Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 7 (1927)
- Issue
- 15 (14.4.1927)
- Date
- 1927-04-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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>n o'i'AtW fur.imciiöcit Veröfsentlichungen betrifft. Die Lreuerordnttna iur die Israelitische Neligaonsgemeiude zu Dresden mm 2->. September 1922 erfährt tat § 8 Msatz 1 eilte etmaei andere Fassung hinsichtlich der Bekanntmachung üer ZMuuastcrmine Gleichzeitig wird LesMosson. daß Mt ^teuervrdnllttg bis zum 31^ März 1928 Geltimg haben soll. Hi-rzu ist die Geuehmiguttg.des -iäMilchen MinisitzLimusrfür Voftsbsl.dnna. das die SteuLrordnung laut LZerorduung vom S. d^ril 1SS6 zunächst .nur bis LI. Wim 1S87 Mr gültig erhärte. eimtaholen. Einstimmig beschließt.der A^notKorat die K.vrichtMg einer Darlshttjskasse .für KlKtNLtzwLLbetret« herche nach..den vom Vorsteher Siegfried PianLowski uprgettggechta Richtlinien. Ans dem Äeiexat gestt mevor. daßdas Bernttter Bankhaus Rambanm.Co. zu diesem Zweck -der Israelitischen Religionsgemeinde em Darlehen .non W.M Mark. po^rst auf die Dauer eines Jahres,.gewährt. W Zinssatz .wurde 2 Prozent über dem iewetUgen ReichsbgnhdMünt un-ö % Prozent Vorlchüßpropisio.» m» Vierteljahr vereinbart. Die aus der Mitte des Kollegiums zu biaid MnLte,an den Vorstand gestellten Magen beantwoMte Mpsteber Bechtsanmalt Paul Valin ger. Im weiteren Verlauf der Hitzuug wurden die GMueinLeverorL- W .Rechtsanwalt ^c. Hirsch und Direkwr W. Z u ck.e r, au im Äerhit^dexuuassall Dr. John Levp tritt, m KeMieMey des GemeiMerateS bestimmt, NM bei Kachsike Thora.eingerichteten DvoraichuLe mUniste dieses Jnsiituts^dev SchülLetrW, echuungDsübvung nachzuprtrien. Eine meiiv die auver den RaKdiuern Prof. Dr. yp. Wolf die Gemeinden erovöueien Dr. Direktor M. Zucker und Mar Lesser werden, wurde auf Antrag Direktor Zuckers üswit tragt, Maßnahmen zwecks Vermehrung der Sven e>äc mm Aerein M aolMten Ker tere^WÄlÄn äÄd!F»Y. aei be. benibuche.innah.meu zu erörtern. Zu Begrün der Sttzupg HMe der -Vorsitzende, Vo^teher Pionkowski, den erst- «wlig nach lauaer Krankheit wieder im Gemernderat «rschieneuM «emeiMeveryDdueteu Direktor Hi r sch mit he-rzlichen Borsten -rr-r.Genesung beglückwünscht und ichm tat Aufträge «ch KojteFiums eine Muureirspende überreichen lassen. .DMelchr^. IjBojt B.erhand de r jüdischen Inge Njy per.e in e.j Zum erven Mal nach seiner Medersufnchtumr Galt per Verhaud der. jüdischen Jn.geuhver.eine DeAEMMs eine Sitzntw -es Geiamtpoxstandeö ab, die wegen oes 25jährigen Stiftuitgsfeftes des Jüdischen JM-endve-eeiys DMMvrf am Aonytag, den 3. April, in DAsMorf stKtiif-nd. Bau den znm Verband gehörenden 11 Lsndesverbandey b^tteu L Landesue rban.de Vertreter entsandt, Anßer- WS mtty Pst pUc Mitglieder des engeren und eine Anzahl Mttalreoex des weiteren Vorstandes zuwege», dem Arbeitsbericht des Vexbands vpxMe n deit, Rab- WllWJ Dr. Klein-Düsseldorf, ist zu erwähnen, -ab im Kaufe Ds nexfEeuea Sabres 28 Vereine dem Verband neu arigeii#it mp, wieder äufgerrchtet worden sind. AteuerdiugS ist Mch -er Kan'desverband