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Jüdisch-liberale Zeitung · 1926-10-01 · 40 (1.10.1926) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
6 (1926)
Issue
40 (1.10.1926)
Date
1926-10-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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6. Jahrgang Nummer 40 IMchllbemleZeckiy Beilage l. Oktober 1926 Erlebtes. Nun war ich einen Vormittag ganz glücklich: ^.ch war im Wald und das ist Glück und Frieden. schweifte stuudenlana auf Waldespfaden, Weiß nicht, ob jemand mir begegnet ist. Ich sab ihn nicht, so öunkclheitgeblendet Sah ich nur schlanke Stämme, Wipfel. Moosarund Und lallschte stumm der Waldessymphonie. Nun aber jauchz' ich auf. Emporgetragen Den steilen Waldpfad, trat ich auf die Lichtung, Dre hell im Sonnenschein und dennoch grün Die Blicke tauchen läßt ins breite Tal. Da lag die weiße Stadt, die mich beherbergt, Die Stadt bei; kräftigen Erde, heiligen Quellen, In der viel sieche Menschen Heilung suchen, Und lag im Sonnenglanze rvaldumhegt. Lag nicht als Stadt, lag hell als Bild im Grün. Die Arme warf ich seligkeitberauscht Zum Himmel auf. der mir den Blick gewährte. Und sank ins Knie, gerührt, voll heißen Danks Und jubelte: ,£> Wunder sondergleichen!" Da legt sich eine Hand auf meine Achsel. Ein Greis im schwarzen Kaftan, wie ich viele Beim Brunnen schon gesehn, stand neben mir, Gr neigt sein bartnmwalltes Antlitz zu mir, Er nimmt das Wort: O Wunder! mir vom Munde Und sagt: „Das ist kein Wunder. Hier bat Gott Nicht, wie cr sollst pflegt, einmal hergeschaut. Hat zweimal hergeschaut! In seinen Blickeit Lag noch b:r Nachglanz seines Gartens Edell. Da. wär's ein Wunder, rvenll's kein Wunder wär'!" Hilgo Salus. |f Aus den Gemeinden Alzenau. (S y n a a u n e n - I lt b \ t ä it in.) Am 21. November d. I. feiert die hiesige israelitische Kultusgemeinde das Jett des 100 jährigen Bestehens ihrer Synagoge, verbunden mit dem 2äjährigen Ortsjubiläum ihres Lehrers Wechsler. Die Knlti'.svcrwaltuug nebst einem engeren Festkomitee treffen heute schon Borbereitungen, die Feier in würdiger Weise zu begehen. Aurich. lD a S P r e d i g e r a m t.> Anläßlich der hohen Feiertage übernahm der seit etwa Jahresfrist an der hiesigen Volksschule wirkende Lehrer Moses auch daS Predigeramt, das Lehrer Wolf viele Jahre mit ersprießlichem Erfolge vcrtefjeu hatte, das er aber mm wegen seines hohen Alters dem jüngeren Kollegen abtrar. Berlin. lB v m L andes - und R e i ch s v e r b a n d.) Der von dem Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden eingesetzte Ausschuß für den Entwurf eines Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der Juden in Preußen tritt am 3. Oktober d. I. in Berlin unter Borsitz des /Ml'W Justizrat Makvwer zu einer dritten Sitzung zusaminen. In dieser Sitzung soll der Entwurf fertiggestellt werden. Er wird nach weiterer Verabredung im Rat sodann dem Verbandstag bei seiner nächsten Tagung vorgelegt werden. Nachdem die Wahlen zum Wohlfahrtsausschuß deS Landesverbandes nunmehr erfolgt sind, soll dieser Ausschuß zum 17. Oktober d. I. zu einer Sitzung nach Berlin einberufen werden. Der Ausschuß, der von der Vertreterversammlung der deutschen