Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 7 (1927)
- Issue
- 15 (14.4.1927)
- Date
- 1927-04-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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vor Gott wia einst unsre Väter,' nicht nur mit ihnen schloß der Ewige seinen Bund, sondern anch mit der ganze» gegenwärtigen und künftigen Menschheit, «mit Le«, der heute gleich un» vor Le» Ewigen unsrem Gott steht, und de», der heute nicht mit un» ist/ Wir alle komme» au» Aegmtten, auS der Gebundentzett. mir alle streben »tun Sinai, zur Freiheit. ES u»ß wohl Liese immer wieder wirksame Aktualität der Zween und GlaubenSerlebuiste unsrer Gemeinschaft sein, «e Israel eine so »uverstegdare L«oe»skraft verliehen hat. Passa kann «es Heutigen auch nur dann mehr als eine Reminisz«»». sein mrd Mr religiösen Mrklichkeit werden, wenn wir die ihm innewohnende Idee der Freiheit allezeit als eine aktuelle Forderung begreifen. Gerade der jüdische Liberalismus sollte das nie vergessen. Er muß sich bewußt bleibe», worauf schon sein Name hinweist, daß er die JA«e -er Freiheit im religiösen Leben unsrer Lage zu bewahren uUo weiter za führen Hat. daß fein Kamps um die Freiheit und Rekuhett unsres jlwtfch-liveraken Gedankens reine andre Schranke kenne» darf, als das ethische Gesetz. Innerhalb dieser Greuze und gerade auch wegerr unsrer eMsche» Erfass««« de» Religiösen muß der LweraliSmuS mit aller Entschiedenheit seine Erkenntnisse viS zum Ende denke» und keine für notwendig erachteten Forderungen«durchzafetzen suchen. Die Freiheit, tu deren Name« du jüdische Liberalismus kämpft, dulvet keine Scheuklappen. Der plötzliche «eberaang vom religiösen JndifferentiSmus der frühere« Jahrzehnte zum Wiedererwachen eines stärker pulsierenden jüdischen Leben» hat eS leider mit fich gebracht, daß man. in der Freude über die unerwartete Wendung zum Positiven, die hier und dort sich zeigte, daS liberale Prinzip vergaß und in einer falschen Erfassung des Begriffs der „Einheit" Israels und der „inneren Befriedung" des jüdischen Lebens sich zahlreichen Konzessionen geneigt zeigte, ohne daß etwa in anderen Lagern der gleiche Wille erkennbar geworden wäre. Wahrer Liberalismus, der nicht nur dem Namen nach zum Freiheitsprinzip sich bekennt, muß konsequent sein und das für recht Erkannte, unbekümmert um die Angriffe der Gegner links und rechts, in zähem, offenem unch ehrlichem Kampfe in die Wirklichkeit Umsetzen. Er darf nicht „um des lieben Friedens willen" seine Aufgabe« U«b seine Prinzipien verleugnen, denn damit grübe er stch selber das Grab. Manche bedenkliche Vorgänge im jüdischen Leben der Gegenwart zeigen, daß vom Kamps für wahre Glaubens- und Gewissensfreiheit nicht mehr viel übrig geblieben ist. Dringliche Fragen des religiösen Lebens harren der Klärung, wie mit eindringlicher Deutlichkeit erst der kürzlich an dieser Stelle veröffentlichte Aufsatz von Felix M ak o wer zeigt: aber der Mut zur entscheidenden Tat ist noch nicht da. Ich gebe zu. daß sogar die Jüdische Reform-Gemeinde in Einzelfragen (Mischehe) sich das Gesetz ihres Handelns von außen her hat vorschreiben lassen: konsequenter Liberalismus aber verträgt nicht solche Konzessionen, die dem inneren Prinzip der Freiheit zuwider sind. Andrerseits sind gerade die Forderungen Makowers fast alle im Reform-Judentum erfüllt. und es wäre mm an der Zeit, baß man sie auch anderwärts allmählich