Baoeru wieder erstanden. Unter dem VorÄtz hon Rabbiner Dr. Rulf-Bambexs find ihm» zuustchst tz VeWne augeschlostea. ~r Die Arbeit im Verband geht m pxjr^Mchssr Weise vorwärts. Es ist -er Vertz-tchsjeitaao gelnuaeu, die Organisation nach innen und außen WjMr hu einer achtuuggebleteuden Höhe zu führen. Vach ejnex l-nacxpu AuÄ'pxache Wer DrganUationssrgassn zvurde vor asten Dingen eingehend über die Stellung zu seis tadischeu und uichtmdücheu Vrgaujsationeu gesprochen. EnUpreWM den Grundo-estLebungen -es Verbandes wurde Wgel^at, daß zu asten jüdischen Hraanisatwueu ein freundschajttrches Verhältnis erreicht m$hn mstst-. Die Bezie- KM6.eU SU -er Weltorganisation der jüdischen Jugend, der Ugwu Miüexsetze he la Jeuneüe Juive. Pgxis, sinh smgetommeu worden. Auf Grund eines Referates oon Rabbiner )r. HMu-Essen wurd^ die Notwendigkeit der ZuiMyme»- gch^it'Wt dnderett konsesnonelleu Jugettdprgauüativnen anerkannt. Es so st durch gegemeitiaen ZejtMgsnnd Pro? ichürenaustausch, durch den Austanich von Rednern unh -ja dex BnndeStgqe durch geeignete Führer das gegenseitige Verständnis gefördert werden. DMlbaps. (2p Jgbre Jüdischer JttSenÄst?rk j u.- Das Jubelfest des Jüdischen Jngenduereins Dünelhorf aestbltete sich LU einer eindrucksvollen Feier der aanzen Gemeinde. Sämtliche jüdischen Hrganiiationen -er Gyngsogengemeinds hatten zu dieser Festlichkeit aMerufkn, 2lm Vormittag des 3. April faud im Jbachsqal eine Weihrfei^ statt, -«4 süx die zahlreichen Teilukhrner ein GklMiS bedeutete. Im Mittelpunkt der Feier standen die iuterefsautü» Ausfüüxuttsen pon Herrn Rechtsanroalt Pr. ^xzegow über „Das ein Rückblick auf die 25 Jahre Porwürtsstreßpus. NN- -iS des ingendlichssn Manfre-d Vphl über „Das Werdeu-e" Sin wäbrhtzit hörzerqniüenhes Petsniitnis zur uchieu Arbeit der Jugend. Der Spxechchor des Jn-sschen IngstPvereins legte mit feinsn wnudoxvollen Darhietnngsn Zeugrus atz ppp der ernste» Arbeit der June ich. Per Knna- -stgssuchpr verschpute die Feier durch einige schön vorgetragene Gesänge, Aus Le» Wüuscheu. die Le« Verein sowohl von Stadt uwd Regierung ÄS auch im Muftra-e sämtlicher jüdische« Organijmtisuen Aer Geaneinbe dMogebracht wurLcu, konnte er mit Genugtuung die Anerkennung seines 25;«chrigen StrebenS entnehme«. ZwSlfhnrSert Teilnehmer, Gern ei ndemitglivder und auswärtige Gäste, vereinigte das Fest, das am Abend in der Städtischen Dsuhalle den «Ächlnß des sestlichen TageS bildete. Die BereinLreone ^Der rasend gewordene JngendnerriU* rief stürmische« Beifall hervor und bildete den Auftakt eines alle befriedtsenden fröhliehen Abends. Dnisdnra. lErrichtuKgeinerjü-tscheuDolksschule.) Die ReprasentantenversamMlung der hies^eu tüdisKeu Gemeinde beschloß Sie Errichtung einer eiuklassigen slbdischen Volksschule, die mit der in Ruhrort Lestehendeu jüdischen Volksschule verbunden werden soll. Emden. (Todesfall.) Wenige Wochen nach dem HeivMng des ersten Borstehers der jüdischen Gemeinde Jatoo Pels ist di« hiesige indische Bevölkerung durch de» nach kitzczer Krankheit ersoigten Tod des Borstehers Si«o» Nordüsimer.abermals