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Jüdisch-liberale Zeitung · 1926-12-24 · 52 (24.12.1926) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
6 (1926)
Issue
52 (24.12.1926)
Date
1926-12-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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k. Jahrgang Xmnmer 52 Beilage 24. Dezember 1928 Aus den Gemeinden 8erli«. (Repr äsentanteuversammlnng.) Am ly. Dezember, abends, verabschiedete die Repräsentantenverfammlung der Berliner jüdifcheu Gemeinde den Wohlfahrt-, «tat. Den Vorsitz führte Herr M. A. Loeb. der »itteiUe. daß der erste Vorsitzende, Herr RechtSanwalt Heinrich Gier« wegen Krankheit verhindert sei, dt« Sitzung zu leiten. Sr pettaS ein Schreiben des Herrn Justtzrats Sonnenfelb. der erklärte, daß er sein Repräsentantenmau öat niederlegt. ... Hieraus setzte die Versammlung die Beratung des Etats für 1936 fort. Die Einahmen des WohlfahrtSetatS sind mit 1800 606 Mark beziffert. Dem stehen Ausgabe« von 2572138 Mark gegenüber: dazu kommt ein Nachtragsetat mm WM Mark. . ^Prof. Türk wies darauf hin, daß immer wieder gegen di« Liberalen in der Oeffenilichkeit der Vorwurf erhoben würde, Ke unterstützen die Kinder ausländischer Juden nicht in dem gleichen Maße wie die Kinder von Inländer«. Er habe deshalb einmal.statistische Angaben von dem Leiter des Wohlfahrtsamtes der Jüdischen Gemeinde ansertigen lassen. Dsese lauten: ' Dezernat I: Untergebrachte Kinder. A. (Anstalten), A Kinder von Inländern, 70 Kinder von Ausländern. (Halboffene Fürsorge Kindergärten, Horte, Krippen), 3 Kinder von Inländern, 60 Kinder von Ausländern. . Dezernat II: Heime (geschloffene Fürsorge) 21 Kinder von Jickänderu. 23 Kinder von Ausländern. - Kinderdezernat lll: In Anstalten und Privatpslege. 86 Kinder von Inländern» davon 50 mit städtischem Zuschuß. 88 Kinder von Ausländern, davon 41 mit städtischem . Zuschuß. Halboffene Fürsorge 10 Kinder von Inländern, 50 Kin-er von Ausländern. In Heimen 22 Kinder von Inländern, 13 Kinder von Ausländern. In Privatpflege» . stellen 17 Kinder vvn Inländern, 15 Kinder von Ausländern. . Mit diesen Ziffern. fuhr Prof. Türk fort, ist wohl endgültig das Märchen Zerstreut, daß die Liberalen irr der Wohlfahrtspflege zwischen inländischen und ausländischen Glaubensbrüöern einen Unterschied machen. Die Wohlfahrtspflege ist ein Gebiet, aus dem alle ohne' Rücksicht auf ihre Parteiernstellung arbeiten müssen. Bei dem nächsten Punkt des Etats, allgemeine jüdische Angelegenheiten, ergriff für die Zionisten Rechtsanwalt Dr. Klee das Wort, um ans die Bedeutung des Pro-Palästina- Comilös hinzumeiseu und die Angelegenheit Sonnenfeld-Badt zu erörtern. Er verlas den gesamten Briefwechsel des Herrn Justizrats SoUnenfeld und der liberalen Fraktion , mit dem Innen- bzw. Kultusministerium sowie das Antwortschreiben des Innenministers. Von liberaler Seite antwortete ihm Pros. Türk. Er betonte, daß in dem Augenblick, wo bei der Palästina-Arbeit bas nationale Moment verschwinde, auch die Liberalen sich an diesem Werk beteiligen werden. So-- lange aber der Palüstina-Ansbau in erster Linie eine nationale Angelegenheit sei, könnten die Liberalen aus Neöerzeugung an ihr nicht teilnehmen. Zur Angelegenheit Souuenfeid führte er aus, daß die liberale Fraktion von den Schritten des Herrn Jnstizrats Sonnenfelh vorher nicht unterrichtet gewesen ist und datz-si^ -ferttLÄ Vorgehen«' nicht zu billigen vermag. Nachdem Sonnen selb die «zenzen gezogen hat mrd in dankeuswertLrmeisL der ^ifu.