in die Tat umzusetzen beginnen würde. Dazu ist freilich erforderlich, daß die gerade vom liberalen Standpunkt aus unbegreifliche Intoleranz mancher liberalen Kreise gegen daß Reform-Jrrdentum endlich aufgegeben und damit dem Prinzip der v o l l e n Glaubens- und Gewissensfreiheit endlich zum Stege verholfen wirb. Es zeugt nicht von rechter Erfassung de» Begriffes „Liberalismus", wenn man zwar der Orthodoxie konzediert, was sie nur immer verlaügt, daß man aber vielfach allen liberalen Forderungen, die über die eigene Auffassung hinausgehen, eine starre Und intolerante Ablehnung entgegensetzt. Diese „liberale" Intoleranz . ist weit unerträglicher als diejenige der Orthodoxie, die ehr- ..^lchyr.'D UM nicht für ihre Absichten einen falschen Namen r bvrA Möge die „Aktualität" des Passüfestes in uns Liberalen immer wieder den Sinn dafür wecken, -atz „der Freiheit eine Gaste" gebührt, die Raum hat für alle liberale» Richtungen: möge Passa nnS Kraft und Willen geben, in wahrhaft freiheitlichem Geiste mttzuarveiten am EwtgkeitSbau des Judentums. jüdisch-Sozial? Bon Rabbiner Dr. Gottschalk, Frankfurt a. M. „Das ist das Brot des Elends, das unsere Väter in Aegypten aßen." — Nufere Bitter? Aßen? Sollte cs nicht heißen — wir» ihre Kinder, essen? UNS ich denke dabei nicht <nt die „Zeitverhkiltttisse". ich denke an den „Kulturzustnnü". Denke an die Hundert, Taufent«. Millionen, für die Brot immer Brot des Glends ist» weil es zu knapp, weit eS gebacken in Unfreiheit. Denke an „Proletarier", denke an notleidende Künstler und Dichter, denke an alle die Strebenden, an alle sich Sehnenden, die ans Licht möchten. Denke an die geistig Unfreien, an die WettanschauungS geknechteten. Denke an die Wohnungsvertrievenen und an die Neu-Armen, aber denke schließlich auch an die — Reichen. Ja. hat man daran Won einmal geft»cht, daß es ein ganz eigene» um diese Mazzo, dieses Br« de» EiendS? Wann kommt es denn sonst »och vor. wenn «Acht am Geber, daß amh i» Haufe de» Reiche» etumchs da» Amch erschei«t «nb angeschartt wir-? Aber erscheint — nicht wie vielleicht sonst eiamal — i» «orzimmer oder «r i» der Küche, »ei«, erscheint «ritte» unter de». Feiernden, mitte» unter den Festliche», an reicher Tafel. «NGtzdo» vom GchmnL! Nun denn, weil «» da ist, da» Brot und da» Kramt, dasselbe „Elend" einmal bei euch wohnt, wie bei dem Aermsten der Armen auch — soll es euch nur von Aegypten erzähle». von de» Tage» vo» einst «»d nicht viel wehr von jetzt? Kam» e» «tcht Mr «ckchütternde» Predigt «rrd«, zur Frage, die dich fortan nicht mehr lo» läßt — weshako darfst du reich fei» und dei» Bruder nicht? Was kannst du dafür, daß da» Brot deb Elend» dir mn ein Gast und jenem Gewohnheit? Weshalb darfst du einmal ans bittere Kränter, etirmal ans jene «chale »Mt Tränen schauen, weshalb aber sind sie ihm stetgegen, wärttg? Weshalb darfst -« reich sein- «a» kannst -« dafür? Du bist'- von Geburt — du »ist e» als Erbe — bist eS durch Glück - bist'- dnrch Begabung, wrz, bist es durch Gnade — weshalb dann grab du? Oder bist eS durch Arbeit? Ja. quält stch tetn Brüder nicht etwa auch und weshalb er nur für das „Brot des Elends, weshalb nur für ständige Unfreiheit? Weshalb für den Dienst an Stolzen »und Dummen, an Praffer«, Verschwendern, Gewissenlose»? Unselbst, wenn eS nicht so — weshalb nur für kärglich«» Groschenlohn? Weshalb dieses Zufehri, dieses Entbehren, dieses sich