Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 7 (1927)
- Issue
- 15 (14.4.1927)
- Date
- 1927-04-14
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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und Zuflucht fru geben. Ich spreche gleichzei-ttg im Namen vieler, wenn ich erkläre, daß die politische und nationalistische Auffassung des Zionismus eine VercngungienergeistigeuJnhalteveLeutet. für welche diese Vereinigung von Gemeinden vor allem eintritt. Ich empfinde den politischen Zionismus als unvereinbar mit jenem UniversaliSmuß» der gerade die Seele unserer Resorwbewsgiwg ist. AVer diese feste Ueberzeuguna vernichtet nicht mein« Sympathie für die Bemühungen, die Hilfsgnellen Palästinas zu erschließen. Palästina kann bestenfalls das Heimatland einiger Juden werden, gerade so, wie Amerika unser Heimatland und England und andere Länder die Heimat anderer Juidon sind." Verfammlungskalend-rr Veplte-Korte». Die Kölner Ausstellung. „Die jüdische Fra« und das jüdische Haus". Die am vorigen Sonntag in der Meinlandloge in Köln eröffnete AuSstelluna »Die Mische Kran und das jüdische HauS* findet in der jüdischen wie in der nichtjüdischen Oeffentlichkeit große» Anklang. Die Presse des Rheinländer bringt auSMrltche Beschreibungen der Ausstellung und stellt fest, daß solche Institutionen geeignet sind, eine Ausgleichung von Gegensätzen innerhalb der Bevölkerung herbetruführen und daS Verständnis füreinander durch die Kenntnis der religiösen Sitten und Gebräuche zu fördern. In der vom Gchwesternbund der Kölner Jüdischen Loge arrangierten Ausstellung sind die verschiedenen Feste «nd ihre Symbole, soweit sie sich im häuslichen Leben darstellen, Gegenstand der Schau. Der gedeckte Festtagstisch bildet in den meisten Kojen den Mittelpunkt; aus ihm finden sich neben den Geräten, den schöngearbeiteten Weinbechern und Karaffen, den Brottellern und Messern ans SWer, den bronzenen Sabbatlampen, silbernen Leuchtern und kupfergetriebenen Gietzfüsiern zum Händewaschen alle die Gegenstände, die besondere Gelegenheiten symbolisieren, so am SabbatauSgang die feingeavveiteten silbernen RiechdüchSchen. oft in der Form zierlicher Türmchen, die kunstvoll gearbeiteten Pasfahgeräte. sowie die illustrierten Hagadah». Die Laubhütte wird gezeigt geschmückt mit Grün und Früchten. Mich die Feste ter Kinder ziehen vorbei. Ehannkah mit den vielen Lichtern, den MenorahS. endlich die Purim-Symbole. Daneben finden auch die Familienfeste der Befchneidung. der Einsegnung und der Hochzeit eindringliche Darstellung mit sinnig aufgebauten Gabentischen und dem fröhlich-ernsten Ausbau des TrauhimmellS. Zweck dieser Darstellung ist nicht allein, die enge Beziehung des Juden zur Bergangenheit zu zeigen; auch fein lebenbejahendes freudiges Mitgeben mit den Errungenschaften der Gegenwart soll betont werden. Sv veranschaulichen Erzeugnisse des modernen Kunstgewerbes, wie es die Juden verstanden haben, junge Künstler für die Ausgabe» der Kunst im jüdischen Heim zu interessieren. Man sieht hier Arbeiten des Frankfurter Leo Horovitz in Silber und Bronze, einen prächtigen Bronzeleuchter von Benno Elkan, Silberarbeiten von Friedlänöer in Düsseldorf, die Erzeugnisse der Kunstgemerüeschule Freudenthal in Breslau, sowie Gemälde und Intarsien des bekannten Künstlers Oskar Haberer. früher Karlsruhe, jetzt Berlin. In einem besonderen Raume werden jüdische