Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 7 (1927)
- Issue
- 1 (7.1.1927)
- Date
- 1927-01-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Wicht, je« Buchstaben -er Gesetza m erWaa. eBesf« strenge Stzssasstmge» Labe» wie der greis> tzMvmrschallH* teilt der Künder völkischer Ethik die rttierteAnMärung, die de» Sinne »ach auf die Formel SinarÄlLust: »Alle eure Gide sind keine Gide..? Hier stocken wir schon. Denn diese Worte find n«S wohl» vertraut «rS jener Gübetformel. die gerade von völkischer Sette alö Beweis jüdischer Verworfenheit und als ei» Beispiel der sittliche» Anarchie, die vom Mische» Glauben an- «Mich bezweckt wird, stets gegen uns ins Dressen geführt wird. . Das „Kolntdre" als Bestandteil unserer Liturgie erinnert an eine heute nicht mehr näher zu bestimmende Episode unserer an Tragödien aller Art reichen Geschichte, in der die Juden gewisse Eide, die ihnen offenbar aus der Folter abgezwungen worden waren und die sie freiwillig niemals geleistet hätte», feierlich zu widerrufen für ihre Gewiffenspfltcht hielte». Der textliche Inhalt des Gebetes ist für uns längst wesenlos, und wenn wir es -och beibehalten, so geschieht dies mit Rücksicht auf die berühmte, auch Christen erschütternde Melodie, in der das ganze jüdische Leid der Jahrhuuderte mit ungeheuerer künstlerischer Kraft geballt erscheint. Daß diese geballte Tragik gerade von ienem Liebe auSströmt. das nicht von der so häufig erfolgten Vernichtung jüdischen Lebens und materieller Güter erzählt, sondern nur einem uuS irgendwann anfgenötigteu Opfer des Gewissens gilt, ist für das Judentum sicher charakteristisch, aber in einem edlen und erhabene» Ginne, der dem von den Judenfeinden interpretierten volar erttaegengesetzt ist. Welche historischen und moralische» Voraussetzungen aber hat -aS seltsame ^Kolntüre" beS Abg. Straffer? Die deutsche Republik nötigt niemandem einen erzwungenen Eid ab. Sie kennt nicht einmal die militärische, geschweige denn eine andere DienstPflicht. ES steht jedem frei, in ihre Dienste zu treten ober nicht. Wer ihr de» Eid der Treue leistet, hat die moralische Pflicht, sein Gewisse» vorher zu prüfen, ob er diesen Ad mit seiner Gesinnung vereinbar hält. Die Auffassung Straffer-: »Vernunft wird Unsinn", wenn auf die Verfassung beeidigte Würdenträger an ihrer traditionelle» Auffassung von Pflicht und Ehre nicht rütteln und deuteln, beweist die paradoxe Tatsache, daß die Moral deS Hakenkreuzes jene ist. die seine Apostel stets als «jüdisch^ brandmarken. Was sie als Ausflutz unseres verderbten Geistehinstellen, das entlarvt sich als der Herren ureigener Geist. Die Partei, die im Münchener Stadtrat hitzig die These verficht, daß es einem Christen nicht zugemutet werden kann, von Juden aus rituellen Bedenken avgelehntes Fleisch zu essen, preist als ihrer Weisheit letzten Schluß die von uns Juden energisch abgelehnte Interpretation, die völkische Verleumdung aus unseren heilige» Schriften herausliest. Wie weit diese Verleumdung geht, das enthüllt freilich jetzt erst mtt erschreckender Deutlichkeit der Straffersche Leitartikel: Die Völkischen halten die jüdische Religion für einen Ausdruck StrasseräHitlerscher Moral! DaS