iu tiefe Trauer versetzt worden. Dem VerstorbeiPn. der im 73. Lebensjahre aus arbeitsreichem, auch im religiösen Interesse erfolgreichem Wirket! unerwartet aübernsen wurde, widmet der Borstand und das AuKschutzkoll«gimn der hiesigen jüdischen Gemeinde einen ehrende« Nachruf. .Raffel, (Der Streit um die Warttnsaaus.) Die israelitische Gemeinde in Mansbach ftWkte. wie in diese» MättGm früher schon erwähnt wurde, mit der Kircheugeme-inde einen Streit u-m die Lieferung einer Martinsgans, wie sie in früheren Zeiten alljährlich als Abgabe entrichtet werden mußte. Das Landgericht hatte den Anspruch gebilligt,- das Oberlandesgericht aber, das sich kürzlich mit der Angelegenheit besaßtc, kam zu entgegengesetztem Ergebnis und hob die Entscheidung des Landgerichts Hanau auf. Der Ausbruch aus Lieferung j« einer Marlinsgaus durch die verheirateten Juden und eines Quantums Gewürze durch die Syuaxlogen-Gemeinde wurde verneint, weil derartige Adgabeu seit Inkrafttreten des Gesetzes betr. Austritt aus der Kirche vom 14. Mai 1872 von den Juden nicht mehr verlangt weiden können. Gafsell. (6 0. Geburtstag..) Der Vorsteher der hiefige» Gemeinde, Herr Rudolf Nuß-baum, beging am 9. April unter mancherlei Ehrungen seiner Freunde den 60. Geburtstag. Nicht nur im jüdischen, sonder» auch im allgemeinen soz-ialen Leben ist der nun Sechzigjährige eifrig tätig gewesen. Im Israelitischen Krankenpftegeverein beklebdet der Jubilar das Amt des VoLsitzenden, und auch andere geiueinm'itzlge Organisationen zählen ihn zu ihren rührigsten Atitgliedern. Königsberg. tDer nationalsozialistische U e b e r f a l l aus 5 e n russischen Konsul.) Ein Trupp von Nattoualsozialisten, der aus einer Versammlung kam, rempelte nachts gegen 11 Uhr den Königsberger rivssischen Konsul Kantor und einige Damen und Herren der rnssischen H-andelsvertretung an und beschimpften sie. Als einer der russischen Herren die Nationalsozialisten darauf aufmerksam mschte. daß sie de« russischen Konsul beleidigte». stürzte sich her .Hauslehrer Bpxis Lechel, ein in Rußland geborener preußischer Staatsangehöriger, auf den tptttaj und versetzte ihm mit seinem Stock einen schweren chlag auf den Kopf und über die Hand. Die Polizei schritt sofort ein und nahm eine ganze Reihe von Pistiexungen pox. Der Hyupttäter Hechel epkkam »nH konnte erst am nächsten Morgen durch die Kriminalpolizei vertzgstet werden. Die andern TeilnechWer des Trupps wurde» wieder auf freien Fuß gchetzt. Hechel verteidigte sich bei seiner polizeilichen Vernehmung dmnit, er habe gegen He» russischen Konsul nicht das geringste unternehmen wolle«, sondern er hgbe nur den Juden tpeften wollen, der in russischer Sprache auf hie Ehristen geschimpft habe. Das ist selbstverständlich nur eine Ausrede. Di« Begleiter des Konsuls bestreiten auf das entschiedenste, daß dieser irgendeine abfällige Bemerkung üher Hie Christen gemacht hätte. Ss ist nicht ausgeschlossen, daß disier Vorgang noch ein diplomatisches Nachspiel hat. Liegnrß. tT o H § s s g l l.) Vor kurzem verstarb hier der älteste israelitische Einwohner. Herr