Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 6 (1926)
- Issue
- 34 (20.8.1926)
- Date
- 1926-08-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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sondere Freude bereite es ihm. daran erinnern zu dürfen, Sah von einem Schriftsteller vom Range eines Walter Bloem. dem Hrllenmute der deutschen Juden ein Denkmal gesetzt worben sei. Bloem weist auf das vorbildliche Verhalten devon ihm mit Namen erwähnten Leutnants Edel hin. welcher, wie schon erwähnt, der Vorsitzende der Schneide« mühler Ortsgruppe der jüdischen Frontkämpfer ist. Mit dem Absingen des Liedes «Ich hatt' einen Kameraden" schloß die erhebende Feier. Stuttgart. (NeuauSgabe der Septuaginta.) Wie unser Stuttgarter Korrespondent meldet, hat die württembergische Btbelcmstalt begonnen, die älteste griechische Uebersetzung des Alten Testaments, die sogenannte Septuaginta. neu herauszugeben. Verfammlungskalender Berlin (Liberale Synagoge Norden). Schönhauser Allee 162. Aucrbachsches Waisenhaus. Gottesdienst: Freitag. den 20. August 1926. abends 7.16 Uhr. Predigt: Rabbiner Dr. Salomonski. Sonnabend, den 21. August 1920, morgens 10 Uhr. Die Vermietung der noch verfügbaren Synagogenplätze erfolgt im Bureau des Waisenhauses. Breslau (Jüdisch-liberaler Jugendverein „Abraham Geiger"). Montag, den 28. August, treffen sich unsere Mitglieder und Freunde bei jeder Witterung von 8 Uhr abends ab im Kurgarten, Kürassierstrabe 12/18. Zeitpunkt und Ziel unserer nächsten Wanderung wird an diesem Abend vereinbart. Zahlreiches Erscheinen erbeten. Gäste willkommen. Sprechsaal Mißstände im Gottesdienst. Anschließend an den Artikel in Ihrem Alatt vom 18. d. M. „Der Blumenkultuö in der Synagoge" von Frau Hanna Feibel. dem ich mich voll und ganz anschließe, möchte ich noch auf folgende selbsterlebte Mitzstände Hinweisen: Seit einigen Jahren bin ich an den hohen Feiertagen Besucher des Betlokales. Skala und habe bedauerlicherweise mahrgenommen, daß sich Herren und Damen nicht scheuen, oft mehrere Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren zum Gottesdienst mitzubringen, die durch Umherlaufen und Unterhaltung die Andacht stören. Ferner habe ich die Wahrnehmung gemacht, daß Platzinhaber ihre Karten durch andere Personen hinansschicken nnd Nichtinhaber von Plätzen von draußen hereinhvlen, was ich für unmoralisch halte und wodurch wieder Störungen entstehen. Bon der auffallenden Kleidnngsweise mancher Damen, die anssehen, als wenn sie nicht zur Andacht, sondern zu Lustbarkeitsfestcn gehen, will ich nur flüchtig Erwähnung tun, denn das ist Gefühls- und Geschmackssache. Daß durch Hereinbringen von Blumensträußen sich eine Unsitte eingebürgert hat. ist schon erwähnt worden. Die einzige Abhilfe wäre, daß niemand hereingelassen wird, der nicht im Besitze einer Platzkarte ist. Es dürfte vielleicht genügen, wenn Sie in Ihrem Blatte nochmals ans diese Mißstände, die den Gottesdienst entweihen, Hinweisen. Heinrich B l u m e n t h a l - Berlin. 