Familienbi-löer vom Ende des 18. Jahrhunderts an bis auf unsere Tage gezeigt. Neben den festlich zugerichteten Räumen ist eine Sabbatriachmtttaasstube mit jüdischen Büchern zu sehen. — Die Ausstellung wird von Schulen und Gruppen stark besucht. (Jta.) ♦ Ferner wird uns noch geschrieben: Am Sonntag, den 3. April, wurde die in Nr. 8 dieser Zeitung angekündigte und kurz charakterisierte Ausstellung „Die jüdische Frau und das jüdische Haus" durch einen eindrucksvollen Festakt eröffnet. Schon die musikalische Umrahmung, besonders die von Oberkantor Fleischmann meisterhaft vorgetragenen SewiranS (häusliche hebräische Gesänge) und ein von Emil Blumenau gedichteter, von Trude Rosenthal Mit Empfindung vorgetragener Bvrspruch wiesen auf die Bedeutung der Ausstellung hin. Rabbiner Dr. Kober verbreitete stch in ausgezeichneter Rede über die Bedeutung und Symbole der jüdischen Feste. Zweck und Aufgabe der Veranstaltung wurden von der Anregertn und Organisatorin derselben, Frau Martha Coblenz, gezeichnet. Beschlossen wurde die Eröffnungsfeier mit einem Runbgang durch die Ausstellung unter sachkundiger Führung. Sogleich beim Eintritt strahlte den Teilnehmern heller Ltchterglanz aus den „Festzimmern" entgegen, in die der Ausstellungsraum in geschickter, geschmackvoller und die Traulichkeit des von religiösem Geist erfüllten jüdischen Heims vorzüglich treffenden Weise eingeteilt war. Der festlich gedeckte Tisch des ersten „Zimmers" lud zur Teilnahme an dem Brith milah-Mahle ein. Die gezeichneten Tischkarten zeigten in schöner, farbiger Ausführung die Wappen der 12 Stämme Israels. Mitten auf dem m »*i«*9t* de» 17. April, ftetet raut Schau! et*c füteftC**, Am k. Seder-AhMch, (£***§*& ndS 8 Uhr im BereinSlokal Rest«»- f»«e Seder-Feier statt, die Herr " ^^a^ält.^DaS Gedeck etnschl. Tisch brannte« die vritb milah-Kerzen, Sie Wände waren mit gemalte« und gestickten Thorawimper« geschmückt. 8uf dem Ramsch Laschono-Ttsch fehlte» u. a. nicht der Hontg und Süßapfel, diese sinnige» Symbole der freundlichen Hoffnungen «nd Wünsche, die tm jüdischen Hanse de« neuen Jahre entgegengebracht werde«. Den ganzen Ernst der Butzwoche und des höchsten Bußtages, des» Jom Kippur, atmete die Kolntdre-Koje mit der große« drenneudeu Kerze auf der Erbe und dem dreiarmigen Dilberlenchter. eine« wertvollen Kunstwerk» aus dem mit weißer Seide gedeckten Tische, auf dem ein aufgeschlagenes Machsor das Kolnidre- Gebet zeigte. Ganz andere», frohen, yetteven Charakter trugen -te „Zimmer" der Wallfichrtsseste Pefsach, Schowuath und Sukkoth, der Halbfeste Charmkah mrd Purtm rwb des Sabbats bzm. Freitagabends. Das Pessachzimmer beherrschte natürlich der Sodertisch mit s erneu sinnigen, die Kinder zum Fragen anregende» Sinubtlberu. Haggadas in wertvollen alten sowie ru moderne«, der heutigen Buch- und Bildkunst entsprechenden Ausgaben lagen aufgeschlagen auf dem Tische, der außerdem von einer silbernen Svderschüssel. einem hervorragenden Werk moderner SilVerschmtedekunsi, geziert mar. Leuchtende FrtthlingSfarben lachten uns aus der stimmungsvollen Kofje des Wochenfestes entgegen. Grün au den Wänden, grünes Gewinde, die Vielfarbigkeit eines prachtvollen, mit Achrer» ansgelegten Fruchtkorbs — das Erntefest der Böiter, das Frühlingsfest unserer Tage. An der Wand Oscrar HaSerers markiges Oelgemälde „Moses mit den steinernen Tafeln" — das Fest der Offenbarung. Und welch