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Jüdisch-liberale Zeitung · 1926-12-31 · 53 (31.12.1926) · page 2

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
6 (1926)
Issue
53 (31.12.1926)
Date
1926-12-31
Page
– (sequence 2)
Language
German
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ltchen Rede zusammengesaßt: Dankbare Gesmumlg und innere Läuterung tznm rechten Wandel) — doS yt wahre Gottesverehrung, darin liegt -aS Heil! Ein kenntnisreicher Mann mutz der Antor dieses Psalms gewesen sein. Er hat die Worte der Propheten nicht nur inhaltlich auf sich wirken lasten; «nick; an ihre Ausdrucksweise erinnern manche Wendungen. Charakteristisch für seinen Etil ist auch die Art. wie er die alten Bezeichnungen detz Dpserkultns geistreich mit Nebensinn gebraucht: o I a th h'atamid ständiges Ganzopser), sewach tvda sDaukschlachtopfer). schal me ne der lGelübdeerstattnugsopser), Lev. 7. 11 ff. . Wenn dieser Dichtung nun auch die ttrast und ^n;che einer natnraeborcucn Sprachgestaltnug sehit. so entschädigt dafür die Wärme und Tiefe einer religiösen Neberzeugung. die ein Tonncrwort vernehmen läßt, das. wie Hermann Gunkel treffend sagt, für alle Frommen aller Zeiten gslt nnd ihnen vorhält, das; äußere Gesetzlichkeit bei Unlauterkeit der Gesinnung vor Gott ein Grcnel ist. Aus den Gemeinden Vie man gegen den Liberalismus hehl Dir drucken nachstehend ein Flugblatt der Iüdifch-Mligiösen Mittelpariei» Köln, ab. lemndMgen arbeitet, auch nur mit einem warte Stellung zu nehmen. Unsere OrigiOalgetreue Wiedergabe der BorLerfette. Berlin. o m v r e u ß is ch e u L andesverbau d.', Am 20. Dezember l'.»26 fand im ^vgenhans zu Berlin die Sitzung des Ausschusses zur Ausstellung eines Entwurfs einer Prüfnngö- und Siuoienordnung für die Prüfung in jüdischer Religion statt. ES war die zweite Sitzung dieses Ausschusses, der schon am l. Rovemoer d. getagt hatte. In 2^stiindiger Sitzung wurde an Hand der vorliegenden Vorschläge der drei bestehenden rhevlognchcu Bildnugsanstalten die Prüfungsordnung airfgestellt, die als Grundlage für die der Regierung zn unterbreitenden Vorschläge gelten soll. Sie lehnt sich in großen Zügen an die Vorschriften an, die in der staatlichen PrüsnngSordnnug für die Kandidaten der anderen Religionen festgesetzt sind. Berlin. fSln denken im Dienst indischer Familie n f o r sch n n g.j v>,i Hesk 7 der ,,Mitteilul»g«it zur jüdischen Familicuforschnng" macht Herr Jakob ZvnS folgenden beachtenswerten Vorschlag. Fn vielen Fancilien besteht der Wunsch, vorhandene alte Briese. Urkunden, Grabinschriften nnd dergleichen, die mau selber nicht lesen oder nicht verstehen kann, deuten, zusannnensassen, evtl, zu eitlem Familienarchiv anSgestalteu zu Infffit. Cher es fehlt deni Hausvater die .Zeit zu solcher Arbeit. Sie ivird iurmer wieder ansgeschoben, bis es zu tpat ist. Fti solchen Fällen wäre für jüdische Studenten, satte' sie selber für jüdische Genealogie interessiert sind, während der tlniverütäisserien ein erwünschtes Tätigkeitsfeld gegeben, selbst wenn ihnen nur Reisegeld nnd Anfnahme für eine oder zwei Wochen irr j die betreffende Familie gewährt wird. Die Gesellschatt für jüdische F-amilienforschung, Berlin WO. Potsdamer Straße hat diese Anregung ausgenommen! und bittet ^einerseits Familien, die derartige Wünsche haben, j ihre Sfötcvcu itn* als Vermittlungsstelle mitznteilen, anderseits solcher Stt'.dciiletk, die womöglich schon archivarisch ge-! arbeitet haben, jedenfalls aber in der Letttire hebräischer! Briese usw. bewandert sind nnd z»i solchen Serien reisen > Lust hätten. Berlin. (:H a l* b i >,. e r Tr. We i tz e 70 Jahre a l i.) Der älteste Rabbiner der Berliner jüdischen Gemeinde, Rabbiner Dr. Samson Weiße, feiert am ü'2. Januar seinen 70. Geburtstag. Tr. Weiße, geboren ttt Waag-Ncnstaall fUngarn), als Sohn des dortigen Rabbiners, wurde nach Beendigung seiner Studien zunächst Landrabbiner de»- Anhalti- ^Lischen Gemeinde in Dessau und dann an die Berliner "jüdische Gemeinde bcrufeitz Die Gemeindebehörden haben beschlossen. anläßlich des 70. Geburtstages von Dr. Weiße eine Rabbiner-Dr.