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Jüdisch-liberale Zeitung · 1926-08-27 · 35 (27.8.1926) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
6 (1926)
Issue
35 (27.8.1926)
Date
1926-08-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Weltlich zugängig zu machen^ sondern auch Reise- und Aufenthaltszuschüsse zu gewähren. Vou dem Grundsatz ausgehend, daß bei einem Fortbildmtgskursus wissenschaftlichen Belehrungen dieselbe Bedeutung beizumessen ist, wie der sachlichen Fortbildungsarbeit, war den Vorlesungen im Lehrplan ein ebenso breiter Raum eingeräumt, wie der beruflichen Hebung. Rabbiner Dr. Bergmann hielt eine Anzahl von Vorlesungen über gottesdienstliche Bräuche, sowie über die historische Entwicklung der Liturgie von Sabbat- und Festtagen. And reichem rabbinischeu Wissen schöpfend gab er den Teilnehmern wertvolle Hinweise für ihren Beruf und schilderte anschaulich den Entwicklungsgang des Gottesdienstes. Musikhistoriker Dr. Hugo Leichtentritt gab in seinen Vorträgen interessante Gegenüberstellungen der Kirchenmusik znm Snnagogcngesang. . Hier, wie auch bei den, Vorträgen Dr. Günthers empfingen die Teilnehmer Anregungen zu praktischer Betätigung und weiterer Fortbildung. Die fachliche Fortbildungsarbeit lag in den Händen der Veranstalter. Von Oberkantvr Davidsoh» erhielten die Teilnehmer Unterweisung im traditioneller Kantorat (Chasonus) unter Berücksichtigung verschiedener Riten. Vom Alltagsgottesdienst beginnend fanden Vorlesungen und Uebungen für die gesamte Liturgie statt. Stimmbildung und ausgemählte Stücke moderner Kompositionen in ihrer Vortragsweise waren die Aufgabe des Oberkautors.Asch. Die Teilnehmer bestanden aus Kantoren, die tit Gemeinden verschiedenster religiöser Richtungen wirken. Die Veranstaltung zeigte wieder einmal, n^ie .wichtig nicht nur die Fortbildung, sondern auch die Ausbildung von Kultnsbeamten ist und mehr denn je in den Vordergrund jüdischer Gegenwartsfragen gestellt werden muß. Berlin. fH a b i m a - G a st s p i e l e.) Das Theater am Nvllendorsplatz, das der Arbeitsgemeinschaft (Barnowsky, Steinhardt und Robert) gehört, wird am 1. Oktober von Direktor Barnowsky iibernommen, der das Theater mit einem Gastspiel des hebräischen Theaters Habima aus Moskau eröffnet. Das Theater der Habima, das weniger radikal, aber farbiger als Tairoff oder Meyerhold ist, ist von dem früh verstorbenen Wachtangow, einem Schüler Stanislawskis gegründet. Auf ihrem Repertoire stehen fünf Dramen: ^lttskis „Diibnk". Beer-Hofmanns „Jakobs Traum", „Der ewige Jude", „Golem" und „Sintflut". Zu ihren Schauspielern zählen Frl. H. Grober, Zwie Friedland. S. Prutkin, D-. Jitkin, A. Baratz, Bertonow und W. Schneider. Berlin. (D i e vier Z o n d e k s.) Die Privatdozenten ösr Universität Dr. Bernhard Zondek, Assistent an der Unidersitätsfrauenklinik, und Dr. S. G. Zondek, Assistent an der zweiten Medizinischen Klinik der Charitee, sind, wie der Msteindienst mitteilt — zu Professoren ernannt worden. Damit hat sich die Zahl der Professoren gleichen Namens in Berlin auf vier erhöht. Es gab nämlich schon bisher zwei Professoren Zondek: den ärztlichen