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Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-01-07 · 1 (7.1.1927) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
1 (7.1.1927)
Date
1927-01-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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?. Jahrgang Rümmer 1 MKchÄmkZÄU dttoge 7. Iarmar 1027 Achad Haam gestorbea. Sonntag. Len 2. Januar, 5 Uhr morgens, itt in seinem Haarse zu Tel-Awiv Achad Haam gestorben. Diese Nachricht wird in allen jüdischen Kreisen tiefe Trauer auSlüsen. Die gav-e Jnbeuheit stobt an der Bahre eines Mannes. Lesse» beiße Liebe Le>m Judentum gegolten. Lessen arötzte Sorge der Erhaltung LeS jüdffche« Geistes galt. Der Weg. den Achad Laam Len Juden anfsetate. ist nicht der Weg. der in dieser Zeitung gegangen wird. Dennoch: Achad Haam, -er Begründer des Kultur-Zionismus. war eine Persönlichkeit. die nicht nur von einer Richtung im Judentum, sondern von allen seinen Bekenner» wogen ihres ehrlichen Döllens, ihres von heißer Liebe getragenen Tuns geehrt zu werden verdient. Achad Haam Micher Ginsburg) wurde im Jahre 1886 in Skrvira (Gouvernement Kiew) als Kind einer bemittelten und angesehenen jüdischen Familie geboren. 1878 kam er nach Odessa Von dort ging er zwecks Studiums nach Wien und nach anderen Zentren Europas. 1884 kehrte er nach Odessa zurück und schloß sich der von Lilieublum und andere« geführten Cbowewej Zion-Bewegung, die sich der praktischen Siedlungsarbeit in Palästina widmete, an. 1889 veröffentlichte er in der hebräischen Taaeszeituna .Hameliz" eine Artikelserie „Lo se du iaderecbr („Dies ist der Weg nicht!"), die in Le« Chewewe Zion-Kreisen und wett über diese hinaus revolutionierend wirkte. Er forderte, daß mit Leu: praktischen Palästina-Werk ein« Arbeit für geistige Erneuerung des Judentums Hand in Hand gehe. In Liesen Aufsätzen war schon sein später schärfer herausgearbeiteter Kulturzrouis- «us in den Grundgedanken enthaüeu. Anfang 1680 begründete er in Verfolg dieser Ideen den Verein „Bnei-Mosche". dem auserlesene Persönlichkeiten, die sich der national-geistigen Wiedergeburt zu widme» hatten, angehörten. Zu den Mitgliedern zählten Lilienblum, Lewinsky. Tschleno-w, Ussischkin, u. a. m. 1692 veröffentlichte er nach seiner Palästina-Reise die Artikel-Serie „Lmes w'erer Israel" (Die Wahrheit aus Palästina), dann eine größere Anzahl Gffay'S zur jüdischen Wesenheit und Geschichte, in denen seine Weltanschauung niedergelogt ist und ine später in dem nrehvbändigeu Werk „Al paraschath Derachim“ („21m Scheidewege") gesammelt erschienen und in fast alle Kultnriprachen übersetzt wurden. 1896 begann er in Odessa mit der Herausgabe der Monatsschrift „HaschUoah". die er 6 Jahre lang persönlich redigierte. Um das Jahr 1900 herum leitete er in dieser Zeitschrift einen Kampf aegeu den politischen Zionismus Herzl's und Nordau's ein und stellte diesem den Kulturzionisums entgegen. der in deui Palästinawerk nicht eine politische praktische Lösuna der Judeufrage sehen kann, sondern die Schaffung eines aeistrg-kulturelleu Zentrums für das gesamte Judentum in Palästina erstrebt. 