-Samson-Weißc-Stiftung zu errichten, deren Erträgnisse der Ausbildung jüdischer Theologen zugute kommen sollen und über deren Verwendung Rabbiner Dr. Weiße allein die Entscheidung zu treffen hat. Dr. Weiße ist bekanntlich bei den letzten Wahlen zur Nepräsentauteuuersammlung der Berliner Fiidischeu Gemeinde am 16. Mai 1626 als Spitzenkandidat der von ihm gesiihrten Jüdischen HflH WdtlV.'lt /* n Ml '•! f« f i f?- fkAii Rabbiner in einer Einheitsaemcinde wirkt, verargt morden, daß er sich in den innerjüdischen Partcistreit arr vorderster '«tcHc eingemischt hat, während sämtliche anderen Berliner Rabbiner sich Zurüclimltuna anserlegten. Das Verhalten von Herrn Dr. Weiße wurde besonders auch deshalb als unangebracht empsnndcn. weil er in einer Tnudgoge wirkt, die vornehmlich van Liberaler; besucht wird, rrnd die Mittel- Partei, deren Spitzenkandidat er war, sich irr besonders gehässiger Form gegen die Liberalen wandte. Dr. Weiße ist seit Jahren Mitglied deS SchuloorstarrdeS der Berlirrer itmiMiM für Prletftn und ffithdit Iti der Hmdiidt Köln, Ende Dezember 1926. Kölner Juden! Noch nie hat das Judentum in so schlimmen Gefahren geschwebt wie in diesem Moment. Ein mächtiger, über reiche Geldmittel verfügender innerer Feind sucht die jüdische Religion m ihren Grundlagen völlig zu zerstören. Dieser mächtige Feind ist der iaternatuxiftle Londoner Liberalismus, mit dem die gesamte liberale Partei der deutschen .füdenheit ira Sommer 1926 ein feierliches Schutz- und Trutzbündnis geschlossen hat, Ausdrücklich hat der Vorsitzende der Kölner liberalen Vereinigung in ihrer öffentlichen Versammlung am 4, November erklärt, daß der Londoner WeHlibcralismus „das religiöse Leben Kölns auf neue Wege weist". Welche Lehre verkündet uns denn eigentlich der Londoner Weltliberalismus, zu welchem die Kölner liberale Vereinigung uns Kölner zu bekehren sucht? Die liberale Wellvereinigung predigt: „Es gibt keine Gesetzesreligion, kein Religionsgesqtz, sondern nur freiwillige Bindungen." Der Jude ist für seine Handlungen nicht mehr Gott gegenüber verantwortlich, da es ja kein bindendes Religionsgesetz, keine Unsterblichkeit der Seele, kein göttliches Gericht für den Emzelmenschen nach dem Tode mehr gibt. Für den Juden gelten nur noch die Sittenlehren der Propheten, deren letzter großer Prophet Jesus ist. als Richtschnur. Die Tora nnd der Talmud sind aufgehoben. Die israelitische Religion ist eine natürliche Ausgeburt der arabischen Wüste. Daher darf man den Sabbat ohne weiteres auf den Sonntag verlegen. Kölner Juden! Ein solches Kelzerlum hat es, seitdem die jüdische Geschichte existiert, noch niemals in der Judenheit gegeben. Es steht in keinem inneren Zusammenhang mit dem von Zuntz und Abraham Geiger gegründeten religiösen Liberalismus, der eigentlich als „organische Fortentwicklung" mit dem ölten Judentum fest verwurzelt, ein grünender Zweig am Baume des Judentums bilden sollte. Daher bestand in der Pflege und Kenntnis der jüdischen Wissenschaft eine der Hauptforderungen des religiösen