Direktor des Urban- Krankenhauses Professor Hermann Zondek und den Spezialarzt für Chirurgie Professor Max Zondek. Bremen. lSn na gog en -I u bi l ä um.) Anläßlich des 50jährigen Tnnagogen-Jubiläums findet hier am 6. September eine Festsitzung des Vorstandes und Gcmeinderats Mt anschließendem Abendessen statt, zu der auch eine Anzahl von Festgästen geladen worden ist. Außerdem wird aus diesem Anlaß am Jubiläumstage, dem 3. September, abends 7" Uhr. Festgottesdienst in der Synagoge mit einer Festprcdigt des Herrn Rabbiner Dr. Aber un-d Vorträgen der Gemeinde-Kantoren stattfinden. Der 4. September ist zum dendentag zugunsten des Synagogen-Baufonds bestimmt worden. Am 6. September wird in einem der größten Bremer Lichtspieltheater, im Lichtspielhause, eine Kundgebung des hiesigen Jüdischen Wohlfahrtsamtes erfolgen. Ms die auch die Tagespreis bereits aufmerksam gemacht hat. Ddrt wird nach einer Ansprache über „Die jüdische Wohlfahrtspflege und ihre AnfMhen" die Vorführung des Wohl* Wrts-Films „Ein Freitag»Abend" erfolgen. -'Gaffel. (Frau Rabbiner Prager gestorben.) Am gestrigen Sonntag wurde Frau Dr. Prager, die Gattin des auch heute hier noch in bestem Andenken stehenden Landrabbiuers Dr. Jsak Prager, auf dem israelitischen Friedhof iZ Brettenhausen zu Grabe geleitet. Von Breslau, wo sie die. letzten Jahre ihres Lebens verbrachte, war die sterbliche Hülle der Entschlafenen hierher überführt worden. An der Heile ihres vor 21 Jahren ihr im Tode vorausgegangenen Gatten hat die Verewigte, die nach .einer letztwllliaen Verfügung in der Stille beigesetzt zu werden wünschte, ihre letzte Ruhestätte gefunden. Dresden. (Gemeindenachr ichten.) Frau Gert r u d M a t t e r s d o r f, die Gattin des verstorbenen Vorstehers Bankier Richard Mattersdoxf. verschied im noch nicht vollendeten 59. Lebensjahre. Sie war 22 Jahre Vorsitzende des Israelitischen Fraueuvereins und weit über Dresdens Grenzen hinaus als Vorstandsmitglied des Deutschen Frauenbundes bekannt. Die jüdischen Wohltätigkeitsorganisationen verlieren in ihr eine der regsten Förderinnen. — Prof. Dr. Jakob Winter, der erste Rabbiner der Dresdener Israelitischen Religionsgemeinde, begeht am 28. September sein 40jähriges Dienst jubilüum. Aus diesem Anlaß wird in der Synagoge ein Festgottesdicnst stattfinden. Die Fraternitasloge feiert den Ehrentag durch eine festliche Veranstaltung in den Logenräumen. — Der Gemein devorstand erläßt erstmalig einen Aufruf, in dem er die Gemeindemitglieder auffordert, die üblichen schriftlichen Neujahrsglückwünsche durch Zahlung eines Betrages für die Wobltätigkeitsvereine der Gemeinde abzulösen. — Die krisenhafte Entwicklung des jüdischen W a n Verbundes „Blan-Weitz" hatte dessen Anflösnng zur Folge. Hörde i. Wests. (Tod d e s G e m c i n d e v o r st e h e r s.) Nach kurzem Krankenlager verschied hier im 88. Lebensjahre der langjährige hochverdiente Vorsitzende der Synagogengemeinde Hörde, Herr Levy Strauß. Ein Leben, reich an Arbeit und Erfolg, hat damit seinen Abschluß gesunden. Der Verstorbene war eine der bekannteestn und beliebtesten Persönlichkeiten der Stadt, der in jüdischen und