immer begnügen müssen? Dieses Verzichten ans so viel Schönes, vor allem auf Freiheit und Selbständigkeit? - Weshalb darfst du reich sein, so fragt dein Brot — und darfst es sein, o h » e dich so zu fragen? Hat dich die Last nie des Reichseins gequält, hat Äch das „Elend" nie fo angeschant, so nah und so eindringlich und so mit Religion? Was kannst du antworten, wenn das Elend dich fragt? Worauf kannst du Hinweisen in deinem Luxus? In deinen Wohnungen mit der Fülle von Sälen — und andere Hausen zu Hausen im Loch? In deinen Pelzen, in deinem Schmuck — und andere frieren in ihrer Blöße? In deiner Gier nach jeder Mode im Tanz, im Sport, im Schuh und im Strumpf — und andere hungern bei Fülle des Geistes, der verachtungsvoll auf deine Modegier blickt! Weshalb darfst du reich sein und er nur arm? Woher kommt dir Mensch dein höheres Recht zu solch einer Selbstverständlichkeit? Ich kenne das Schlafmittel deines Gewiffens — du bist „wohltätig", du bist jüdisch-sozial! Du machst es mit der Armut wie mit der Mazzo, du nimmst ste dir einmal tm Jahr ins Haus, vielleicht sogar für eine ganze Woche: aber öu spürst dieses Elend nicht! Du umgibst es mit so viel leckern Speisen, ißt soviel vorher und nachher dazu, -aß du nicht zum Bewußtsein des Elends kommst. Du kleidest dich in dte neueste Mode und eilst zu „Sitzungen", in deinen „Verein". prüfst Akten. Papiere und „bewilligst" voll Huld — Riesensummen, die oft gerade reichen, um einen Tag später unterzugehen. Ich weiß, du bist stolz auf deine „Zentrale", in der alle „Fäden zusammenlaufen", alle Fäden -es Elends, der Oval und der Not. Dir kann nichts entgehen, du weißt ja alle- — wer zweifelt »och, dü bist jüdisch-sozial! Einer zweifelt — dein uraltes Sprüchlein, geboren aus uraltem Judengeist, zu lesen freilich mit erschütterter Seele und nicht bloß mit ,.pietätvoll"-jü-ischem Herzen. „Wer hungrig ist, komme unesse mit. Wer arm ist, — komme und feiere P e s s a ch." Ja, gellt «8 dir denn nicht in die Ohren hinein, du Mensch mit dem Worte „jüdischsozial"! Ja. schneidet er dir denn nicht in Ne Seele, dieser Ruf, der durch die Jahrtausende klingt! Pessuch-Frier sollst du gestalten und dann erst bist dn jüdisch-sozial! Pefsach aber bedeutet nur dieses — los vom Tod, Hinein in die Freiheit! LoS vom Tod des elenden Brotes, das dn Reicher so itzt wie dein leibender Bruder. loS vom Tod der geistigen Knechtschaft, los von den Brosamen von deinem TtsH! Pestach bedeutet die ganze Lösung, die zehnte, nachdem neun andere versagt! Pestach bedeutet Revolution. Pestach bedeutet, komm her und iß mit! Nicht heut bloß am Seöer» nicht einmal tm Jahr, überhaupt nicht bloß das leckere Mahl. Iß mit von -er Freiheit, der Selbständigkeit, iß mit von dam Glück, stolz schaffen »u können! Ja. komm, sei Bruder und lebe mit mir. denn ich. der Reiche, will arm sein lernen — nicht „elend" — nein, aber ärmer sein heißt das an hundert Dingen, die mir bisher so „notwendig" schienen, är m e r sein lernen in Wohnung und Kleidung, ärmer in Speise und eitelem Tand! Ja komm» du Armer, und lehre mich — reich sein, mich zu bescheiden aus all die Dinge, welche zum Leben notwendig sind! Oh. wieviel bleibt doch auch dann noch übrig — denn der Mensch „lebt" ja nie vom „Brote allein". Lehr mich, was jüdischsozial bedeutet. Denn jüdisch-sozial heißt religiössozial uttd das ist mehr als politisch-sozial, wenn auch in oer