-seiu Mandat zur Berfüguikn gestellt bat, bekrachten WWWveralrn die formelle .Seite dieser Angeregeuheit.als kledigt. Zur Sache bemerken sie aber, daß sie »ach wie vor liberalen Kreisen die Besorgnis der Befangenheit bestehe. Berlin. (Vom preußischen Landesverband.) Die Subventions-Kommission des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, die unter dem Vorsitz von Herrn Gglewski zusammentrat, entschied über 88 vorliegende Anfragen und Gesuche. Nachdem Herr Galewski über die der Kommission im Rechnungsjahr 1926/27 zur Verfügung stehenden Mittel berichtet hatte, wurden Beihilfen zur Abhaltung von Ferien-Fortbildungskursen sür jüdische Lehrer «nd.Lehrerinnen in Berlin, Frankfurt a. M. und Münster i. Wests, bewilligt. Zwölf Gesuchen jüdischer Lehrer, Kantoren a. D.» bzw. deren. Witwen nm lausende Beihilfen wurde stattgegcben. Vierzehn jüdischen Gemeinden wurden Unterstützungen zur Renovierung ihrer Synagogen, Instandsetzung ihrer Friedhöfe, Einrichtung von MikwoauS usw. zugesprocheu. Eine Reihe von Gesuchen konnte ans Mangel an substanzierten Unterlagen, oder weil Notwendigkeit zur Unterstützung nicht vorlag. nicht berücksichtigt werden. Herr Dr. Freund berichtete von der Umfrage, die bas Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung durch die Regierungspräsidenten in bezng auf Verteilung der Staatsbeihilfen für den Religionsunterricht an die einzelnen Gemeinden gehalten hatte. Die Gemeinden, die vom Landesverband unterstützt werden, sollen durch den zuständigen Rabbiner bzw. einen älteren Lehrer regelmäßig inspiziert werden: mindestens einmal rm Jahr soll über ihren Religionsunterricht sowie über ihre kultuelle Tätigkeit dem Verbände berichtet werden. Die Erledigung einer Reihe von Gesuchen nm Baubeihilfen usw. wurde bis zum Eintreffen einer gntachrlichen Leußerung der zuständigen ProvinziLlocrLänöe vertagt. . Berlin. (DerBerbandstag.) .Unserem Bericht über den Verlauf des zweiten Verbanostageo des preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden ist noch nach?,»trägen, daß vom Haushaltsausschuß der Antrag der liberalen und fonservativeu Fraktion: „Der Rat möge bald eine leistungsfähige Versorgungskasse für die Beamten und ihre Angehörige» ins Leben rufen und ein Beamtenrecht schaffen", dem Rat zur wohlwollenden Erwägung empfohlen wurde. Bei der kurzen Aussprache über den Entwurf zu einem Beamteureckt, richtete der der liberalen Fraktion angehörende Lehrer Abraham einen Appell au den Rat, baldigst diese Materie in Angriff zu nehmen, und an die Fraktionen, diese Bemühungen zu unterstützen. Es wurde beschlossen, den Entwurf dem Rate als Material zuzuleiten. Berlin. (Vorlesung Stefan Zweig.) In der Reihe der vom Verband deutscher Erzähler in diesem Winter veranstalteten Vortragsabende landsmännischer Autoren laS der Dichter Stefan Z w e t g am 12. d. M. im Plenarsaal des Herrenhauses eine unveröffentlichte Erzählung „Rahe! rechtet mit Gott". Die bekannte biblische Erzählung, wie Jakob 7 Jahre um Rahel dient und statt ihrer von ihrem Vater Laban die Schwester Leah zum Weibe erhält, ist in Dichterisch freier Form behandelt, die Gestalt der Rahel in ihren seelischen Qualen im Kampfe um den geliebten Man» plastisch heräusgehoben und warmsühlend nachempfunden. In Anlehnung an die Urform der biblischen Schilderung zeigt die moderne dichterische Nachschassung tiefen Schwung der Wortgestaltung in den Ausbrüchen des Schmerzes, in denen Rahel in direkter Rede zu Gott, also mit ihrem inner-, fas» Gefühl wegen ihres Geschickes hadert, sich aber, von der Liebe' zu ihrer Schwester bezwungen, schließlich tröstet und die Borsehnna Gottes anerkennt. — Der Dichter war seinem Werke ein guter Interpret und erntete reichen Dank des zahlreichen Auditoriums. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache. Latz Li« Borlesung auf den Rundfunksender Berlin übernommen und auch in die Provinz übertragen wurde. Berlin. (Jüdische Famtlienforschuug.) In brr Gesellschaft für jüdische Familienforschung sprach kürzlich Studienrat Dr. Blach über »Jüdische Fami« lienforschung und Volkskunde". Gerade in jetziger'Zeit, wo so viele jüdische Zentren zerstört worden sind, erwächst die Pflicht, die UeLerlieferungen eben jener Gemeinden zu sammeln. aufzuzeichnen und zu sichten. Die jüdische Familienforfchung, die sich das Studium der TraditionsbestänLe der einzelnen Familien und Familiengruppen angelegen sein laßt. kann bei ihrer Arbeit der Volkskunde wertvolle Hilfe leisten, wenn sie das ihr begegnende Erbgut an geistigen Dorten der Volkskunde zugänglich macht. Andererseits kann die Volkskunde bei sonst versagenden Quellen durch ihre Forschungen über den Geltungsbereich einzelner Ueberlieferungen der Familienforschung gelegentlich die Hand reichen. Der Redner begründete seine Ausführungen durch zahlreiche Beispiele auö Len Einzelgebieten, u. a. aus dem Gebiete des Kunstgewerbes, soweit «S die häuslichen rituellen Bräuche betrifft, sowie deS Brauchtums in Sprichwort, Redensarten und Sentenzen: alles Gebiete, aus denen sich beide Forschungen begegnen. Den Beschluß machten von Frau Erna Bloch-Grünspach vorgetragene synagogale und häusliche Lieder, wie sie Iran Margarete Blach nach den in der Familie ihres Mannes bewahrten Ueberlieserungen ausgezeichnet und für Klavier gesetzt hat. Berlin. (B e st a t t» u g des ältesten Berliners.) Hier wurde der im 105. Lebensjahre verstorbene älteste Bürger Berlins, der Rentier Bernhardt Berendt. unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Bereudt wurde am 1. Juni 1822 irr Putzig Lei Danzig geboren. Bis zu den letzten Tagen seines Lebens war er körperlich und geistig rüstig. Mit üesonderm Stolz sprach er stets von feinen Erlebnisicu im „tollen Jahr" 1848. Am Tage der Beisetzung der Märzgefallenen hatte er als Mitglied der Bürgerwehr die Wache vvr dem Berliner Schloß. Am Krieg von 1866 konnte er nicht mehr teilnehmen. da man ihn als „zu alt" zurückwieS. Lächelnd zeigte er 60 Jahre später dieses Dokument. Auch den Berliner Bürgerbrief hatte er sich ansbewahrt, den er als Jude nur nach großen Schwierigkeiten und nach Zahlung einer erheblichen Steuer erhielt. Das Ableben seiner 80jährigeu Tochter in der vergangenen Woche ging ihm sehr nahe und hat auch die Erkrankung verschlimmert, die jetzt zu seinem Tode führte. Berliu. (K i n de r s e st.) Der Verein Synagoge Fasanenstrahe hatte zum Sonntag, den 10. Dezember die Gemein deingend zu eine Eharmkahnachfeier in den Marmorsaal deS Zoologischen Gartens geladen. Ein reichhaltiges Programm war angesagi: und was die Darbietungen selbst anbelangt, so darf man diese als erstklassig bezeichnen. Das Orchester Schmer! brachte jübii'che Melodien u. a. m. zu Gehör. Herr Rabbiner Dr. Galliner hielt eine temperamentvolle, von religiösem Geist durchdrungen!: Ansprache, Herr Oberkantor Davidsohn erfreute in gesänalicben Darbietungen durch sein prächtiges Organ und Ernst Deutsch verstand meisterhaft, Abschnitte aus dem Makkabaerbnch und anderen Teilen der Bibel zu interpretieren. - *Dtese Anerkennung'sott den einzelnen-MitmirreudLn um so lieber ausgesprochen werden, als sie durch das Arrangement der Veranstaltung ui ihrer künstlerischen Auswirkung leider recht beeinträchtigt wurdet:. Kinder sind Kinder, «nd mau sollte, wenn mnn der Feier einen-ernsten und spater einen heiteren Teil geben will, den ernsten Teil nicht zn lange ansdehnen. Die Frage, ob