Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 6 (1926)
- Issue
- 33 (13.8.1926)
- Date
- 1926-08-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Amschav. Die Londoner Konferenz ist vorüber. Ti« -ei. «ob fk sollte, sie hat ein Dreifache» geleistet. Tie Hot -unäM persönliche Derdinbrmge« lUfcftitUt Führer tu erwünschkester Weise gefördert.- die Menschen find die Träger der Mer«, und eS bedeutet und deutsche» LeUne-mern o« der Konferenz nicht wenig» Männern von der PersöuUchkeit eines Claude Montefiore, die für sich allein ei« Programm ist. ins Auge gesehen zu habendes bedeutet und viel» endlich einmal feste Fühlung mit den Führer« -eS amerikanische» Reform« Judentums genommen zu hohen» so daß wir jetzt dir Menschen einschätzen gelernt haben und sie a« Stelle der Namen Wolsey, Schulmann, Morgenstern. Stephen Mse, GimonS usw. setzen können. Diese persönliche Fühlungnahme Hot er auch zuwege gebracht, daß durch Gründung der „Worlö-Untvn . die trotz vieler auch sachlicher Gegensätze einstimmig, insbesondere auch mit den Stimmen der an« wesenden Zionisten, erfolgte, brr grobe Rahmen für rin« großzügige» die Länder umspannende Arbeit geschaffen worben ist'. In diesem Rahmen wirb eb möglich sein, wie dies schon die Konferenz angebahnt hat» über -1e gar nicht zu leugnenden Gegensätze der Einzelentwicklunaen hinweg die großen allen gemeinsamen Grundgedanken unserer Idee herau-zuardeiten, sie grundsätzlich sestznlege» und daranauch die praktischen Folgen zu ziehen. Denn baS wichtigste Ergebnis dieser Konferenz ist mir doch die grobe Gewißheit, daß der von mir stet» mit stärkster Entschiedenheit vertretene Gedanke, daß daS liberale Judentum kein bloßes TheoriengeSäuüe ist, sondern unser BekenutntS zur jüdischen Gesamtgemeinschast. zum Krlal JiSroel, daß dieser Gedanke absolut fest gegründet ist auch in -er Ideenwelt unserer englischen und amerikanischen Brüder» daß diese große Gemeinschaft -er Religion auf der Grundlage der Entwicklung kein Phantom, sonder» eine Wahrheit ist. Roch ist alles in den Anfängen; rechtfertigt aber die Entwicklung diese Anfänge, so wird der „Weltverband für liberale» Judentum"' der Wettverband aller liberalen Juden werde« — auch derer, die noch vereinzelt ihrem Ideal nachleben, vor allem -er Liberalen, die sich noch nicht zu ihrem Liberali-muS bekannt ihn noch gar nicht erkannt haben. Die Erwartungen, die ich von dem Zusammentreffen mit ltderaleu Zionisten mir versprach, haben sich durchaus erfüllt. Wir haben unter unS englische und amerikanische Liberale gehadt. die nicht nur „Auch-Zionisten" sind, sondern überzeugte Zionisten, Führer in ihrer Landsmannschaft. Sie alle haben nach dem Referat über die Entwicklung deS deutschen liberalen Judentums dem Referenten ihr volles Verständnis für die Haltung der deutschen Liberalen gegen« tiftet „ihren-* Ltvniften ausgesprochen, insbesondere die Amerikaner -ave» e» bedauert, daß die Haltung vieler deutscher Ziouistenführer i« Abwehrkamvf — die geradezu grotesken Ausführungen der „Rundschau" über „Patriotismus* und »Rettsioflt«* käme» noch gerade zur Illustrierung »«recht — eine Mauer auch zwischen den religiös Liberalen beider Richtungen ansgerichtet haben, die das wahre Verständnis de» Kernder beiden großen jüdische» Bewegungen so erschwert. Daß gerade diese Mauer in England und Amerika nicht besteht, daermöglichte eS den englischen und amerikanischen Delegierten, in den provisorisch gewählte« Vorstand auch ausgesprochene Zionisten zu ent. sende». Wo wäre der deutsche Zionist, der ei« so einbeutigeS, so innerlich überzeugtes Bekenntnis zum liberalen Judentum aussprechen würde, wie dies Stephen Wise getan