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Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-04-14 · 15 (14.4.1927) · page 7

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
15 (14.4.1927)
Date
1927-04-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
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achtete und öiiflcfcfKne Glaubensgenosse zugänglich; -er Gesangverein zählte ihn seit 60 Jahren zu seinen Mitgliedern. Die Beerdigung des Heimgegangenen fand unter starker Beteiligung aller Bürgerkreise statt. Lehrer Katzenstei« aus Wolfhagen hielt die Trauerrede. Wolfenbüttel. (8 0. Geburtstag.) Der o££ Repräsentant der jüdischen Gemeinde wirkende Reutner Liebmann Schloß konnte vor einigen Tagen in seltener Rüstigkeit als ältestes Mitglied der jüdischen Gemeinde den 80. Geburtstag begehen. Dem an allen Berufs-und T^geSfragen lebhaft interessierten alten Herrn wurden aus Freundeskreisen mancherlei Ehrungen bereitet. Den Gemeindeangelegenheiten bringt der geistig regsame Jubilar auch hente noch das regste Interesse entgegen. jff J Alis der Bewegung j|{ Berlin. (LiberalerBereinfürdteAngelegenheilen der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Bezirksaruppe Wilmersdorf.) Am MoutaL 4. ü. M. sprach hier Herr Rabbiner Dr. G a l l i n e r über »8 a r mizwah und Mädchen-Einsegnung". Die heutige Art der Barmizwah-Feier. die übrigens eine verbäLtrriSmäßig neue Einrichtung im jüdisch-religiösen Leben ist, weist vielfache Mängel auf. Die traditionelle» Thora-Abschnitte eignen sich vielfach nicht für Knaben von 18 Jahren. Der Gemeinde kann nicht zugemutet werden, Sabbat für Sabbat einer Feier beizmoobnen, die zwar bedeutungsvoll, aber im Grunde genommen doch nur eine Familienfeier für die Beteiligten ist. In den Großstädten werden die meisten Knaben nicht am Sabbat nach der Vollendung ihres 18. Lebensjahres, sondern je nach den Verhältnisse«. zu beliebiger Zeit später eingeseguet. wie die Häufung der Barmtzwah- Fetern während der Schulferien beweist. Der Redner spricht sich deshalb für eine Umgestaltung der darmizwah- Fetern und ferner dafür aus. daß sie nur einmal im Monat stattftnden sollen. — Die Mäbcheneinsegnung, eine kaum 100 Jahre alte liberale Einrichtung, hat. im Gegensatz zu anderen Grob- und Mittelgemeinden, in Berlin nicht die nötige Popularität. Nur wohlhabende Kreise nehmen daran teil; in ganz Berlin werden jährlich nur etwa 100 Mädchen etngesegnet. Die Konfirmation müßte daher als Abschluß der Schulzeit eingerichtet und der Einsegnungsunterricht als Schulunterricht eingeführt werden. Mit einer Würdigung der religiösen Bedeutung von Barmizwah und Einsegnung schloß der Redner. — Sodann referierte Herr Wilhelm Marcus über „Gorneindeangelegenhetten". Der seit dem Kriege stattgehabte Zuzug aus Ostdeutschland hat baS Berliner Gemetnbeleben reich befruchtet. Die alteingesessenen Berliner sind leider vielfach gemeinbemüde. Infolge des Zuzugs hat sich die soziale Struktur der Gemeinde geändert; die Notahelnwjrtschast ist gebrochen. Weniger günstig Wirkt sich der Zuzug aus dem nichtdeutschen Hlteuxovs aus; die kulturelle Einheit der Berliner Gemeinde erleidet durch sie Schädigungen. Der Redner setzte stch sodann sehr scharf mit der Mittelpartet auseinander, die. wie überall im Reich, so auch in Berlin trotz ihres Namens „für Einheit und Frieden" der eigentliche Spaltpilz sei. Auf die Steuerpolitik -er Gemeinde übergehend, bemerkte der Referent, daß die derzeitige