Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 7 (1927)
- Issue
- 15 (14.4.1927)
- Date
- 1927-04-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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teilweiser Verwendung eigenartiger lanöeShoheitlicher Abzeichen lbevorzugt ist der Löwe. daS hessische Wappen) geschaffen worben waren. Selbst Dinge, die heute in dieser Art kein« Verwendung mehr finden, wie Stühle, bi« bei Beschneidungszwecken benutzt wurden, haben sich «egen dekulturgeschichtlichen Interesses, auch weil sie die hygienifchen Maßnahmen der jüdischen Gemeinden beleuchte», in den Rahmen des Ganzen einfügen lassen. Allein allem darf gesagt werden, daß daS Jüdische Museum in Kassel in der Form und Aufmachung, wie es sich heute dem Beschauer bietet, eine künstlerisch hochbodeu-tende und beachtenswerte Schöpfung darstellt. I. M., K. Kleine Zettglossen. „Rur keine jüdische Hast!" Unter diesem Titel gab die „Deutsche Tageszeitung" das Organ der deutschnationalen RegierungS. Partei, jüngst folgende amtliche Meldung wieder: «,Dte Nachricht der „B. Z." von heute mittag, daß der Reich-minister des Innern den von dem früheren ReichSkabinett nicht verabschiedeten Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung des Art. 109 Ser ReichSverfaffung (Wiedereinführung von Titeln und Orden) unverändert aelaffen habe und ihn nach Ostern dem jetzigen ReichSkabinett wieder zuleiten werde, ist unzutreffend. Der Reichsminister deS Innern ist sich über die Weiterverfolgung des früheren Gesetzeutwurses überhaupt noch nicht schlüssig geworden, weil für ihn zunächst wichtigere Angelegenheiten im Vordergrund stehen." Wenn man diese Notiz unter dem angeführten Titel liest, muß man glauben, daß just die Juden keine anderen Sorgen haben, als die Wiedereinführung monarchistischer Insignien, als welche Orden und Titel »ach dem durchaus maßgebenden Urteil jener Parteien gewertet werden müssen, die nach dem Umsturz die Abschaffung der Orden und Titel burchgesetzt hatten. Und doch werden sonst gerade die Blätter von der Art und Richtung der „Deutschen Tageszeitung" nicht müde, die Vernichtung der Monarchie und die Verachtung aller monarchistische Einrichtungen und Symbole als typisch jüdisch Hinzustellen. Andrerseits haben gerade die Deutschnationalen bei ihrem Eintritt in das Kabinett Marx die Hochhaltung der alten Traditionen auf ihr Programm geschrieben. Und nur bei Wahrung dieses Programmpunkts haben sie sich herbeigelassen, auch der Republik und deren Insignien den schuldigen Respekt nicht zu verweigern. Diese Verklausulierung hat allerdings erfahrene Psychologen nicht gehindert, eine Entwicklung der deutschnationalen Mentalität vorauszusagen, die eines Tages in die Darstellung münden würde, daß di« Republik das Werk des rafsenreinen Germanentums sei, und als solches vor dem Dolchstoß der verjudeten Reaktion geschützt werden müsse. Daß diese Entwicklung sich so rasch vollziehen werde, wie die zitterte Notiz der „Deutschen Tageszeitung" verrät, konnte freilich niemand ahne». Die deutschnationale Hast hat da einen Schnelligkeitsrekovd geschlagen, der die angeblich fo gefährlich« „jüdische Hast" als keinen ernst zu nehmenden Rivalen deklariert. Panik i« der Luisenstraße. Die Berliner Stadtverwaltung hat