Gustav Pape. Pas „Liegnitzer Tageblatt" peröftentlicht aus diesem Anlaß folgende Würdigung: Mit Gustav Pape ist ein Mann Hahinsesangen. der ans einer längst vergangenen Zeit in üie von heute herMprrggte. Am 10. August 1845 zu Siegstitz geboren, verletzte er sein ganzes, inhaltsvolles Setzen in unserer Stadt. Sein Bruder -- der Gründer der welttzekanntkn. noch hestehentzen Lpielwarensabrik Moritz Pgppe rist bereits po? p,ehr als 20 Jahren verstorben. Weshalb er sich »ur mit tzinem „P" schrieh. war nicht zu ergründ«». Früher ktzw «s wytzl nicht so genau darauf an und so blieb es eben -aHpj, Lein« Witze erfreuten sich großer Beliehtheit. Wenn er Sßschäftlichs Oesuche machte, so begann er den Quell seines Humors sprudeln zu lassen: es fiel ihm nicht ein, gleich sein geschäftliches Anliegen vorzubringen. — Nur en passant stellte er üie Frage ob etwas uorlrege'? — Niemals ging er ohne Bestellungen von hinneu. Die Firmen wetteiferten, dem alten, geschätzte« Herrn — der schon jahrzehntelang zu ihnen kam, etwas abzukaufen, um ihm eine Freude zu bereiten. Sie kauften gern, obwohl oft ein sofortiger Bedarf nicht vorlag. Er war sehr stolz und nahm nichts an: seine Verwandten und Freude hatt«» alle Mühe, als er kürzlich im St. Georgenstift Heilung suchte, um. wie er sich auSdrückte, wieder „zurechtgeflickt" zu werden, ihm eine Erguickung aufz-mrötigen. Gustav Pape liebte die Ordnung. So wollte er sich, damit bei seinem Tobe seine Kinder keine Scherereien hätten, eine Geburtsurkuude besorgen: er ging zu Pontius und Pilatus, konute aber keine erlangen. Die Standesämter sind erst vor etwa 60 Jahren unter Bismarck ins Leben gerufen worden: die Kreisgerichte, später Amtsgerichte genannt, führte» wohl die Geburtsregister, aber die Akten aus dem Jahre 1845 waren nicht mehr aufzufinden. Konsterniert ging er wieder -um Standesamt zurück und meinte: „Seine Kinder würbe« einmal großen Verdruß dieserhalb haben, man werde ihn nicht begraben wollen. Worauf der liebenswürdige Standesbeamte meinte: «er solle sich dieserhalb keine grauen Haare wachsen lassen." Mit der Bemerkung, die habe er schon, empfahl er sich und ward nicht mehr gesehen. Auch als Festredner war er bis hohe Alter hlnein sehr geschätzt: er brachte stets den Damentoast aus und zwar in poetischer Form. Vor zwei Jahren jedoch, beim Stiftungsfest der Chebra Kadischa sprach er das erste und letzte Mal in Prosa. Seine Rede war „eleaisch" gestimmt, wie sich der zweite Festredner, der Vorschenoe der Repräsentanten, ausdrückte. Sein 80. Geburtstag war, wie er selbst erklärte, der Höhepunkt seines ereignisreichen Lebens. Er war der Mittelpunkt großer Ovationen, u. a. wurde ihm vom Gemeindeverein ein von Künstlerhand gezeichnete, mit dem Emblem der Synagoge — in der so oft und so gern weilte, geschmückte Ehrenadresse überreicht. Vor vielen Jahren wurde ihm seine treue Lebensgefährtin entrissen. Jeden Sonntag, ob Sommer, ob Winter, bei Regen und Sonnenschein, wandert« er nach dem Friedhof, um die Grabstätte der teuren Entschlafenen zu besuchen. Der alte Herr fehlte bet keiner