Landesverbände jüdischer Gemeinden am 18. Juli d. I. in München eingesetzt worden ist, um beit Entwurf einer Verfassung für den Jüdischen Reichöverband fertigzustellen, wird am 10. Oktober d. I. in Berlin zu einer Sitzung zusammeutreten. Sobald der Entwurf sertiggestelli ist, soll cr einer neuen Versammlung der Vertreter der Landesverbände und sodann den Verbandtstagen der einzelnen Verbände zur Genehmigung vorgelegt werden. Berlin. (I o i n t - A u s st e l l n n g.) Das Kinderjürsorge-Departeiucnt des europäischen BnreauS des American Joint Distribution Committees trifft zur Zeit die Vorbereitungen für eine Ausstellung sämtlicher vom Joint subventionierten Fachschulen und Waisenhäuser des Ostens. Die Ausstellung, die noch weit mnsasienöer sein wird als die vor eurem Jahr gezeigte, wird in Berlin znsamcngestellt werden. Sie wird daun als Wanderausstellung nach Amerika gehen, wo sie in den wichtigsten jüdischen Zentren gezeigt werden soll. Wie wir hören, ist beabsichtigt, vor Absendung der Ausstellung nach Amerika sie den Vertretern der jüdischen Organisationen in Deutschland sowie den Vertretern der Presse zu zeigen. Berlin. (P g l ä st i n a - R e i s c st i p e u d i e u.) Nachdem der Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde dem Antrag Tr. Klee und Genossen ans Schaffung eines Reijestipendium für jüdische Religiouslehrer nach Palästina beigetreten ist, hat nunmehr der Schulvorstand der Jüdischen Gemeinde die näheren Modalitäten für Bewerbung und Vergebung der Stipendien festgesetzt. Danach soll alljährlich einer der Religiouslehrer oder Rabbiner der Gemeinde das Reiseftipendium erhalten: er wird gebeten, nach Abschluß der Reise einerseits über die Reife einen Bericht an den Gemeindevorstaud zu geben, andererseits sich darüber zu äußern, inwiefern die Reise und ihre Ergebnisse von ihm für die Verlebendigung des jüdischen Unterrichts nutzbar gemacht werden sollen. Schließlich wird erwartet, daß der betreffende Herr je nach Neigung und Eignung ein wissenschaftliches Ergebnis seiner Reise im Vortrag oder literarisch gibt. Berlin. (Z u m 200. Geburtstag von Moses M e n d e l s s v h n.) Im Jahre 1729 ist Moses Mendelssohn geboren: es wird also im Jahre 1929 ein 200jähriges Gedenken seines Geburtstages gefeiert werden. Anläßlich dieser Gedenkfeier soll eine große textkritische Ausgabe der gesamten Werke Mendelssohns erscheinen, die auch vieles bisher ungedruckte Material enthalten wird. Die Ausgabe erfolgt seitens der Akademie in Verbindung mit der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. An der Spitze steht eine Redaktionskommission, die sich aus den Herren Prof. Dr. Elbogen. Prof. Dr. Guttmann und Prof. Dr. Mittwoch zusammensetzt. Die Arbeit ist in vier große Arbeitsgebiete geteilt, in denen den Herren der Haupt- Redaktionskommission jüngere Gelehrte zur Seite stehen. In der Abteilung für allgemeine Philosophie arbeiten die Herren Dr. Bamberger und Dr. L. Strauß, in der Abteilung für jüdische Philosophie Herr Dr. Rawidowicz. in der literatur-geschichtlichen Abteilung, die auch die reiche Brief, literatur behandelt. Herr Dr. Bruno Strauß, in der Abteilung Hebraica, in der auch die hebräischen Briefe sowie die