christlichen Kreisen höchstes Ansehen genoß. Seit mehr als sechs Jahrzehnten stand Levy Strauß im Ehrendienste der jüdischen Gemeinde. Er war eine lange Reihe von Jahren Mitglied der Repräsentanz und des Vorstandes: zuletzt bekleidete er das Amt des Vorsitzenden. Trotz seines hohen Alters hat er bis zuletzt mit unermüdlichem Eifer an der Spitze der Gemeinde gestanden. Im isrelitischen Frauenverein bekleidete er seit dem Jahre 1869 ununterbrochen das Ehrenamt des Schriftführers. Lange Jahre hindurch war er Vertrauensmann der Ortsgruppe Hörde im Z e n t r a l v e r e i n deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und der Vereinigung für das liberale Judentum. — Auch im kommunalen Leben der Stadt Hörde hat Herr Strauß, besonders vor dem Kriege, eine Rolle gespielt. Er war Mitbegründer der alten Nationalliberalen Partei und hat in verschiedenen kommunalen Ehrenämtern (vor allem in der städt. Schnldeputation) gewirkt. — Am 8. d. M. wurde Levy Strauß zur letzten Ruhe gebracht. Die Tranerfeier fand in der schwarz dekorierten Synagoge statt, wo der Sarg vor dem Altar aufgebahrt war. Nach dem letzten Willen des Verstorbenen hielt Herr Rabb. Dr. Rosenthal von der jüdischen Neformgemeinde zu Berlin, der lange Jahre in Hörde gewirkt hatte, die Gedächtnisrede. Nach einem ergreifenden Orgelspiel schilderte er die großen Verdienste des Entschlafenen um Stadt und Gemeinde und pries ihn als guten Deutschen und echten Juden. Ein großes Gefolge gab dem Toten das letzte Ge leite zum Friedhof, wo er an der Seite seiner Gattin beigesetzt wurde. Das Andenken des verdienten Mannes wird unvergeßlich bleiben! Meseritz. (S y n a g o g e n j u b i l ä u m.) Am ersten Tage des Roschhaschanah-Festes dieses Jahres sind es 100 Jahre her, daß der Tempel der jüdischen Gemeinde zu Meseritz erbaut und eingeweiht worden ist. Es war im Jahre 1824, als eine große Feuersbrunst ausbrach, der leider auch einige junge Glaubensgenossen zum Opfer fielen, einen großen Teil der Stadt Meseritz vernichtete, und zwar hauptsächlich diejenigen Straßenzüge, welche von den jüdischen Mitbürgern bewohnt wurden. Man hatte ursprünglich den Plan, den Tempel an einer anderen Stelle aufzubaucn. Mit Rücksicht darauf, daß sich die umliegenden Häuser ausschließlich in jüdischen Händen befanden, wurde der Neubau wieder an der Stelle des alten Tempels errichtet und im Jahre 1826 am ersten Tage des Roschhaschanah-Festes neu eingeweiht. Meseritz ist eiye der wenigen jüdischen Gemeinden der früheren Provinz Posen, welche bei Deutschland verblieben stnd, mit alten, ehrwürdigen Traditionen, aus deren Mitte viele bedeutende Männer und Gelehrte von Ruf hervorgegangen sind. In der Voraussetzung, daß alle die Mitglieder der jüdischen Familien, deren Angehörige aus Meseritz stammen, sich heute noch für ihre Heimatgemeinde, wo ihre Vorfahren einst gelebt und gewirkt. interessieren, beabsichtigt die Gemeindeverwaltung, am Sonntag, dem 5. September, eine Gedenkfeier durch einen Festgottesdienst in der Synagoge mit einer darauffolgenden Feier auf dem Friedhof zu veranstalten. Herr Rabbiner Dr. Wilde, ein gebürtiger Meseritzer, hat