Beerdigung und bedauerte oft, daß er noch unter den Lebenden weilte, während bedeutend Jüngere sterben mußten. Aber immer wieder siegte sein goldener Humor. Getragen von der Liebe und Sympathie aller derer, die ihn schätzten und ehrten, nahm er den Lebenskampf wieder auf: er arbeitete bis zum letzten Augenblick und starb als ältester, kaufmännischer Vertreter Deutschlands" sozusagen „in den Sielen." Richelsdorf. (Vandalismus am jüdischen Friedhof.) Völkische Elemente, die vor einiger Zeit durch Umwerfen von Grabsteinen auf dem hiesigen Friedhof ihre Zerstörungswut befriedigten, haben sich kürzlich erneut durch vandaliftifche Umtriebe bemerkbar gemacht. Die den Friedhof umgebende Tanneuhecke wurde nämlich von diesen Gesellen in Brand gesetzt und größtenteils zerstört. Die Forschungen nach den Uckdeltätern blieben bisher erfolglos. Galzwedcl. (Gedenktafel.) Wie das MagdebuDger „Jiidifche Wochenblatt" mitteilt, fand am letzten Sonntag in der Synagoge zu Salzwedel die Einweihung einer Gedenktafel für die im Weltkriege gefallenen Glaubensbrüder statte Es erschienen Abgeordnete der Nachbargemeiuden, der Stabt, der Geistlichkeit und der vaterländischen Verbände, so auch der Reichsbanners und des Stcchlhelms. Der erste Vorstand der Jüdischen Gemeinde. Herr Bankier Bacharach, übergab die Gobenktasel in die Obhut der Gemeinde. Nachdem das Sied «Ich hatt' einen Kameraden" verklungen war, hteilt Lehrer Ackermann eine Ansprache, worauf Feldrabbiner Dr. Salvmonski-Berlin die Fostrsde hielt. Er beleuchtet« die Lage der deutschen Juden, bedauerte di« Uuswüchf« den jüdischen Mitbürgern geaenüder und wies darauf hin. daß, als das Vaterland in Gefahr war. von den 500 000 ta Deutschland lebenden Juden 80000 dem Feinde im Felde sich stellt«». Bon diesen sind 16000 den Helidentod gestorben. 4000 Juden wurden mit dem Eisernen Kreuz!. Klasie ausgezeichnet, 2000 wurden zu Offizieren ernannt. Der Redner drückte die Hoffnung auS. daß diese Opfer nicht umsonst gebracht seien, daß Etniakeit in Deutschland herrsche, und -atz den deutschen Juden in ihrem Vatevlande Gerechtigkeit widerfahren möge. Für den Magistrat sprach der 1. Bürgermeister, Herr Rüdiger, für den Kviegerverbawd Major Bxeese. für den Stahlhetar Hauptmann g. D. Jordan, für das Reichsbqnner Herr Plank. Vöhl. (T o d e s f a l l.) Im pqtriarchMfcheu Alter von 87 Jahren perftarb hier der langjährige Vorsteher der israelitischen Gvmsiude. Rentner Emayuek Katzenstein. Fast 50 Jahre war er im Interesse ü«r hiesigen Juden auf religiösem Gebiete tätig, und 40 Jahre hat er auch in seiner Eiseufchaft als Gemrinderatsmitglted dem WoHle aller OrtSangefesienen mit Rat und Tat gedient. Auch kulturelle» «w& schöngeistigen Ziels» war der bei allen Bürgern ge- 5BHHISBS Ara»» dfak. Eine SehöUsaeschiÄte. Bearbsitet von D r B. G ch i d l o f. (18. Fyrtfotzung.) Von Schwerin reifte ich dann nach Hapfe und «ahm Michel Eendi^ mit nach Stockholm. Wer von unseren Lchrnuckwären und Juwelen verstand er nichts. Er war Kenner für Seide und für Weißwaren, aber was Juwelen aubslaygt. tonnte er einen