Herabsetzung der Gemeindesteuern von 1ö auf 10 Prozent nicht das Verdienst des derzeitigen zionistischen Finanzdezernenten der Gemeinde. Herrn Kareski, ist. Die Steuereingänge waren in letzter Zeit so hoch, daß der Steuersatz ermäßigt werben mußte. Dieser Umstand spricht gegen Kareski, der schon seit langer Zeit von den Liberalen darauf aufmerksam gemacht worden war, daß er hie Steuerschraube zu stark anwanne. Er hat auf diese Mahnung nicht gehört, und die meisten Steuer» werden natürlich von den liberalen Gemeindemitgliedern gezahlt. Nu« en-ljch liegt hie falsche Finanz»ehgrurig am Tage, die hlsrÄ ftareskjs Mitschuld, zu so melen Austritten steuerkräftiger Gemsln-emitgliebA geführt hat. Der Redner beleuchtete dann noch einige Mtßstände in der Gemetndeperwaltung; es werden vorwiegend zionistische Beamte eingestellt, nud einer diese? Herren sei gleichzeitig noch Redakteur einer großen jüdischen Zeitung. Zum Schluß wies er auf die positiven Leistungen tu Wohlfahrtsamt. Arbeitsamt und auf die sögentzreichs Einrichtung her neugMaftenen Darlehnskgsse hin. — Die Aussprache über beide Referate gestaltete sich sehr anregend. Es sprachen Frau Franken, die Herren Pincns, Ehrenretch, Jacobowitz, Dr. Caro und Gostz. Besonderes Aufsehen erregte eine Mitteilung des Herrn Dr, Caro. Er sprach davon, daß die Rabbiner natürlich offen bekennen müssen, welcher Partei sie ihrer Gefinnung nach gm meisten znneigen. Man könnte de» NghbjnkkN, gerade weis sie engste Fühlung mit den Gemelndemitgliedern haben sotten, die Teilnahme an der Gemeindkpolstlk Nicht grundsätzlich verwehren. Aber das müsse mit Takt geschehen. Zu verwerfen aber sei die von Herr» Rabbiner Dr. Weiße geübte Methode, der beispielsweise Herr» Dr. Laro gegenüber sich einmal folgende Bemerkmrg erlaubt hätte: „Gottes sind Sie also gesnnke». daß Sie sich im Liberalen Verein betätige»!" Solche Parteiagitatio» entspräche nicht der Würde et«e» Geistlichen. — Die sehr anregende Versammlung zog sich bis fast gegen Mitternacht hin. Berlin (I l t). Am 7. Avril fand unsere Generalversammln«- statt. Rach Erstattung des TätigkeitS- und Kassenberichts erfolgte die Neuwahl des Vorstandes, der sich jetzt folgendermaßen zusammensetzt: 1. Vorsitzender: Hans Rosenberger; 2. Vorsitzender: Ludwig Lewin; Schriftlich rer: HanS Lvwenderg, Hanna Jarecki; Kassenwart: Heinz Kellermann, Paul HeturichSdorff; Beisitzer: Betty Markus, Werner Basch. Der Vorstand kooptiert Hilde Deutschland und hält sich eine weitere, von ihm zu besetzende Beifitzerstelle für spätere Besetzung frei. Im Anschluß an dt« General-Versammlung leitete Manfred Schwarz «ine Diskussion über »Die Schulfrage" mit einem orientierenden Referat ein. Nach der Reichsverfassung ist die Gemeinschaftsschule die Regel. Religiöse Ueberzenammeu haben auf den allgemeinen Unterricht keinen Einfluß; sie werden in einem für jede Konfession besonderen Religionsunterricht vermittelt (Typ der heutigen höheren Schule). Die beide» anderen Schulgattungen find nur für den Fall vorgesehen, daß eine genügende Anzahl von Erziehungsberechtigten sie wünscht. Das sind die konfessionelle und die weltliche Schule. Beide sind in ihrem gesamten Unterricht auf einer bestimmten Grundeinstellung ausaebaut: einer Konfession oder einer Weltanschauung. — Für uns muß sich die Diskussion vor allen Dingen um die Frage drehen: sind jüdische Schule« wünschenswert oder nicht? Manfred Schwarz ist gegen ihre Einrichtung. Erstens wäre die Freiheit von Kunst und