beschlossen, zur Erleichterung der Orientierung ein« Umtauf« der vielen gleichlautenden Strabenbezeichnungen vorzunehmen. Die ...Neue Wilhelm"- und die „L u i s e n"-straße sollen den gemeinsamen Namen „Hugo - Preuß". Straße erhalE"WÄe »Kunde hat in der Lu isenstr aße nach der-. SiWMütztz^det Rechtspresse eine wahre Panik hervorgerufen. Besonders aufgeregt zeigte sich das — Tierspital, das an den Magistrat eine geharnischte Protestnote mit dem Hintveis schickte, „daß das ganze Ansehen der tierärztlichen Hoch) chule seit dem Jahre 1790, dem Jahre ihrer Gründung, mit dem Begnifs „Luisenstraße^ eng verknüpft set. Sämtliche Kliniken, die in zahlreichen Fällen tagaus, taget» in Anspruch genommen werden, werden in der Luisenstraße vermutet und gesucht." Wogegen voraussichtlich eine Hugo.Preutz-Straße keinen kranken Hund vom Ofen locken wvcb ... Man muß zugeben, daß zwischen dem Tierfpttal und Hugo Preutz keine besondere« Berührungspunkte bestehe», und begreifen, daß die Herreu, die Hunde von der Räude und Pferde vom Rotz kurieren, nichts mtt de» Männern zu tun haben wollen, die das deuksche Vaterland von de« Wunden zu heilen suchten, die ihm das alte Regime geschlagen hatte. Denn sogar das jüngste Semester der Studienbeflifsenen an der Tierärztlichen Hochschule würde sich schämen, wenn die dort behandelten Tiere so rasch und so häufig pathologische Rückfälle zeigen würden wie dir repuolikanisterten und demokratisierten Deutschen. Eine Tatsache, die von der Deutschnationalen Rathausfraktion die diskrete Formulierung erhielt, daß sich daS Werk von Hugo Preutz »noch nicht so ausgewirkt" habe, um eine Straßenbenennung nach seinem Schöpfer zu rechtfertigen. Ludeudvrff-Gerkzeug der Weise« von Zio«. Die zweite Gattin Luöendo rsss hat jüngst — einem dringenden Bedürfnis der Zeit entsprechen- — wieder einmal die Kriegsschuldfrage aufS Tapet gebracht. Sie sprach über dieses Thema in öffentlicher Versammlung und hat dabei in jeder Beziehung höchst sensationelle Ergebniffe zutage gefördert. Sie hat herauSgebracht, daß der Zahlenwert des hebräischen Wortes für «Weltkriegs 1014 ist, und eben dies die Juden veranlaßt hat, den Weltkrieg just im Jahre 1914 auSbrechen zu lassen. Der findigen Dame ist es auch nicht verborgen geblieben, daß sich die Juden dabei nicht etwa den Sieg, sondern im Gegenteil die Vernichtung Deutschlands zum Ziele gesetzt hatten. Leider ist die Rvdnerin die logische Fortspinnung dieses Gedankens schuldig geblieben: Wenn die Juden die Macht hatten, den Krieg zu einem ihnen genehmen Zeitpunkt beginnen zu lasten, dann waren sie sicher auch in der Lage, die Leitung der deutschen Heere so aut zu beeinflussen, daß die gewünschte Niederlage auch wirklich gewährleistet war. Der Mann, der für die strategische Niederlage Deutschlands veranwortlich ist, mutz also ein Werkzeug der jüdischen Weltint rigue gewesen sein. Das aber ist niemand anderes als — der Gatte der genialen Rednerin! Nun erst werden geheimnisvolle Zusammenhänge klar. Man beginnt gewisse Aufrufe zu verstehen: ,,Au mein« lieben Jidden in Polen". Er muß sie wirklich heiß geliebt haben, noch heißer allerdings die geheimnisvollen Lenker des A l l j u d e n t u m s. Warum hätte er sonst den Krieg über den Zeitpunkt hinaus, da Deutschland noch günstige