trauliches Stübchen mit der brennenden Sabbatlampe lädt denn dort oben zur Einkehr ein? Leicht deute« wtrS an den grüne» Laubdach, von dem bunte Früchte herabhängen — eS ist die Gukkoh. O ja, da läßt es sich schon acht Tage behaglich wohnen. Schon ist der Tisch gedeckt — mutz da nicht gleich das Mädchen mit de» dampfenden Schusseln erscheinen? Ach, wer warten könnte! Aber wir missen weiter eilen. Doch zuerst noch einen Blick auf den kunOvollen silbernen Behälter für zwei Lulavi« und zwei iMrogim. — Dem Sabbat sind seiner Bedeutung entsprechend drei stimmungsvolle „Zimmer" eingerichtet: eins mit dem Yreitagabendtifch, eins mit den Haboalahgeräiüen, eins zu beschaulicher Sabbat-NachnriitagSruhe. Auch der Barmizwoh-Tifch mit vorbildlicher Auswahl von Barnnzwoh-Geschenken fehlt nicht. Ebenso kommen die Halbfeste Chanukah und Purim voll zu ihre« Rechte. Und wenn, was sicher der Fall sein wird, Sttntet hierherkomme», so werden sie gerade an diesen beioen Kojen, die so recht dem Kindergeschmack Rechnung trüge«» rhre Helle Fremde haben. AVer du sagst uns ja nichts von dem Raum» von dem gewissermaßen daS jüdische Heim seinen AuSgang: nimmt? — Nun. nur Geduld! Das beste hebt man bis zuletzt auf: Kommt in die Mitte des Saales. Sieh hin, du ssträntpaar — vielleicht werdet ihr gerade unter dieser sMnen Chnppoh, bei brennenden Lichtern, zu ewigem Bunds vereinigt» trinkt aus diesen kunstvollen, silbernen Kibtirffhbechern und setzt euch dann an diese« geschmackvoll, fast allzu reich gedeckten Hochzeitstisch mit den gut koschernn Menüs. In Glaskästen und Glatz-- schränken sind außerdem wertvolle Geräte des jüdischen Kults, zum Teil hervorragende Kunstwerke aus Silber, Messing. Zinn aus kostbaren Stoffen, sowie seltene Bücher und H»urÄschriften ausgestellt. Werfen wir zuletzt noch einen Blick aus diesen mächtigen Chanukah- Leuchter auS Brome. An diesem Kunstwerke des Frankfurter Bildhauers Elkan bewundern wir besonders die mit großer JndtviduaWerungSkunst dargestellten Vollplastiken der fltnf HasmoMerbrüder. Und nun zur Gemäldeausstellung im ersten Stock; ausschließlich Portrats .aus Prtvatbesitz» und zwar ältere und neuere Bildnisse an gefebener Männer und Frauen aus Kölner und auswärtige« jüdischen Familien, meist von hervotrageuben Meistert» gemalt. So erblicken wir da, tnst nur ein Beispiel anzusühren, Heinrich Heines Großvater und Großonkel. Das Verdienst, die Bilder mit Geschmack und fernem Kunstverständnis seprdwet zu haben, gebührt der KunWistorikertn Fron Dr. Luise Straus-Ernst. Der RnLdgang iit Henbet. Alle sind des Lobes voll Wer M Geßcheve^Geletstete, über die geistvolle Anordnung voll Geschmack, voll Kultur und voll — Jüdischkeit. Auch das belehrende Wort fehlt nicht: Vorträge von Dr. Kober — ihn hörte« wir streben —, von Dr. Simchowitz, dem beliebten, gästvolle» Redner, über jüdisches Esten und Trttcken. vo« Oderkautor Fleischmann: SevttrauS U*d evdüch Mn Frau Herr»ttadt-Oettingen. der berühmte« Bortragskünstlerin: Die jüdische Frau iv der Dichtung. Nur eine Stimme herrscht über diese Ausstellung: ein wohlgelungenes, verdienstvolles, segensreiches Werk, von dem man mit der Schöpferin, Martha Coblenz, von Herzen wünscht, »atz es das Seiuige zur Renaissance des jüdischen Heimes beitragen möge. Freilich sollte es auch, damit es sich voll auswrrke, Ansporn und Vorbild zu gleichen «cranstaltun-en i« anderen