mehr als 4 von den 400 anwesenden Kindern Herrn Ernst Deutsch zugehört haben, möge sich jeder beantworten, der hört, daß die Kinder fast V/e Stunden auf Bewirtung warten mußten. — Vielleicht läßt sich die Vereiusleitung diese Erfahrungen bei späteren Veranstaltungen dienen. Der Leitere Teil: Zauberkunststücke, ein wundervoller Clown und die Kinderpolvnaise fand dann allerdings reichsten Beifall der Kleinen und entschädigte vieles. Berlin. (Silberhochzeit.) Am Mittwoch, den 20. öS. Mts. begehen Herr Louis Wolfs und Frau Jenny, geb. Hirsch das Fest ihrer Silberhochzeit. Herr Wolfs ist Vorsitzender des Berliner Vereins selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens und im Vorstand des Zentralverbandes jüdischer Handwerker Deutschlands. Hier hat er sür seine Berufskollegen große Dienste geleistet und die Stellung des jüdischen Handwerkers zu heben verstanden. Darüber hinaus ist Herr Wolfs, dem seine Gattin alS treue verständnisvolle Förderin zur Seite steht, stets rvärmstenS für jüdische Interessen eingetrrten. Als Hauptvorstandsmliglied des CentralvereiuS und des Reichsbuwbes jüdischer Frontsoldaten, als liberaler Abgeordneter deS preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden und der Berliner Reprasentantenversammlung hat er stets in dem auch in unserem Blatte vertretenen Geist gewirkt. Möge ihm an der Seite seiner lieben Gattin noch recht lange bas Wirken sür unsere jüdische Gemeinschaft möglich sein. Berliu. (50. Geburtstag.) Am 21. ds. Mts. beging R.-A. Dr. Fritz Lamm seinen 30. Geburtstag. Al8 Oberbeamter der Berliner Jüdischen Gemeinde hat er sein Leben in den Dienst der jüdischen Gemeinschaft gestellt. AlS liberaler Jude hat er stets unserer Bewegung nabegeslandeii und ihre Vestrehnngen mit Interesse verfolgt. Den Lesern unseres Blattes ist er kein Unbekannter. Besondere Verdienste hat er sich um die Wohlfahrtspflege, vornehmlich auch - um dis Gamutelvormundschaft der jüdischen Gemeinde, erworben. Ansgleich-enöe Milde in seinem Wesen brachte ihm die Schätzung jüdischer Persönlichkeiten aller Richtungen ein. Wir wünschen dem Geburtstagskind auch au dieser Stelle noch nachträglich alles Gute für sein weiteres Leben. Berlin. lTodesfall.) Hier verstarb im 70. Lebensjahre der langjährige Vorsitzende der Allgemeinen OrtSkraukenkasie Berlin. Direktor Albert Kohn. lieber 20 Jahre lana stand er im Dienste des Krankenkassengedankens und hat sich große Verdienste um das Sozialversicherungswese« erworben. Auch auf dem Gebiet der WohnnngssürsorFe war der Verstorbene erfolgreich tätig. Berlin. (R. j. F. »Taschen ka len der.) Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten hat einen Taschenkalender für 1927 herausgegeben, der ein kleines Abwehrbrevier Larstellt. Zum ersten Male erscheint darin in buchmäßiger Form eine Uebersicht der Abzeichen von 144 politischen und militärischen Vereinigungen. Wertvolles statistisches Material über die Teilnahme der Juden am Weltkriege unter besonderer Berücksichtigung ihrer Tätigkeit bei der Fliegerwafse und in den Kolonien ist in ihm enthalten. Die den Kalender schmückenden Bilder find sür den R.F. von Len Malern Max Liebermann, Hermann Struck und Eugen Spiro gezeichnet und ihm gewidmet. Abbildringen jüdischer HelSendenkmäler bereichern die Ausstattung des Buckes, dessen Titelbild van dem bekannten Bühnenmaler Herbert Döblin gezeichnet ist. Neben dem Wochenkalendarium ist auch ein Verzeichnis Ser jüdischen Monate und Festtage angefögt. — Für Mitglieder des Bundes, die sich häufig beruflich auf Reisen befinden, ist eine Uebersicht über ea^ 200 GeschästSstelle» vvn Ortsgruppen von besonderem