Liberalismus. Nichts von diesen Forderungen eines Zuntz’, Geigers oder Hermann Cohens hat dieser moderne Londoner Liberalismus hochgehalten; er stürzt sich weder auf das historische Judentum noch auf die Wissenschaft. Die Wissenschaft und die jüdische Religion sind abgebaut und durch den Begriff der fortlaufenden Offenbarung ersetzt worden; d. b. jeder, der heute die Londoner Irrlehren verbreitet, ist ein von Gott gesandter Prophet, der dazu berufen ist, d'^ gesamte Welt zum Londoner Weltliberalismus zu bekehren, jede existierende positive Religion zu zerstören. Darin besieht die Weltmission des WeHlibcralismus. Kölner Jaden! Laßt euch nicht blenden durch diese falschen Propheten, die sich durch solche Lehren, außerhalb des Judentums stellen, eine juden-christlicb gefärbte deistische Sekte sind und uns gewaltsam die jüdische Religion aus unserem Herzen reißen. Diese dem Londoner Liberalismus huldigenden Männer dürfen nicht mehr die Geschicke einer jüdischen Religionsgemeinde leiten. Kölner Juden! Zeigt euch würdig eurer großen Vergangenheit, würdig eurer Vorfahren am Rhein, die im Mittelalter um ihre? Glaubens willen als Märivrer in den Tod gingen. Höret nicht auf die Einflüsterungen der liberalen Partei, die in leichtfertiger, unverantwortlicher und unwisscnschaitiicher Weise die jüdische Religion zerstören und an deren Stelle keine Ewigkeitswerte schaffen. Laßt euch nicht ifrfcfiihrcn durch deren vergiftende, mit den niedrigsten Mitteln arbeitende Parteipresse. . Kölner Juden! Wenn mancher von euch sich früher als liberal bezeichnet hat, so hat dieser euer Liberalismus, der noch ist der jüdischen Religion verwurzelt ist, nichts zu tun mit dem modernen Londoner Wcltliberalismu?. Ihr alten Liberalen aus der Vorkriegszeit könnt nur zu unserer Mittelpartei gehören. Bereits hervorragende christliche Gelehrte haben in letzter Zeit auf die Gefährlichkeit des modernen jüdischen Liberalismus bingewiesen. So sagte der protestantische Jenaer Universitälsprofcssor W. Stärk: ,-Dns liberale Judentum ist, gemessen, am Wesen des echten Judentums, kulturseliges Scheinjudectum, das sich selbst zum Untergang verurteilt hat.!‘ Z« demselben Resultat ist auch der bekannte katholische Rcligionsphilosoph Erich Przywara in seinem-Aulsatz „Judentum und Christentum” gelangt. Indischen Gemeinde und Vorsitzender der .Konferenz der Buches Emil üudmios ».Bismarck, Geschichte eiuetz Kämpfers" Vcifcv Berliner ReLigiansschiileu. Er entsaftet soroobl ans seeisorgerischem wie auch namentlich ans pädagogischem Gebiet eine überaus umfangreiche Tätiareit. Berlin (Bismarck und die s>utz-uJ Die Zei tuugeu bringen eiugehendc Besprechungen des neuesten und heften bei dieser Gelegenheit fest, das Bismarcks wahre Persönlichkeit nichts mit dem Götzenbild au tun hat, das die Völkischen aus ihm machen. Bismarck hat nicht deutsch im „völkischen" Sinne empsunden. Er hält weder die Deutschen für das auserwählte Volk der Erde noch die anderen Völker Jüdisches im Deutschen, Deutsches im Jüdischen. Von A. vom Berg. August Becke r ermähnt irgendwo bei der Schilderung von Pfalz und Pfälzer«, die Pfälzer sprechen eine Art Inden- oder Ganner-Dentsch. Es wäre weder fiir die sprachschöpferischen Kräfte der Inden idie ein Prozent her deutschen Bevölkerung ausmacheus noch für die der Gauner ldie hoffentlich nie eine Mehrheit in der Pfalz hatten) ein schlechtes Zeugnis, hätten sie es verstanden, einem ganzen Volk ihre sprachlichen Eigenheiten aufzndrücken. Becker hätte z. B. beifügen können. daß eb in Pirmasens, der nabe an der pfälzisch-sranzösischen