1908 übersiedelte er nach London. vor mehr als vier Jahren rrach Tvl-Aviv. Der Eröffnung der Universität in Jerusalem wohnte er als Ehrengast bei und wurde in das Kuratorium hinemgewählt. In den letzten Jahren war er sehr leidend und nrußte jeder Arbeit entsagen. Die iüöische Stadt Tel-Aviv wußte die Ehre zu schätzen. Ackaü Haam zu ihrem Bürger zählen zu dürfen. Die Stadtverwaltung ordnete mit Rücksicht auf de« leidenden Zustand des Deukers an, daß in der Achad Haam-Straße. in der das Hans Achad Haams steht, in der: Nachmittags- und Nachtstunden der Wagenverkehr zu ruhen babc. Juden als Studienassessoren. Der preußische Kultusminister widerspricht in Beantwortung einer deutschnationalen Anfrage den Angaben einer Broschüre über die Parität an den höheren Schulen der Rheinprovinz im Jahre 1926. Laut den Angaben des Ministers waren von den preußischen Studienassessoren in der Rheinprovinz 178 evangelisch, 628 katholisch, einer jüdisch, in Brandenburg 613 evangelisch, 60 katholisch. 25 jüdisch, in - Hannover 286 evangelisch 47 katholisch, in Westfalen 192 evangelisch, 896 katholisch, in Hessen-Nassau 228 evangelisch, S8 katholisch, 6 jüdisch. Ehaldäa vor 4000 Jahren. Wie ein Funkspruch aus London meldet, erhält man jetzt durch eine gemeinsame Expedition des Britischen Museums und der Pennsylvania-Universität Kenntnis von dem häuslichen Leben, wie es sich in Ur in Chaldäa, dem Geburtsort Abrahams, vor 4000 Jahren abgespielt hat. Es wurde ein großer Erdwaü ausgegraben, und zwanzig Fuß unter der Oberfläche fand man wohlerhaltene Gebäude. Die Häuser waren ganz regelmäßig aus gebrannten Ziegelsteinen gebaut, nur die Innenwände bestanden aus Schlammziegeln. Alle Häuser waren augenscheinlich nach einem gemeinsamen Plan, ähnlich wie die heutigen modernen Häuser in Bagdad, gebaut. Die Familien lebten im ersten Stockwerk, die Toten wurden unter den Häusern begraben. Obgleich die Gräber und Gebäude offenbar geplündert worden waren, so wurden doch noch mehrere wichtige Inschriften entdeckt. Aus den Gemeinden Berlin. lAusländer als Rabbiner und Synagogenbeamte.) Im Ministerialblatt für die Preußische innere Verwaltung Nr. 88 vom 15. Dezember 1926 ist zu lesen: „Annahme ausländischer Juden als Rabbiner oder Syna, gogenbamte. In dem RbErl. v. 80. 9. 1884 (MBliV. S. 236) war vor Erteilung der Genehmigung zur Annahme ausländischer Jude» als RaMuer ober Syuagogenbeamte (ß 71 M. v.28. 7. 1847, GS. S. 268, und RbErl. v. so. 1.1881, . G. 40) Einholung der Zustimmung des Ministe, rtums des Inner» erforberlich. Dieser Zustimmung bedarf es künftighin nicht wehr. Die Regieruusspräsideuteu uud den Polizeipräftdenten in Berlin ^suchen wir, fortan ans die bei ihnen eingehenden GenehMgungSanträse namens des Ministeriumfür Wissenschaft, Kunst und Volksbildung und deS Ministeriums beS Innern in der Form Bescheid zu erteilen, daß Einwendungen gegen die Anstellung nicht erhoben werben. Sollten im Eiuzelsall Bedenken unter sreurLenpolizeilichen Gesichtspunkten bestehen, so ist zu Händen des Mini, steriums des Innern unter Beifügung einer Abschrift zu berichten." Berlin. (Ankauf der Bibliothek von Dr. Gustav Karpeles.) Der Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde hat beschlossen, die Bibliothek deS vor Jahren verstorbenen bekannten jüdischen Gelehrten Dr. Gustav KarpeleS anzukaufen. Dr. Karpeles hatte ursprünglich aus dem jüdisch.theologischen Seminar tu BreSlau studiert, sich aber später der Journalistik zugewendet. Er war ein ganz genauer Kenner Heinrich Heines und hat sehr beachtenswerte Beiträge zur Heine-Forschung geliefert. Dr. Karpeles, der auch eine Geschichte der jüdischen Literatur geschrieben hat, ist der Begründer der Vereine für jüdische Literatur und Geschichte in Deutschland gewesen, hat viele Jahre an der Spitze des Verbandes dieser