Gemeinde» werten« R. Das Kasseler MSssche Musem«. Nach etwa halbjähriger Borbeveittma W es de« Arbeitsausschuß für daS Jüdische Museum i« Kassel mit auerkenueusrverter Unterstützung der DireL» tivv des Hessischen Laxdesrmvseums gelunGeu. eine Pflogstätte Hessisch-jüdischer Kultur zu schaffe», die i» ihrer 8Ä3seittgteit und Originalität de« beste« chrer Art getrost §m Seite gestellt werte« kann. So««t»g vormittag «urte dstl in den Räumen des Landesnnrse««- Vorübergehend «ntergedrachte Sammlung »or gebade«en Gäste» ihrer Besittanmn« Übergaben. Anwefond «are«: Oberpräsident Dr. Schwavder, Vertreter des Magistrat«, der Landesveawaotnna. die Diretzoren der ÄandesbiLttodhek «nd Murhavdsche» Bisilivthek, zahlreicher Organisationen und Verbände, der jüdische« Verwalt«»gSiheGSvden. Damen und Her«» Her Kasseler jüdischen Gemeinde. Geh. Reg^Sdat Dr. Bvelhlam der Direktor des LandeSmusenmS, begrüßte die Smvosend« und wies aus die früher schon gemachten Versuche hin, eine Sammlung dieser Art ins Lebe« zu rufe». Dem Arbeitsausschuß. insbesondere de» Rechtsanwälte» DaSVevg und Lewinsohn, sprach er seine Anerkenmmg nnd de» Dank der MnseumSdirektto« für die in «nermartet vollkormnener Weise gelu«ge»e Schn» vo« Kultgvge«ständen ans. döe te ihrer Gesamtheit in gleiche Linie mit GaomnlUNgeu ähnlicher Art i« Frankfurt, Köln, Berlin gestellt werden kö«me. Rechtsanwalt Lewinsohn beleuchtete i« seiner Erwiderung den Zweck -eS Museums, zerstreute würdige Zeichen jüdischer Bergangercheit vor dem Verderbe« zu bewahren. Der jübksche Kult, so führte er weiter aus, indem er auch die wichtigste« Kultgebräuche in Synagoge und Hans, die Feier des Sabbats «nd der Festtage nach ihrer Zweckbestimmung analysierte, ist trotz seiner Einfachheit stark genug, um das Schöne zu pflege«, das religiös« Empfinden gn starken und den aus quäle«tem. hartem Alltag in eine höhe« Geisteswett sich s«h«e«ten Israeliten ans atmen zu tafle». Auch die Betrachtung der Kuligegenst'ände, das ihnen i««ewohuende ethische Pachos könne erzieherisch wirken. Sein Dank «alt der Kasseler Gemeinde und anderen hessischen jüdischen Berbänden, die Opferfreudigkeit und Entgegenkommen bewiesen, daneben aber auch der Direktion des Landesmuseums, Geh. Rat Dr. Boehlau, Pros. Dr. Luthmer und Dr. Hallo, die der Sammlung de» ausgezeichneten Rahmen verschafften, in dem sie den Befchanern erscheint. Tiefen Eindruck dürsten die Worte des Redners auf die arvterSgläubigeu ZtthSrek' gemacht haben, daß der jüdische .Kult nichts Geheimnisvolles oder Mystisches enthatte. daß die Türe« ter Synagogen und jüdischen Häuftt^dttM^Pett offen ständen, die sehen wollten. Er schloß mit"Mn BWsche, daß daS Museum eine Quelle der Freute. Erbauung «std Erkenntnis werte, daß es aber auch znr Beseitigung vdn Mißverständnisse« werde und als Brücke ter Verständigung diene. Rechtsanwalt Dr. Katzenstein, ter Börsitzente deS Kasseler GemEiydeÄtösteu-KvlleginmS. begrüßte es mit Freude, daß die Stätte künstlerischer Weihe eröffnet «fette» konnte» und dankte alle», -te zur Erreichmeg des Ztetes boigetragen hatten. Die Notwendigkeit dieser Mtthiffe bei ter Lösung jüNscher Problem« leitete er aus der Bielseittgkett der Ausgaben her. die heute den jüdischen Verwaltungsbehörden erwachsen seien. Ruch er wünschte der Sammlung eine tatkräftige Unterstützung durch diejenigen, dte i« ihr gleich dem Redner eine Anregung te religiös-künstlerischem