Wissenschaft gefährdet (Beispiel: die GofchichtS- und Lesebücher der alten Schule). Zweitens würde eine ganz bestimmte und begrenzte geistige Einstellung als die wünschenswerte gefordert. Damit zöge der Geist der Intoleranz in die Schule ein. In der Diskussion wurde von der einen Seite betont, daß die Erziehung zum jüdischen Menschen heute nur von der jüdischen Schule geleistet werden kann. Deshalb sei sie — zum mindesten für die Grundschule — wünschenswert. Von der anderen Seite wurde das Alter der ersten Schuljahre für die jüdische Beeinflussung für zu jung gehalten. Außerdem wurden die von Manfred Schwarz vor gebrachten Bedenken erweitert. — Eine Stellungnahme zu diesem Problem dürste für den, der ihm unvermittelt an diesem Abend gegenübergestellt wurde, recht schwer geworden sein, schon weil beispielsweise die Frage nach der Lehrerpersönlichkeit kaum gestreift wurde. Breslau. (Jüdisch-liberaler Jugendverein «Abraham Geiger".) Ueber Hiobprobleme — Menschyeitsgedanken sprach in unserer Mitgliederversammlung am 8. April unser Vorstandsmitglied, Herr Erich Bayer. Der Bortragende beleuchtete tn klarer Weise die Probleme, die un» dar Buch Hiob aufgibt. Würde man einen Menschen von früher in unsere Zeit versetzen, so rvüpde er sich nicht mehr zurechtzusiüden wissen. Der Mensch fühlt stch dann unsicher und unbehaglich, wenn er selbst in den Widerstreit der Meinungen hineingertffen wirb. Im Ebenbilds Gottes wurde der Mensch geschaffen; Aufgabe des Menschengeschlechts ist es. dem Gvttesged-uken immer ähnlicher zu werden. Hiobprobleme sind Menschheitsgedanken, sie gipfeln in der Frage nach dem Sinn dos Seins. Das Hiobbuck ist nicht ein Einheitliche-, Ganzes. Im Gegensatz zu Odysseus, der seine Leiden nicht mit Geduld hinnimmt, sondern gegen sie ankämpft. steht Hiob, der über den Sinn des Leides nachhenkt. Das Lei» ist eine Strafe, die Strafe eine Folge yyn Verfehlungen. Das ist gerade das Große im Judentum, das es von anderen Religionsgemeinschaften unterscheidet; der Einzelne fühlt sich Mit den Angehörigen seiner Religion so verbunden, daß er sich für sie mitverantwortlich fühlt und auch das Leid auf sich nimmt. Das gegenwärtige Geschlecht leidet, damit das zukünftige es besser haben soll. So ist in Wirklichkeit das Seid feine Strafe. Hiob ringt sich schließlich zur trendigen Bejahung alles Guten und. Sittlichen in der Welt durch. Sein Sieg ist eine Wandlung in der Auffassung von Gott. Nach Auffassung des Buddhismus ist dgs Leid ein Teil des Lebens selbst. Durch Ueberwinöung des Unheils gibt Hiyb die praktische Antwort auf den Sinn des Leids: Jedes Leid macht sittliche Kräfte frei, die der Gesamtheit zugute kommen. Das Leid ist tn -er Welt, um überwunden zu werden. Starker herzlicher Beifall dankte unserem lieben Führer Erich Bayer für seine formvollendeten Ausführungen, nach denen von jeder Aussprache Abstand genommen wurde. Die Versammlung leitete unser 1. Vorsitzender, Herr Rabbiner Dr. Halpersohn, der uns Grüße von unseren Liegniher Freunden überbrachte und einen kurzen Bericht über deren Arbeit gab. Büchertdiau. Quellenbach sur jüdische» Geschichte und Literatur. Bearbeitet von Dr. Julius Höxter. III. Teil: Deutschland, Frankreich und Italien im Mittelalter. Verlag K&uffm«iui Frsakhurt a. M. 1927. 