Vereine gestanden, in unzähligen Vorträgen in und außerhalb Deutschlands für die Popularisiernng der Kenntnisse jüdischer Geschichte und Literaturgeschichte gewirkt und das Jahrbuch des Verbandes redigiert, auch in ihm regelmäßig die literarische Ueberstcht gegeben. Die Bibliothek, die jetzt in den Besitz der Berliner Jüdischen Gemeinde übergeht, enthält namentlich sehr wertvolle, zum Teil seltene Heine-Literatur, darüber hinaus aber auch vor allem den reichhaltigen Briefwechsel, den der verstorbene Gelehrte mit den maßgebendsten jüdischen Gelehrten der ganzen Welt geführt hat. Berlin. (Aus der jüdischen Beamte nbewegung.) Tie beiden bisher in der Beamtenschaft der jüdischen Gemeinde zu Berlin bestehenden Beamtenvereine, der vor mehreren Jahrzehnten begründete „Verein der Beamten der jüdischen Gemeinde" und die im Jahre 1919 unter dem Eindruck der Botksumschichtnng ins Leben gerufene „Arbeitsgemeinschaft der Angestellten der jüdischen Gemeinde" haben sich in Anpassung an die Forderungen der jetzigen Zeit zu gemeinsamer Wahrnehmung der wirtschaftlichen Interessen der Beamten und Angestellten der jüdischen Gemeinde zu Berlin vereinigt. Berlin (BorträgederHochschule). Die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums veranstaltet zum Besten ihres Stipenöiensonüs in der Aula der Hochschule. Artiller(Lstraße 14, die nachstehenden Borträge: 10. Januar: Dr. Martin Buber: Gotteserscheinung im Pentateuch. — 24. Januar: Prof. D. Hans Lietzmanu: Neues von den jüdischen Katakomben in Rom (mit Lichtbildern). — 7. Februar: Professor Dr. B. Landsberger, Leipzig: Akkaöisch und Hebräisch. — 14. Februar: Rabbiner Dr. Emil Cohn, Grunewald: Individualismus und Religion.— 21. Februar: Chefredakteur Georg Bernhard: Der Jude.als Journalist. — 7. März: Professor Dr. Guido Kisch, Halle: Die Juden im Staat und Recht des Mittelalters. — Beginn der Borträge 8 Uhr abends. Berlin. (Ankauf jüdischer Kunstwerke.) Mit Rücksicht auf die durch die wirtschaftliche Krisis zurückgegangene Kaufkraft des Mittelstanbspublikums, daS für die Förderung der jüdischen Kunst in erster Linie in Frage kommt, hat auf Antrag der Jüdischen Bvlkspärtei der Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde beschlossen, zur Vervollständigung der Kunstsammlungen eine Reihe von jüdischen Kunstwerken anzukaufen. Die der Bibliothekskommission angeglieüerte Kunstkommission hat zu diesem! Zweck eine besondere Kommission erwählt, der die Herren Dr. Sandler als Vorsitzender, weiter die Herren Adolf Donath, Dr. Feilchenseld vom Hause Cassirer, der Oberbibliothekar Dr. Stern und Herr Eugen Caspary angehören. Die Kommission hat eine Reihe von Gemälden, Graphiken und Skulpturen ausgewählt, die zum Teil zur Komplettierung der Kunstsammlung der Gemeinde dienen sollen, zum anderen Teil in den verschiedenen Gebäuden der Gemeinde, in Schulen und anderen Räumlichkeiten als Schmuck Verwendung finden sollen. Es sind darunter Werke von Pleßner, Steinhardt, Julius Rosenbaum, Rahel Szalit. Eine entsprechende Summe soll auch in den neuen Etat für 1927 eingesetzt werden. Brauuschweig. (Gleichberechtigung der Religionsgemeinschaften.) An die braunschweigische Regierung richtete gestern der Laudt-agsabgeordnete Volkland folgende interessante kleine Anfrage: „Es ist in der Oefsentlichkeit ausgefallen, daß, als der Reichspräsident dem Lande Braunschmeig seinen Besuch abstattete, zwar Vertreter der evangelischen Kirche zu den Empfangsfeierlichkeiten geladen waren, nicht