Wirkung oft vielleicht gleich. Aber m der Quelle ist'S soviel tiefer — wie Erlaßjahr, wie Iobeljahr tiefer sin-, als dte ganze hentige „Sozialversicherung, weil sie eine ganze Lösung Larstellen. Und nur solche ganzen Lösungen e»Uich -md auf sozialem Gebiete ernrebeu, das er» ist jüdisch,» «rigid »«sozial! Der Prophet, der das Schwert für dt« härheirÄ, die den Sklaven »tcht ihre Freiyvtt g*pe». er war nicht Rotz „mtfttätta'', er war — gerecht, war ga»r. war jüdisch-religios-sozral. Ihm bedeutete Zd«<o. nicht tzl»b Gerechtigkeit gegenüber den Armen, nein, gen — Reiche. Daß freilich auch das denkt daran; macht damit ernst? Die «ichfOiN» üftcttatS «ft zu schaffen des selbstverständlichen Reichseins mit Stumpf und Stiel einmal auszurotten, das v r o t deS Reichtums gt» Brot des Elends für alle die Hinruftelle», dte e» so essen, ohne Gewisien und ohne Qual, das ist ganze prophellsche Art! Aber freilich — so viele führen sie heute im Munde, dies« Propheten und ihre Worte, und sind doch nur ihr trauriger Abklatsch, plappern die Worte von „Opferfretheit" und merken nicht. Latz Propheten ja damit gerade den Weg »um schwerste», Om« anfgraben — zum frei« willigen Verzicht auf deS Lebens Geschenke, zum frei« willigen wahrhafte» Bruderbund! Hört ihren Ruf — eh man euch zwingt! Denn die Zeit ist da, ba ein „Schrei nach Versöhnung" aus tiefsten Tiefen mächtig herawfgvollt! Juden sind eS nicht gerade zuletzt, die laut ««stimmen i« diesen Ruf. Aber freilich, sie sind nur politisch-sozial. Doch ist denn die Zeit nicht auch dafür reif, unsere Religion wirklich ganz zu erfüllen, nicht in dem elenden Kompromiffeln. nicht „in dem erbärmlichen Streit um da» „Aeuyere", nein, tu dem letzten und großen Sinn, in dem es sich lohnt, Religion zu haben, im Sinn der prophetischen „Einseitigkeit, im Sinn ihrer herrlichen ,Memeutarkraft". Eine Armee ist ja anfgestanden — 22 000 junge Juden aus allen Richtungen, allen Parteien, haben sich zn einem Bunde vereinigt! Sie wollen Helfer sein allem Sozialen. Nun denn, so sollen sie die Führung ergreifen! Aus 22000 jugendlichen Kehlen mag am Pestach der gewaltige Ruf erschallen, der Ruf, der uns alle vereinigen könnte, wenn es ein Ruf ist aus Brunst der Religion, aus ganzem Judengesühl heraus: „In diesem Jahr — Knechte Im nächsten Jahr — frei!!" Knechte ihr Reichen. Knechte ihr Armen. Im nächsten Jahre Wir alle — frei!!! Amerikanisches Reformjudentnm und Zionismus. Zu den fchlagwv «artigen Redensarten, die man bei den Auseinandersetzungen über die Frage der Vereinbarkeit deS liberalen Judentums mit dem Zionismus immer wieder zu hören bekommt, gehört u. a. auch die. nur in Deut-schlanld seien die Liberalen Gegner des Zionismus. Daraus wird dann gefolgert, wenn der amerikanische Liberale Zionistenfreund oder gar Zionist sein kann, der deutsche aber nicht, so ist die Gegnerschaft zum Zionismus lediglich auS deutschen Erwägungen heraus zu bsgründen, nicht aber aus jüAschen. Wir haben in unseren Blättern wiederholt, zuletzt in dem Leitartikel in Nr. 14, daraus Hingewiösen. Latz eS unrichtig oder zumindest unzusäwglich ist, Sie Gegnerschaft zum Zionismus nur aus der Einstellung zum Deutschtum heraus begründen zu wollen, daß vielmehr in Wahrheit Liberales Juideutum und Zionismus einander unVÄtn-gt auSschlietzsn. Hierzu folgende Einzelheiten. Die Bereinigung der jüdischen Resormgemeinden Amerikas, in der 278 Großgemeinden zusammenaeschlossen sind, hat tm Januar b. I. tn Cleveland getagt. 