hat. Antworten Dr. A. W- Hannover: Sie haben am 1. Februar 1925 zum Preußische» Lande-verband Jüdischer Gemeinden gewählt und möchten nun, nach XV» Jahren, einmal wissen» was er bisher eigentlich geleistet hat? Da fragen Sie lieber den Freund dieser Arbeit. Wir könnten Ihnen nur sagen. waS alles nicht geschehen ist. und dazu gehört als ganze Kleinigkeit auch die Schaffung des von den Vertretern des BerbandStaäeS geforderten Pressedezernats und die Herausgabe des amtlichen PublikationsorganS. So müssen wir — hoffentlich nur aus Unkenntnis — schweigen. H. &, Nürnberg: Der Keren-Hajessod ist einer der zioniftlschen Fonds. Bon Neutralität kann bei ihm leine Rede sein. Auf der Sitzung des zlonistischen Aktionskomitees vom 28. Juli führte nach dem Bericht in der Jüdischen Rundschau der Referent Dr. Berthold Feiwel auS: „Das Direktorium des Keren-Hajesfod hat sich nur mit der einen Hälfte seiner Funktionen zu beschäftigen, nämlich mit der Aufbringung der Geldmittel: über ihre Verwendung in Palästina hat eS keine Kontrolle, sondern der Kongreß bzm. das Aktionskomitee beschließt das Budget der Palästinaarbeit und -er Keren-Hajessod hat nur das Geld dafür zur Verfügung zu stellen* Auf deutsch: Für die Einnahmen sind sogar Nichtzivnisten gut genug. An einer anderen Stelle dieses Referats heißt eS dann nach der Jüdischen Rundschau: „Er (der Keren-Hajessodl sei auf dem Gedanken des Master aufgebaut und stelle gewissermaßen die S-teucrverMichtung eines jede» Zionisten gegenüber seinem entstehenden Staat»- wese« dar.* Ueberlasse» Sie also die Sorge für deuKeren- Hajestod ruhig de» Zionisten. Geben Sie Ihr Geld für jüdische Wohltätigkeit in Deutschland. P. H. Berlin: Ihre Vermutung, baß der mit „E. V " § «zeichnete Leitartikel der letzten Nummer des Hamburger Israelitischen Familienblattes von dem verdienten Borsitzenden der liberale« Repräsentantenfraktion. Herrn Emil PineuS, herrührt, ist natürlich durchaus irrig. Der Aufsatz „Die Krise in der Berliner Gemeinde*, von dem die Redaktion deS Blattes. daS ihn veröffentlicht, in einer Vorbemerkung meint, daß man ihn „ohne Uebertretbuna als bedeutungsvoll bezeichnen darf*, entstammt unseres Wissens der Feder ihre- Berliner Korrespondenten. Dieser bat bei den Repräsentantenwahlen auf der Liste der Jüdischen BolkSpartei kandidiert. Daher die zionistenfreundliche Färbung und E. Königsberg: Nicht so entrüstet, lieber Freund. Es stimmt ja gar nicht, daß Hugo SaluS. den wir in letzter Nummer anS Anlaß feines 60. Geburtstages gefeiert haben, nicht mehr dem Judentum angehört. Die Ort üoboreu verbreiten zwar diese Mär. gewiß. Tatsache aber ist: Hugo SaluS ist begeisterter Jude. Als aber vor Jahren sein Freund sich erschoß und der Rabbiner die Mitwirkung bei der Beisetzung des „Selbstmörders" verweigerte, trat er aus der Prager Synagoaengemeinde auS, nicht aber aus dem Judentum. Die Folge orthodoxer Unduldsamkeit. kalendarivm M Nt Seit vom 14. s. d. 21.8.IS26. August 1926 Elul 5688 Sonnabend 14 Sonntaa 15 Montag 16 Dienstag 17 Mittwoch 18 Donnerstag 16 Freitag 26 Sonnabend 21 4. Wochenabschnitt: Schauftim Haftarah: Jes. 51. 12-23: 52. 1-13 Sabbat-Ausgang: 8.24 Uhr 5. st. 7. o♦ 9. 10. 11. Wocheuabschnitt: Kisteze Haftarah: Jes. 54. 1—10 Sabbatausgang: 8.6 Uhr $ Original-Kissinger Conditorei und Cat6-Stübchen Charlottenbnrg B. UBSSEBSOUHBT Vtlmtrsäirtorltr.77 KWMfimiwnmm^iinmMumnmmnmHnmimmnwumimMmmiiimiiinnnHiiiiimMMmwiMnwWffliwai empfiehlt den geehtten Herrschaften sämtliche Felnbäcfceiwaren sowie Torten, Eis, Kaffeekudien etc. su soliden Preisen. Wasser-Barcties Pfd. SO Pf. Butter-Barche« Pick 80 Pf. 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