sich liebenswürdigerweise bereit erklärt, die Festpredigt zu übernehmen. Als eht Beweis für die frühere Größe der Gemeinde möge erwähnt sein, daß der Tempel etwa 800 Männer- und 200 Jrauensitze hat, während heute die ganze Gemeinde etwa 80 Seelen stark ist. Schueidemühl. (Zur Einweihung des Denkm a l s für die j ü d. K r i e g s g e f a l l e n e n.) Dem Reichsbuud jüd. Frontsoldaten hierselvst wurde heute mit. geteilt, daß durch Beurlaubung des Standortältesten Hauptmann Luer, die Reichswehr nicht von der Einweihung des Denkmals für die jud. Kriegsgefallenen benachrichtigt worden sei. Eine Abordnung der Reichswehr unter Führung des Hauptmanns Kalmukow, des stellvertretenden Standortältesten, werde am kommenden Sonntag vormittag am Denkmal einen Kranz niederlegen. Es ist allgemein ausgefallen, daß an der Denkmalseinweihung weder ein Vertreter der Negierung, noch des Vereins der „149er", welchem Regiments ein großer Teil der Gefallenen angehört hat, noch ein Vertreter der Reichswehr teilgenommen hat. Herr Oberpräsident v. Bülow persönlich hat sich schriftlich entschuldigt, daß er an diesem Tage anderweitig in Anspruch genommen sei. Wesermünde. (Pensionierung.) Der Kultusbeamte der hiesigen israelitischen Gemeinde. Herr S. Halle, wird am 1. Oktober d. I. nach 30jähriger Amtsausübung am Orte in den Ruhestand treten. Herr Halle befindet sich im 77. Lebensjahre. Wir wünschen ihm einen sonnigen Lebensabend! Antworten A. Frankfurt a. M. Spotten ihrer selbst und wissen es nicht. In dem „Israelit". Organ der Trennungsorchodoxie, findet sich für die Ankündigung nicht ritueller Lebensmittel der redaktionelle Hinweis: „Es ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen." Und wer prüft die Empfehlungen nichtritnellcr Waren? Ganz ähn. lich heißt es in dem anderen orthodoxen Organ, im „Jüdischen Wochenblatt": „Die Redaktion des .Indischen Wochenblattes' übernimmt keinerlei Verantwortung für die religiöse Zuverlässigkeit der im Anzeigenteil gebrachten Mitteilungen und für die rituell einwandfreie Beschaffenheit der dort angezeigten Waren." Natürlich bringen beide Zeitungen Anzeigen von Waren, deren nicht ritueller Charakter unzweifelhaft ist. Ueberschrift: Non ölet. Kalyidarimn für die Zeit vom 28.8. b.4.9.1926. August 1926 Elul 5688 Sonnabend 28 Sonntag 29 Montag 30 Dienstag 31 September 1926 Mittwoch 1 Donnerstag 2 Freitag 3 Sonnabend 4 18. Wochenabschnitt: Kißowau HaftaraH: Jes. 60. 1—22 SabbatauSgang: 7.51 Uhr 19. ■ 20. 21. , 22. •' * 28. 24. Wochenabschnitt: Nizzowim Wajelech HaftaraH: Jes. 61. 10—11: 62. 63 SabbatauSgang: 7.34 Uhr Bekaanfmachuig. Jit IrtlliasJlje Vemlttgig n Sjiagpi," > findet von Montag, den <30. August ab statt. (wochentäglidi 9-1 Ubr, Sonntags 9—12 Uhr.) ,, Berlin, im August 1926. der SvnafiofieD-Plilze. 124, Oranienburger Me 29. Gegr. 1898. Nirgends besser als b. Schneidermeister Lesscr, Alte Jakobstraße 88 Anzag. Paletot, Kostttm, Fasson v. 30 M„ Entstauben, OBmpfen, Handbügeln 2 M., Be- Sarieren, Heinigen, ntstanben, Dämpfen, Handbügeln v. 3.75 M., Wenden,Kunststopfen billigst. Fr. Liefer. 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