Grenze gelegenen Schutz- Macherstadt, eiuen Berg gibt, der Horeb heißt, also einen Namen trägt, der auch dem Berg Sinai eignet. Vermutlich lehrte der aM. Pirmininö, der Pirmasens seine« Namen gab. zuerst njif jenem Berg, der mitten in der Stadt liegt und bebaut ist. Gewiß wäre die Irage: „W a tz haben w i r c t (t c ii 11 i <h nicht von d e n I u d e n?" so berechtigst wie die ikach dem, rvas mir von ihnen haben. Aber e8 Lars doch nicht übersehen werde«, daß auch der tüchtigste Beeinflnsser auf jedem beliebigen Gebiet sich nicht einem allgemein giltigeu natnrgesehlicheu GegenseiligkeitdverhältuiS entziehen kann d. h. jeder beeinflußt alle übrigen, je nach seiner Bedeutung, ztigleich jedoch wird > er von allen beeinslnßl. Daß dietz letztere bei demBerhältnis von 1 : üü tik hervorragender Weise zuiressen muß, liegt für jeden unbesängeuen Denker auf der Hand. Was Juden und Ehristeu miteinander gemein haben, begiinstiat im diesem Verhältnis die Inden nnd nur weil sie den alter-! wichtigsten abrrldläudischen Kultirrsaktor. das Alte Testaj ment, mit den Ehristeu gemeinsam hattet, kvmtte der Einl flutz des einen Bevolkernngsprozents sich überhaupt stärker! bemerkbar machen. J Also kann auch (um nicht zu sogen: muß es) mit der l Sprache umgekehrt sein, als A. Becker meint: die Juden i lund die „Gauner") sprechen eine Art pfälzisch! Nun gibt es aber gar kein pfälzisches Idiom im Sinn eines „Reinen" oder Abgeschloisenen,' weder räumlich «och zeitlich gab es je einen von den übrigen abgesperrten Dialekt, sondern alle deutschen Dialekte fließen ineinander und die deutschen Sprachen als Gesamtheit flössen schon jederzeit mi>t sämtlichen europäischen Sprachen in einem bis heute keineswegs festgestellten, auch künftig nicht sestzustellenden Maße zusammen. Jensetts dieses Verhältnisses berühren sich dann wieder die europäischen Sprachen mit den orts»* mmmmmmmaammsfmmimmmammmmmmmmHmmmmmmammHtmBimsm talischeu. Auch hinsichtlich Sprache gilt also tieraklits: „Alles fließt.'" Und ikach den neuesten wissenschastlichen Erkenntnissen liegt alle« Weltsprachen etwas weit «om* plitterteres zugrund, als es bisher mit „indogermanisch" ausgedrückt wurde. A. B. Pfälzisch und Rheipsrankisch überhaupt stehen über das Elsässisch.Alemannische in vielfacher Berührung mit dem „«französischen", das im Grunde wie „Deutsch" bloße Schriftsprache ist nnd dem lebendigen nach aus ineinauderslietzenden Mundarten besieht: andrerseits fließen die südnud westdeutschen Idiome «ach Norden und Osten. iOst herrscherr in zwei nur eine Viertelstunde auseinander liegenden Ortschaften ziemlich unterschiedene Spr.zcheinzclbeiten. umsomehr. je weiter man in den letzten Jahrzehnten lebendig zurück weiß.) Das Sprackunut trägt sich kün und her. so das; man die deutschen Sprachen als ein Gewässer anssasien könnte, dessen obere Schichten (die beute mehr und mehr das Hochdeutsche darstellen, einst aber die Volkssprache nmsaßtcnl vom westlichen und südlichen bis zum östlichen und nördlichen Ausland in beständiger Bewegung sind. Es kam z. B. einmal nor. daß in der Pfalz ein Mädchen «ur darum wegen Diebstahls verurteilt wurde, weil in der Ver- Handlung der Ansdruck „borgen" (süddeutsch: kaufen aus .streditj vom Richter in norddeutschem Sinn il.eiheu und wieder zurückgcben) genommen, also mißnerstandcn wurde, und an solchen Beispielen, die sich massenhaft auszeigen ließen, mag mau sehen, das in sprachtichrn Dingen die theoretische „Einheit^ praktisch sehr viel zu wünschen übrig läßt. Kein Mensch, also auch kein Gude sich dem Einfluß der ihn umgebendev