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Jüdisch-liberale Zeitung · 1926-12-10 · 50 (10.12.1926) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
6 (1926)
Issue
50 (10.12.1926)
Date
1926-12-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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6. Jahrgang Nummer 50 Beklage 10. Dezember 1926 Aron 8faKs Lebensgefchichle. Ein« Einführung.*) Keine Darstellung von Zeitereignissen besitzt einen solchen Reiz wre die Memoirenliteratur. Es sind beivnders jene Autobiographien, jene „Tagebücher". „Erinnerungen . „Bekenntnisse", die man nur für sich schrieb und an deren Veröffentlichung — im Gegensatz zu den malen „Denkwürdigkeiten". denen aus volitischen oder gründen der Selbstverteidigung und oft auch der Selbstveraucherung möglichst weite Verbreitung gegeben wird —<• f3*cr ö ’cr ltidjfö' gelegen, ja, die ihm oft gar nicht erwunscht war. isstc geben ein viel wahreres Bild von Menscheu und Zeiten als manche andere Geschichtsschreibung. Zwar fehlt es auch in solchen Selbstbiographien nicht an einer rein persönlichen Färbung von Menschen und deren Handlungen, denn schließlich steht doch jedes Urteil unter dem Emfluß alles dessen, was durch direkte oder indirekte Ansichten ändert, hervorruft, bestärkt oder verloscht. Fmmmerhin: Autobiographien, die nur durch den Wumch entstanden sind, einem ganz kleinen Kreise von Famiuenangehörige«. von Freunden oder den Nachkömmlingen die Erinnerung an den Schreiber wachzuhalten. entfernen sich nur selten in stärkerem Maße von der Wahrheit. Es gibt nämlich unter denen, für die solche Lebensberichte bestimmt sind, zu viele, die entweder noch selbst oder durch die Erzählungen von Eltern oder Großeltern Kenntnis von den Geschichten haben, die der Autobtograph Wer sich berichtet. um nicht durch Nachprüfung krasse Unwahrheiten festitellen zu können. Schon aus diesem Grunde befleißigen sich die Autovlographen einer strengeren Wahrheit: deshalb geben solche Niederschriften die keinen BeröffentlichungSzweck verfolgen, meist sehr wertvolle Berichte von Menschen und Zeiten. Oftmals ganz ungekünstelt, in einfachster Sprache und voll Naivität ab gefaßt, schildern sie die Menschen und Tinge so. wie sie dem Schreiber — als echten Zeitgenossen — als Mitfühlenden und oft auch Mitleidenden erschienen sind. Für das jüdische Leben in früheren Jahrhunderten sind solche Autobiographien besonders wertvoll, und manche dieser verborgenen literarischen Kostbarkeiten wurden schon ans Tageslicht gefördert. Die Stellung, die der Jude innerhalb des Landes oder der Stadt, in der er wohnte, einnahm, fern Verhältnis zu seinen andersgläubigen Mitbürgern, wie zu seinen eigenen Glaubensgenossen, erfährt durch solche ..„Lebeuserinnerungen" eine neue und interessante Bcleuchtung, nicht zuletzt auch die Stellung des Juden zum Deutschtum. Die Selbstbiographie Aron Jsaks darf, ähnlich wie die Denkwürdigkeiten der Glücke! von Hameln, daher gewissermaßen auch als ein deutsches Dokument angesehen werden. War Aron Jsak doch ein Deutscher -r aus Treuenbritzen bei Berlin gebürtig, wo sein Vater schon zu den wenigen wohnungsberechtigten jüdischen Bürgern gehörte. Aron Jsaks Sprache ist deutsch, man kann sagen preußisch — das Berlinische „lyang". das er für „darunter" gebraucht als Beispiel — er schreibt seine Erinnerungen deutsch, wenn er sich auch dabei der hebräischen Schriftzeichen und — abgesehen Bibclversen — öfter jener hebräisch-deutschen Ausdrücke bedient. wie sie dem Juden eben eigen sind. Es war das Verdienst der schwedischen „Israettiiska Litteratur-Sällskapet‘'. die erste- Veröffentlichung dieser Wdto-vtographie veranlaßt zu haben. Nachkommen des Schwiegerneffen Aron Jsaks. die Familie des Fabriköirektors Knut Michaelson. befinden sich im Besitze des wertvollen Manuskriptes und gestatteten die Anfertiaung einer Abschrift. Dr. Josef Seligmann. der bereits im Jahre 1888 anläßlich der Hundertiahrfeier der Stockholmer Israelitiska Ljnkkolpsoch Bftgrafnintfssällskapet" eine kleine Monographie über Aron Jsak geschrieben batte, besorgte, unterstützt von den Herren. Prof. G. Klein. Dr. A. Levertins und Dr. Raphaels, die Herausgabe der Autobiographie. Teliamann begnügte sich mit der allerdings möglichst wortgetreuen Wiedergabe des Manuskriptes. In der vorliegenden Ausgabe habe ich Aron Jsaks Niederschrift in korrektes Schriftdeutsch übertragen, um das in mehr als einer Hinsicht wertvolle Dokument auch solchen Lesern verständlich und interessant zu machen, die sich in Aron Jsaks Schreibweise, in den hebräischen oder hebraisierten Wortformen — wobei außerdem jede Interpunktion fehlt — nicht gut zurechtfinden würden. Trotzdem habe ich rn'ch bemüht, dem Wortlaute und auch der Charakteristik der ..»örucksweise keine Gewalt anzutun und Sre Ursprünglichkeit der Schilderungen zu bewahren. Bloß in der Zeitfolge der Berichte habe ich — ohne Umänderung — einmal eine kleine Umstellung vorgenommen: die fast am Schlüsse der Erinnerungen ganz unvermittelt erzählte Geschichte von dem Proselvten Jakob Vlondel habe ich dort eingefügt, wohin sie zeitlich gehörte. Einige kleine Stellen, die über nebensächliche, alltäglich" und nicht interessante Episoden innerhalb der kleinen Gemeinde berichten und nur den Zusammenhang der Leßensgcschichte zerreißen, wurden weggelassen. Aron Jsak hat. nach eigener' Mitteilung, seine Niederschrift im Jahre 1802, also in seinem 71. Lcbensiahre. begonnen und sie im Jahre 1804. in seinem 78. Lebensjahre, beendet. Die Handschrift ist schön, klar kräftig. Sie beweist. daß Aron Jsakk. trotzdem er das biblische Alter bereits überschritten hatte, geistig und körperlich noch rüstig gewesen sein muß. Das Manuskript selbst umfaßt einschließlich des Titelblattes 100 Schreibsciten. Das starke, vortreffliche Schreibpapier träat das Wasserzeichen I. Hessels. Das Manuskript ist in einfachem Halbfranz gebunden. Jsak Aron bezeichnet sich selbst als unaelehrten Mann, der auch „des Hebräischen nicht besonders kundig fei" Der in schönen hebräischen Frakturbnchstaben sin Onaörati'christl ausgeführte Titel weist grammatikalische und orthogravln>ck>e Fehler auf. Aron Jsak hatte auch weder eine tiefere indiichtheologische. noch weniger eine deutsch-weltliche Schulbildung genossen. Er war ein scHma^e-man in des Wortes bester Bedeutung, und er legt Wert daraus, dies wiederholt zu betonen. Ans eigener Kraft und nur aus dieser wollte er im Leben vorwärts kommen. Wie er dies erreichte, wie er sich zu seinen Mitmenschen, gleichviel, ob es Anöersaläubige oder Glaubensgenossen, ob