aber Vertreter des katholischen und jüdischen Bekenntnisses. Das bedeutet eine offenkundige Zurücksetzmrg dieser religiösen Gemeinschaften, eine Empfindung, die weit über den Rahmen der betroffenen Bevölkerungsteile hinaus besteht. — Aus eine entsprechende Vorstellung der beteiligten Kreise hat das Staatsministerium Platzmangel als Grund der Nichteinlabung angegeben. Ich frage: Hält das Staatsministerium es für angängig, aus Platzmangel bei einem wichtigen öffentlichen Anlaß den Grundsatz der Gleichberechtigung der verschiedenen Religionsbekenntnisse hintanzusetzen, zumal in einem Falle, wo die Platzbeschaffung für nur zwei Personen in Frage gekommen wäre?" Breslau. (Völkische Ausschreitungen.) In der Nacht vom 3. zum 4. Januar, gegen 2 Uhr, wurde der Rechtsanwalt Keiler, Vorstandsmitglied der Ortsgruppe Breslau des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, i» dessen Begleitung sich der Fabrikbesitzer Petter vein der KatserÄSilWnZtratze plötzlich von vier jungen Burschen tat Alter von 20 bis 22 Jahren, die von einem Bierabend des Toterrkopf-Bundes kamen, überfallen und mißhandelt. Rechtsanwalt Keiler, der sich energisch -ur Wehr setzte, erhielt einen Schlag über den Kopf. Peiser wurde an -er Schulter erheblich verletzt. Bald daraus Werftelen die Burschen auch einen Kellner. Die drei UeberfÄlenen waren Juden. Die Angreiser trugen Hakenkreuze, so daß mau wobl annehmen muß, daß dem Ueberfall ei» wohl Klei Plan zugrunde lag. Vor der herbeigeholteu Polizei slüchteten die Burschen, versuchten aber, me Ber. folaer durch Revolverschüsse von der Verfolgung abzuhalten. Spater gelang es zwei von den vier Burschen festzuuehmeu mrd sie auf die Wache zu bringen, wo sie alS HauLwerkergefellen festgestellt wurden. Der verletzte Herr Peiser mußte das Krankenhaus aufsuchen und sich dort in ärztliche Behandlung begeben. Die polizeilichen Ermittlungen sind »roch nicht abgeschlossen. M Chemnitz. (ErgänzungSwahlen zur Gemeindevertretung.) Bor kurzem fanden in Chemnitz die Wahlen für die aus der Gemeindevertretung turnusmäßig ausscheidenden Vertreter statt. Es waren für die Liste A (deutsche Reichsangehörige) 6 Abgeordnete und 5 Ersatzleute, für die Liste B (NichtreichSangehSrigr) 1 Abgeordneter und 2 Ersatzleute zu wählen. Um die Liste A fand kein wesentlicher Wahlkampf statte die von der Jüdischen Volkspartei gegenüber den vereinigte» Liberalen ausgestellte eigene Liste war nur alS Aählliste gedacht. Weit ernster spielte sich der Kamps in der Kurie B ab. Die Jüdische BolkSpartet hatte hier als Kandidaten Herrn Dr. Sichel, der vor kurzem freiwillig sein Amt als Gemeindevertreter niedergelegt hatte, wieder ausgestellt. Bon einem orthodoxen Wahlkomitee wurde ein Gegenkandidat ausgestellt. DaS Resultat des sehr hefttg geführten Wahlkampfes ist folgendes: Von etwa 270 abgegebenen Stimmen erhielt Dr. Sichel 190, und wurde somit gewählt. Aus dem Abstimmungsergebnis folgt, daß ein« beträchtliche Zahl Orthodoxer für Dr. Sichel stimmte. Dresden. (Zum Tode des Geheimrats von Klemperer.) Geheimer Kommerzienrat Generalkonsul Gustav von Klemperer, der in über dreißigjähriger Direktionstätigkeit die Entwicklung der Dresdner Bank entscheidend beeinflußt hat. starb unerwartet infolge Herzschlages im 75. Lebensjahre. Welche Bedeutung dem Schaffen dieses bis zuletzt beruflich tätig gewesenen Mannes zukommt. zeigte die außerordentliche Beteiligung bei der Trauerfeier. Bon hervorragenden Persönlichkeiten, die