Sprache entziehen und so sprechen denn heute noch-alle deutschen Inden zunächst dem Ortsdialekt gemäß, dann gemäß dem Kompromiß, den l>enachbarte Lokaldiar lekte miteinander eingehcu, daun dem weiteren ^andesdialekt gemäß. Nnd zwar vererben sich Aussprache und Tonfall hauptsächlich durch Mutter und Vater aus die Kinder, sp daß selbst heute noch, 'wo alles täglich internationaler wird, in allem »V l u ß ein s o st u n v c r o tt b er« l i cher Sprachgtund bleibt, denen eigentlicher Bezirk die <>' a m i l i e ist. Noch heute lernt sich in der Familie süddeutscher Dialekt im Norden, norddeutscher im Süden, wenn die betresseir-en Familien erst vor.kurzem verzogen stttd, ,rnd eigentlich erst das moderne GefchäMeben mit feinem Zwang zum Gebrauch des Hochdeutschen zerstört das natürlich gewachsene Bild. Noch vor Jahrzehnte» bildekerk «die einzelnen Landgemein-deu bis hinauf z» den meisten Städte«!e ei« relativ EU } abgeschlossenes: so lminie und mußte die ^okalsprache durch lange Zeiträume hindurch ihre spezifische Entwicklung bcibebalten, d. h. nur weniges wurde neu ausgenommen, nur weniges vom Alten verändert und ganz verloren. Rom tzeuie gibt es Orte, wo Pfarrer und Lehrer die einzigen Vertreter des Hochdeutschen sind, während die Bolksmasie dem Lebendigen nach nur ihre Mundart kennt. Solchem Abgeschlossen sein war in früheren Jahrhunderten das Judentum in verschiedener tzorm unterworfen und in dieser Bereinsamrrng erhielt sich die Murersprache gemäß ihrem eigenen Entwicklungsgesetz. Welcher Art sie war. dieser Art gemäß vollzog sich ihre Erhaltung, üzw. Umbildung und Ver-« Mischung mit stfebendialektcrk. Tie notwendige Sprecharr der deutschen ^udeu aber crotbt sich aus solgcndcm: zlu de« ersten christlichen ljabrhnndcrteir. deren Ein'.cl-- heiien dunlel liegen, kamen am Rhein und Donau viele?>üden-Ehristen als Letzrer. Laieiuisch und Hebräisch slwß in die germanischen ..Ursprachen" des heutigen Siid'- dentschlanö, der Norden blieb zunächst romersrci und iudensrei. Wenn der Deutsche in der Sprachgeschichte hente liest, daß seine Muttersprache vom Ausgana des 8. ftchr* Hunderts on mehr als zwei Aatzrhundcrt^ laug ausschließlich im Dienst der Rcstgiousliteratur stand, io das; eine Menge lateinisches Sprachgut einsloß, so war die so veränderte Sr»rachc ebensogut die jüdische wie die christlichc und Heidnischo, cs war eben die deutsche Muttersprache. Die Ritterperiode brachte den Anden denselben französischen Spracheinfluß wie den andern und ebenso verhält es sich mit dem späteren Einfluß des Slavi'cheu, der seit 13. Jahrhundert wirksam ist. Tie Juden redeten die allgemeine Volkssprache, wer Hebräisch konnte, brachte dies und ienes aus Eigenem herein, aber den vauptteil des Hebräischen lieferte ohne .Zweifel die Bibel, besonders die Luthcriche Ilebersetzung in Verbindung mit der Buckdruckerkunst. Zu-- gleich gingen die besten deutschen S p r i ch io ö r t e r. <z. B. auch Hochmut kommt vor dem stsülls aus der Bibel ins deutsche Sprachgut über. Nachdem nun die deutschen Iu-dcn lauge Aahrhunderte die deutsche Bolksiprache genau so redeten wie sedermann. sonst, erfolgten besonders tirt H. und lö. Jahrhundert die Masienauswanderungen nach dem Osten. Nur eben ihre Muttersprache konnten sie Mitnahmen und nach Möglichkeit bewqhren. d. h. jeder nahm seinen Ortsdialekt mit und tm Osten, wo Juden aller süddeutschen Gegenden zmammen kamen rieben sich allerfei süddeutsche Dialekte aneinawder und das Ergebnis war: „Jiddisch". Tie heutigen pol»! O

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