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Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-04-08 · 14 (8.4.1927) · page 7

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
14 (8.4.1927)
Date
1927-04-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
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?. Achtgang Nummer 14 Zur Paläsüna-Resolution des liberalen Rabbinerveröandes. Bon Rabb. Dr. GoLtschalk. Frankfurt a. M. Ich war auf -er Tagung nicht anwesend und weiß von ihr nur. was in der Zeitung steht. Da die Stimmung in unseren Kreisen der Oeffentlichkeit aber gar kein Geheimnis so mußte man nur darauf warten, in welcher Stärke sich der Gegensatz offenbaren und welche Folgerungen man Und nun ist nichts gesckehn. Jedenfalls Vichts für die, als deren Sprachrohr Vogelstein ausgetreten ist. Die liberal-nationalistische Richtung fdas Wort als Grundprinzip genommen und nicht bloß als Bezeichnung einer jüdischen „Intensivierung, über die doch überhaupt nicht zu diskutieren wäre), mag sich damit zufrieden a?ben, daß nun jeder seinem „Verantwortungsgefühl" folgen 'soll. Mir scheint aber, daß g e r a de d ies es B er a ntwo rt'u n g s g e f ü h l ein deutliches Bekenntnis der andern verlangt hätte. Oder gibt es auch schon die „EinheÜs- Aemeinde" der Liberalen und Zionisten, bei der genau so wie bet der andern nur der Liberalismus „Rücksicht" zu nehmen und sich vor „Anstoß" zu hüten hat? Die klare Sprache aber bekennt, daß in der Befreiung der religiösen Urkraft von nationalen Einschnürungen 8. April 1927 - groß genug bewertet werden kann. Und wenn es richtig ist, baß die Propheten eine solche Möglichkeit niemals ins Auge gefaßt, wenn auch der universalistischste Ausblick jknmer mit dem Boden Palästinas verknüpft blieb, so bekennt eine klar«» Sprache weiter — und das muß endlich einmal gesagt werden — daß auch diese Propheten und selbst ihren begeistertsten Anhängern nicht überall das letzte Mort bedeuten Das gilt für die Frage, des Götter l e b e n s . es gilt für die Frage des U n i v e r s a l i s - tyüs. Ich weiß nicht, ob Bogelstein das gesagt hat. aber es ist zu sagen, daß auch ein liberal-religiöser Nationalismus den GipielPunkt religiöser Leistung niemals bedeuttzn könnte. Wir wollen aber nur solche Gipfelpunkte, wollen grade,ans Religion, wollen es nicht bloß aus universalistischem Menichheitsstreben, sondern auch aus der tiefinnerst jüdischen Sehnsucht, unsere Religion immer freier Md freier und dadurch immer menschlicher zu gestälten! Und so kann und darf es uns nicht genügen, den religiösen Grundcharakter des Judentums für die B e r g a ng e n h e i t festzulegen und für die Z u ku n s t jede „aus- /TBAHL. £r FALCKE BLUMEN'AU//TELLUNG BERLIN-W6Ö LL MAUERSTR. 7Q FERNRUF: ZENTRUM 5C23U.J.02.4 L.ÜMENSPENDEN ~ TRAUERCPENDEN * TAFEL* ' " “ ICK. INNENDEKORATION IN KüNSTL ERISC.ME AUSFÜHRUNG. 12. ERSTE PREISE- - schließlich nationale Ausdeutung" entschieden „abzulehnen." Nein, nicht diese Ausdeutung bloß lehnen wir ab. auch die Uebernahme jenes einstigen Bündnisses, Religion und Nation, auch diese lehnen wir, in jeder, aber auch jeder Form. ab. Nicht etwa allein aus Liebe zur Heimat, so unlöslich wir mit ihr auch verbunden sind, so sehr wir eine Durchdringung deutschen Geistes mit jüdischem, deutscher Formen mit jüdischen, mit viel mehr Eifer und Glück als bisher für nötig erachten und durchaus erstreben — Annahme von Bestellungen aus die Jüdisch-liberale Zeitung bei allen Postämtern Deutschlands. vor allem wollen wir das Bündnis nicht, und denken dabei anjedes Land, weil uns die Entwicklung des liberalen Gedankens und nicht bloß Entwicklung als liberaler Gedanke als D a u e r z i e l vor der Seele steht. An jedes Land — sagten wir eben. Und damit komme ich zu der „Hoffnung" von welcher die Resolution spricht. Auch hier hätte man ganz klar bekennen sollen — wir haben nicht nur die Pflicht zur Hoffnung, wir haben endlich die Pflicht zur Tat! Zu welcher? Die Palästinaarbeit zu sabotieren? Niemals. Dem Zionismus zur Verwirklichung seiner nationalen Pläne in Palästina zu helfen? Niemals. Unsere Aufgabe kann und muß sein — diesen unsren liberalen Gedanken nach Palästina hineinzu tragen, durch geistige und materielle Arbeit. Denn die Siedlung