Friebensbedingungen hätte erlangen können, wettergeführt bis zum grausigen Zusammenbruche? Und als Deutschland sich wider Erwarten zu erholen begann, da hat der als Stratege Abgewirtschaftete sich als Politiker neuerlich der Führung zu bemächtigen gesucht. Zum Glück ist wenigstens dieser Anschlag Alljudas am gesumden Empfinden der deutschen Masten gescheitert. Das wollten Sie doch gewiß alles sagen, gnädige Frau? Wir begreifen natürlich Ihr diskretes Abschwekfen auf andere Dinge bet einem gewissen Punkte Ihrer Rede. Zarte Bande-Keine Angst, wir sind diskret... Dr. Hugo Swtealer. II,,>I>>>>l>>>!>!!>!>!II>I>!I!!I>>I>I>>II>I>I>>>!I>!!>!I!I>l>>!II>!I!>I»!>I>l>WII!!I!II>>>>,I>,!!>>>>>,,!,!>>!>>,,!>>>>!,!j,I>!I,,»W Sendet den fälligen Beitrag für das Meile Vierteljahr 1927 in Höhe von 2,50 Mark einschließlich Bezugsgeld für die ^Wisch-liberale Zeitung" an das Postscheckkonto der Vereinigung für das liberale Judentum E. V» Berlin NW-, Nr. 137 069 Streichholz-Rätsck. Unsere Nälsel-Ecke Durch Umlegung von drei Hölzchen entsteht ein, physikalisches Instrument. —d. Gedenktag. Eins folgt auf eins im Lauf der zwei, Eh' man's gedacht, ist es vorbei. DaS Ganze ein Gedenktag ist, An den kein Jude je vergißt. Am s. April d. J. wurde der Primirsnl der Augen- AMeihiag unseres Krankenhauses ■trr janllülsrai Dr Paal Jangmani Ehrenmitglied unserer Gesellschaft. nach langem, schweren Leiden, das er sieh im freiwilligen Dienste i'ür das Vaterland zugezogen hatte, im Alter von 65 Jahren in das Reich der Ewigkeit abberufen. 41 Jahre hat der für uns allzu früh Dahingeschiedene seine ganze Kraft ununterbrochen und unermüdlich unserem Krankenhause und den unserer Fürsorge anvertrauten Kranken gewidmet. Zuerst als Assistensarzt. - dann als Sekundärarzt im alten Krankenhause in der Antonienstraüe in erfolgreichster Weise wirkend, ging sein Streben stets dahin, seine ärztliche Kunst in erster Reihe den armen Kranken dienstbar zu machen. Die Eröffnung einer Poliklinik für arme Kranke ohne Unterschied der Konfession war sein Werk, das er dann viele Jahre in segensreichster Weise geleitet hat. Aber auch die weitere Entwicklung unserer humanitären Gesellschaft, die durch den Bau unseres neuen Krankenhauses, dieser hervorragenden Stätte ärztlicher Kunst und wahrer Menschenliebe, gekrönt wurde, hat der Heimgegangene mit seiner treuen opferwilligen Mitarbeit und seiner, von hoben wissenschaftlichem fielst und humanem Empfinden getragenen Tätigkeit gefordert und unterstützt. Dank seinem hohen Ansehen, seiner allgemeinen Beliebtheit und seiner gütigen Fttnpraehe konnten wir mit Hilfe edler Wohltäter im Jahre 1906 unserem Krankenhause eine besondere Abteilung für Augenkranke angliedern. die er seitdem als Primärarzt erfolgreich geleitet und io der er. begnadet mit hervorragender, ärztlicher Begabung zahlreichen Patienten Heilung und Erhaltung der Sehkraft, dieses kostbarsten menschlichen Gutes, gebracht bst Auch die Errichtung unseres Israelitischen Stechenhauees, die einem bringenden sozialen Bedürfnis endlich Befriedigung brachte, halben wir der Förderung und den einflußreichen Beziehungen de»i Dahingescbiedenen zu verdanken. So war uns viele Jahrzehnte das große Glück besehleden, den nunmehr beimgegangsnea nicht nur als hervorragenden Arzt, sondern