Sinne erblicken. Der von einigen Herren teS ArteitSaus- K geleitete Rnndgaug durch daS Museum überzeugte fucher vo« der Reichhaltigkeit und geschmackvollen Anordnung der einzelne» Gegenstände. Thoramüntel, Leuchter, Kannen, GewürWüMen in kunstvoller, origineller BerarteiduNq erweckten Interesse und Bewunderung; Geeftte auS Siisiter, Knvfer und Zinn, die auf verstaubten BSden herumlagen. Hanen hier Kre zweckmäßige Avfftellung gefunden. Bemerkenswert war ter Kmnstffech und die Gauverkeit der AuSführnna. mit der handgewirkte Vorhänge, Gebetpultoecken aus kostbarem oder schlichtem Stoffe unter sie nach Friedensschluss in Osteuropa und Südamerika ihr Fortkommen zu finden hoffen. — Und wie die Großen so haben auch die Kleinen ihren Imperialismus. Die Polen z. B. möchten gern das Ukrainische, Deutsche, Litauische, Weißrussische, Lettische und Jüdische in ihrem Bereich ausrotten. um ihre Sprache an dessen Stelle zu fetzen. Da schrieb einmal ein polnischer Professor einen heftigen Artikel gegen das Esperanto und schloß mit der Behauptung, dass nur ein Jude, der eigentlich keine Muttersprache habe» deren Machtbereich er zn erweitern wünschen müsste, den Gedanken fassen konnte, eine neutrale »Sprache der Völker" zu ersinnen. Der gute Mann bergaß dabei, dass, wie oben erwähnt. eine grosse Anzahl hervorragender christlicher Geister, eine Bvlkersprache herbetgesehnt haben» und baß Zamenyvf» Vorgänger, der Schöpfer des Volapück, ein katholischer Deutscher war» dem man wohl eine Muttettvrache nicht abftreiteii kann. Das ganze Verbrechen des Esperanto testtzht darin, daß es vollkommen ist und sich in oer Welt önrqgesetzt hat. (Einige Imitationen des Esperanto, wie-JbK^ u. begl., die zum Teil mit nicht ganz einwandfteien Mnem jenes zu verdrängen und zu diskreditieren üntarnahtNen, sind fek>laeschlaaen.j In Wirklichkeit ist die Idee einer neutralen VßvLihtz. Mfc keine der Nativnalsprachen schädigt oder gär üusskvttet »Nb zu einer friedlichen Verständigung unter okN Völkern verhilft, eine jüdische Idee; die Propheten haben ihr Ausdruck gegeben, am deutlichsten Zephanja CIII* 8). Und unter dem ietziaen wüsten Sprachenstreit zwischen den Bölltekn haben die Inden am meisten zu letten. , . Dr. Zamenhof war sich bewusst» dass ei«u.nrMr«e „Sprache der Völker" nicht nur ein ausserliches Verstandigungsmittel für prakMche Zwecke, svntern auch ei» wirksames Bindemittel Kü ihrer friedlichen Bereintynng in tzemeinfamer ideeller Kulturarbeit bilden müßte. Als ein treuer Sohn des jüdischen Volkes war er ein eisriaer, tätiger Anhänger des Zionismus in seiner ursprünglichen Form, der „CdibatN Don", die daran arbeitete, jüdische Siedlungen in Palästina zu schaffen. Dieser seiner ersten Liebe bltev «r auch bis an sein Lebensende treu, doch hatte er mit dom politischen Zionismus keine VetÜhrung. da iM je* Hefte Politik Diplomatie in ter $td* m&bex ü* Um dett tu Polen au>sgrbrvchene» religiösen Streitigkeiten unter den Juden zu steuern, veröffentlrch« er 1902 tu ter Warschauer polnischen Wochenschrift „Jsraelita" eine Studie unter der Ueberschrttt „HtsseNSmuS^ und betonte als dte unverrückbare Grundlage des Judentums die Lehren HtllelS als de« NvUtrabkM Boden, auf dem sich alle Parteien einigen könnten. Die lDtndie wurde VW der Zensur arg verstümmelt und zusarrronengestrichen. Nachher erweiterte kr diese Grundlage zu einer altzemttnnrenschttchen