es Angehörige einer fremden Nation oder Deutsche, ob es höchststehende oder arme, gedrückte Personen waren, mit denen er zu tun bekam, stellte: es ist höchst unterhaltend und wertvoll, das aus Aron Jsaks Autobiographie zu leftn. Nicht zu vergessen ist. daß "ftt Aron Jsak auch ein Stück indisches Deutschtmn nach Schweden verpflanzt wurde, das den Juden und den Deutschen zur Ehre gereichen dürste. Dr. B. Schiölok. *) Wir beginnen mit dem Abdruck der Erinnerungen von Aron' Jsak im' Feuilleton -er heutigen Nummer. Aus den Gemeinden Aus dem Gemeindelebeu Kölligsbergs. In der Sitzung der Repräfentantenversammluita von, 10. November 1920 wurde unter anderem die vom Vorstände vorgelegte öcfiittiioc Fassung eines Entwurfs der Satzungsänderungen. welche sich hauptsächlich aus die Eiuführnng des aktiven und passiven Wahlrechtes der Frauen, die Bestimmung des Wahlalters nsw. beziehen, sowie die Wahlordnung genehmigt. Es kam ein Antrag, der seitens der liberalen Mitglieder gestellt worden war, zur Beratung. Der Antrag lautet: Die Repräsentanten Versammlung wolle beschließen: „Mit Rücksicht auf die in der neuen Wahlordnung für die Wahl der Repräsentautenversammlung vorgesehenen wesentlichen Aenderungen bezüglich der Person der Wähler, der Wählbarkeit, des Anfrückens der Ersatzmänner usw. und insbesondere, um den Frauen die Möglichkeit zu geben, ihr Wahlrecht in vollem Maße zur Geltung, empfiehlt es sich, daß alle Repräsentanten zum Schluß der jetzigen Wahlperiode ihr Amt niederlogen." Herr Jnstizrat L i ch t e n st e i n begründete den Antrag wie folgt: Bereits vor einigen Jahren haben die Repräsentantenversammlung. und zwar war damals einstimmig die Anschauuna vertreten, daß mit Rücksicht auf die Aenderung der Wahlordnung durch Einführung des Verhältniswahlsystems die Niederlegung des Amtes seitens aller Repräsentanten zweckmäßig und geradezu erforderlich sei. damit die Nepräsentantenversammlung durch eine Neuwahl einen einheitlichen Charakter erhalte. Der gleiche Grund besteht auch jetzt, eine neue Wahl der ganzen Versammlung als empfehlenswert anznsehen. Insbesondere kämen nur so die Frauen in die Lage, ihr Wahlrecht in vollem Umfange anszuüben. und es sei auch nur so die Möglichkeit gegeben. für die Frauen eine ausreichende Zahl von Sitzen in der Versammlung zu gewinnen. Führe man nicht eine Neuwahl der ganzen Versammlung herbei, io müsse nach den bestehenden Bestimmungen die Hälfte der Repräsentanten durch das Los aus der Versammlung herausgewählt werden. Das würde doch von keiner Seite als zweckmäßig angesehen werden können. Auch die sonstigen Aenderungen der Satzungen machen es erforderlich, daß einheitlich die ganze Versammlung neu gewählt wird, weil sonst die eine Hälfte der Versammlung nach wesentlich anderen Grundsätzen gewählt sei als die andere, und so ein einheitlicher Wille der Wählerschaft bei der Wahl der Versammlung nicht zum Ausdruck kommt Bon gegnerischer Seite wurde geltend gemacht, daß die Repräsentanten, die aus 6 Jahre gewählt worden seien, keine Veranlassung und auch nicht einmal ein Recht hätten, ihr Amt nicd erzule gen. es könne auch niemand dazu gezwungen werden. Dem gegenüber hob Repräsentant Fabian hervor, daß es schon den Grundsätzen einer wahren Demokratie, die in der neuen