Brillanten nicht von eine« Roienstßin unterscheiden, viel weniger eine« Preis dafür sestwtze». Er blieb alfp ei» ganzes Jahr bei uns bis zu feiner Hochzeit. Er lernte sich rasch qn, es war dirßkt »UM bewundern. Er machte mit Herzog Karl »nd der Prinzessin viel Gssschäfte und verdiente sich seine Hoch^ttsfpese«. Rach Verkauf des Jghpes fuhr er nach Schwerin, «rin Schwiegersohn R. Eiseck pnh besten Frau misten mit ihm zur Horhett und ße käme» mit -er jungen Frau glücklich wieder Hierher. Michel Vendix war halb bei Hofe Fhr tzeachtet. Har König eruaunte ihn zu seinem Hyf?Juwkli«r und hinnen kurzem wurde n in der ganze« hphen Aristükratte sehr Ite %«* und beliebt, s« -aß sich unser Umsatz vsrdopyelt hgtte. Ich hatte einen iUWßn Müschen aus Prenzlas mit Nsnren Gcholom als GrayeuxleMiug angenommen. Er öatte schon/früher Petschaften, fteM gelernt «»h tzstg-e sich nicht jmmm ßu der «Mt. Ach »<w ihn vorerst vier Koche» Ms Prybe. etze iß mst ihm em*« Lchrpertiwg IO mokste M erst wenig näher rennenlernen Da lch ihn aber »«blich und ehrenhaft, dabes aufrichtig und bescheide» fand, da er außerdem aus einer anstänbiGM Familie stammte, sich willig fleißig und austeyia zeigte. «Me ich mit ihm einen dreijährigen Lehrvertrag. I» den stet-O» letzte» Jahre» sollt« er bereits eine» Anjgil von fet»er Arbeit hszahlt, stach de» drei J«cheen sollte -r üie Hälft« vop -Ser Arbeit bekomme«. Es agb sehr viel zu tust, unh meist GMLft ließ eß «MM zu. -atz ich sgM ständig am Werktische fitze» konnte. Währe«- feine, Lehrzeit ersparte er sich bei mir einige huubext Pakpr. wehet er sich «och sehr anständig klettz-te. Ich hatte meine Freude a» ihxn unhtm ihn wie ein eigen -ivb. Rtemals habe ich chm ei» umWchsS Wort gesagt, -,«» staz» Satte ich »M Ursache. Run hatte ich von meinem Bruder Moseej» Ttzchjerchen Lea seit ihrem fünften Jahre hei mir. Es war von Kindheit an ein artiges Mädchen Stzwosen. Lea war jetzt fünfzehn Jahre vorüber und schon sch? tüchtig in Ut Wirtschaft. Ich glaubte nun zu bemerken, Hatz mei» guter Scholom sie recht wohl leihen mochte. Ich hatte die Absicht, nach Leiptztg zu fahren, und fragte Swolom einige Tag« vorher, oh ex mir di« Erlaubnis gäbe, wich, falls sich etwas treffen sollte, für ihn um eine Partie uruzufehkn- Ich würde gewiß nur fein Bestes im Auge hahen. Er sagte aber nein, er moste noch nicht heiraten. „Run, wie wäre es aver,^ fragte ich, »wen« ich PnH meine Sea geben würde?" rief er. „wenn das Ihr Ernst isi. dann hi» ich wohl zufrieden." Ich Netz nun meinen Bruder Moies rufen und sagte: „Höre mal. Scholvm möchte deine Lea hohe», wür-eft du sie Gn gehen?" Jmi d» tust, bin ich «inpersianden, -ah er mir zm Antwort. Ich traf also alle Anstalten zur verlob»«-, und am nächsten Abend wurde diese gefeHrt. Dig Hochzeit sollte aber erst iu einem Jghre statttistde«. denn Lea Witt tau« 18 Jahre alt -Werden |p ein Ja« späte, mar Hpchsett. Mei« Bruder MoieS hatte noch eine f 9ftNs, die bald edrufall- 18 Jahre waroe. Run hatte ich eine» junue» Mev. sche» hei mir. de, »g, meines Bruders Sofes^KtteÄoSn, den» mein, «ruhe, Hatte zu, erst»» Ehe eine Atttoe mit einem WchMrfgrn Kst-he« geheiratet. Diese Fra» Sattze er mt einige Jahre. Hsej» Kruder tzir-ttte bau» vm >tte» Male, und stuß Befer Weife« Ehe,üa«mien sei», n Kinder. «Äo«,» Mp war M «ieffv!». r da er »»»}9m m gleich» Liebe ani-ezgge» «urve. o schätzte er meiurn Bruder wie denen Frau, alp oh sie jettia leidlich«. Ettern w4?