auch als Mensch im schönsten und edelsten Sinne des Wortes schätzen und verehren zu dürfen. Den ihm anvertrauten Kranken war er nicht lediglich der berufsmäßige Helfer, sondern jedem einssinen, auch dem Geringsten und Einfachsten, ein warmherziger, aufrichtiger Freund und Tröster. Für jede Hot war er empfänglich, sein Herz und seine Hand standen jedem Armen und Bedürftigen offen. Zu dieser Eigenschaft,gesellte sieb eine unvergleichliche Liebenswürdigkeit seinen Weiens, ein offener, froher Sinn für alles Schöne und Edle und ein tiefes dureh werktätige Mitarbeit bekundetes Interesse an allen die Allgemeinheit bewegenden Fragen. Und nun ist er. unser Freund, unser Ant. unser Ehrenmitglied. eine Zierde seines Standes, den wir mit Stelz solange den unseren nennen durften, von ans gegangen. Sein gesegnetes Andenken aber wird in «nanran Herten und in den Blättern der Geschichte unserer Anstalt fortieeea Me ans Ende der Tage. BreeUu , den 10. April 19*7. DerYontut der Israelitisches frankea-Yeiiflegugs-ÄBstalt Aufstrebende Kntturbewegnngen und ihre Vorkämpfer. Das unentbehrliche Handbuch für alle geistig regsamen Menschen. Ein Prachtwerk für jede Bibliothek. Erscheint in 15Lieferungen. Vornehme Ausstattung. Auf Ia Kunstdruck. Zahlreiche Bilder und Porträts bedeutender Kulturkämpfer. Probeheft Mk. 1—. Bestellungen nur an: Signal-Verlag, Hamlmrgl 5. Postscheck Nr. 63752. BERG Das Haus der,Guten Küche' nur Char!ottenstrafie&9 Ecks Lsipdgsr Straß« Salate, M«yonnaiMn, Einjwtplatton, Elnxelgar icfcta Solid« Mmi AmMjnag Ostern geöffnet! Pessach - Spezialitäten EigeneWienerBadcerfci lau* besonderem Katalqgl Weingro&handf «rag Beßtelfangaa prompt frei Harns Restaurant: Merkur 5266 StedKkBdM*Nvoi Mwfcw 3M6 vyyvvvwvvwVWVVWWWW999WQ Malerarbeiten jeder Zrt führt aus Robert Hutheim öerliir WS0, (ulmbacher Straße 7 Lühow 6260 — Kostenanschläge gratis. - iSüNH-MWunn Seminar ÄI1, Das Sommeisemester 1927 beginnt am 2. Mai. Die Aufnahmeprüfung findet am 26. April 9-1 Uhr statt. Alle Anträgen sind zu richten an Das Dozenten-Koilegiiim des Seminars Breslau I, Wallstraße 14 ADitur. Obersekuitda Vormittag-Abendschule. Private Vorbereitungsanstalt, Direktor Danziger, Berlin, Alte lakobstraße 124 io Berlin von 1874 e.?. Ktttunlose Feaerbeitattui Annahrae AnbaltstraCe 6 Telefon Hasenheide 3921 u. Charlottenbnrg. Kantstrafle 154a. Ecke Fasanen Straße Telefon StcinnlaUr 183t ♦♦♦♦♦♦♦♦ Das Leben der Juden in Venedig 6 religiöse und Familienszenen Ende des XVIII. Jahrhunderts. Autorisierte Neuausgabe, in unvergleichlicher Schönheit getreu nach den Original'Kupferstiehen von Novell! hergestellt in der Relchsdruckerel zu Berlin. Inhalt: Die Beschneidung — Die Hochzeitsfeier Die Beerdigung — Ausheben der Thora — Das Pessachfest — Das Laubhüttenfest. Größe der Bilder mit hebräischem Text 45x34 cm. Die Bl&tter wurden mit einem auf die Kunstwerke bezüglichen erläuternden Text nach Dr. Otto Ebstein auf Maschinen* bzg. handgeschöpftem Büttenpapier hergestellt. 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Name und Stand: i Auf Wunsdi «ndi bequeme Moaaizsahlanßea < Berte«; Vereinte»«« fkt da« Werste Sudeten» s, Berlin ©*8 48. Verantwortlicher SWxrftenft; 5&ti>l.«3aa, Vr»n» Vöhde, Berlin »»23. Druckr «ehrtva & Retxm*. Berlin ML es. Kitte rite, 76.