im Hameassef. Jediöjah usw. vorhandene hebräische .Literatur berücksichtigt werden, Herr Dr. Borodianski. Die ganze Ausgabe ist auf 10 bis 12 Bände berechnet. Bielefeld. (Frauenwahlrecht.) In der Repräsentantenversammlung vom 24. August d. I. wurde einstimmig die Einführung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts beschlosieu. Gleichzeitig wurde eine Wahlordnung angenommen, die für die Repräsentantenwahlen die Grundsätze der Verhältniswahl Vorsicht. Breslau, ll 0 0. Geburtstag von Manuel Joel.) Auf den ersten Tag des Hüttenfestes siel der 100. Geburtstag Manuel Joels, der über ein Vierteliahrhundert hier als Gemeinderabbiner wirkte. Im „Breslauer Jüdischen Gemeindeblatt" veröffentlicht Rabbiner Dr. Vogelstein einen Gedenkartikel, in dem er die mannigfachen Verdienste Joels schildert und auf seine Bedeutung als Kanzelrcdner hinweist. Cassel. (Jüdisches Museum.) Einen jüdischen Mnseumsverein will man demnächst hier ins Leben rufen, der sich die großzügigere Ausgestaltung des jüdischen Museums angelegen lassen sein soll. Durch das Entgegenkommen der Leiter des hessischen Landesmuseums, der Herren Sendet den fälligen Beitrag für das vierte Vierteljahr 1926 in Höhe von 2,50 Mark einschließlich Bezngsgeld für die „Jüdisch-liberale Zeitung" an das Postscheckkonto der Bereinigung für das liberale Judentum E. B., Berlin NW. 7, Nr. 137 069 Gey. Regicrungsrat Dr. Boehlau und Prof. Dr. Lnthmer, dürfte die Aussicht bestehen, daß im Landesmnseum Räume zur Verfügung gestellt werden, die zur 'Aufnahme der gesammelte», die Zahl 100 bereits übersteigenden Kultusgegenstünde aus Privat- oder Gemeindebesitz geeignet sind. Ter Arbeitsausschuß, über dessen Zusammensetzung und Bestrebungen wir bereits früher berichtete», hat auch kürzlich erst wieder eine» Aufruf an die jüdische Bevölkerung des Easseler Bezirks gerichtet, durch Gescheute oder leihweise Ueberlasiuug geeigneter Stücke das für die jüdische Kulturgeschichte bedeutsame Projekt tatkräftig zu unterstützen. Wünschenswert wäre es. wenn das lobenswerte Beispiel einzelner Gemeinden und Privatpersonen, die bereits recht kostbare Gegenstände dem jüdischen Museum überließen, in noch größerem Umfang Nachahmung finden würde. Einige der gesammelte» Stücke solle» bereits in eine Abteilung des hessischen Laudesmuscnms überführt worden sein Dresden. (4 0 j ä h r i g c s A m tsiubilä n m R a b - b i u e r P ro f. D r. I ac o b W inte r.) Es war der Israelitischen Religionsgemeinde ein besonderer Festtag, und der Gottesdienst wurde zu einem hehren Festgvttesdienst. Die altehrwürdige Synagoge, fast bis auf den letzten Platz gefüllt, voll erleuchtet, der Platz des Jubilars blninengefchmückt. Feierliches Lrgelspiel leitete £c» Fest gvtt es dienst ein ^erfolgte ein Festgesang. komponiert von Kantor Holstein. Tie Begrüßungswortc richtete der zweite Rabbiner Tr. Wols an den Jubilar, denen die andächtige Gemeinde ergriffen lam'chte, ebenso der später folgenden Ansprache des Rabbiners Winter, mit der er ciuen kurzen Abriß seines Lebens und Wirkens, seiner Berufung gab. Am Abend fand in den Räumen der Fraternitas-Loge noch eine besondere Feier statt, die durch zahlreichen Besuch ausgezeichnet