180 Seiten. Gebunden IM M. Nicht nur der Geschichtsforscher, auch der nur wenig geschalte Laie, der es ernst nimmt mit der Lektüre der Geschichte, wird sich nicht mit einer bloßen Darstellung der historischen Ereignisse restlos begnügen. Eine Lücke wird der denkende Mensch empfinden, wenn ihm der Weg zu den Quellen der Wissenschaft verschlossen bleibt. Noch wertvoller, ja von anschätzbarer Bedeutung ist es, wenn der Lehrer im Geschichtsunterricht zur lebensvollen Vertiefung des von ihm gerade behandelten Zeitalters der Klasse mit Qnellenmateriai dienen kann. — Höxter verdient sich den Dank der pädagogischen Welt, weil er durch Bearbeitung vorliegenden QueUenlesebuches dem Lehrer eine feinstens geordnete nnd sachgemäß zusammengestellte Auswahl von geschichtlichen Dokumenten hi die Hand gibt and gleichzeitig dem Zögling eine Welt der Wirklichkeit erschließt, m der Ereignisse der Geschichte plastisch vor die Seele treten und Charaktere ihr eigenstes Selbst schmucklos und natürlich entfalten. Zuerst bringt der Verfasser nichtjidis c h e Quellen zur Geschichte der Juden in Deutschland und Frankreich bis zum Ende des 15. Jahrhunderts. Er beginnt mit der Verordnung Konstantins des Großen (L J. 321), daß die Juden in Köln nicht vom Dienst in der Kurie befreit werden, und schließt mit dem Befehl Maximilians L (vom Jahre 1498), die Juden nach Beschlagnahme ihrer Häuser aus Nürnberg auszuweisen. Dann folgen jüdische Quellen zur. Geschichte und Literatur in Deutschland und Frankreich. Von der Zeit Rabbenu Gerschoms („Leuchte des Exils“, 960 bis 1040) bis zum Kapitel der Blutlfige von Trient gewinnen wir durch die gegebenen Quellen ein Bild über Freud’ und Leid von fast fünf Jahrhunderten jüdischer Geschichte. Von den Quellen der jüdischen Literatur in Italien, die an sich! viel spärlicher fließen, möchte ich hinwesaen auf Immanuel ben Salomo aus Rom, der ein Freund Dantes war, nnd auf den berühmten Mischnahkommentator Obadja de Bartmoro, Die Blütenlese ist so reichhaltig gewählt, daß der Lehrer eine Auswahl nach eigenem Ermessen ans dem Gebotenen treffen kann. Ich selber werde von dem Buch ausgiebigen Gebrauch machen. Denn gleich dem Murmeln der Quellen im Reiche der Natur mit der Möglichkeit, das Rauschen ins Liebliche oder abschüssig Romantische zu deuten, so fließen auch die Quellen imErleberi derGeschichte: zwischen den Zeilen kannst dn so vieles lesen, was die Sprache des Schicksals in vornehmer Zurück* haltung verschweigt! — Arbeitsschule! Rabbiner Dr. Arthur Rosenthal, Berlin-Lichtenberg. Unser Judentum. Von Beuirksrabbiner Dr. Beenaanu, Heilbronn. Berlin 1930. Philo-Verlag, Broschiert; 44 Seiten. Eine kleine Broschüre liegt vor mir. in wenigen Blättern ein Doppeltes: Lehrbuch der Religion und Kampf für die Ehre des Judentums gegenüber lügenhafter Hetze — ganz unwillkürlich. Beermann, der bekannte Pädagoge, kann sich nicht verleugnen. Er entwickelt unter dem Signum des Guten m Dreiteilung folgendes: I. DieLehre vonGott als demQuell desG*uten. II. Der Mensch als Ziel des Guten. III. Israel oder der Weg zum Guten. Aus dem Ganzen spricht Gemüt und Geist. Beeranann ist Dichter und Denker. Mit feinem Geschick versteht er es, durch Beispiele, die sich aus dem Studium der einschlägigen indischen Literatur ergeben, aber auch durch selhMgewänlte Sxempla seinen Ausführungen Spannung und ‘Wüttt&^zu verleihen. Das Schriftchen atmet so recht den Hauch messianischer Erlösungshoffnungen. Rabbiner Dr. Arthur Rosenthal, Berlin-Lichtenberg. NovcllL 8 religiöse und FamiUcnszenen aus dem Heben der Juden tu Venedig, ausgangs des XVIII. Jahrhunderts. Ifit erläuterndem Text von Dr, Otto Ebotein. In elegan. ter Mappe 88 M., Luxusausgabe auf Bütten BO M. (Verlag des Literarischen Instituts für Kunst und Wissenschaft, Berlin SW 68, Boehstr. 