Wert. Borke». (A u S dem j ü d i f ch e u L e b e u.) Der hiesige israelitische Frauenverein beging am vorletzten Sabbat tzie Feier seines 28jährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß fanden sich die Mitglieder und Freunde deS JnbilarvereinS zu einer würdige» Veranstaltung zusammen. Die Vorsitzende, Frau M. Kaufmann, richtete herzliche Begrützungsworte au die Anwesenden, während Lehrer Äatz in seiner Festrede einen Rückblick über die wichtigsten Geschehnisse der verflosienen 28 Jahre gab. Ein Festesten mit nachfolgender Slbendunter- Haltung füllte den gemütlichen Teil deS Abends aus. — Bei der im benachbarten ZimmerSrode erfolgten Enthüünnii eines Denkmals für die Gefallenen des Ortes war auch die kleine jüdische Gemeinde vertreten. Provinzialrabbiner Dr. Cohn-Marburg hielt eine kurze, aber eirrdrucksvolle Ansprache, und ein Vertreter der Ortsgruppe des ReichsbuudeZ jüdischer Frontsoldaten widmete den gefallenen Kameraden Wort« ehrenden Gedenkens, indem er gleichzeitig zu ihrem Gedächtnis einen Kranz am Denkmal niederlegte. DaS harmonische Zusammenwirken der Konfessionen bei der schlichten Feier wachte aus alle Beteiligten einen nachhaltigen Eindruck. BreSlau. (Friedhofsschändung.) In dem alten BreSlauer jüdischen Friedhof in der Claastenstratze,. besten kultur- und kunsthistorische Bedeutung erst kürzlich in einer kleine« Monographie von Prof. Dr. Ing. Grotte gewürdigt wurde» sind in der Nacht vom 14. zum 13. Dezember Rohlinge nach Ausbrechen des SchlosteS einge-rmrgen und haberc gegen 20 alte Grabsteine umgeworfen und beschädigt. Bo» den Tätern fehlt vorläufig jede Spur. Bredlan. (G e n e r a l v e r s a m m! u n a des B e r - eins jüdischer Lehrer i u Scklesie u.) Der Berem jüdischer Lehrer in Schlesien hielt am 19. d. M. im Repräseütanten-SitzuttgSsaale in Breslau seine 14. ordentliche Bereiustagnttg ab, die zahlreich besucht war. Nach eiuleitenheu Begrütznugswortett erstattete der Vorsitzende. Prediger Bähr aus Waldenburg. Bericht über das abgelanfene Vereins- und Verbandsjahr sowie über wichtige aktuelle Lehrersrageu.. Ev vezeichnete eine ausreichende Besoldung der Gemeindebeamten und ihre Versorgung für eine Rotivendigkeit des Judentums. Alsdann gedack-ie er der Jnbilare des Vereins Rawiezer-Krenzburg (70. Geburtstag nnd 30jähtige.s Amt^-- jubiläum) und Fleischhacker-Ramölau (70. Geburtstag) mid des verstorbenen langjährigen Vorstandömilgliedes, Hauptlehrer a. D. Albert Herbst, der zu den Gründern des Vereins gehört hat. Ferner mitS er darauf hiu. daß es dem Lehrerstaude au Nachwuchs und Führern fehlte. Nur die Anstellung, Besoldung uuö Versorgung nach staatlichem Voi> tnlde könne den Mangel beseitigen. HerUe fei die Grnndstimmnttg des GemeindebeMutcu die Depression, durch die dem Jndentum große Werte verlorengingen. Bezirksrabbinate, wie sie vom Pceußenverbande geplant würben, wären nur Saun aurrehuibar, wenn die Beamte» fest ^angestellt wären. Er forderte zum Schluß ans, weiter zu arbeite:! fiiv Lehre und Judentum. Danach sprach Senrinardvzckrt Dr. Lewt'owitz-Breslan über das Verbandsthema: „Was kann die moderne Religionswisseirschast unserem Religious-- «nterricht leisten2" Der Redner hob den Kousliktsstosst hervor, den das Thema in sich trüge, im Hinblick aus den Zweck des Religionsunterrichts, religiöse Persönlichkeiten zri ziehen. Der Religionsunterricht sträube sich gegen die Aurwendung wiüenschastticher ForschnugsergebuM. Der -'g?W -»»einsame Bode» sei jedoch die Ehrfurcht vor der Religion^ Der Sleligionsuttterricht dürfe nicht isoliert bleiben, er tmisseM die bedeirteirden religionögeschichtlichen Tatsachen heranziehenW Die Einflüste der nrnwohnerrden. Völker aus daö Judentum-^ »nüßten nachgewieseu werde»». Der Redner betont, daß das' Thema im Rahmen eines kurzen Vortrages unprvglich eingehend beharrdelt werden könnte, daß cs sich »inr »»m.die.