Wahlordnung zum Ausdruck kämen, widerspräche, wenn man auf der einen Seite den Frauen zwar allgemein das aktive und passive Wahlrecht einräume, aber auf der anderen Seite es ihnen doch wieder, mindestens für die Hälfte der Repräsentanten. für 3 Jahre entziehe. Der Antrag, verlange im übrigen ßr auch nichts daß irgend ein Repräsentant gezwungen wäre, sein Amt niederzulegen, sondern es sollten alle es freiwillig tun, um reinen Tn'ck zu wachen und den Boden für eine einheitliche Mahl aus Grundlage der neuen Satzungsänderungen zu schaffen. In namentlicher Abstimmung wurde der Antrag abgelehnt, und zwar mit 13 Stimmen der Zionisten. Orthodoxen und Mittekparteiler gegen 8 liberale Stimm. Es stimmten dafür die Repräsentanten: Bogusch, Fabian. Dr. Levy. Dr. Lichtenstein. Loose, Perlmann. Emil Rosenthal, Siegmund Wolfs. Dagegen: Dr. Berlowitz. Professor Cohn, Dinesmann, Fürst. Ginsburg, Gronorvski, Hirsch. Weißbrem'. Winter. Sally Wolfs. Piezenick. Kopelansky. Sluczewer. Osferchar war Fraktionszwang der gegen den Liberalismus verbundenen Parteien beschlossen worden. Ein solcher Fraktionszwang ist im Laufe der letzten Monate wiederholt gegegenüber Anträgen der Liberalen geübt worden, so unter anderem in der gemeinschaftlichen Sitzung des Vorstandes der Repräsentanten vom 4. Mai ds Js.. in der verschiedene Anträge der liberalen Fraktion auf Verbesserung des Gottesdienstes in der neuen Orgelsynagoge gestellt worden waren. In dieser Sitzung erstreckte sich der Fraktionszwang sogar auf Vorstandsmitglieder und Repräsentanten von Orthodoxen -er alten Synagoge n'it konservanven Gottesdienst, die teilweise grundsätzlich die Orgelsynagoge nicht besuchen, und die doch gegen die Aenderungen im Gottesdienst der Orgelsynagoge stimmten. Dieses Verhalten muß cnijchieden mißbilligt werden, wett es für selbstverständlich erscheint, daß über den Gottesdienst einer Synagoge nur die Mitglieder enscheiden dürfen, die an diesem Gottesdienst teilnehmen und ihn nicht grundsätzlich ablehnen. Es muß auch ein solcher Fraktionszwang, wie er hier seit Monaten regelmäßig in' den wichtigsten Fragen geübt wird, als entschieden unzulässig gekennzeichnet werden, weil er die Abstimmungen in solchen und ähnlichen Fragen zu einer Farce macht und von einer Beratung durch die Versammlung nicht mehr die Rede sein kann, wenn schon vor deren Zusammentritt die Mitglieder zu einer Abstimmung in vorher festgelegtem Sinne verpflichtet werden. Es fällt damit die Möglichkeit fort, einmal, durch sachliche Argumente die Abstimmung zu beeinflussen, und zweitens, auch denjenigen Mitgliedern, die anderen Sinnes geworden sein sollten, eine Abstimmung im Sinne ihrer Ueberzeugung zu ermöglichen. Es schloß sich noch ein bemerkenswertes Nachspiel an die Versammlung vom 26. November an: Der Vorsteher -er Repräsentantenversammlung lZionist) beanstandete den Bericht des stellvertretenden Schriftführers iliberal) für das Gemeindeblatt, weil schon die Wiedergabe des liberalen Antrages im Wortlaut eine Parteinahme bedeutet und weil er es für bedenklich halte die Namen der Abstimmenden bekanntzugcben. Aus diesem Grunde konnte der Bericht im Gemeindeblatt vom 1. Dezember nicht erscheinen. Es leuchtet ein, daß eine solche Stellungnahme des Vorstehers es überhaupt unmöglich macht, Anträge der liberalen Parteien im Gemeindeblatt zur Kenntnis der Mitglieder der Synagogengemeinde zu bringen. Die darin zutage tretende Auffassung widerspricht auch dem Charakter der öffentlich tagenden Repräsentantenversammlung. Berlin. lRepräsentantenversammlung.) Am Donnerstag, den 2. d. M.. fand unter Vorsitz von R.