«. Metnes Brudar» Iran'hielt stzhr viel von ihm »ng far« ihm» er spute türe ToMer Estber NWV0«. WglöWon kam m mV und erzähltg mir das. „fl* kannst natürlich «ach deim« GutdüuLk» hi»del«/ . ihm. Mw* du sie aber bähe» «illst. f» M ich euch auch eine Aussteuer gsSeu. denv mein Bruder MfeS ^. -t kein Bs«mtz-en und» hat nur eine Stuke «oll kleiner Mnber." Die PaMie kam Wstaube, all murda choch-eik «* macht und alle waren MvWechgt «ed Mlüchstch. Ich reiste also nach Leipzia und kaufte für unser schüft Ware ein, Juwelen und Perlen, und konnte so günstig einkaufen, wie noch niemals besser. Auch mein Schmiegersyhn Eiseck machte während meiner Ahwesenheit gute Geschäfte. Obwohl alle hier wohnenden Jude» sehr neidisch auf mich waren, so war ich Hoch. Goft sei gelobt, -ei allen hohen Herrschaften sehr geachtet, ebenso -ei Hofe, nnd wurde von Tag zu Tag angesehener. WgS das königliche Haus an Juwele» braucht, wird von niemand anders mehr gekauft als von uns durch meinen Kchmiegernesfen Michel Benhir. und sei es auch nur eine Kleinigkeit. Nicht für einen Pfennig wird wo andergekauft. Ho ist man mit WS zufrieden, und der liebe Gott nchge uns weiter seine Güte zuteil werden lassen. Ru» mutz ich auch der Neider gedenken, die beständig darauf auS «raren, mich »u unterdrücken «nd mich um mein »rot zu bringen, trotz der Wohltaten, die ich ihnen erzeigt habe. Da waren zwei Brüder auS Hannover, eigentlich stammten sie auS einer Hildesheimer Rahbinerfamilie. die hießen Mosrs L?) und sein Bruder Sfitzhtnd. Dieser Sützkiyd nahm zur Frau eine Tochter v-n Eftäs Msrstranb und batte mit ihr sieben Kinder. Er geriet aber in Konkurs, später fetzte er sich güfs Land und nahm ein Gut in Pacht. Das glückte ihm aber nicht. Dann übernahm er eine Tuchfabrik, und auch diese schlug nicht ein. <§£«* Frau reiste hierher, um ihre Elter« zu vesuchen. denn sie wohnten nur vier Meile» von hier entfernt. Während der Zeit, da ferne Frau fort «40. ließ Sützkind «inen sOvedttch«» Geistlichen kommen und ließ sich mit seinen Kindern taufen. Die Frau wußte gar nichts davon. Sie fetzte« sich schließlich auseinander und er ließ sich von ihr fchßtde«. Die Kinder behielt er aber bei sich Sr hetratete »«« eine hiesige Bürgerstochter, aber das Ende war. er ai«g unter Zurücklassung seiner vielen Schul-e» davon und «ahm seine Frau mit sich. Sein älterer Bruder wesen. NgH«r, wäd?« einige gute Fpaunde. die paar kleine Lieferungen, wenig vorwärts geky waren auf Kredit, so hatte. Er jedoch wollte war schon vorher t» Konkurs ge-- ld des Jh4«6«|. bekam er durch ihm wieder ansidekfen wollten, ein Er war auch wirklich wieder ein «» und Satte etwas Galanterien er einigermaßen guten Verdienst immer de» große« Herr« Spielen,