^ Skizzierirng eines ArbeitZprogra»mnÄ Handel« könnte. Er^ empfahl daun eine Anzahl Bücher, ans denen der Religions^ leljrcr schöpfen könnte und die schon tu ihre»« Inhaltsverzeichnis eine Fülle von Anregung botert. Die Bücher behandeln die Religiort der Äeglipter, der Babylonier, ö«t; Kodex des Hamnrabi, den Parsismus, die Religion des Hellenismus nnd den Islam. In diese möge sich jeder nack seiner Neigung mrd Begabung vertiefen nrtd »ticht anfhörcu zu forschen. BezirkSoerbandsleyrer Czvllack-Breslau er-! örterte dann, wie der »reue amtliche Lehrplan für den jüdiichen Religionsunterricht an höheren Schulen auch auf ein-', fache Religionsschulverhälmisse angewandt »oerdeu könnte. Seminardozent Dr. Rabin stellte die Bibliothek des Serni-? nars den Lehrern für ihre Arbeiten zur Verfügung. Rack der Rechnungslegung nnd Entlastung des KastenführerS erfolgte die Wiederwahl des Gesamtvorstandes. BreSlau. (F o r t ü i l d u n g s k u r s u s.) Aus Anregung des Verbandes der Synagogengemeindeu in den RegiernugSbezirken Breslau und Liegnitz nnd des Israelitischen Lehrer- - vereinS in Schlesien findet vorn 2. bis zur« 8. Januar 1027 iu BxeSlau «in FortbildnngSkursuS für Lehrer und Kantoren statt. Die Dozenten des RabdinerseminarS haben sich «. a. zu Vorlesungen zur Verfügung gestellt. Mit diesem Kursus ist ein Lehrgang des iiidiscken Wohlfahrtsamtes verbunden. Anmeldungen dazu sind baldmöglichst au Prediger Falkensteiu, LandeShut i. Schlestett, zu richten. Danzig. (Eine Synagoge iu Langfuhr.) Die jüdische Geineinde Laugsuhr erhält eine schöne Synagoge am Mirchanerweg. Der schon vor dem Kriege projektierte Prckchtbau hat ittsolge der »nißlichen rvirtsüjastticheu Verhältnisse Einschränkungen erfahren müssen: eS ist aber immer noch ein großes Bethaus mit Versammlungsrmun entstanden, der zum Sommer kourtnendeu Jahres in Benutzung genommen rverdett »vird. Der Betsaal bietet 300 Besnchertt Platz. Dortmund. (Born Ha ko ah.) Iu seiner letzten Generalversammlung ernannte der Boxklnb „Hakoah" den Gründer des Vereins, Herrn Lehrer Siegntlmd Nnßbanm, der als Obmann sür Turnen und Sport R. s. F. innerhalb der gesamten sportlichen Bewegung unserer Gemeinde auch diese' Gruppe ins Leben rief, zu seinem Ehrenmitglied. Dresden. (G e nt e i u d e r a t s w a h l e n.) Die für,den 16. Januar 19*27 anberaumte» GemeinderatsrvaAen sind für nachfolgende Herren, deren Amtsdaner Ende 1020 ablänst, vorznnehmen: Vorsitzender des Vorstandes und des Gemeinderates Rechtsanwalt Paul S a l i u g e r, Vorsteher Max Levi, Gemeindeverorduete Egon F e u e r st e i n, Max L e s s e v, Siegmund Liffmaun, Jacob R e i n h » l d und Arno Schenker. Da eine Wohlneuordnung während der letzten Jahre nicht zustande kam. find nur die männlichen Gemeinde Mitglieder, nachdem sie mindestens drei Jahre Gemeiudeeinkommensteuer abgeführt und. das 23. Lebensjahr vollendet haben, stimrnberechtigt. Vorsteher und Gemeindeverorönele, die nicht »mter 28 Jahre» alt und deutsche Reichsangehörigs sein müssen, werden gemäß den biS 2. Januar einzuretchenöe» Vorschlägen iu allgemeiner. unmittelbarer und geheimer Wahl «ach den Grundsätzen der Verhältniswahl, gewählt. Dresden. (Jüdische Wohlfahrtspflege i it Sachsen.) Die zur Zeit ht Dresden vom Rat der Stadt und der sächsischen Regierung veranstaltete SnSstellunn für Wohlfahrt-- «nd gkK i

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