1600 Vertreter auS allen Teilen der Vereinigten Staaten waren zugegen. Auf dieser Tagung, an der viele der führenden Persönlichkeiten der amerikanischen Juöenheit teilnahmeu, kam auch die Stellung des ameriHanischen ReformiubentumS zum Zionismus zu nwzwei-euttgem Ausdruck. Rabbiner Philippsou aus Cincinnati, einer der geistig sührenden Männer des liberalen Judentum» Amerikas, hat unter restloser Zustimmung der Versammlung folgendes ausgeführt: „Es ist nicht meine Absicht, daS Für und Wider des jüdischen Universalismus und des jüdischen Nationalismus zu erörtern. Aber ich fühle, daß ein Wort gesprochen werden muß über die Frage, die heute die Inden in verschiedene Lager teilt. Ich glaube, mau darf, ohne Widerspruch zu fürchten, feftstellen. daß dieser groben Genrotndeovganisakion als Prinzip dte geistige Bedeutung -er Mission -es Judentums zugrunde liegt. Nicht durch politische Macht noch durch diplomatische poürpanisrs, sonder« allein durch den Geist wird das Judentum sich Geltung verschaffen. ES. ist selbstverständlich, daß wir am palästinischen Werk interessiert siM. und daß wir wünschen, auch unsererseits diese» Werk zu sörderu, den« Palästina appelliert auch an UnS Reformjuden. einmal wegen der mit diesem Sande verknüpften Erinnernden und dann, weil eS Möglichkeiten bietet. Tausenden unserer Glaubensgenossen Heimstatt, Trost Klange der Sedernacht. Roch tönen tm Herzen mir wieder Der Gedernacht Hymnen und Sieder, Jttt Kreise der Freunde aefürmetl: Ein Klang aus vergangenen Tügett, Wie bebendes Schluchzen Uttd Klugen, it jiddische« Seele entsprungen, wenn die Morde stch einen, ich an» dem Klayen und Wdinen Kampfsind wie Sie-gritf es klingen. Dann sch' ich ein Volk der .Knechte Für seilte betlißert Rechte Todumtia die Schwerter schwingen. Ich sch' sie vom Staub sich erheben Zum Kampfe für Freiheit und Leben, Dent Haffe sich nimmer M veuyen. ~ Des Himmels ggöffttefcjtt Tore Tntstetgert die Enael £m Chore Und fingen ins nächtkiche SchwMett Des Sieges hell juvelnded Dieb: In schaueMchen Riichten Mit lauernden Mächten Um Freiheit #t ringen Ftt trotziger Wehr An eigener Ehr': Nur das, da» allein Gird ans Schmach üstd M- Win Crwsüng dir bringen, Wkk JfElk Katz. De. Elteser Ludwig Zamenhof. «Dchülß., Den großen Erfolg des Esperanto verdankt man nicht nur der genialen Veranlagung seines Schöpfers, der eilt Problem gelöst hat, über welches einige der bedeutendsten Köpfe feit Svo Jahren gegrüdelt haben, sonder« auch seinen glesenen Charaktereigenschaften. Dr. gamenhos besaß alle ualttäten, dte für den Bahnbrecher einer humanen Idee unerläßlich sind, men« diese Anerkennung und «usbrettung finden soll. Er war von unbeugsamer Energie und unerschütterlicher Zuversicht und HoffnungSfreudigkeit, non unermüdlicher Arbeitskraft, befaß ein hervv«aäended Organ - sationstalönt, war von ünerfchöpflicher Geoukd, Heiterkeit un- Lievenswürbigkeit. Dabei war er persönlich vollkommen veschetben und anspruchslos, vollkommen uneigennützig, seiner Idee restlos hiugegeben. frei von Gh«- aoiz und Selbstsucht, voll der reinste« tmeingrschränkien Menschenliebe. Er hat auf jeden materiellen Vorteil ober Loh« verzichtet. Zeit seines Lebens ernährte fick äußerst bescheiden von seiner ärztlichen Praxis, iäraltchen ErsparNiffe widmete er der Propaganda seiner!dee. Et Mb in einer