war. Feierliches Harmouimnspiel leitete sie ein. dem ein Sologesang folgte. Tie Festansprache hielt der Gemeindevorsteher, Rechtsanwalt Dr. Paul Salinger. der nach einem kurzen geschichtlichen Rückblick das segensreiche Wirken des Jubilars schilderte. Er teilte mit. daß die ^Gemeinde beschlossen lr-at, ihm die Zinsen eines neuen StiftungskapitalS von 10 000 M. zur Verfügung zu stellen. Rabbiner Dr. Wolf überbrachte die Glückwünsche des Vereins Sächsischer Rabbiner und bcr Beamten, in deren Namen er auch Geschenke überreicht hatte. Rabbiner Horowitz (orthodoxe Gemeinde) brachte Grüße und Glückwünsche von „Schmure Hadao". „Tomüre Nizrochim" Zrsw., Dir. E. Schapira der Fraternitas-Loge und des Schwesternvereins. Oscar Lener des Mendelssohnoereins, dessen Vorsitzender der Jubilar fast 38 Jahre ist, R. Apt des Eentrnlvereins Deutscher Staatsbürger iüd. Glaubens. insbesondere noch des Rcichsbirndcs jüd. Frontsoldaten, ausdrücklich daukettd für die den ins Feld Hinausziehcndeu, später den draußen Kämpfenden, wie ihren Angehörigen, geleistete Hingabe. Nach weiteren Ansprachen der jüdischen Vereine Dresdens dankte der Jubilar für das ihm entgegcngcbrachte Vertrauen. Ein Festmahl vereinte die .Teilnehmer noch bis in die tiefe Nacht. Düsseldorf. (Fc st g o t t e 5 d i e n st in N a t i u g e n.)! Ein Zeichen der Zeit ist es, daß die schmucke Synagoge der \ einst blühenden Gemeinde Ratingen im Syrragogenbezirke I Düsseldorf nur noch zu besonderen Anlässen ihre Pforten öffnet. Ter Z>ta in die Großstadt hat es bewirkt, daß auch in diesem Landstädtchen, wie in so vielen anderen, die Zahl der Juden auf wenige Familien zusammen geschmolzen ist. Um so mehr hielt es die Synagogengemeinde Düsseldorf für ihre Pflicht, zur tzstO-JahreSseier der Siadtgemeinde Natingen im Verein mit dem jüdischen Bürgern dort, einen Festyvttesdieust zu veranstalten. Am Montag, den l3. September, fand sich in dem erst kürzlich in pietätvoller Weise neu hergestcllten Gotteshause eine stattliche Versammlung ein. Neben den Mitgliedern der Natinger Gemeinde sah man säst vollständig den Vorstand, die Repräsentanten und das Rabbinat der Snnagogcn gemeinte Düsseldorf nebst ihren Angehörigen. Als Vertreter der Stadt erschienen der Bürgermeister, verschiedene Beigeordnete, Stadtvcrord- ' nete und die Geistlichkeit beider christlichen Bekenntnisse.! Der Ehor der Düsseldorfer Synagoge leitete die Feier mit dem Gesang des Mahtamvo ein. woraus Herr Rabbiner Dr. Eschclbacher in eindringlichen Ausführungen auf die Bedeutung des Jubiläums für die Ratinger Synagogengemeinde cnigingi. Starker Bürgerkinn habe von jeher die Bürgerschaft dieser alten Stadt in glücklichen und in traurigen Zeiten ausgezeichnet, und dieser Bürgersinn habe stets alle Gegensetzlichkeiten überwunden. Deshalb sei cs den jüdischen Bürgern stets vergönnt gewesen, an dem Gedeihen ihrer Heimatstadt, in der sie verwurzelt seien, tätigen Anteil zw nehmen. Die Geschicke der Ratinger Synagogengemeinde seien eng verknüpft mit denen der Stadtgemeinde. Wenn auch die Anfänge jüdischer Siedlungen in Ratingen im Dunklen lägen, so sei es doch gewiß, daß schon in altersgrauer Zeit ebenso wie im übrigen Rheinland es der Fall sei. daß Juden