neutralen Lehre, deren Prinzipien er 19Sß i« einer zu Petersburg in «rvfchsirr «nter de« veröffentlichte. anS _ _, ... .... innMtze ober Be» kenntttißformÄtt hier mitpetettt «erbe» Mögen: Der HvmarantSMus ist eine Bestrebung «tt dem Ziel rttn Menschlicher und unbedingter altvAkffcher Gerechtigkeit «N» Glrichbrrechttgunss. ^Der Gedanke teS pinn naß ter früheren Nsskk sseb.HtllellSMuS" hervor, von dem er sich nur dadurch «üterscheidet. dass letztere« Mvtz eine MewMeitSgrnppe te» mnt wckhrepd kt Ho«Wtert»«»b alte VSLker n«d ReA» alonen nuffam Der HomNraNibumS H ttne Lehre, die. ohrm den M««» fchen von setUkut »UtürlichM BÄerlNNte. tetner Sprache «er seiner GlautenteeMetnschay loszUrttssen. Gm die Möglich» fett gibt. }ei« UuwahchuStekett «ch alle «ttersprüche ch seine» naitoNal»religiSsen Grundsätzen zu vermeiden sich nttt MeMsN Aller GpWteN MkS «Mtvne» unter Grnnteatzeu chegentetttger Gerechttgkett um nenttal-mei licher Grundttgtz tztt verbinde». Dte GvmmMOeu hofstm. daß sich die Menschen tettch ständige gegsUssittste Bervteckmm «üf -er Basis einer «t«» traten SpralM.. Kd«trt^^ Wkte^«SgteiM§tze und GMÄ» wer^en^MaS^vßhnur näch^NNd NM, VEMe^ undÄm Unterbrechung geschehen wirb. Sch bekenne» lifo alle iMter «eichtertthtW sin», und ich schätze jSde« Mensche» mt nach seinem persönlichen Wttk üsid seinen Handlung^ ein, aber nicht nach seiner MuNWWg. Mte M. MSMgW«« Mb DeM r «teusche« aus dem Grunde, dass er von ei»em » ueovren. «tt einer andere« Sprache oder I, betrachte ich als Barbarei. gange« eineS Gteusche« anderen Stamm Religion arich. gIch bekenne, dass innerhate feiner engeren GemeiMhvft er Mensch das vvSe, natürliche und «nbestreiivare Recht . die Sprache oder den Dialekt zu sprechen, der ihm am fften ist «nd zu bekennen» welche Religion ihmam meisten -»sagt, aber tm Verkehr «tt Menschen anderer Abstammung muß er, soweit mSglich, eine neutral-menschliche Sprache gebrauchen und «ach den Grundsätzen einer nentralMenschlichen Religion leben. Hede- Bestreben eines Menschen, seine Spräche oder feine Rettgivn anderen Mensche« aufzudrängen, betrachte ich alb Barbarei. Mein Vaterland nenne ich jenes Land, in dem ich geboren bin oder iß dem ich mich dauernd ntetergelaffen hübe. Jener Teil des Staates, in dem ich meine Jugend verbracht habe oder der besondervvu meinem «ramm bewohnt wird, ist mir teurer aib alle ' ei« Stück meines Vaterland «kuurn — .... --- etet Teil meines Volkes wohnt oder sinmal geherrscht hat, »a dite nicht allei« zu beständigen HreittAeiten ksthrt, - •** UMgHgrmr ver jvteu ww toi ver ganzen «ne. Dr. Zameichof ist viel zu Hkät geboren worden nnd viel M früh gesiorbe». «in Esperanto vor einem Jahrbundttt te äetreten, so hätte eb die Gegensätze Meter den SovtetN brtellchMch gemildert nnd tem alle Volker benebelnden Imperialismus, der nur grob müteria- ^ischen Machtgelüsten enffprinat. das ideale Mäntelchen & Kampfes mn dte Ausbreitung der Zknttnr mittels der »rache genommen. Dr. Zamenhof hätte noch ein Menschen» tet leben müssen, «m den vollen Triumph seiner Idee mit lenen Angen zu schaukR. Dkn« eS unterliegt keinem »feifÄ. itzch te» Estttetettv dte internattonale Sprache der oissernchaft, deS HtttwelS und Verkehrs, vielleicht sogar der dtplomatie werden wird. Esperanto wird also eines der stävkste« Berei»ium>«-. «nd Bsrsöhnungsmittel unter de« BöNern biGm. Der Rame seines UrheverS wird svrtlebe«