-A. Stern eine Revräsentantenversarmnlnng statt, in der die Einzelheiten des Etats für 1926 beraten wurden. Zu Beginn der Sitzung wurden vom Vorsitzenden Chanukahlichte angezündet. Die Sitzung unterschied sich von den in der letzten Zeit abgehaltenen vorteilhaft durch «die ruhige unsachliche Arbeit, die geleistet wurde. Von allen Setten wurde dem.Wunsche Ausdruck gegeben, die Zahl der Rabbiner in Berlin zu erhöhen und einige für besondere seelsorgerische Aufgaben, z. B. Dienst i» den Berliner Krankenhäusern, zu gewinnen. Meinungsverschiedenheiten bestanden bezüglich des Baues der beiden seit vielen Jahren geplanten Synagogen in der Prinzregentenstraße mit liberalem und itt der Agrieolastraße mit konservativemRitus. Die Mehrheit der Versammlung neigte zu der Auffassung» daß bei der gegenwärtigen sozialen Not zunächst der Ban einer neuen Ältersversorgnugsanstalt erfolgen müsse. Bon liberaler Seite wurde eine Dezentralisierung bei der Platzevermietung gewünscht und eine Verbilligung der Preise für die Synagogenplätze. Bon dein Sprecher der Jüdnchen Volksparter wurde mit Rücksicht auf die Unzuträglichkeiteu bei dem Begräbnis von Joseph Schwarz, au dein etrva .E bis 10 000 Personell teiluahmeu. vorgeschlagen, größere Beerdignngeu auf Wunsch nicht m der Halle, sondern unter freiem Himmel stattsinden zu lassen. Berliu. (D e r Streit um di e F r i e d h v i se r w e i* terung.) Das sozialdemokratische Hauptorgan „Vorwärts nimmt in einem „Ein Berliner Friedhofsstreit" uberschriebenen Artikel entschieden Stellung gegen den Plan der jüdischen Gemeinde, den jüdischen Zentralst're dhof ,n Weißensee durch Einbeziehung weiteren erworbenen Geländes zu erweitern. Der „Vorwärts";chreibt. daß der jüdische Zentralfriedhof ans Kosten der Interessen von Weißens-ee ans in das innere Berlin vorgetrieben werden soll. Er charakterisiert die schon Jahre zurückliegenden Erlveiterungsbestrebungen und erwähnt, daß Anfang 1922 eilte Art Vorbescheid erfolgte, daß „keine Bedenken" gegen die Friedhvsserweiternng beständen. Auf Grund diefts Bescheids hat die Indische Gemeilide dann ciu umfangreiches Gelände zn einem Gesamipreis non mehreren Millionen Mark erworben. Die endgültige hftnchmignng konnte die Gemeinde jedoch bis heute nicht erreichen. Der ..Vorwärts sagt, daß im inneren Berlin gerade nur an dieser stelle eine Arbeiter-Wohnuttgskultnr noch möglich ist. Gegenwärtig steht laut „Vorwärts" die Sache so, daß das Polizciprüudmm, gedrängt von öett Vertretern der Jüdischen Gemeind«, auf den Vorbescheid hinweist und zur Entscheidung treibt. ^le Zeitung setzt sich mit der verwaltungsrechtlichen Seite der Angelegenheit auseinander und kommt nit dem folgenden Schluß: „Wenn inan nach dieser Gegenüberstellung des Für und Wider nun die Schlußfolgerung zieht, so wird das Ergebnis nicht anders lauten können als: Ablehnung der Erweiterungsbestrebungeu ans der ganzen Linie mit aller Entschiedenheit. Die städtischen Körperschaften