in dieser alten Stadt ansässig und tätig gewesen seien. Sie hätten stets den Satz des Propheten Jeremia sich vor Augen gehalten: Baut Häuser, in denen ihr wohnen wöget, pflanzt Gärten, daß ihr ihre Frucht genießet, suchet das Wohl der Stadt, wohin ich euch geführt habe, und betet für sie zu Gott, denn ihr Wohl ist auch euer Wohl". Das Jubiläum der Stadt ist nicht nur ein Rückblick, sondern ein Ausblick für die Zukunft und an dieser Zukunft mitzuarbeiten, mitaufzubauen, betrachten die Juden Natingens ebenso als ihre heilige Pflicht, wie sie in der Vergangenheit an den Geschicken der Stadt tätigen Anteil genommen haben. — Die deutsche Keduschv, vorgetragen von Herrn Kantor Vogel. Düsseldorf, und dem Synagogenchor, beschloß die erhebende Feier, die einen sichtlichen Eindruck bei allen Besuchern liinterließ. . Frankfurt a. M. (Der Gottesdienst im Philan» trvpin.j Auch ln diesem Jahre hat an den hohen Feiertagen wiederum ein Filialgottesdienst nach dem liberalen Ritus in der Aula des Philantropins stattgefunden. Als Rabbiner amtierte erstmalig der neu verpflichtete Rabbiner Dr. Gottschalk: als erster Kantor fungierte mit großem Erfolg der Schüler von Naumow-Fleischmann, Herr Nascelewitsch, und erfreute er die anwesenden Gemeindemitglieder durch seine weiche und wohlgeschulte Stimme. Geilenkirchen. (Die ä l t e st e Jüdin Deutschlands.) Frau Witwe Jonas Gottschalk (Bauchem) vollendete am 26. September ihr 102. Lebensjahr uno ist somit die älteste Einwohnerin des Kreises, vielleicht auch des ganzen Regierungsbezirks. Die Greisin erfreut sich auch heute noch einer verhältnismäßig geistigen und körperlichen Frische und kann sogar die Brille beim Lesen entbehren. Die israelitische Gemeinde wie die ganze Bürgerschaft nahm freudigen Anteil an der seltenen Geburtstagsfeier. Königsberg. (Professor Perles nach Jerusalem berufe n.) Der zweite Rabbiner der Königsberger Synagogengemeinde, Professor Dr. Felix Perles, erhielt einen Ruf ans den ueugegründeteu Lehrstuhl für Bibelwissenschaft am Judaistischeu Institut der Universität in Jerusalem. Professor Perles wirkte jahrzehntelang in der Königsberger Gemeinde und erfreute sich hier allseitig großer Beliebtheit. In den Kreisen der jüdischen Wissenschaft genoß cr großes Ansehen. Vor zwei Jahren erteilte ihm die Königsberger AlbcrtuS-Univcrsität einen Lehrauftrag für die aramäische und neuliebräische Sprache und ernannte ihn zum Honorarprofessor. Wie wir hören, wird Professor Dr. Perlcs wahrscheinlich nur für die Dauer eines Semesters eine vorübergehende Lehrtätigkeit an der Universität Jerusalem aufuehmcn. München. (Professor Leo G r a e tz 70 Jahre a l t.) Am 20. September vollendete der Münchener Physiker Pros. Dr. Leo Gractz. der Sohn des bekannten Historikers Prof Tr. Heinrich Graetz, sein 70. Lebensjahr. Pros. Dr. Lev Graetz gehört seit dem Jahre 1882 dem Lehrkörper der Münchener Universität an. 1907 erhielt er die ordentliche Professur für Physik. Seine Vorlesungen über die Expcrimental-Plnisik fesselten stets einen gewaltigen Hörerkreis. Sein Buch „Die Elektrizität und ihre Anwendung" ist in zahlreichen Auflagen erschienen und in fast allen Kultnrsprachen übersetzt. Nicht weniger bekannt