4M444444 Antworten Dr. 38. F.. Hamburg. Ernst Lissauer schrieb, genarrt durch die Geschehnisse der diabolischen Zeit, seinen Haßgesang" gegen England: ein Gedicht, von dessen Geist er nach der „großen Zeit" entschieden abrückte. Hugo Zuckermann deckt der grüne Rasen, er kann nicht mehr widerrufen. Er muß es sich gefallen lassen, daß nunmehr noch zwölf Jahre »rach dem Ausbruch des Weltwahus im „Schild", dem Organ des ReichSbundes jüdischer Frontsoldaten, ein Schriftsatz „Das Kriegslied eines Juden, von Kamerad Rechtsanwalt Dr. Georg Schoeps-Hannover" veröffentlicht wird. Da finden sich diese Sätze: „Serbien war!a der Ausgangspunkt dcS Krieges und tu feiner alten verbitterten Feindschaft gegen Oesterreich der am meisten in die Augen fallende Repräsentant des „Feindes". In seiner Einfachheit und Kunst zugleich ist das Lied wie wenig andere geeignet, sich dem Volke einzuprägen und wie die Ärelei ein Volkslied zu werden, das den Verfasier ganz vergessen läßt. Besserer Vorschlag: prägt euch den Verfasser ein und vergebt dieses Lied, dessen letzte Strophe lautet: Drüben im Abendrot fliegen zwei Krähen — Wann kommt der Schnitter Tod. uns zu mähen? Es ist nicht schab! Seh tch nur unsere Fahnen wehen Auf Belgerad! Dr. K. C.. Berlin. Anordnungen des Vorstandes der jüdischen Gemeinde, die den Zionisten nicht in den Kram passen, werden, scheint's. grundsätzlich nur zwischen Mitternacht und 12 Uhr ausgeführt. Hier ein neues Schulbeispiel: Das amtliche Organ des Gemeindevorstandes ist das „Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin". In dessen Nr. 2 dieses Jahrgangs wird im redaktionellen Teil auf eine Veranstaltung der Jüdischen Volkspartei verwiesen. Darauf war in der Nummer 3 zu lesen: „Die in Nr. 2 des Gemeindeblattes auf Seite 38 befindliche mit den Worten „Jüdische Volkspartei" beginnende Mitteilung ist infolge eines Versehens ausgenommen worden. Kundgebungen der Parteien werden im Gemeindeblatt grundsätzlich weder im redaktionellen Teil noch unter den Anzeigen veröffentlicht. Berlin, den 12. Februar 1926. Vorstand der Jüdischen Gemeinde." Und der Erfolg? In der neuesten Nummer 8 finden Sie trotz des grundsätzlichen Beschlusses, über dessen Berechtigung sich übrigens durchaus streiten läßt, die gleiche zionistische „Jüdische Volkspartci". sowohl im redaktionellen Teil als auch unter den Anzeigen. Wahrscheinlich ist sie wieder infolge eines Versehens ausgenommen worden." H. M.. Frankfurt a. M. Das „Eingesandt" in Nr. 62 der „Jüdischen Rundschau", das von einer erschütternd-unfreiwilligen Komik ist. konnte uns nicht entgehen. Zum 70. Geburtstag Achad Haams brachte das Organ der deutschen Zionisten, die „Jüdische Rundschau", eine Sondernummer heraus. Dabei verwandte sie ein Zitat von Achad Haam, das dessen Verbundenheit mit der jüdischen Sache und dessen schöpferisch-jüdische Kraft erweisen sollte. Und nun wachen sie nach dem Fest mit einem furchtbaren Katzenjammer auf. Denn dieser „unglückliche, schöpferische Spruch" stammt — von einem liberalen Rabbiner, unserem Freunde Cäsar Seligmann-Jrankfurt a. M.. der ihn in Brülls Monatsheften 1898. Heft 1, präate. Die Bedeutung des Satzes war so eklatant, daß ihn der Zionist Achad Haam in-sein „Drei Stufen" übernehmen zu müssen glaubte. Nun hat sich also herausgestellt, daß dieses Zitat nicht von Achad Haam. sondern von Seligmann ist. Dann ist es etwas ganz anderes. Dann ist etwas, das unser Judesein so mustergültig gestaltet, natürlich weniger wertvoll. Dann ist dieser Spruch nicht mehr „unzerstörbar, unbesiegbar, unwiderlegbar". Dann wäre er verlorengegangen, wenn ihn nicht ein Zionist erhalten hätte. Als. ob der ihn nicht gerade übernommen hat. übernehmen mußte, weil er einen ewigen jüdischen Wert darstellt. Doch es ist ja nur ein liberaler Rabbiner, der ihn geprägt hat. Da muß man schon annehmen, er würde ihn heute selbst nicht mehr als sein geistiges Eigentum wiedererkennen. Darum läßt man ihn nur die