Antike sind es gewesen, die uns dort gefesselt haben: als wir durch Mazedonien fuhren, sah man neue, aus der Erde gestampfte Siedlungen in einem Ausmaß, Las beinahe jede Phantasie übertrifft. Was ist dort geschehen? Als die Türken vor einigen Jahren die Griechen auSwiesen und bedrängten, da haben sich die Griechen in einer geradezu heroischen Geste zu einem Zug nach Kleinasien ausgemacht, zu einem Zug, gegen oen der Argvnautenzug oder der nach Troia nur ein Kinderspiel gewesen sein. wag. Es gab kein kleines Boot, kein Schiff, kein Fahrzeug, das nicht der letzte Grieche flottgemacht hat, um die vertriebenen Brüder aus Kleinasien zurückzusühren. Vier oder fünf Millionen Griechen haben in weniger als zwei Jahreir 1K Millionen Griechen ans Kleinasten nach (Griechenland geführt und in Mazedonien und anderen Provinzen angesiedelt. Eine heroische Tat! Warum, meine Damen und Herren, ist das möglich gewesen, und warum sind solche Dinge in Palästina jetzt und für alle Zeiten ausgeschlossen? Weil die Griechen sich als ein Volk, als eine Volksgemeinschaft empfunden haben, die nicht aus religiösen, sondern aus nationalen Gründen es für ihre Pflicht hielten, den Brüdern zu Hilfe zu kommen, weil ihnen die Zu s am men sch weißung des grie^ chischen Volkes auf dem altgriechifcheu Boden als eilte Aufgabe erschien, für die auch der letzte Mann alles hergab. Man mag es bedauern--aß derlei im Judentum tticht nröglich ist. Wer aber real denkt, mutz die Tatsachen seststellen und sagen: Da wir. nun einmal irgendwann in unserer langen Geschichte^ vielleicht schon damals, als die jüdische Kolonie ans Etephantim' sich befand, aufgehört haben ein Volk zu sein, ist es uns nicht möglich, Ausgaben, die nur ein Volk lösen kann, in solchem Ausmaß zu erfüllen, tvie die Griechen es mit der Tat, die ich geschildert habe, getan haben. Uns legt die Zugehörigkeit zum Judentum religiöse, die znm Vaterland, in dem wir eingegliedert find, nationale Pflichten auf. Bei aller Hingabe an die religiöse Idee wird sie die nationale Zusammenschtveißung der Glieder verschiedener Völker, als die die Juden Amerikas und der mittel- und westeuropäischen Staaten sich empfinden, niemals zuwege ^bringen können. Meine Damen und Herren! Mir lag am heutigen Nachmittag das Polemische durchaus fern. Wenn das Bild, das ich gemalt habe, erfüllt ist von religiösen Vorstellungen, von Wünschen nach Besserwerden und Besserergehen, so liegt das sicher zum Teil an der g c g c it m ä 11 i o c n Not in Palästina, die verhindert hat, daß die Dinge weiter gediehen sind. Zum andern Teil aber nnrß man auch bei objektivster Prüfung er-, kennen, daß die Möglichkeiten in Palästina so beschränkt sind, daß eine wirkliche Hilfe von dort für die Millionen notleidender Juden der ganzen Welt und insbesondere für die jüdischen Glanbensbrüder im Osten nicht erwartet werden kanjn. Staatsrat a. D. Fuftizrat Dr, Cohn-Dessau: Die Zukrrnftsansstchten der Inden in Palästina. Nieine Damen und Herren! Es könnte vermessen erscheinen, rmch einer zweiwöchigen Reise durch Palästina und Syrien eilt Urteil über die Aussichten fällen zu wollen, die iit Palästina für das Judentum zu hegen sind. Und doch, wer wie ich ein Mensichenalter hindurch in Deutschland int Dienste freiheitlicher Bestrebungen Politik getrieben hat, wer wie ich dem Judentum nach besten Kräften zu dienen bemüht war, tver wie ich in fünf oder sechs Reisen durch Algerien und Tunesien, in einer Reise durch Aegypten, Nubien, dett Sudan bis Uganda, in einer Reise um Afrika herum den Orient kennengelernt hat, wer als Anwalt tu fast Mjähriger Tätigkeit die Menschen und nicht zuletzt die lieben Glaubensgenossen kennengelernt hat, der kann sich auch nach .kürzerer Anwesenheit in Palästina ent Urteil gestatten, das gewiß in manchen Dingen der Korrektur bedarf, das aber doch im ganzen das Nichtige trifft. Ich bitt mit heißem Herzett nach Palästina gegangen, dettn schott von meinem Vaterhause her bin ich guter Jude, und untrennbar verbunden mit unserem Denken ist der Gedanke an das Land der Väter. Unser Leben lang dauern die Erinnerungen aus der Kinderzeit an die Heilige Schrift, an das, was wir daraus einst in der Jugend gelernt haben. Aber diese Vorstellungen muß man abstreifen, wenn man voraussetzungslos die Wahrheit sehen will. Abstrcifen mutz man auch die politische Einstellung, das Denken an das Für und Wider des Zionismus. Wenn man so hört, daß in Palästina „eine öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte für das jüdische Volk geschaffen werden soll", dann stellt man sich unter Palästtna ein unermeßlich großes Band vor: und wenn matt sich daran erinnert, daß in dem biblischen Palästina die Trauben so groß waretr, daß zwei starke Männer eine Traube tragen mußten, dann glaubt man wunder, welche Fruchtbarkeit man dort trifft. Daö eine stimmt nicht, und das andere auch nicht. Das Land ist, abgesehen von wenigen Landstrichen, unfruchtbar, und es ist klein. Wenn man sich einerseits alles ansieht, was dort geschaffen wurde, und sich andererseits vergegenwärtigt, was dort geschaffen werden kann, und wenn man auf die andere Seite des Hauptbuches die ungeheure Not schreibt, in der die Juden des Ostens leben, und die ungeheuerlichen Gefahren, die an dem Tage den armen Glaubensgenossen dort drohen, an dem die Sowjetherrschaft einmal zusamwenbricht, dann sagt man sich, daß man dieses ganze große Geschrei um Palästina einfach nicht versteht. ks.rturiun.t monte«, NLseetur ridiculus rnusl Viel Geschrei und wenig Wolle! Dort kann bestenfalls im Laufe der Jahrzehnte einmal Kr 80 000, 40 000 oder 50 000 Juden eine Heimstätte auf dem Lande geschaffen werden. Dort können Juden, die anderwärts nicht leben können oder wollen, eine Freistatt finden. Dort kann auf der Basis der Universität und ähnlicher Institute einmal eine Stätte geschaffen werden, die das jüdische Selbstbewußtsein zu neuem Stolz berechtigt. Aber dazu gehören zwei Boraussetzungen. Einmal die, daß politisch dort alles in Ordnung bleibt. Fvemvd Weil hat in der Beziehung vollkommen recht. An dem Tage, an dem die englischen Garnisonen abziehen,gebe ich für dasLebeu und die Sicherheit der Juden dort keinen Deut mehr. Die Araber lieben die Juden heute, weil sie ihnen ihr schlechtes Land Kr gutes Geld verkaufen können, das Land, das sie von den Juden, tventr ihnen in Tel Aviv keine Möglichkeit wehr zum Erwerb beschieden sein wird, für billiges Geld wieder zurückerwerben werden. Sie lieben die Juden, weil sie ihnen überall das Land, das sonst unverkäuflich war, zu hohen Preisen verkaufen können. Aber nicht umsonst bezeichnet im Orient jeder Mohammedaner den anderen Mohammedaner als seinen Kruder". Das ist dort nicht bloß Phrase. Der Mohammedaner liebt nur den Mohammedaner, und tückischere Menschen als die Orientalen gibt es überhaupt nicht. Am dem Tage, an dem die englischen Garnisonen abziehen, sind die zugewanderten Juden dort sicher verloren: und das sind nicht wenige. Vor dem Kriege waren in Palästina etwa 100 000 Juden. Als der Krieg zu Ende war, waren so viele abgervandert und ausgewiesen, daß etwa noch 70 000 im Lande waren. M 80 000 sind seitdem zugewandert. Die dort vorher ansässigen Juden sind meist Nachkommen der aus Spanien um 1500 vertriebenen Juden, die sich im Aeutzern ganz den Arabern angepaßt haben. Nur verhältnismäßig wenig polnische Elemente waren in Jerusalem, wo sie geradezu anaesiedelt waren, um dort zu lernen und zu beten. Diese Elemente lebten durchweg von Spenden der holländischen und anderer Jttden und sind darauf angewiesen, weil sie stch eben im Talmudlernen wie damals so heute betätigen. Aber zngezogen sind seither an 80 000 Ostjuden, und gegen diese richtet sich der ganze Hatz des Aravertums. Abgesehen von dieser einen Notwendigkeit, daß Palästina englische Kolonie bleibt, abgesehen davon, daß nicht etwa wieder ein Krieg kommt, in dem Palästina als Glacis des Suezkanals ganz sicher den ärgstetr Gefahren ansgelieferi wäre, gehört, wie Freund Weil schon gesagt hat, noch eins dazu, um in Palästtna wenigstens die 40 000 oder 60 000 Juden bodenständig zu machen, um aus der Universität, die, wenn man sie gesehetr hat, recht unfertig ammutet, wirklich eine Universität zu machen. Es gehört dazu Geld in ganz ungeheurem Ausmaß. Es gehört dazu die Zuwanderung von reichen Leuten und das amerikanische Geld: denn wir Deutsche können es nicht aufbringen. Was wir ausbringen können, ist nur ein Tropfen ans heißem Stern und nicht mehr. Ohne Geld kann überhaupt dort tn Palästina nichts werden. Die jübifchen Siedlungen. Die wenigsten Kolonien zahlen Zinsen für das Geld, das sie bekommen, und noch weniger fangen an, zu amortisieren. Die, die es tun, sind wohl nur die Kolonien, die in der Nähe der größeren Städte liegen, wo die Bauern, rnsbesonöere die Gemüsebauern, ihre Produkte gegen besonders teures Geld los werden. Bei