ist sein Buch „DaS Licht und die Farben" sowie daS von ihm unter Mitwirkung namhafter Forscher heransgegebene sünsbändige „Handbuch der Elektrizität". Sersammlungskalender ♦♦»»♦»♦»♦»«♦♦♦»♦♦♦♦fr Berlin. (Liberaler Verein für die Angelegenheiten der Jüdischen Gemeinde zu Berlin E. B.) Unsere Mitglieder werden gebeten, die Beiträge für das 4. Quartal 1926 auf das Postscheckkonto Berlin Nr. 148 05 mit 2,50 M. einzuzahlen. Berlin. (Liberale Synagoge Norden.) Schön- Hauser Allee 162. — Auerbachsches Waisenhaus. Gottesdienst am Simcha Tauro: Freitag, den 1. Oktober, vormittags 10 Uhr. Gottesdienst am Freitag, den 1. Oktober, abends 7lA Uhr. Sonnabend, den 2. Oktober, vormittags 10 Uhr: Nenmondsweihe. Bei allen Andachten Predigten: Herr Rabbiner Dr. Salomonski. Breslau. (Jüdisch-liberaler I u g e n d v e r e i n „Abraham Geiger".) Sonntag, den 10. Oktober bei jeder Witterung Ganztagsauöflug. Wanderung durch das Weistritztal. Führung Ludwig Freund, Neudorfstr. 37: Fernsprecher: Stephan 333 20. Gäste willkommen. Abfahrt 9 Uhr vormittags, Freiburger Bahnhof. Sonntagsfahrkarte 4. Klasse bis Jngransdorf, 1,60 M.. selbst lösen. Treffpunkt 8 '/> Uhr vormittags Abfahrtshalle des Freiburger Bahnhofs. Frankfurt a. M. (Jüdisch-liberale Jugendg e m e i n s ch a f t und Freisinniger Verein für jüdisches Ge mein de leben.) Wir veranstalten gcmeinsam am Sonntag, den 24. Oktober 1926, abends 7'A Uhr. in den Räumen der Frankfurt-Loge ein großes Fest. Der künstlerische Teil enthält die Ausführung der einaktigen komischen Over „Die Nürnberger Puppe" von Adolphe Adam. Musikalische Leitung: Ernst Wolfs. Spielleitung: Hermann Geiger. Hierauf folgt das Ballet „Ies pelits riens“ von W. A. Mozart und ein ungarischer Marsch. Choveographische Leitung: Rosel Bergmann-No senbera. Musikalische Leitung: Hermann Geiger. Dem künstlerischen Teil folgt Tanz, Tombola, Kabarett usw. Der Eintrittspreis wird voraussichtlich 2 M. betragen. Der Reinertrag fließt dem Wohltätigkeitssonds der beiden VereinSkassen zu. Karten sind ab 11. Oktober zu haben. Wir hoffen aus eine starke Beteiligung all unserer Mitglieder und Freunde. ||!| Aus der Bewegung Frankfurt a. M. Der Londoner Konferenz war eine Veranstaltung gewidmet, die gemeinsam von den liberalen Vereinigungen unserer Stadt einbcrufen war. Mehrere Redner sprachen von ihren Eindrücken in London und zeichneten, je nach Temperament und Veranlagung verschieden, ein Bild dieser Konferenz. Aber allen ciemeinsam 7^ar der tiefe Eindruck, den die Konferenz durch ihr gemeinsames Streben, durch ihren religiösen Willen bei allen hinterlassen hatte. 9tabbiner Dr. Seligmann zeichnete die einzelnen Etappen, durch die dies- Konferenz zustande kam. Er entwarf ein Bild Freie Jüdische Volkshochsdiule (Beginn des Heibsttiimestcrs 1926 am 11« Oktober). Eröffnun^sfefter am Sonntag, den 10. Oktober, 12-l Uhr, Synagoge Fasanenstraßc. Ansprache des Vorsitzenden Dr. Joseph Lehmann, Vortrag von Herrn Prof. Felix Perles (Königsberg) über die Wissenschaft vom Judentum in Amerika. Eintritt frei! Bemerkung: Das Vorlesungsverzeichnis erscheint in der nächsten Nr. A^..+/:++.//53::-+/.:.3-:/4/^:++0$.^:+4^

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