9.) Nach den last vergessenen, der Allgemeinheit nicht mehr zugänglichen meisterhaften Kupferstichen des venezianischen Malers und Radierers Novelli sind in der Berliner Reichsdruckerei diese künstlerisch vollendeten Reproduktionen her gestellt worden. Wir können die Anschaffung dieser Kunstblätter, welche der Verlag in der vorliegenden Nummer unseres Blattes ankündigt, aufs angelegentlichste empfehlen. mietete sich eine schöne Wohnung Md fauste sich elegante Möbel. Er hatte auch ein schwedisches Dienstmädchen, -a» war ein ganz gemeines Frauenzimmer aus niedrigstem Stande. Nun machte er eine Eingabe zum Regenten Herzog Karl, er wolle ein schwedisches Mädchen freien, und die Kinder, die er mit ihr bekommen würbe, sollten -staust werden. Der Herzog bewilligte bas und erließ «ins« Befehl. fer Moses H. und dessen Braut sollen auf die Schlohkanzltt kvmmen und ein schwedischer Geistlicher sowie zwei Rabbiner sollten anwesend sein, wenn die Ehepakten geichrieheu würden, Ditzses geschah auch. Er bekam Kinder upd ließ sie taufen. Trotz all dieser Umstünde kam er, wönn Feiertage waren, in die Synagoge. efenf» wen« «> Fahrzeit^ hatte. Für den Sabbat ließ er sich auch Barches backen und bezog Koscherfleisch « das alles aber bloß zum Schtzjp. denn man wußte, daß er nicht nach jüdischen Bräuchen lebe« konnte. x , ®i fing nun an, groß zu tun, ichafste sich eine Vauipa»* mit Pferdsn an, seine Frau machte große« Sfeai. er Nietete ein Landgut, wo sie im Sommer wohnten. Aber es dauerte nicht lange, da mußte er leine Zahlungen einstellen. Er glich sich aus. aber die Juden Hatto er um viele Tameudß betrogen. Ich selbst hatte ja bloß 118 Reickstaler verloren; aber kein Mensch bekam schließlich auch nur einou Pfeuuig, so viele Tausende auch die Jude« von ihm zu fordern batten. Manche, die für ih» Bürgschaften fefeistet fette», waren ruiniert. Seine Mfel wurden versiegelt, aber er war nicht imstande, auch nur eiu Prozent HU feofey. s»gfe» er denn einfach durch und ließ Frau »No Kinder fitzen. Später erfuhren wir, daß er nach Engfe»» gefahren sei. daß es ihm dort sehr elend ginge, fetz an «in Kleidungsstück am Leibe hätte und Not und Huuaer litte. Er schrieb endlich auch an seine Frau, sie Möchte zu seinen Freunden gehen, daß di, für ihn kive Kyllelfe machen und ihn nach London schicken möchte«- 8s wurden auch «feite zwanzig MMiaK» zysammengebpacht ««- ihm »4$ Lond-n zugeschjckr. »W« »M M<y« JMltt *0<. etwas an Möbeln und Kleibern zu sie kümmerlich «U 1hr,N Ktnöern. *) Am Tahtzstchge fei Eltern und anderer nächster Angehörigrr ist ,s rßltaiU- Pflicht. ,in Seelenlicht anzuzündeu und in der «ynagose sin Seelengebet —> öaS KaddÄchgebet«« zu nferlchirn. »* «Mt M* klein, Kneipe, bis wollte aber nicht gehen. So entschloß sie sich, ihrem Manne nach London nachzuveiien. und fuhr wirklich mit ihre« Kindern von hier fort. Ich wag nicht von allen erzählen, die meine Feinde waren und mir nichts Gutes gönnte«. Pie Hafen alle ein schlechtes Ende genemWvn. einige sind vor Dalles weg- Manfen. andere sind im Dalles gestorben. Ich selber aber habe mich niemals an einem gerächt. Nein- Wenn sie zu mt? gekommen sind, habe ich ihnen nach meinen Kräften Gutes getan. Ich habe ihnen Geld vorgestreckt, einen sogar aus der Schuldhaft au-gvlöP. was mich zweihundert Taler Leksstet hat. Wen« ich ader alle die Geschickten nieöerfchrstben wollte, wie Neid und Mißgunst mich und meine Familie verfolgte, dann wäre dieses Buch zu klein. Aber ich sehe deutlM. wie der liehe Gott mir stets zu Hilfe kam Md meinen Fefehen ihren Lohn werden ließ, ohne daß ich etwas dazu tat. Ich Äbte als ein Jude nnd bekümmerte «ich nicht u« anoepe, mochten diese tun. was sie wollten. Es ist ein Vfenn au» Gtrslitz Hierhergekommen, namens David G.