ist so ziemlich daS Aergste, was uns widerfahren konnte ... Dr. Hugo Spiegler. Fj BÜCHERSCHAU jff Die Götter Griechenlands. Von Konsistori&lrat Dr. Burkhard von Bonin in Rehbrücke. [Broschiert, 24 Seiten, Preis IM. - Verlag von Gerhard Stalling, Oldenburg t 0.] In einem mit großer Mühe verfaßten Werke, das sicherlich das Ergebnis längerer Forschungen ist, versucht der Verfasser die Namen der griechischen Götter und Helden etymologisch auf lemititQfc* Vtabahtänune zurtickzuftthren. Z. B. leitet ei Aphrodite [Götti» der Maasdmvermehnuig] vo# heb» pered avsbreiteo ab, Eroe (Gott der Liehe] von hebr. ereb » entblößt sein. Artemis (Göttin des nächtlichen Taues] von hebr. rotaw [w ist mit m verwandt] «- feucht sein. Apollon (wo der Verfasser das A ja für wurselecbt hält im Gegensatz zu dem A bei Aphrodite und bei Artemis (?!)] bringt er in Verbindung mit olal --- anschwellen. da er der »Gott der die Sprache und den Geist an-und ebach wellenden Dichtkunst“ sei — Sehr gewagt 1 — Ferner erklärt Bonin Apollos homerischen Beinamen „Sraintheus“ mit ,.Kalendermacher“ abgeleitet von der hebr. Verbalwurzel so men --- die Zeit bestimmen. (!) Das genüge. — Nun einige Beispiele über die Helden der homerischen Lieder! Homers Namen selber leitet Verfasser vom hebr. bomar strömen ab, da ihm als dem »Inbegriff der Dichtkunst“ die Lieder vom Munde strömen. Lektor soll von kotar binden — schließen her¬ Führt der liberalen Vereinigung neue Mitglieder zu! Die Philologie eröffnet uns die buntesten Wege. — 2mA mindesten ist also strengste Vorsicht geboten. Rabbiner Dr. Arthur RosentbaL Berlin-Lichtenberg. Unsere Nälsel-Ecke Aahlrn-Mqel. 862 864 866 868 L N O A 870 872 874 876 S A R A 378 880 382 884 B A K B 886 388 890 392 I E N D kommen, da Lektor der ..Schließe r“ war. d. b. der letzte Mann beim Rückzug in die Stadt Wo bleibt aber das H? Soll es ebenso wie bei Herakles fortgelassen werden, nur um den Begriff rocba 1 *= hebr. umherziehen als Charakteristikum für den Handelsmann Herakles herauszubekommen wie Kotar für Hektor? Der Verfasser greift zu der Erklärung, daß der hebräische Artikel H bei manchen Eigennamen zu einem Namensteile geworden ist wie z- B. auch bei unserem Eldorado als fremdsprachlichem Begriff. — — Was beabsichtigt Bonin? Er will alle Götternaroen, mit Ausnahme den des Zeus, aus hebräischen Sprach wurzeln stammen lassen. Hieraus ergibt sich für den Verfasser die Folgerung, daß die Zeusreügion ursprünglich monotheistische Glaubensform gewesen sei, und ihr Poly theismus sei semitischer Herkunft. Die Gottheiten neben Zeus seien als seine »Engel und wundertätigen Heiligen“ aufznfassen. Für mich ergäbe sieb die Religion Israels hiernach als etwas über allenWertenStehendes einzig in ihrer Art, ihre Entwicklung bis zum sonnenklarsten Monotheismus gesteigert Aber ebenso gewagt, wie so mancherlei an den sprachlichen Ableitungen Benins erscheint, möchte ich meinerseits versuchen, auch für den Namen Zeus eine Formel zu finden, die ihn im Gegensatz zu Bonin mit hebräischen Sprach wurzeln zusammenführt: Der Genetiv von Zeus ist Dios. Dios — hebr. daas^Erkenntnis. Das Wort daas stammt vom Verb joda --- wissen (griechisch ~ eido, ido, oida). Oder aber Zeus (bei den Griechen der Gott des Himmels und seines strahlenden Glanzes] könnte man mit hebr. z uz — ziz glänzen — blinken verbinden, wobei zu bemerken ist, daß z mit e ebenso verwandt ist wie w mit m (vgl. oben die Bedeutung von Artemis]. Außerdem möchte ich erwähnen, daß Zeus der Sohn des K r o nos ist. Was ist Zeus schlechter als „Smintheus“ Beiname Apollos, cf. oben], wenn man ihn als den Kroniden im Zusammenhang mit der hebräischen Verbalwnrzel ko ran ---- glänzen den Gott des Himmelsglanzes sein läßt, wie ihn die Griechen sich vorstellten? Die Zahlen samt de» dabeistehenden Buchstaben sind st» zu ordnen, Latz L die wagerechten. senkrechte» und diagonalen Reihen als Summe je die Jahreszahl 1508 ergeben und 3. die vier magerechten Reihen abgelesen einen berühmte», im Jahre 1508 gestorbenen jüdischen Gelehrten und Dichter nennen. Zerleg.Ausgabe T 2 MH 8 8 wmm 1 1 1 1 1 4 1 Ans den Teilen der vorstehenden Figur soll das W „Inda" gebildet werden. Geschäftliches. Der diesjährige JnventnrauSverkauf der Baer So , Aktiengesellschaft, alleinige Verkaufsstelle in Ber Chausseestraße 29—30, ist von dem Willen der Direkt: diktiert, die Preise möglichst herabzusetzen. Die enorr . Bestände, Herren«. 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I di« erste und cinsige aui dem Lende, streng rituell geführt, bildet funge MAdchen aus m MM«l liuMnen, nun Eintritt in ein tedmlsdiMlanlBir und sdmfit die Grundlage w» VMMeStbvnl ' wn talalbml - vW l«Hsrn KreozworträlselspUl! luuiiiiiiiiiuimiiiimnmmumiumutfiuuuuimi Ela neues Gesellschaftsspiel für 2-6 Personen. Gegen vorein sendung von 65 g.g. vom Hereusgeber Carl Daubai, Wien III (Postscheckkonto Berlin 62868) zu beziehen. Deo zahlreichen Kreuzworträtselhreunden wird dieses Spiel sicher Freude machen. NiaMenmorill Rsttentot. des beste Vernichtungsmittel der Welt, gegen Retten und Muse. ÜBichSdltch filz Haustiere. Uoscbldtieb für Meo«chea. Tütet onr Ketten und Minzeaber in einer noch nicht dagewmeaep Weise! Millionen von Privatpersonen und viel* Behörden, »tiidt and stnetl. Verwaltungen heben sieb von der verheerenden Wirkung dieses vorrilgl. Präparate» überzeugt in tausenden son Füllen sind auf des verschiedensten Gutsböfen. 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Teil, berausgegeben von Cäsar Seligmann •*•••«••«•» geh, GOSSEL: Was ist und was enthält der Talmud? . , « , LEHMANN: Sprüche der. Väter. 3 Teile, statt M. 21.— , « « — Rabbi Joselmann, 2 Teile, statt M. 12.-— . » •. , GEDENKBUCH Semitic. studies in memory of Dr. Alex Kohut, geb^ statt dL 12*— * » » . « . i „ GEDENKBUCH zur Erinnerung an Prof. David Kaufmann, mit Wissenschaft!. Beilagen bedeut Gelehrter, statt M. 12.— M 9.— Der Betrag ist unter Angabe des Zweckes auf das Postscheck-Konto der Vereinigung für das liberale Judentum E. V.. Berlin NW 7, Nr* 137069 zu überweisen. 2.75 3.50 9.- 2*75 1*- 15— 9.— I I $ ij ■’S I Seslaa: Ceceintauna üto bei liberal« Subetttmn e. B» «etüa w Brrantworttttbsr Bteboltwre: DV»l.--Tar. «tttno Qohbe - Bttlln M82S. Druck: «ehrtaa & fteiwcx», BerlinDvSS. «itterftr. TA 3048 232353535348024848535348232348485323232323488991484848235353534848232353