werden au der einzig möglichen Lösung gar nicht vorbei können. Und diese. Lösung heißt: „Ankauf des voll der Jüdischen Gemeinde erworbenen Geländes für die Stadt." Anm. d. Red. Wir halten cs für dringend crwun,cht. daß dieser Friedhofsstreit nun endlich einmal begraben, wird. Die Jüdische Gemeinde sollte voll der Verfolgung eines Planes Abstand nehmen, der in weitesten Kreisen der Berliner Bevölkerung, und auch in jndensrcnnduchen, schärfste Mißbilligung findet. Berlin. sB o u der S v u e i n o - G e s e l1 i ch «T U Am 4. und 5. Dezember fand die diesjährige Jahresversammlung der Soneino-Gcsellschaft der Freunde des Jüdischen Buches statt. Die Versammlung lvar sehr stark, auch von. auswartiaeu Gästen besucht. So hatten verschiedene auswLrtrMjW» Logen, ferner eine Anzahl bibliophiler Gesellschaften,.^ di« Weimarer bibliophile Gesellschaft Vertreter dtifajwuf- Am 4. Dezember, abends, stand im Kancrhost eine geseMge.HD Zusammenkunft statt, deren Höhepunkt eine feinsinnige Hedtz' Arnold Zweigs bildete. In der geschäftlichen Versammlimgam Sonntag vormittag, erstattete, der Vorstand Bericht. Die Diskussion, an der sich n. a. Rabbiner Dr. Hildesheimer, Rabbiner Dr. Löwenthal, der Prediger der Berliner Reformgemeinde, Tr. Rosenthal, und Rechtsanwalt Dr. Schoeps beöriligien, ergab, daß allgemeine Befriedigung über die Tätigkeit und die Publikationen der Gesellschaft herrscht. Ein ausgezeichnetes Referat des Dr. Horodisz über Bibliophilie wurde mit höchstem Interesse angehört. Nachmittags fanden Führungen der auswärtigen Gäste durch verschiedene Privatsammlnngen statt. Ein großes Festmahl bildete den Beschluß der Tagung. Die Redner, u. a. Dr. Aron Barth und Hofrat von Rosenberg,, beleuchteten die Eigenart des Verbandes. Eine große Anzahl von Freunden des Vereins, erste VerlagSanstallen und Druckereien. Haiden für die Fcsttcilnchmer Spenden gostistet. io daß jeder der Teilnehmer ein Paket festlicher bibliophiler Gaben nass) Häuft tragen tonnte. , oentit. «L e h rer, o r tb i I o u u g * k;t v s u s.j Die wissenschaftliche Verenngnna jiiM>df)cr Lehrer mui Lehrerii'itCtt zu Berlin bittet!r?7s 'cachsi''heude Veröffentlichung: Der Lchrersortbildungsknrsus der wissenschaftlichen Bereinigung findet vom Sonntag, den 20. Sepdnnber, nachmltiags, brs Donnerstag, den 8«. Dezember, abeudS, statt, folgende Vorlesungen werden gehalten: Herr M Abraham: Eirrige Fragen zur Methodik des hebräischen' Unterrichts. H«rr Aschbel: Das heutige Palästina und die Bibel. Herr Rabbiner Dr. Bgcck: Die Mnsttt' im Judentum. Herr Rabbiner Dr. Emil Cohn: Methodisches zur svstematischen Rcllmonslehre. Herr Seminarcberlehrer Faltenberq- Probleme des Bibellescns. Herr Rabbiner Dr Lewkowitz: Grundformen der Relmion. Herr Obermagistratsrat Dr. Ollendorff: Juduche Jugendivohlfahrt und Lehrerschaft. «Nnftr Nerückstrhtiaung der allgemeinen Wohlfahrtspflege in fteutschland.i Herr Dozent Dr. Torczyrrer: Aufgaben \ml II ID llir Jll Frankfurt a. M MoMag, den IS. Dezember, abends BM Ubr im Empfangssaai der Synagoge Königsteiner Straße des Generalsekretärs der Vereinigung für da« liberale Judentum, Herrn George Goetz, Berlin über da« Thema: I Das liberale Judentum und der Zeitseist Gäste willkommen!

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