an Armut atemendytz Dürftigkeit, bezeichnend für sein« Geistednri ist die Rede, dir er auf dem krakauet Esperantisten-Kongretz rsts hielt. E» waren 95 fahre seit der Btröffentlichuno des DsperantvlehrSuche» verloffen. da» war also ein JndWumsrongreß. $«t Schöpfer er Sprache erklärte, daß er sich «unmetzr von seiner Rolle als. matzgebende Persönlichkeit, die er Üvritzen« nie sein wollte, zutückzietze. nachdemoas Esperanto tm ersten Vierteljahrhunöekt seine LebenSfähttzkett bewiese« Save. Er wollte E mehr tvr „Meister" genannt «erde», sonder» still und vesHLiökn als einfacher Soldat in den Reihen der «sperantokümpfer stehen. Seine Lbschiebsworte »« die Jünger lauteten: „Arbeitet stets in völliger Einigkeit, in OtdnüNa und Harmonie. Durch Einigkeit werden wir früher oder später sicher siegen, selbst wenn die ganze Welt gegen uns ist. In den ersten Jahren NNserer Arbeit waten auf unserer Fahne die Worte Hoffnung, Beharrlichkeit und Teould geschrieben. . . . jetzt, da wir^ aus oer ersten in die zweite wichtige Periode unserer Geschichte übergehen, laßt uns ein neues Wort auf unsere Fahne schreiben, «nb labt es uns immer Hochhalten als heiligen Befehl: dieS Wort heißt „Eintracht". . , . Dann verließ er für immer die Prästdentenestrade und setzte sich unter seine Jünger in den Gaal*). Natürlich fehlte es dem Esperanto nicht an heftigen Gegnern aller Art. Jede Neuerung, dte sich Bahn bricht, stößt auf Femdseliakeit, weil sie dte Bequemlichkeit der Menschen stört. Hier kam vielfach noch Neid und Scheelsucht hinzu. E» fehlte auch nicht an gehässige» Anfeindungen der Person ZamenhofS. Lächerlicherweise beschulöigtett ihn manche sogar selbstischer, gewinnsüchtiger Motive. An dem kindlich reinen und heiteren Gemüt des Mannes prallten alle diese Verleumdungen atz; er beachtete sie nicht einmal, sondern arbeitete ruhig an feinem Werke. Der gefährlichste Gegner des Esperanto war inbeffen der nationale Svauvintsmus und sprachliche Imperialismus der große» wie der kleine« Rationen. Die Alldeutschen z. B. gehörten zu seinen heftigsten Gegnern. So schrieb einmal die „Zeitschrift für da» Deutschtum tm Auslande"- wir müßte« das Esperanto mit aller Macht bekämpfen, denn seine Ausbrzitung verhidere uns, den kleineren Nationen in der Mlt die deutsche Sprache aufzuzwingett. Diese Sucht der Alldeutschem, die deutsche Sprache den kleinen Nationen mit GM»Ü auszubrängen, war die Hauptursache des furchtbaren Hasses, der sich in der ganzen Welt gegen die deutsche Nation aufgehäust und mit den Zusammenbruch -es Reiches verursacht hat. DaS Organ -es -eutschttationalen Hamburger Hanolungsgehilsen-VetSanbes rümpfte »och im Frühjahr 1816 mit dtti schwersten Waffen gegen da» Esperanto, weil dieses die vvchetrschH -es Deutschen in der Welt beeinträchtigen könnte. „Weigert sich der deutsche Kaufmann, Esperanto zu lernen, so ist -a8 Schicksal dieser .Weltsprache' entschieden, schrieb das Blatt selbstbewußt. Diese Ueverhebung mutet jetzt traurig und komisch Mt. Der deutsche Kaufmann und Gewerbetreibende, dem nach dem Kriege der Boykott der ganzen Welt drohte, wäre froh gewesen, wenn das Esperanto jetzt schon hundertmal mehr verbreitet wäre, als eö ist: Zehntausende Deutschen lernen jetzt mit größtem Bemühen ^allerlei slawische und romanische Sprache«, weil *)Die Kitwe des Dt. Zamenhof widmet sich ganz der Arbeit für die Ausbreitung des Werkes ihres Gatten.