Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 7 (1927)
- Issue
- 4 (28.1.1927)
- Date
- 1927-01-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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%tt Bolschewiken. b&nl deren Initiative, Sitten und Untere sttchnng wir unsere Aufgabe verwirklichen." Und am Schluß wird eine Adresse an Kalinin gerichtet» in welcher gesagt wird: «der erste Kongreß von »vzet" begrüßt die klare Aufsassung der nationalen Frage durch' die Regierung des GowjetverbandeS überhaupt, namentlich die Lösung der nationalen Frage in bezug auf die jüdische» arbeitende» Massen, die zu ihrer wirtschaftlichen Gesundung und kulturellen Entwicklung führt. Der Kongreß stellt fest, daß diese Lösung -er ganzen Frage im Interesse d«S sozialistischen Aufbaues bei voller Achtung -er nationalen Eigenschaften nur möglich geworden ist durch die Errichtung der Diktatur des Proletariats in unserem Land, und sendet einen herzlichsten Gruß an bi« Gowietmacht und die Kommunistische Partei -es GowjetverbandeS." Dieser Anfangs- und Schluß* aktord steht im vollen Einklang mit dem ganzen Ton der Kongreßverhandlungen. ES erscheint dem Schreiber dieser Zeilen für die ausländischen jüdischen Organisationen, die sich zur jüdischen Kolonisation in Rußland positiv stellen, nach dem Verlaus der Tagung unvermeidlich. ihre Stellung einer Revision zu unterwerfen. Soweit aus den veröfsenüichten Berichten zu ersehen ist. ist keine von den Einwendungen, die gegen das Projekt gemacht wurden, widerlegt worden. Immer wieder kehren die schon wiederholt bekanntaemachten Ziffer» über die Größe der Flächen, die für die Ansiedlung in der Krim, Ukraine usw. angewiesen werden, über die Zahl der Familien. die sich >ur Ansiedlung bereit erklärt haben usw.. wieder. Um daS zu erfahren, brauchte mau wahrhaftig nicht 'nach Moskau zu reisen, um dort vor der bolschewistischen Ideologie Kotau zu mache«. GS sind aber keine Beweise dafür erbracht worden, daß wirklich etwa- Wesentlicheerreicht worden ist, nämlich, ob eS wirklich gelungen ist, eine für russische Verhältnisse bedeutende Anstvdkermaffe zu schassen, ob die bei der Kolonisation gemachten Erfahrungen günstig sind, ob die Personen, die sich zur Ansiedlung melden, eS nicht deswegen tun, weil dabei auf Unterstützung zu rechnen ist. ob die Ansiedler bei der Landarbeit wirklich bleiben wollen oder sie nur als ein Provisorium ansehen, bis sich die Lage tn den Städten so weit gebessert haben wird, daß die neugeschaffenen Landwirte sich wieder ihrer früheren gewohnten Beschäftigung, dem Kleingewerbe und Kleinhandel, werden widmen können usw. Trotz der oft sehr hohen Zahlen, die genannt werben, scheinen vorläufig doch nur etwa 8000 Familien untergebracht worden zu sein, von denen es noch dazu auch nicht ganz sicher ist, ob auch deren Unterbringung als eine mehr oder weniger endgültige und zufriedenstellende angesehen werden kann. Aus den Reden von nichtkommunisttschen Mitgliedern, z. B. von Prof. Fabrikant, ist im Gegenteil zu ersehen, daß bei der Arbeit große Fehler gemacht worden sind. DaS folgt übrigens auch aus verschiedenen kommunistischen Reden. Daß es in den Kolonien oft sehr schlimm aussieht, beweist z. B. ein vor kurzem erschienener Artikel in der jüdischen kommunistischen Zeitung »Der Stern", in welchem die Aufmerksamkeit der Regierung und der iüdischen Hilfsorganisationen auf die Lage der Kolonisten im Süden gelenkt wird, die eine sehr schwierige sei, die Kolonien hätten nicht genügen- Futter für Pferde und Vieh, leiben Mangel an paffenden Wohnungen, Nahrungsmittel» usw.» so -atz die Zeitung die Meinung auösprichk, die Kolonisten werben den Winter nicht überstehen künuem wenn nicht sofortige Hilfe geleistet würde. Vorläufig ist also nur daerreicht worben, daß mit Hilfe von jüdischen Gelb, vom Gelbe jüdischer bürgerlicher Kreise. eS den russisch jüdischen Kommunisten ermöglicht worben ist, eine Tättgkett zu entfalten. welche der Verherrlichung der Sowjetmacht und dem Bau des Kommunismus bienen soll, worin doch unmöglich bi« Tätigkeit jüdischer philantrovischer Organisationen in Amerika und Westeuropa bestehen kann. Wäre eS für jüdische bürgerliche Kreise daher nicht geratener, sich von der Kommunistischen Walpurgisnacht, die sich in Rußland letzt austobt, fernzuhalten? Wollen sie ebenfalls zur Verbreitung des Gedankens beitragen, die »jüdische Frage" könne nur unter der Diktatur des Proletariats un>b der Räteherrschast befriedigend gelöst werden? Dr. I. L e w i n. Schachmeister Dr. Tarrasch. spielt am Sonnabend, den 28. Januar d. I., abend- 8 Uhr, im (Safe Equitable-Palast, Friedrichstratze Ecke Leipziger Straße, eine große Simultan-Borstellung. Er spielt gleichzeitig gegen 25 Personen. An diesem Spiel kann jedermann sich beteiligen. Voranmeldungen werden im Schachsaal der Freien Schachvereintgung im Cafö Equitable-Palast entgegengenommen. Wir möchten darauf Hinweisen, daß Dr. Tarrasch seit zehn Jahren in Berlin keine Vorstellung gegeben hat. dtlllQ}o mmm e> y •st" ^"■■ , ■■ §->- t '' r '-v •iV:' * V ] y leipziger Str. * Alexanderplatz . Frankfurter Allee * Belle-Alliance-Str. * brunnenstr. Kottbuser Damm . Wilmersdorfer Strasse * Grosse Frankfurter Str. * Chausseestr. Bestatt SMftaljut Bs Nt fttMtta Vedsata» fcl« Bntta MM. » ©Mwtavortvchsr Reboüro: Dipl^ynt. ©ton# Bobta. ©Mita RBSl Druck» g^brtaa © Reimte, ©ctlta ©ffi 68, RUtecBs. 78.