^) Er hatte früher zinnerne Schnallen gegossen und war damjt aufs Land gegangen. Er hatte sich aber tafttt l*i<fe ftuäljun köunon. kam hierher und ging zu R. Elia Strelitz, der eine Tavaksabrik besaß. Er ging nun Sdiesem und bat ihn, er möge ihm etwa» Rauchtabak nnd nupftabak auf Kredit geben, er «olle Hamit auf» Land en. R. Clia gab ihm also Kredit, David V« reiste damit in die umliegenden Städte un» f<mfe auch AViatz. |fe nun R. Elia dia» feb. aab er fe» David G. »im« i«mer höheren Krebst, ,» mir U»d bat «ich.», »Alle «vb al» ttiferffötta »» ßß»»« f»i» den« ohet» Wlß JBjM i#>of*efe? fe&am* «r m* «^DNer D<M sich gern $4» ft# Wohnungsamt #1 öffen, daß « R» schzfetMua um Wpv»»«-»»echL^ „9t. Elia Straf JBt weiß, daß ich viele hundert Tal« -Bringt mir da» »Mt fe, feffe fchrßWch, chatz Ihr efe -i", — t'i MHNB»«»»*! redlicher Mensch seid unh daß er dafür einstehen will, ßaüs? ich dnrck Euch Ungelegerefeiten haben sollte." Er brachte mir das schriftlich und ich gab ihm die Brj scheinigung. Es dauerte aber nicht lang», da bekam er mit 9L EKa $ Streit. R. Elia schrieb feine Rechnungen in ein Buch, das er dem DMid Simmer mit-ab. wenn dieser aus Reisen sing, ein gleiches Buch mit denselben Eintragnusen fehielt R Elia bei sich zu Hause. Als es zur Abrechnung kam. da stimmte es nickt mit ith« dreihundert Reickstalern. Nun waren aber beide Bücher nicht numeriert. R. Elia verklagte nun den David, aber es Sa« so weit, daß das Gericht erklärte. es ktznne nicht ans der Sache Um «erden, denn es verstünde nichts von der hebräischen Schrift. Ob die beiden nicht lieber ihre Angelegenheit vor Jyden, die solche Schrift verstünden, austraaen wollten. Äfe wühlten nun einige Schiedsrichter, mit denen sie stch besferieM Wfeieden gaben. Dieser David hatte aber einen WWN der stets mit dem Vater dutommejmtjfe \ richter konnten aber zu keiner sagte, die Eintragungen in seine., R. Elia habe sie doch eigenhär Buch könne R. Elia aber einsDyB sich zu kümmern sei keine Pafe wirklich nicht, was man tun so» keinen Eid znschieben, denn er er habe nicht mehr bekommen, als tn Mau entließ die Parteien an diesem' einem Urteil zu gelange«. Die beauftragten Schiedsrichter wußten aber, daß Davids Sohn ein sehr ehrlicher Kerl und gotteSfürchtia war. Sie ließen ihn rufen und sagten ihm: ^ZHr wißt, daß «nS das Gericht dies« Sache überwiesen Ißt feit Men sie untersuchen, und daß Euer Vater und 9L Elia «fei GMärung unterzeichnet haben, sich mit unsere« Urtest HW»t»G zu geben. Nnn kommt es ans Euch an. Fhr fei» fett miftt Vater gereist. Ihr sollt nun sofort mit un» t» Die WMgoge gehen und einen Eid daraufhin abfege», daß fe» Buch Eures Vaters gerecht und dabei keinerlei BefeMaorei vorgekommen ist." Dawollfe Pkichel nun nicht und bekannte, wie «S fein Vater gemacht habe. ES wurde ein Vergleich zustande gebracht, aber dabei v«elor R. Mq immer »och gegtzK 200 Retchstaler. .. .JMfeMefe* *mm Michel, drei Schieds- David c VMiS. denn M W eigene VMe. darum wußte also wollten sie besckwören, kche stünde, re, ohne zu

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