dem Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen, waren in der räumlich abermals als völlig unzureichend empfundenen Halle des Dresdner Krematoriums u. a. erschienen: Dolksbildungsminister Dr. Kaiser, Finairzminister Dr. Dehne, Kultusminister a. D. Exzellenz Dr. D. v o n B e ck, die Ministerialdirektoren Dr. Schulze, Dr. Klien und Dr. Adolph, Oberbürgermeister Dr. Blüher. HaudelskamMervorstaud Geheim rat Schleich. Galeriedirektor Dr. Posse. Geheimer Bergrat H ü l g e r. ferner zahlreiche Mitglieder des Konsularkorps, der städtischen Kollegien, Vertreter hiesiger und auswärtiger Bankhäuser, deS Handels, der Wissenschaft und Kunst. Für die Judustriewelt, mit der der Verstorbene als Vorsitzender und Mitglied des Aufsichtsrates zahlreicher Aktiengesellschaften besonders eng birnöen war. sprach Generaldirektor Bausch. Er kennzeichnete den Verewigte» als genialen Finanzorgamsator7 dessen sympathische Persönlichkeit aus die erregten Gemüter beruhigend wirkte, dem Wahrheitsliebe, Pünktlichkeit, unermüdliche Schaffensfreude in beispielgebender Weise eigen waren. Geheimrat Frisch von der Berliner Zentrale der Dresdner Bank, für die zugleich Direktor Gut mann anwesend war, betonte in seinem Nachruf, daß es v. Klemperer verstanden habe, der sächsischen Industrie ein Führer zu sein. Einer -er engsten Mitarbeiter, Direktor Konsul Reimer, brachte zum Ausdruck, daß dem Dahingeschiedenen Adel der Gesinnung und Lauterkeit des Handelns jederzeit oberstes Gesetz gewesen sind. Der Verdienste, die sich v. Klemperer um die akademische Jugend, als Ehrensenator der Technischen Hochschule, erworben hat, gedachte Hochschulrektor Prof. Dr.-Jng. Müller. In der Trauerrede hob Rabbiner Dr. Wolf hervor, daß der Entschlafene seine Tätigkeit als Dienst für die Menschen und Pflichterfüllung gegenüber der Allgemeinheit ^ufgsfaßt habe. Wohlwollen. Milde, innige Schlichtheit sei ihm Richtschnur im Umgang mit Mitarbeitern, Angehörigen und Freunden gewesen. Gleich hingehend habe er die Werke der Wohltätigkeit gefördert. Von Dank erfüllt waren die Worte, die von den am Sarge erschienenen Fahnenabordnungen der Vertreter des Oesterreichischen Militärvereins sprach. Einleitend und am Schluß zeugten das weihevolle Adagio von Goldmark und Bruchs Kol nidre, vom Meistereellisten Prof. Wille gespielt, von der Liebe des Verstorbenen zur Musik. ° Frankfurt a. M. (Aus dem Allgemeinen Deutschen Kanto ren-Verband.) Zu dem im Frühjahr 1926 ausgeschriebenen Wettbewerb liefen nahezu 100 Kompositionen von 29 Bewerbern ein. Die Preisrichter: Oberkantor Prof. Emanuel Kirschner in München, Robert Müller-Hartmann in Hamburg und Alexander Weinbaum in Berlin haben ihre Arbeit beendet. Der Ausschuß hat folgenden fünf Bewerbern die höchste Anerkennung für ihre Tonschöpsungen zuerkannt: 1. Kapellmeister Ziegler. München. 2. Arno Nadel, Berlin. 9. Oberkantor Kornitzer, Hamburg. 4. Oberkantor Meisel, Danzig. 5. Kantor Kaufmann, Nürnberg. Hamburg. (Todesfall.) Hier verstarb dieser Taae der Großindustrielle Jakob Wolfs im Alter von 60 Jahren Er war der Senior der deutschen Jagüfliegerei. Im Lsichre 1915, im Alter von 48 Jahren, stellte er sich der Fliegertruppe zur Verfügung. Da man ihn wegen seines Alters nicht einstellte, schulte er privat bei den Caspar-Flugzeug- In allen Abteilungen e”orMa Preisermäßigung An jedem Stack bisheriger und Jetziger Freie! Aussergewöhnllche Gelegenheit su billigstem Einkauf von

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