ist da und dehnt sich nur. früher, später, langsamer, schneller. Man hat verstanden. Pro-Palästina zu gründen, man hat jetzt die Gelder der Amerikaner. Aber ist es nicht so, wie Stern feststellt, daß bis jetzt fast nur Religionsfeinüschaft oder Gleichgültigkeit da ist? Und ist es nicht so. wie man hinzufügen mutz, daß nur positiv-orthodox' religiös bis jetzt in Palästina gearbeitet wird? Dürfen wir wirklich müßig dabeistehu? Sollen nur die liberal- Natioualen fördernd und die andern nur „gaffend" an diesem Werke Anteil nehmen? Rein, zeigen wir denen, die Helsen wollen, der Jugend, die sich betütigen will, zeigen wir ihnen die Möglichkeit. Nicht f ü r den Zionismus, nicht mit dem Zionismus, sondern in deutlichem Bekenntnis gegen ihn, gilt es für P a l ä st i n a zu arbeiten, wie das die Äguda ihrerseits tut Den Nationalismus an Ort und Stelle bekämpfen — und dadurch gleichzeitig Vertriebenen helfen, dadurch aber, und dies vor allem — dem universalistisch-religiösen Gedanken, noch weiter als die Propheten es wollten — auch in Palästina eine „Heimst ä t t e" zu schaffen — dies offen als Kampf-Aufgabe zu proklamieren, das wäre und ist ein Ruf zur Sammlung, im Kampf der Geister im jüdischen Geist! Und damit wäre eine Gefahr abgewandt. deren sich Liberalismus bewußt werden mutz —- gerade der in Welt strebende. E s d a r f n i cht s e i n. daß die recht hallen — wirklich dem „Zentrum* der die bedas neuklassische Land des Liberalismus» darf es nie und nimmer dahin komlhen lasten! Und es gehört zu dem Geist der liberalen Zukunft, diesem Geist, der freilich viel mehr als es heute der Fall, wieder unter das Zeichen der Freiheit kommen muß, der religiösen Taten, aber nicht bloß für die Formen, der m n t i g e n Entschlußkraft, des h ö h e r und nach i n u e n und nicht bloß in die Weite schreiten wollend, des sich frei machen Könnens vom Kompromiß — es gehört zu dem Geist, anch in Palästina aus e i g n e m Weg und s e l b st ä n d i g e r A rbeit, zu schaffen „ein Reich von Priestern, eine heilige Gemeinschaft!" Mehr Liebe zur Thora: Es ist eine bekannte Tatsache, daß in jedem protestantischen Hause eine Bibel sich befindet und eine beklagenswerte Tatsache, daß nur in wenigen jüdischen Häusern das Buch der Bücher einen Platz in der oft großen Bibliothek har. Es gibt Natürlich keine orthodoxe Familie, die nicht wenigstens ein Chnmesch, die fünf Bücher Mosebesitzt, da ja hier an jedem Sabbat, sei es in der- Synagoge, sei es zu Hause, der Wochenabschnitt durchgenommen wird. Die Mehrheit der jüdischen Gemeinschaft besteht ja nun zweifellos — trotz aller, wie auch immer ausfallenden Wahlergebnisse — aus Liberalen und leider so vielen indifferenten Juden, die allenfalls nur ein Mal im Jahre, am Versöhnungstage, die Synagoge besuchen Auf sie einzmvirken, ihnen Liebe zur Thora wieder einzuflößen, müßte eine positive Aufgabe des Liberalismus und vor allem der liberalen Rabbiner sein. Wir haben uns schon oft gefragt: Kann ein indifferenter, also ganz moderner Jude sich zu unserem heiligsten Buche hmgezogen fühlen, kann er Sehnsucht darin zu lesen , bekommen, wenn er an dem einzigen Tage, der, ihn in Berührung mit dem Judentum bringt, bei der Vorlesung aus der Thora in seinem Gebetbuche das Kapitel 16, und das 3. Buch Mose liest? Wie kann es ihn interessieren, welche Tiere der Hohepriester opfert und welche Kleider er dazu anzulegen hat? Was kann er sich dabei denken, daß Ahron auf die beiden Böcke Loose legen soll und was geht ihn Afasel an? Jedoch nicht nur der ganz indifferente Jude, sondern auch wir positiv Liberalen, die wir durch feste. Fäden mit der Adolf Kochmann Traiteur des Gesell. Vereins der „Gesellschaft der Freunde" W9, Potsdamer Str. 9 Amt Lützow 6524 » Empfiehlt sieh sur Ausrichtung von Hochseiten und Festlichkeiten aller Art. In- und außer dem Hause* Kobes Büfett. Erstklassige Lücke — Gepflegte Weine Elegante Festste oooooooooooooooooooooooooooooo<> Malerarbeiten jeder Rct führt aus Robert Hutheim Serlin V50, (ulmbacher Straße 7 Lüholv 6260 — Kostenanschläge gratis. - ooooooo«>oooooooooooooooooo$o<> | Simkaleoie tm " | Deutsche demokratische Pariei Ortitrqpp« Wedas tos bei ns» na vsner Erfolfi! D Mittwoch« den 13. 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