zweite, Achad Haam aber die dritte Stufe erklimmen. Fürwahr, zionistische Polemik steigt von Stufe zu Stufe. B. D.. Köln. In Ihrer Stadt hat sich nun also auch ein Grüppchcn Unzufriedener zusammengefunden und eine sogenannte „Religiöse Mittelpartci" gebildet. Um das Bild dieser famosen Partei abzurunden, hat sic „aus grundsätzlichen Erwägungen" beschlossen, in der jüdischen Gemeinde jeden Wahl-Kompromiß zu *■ verhindern. Was allerdings hervorragend zu dem Neklameschild „Für Frieden und Einheit der Gemeinde" paßt. Bei den letzten Berliner Nepräsentantemvahlen war die Mittelpartei auch bereits der Störenfried zwischen denjenigen Parteien, die nicht wie jene nur Phrasen, sondern eine Weltanschauung ihr Eigen nennen. & G, Berlin. Das Merkbüchlein für das Jahr 1926 biS 1927 ist vom Landesverband Grob-Berlin des Central-BereinS deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Berlin SW 68. Lindenstraße 18, zu beziehen. Leider ist die Adressentafel jüdischer Organisationen und Institutionen außerordentlich unvollständig. Sie finden z. B. noch nicht einmal die Adressen der jüdischen Gemeinden Berlins darin. Bei der Rubrik „Organisationen und Vereine" hat natürlich wieder die falsche Anschauung über Neutralität des CB. mitgesprochen. Statt die Neutralität dadurch zu zeigen, daß man die Adressen von Vereinen aller jüdisch-religiösen Richtungen anführt, hat man sie sämtlich herausaelassen. Sie können also nicht dem Liberalen Verein schuld daran geben, daß er in der Adreffentafel nicht verzeichnet ist. Unsere Rätsel-Ecke oM44»44»»44444»4444444404444444444»44»40»4»444»4M44444444» Silbenrätsel. aaaa Lam bel bra bul cha Le Ham hyr i i ja kan ki nan rasch ri sa sto ze Aus den vorstehenden Silben sind die Namen von acht in der jüdischen Geschichte besonders heworgetretenen Männern zu bilden, deren Anfangsbuchstaben von oben nach unten gelesen den Namen eines Königs, im Zehnstämmereich ergeben. —W. Kreuzworträtsel. Wagerecht: 1. Beiname eines großen jüdischen Gelehrten; 2. Mürchengestalt; 8. König über Israel: 4. Berg in Palästina; 5. Vater Iosuas; 6. jüdischer Kombdiendichter im Mittelalter; 7. poetische Bezeichnung eines Vogels; 8. katholischer Geistlicher; 9. jüdischer Astronom; 10. Lebensbund; 11. Sklavenkönig; 12. weibliche Bibelgestalt; 18. Stammutter; 14. griechischer Gott. Senkrecht: 15. König über Judäa; 1. Erzengel; 16. Hügel bei Jerusalem; 2. Statthalter von Syrien; 17. Quelle bei Jerusalem; 18. HoheiPriester. Kalendarium für die Zeit vom 21.8. b. 28.8.1926. August 1926 I Elul 5686 Sonnabend 21 11. Wochenabschnitt: Kißeze . ■ Haftarah: Jcs. 54, 1—io SabbatauSgang: 8.6 Uhr 10 " Sonntag 22 12. Montag '28 ri».r* "j t ’■;? r s1 Dienstag 24 14. *r>rrt Mittwoch 25 15. Donnerstag 26 16. Freitag 27 17. Sonnabend 28 18. Wochenabschnitt: Kißowan Haftarah: Jes. 6V. 1—22 Sabbatausgang: 7.51 Uhr Für die hohen Feiertage suchen wir noch einen Vorbeter liir Gottesdienst mit altem Ritus. Besonders qualifizierte Kräfte, die die Lewandowsky sche Gesänge vollkommen beherrschen und imstande sind, mit Chor zu fungieren, wollen sich umgehend an unseren Musik-Ausschuß, Oranienburger Str, 29, wenden. Vorstand der jüdisdien Gemeinde zu Berlin. Verein iQrPeaerbeslattcDg io Berlin?on 1874, e. V Kostenlose FanerbestnltonJ Annahme AnhaltstrnSe II. Telefon Huscnhcid« 3921 u. Chnrloltcnhurß, KantslraOc 15Ja. licke Fasanen* straOe. Telefon Steinpilz 1833 Inseriere«, bringf Gewinn! 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